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Der Westen Australiens lag bislang etwas abseits auf der touristischen Landkarte Australiens. Das lag nicht nur an der isolierten Lage, sondern auch an den hohen Preisen. Doch jetzt hat der abgekühlte Bergbau-Boom die Preise wieder normalisiert, gibt es erste Nonstop-Verbindungen in die Hauptstadt des Bundesstaats Western Australia und haben gelockerte Alkoholgesetze eine lebendige Restaurant- und Kneipenszene in Perth entstehen lassen. Doch auch an der Coral Coast, im Nordwesten und Südwesten, selbst im Outback der Goldfields tut sich einiges. Dieses Buch stellt 50 Inseln und Berge, Nationalparks und Städte, Wanderziele und Erlebnisse vor, die keine Mainstream-Ziele sind, sondern Perlen für Individualisten: kleine Juwele, typisch, authentisch und garantiert abseits ausgetretener Pfade. Darunter sind echte Geheimtipps, die nur die locals kennen, Projekte von Aussteigern und Angebote von indigenen Führern. Lernen Sie mit unseren Tipps bei Ihrem Walkabout das echte, unverfälschte Western Australia kennen!
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Seitenzahl: 172
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Hilke Maunder
AUSTRALIEN
Der Westen
IMPRESSUM
AUSTRALIEN – Der Westen
50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade
Hilke Maunder
© 2. Auflage 2026 360° medien
Nachtigallenweg 1 | 40822 Mettmann
[email protected] | 360grad-medien.de
Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags und der Autoren unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Über setzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.
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Redaktion und Lektorat: 360° medien
Satz und Layout: Elke Gräfe
Gedruckt und gebunden:
LUC GmbH I Hansaring 118 I 48268 Greven I luc-medienhaus.de
Bildnachweis: siehe Seite 248Sicherheitshinweis: siehe Seite 248
ISBN: 978-3-96855-734-2
Hergestellt in Deutschland
360grad-medien.de
Hilke Maunder
AUSTRALIEN
Der Westen
Go West! Nirgendwo geht es so australisch zu wie im unbekanntesten Bundesstaat des Fünften Kontinents. Das weite, wilde Western Australia ist bis heute ein Land der Pioniere. Gold, Eisenerz, Diamanten und andere Bodenschätze haben seine Hauptstadt Perth zur Heimat der Millionäre gemacht. Reich, aber langweilig, war daher lange das Image der westaustralischen Kapitale. Doch seit der Jahrtausendwende haben Bagger und Kreative die Metropole am Swan River wach geküsst. Kleine Läden, neue Bars, Cafés und Boutiquen – etwa in Northbridge oder entlang der William Street – ziehen ein junges, kreatives Publikum an. Besonders beliebt sind die Uferpromenaden am Elizabeth Quay, die mit moderner Architektur, Kunstinstallationen und Events aufwarten. Auch die Street-Art-Szene wächst rasant: Bunte Murals prägen das Bild von Vierteln wie Mount Lawley oder Leederville. Der Hafen von Perth wurde 1987 für den America’s Cup aufpoliert. Perfekt restauriert, inspiriert das koloniale Flair von Fremantle die Kreativen. Ob bei MANY 2.0, im Kidogo Arthouse oder bei moore & moore: Die Vibes von Freo sind legendär. Auch der„Cappuccino Strip“ mit seinen Cafés der South Terrace und die Fremantle Markets sind längst keine Geheimtipps mehr.
Solche finden Sie in diesem Band. Und in der unendlichen Weite des Landes. Denn weit und einsam ist Western Australia. Von den drei Millionen Menschen im Bundesstaat leben 2,2 Millionen im Großraum Perth, knapp eine Million in den Urbanisationen entlang der Küste und den Bergbauzentren des Hinterlandes. Das restliche Land ist – leer. Selbst an touristischen Hotspots wie dem Weltnatur- und Kulturerbe Shark Bay, wo in Monkey Mia jeden Morgen die Delfine an den Strand kommen, steckt der Massentourismus noch in den Kinderschuhen, sehen zur Hauptreisezeit vielleicht 100 Gäste statt sonst 30 Menschen der Vorstellung und Fütterung der halbwilden Meeressäuger zu.
