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Der Vater in Elternzeit, der Sohn acht Monate alt. Klingt nach einem ganz normalen stressigen Alltag. Was kann da schon passieren? Eine ganze Menge, vor allem, wenn der Sprössling fließend spricht und immer nur FIFA zocken will. Ein kurzer humoristischer Einblick in die Elternzeit.
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Seitenzahl: 92
Veröffentlichungsjahr: 2025
Tom Auller
Aus dem Tagebuch eines Vaters
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Vorwort des Autors
Einleitung
Kaffee für alle
Inneres Kind
Maci
Nordish by nature
Größter Duploturm der Welt
Die Mama
Gute Nacht Geschichte
Diese Schmerzen
Im RE666
Liebes Tagebuch
Reflexe
Das kürzeste Kapitel der Welt
Warum?
Windel-Worte - Buch eins – Caffea:
ALF
Karies und Baktus
Klapprad-Papa
Good morning in the morning
Windel-Worte - Buch zwei - Die Sprachen des Vaters
PTBS
Erfolg
Stimme aus dem Off
Good news, bad news
Uroma-Bingo
Anforderungsprofil
Diarium
Windel-Worte - Buch drei - Der Meister der List, der klügste der Kleinen, den man nicht vergisst
Wickeln
Windel-Worte – Buch vier – Handy
Titelbild
Frank
Windel-Worte – Buch vier - Hatschi
Superhero
Pleite
Weitmann
Die Umweltsau!
Der nächste Bitte
Ende
Impressum neobooks
Nachdem mein erstes Buch grandiose neun Leser erreicht hat, ist das Ziel dieses Tagebuches, 18 Leser zu erreichen. Das Ziel sind dann am Ende, nach zirka 29 Büchern, fünf Milliarden Leser. Warum? Lest selbst!
Ein tapferer Vater schreibt in diesem Tagebuch seine Gedanken und sein Leben mit seinem Sohn auf. Sein Sohn ist ein acht Monate altes Baby, das sprechen kann und zudem noch..
"Was machst du da?", wacht Max blitzartig auf und schaut mich forschend an.
"Ich schreibe was.", antworte ich leise.
"Was schreibst du?"
"Ich schreibe ein Tagebuch über unser Leben."
"Lies mal vor, vielleicht ist es so langweilig, dass ich direkt wieder einschlafe...", Max gähnt.
Ich lese vor: "Ein tapferer Vater schreibt in diesem Tagebuch seine Gedanken und sein Leben mit seinem Sohn auf. Sein Sohn ist ein acht Monate altes Baby, das sprechen kann und zudem noch.."
"Stopp, Stopp, Stopp." Max hebt seine Babyhand.
"Ein tapferer Vater? Wer soll denn den Scheiss lesen und warum schreibst du über mich?"
"Ich will das verkaufen und mit dem Buch Geld verdienen! Und wo hast du überhaupt diese Kraftausdrücke her?"
"Du willst mich als Story verkaufen? Wer glaubt denn bitte, dass ein acht Monate altes Baby sprechen kann? Und ist das nicht Kinderarbeit und was ist mit Datenschutz?"
"Ähm. Es soll ja unterhaltsam sein und Kinderarbeit wäre es nur, wenn ich dich zum Schreiben zwingen würde. Und ich glaube für Datenschutz muss man neun Monate als sein!"
"Ich ratz dabei aber wieder ein...ein tapferer Vater..." Max rollt mit dem Augen und ergänzt:
"Und mit dem Datenschutz wäre ich vorsichtig. Ich verklag dich in den Ruin!"
"Und wer soll dann deine Milch bezahlen, wenn du mich verklagst? Und wie bitte willst du vor Gericht? Willst du dann vor aller Welt was sagen? Und, ach ist doch egal! Wie würdest du es denn schreiben?", frage ich interessiert.
"Notiere..." beginnt Max und zieht dabei seine Stimme künstlich noch höher als sie eh schon ist.
"Die Sterne standen gut, als ein prachtvolles Baby geboren wurde. Das war nicht nur besonders schön, sondern auch noch besonders intelligent..."
"Stopp, Stopp, Stopp", unterbreche ich jetzt Max.
"Was?", will er wissen.
"Das ist doch auch komisch!", sage ich.
"Du hast Recht!"
"Was?""Es ist komisch!"
"Ja, ist es."
"Ich meine nicht den Satz. Der ist super und treffend!"
"Hä?""Ich meine: Du bist mein Papa, aber ich bin wunderschön und super intelligent. Wie passt das denn zusammen?"
"Hä?"
"Genau das meine ich!"
"Du bist adoptiert!!!! So, jetzt ist es raus!"
Wir gucken Tagesschau in 100 Sekunden. Max stoppt die Zeit.
"Ich finde, Politiker sollten mal sinnvolle Dinge machen!", sage ich.
"Das ist es. Du bist ein Genie!"
"Danke, das denke ich auch ab und an. Aber was meinst du genau?"
"Du bist auch so einer, der alles besser weiß, oder?"
