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Dieses Heft enthält die Erinnerungen von August Friedrich Wilhelm von Leysser aus dem Feldzug von 1812. L. war Oberstleutnant und königlicher Flügeladjutant und erhielt für den Feldzug von 1812 das Kommando des Regiments Garde du Corps. L. schildert die Teilnahme an der Schlacht von Borodino, seine Gefangennahme und daran anschließende Gefangenschaft.
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Seitenzahl: 120
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Beiträge zur sächsischen Militärgeschichte zwischen 1793 und 1815
Heft 43
Abb. 01 August Wilhelm Friedrich von Leysser 1771 - 1842
Vorwort
Die Erinnerungen
Namensverzeichnis der im Text genannten sächsischen Offiziere
Quellen
Abb. 02 Umgebung Moskau, Mosaisk, Smolensk
August Friedrich Wilhelm von Leysser (17.07.1771 Holzminden, 21.12.1842 Dresden) war königlicher Flügeladjutant (Patent vom 03.02.1812) und erhielt für den Feldzug von 1812 das Kommando des Regiments Garde du Corps. Er hatte bis 1811 als Major (Patent vom 18.07.1809) in diesem Regiment gestanden.
Sein Obersten-Patent erhielt Leysser am 05.07.1812, auch wurde er General-Adjutant des Königs.
Am 07.09.1812 bei Borodino gefangen genommen, kam Leysser in eine durchaus erträgliche Gefangenschaft. Aus dieser kehrte er 1814 zurück, wurde Kommandeur des Husarenregiments und avancierte am 27.06.1815 zum Generalmajor.
1817 quittierte er den Dienst und widmete sich ab 1820 der Politik.
Die hier wiedergegebenen Erinnerungen liegen als handschriftliche Abschrift im Hauptstaatsarchiv Dresden. Wer diese Abschrift wann gefertigt hat, ist aus dieser nicht zu ersehen.
Das Leysser‘sche Original stammt aus dem Jahr 1820 und ist aus seinen Aufzeichnungen gefertigt.
Verwendete Namen, Begriffe und Ortsbezeichnungen werden, insofern zweifelsfrei identifizierbar zum besseren Verständnis in der exakten Begrifflichkeit wiedergeben. Sonst wurde die Schreibweise des Tagebuches beibehalten, die Rechtschreibung jedoch der heutigen angepasst.
Die nichtpaginierten Seiten des Originals werden im Text durch gekennzeichnet.
Bedanken möchte ich mich beim Team des Hauptstaatsarchives in Dresden für die wie immer problemlose Bereitstellung der Akten und Genehmigung der Veröffentlichung.
Natürlich möchte ich mich auch bei Ihnen, verehrter Leser, dafür bedanken, dass Sie sich zum Kauf dieses Buches entschlossen haben. Insofern Sie Anregungen und Kritiken haben oder mir einfach nur mitteilen wollen, ob Ihnen das Buch gefallen hat, so können Sie mich via email unter [email protected] erreichen.
Ihr
Jörg Titze
Das Kavallerie-Reserve-Korps des Generalleutnants Latour-Mauburg unter dem sich die Kürassier-Division Lorge befand, biwakierte den 5ten bis zum 6ten September bei einem Dorfe an der Straße nach Jelna – oder Zelna – nach Mosaisk. Diese Division war formiert aus den königl. sächs. Regimentern Garde du Corps und Zatrow-Kürassiers, aus einem polnischen Kürassier-Regiment unter den Befehlen des Oberst, Grafen Malachowsky, welcher es teilweise auf eigene Kosten errichtet hatte, und endlich aus dem 1ten und 2ten königl. westphälischen Kürassier-Regimentern. Die letzten 3 Regimenter waren mit blechernen Doppel-Kürassen versehen, das Regiment Zastrow aber mit einfachen eisernen.
Das Regiment Garde du Corps, welches der Verfasser dieser Relation kommandierte, sollte noch Kürasse aus Warschau erhalten, welche jedoch nicht schnell genug hatten gefertigt werden können, weshalb es in der Armee das einzige schwere Regiment war, welches dieser Deckung entbehrte.