Und auch in den Pinnacles, wo Galahs von Kalksteinsäulen auf Sie herabblicken, zwischen den Bienenkorbbergen der Bungle Bungle Range oder an den 21 Stadtstränden von Perth gibt es zwar Tourismus, hält sich der Trubel aber noch in Grenzen. So bergen auch die Mainstream-Ziele von Western Australia noch Geheimtipp-Potenzial und Ecken, die nur Insider kennen und lieben.
Viele der neuen Parks und Schutzgebiete werden heute in Partnerschaft mit den Traditional Owners, den Aborigines der jeweiligen Region, gemanagt. Das eröffnet nicht nur neue Perspektiven für den Naturschutz, sondern ermöglicht Besuchern, das Land und seine Geschichten durch indigene Führungen und kulturelle Aktivitäten authentisch zu erleben.
Entdecken Sie Western Australia mit eigenen Augen. Lassen Sie sich überraschen, in Gegenden entführen, die in keinem Reiseführer stehen, von unseren Infos und Impressionen inspirieren. Finden Sie mit unseren 50 Geheimtipps authentische Juwele, manchmal sogar mitten in bekannten Attraktionen. Packen Sie Sonnenmilch und Insektenschutz, Proviant und Wasser ein und ziehen Sie los. Treffen Sie Pioniere: Aborigine-Guides, die das indigene Erbe hautnah vermitteln, Künstler und Kreative, ehrenamtliche Natur-Ranger und Auswanderer aus Deutschland, die in Western Australia ein neues Leben begonnen haben. Werden Sie Pionier – dann sind Sie schon fast schon ein Local. Viel Spaß beim Walkabout in Western Australia mit diesen Tipps!
Hilke Maunder
WILLKOMMEN IN WESTERN AUSTRALIA
TOP TEN DER SEHENSWÜRDIGKEITEN
KURIOSES & BESONDERHEITEN
BROOME UND KIMBERLEY
1.Buccaneer Archipelago: die Robinson-Inseln
2.Horizontal Falls: waagerechte Wasserfälle
3.Kooljaman (Cape Leveque): unterwegs mit den Bardi
4.Rowley Shoals Marine Park: Ab ins Aquarium!
5.Broome: Australiens Jurassic Park
6.Halls Creek: Was die China Wall verriet ...
7.Dimalurru (Tunnel Creek): auf den Spuren von Jandamarra
8.Bungle Bungle Range: wandern zwischen Bienenkörben
9.Eighty Mile Beach: die Treppe zum Mond
10.Imintji: Camping bei den Ureinwohnern
PORT HEDLAND UND PILBARA
11. Hearson’s Cove: Paradebucht zum Wattwandern
12.Karijini National Park: die Canyoning-Schluchten
13.Punurrunha (Mount Bruce): Gipfeltour für Profis
14.Cheela Plains Station: Farmstay bei Robin
15.Mackerel Islands: die Angler-Inseln
16.Horrocks: mit dem Seil auf die Düne
17.Onslow: Berge aus Speichel und Salz
18.Cossack: die Geisterstadt
19.Burringurrah (Mount Augustus): der größte Monolith der Welt
20.Ngarrari (Millstream Chichester) National Park: Oase in der Wüste
CARNARVON UND CORAL COAST
21.Ningaloo Reef: tauchen mit dem Walhai
22.Cape Range National Park: Wo die Meeresschildkröten ihre Eier ablegen
23.Wirruwana (Dirk Hartog Island): Westaustraliens größte Insel
24.Francois Peron National Park: Australien in den Farben der Trikolore
25.Abrolhos Islands: Bitte abtauchen!
26.Green Head: schwimmen mit Seelöwen
RUND UM PERTH
27.Lancelin: Sandboarding auf der Wanderdüne
28.Wedge Island: die Hippie-Enklave
29.Wadjemup (Rottnest Island): Hallo, Quokka!
30.Heirisson Island: die City-Kängurus
31.Scarborough Beach: besser surfen an der Sunset Coast
32.Fringe World Festival: das Megafest der Kultur
33.Fremantle: off the beaten track
KALGOORLIE-BOULDER UND GOLDEN OUTBACK
34.Kalgoorlie: Gold!