"Nein, aber manchmal denke ich, sind die Entscheidungen nicht so clever...", rechtfertige ich mich.
"Zum Beispiel?", will Max wissen.
"Zum Beispiel die Idee mit der Maut für Ausländer!", sage ich energisch.
"Ok, ja, das war dumm."
"Und da wünsche ich mir dann sinnvollere Investitionen.", sage ich energisch!
"Was wäre denn sinnvoll?"
"Da muss ich nicht überlegen!", überlege ich und füge an: "Bessere Schulen!"
"Sehr gut!", sagt Max und wird hörbar irnosch: "Mehr Bildung! Mehr Solidarität! Ein sicheres Deutschland. 1500€ Grundeinkommen. Das sind doch alles Phrasen!"
Ich fühle mich herausgefordert.
"Alles besser als die Maut!"
"Das stimmt, aber der Punkt ist doch, dass es nichts gibt, was alle gut finden!", sagt Max."Hmmmm", überlege ich fiebderhaft.
"Geld?", frage ich unsicher.
"Ok, gut, Geld würden alle nehmen, außer die, die moralisch ganz weit weg sind, die würden es dann erst nicht nehmen, um es sich dann doch heimlich überweisen zu lassen!", Max legt seine Stirn in Falten.
"Sarkasmus! Gefällt mir!", entgegne ich.
"Aber mal ganz ehrlich: Was würdest du denn Sinvolles machen, wenn du morgen Bundeskanzler wärest?"
"Puh!", überlege ich erneut.
"Ich habe eigentlich gar keinen Bock von allen gehasst zu werden.", blocke ich die Frage ab.
Max verfeinert seine Frage:
"Kann ich verstehen. Also, angenommen, Politik wäre ein angesehner Beruf und Staatschef wäre sowas wie ein geliebter und geachteter König, was würdest du dann umsetzen?"
"Gute Frage..."
Ich überlege und gehe dabei gedankenverloren durch den Raum. Eher zufällig gehe ich zum Fenster und schaue raus. Dabei spüre ich, dass der Heizkörper kalt ist.
"Ich dachte das olle Ding wurde repariert?", drehe ich mich um und frage Max.
"Mama hat da gestern angerufen, die kommen bald!"
"Mir ist zwar jetzt kalt, aber das bringt mich auf meine königliche Idee. Mir ist kalt und außerdem habe ich intrinsisch schlechte Laune. Dagegen hilft normalerweise Wärme und oder ein Kaffee. Du auch?"
"Ja."
Wir gehen in die Küche und mahlen Kaffee.
"Also, wenn ich Bundeskanzler, äh König, wäre, würde ich ein Fernwärmenetz bauen lassen, durch das Kaffee fließt. So ist es überall ausreichend warm. Die Kaffeevorlauftemperatur betröge um die 85 Grad und jeder kann sich immer und überall den Kaffee frisch zapfen, in jedem Raum, zu jeder Zeit. Man könnte ne kleine Nachtabsenkung auf 75 Grad einbauen, sollte noch schmecken. Der Kaffee zirkuliert dann durch die Stadt und wird immer mal wieder aufbereitet, damit er schmeckt. Im Notfall wird er mit Milch gemischt, dann schmeckt bekanntlich jeder Kaffee. Gleichzeitig würde der Staat dafür Sorge tragen, dass die staatlichen Kaffeefernwärmenetze, abgekürzt KaFeWeNe oder HeizKaf, mit bio-fairtrade Bohnen beheizt werden. Das würde wirklich alle glücklich machen. Zudem würde die ganze Stadt immer nach Kaffee riechen!"
"Finde ich geil. Wirklich sinnvoll. Wahrscheinlich ne hohe Anfangsinvestition und dann später ne super hohe laufende Investition, aber ich will die Idee jetzt nicht direkt schlecht reden."
"Danke", sage ich und fühle mich königlich, auch weil der Kaffee jetzt gleich fertig ist.
"Aber was ist mit Tee?", fragt Max unsicher.
"Über das Problem habe ich auch nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass in einer Demokratie nie alle glücklich sein werden. Da Deutschland aber eine Kaffeetrinker-Nation ist, wird es den Großteil der Bevölkerung glücklich machen und, scheiße, jetzt kling ich ja wie ein Politiker, der eine Entscheidung erklärt, die nicht allen schmeckt."
"Apropos schmeckt, der Kaffee ist fertig.", beendet Max die Diskussion und wir schlurfen zurück ins Wohnzimmer, setzen uns an die kalte Heizung und erwärmen uns an dem Verwöhnaromaduft und freuen uns schon auf den Bau des HeizKaf-Werkes. Wir können es förmlich schon riechen.
"Mein inneres Kind hat Hunger!"
"Dein inneres Kind hat Hunger?"
"Ja, sagt es."
"Wie alt ist bitte dein inneres Kind?"
"So sieben Monate?"
"Sieben?"
"Ja."
"Du bist acht Monate."
"Ja, passt doch."