Die sächsische Brigade wurde durch den Generalleutnant von Thielmann, die westphälische durch den General-Major Graf Lepel kommandiert.
Die Regimentskommandeure waren:
Oberst Graf Malachowsky, Oberst von Leysser, Oberst von Trützschler und westphälischer Seits Oberst von Gilsa und Oberst Bastinella.
Alle 5 Regimenter waren sehr schön.
Die Garde du Corps bestand aus lauter auserlesenen jungen Mannschaften, welche durchaus mit Rappen beritten waren.
Die Westphälinger waren vorzüglich gut armiert und bekleidet und die Polen hatten die schönsten Pferde.
Das Dorf, bei dem die Division den 5ten biwakierte, war etwa noch 5 Stunden vom Schlachtfelde bei Mosaisk entfernt; es hieß, wenn ich nicht irre, Cosolva.
In den Wirtschaftsgebäuden, wo des General Thielmann Pferde, sowie die der Kommandeurs und Stabsoffiziere standen, brach in der Nacht Feuer aus; nur mit vieler Mühe konnte man diese retten, da die Flammen, vom Wind getrieben, allenthalben in den Strohdächern um sich griffen.
Zu keiner Zeit wäre wohl der Verlust dieser treuen Kampfgefährten empfindlicher gewesen, als eben jetzt am Vorabend der Schlacht und hoch erfreut fühlte man sich jetzt, sie geborgen zu wissen.
Wir brachen den 6ten September früh 6 Uhr von diesem Dorfe auf und marschierten in der Richtung nach Mosaisk, nach der großen Moskauer Straße zu rechts ab.
Einzelne sehr hörbare Kanonenschüsse bewiesen, dass wir ohnfern der Großen Armee waren, wir eilten daher möglichst, um Teil an ihren Taten zu nehmen.
Der Marsch ging anfänglich größten Teils durch Kiefernwaldungen, endlich lichtete sich die Gegend, wir bemerkten ein großes Dorf, es hieß _____ dessen Kirchturm mit seiner goldenen Kuppel uns zum Leitstern diente. Ohngefähr in einer Entfernung von 1000 Schritt davon, marschierten wir auf einem hochliegenden Stoppelfeld, in mehreren Linien, regimenterweise auf.
Links und rechts, nah und fern bemerkten wir nun viele glänzende Truppenhaufen; die polnischen Ulanen-Regimenter unseres Kavallerie-Korps gingen im Trabe vor, und eine unabsehbare Vorpostenlinie, vor die äußersten Vedetten weit hinaus, gegen die feindlichen ausgesetzt waren, zeigten sich unserm Blick.
Vor uns lag es also, das weite Feld des Kampfes, wo eine halbe Million Krieger aus Süden und Norden im blutigen Gewühl die Entscheidung über das Schicksal der alten Zarenstadt bestimmen sollten.
Eine Siegesnachricht folgte der andern, und gleich der tausendzüngigen Fama berichteten die herbeieilenden Offiziers des General-Stabes immer neue Kriegstaten der Großen Armee; allenthalben hatte Napoleon den Feind geschlagen, Smolensk war gefallen, die Russen hatten während der letzten 12 Tage eine feste Stellung nach der andern verlassen und der gestrige Abend war nach außerordentlichen Anstrengungen durch die Erstürmung einer starken Redoute, welche 9 Piecen Geschütz enthielt, noch verherrlicht worden.
Diese günstigen Ereignisse schwellten unsere Brust weit. Hoffnung, die Überzeugung des glücklichen Ausgangs ward zum unerschütterlichen Glauben, und mit höchster Ungeduld sahen wir dem nächsten Morgen entgegen, denn dass heute die Schlacht noch nicht beginnen werde berichteten uns die mit Ordres eintreffenden Offiziere.
Es mochte zwischen 10 und 11 Uhr vormittags sein, als die Division sich auf diesen Plateau, welches vermöge seiner Erhöhung die links liegende Gegend beherrschte, aufstellte.
