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Harmonisch der Atem zwischen uns / lustgerippt die Finger auf dem Körper / TAUMEL DER LEICHTIGKEIT / Traumverwirrungen der Wahrheiten währenddessen der Wind Mandoline spielt / ins Unermessliche aufsteigen in die Zerklüftungen des Geists
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Seitenzahl: 26
Veröffentlichungsjahr: 2026
I Wir sehen uns und können nicht aufhören uns zu sehen Algentraum des Atems Liebesgedichte
II Ruhe deine müden Füsse auf meinem Leib aus Das Unsichtbare im Baum Diaphanie
III In den Intervallen der Täuschung Liebe handinhand mit Schönheit Assoziationen
IV Tanzschritte der Liebe und des Nichts Endlich heimfinden in dein Lächeln Propositionen
V Le mérou Der Zackenbarsch
Wir sehen uns und können nicht aufhören uns zu sehen
Algentraum des Atems
Liebesgedichte
ÜBER DIE FINGER
GLÜHT DIE SONNE
MUSKATWEIN
TRINKEN
IN LUFTWURZELN
DIE WELT BETRACHTEN
Dein Lächeln kommt von weit
deine hellbraunen Haare
wellen auf die Schultern
die saphirblauen Augen singen
dein schlanker Körper
biegt sich im Nachtwind
dein Schritt wankt
wir sehen uns und können
nicht aufhören uns zu sehen
•
Deine Stimme verschwebt in mir
unsere Finger verweben sich
bei den tanzenden Wellen
des Sees
da vergisst Zeit
Zeit zu sein
beim Wein im Kuss
– ich werde dich nie vergessen
•
Milchstrassenweiss dein Körper
ein Algentanz dein Atem
deine nackten Beine wie Farne
deine Lippen Gesang
kein Vogelruf mehr nachts
nur das Blut ruft
in zuneigender Lust
•
Körperhärchen wie Notenfähnchen
klingend im Morgenwind
du lachst geheimnisvoll
– wir beten uns an
•
«Meine Augen entdecken dich
nackt
und bedecken dich
mit einem warmen Regen
von Blicken»
(Aus: «Das fünfarmige Delta»)
Octavio Paz
In der Ohrmuschel versteckt sich
ein Fisch
über deine Finger glüht die Sonne
– da schweige ich
beglückt
bleib noch eine Stunde bei mir
sie ist Ewigkeit genug
•
Sterne Fische Sandkörner
zählen
dieses Wagnis
gehe ich ernsthaft
mit dir ein
•
Auf dem Schiefertischchen
dein Brief
eine verrusste Pfeife
ein ungeöffnetes Buch
beim Rotwein –
die alte Standuhr ist überfordert
die Stunden zu zählen
•
Leicht wie das Universum
deine heisse schlanke Hand
in Luftwurzeln
die Welt betrachten
mit Winden sprechen
– auf dein Schweigen hinhören
•
Philipp Tiedtke
dem lieben jungen Freund
herzlich gewidmet
vom alten Zackenbarsch
Ich träume deinen Traum
– in den Fernen
bleiben wir
füreinander
erreichbar
in dunkler Stunde
zwei drei Tanzschritte
voneinander entfernt
•
Ein Cello verirrte sich irgendwo
– komm suchen wir es
du wirst es finden
mit dem Violinschlüssel der Liebe
singt der Vogel
– hätte das doch Dauer!
•
Amöben Engel Basilisken
tanzen in der verlornen Stunde
wir sitzen lächelnd am See
•
Wenn die Nacht die Sonne überflutet
Muskatwein trinken
wach bleiben für alles
was noch kommt
•
Auge in Auge versunken
mit der Sumpfdotterblume
– – über die Lippen
huscht Unsagbares – –
der Vogel im Gezweig
sieht uns an
schweigt
•
Milchstrassen schlängeln sich
wie unbekannte Fibrillen
in den Adern
ein Käfer irrt durchs Laub
der Seedrache erkundet das Meer
– wir küssen uns
•
Mit Zugvögeln
unbekannte Länder
in mir
überfliegen
niemals
kann ich aufhören
dich zu sehen
in den unbekannten Ländern
in dir
WIR ENTDECKEN UNS
•
Deine prachtkärpflingblauen Augen
ruhen auf mir in meiner Unruhe
– – verstörende Gezeiten
der Lust des Geists – –
nördlich des Skorpions
blendet Arae
in Lichttraumrissen
die Goldtaubnessel
lacht
wir beten uns an
in den schluchtdunklen Äonenstunden
•
«Gib sie mir wieder,
die Botschaft der Drosseln!»
Jorge Carrera Andrade
Der Flammenkopf fliegt