"Warum hat ein acht Monate altes Baby denn ein inneres Kind das sieben Monate alt ist?"
"Warum nicht?"
"Ich glaube, du suchst du nur einen Sparingspartner, damit du öfter deinen Willen bekommst!"
"Das kränkt mich nicht. Aber mein inneres Kind ist super sauer."
"Aha."
"Ja, es will jetzt Döner!"
"Aha."
"Bekommt es Döner?"
"Du oder dein inneres Kind?"
"Ich esse den, aber mein inneres Kind dankt."
"Nein."
"Warum bist du eigentlich so ein Rabenvater?"
"Raben haben völlig zu Unrecht einen miesen Ruf!"
"Aha.", sagt jetzt Max.
"Ja. Hab´ ich mal gelesen."
"Im Geolino?"
"Ist doch egal!"
"Ich will Döner!!!", quengelt Max.
"Du bekommst jetzt keinen Döner. Das ist nicht gut für deine Verdauung und dann muss ich dir wieder literweise SabSimplex reinschütten, damit du ordentlich Pupsen kannst und von der Nachhut ganz zu schweigen!"
"SabSimplex", sagt Max verliebt.
"Ha!"
"Was?"
"Du bist abhängig!!"
"Bin ich nicht."
"Du bist ein Junkie!"
"Tzzzz."
"Ein SabSimplex Junkie!"
"Quatsch!"
"Ok, dann wird dir der Entzug ja nicht weh tun."
"Türlich nicht."
Ich stehe auf, hole das Zeug und trinke alles in einem Zug aus. Es schmeckt nach Himbeeren.
"Ahhhhhh! Du Scheusal! Rabenvater! Ikonoklast!", schreit Max auf einmal, "Ich will dich umbringen!!!!"
Zum Glück ist Max am anderen Ende des Tisches in seinem Stuhl und kann seine Drohung nicht in die Tat umsetzen. Dann beginnt er zu zittern. Ich beschwichtige ihn.
"Keine Sorge. Das war die leere Flasche, habe sie mit Wasser aufgefüllt. Wir haben noch was!"
"Puh." Max beruhigt sich schlagartig wieder.
"Wie es aussieht, bin ich doch abhängig.", sagt er kleinlaut.
"Jeder hat seine Schwächen!", sage ich ruhig.
"Was ist deine Schwäche, Papa?"
"Ich zeig sie dir!"
Ich kitzel Max mit meinem Bart am Nacken und Hals. Er quieckt.
Mama ist noch bei der Arbeit. Ich bin der fürsorgliche Vater. Das mit dem Rabenvater hatten wir ja geklärt. Wir sitzen auf der Couch und essen Chips und gucken MacGyver. Es ist zehn Uhr.
"Bekomm ich ein Taschenmesser?", fragt Max.
"Du kannst, wenn du größer bist, ein Schnitzmesser haben."
"So ein mit einem Holzstiel? So eins, das nicht so scharf ist? Eins für Kinder?", fragt Max begeistert und fröhlich.
"Genau.", sage ich gönnerhaft und lächle.
"Das ist scheiße!", bricht Max´ Fröhlichkeit zusammen.
"Ich will ein echtes Messer. Ich will eine Bombe aus einem Kaugummi bauen oder einen leckenden Tank mit Giftmüll mit Schokolade wieder stopfen!"
"Ich hab´ mal gelesen, dass das von Angus alles gar nicht so einfach umzusetzen ist...", versuche ich belesen zu klingen.
"Wer ist Angus?", will Max wissen.
"Das ist der Vorname von MacGyver."
"Ok, Stopp!", sagt Max scharf.
"Was?"
"Erstens: "Ich hab´ mal gelesen", Max verzieht sein Gesicht zu einer Grimasse, "klingt immer total überzogen und arrogant."
"Tzzz.", ich lasse Luft durch meine Zähne entweichen.
"Und zweitens: Warum verrätst du mir, dass er Angus heißt? Das ist ungefähr so, als würde ich verraten, dass der Papst am Ende von ´Konklave`..."
"Untersteh dich!", herrsche ich Max an.
"Und drittens: Hör auf, immer Luft durch deine Zähne zu ziehen, das ist unfair!"
"Warum? Weil du noch nicht so viele Zähne hast?"
"Genau."
"Tzzz.", antworte ich und pfeiffe ´oh du Fröhliche´.
"Ich kann auch was!", sagt Max stolz.
"Was denn?"
"Ich kann machen, das Luft stinkt!"
Max wird rot. Ich weiß, was mir blüht.
"Wollen wir zum Bäcker?", frage ich Max.
"Ne."
"Warum nicht?"
"Hast du mal raus geguckt?"
Ich öffne die Gardinen und schaue raus.
"Ich weiß nicht was du meinst.", sage ich.
Max kommt angedackelt und klettert auf seinen Kletterturm. Er schaut raus und dann mich an. Dann wieder raus und wieder mich an. Dann wieder raus und dann wieder mich an. Er sucht Blickkontakt.