35.Lake Ballard: Skulpturen im Salzsee
36.Gwalia: die Geisterstadt
37.Norseman: der längste Golfplatz der Welt
MARGARET RIVER UND DER SÜDWESTEN
38.Cape to Cape Track: Traumtour an der wilden Küste
39.Yallingup: der Gugelhupf-Mann
40.Smiths Beach: der Strand für Genießer
41.Caves Road: Wunderwelt der Höhlen
42.Boranup Karri Forest: der gigantische Märchenwald
43.Busselton Jetty: Korallen unter Schienensträngen
ALBANY UND DIE SÜDKÜSTE
44.Porongurup: himmlische Wege und Weine
45.Albany: die Märkte der Foodies
46.Bremer Bay: die wilde Welt des Bremer Canyon
47.Fitzgerald River National Park: die Homestead der Hamburger
48.Caldyanup (Mount Frankland): durch Tingle-Wald zum Weitblick
49.Esperance: wildes Dünenland und weißeTraumstrände
50.Recherche Archipelago: die Naturwege von Woody Island
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BILDNACHWEIS
Hinweise:
•In den Nationalparks Western Australias werden Gebühren erhoben: 17 AUD pro Fahrzeug mit bis zu zwölf Personen (exploreparks.dbca.wa.gov.au/park-entry-fees). Der Holiday Pass kostet 70 AUD und gilt vier Wochen lang für alle gebührenpflichtige Nationalparks von Western Australia (shop.dbca.wa.gov.au/collections/park-passes/products/holiday-passes)
•Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsneutrale Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform beinhaltet keine Wertung.
Echidna Chasm in den Bungle Bungles
Mit 2,6 Millionen Quadratkilometern bedeckt der Bundesstaat ein Drittel des australischen Kontinents. Zehnmal passt das Vereinigte Königreich hinein, siebenmal Deutschland. Von Norden nach Süden erstreckt sich Western Australia über 2400 Kilometer – so weit wie von Hamburg nach Sizilien. Wer von Albany im tiefsten Südwesten nach Kununurra im Nordosten reisen will, hat 3200 Kilometer vor sich – oder 38 Fahrstunden.
DIE TOP 3-LANGSTRECKEN
•Great Northern Highway: 3195 KilometerMidland – Wyndham: längste Asphaltstraße der Welt!
•Canning Stock Route: 1850 KilometerDie legendäre Viehtrieb-Route von Wiluna nach Halls Creek
•North West Coastal Highway: 1298 Kilometer Geraldton - Port Hedland auf dem Perth-Broome-Drive
Diese immense Fläche birgt spektakuläre Gegensätze. Im tropischen Norden beschert der Monsun der Kimberley-Region sintflutartige Regenfälle, im Süden herrscht mediterranes Klima, im Zentrum wartet die Great Victoria Desert jahrelang auf Niederschläge. An der Coral Coast erreichen Wassertemperaturen badewannenwarme 28 Grad, am Southern Ocean fröstelt man in den Fluten bei 15 Grad. Die Walhaie des Ningaloo Reef, die Bienenkörbe der Bungle Bungle, die Karri-Bäume der Southern Forest: Jede Region birgt Naturwunder.
Geologisch zählt Western Australia zu den ältesten Landmassen der Erde. Die Jack Hills im Outback bergen Zirkonkristalle, die 4,4 Milliarden Jahre alt sind – fast so alt wie der Planet selbst. Der Yilgarn-Kraton im Zentrum entstand vor drei Milliarden Jahren. Diese uralten Gesteine speichern Bodenschätze in gigantischen Mengen: Eisenerz, Gold, Nickel, Li-thium und seltene Erden.
Perth – die isolierte Metropole
Rund 2,7 Millionen Menschen leben in Western Australia, davon 2,1 Millionen im Großraum Perth – der isoliertesten Millionenstadt der Welt. Adelaide liegt 2100 Kilometer östlich, Darwin 3400 Kilometer nördlich. Seit der Jahrtausendwende verwandelte sich die Stadt: Wolkenkratzer schießen am Swan River empor, neue Viertel und Kulturprojekte entstehen. Perth hat mehr Sonnentage als jede andere australische Großstadt. An den 19 Stadtstränden herrscht von Oktober bis April Badewetter. Der Kings Park gehört zu den größten innerstädtischen Parks weltweit. Fremantle bewahrt viktorianische Architektur, und Rottnest Island mit seinen Quokkas liegt nur eine Fährfahrt entfernt.
Rottnest Island
Regionen voller Kontraste
Die Kimberley im Norden ist Australiens letzte Wildnis mit mehr Salzwasserkrokodilen als Menschen. Zerklüftete Schluchten, endlose Savannen und uralte Felsmalereien prägen das Land. Broome, das Tor zur Kimberley, ist bekannt für Cable Beach und seine Perlenzucht.