Wir konnten jeden Heerhaufen bemerken, der sich bewegte und gewahrten in der Entfernung von ungefähr ¾ Stunde an dem Rande eines Gehölzes einen weißen Punkt, der, wie man versicherte, des Kaisers Gezelte bezeichnete.
Es blieb den ganzen Tag über ruhig, nur einzelne Kanonenschüsse unterbrachen bisweilen die Stille.
Fourageurs wurden indess abgeschickt, allein bei der hier stattfindenden Anhäufung von Truppenmassen und umher schwärmenden Kosaken, war für heute wenig zu erwarten, jedoch war mein Regiment, ohngeachtet aller früheren Marschanstrengungen, immer noch in einem kräftigen und vorzüg- lichen Zustande, und zeichnete sich hierin vor vielen anderen aus.
Bis 3 Uhr nachmittags blieben wir stehen, als dann wurde abmarschiert, um diese Nacht einen andern Biwak zu beziehen.
Die Garde du Corps hatte die Tete der Division, welche Ehre ihr auch während der ganzen Schlacht zuteil war.
General Latour-Maubourg sagte mir später: „Ihre Kürasse, Herr Oberst, sind, wie ich bemerke, noch nicht von Warschau eingetroffen. Ich hoffe, sie werden auch ohne diese ihren Ehrenplatz behaupten.“.
Die Direktion des Marsches ward links genommen. Nach ohngefähr zurückgelegter Distanz von ¾ Stunden machten wir wieder halt, formierten uns regimenterweise in 5 Linien, und bezogen einen lieblichen lichten Birkenwald zum Biwak.
Leider fehlte es uns aber an allem, was zur Nahrung für Menschen und Pferde erforderlich war, und die Fourageurs, welche sehr weit hatten detachiert werden müssen, kehrten erst spät zurück. Ich peinigte meinen Erfindungsgeist, den Mangel zu beseitigen, doch vergebens. Missmutig ob dieser Ratlosigkeit, lag ich eben am Feuer, als ein heransprengender Garde du Corps die frohe Nachricht brachte, dass die Hilfe nicht mehr ferne sei, dass ein schon verloren geglaubtes Requisitions-Kommando unter dem Leutnant von Klengel mit reicher Ausbeute an Branntwein, Mehl, Brot und Zwieback pp. sich nähere, und dass der bei dem Regiments-Vivres-Wagen kommandierte Unteroffizier ebenfalls in einer halben Stunde eintreffen würde! – Wahrlich die Auffindung einer Goldgrube würde in diesem Augenblick weniger erfreulich gewesen sein als diese Aussicht, denn hier handelte es sich nur um die Herbeischaffung der dringensten Bedürfnisse der Existenz, dem in dieser ausgeplünderten menschenleeren Gegend kein Gold – dessen relativer Wert sich hier deutlich beurkundete – abhelfen konnte.
Da ein gleichzeitig abgeschicktes westphälisches Kommando erst vor 2 Tagen, wie einige Versprengte berichtet hatten, von den Kosaken aufgehoben worden war, so mussten wir befürchten, dass den unsern ein ähnliches Missgeschick zugestoßen sei. – Aber gleich wie der Mannschaft eines verschlagenen Schiffes der Freudenruf: „Land!“ neue Hoffnung, Kraft und Leben gewährt, ebenso zeigte sich nun auch ein tumultarisches Treiben von Licht und froher Geschäftigkeit im Regiment, denn seit mehreren Tagen waren die Portionen sehr spärlich gewesen, und an Brot hatte es gänzlich gemangelt.
In keinem andern Stande aber ist wohl Mangel und Elend so leicht vergessen, als in dem des Soldaten; ein Lächeln Fortunas, und schon dünkt er sich ihr Liebling zu sein. Er schaut in der Regel keine Spanne weit über sein augenblickliches Bedürfnis hinaus, der Moment ist ihm alles, was kümmert ihn die Zukunft.