Die Pilbara beherbergt die reichsten Eisenerzvorkommen der Welt. Der Karijini National Park bietet spektakuläre Schluchten, während Port Hedland und Karratha als Bergbaustädte boomen.
In der Gascoyne Region liegt das UNESCO-Welterbe Shark Bay, wo Delfine in Monkey Mia täglich an den Strand kommen. Das Ningaloo Reef erstreckt sich 260 Kilometer entlang der Küste, und Carnarvon ist eine grüne Oase zwischen Outback und Meer.
Die Mid West Region ist geprägt von der Pinnacles-Wüste und Weizenfeldern. Geraldton ist das Tor zu den Abrolhos-Inseln, und der Kalbarri National Park beeindruckt mit roten Schluchten.
Östlich von Perth liegt die Wheatbelt Region, die Kornkammer des Bundesstaates, mit endlosen Getreidefeldern und dem Wave Rock bei Hyden.
Karijini-Schlucht
Südlich von Perth erstreckt sich ein beliebtes Wochenendziel der Hauptstädter – die Peel Region mit Mandurah am Peel Inlet, wo Delfine und Pelikane leben.
Die Goldfields-Esperance Region ist vom Goldrausch geprägt. Kalgoorlie-Boulder beherbergt den Super Pit, Australiens größten Tagebau. Esperance an der Südküste hat die weißesten Strände des Kontinents.
Mit seinen Karri-, Jarrah- und Tingle-Wälder und 8000 erfassten Pflanzenarten ist die Great Southern Region das grüne Herz von WA. Nirgendwo in Australien ist die Artenvielfalt größer. Margaret River vereint Weltklasse-Weine, Surfstrände und Tropfsteinhöhlen, Albany war 1826 die erste europäische Siedlung in Western Australia.
Schlaglichter der Geschichte
Aborigines leben seit mindestens 50.000 Jahren hier. Die Noongar, Yamatji und Martu hinterließen Felsmalereien, die zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit zählen. Europäer landeten erstmals 1616 an der Westküste. Der Holländer Dirk Hartog nagelte auf der nach ihm benannten Insel eine Zinnplatte an einen Pfahl. Weitere Entdecker folgten, doch das unwirtliche Land schreckte Siedler ab. Erst 1826 gründete die britische Krone in Albany eine Garnison – aus Angst vor französischen Gebietsansprüchen.
Perth entstand 1829 als Swan River Colony. Anders als die Ostküste blieb der Westen lange ohne Sträflinge. Doch der massive Arbeitskräftemangel zwang die Kolonisten 1850 zum Umdenken. Bis 1868 trafen 9668 Convicts ein – sie bauten Straßen, Häfen und das Fremantle Prison.
Der Goldrausch der 1890er-Jahre veränderte alles. Coolgardie, Kalgoorlie, Gwalia – überall schossen Goldgräberstädte aus dem Boden. Die Bevölkerung explodierte. Perth erhielt Eisenbahnanschluss, elektrisches Licht, Wasserversorgung. Charles Yelverton O'Connor konstruierte eine 560 Kilometer lange Pipeline von Mundaring nach Kalgoorlie – damals eine ingenieurstechnische Meisterleistung.
1901 schloss sich Western Australia widerstrebend dem Commonwealth of Australia an. Die Isolation blieb: 1933 stimmten 68 Prozent der Westaustralier für die Abspaltung vom Rest Australiens. Canberra ignorierte das Votum.
Bodenschätze sichern bis heute den Wohlstand. Eisenerz, Gold, Erdgas – Western Australia beliefert die Welt. Der Bergbau trägt über 90 Prozent zu den Exporten bei. Doch auch Tourismus, Landwirtschaft und erneuerbare Energien gewinnen an Bedeutung.
Zwischen Tradition und Zukunft
Western Australia bleibt ein Land der Pioniere. Die Distanzen erzwingen Selbstständigkeit, das Klima fordert Anpassung. Gleichzeitig wird der Bundesstaat zum Labor der Zukunft: autonome Bergbautechnik, virtuelle Solarkraftwerke, Wasserstoffproduktion. Perth zählt zu den lebenswertesten Städten der Welt.
Die Versöhnung mit den Ureinwohnern bleibt eine Herausforderung. 2023 scheiterte ein Referendum für indigene Mitsprache in der Verfassung – in Western Australia stimmten 63 Prozent dagegen. Der Weg zur Anerkennung ist lang.
Wer Western Australia bereist, entdeckt ein Land der Superlative: die ältesten Gesteine, die einsamsten Straßen, die wildesten Küsten. Ein Bundesstaat so groß wie Westeuropa, bewohnt von der Einwohnerzahl Hamburgs. Freier Atem, Horizonte ohne Ende: Entdecken Sie Western Australien!
DER SEHENSWÜRDIGKEITEN IN WESTERN AUSTRALIA
1Perth und Swan Valley: Die Hauptstadt Western Australias verbindet urbanes Leben mit spektakulärer Natur. Am Ufer des Swan River pulsiert in Perth das kulturelle Herz des Bundesstaates. Das Perth Cultural Centre vereint die Art Gallery of Western Australia, das Western Australian Museum und die State Library. An Elizabeth Quay locken die Bars und Café der Uferpromenade mit weiten Ausblicken über den Swan River. An der nahen Barrack Street Jetty Ausflugsfahrten nach Fremantle und Rottnest Island. Im 400 Hektar großen Kings Park stellen Nature Guides die exotische Flora und Fauna Westaustraliens vor, und mehrere Aussichtspunkte eröffnen atemberaubende Stadtblicke. Im Swan Valley reihen sich Weingüter, Brauereien und Schokoladenmanufakturen aneinander. Das „Schwanental“ zählt zu Australiens ältesten Weinanbaugebieten und liegt nur 25 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. visitperth.com
2Fremantle: Der historische Hafenvorort von Perth hat sein viktorianisches Erbe bewahrt. Die Gebäude stammen größtenteils aus den 1890er-Jahren, als die Stadt durch den Goldboom Westaustraliens florierte. Reich verzierte Giebel, hohe Fenster, Balkone und kunstvolle Verzierungen wie Säulen, Pilaster, Gesimse und Uhrtürme schmücken die Kalksteinbauten. Das Fremantle Prison war von 1855 bis 1991 in Betrieb – heute UNESCO-Welterbe mit Gefängniszellen und Tunneln. Das Western Australian Maritime Museum zeigt das Wrack der Batavia von 1629. Am Cappuccino Strip reihen sich Straßencafés aneinander. Die Fremantle Markets locken seit 1897 mit regionalen Produkten. In den ehemaligen Lagerhallen haben Künstler ihre Ateliers eingerichtet. Little Creatures braut Craft Beer in einer umgebauten Fabrikhalle. Bei Sonnenuntergang treffen sich Einheimische am Bathers Beach. visitfremantle.com.au
3Wave Rock: Die 15 Meter hohe und 110 Meter breite Granitwelle sieht aus, als würde sie jeden Moment über dem Betrachter zusammenbrechen. Verwitterung und chemische Prozesse formten den Felsen über 2,7 Milliarden Jahre. Eisenhydroxid und Carbonat färbten vertikale Streifen in Rot, Ocker und Grau in den Stein. Bereits die Aborigines nutzten den Felsen als Schutz. Ihre Handabdrücke zieren noch heute die Nordseite. Der benachbarte Hippo's Yawn erinnert an ein gähnendes Flusspferd. Mulka's Cave birgt hunderte indigene Felszeichnungen. waverock.com.au
4Margaret River Region: Weltklasse-Weine, spektakuläre Höhlen und wilde Surfstrände prägen die Region. Landein produzieren mehr als 200 Weingüter preisgekrönte Tropfen. Auch unter der Erde lagern Juwelen: Die Caves Road verbindet mehr als 150 Tropfsteinhöhlen. In der Jewel Cave hängt der längste Strohstalaktit der südlichen Hemisphäre von der Decke. Lake Cave spiegelt ihre Formationen im unterirdischen See. Mammoth Cave birgt Fossilien ausgestorbener Beuteltiere. An der Küste brechen sich meterhohe Wellen. Surfers Point und Main Break ziehen Wellenreiter aus aller Welt an – die surfenden Köche der Region sind weltberühmt! Wanderer führt der Cape to Cape Track 135 Kilometer entlang wilder Klippen und einsamer Buchten.margaretriver.com