Alles machte sich anjetzt um die Feuer zu schaffen und ich benutzte diese Zeit, um die Offiziers und Unteroffiziers in einem Kreis zu versammeln, und mit ihnen über den morgenden Tag und über die Waffentaten, welche von dem 1ten Regiment der sächsischen Kavallerie mit Recht erwartet wurden, zu sprechen.
Die Stimmung, welche ich fand, war herrlich und berechtigte mich zu den kühnsten Hoffnungen, allein das Schicksal hatte beschlossen, dass gerade dieser morgende so heiß ersehnte Tag der verhängnisvollste meines Lebens werden sollte; doch ich will den Begebenheiten nicht vorgreifen.
Der Abend war schön und heiter, fast kein Blatt an den ihre Zweige herabhängenden Birken bewegte sich, und nur soldatisches Getümmel unterbrach die Gewitter weissagende Stille der Natur.
Mit frohen und rechten Gefühl überschaute ich die Gegend, wo morgen für Ruhm und Siegeskronen gefochten werden sollte. Sanfte immer steigende Anhöhen, zwischen denen sich jedoch ziemlich ebenes Terrain befand begrenzte die Position des Feindes; bald wurden die Höhen dominierender, und wie die Folge dieser Relation dartun wird, durch bedeutende Abschnitte und Vertiefungen immer schützender für ihn. In doch alle Möglichkeiten und Konjunkturen, welche dem Feinde schaden konnten, dachte ich mir, um für ihn diese Vorteile nutzlos zu machen, und eine freundliche Perspektive öffnete sich meinem Blick. In wenig Tagen würden wir dem besiegten Norden Gesetze vorschreiben, so wähnte ich, und so trügt sich der Mensch. –
Weder auf Glücksträume noch lange Ahnungen dürfen wir bauen, kein Sterblicher vermag nur Minuten voraus, den Fall der Schicksalswürfel zu bestimmen.
Während nun rund um mich her die größte Tätigkeit herrschte, die Feuer lustig emporloderten, Abteilungen in die Tränke ritten, Holz gefällt, und kleine Biwak-Einrichtungen getroffen wurden, überraschte mich ein lieber unerwarteter Besuch, der uns alle in die froheste Stimmung versetzte.
Es war der Major von Ziegler, den ich noch am Styr oder Dnieper wähnte. – Ohnfern von dem Biwak der Division Lorge befand sich sein Regiment, Herzog Albrecht Chevauxlegers; es stand unter der Brigade Domanget, bei dem 3ten Kavallerie-Korps Grouchy, mit der bayrischen Kavallerie vereinigt.
Ach es war unbeschreiblich wohltuend, in dieser wüsten Gegend, in einer uns endlos dünkenden Entfernung vom Vaterlande, ja selbst schon durch einen sehr großen Landstrich von denen übrigen sächsischen Truppen, unter General Reynier, geschieden, auf einmal ein braves herrliches Regiments kampflustiger Landsleute unter diesem Gewühl von Truppen aller Nationen zu finden. Von dieser Stunde an glaubten wir uns auch ungleich weniger in den nordischen Wäldern isoliert und formten hundert Pläne für unsere gemeinschaftliche Zukunft.
Der Major von Ziegler erzählte mir viel von den bisherigen Begebenheiten und dem Gange des Feldzuges, besonders von dem Treffen bei Smolensk. Die sächs. Chevauxlegers hatten die letzte Zeit her ziemlich fasten müssen, besonders was das Brot betraf, an Branntwein hatten sie auch großen Mangel gelitten, an Fleisch aber nur wenig.
In Moskau, der riesigen Hauptstadt der Moskowiter, sollte dies alles reichlich ersetzt werden, - so meinten und wollten wir, und da wir es nun so wollten und alle unsere herrlichen Luftschlösser darauf bauten, so waren wir auch fest davon überzeugt. – Die Straße zur Hauptstadt lag ja breit und eben vor uns; und die feste Stellung der Feinde, hinter der sich Moskau nur in der Entfernung einiger Märsche befand, die sollte und musste mit stürmender Kraft forciert werden, und war das russische Heer einmal geschlagen, woran wir keinen Augenblick zweifelten, was konnte uns da wohl noch abhalten, die reiche große Stadt mit ihrem Kreml zu besetzen, und zu Winterquartieren bestens zu benutzen.