5Valley of the Giants: Zwischen Denmark und Walpole recken sich die höchsten Bäume des australischen Südwestens in den Himmel. Der Tree Top Walk führt in 40 Meter Höhe durch die Baumkronen uralter Tingle Trees. Die 600 Meter lange Stahlkonstruktion schwingt sanft im Wind. Darunter recken sich Eucalyptus jacksonii bis zu 80 Meter in die Höhe. Die Baumriesen wachsen nur in einem schmalen Küstenstreifen bei Walpole. Ihr Stammdurchmesser erreicht 16 Meter. Der Ancient Empire Walk am Boden führt zwischen den mächtigen Stämmen hindurch. Viele Veteranen sind über 400 Jahre alt. Farne bilden einen dichten Unterwuchs. An der Rinde schält sich die Borke in langen Streifen ab. valleyofthegiants.com.au
6Die Pinnacles: Tausende kalkgelbe Steinsäulen ragen bis zu vier Meter hoch aus dem goldgelben Sand der Wüste. Die Pinnacles im Nambung National Park entstanden vor 25.000 bis 30.000 Jahren. Regenwasser löste Kalk aus Muschelschalen und zementierte ihn zu Säulen. Wind und Erosion legten die bizarren Gebilde frei, und graue Riesenkängurus hüpfen zwischen den Steinskulpturen umher. Ein vier Kilometer langer Scenic Drive erschließt das surreale Säulenfeld. Bei Sonnenauf- und -untergang leuchten die Formationen in intensivem Orange und Rot – die schönste Zeit für den Besuch des Nambung National Park. exploreparks.dbca.wa.gov.au/site/pinnacles-desert-lookout-and-drive
7Shark Bay: Die riesige Bucht ist UNESCO-Welterbe und beherbergt einzigartige Naturphänomene. Im Francois Peron National Park leuchten rote Klippen über türkisfarbenem Wasser. In Monkey Mia kommen wilde Delfine täglich zum Strand und lassen sich füttern. Hamelin Pool birgt die ältesten lebenden Organismen der Erde: 3000 Jahre alte Stromatolithen. Shell Beach erstreckt sich über 70 Kilometer – der Strand besteht ausschließlich aus winzigen weißen Muscheln, stellenweise zehn Meter tief. Die Bucht beheimatet 10.000 Dugongs, ein Drittel der Weltpopulation – eine Begegnung mit mit ihnen beim Tauchen, Schnorcheln oder auf einem Wildlife Cruise ist ein unvergessliches Erlebnis! sharkbay.org
8Karijini National Park: Australiens zweitgrößter Nationalpark schützt eine der spektakulärsten Schluchtenlandschaften des Kontinents. Bis zu 100 Meter tiefe Spalten durchziehen die Hamersley Range. Felsige Pfade führen durch die Dales Gorge, Hancock Gorge und Weano Gorge. Wasserfälle stürzen in kristallklare Pools. Die beeindruckenden Fortescue Falls laden zum Baden ein. Felsen in intensivem Rot, Orange und Ocker säumen die Schluchten. Im Visitor Centre erklären Displays die 2,5 Milliarden Jahre alte Geologie. Mount Bruce ragt 1235 Meter auf – der zweithöchste Gipfel Western Australias.
exploreparks.dbca.wa.gov.au/park/karijini-national-park
9Ningaloo Reef: Das 260 Kilometer lange Korallenriff im Cape Range National Park ist Australiens größtes Saumriff und UNESCO-Weltnaturerbe. Anders als das Great Barrier Reef liegt Ningaloo stellenweise nur 100 Meter vom Strand entfernt. Von März bis Juli ziehen Walhaie durch das kristallklare Wasser – nirgendwo sonst lassen sich die sanften Giganten so zuverlässig beobachten. 250 Korallenarten und 500 Fischspezies bevölkern das Riff. Mantarochen gleiten durch die Fluten, Buckelwale ziehen von Juni bis November ihre Bahnen. Meeresschildkröten legen am Jurabi Beach ihre Eier ab. Dugongs grasen auf den Seegraswiesen. Paradiesisch!