Allerdings irrten wir in dem Einen nicht, die Russen wurden geschlagen und Moskau fiel, allein der erwartete Lebensgenuss, der Friede und die Winterquartiere wurden leider zum leeren Wahn.
Doch ich fahre in meiner Erzählung fort.
Ein sehr frugales Abendessen, welches meinem Brigadier und mir vortrefflich mundete, wurde verzehrt, und sein Adjutant, mein trefflicher Seydewitz, teilte dann später mit mir zum nächtlichen Schlummer meine Baracke. Ach! es sollte sein letzter hienieden sein! Seine melancholische Stimmung hatte ihn schon längst mit dem Gedanken des nahen Scheidens bekannt gemacht, die Seele litt eben so sehr an finstern Vorahnungen, als der Körper an einem schleichenden Fieber; sein Los war geworfen, und sein Tod bewies, dass eine feste unabwendbare Bestimmung unsere Bahn bezeichnet. Dem Befehl des Generals gemäß sollte er wegen seiner Kränklichkeit bei der Equipage zurückbleiben, und das Kommando derselben übernehmen, doch nicht achtend dieser Anordnung hat er, trotz seiner völligen Abspannung, sich aufs Pferd heben lassen, kam schwankend vor Schwäche zur Brigade geritten, und wenige Minuten darauf war er nicht mehr, eine Kanonenkugel traf ihn tödlich.
Abends 8 Uhr kam der Befehl, dass die Division früh vor 4 Uhr aufgesessen und des Einrückens in die Schlachtlinie gewärtig sein sollte. Um 2 Uhr war daher alles bereits geschäftig, und bald blinkte die lange Reihe der goldenen Helme beim frühen Morgenrot durch das Gebüsch. Kurz darauf erhielt die Division den Befehl zum Abmarsch, welcher rechts stattfand. Mein Regiment hatte die Spitze der Kolonne, und eine bereits vorwärts stehende Kavalleriemasse wurde mir zum Direktionspunkt angegeben.
Hier entwickelte sich die Kavallerie in unabsehbaren Treffenreihen, die Linie der schweren Reiterei bestand aus den schönen polnischen Lancier-Regimentern und rechts neben mir standen die französischen Karabiniers. Sie gewährten einen imposanten Anblick. Gigantische Menschen und Pferde, antike Helme mit roten Büschen und Raupen, Doppelkürasse von gelbem Messingblech; in der Tat man konnte wohl keine schönere auserlesene geharnischte Reiterei sehen.
Eine Stunde blieben wir in dieser Stellung. Ein tausendfaches „Vive l’Empereur“ tönte uns zum öftern von den entfernten Heerhaufen zu und mit jeder Minute glaubten wir, dass auch vor unserer Linie der Kaiser Napoleon als Siegesherold erscheinen würde. Jedoch erwarteten wir ihn vergebens, statt seiner kam ein General-Adjutant, welcher eine Prokla- mation, die heutige Blut- und Siegesarbeit betreffend, an die Truppen überbrachte; das Gewehr wurde aufgenommen, und ihr Inhalt den Mannschaften verdeutscht. Der Kaiser sagte darin: „..dass seine brave Armee heut die große Schlacht schlagen würde, der sie schon lange mit Ungeduld entgegen gesehen hätte, dass die jungen Soldaten eingedenk sein sollten des Schlachtenmutes ihrer älteren Waffenbrüder in den Schlachten von Austerlitz und Friedland, dass die Analen der Geschichte noch nach Jahrhunderten von den Waffentaten der Großen Armee unter Moskaus Mauern sprechen würden, dass der Sieg uns Bedürfnis sei, uns gewiss reiche Winterquartiere und eine sichere Rückkehr ins Vaterland gewähren würde.“