exploreparks.dbca.wa.gov.au/park/ningaloo-marine-park
exploreparks.dbca.wa.gov.au/park/cape-range-national-park
10Kimberley: Die entlegene Wildnis im äußersten Norden, die dreimal so groß wie England ist, zählt zu den letzten unberührten Regionen der Erde. Die Gibb River Road durchquert als Allradpiste 660 Kilometer lang diese atemberaubende Wildnis Die Bungle Bungle Range türmt bienenkorbartige Sandsteinkuppeln auf. Die Horizontal Falls entstehen durch extreme Gezeiten in schmalen Felsspalten. Mitchell Falls stürzen vierstufig 80 Meter in die Tiefe. In der Windjana Gorge spiegeln sich Felswände im Lennard River. Salzwasserkrokodile sonnen sich am Ufer.
australia.com/de-de/places/broome-and-surrounds/guide-to-the-kimberley.html
IN WESTERN AUSTRALIA
Virtuelles Solar-Kraftwerk: Perth ist Australiens Energie-Pionier. Das „Project Symphony" orchestriert hier seit 2019 die Solarenergie von tausenden privaten Dächern zu einem virtuellen Kraftwerk. Western Power, Synergy und AEMO bündeln dabei die dezentrale Stromerzeugung und speisen sie koordiniert ins Netz ein. Bereits 2023 lieferten die vernetzten Haushalte zusammen mehr Leistung als manches Kohlekraftwerk. Batteriespeicher stabilisieren das Netz bei Bedarfsspitzen. Die Technologie macht Western Australia zum Vorreiter der Energiewende. An sonnigen Tagen erzeugt der Bundesstaat zeitweise mehr als 70 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen.
westernpower.com.au/resources-education/network-improvements/pilots--trials/project-symphony-pilot
Himmelsstürmer im Karri-Wald: Der Dave Evans Bicentennial Tree im Warren National Park bei Pemberton fordert Schwindelfreiheit. Als Spirale winden sich 165 Metallstifte insgesamt 65 Meter den Stamm des Karri-Baums empor. Oben angekommen, eröffnet die Aussichtsplattform Panoramablicke über die endlosen Wälder der Southern Forests. Ursprünglich diente der 1988 zum 200. Jahrestag Australiens eröffnete Baum der Feuerüberwachung. Nur drei von ursprünglich acht Feuerwachtürmen in Karri-Bäumen sind noch zugänglich. Der Gloucester Tree in 61 Meter Höhe und der Diamond Tree mit 51 Metern bieten weniger extreme Alternativen. exploreparks.dbca.wa.gov.au/site/dave-evans-bicentennial-tree
Autonome Giganten der Pilbara: In den Eisenerzminen der Pilbara fahren die größten Roboter der Welt. Rio Tinto steuert seit 2008 fahrerlose Lkw und Züge von Perth aus – 1500 Kilometer entfernt. Die 400 Tonnen schweren Caterpillar-Kipper navigieren mit Zentimeter-Genauigkeit durch die Tagebaue. Autonome Züge transportieren das Erz zur Küste, manche mehr als 200 Waggons lang. Die Technologie steigert Effizienz und Sicherheit. Western Australia exportiert die Innovationen weltweit. BHP und Fortescue Metals setzen ebenfalls auf autonome Flotten. Die Pilbara gilt als Testlabor für die Bergbauindustrie der Zukunft.
riotinto.com/en/news/stories/look-inside-future-mine
Termiten-Umzug: In den Savannen der Kimberley ragen meterhohe Kompassnadeln aus roter Erde. Dort errichten Termiten ihre Bauten präzise in Nord-Süd-Ausrichtung – und magnetisch. Die flachen Flanken fangen morgens und abends Sonnenwärme ein, die schmalen Seiten bleiben mittags kühl. Im Inneren herrschen konstant 30 Grad Celsius – perfekt für die Pilzzucht der Insekten. Die Türme funktionieren wie natürliche Klimaanlagen mit ausgeklügelten Luftschächten. 158 dieser Wunderbauten der Natur wurden bei Onslow ab 2019 fast sieben Jahren lang behutsam umgesetzt. Das abgelegene, von Spinifexgras und Termitenhügeln geprägte Gebiet im Nordwesten Westaustraliens hat aufgrund seiner Nähe zu den riesigen Mineralvorkommen und Offshore-Öl- und Gasreserven eine rasante Industrialisierung erlebt. Während des Baus der riesigen Gasaufbereitungsanlage von Chevron, zwölf Kilometer von der kleinen Stadt Onslow entfernt, wurden etwas mehr als 30.000 Tiere aus dem 1000 Hektar großen Gebiet an der Spitze des Exmouth Gulf gerettet.
Der Bunyip und andere Geister:
