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Beschreibung

Neue Lebensenergie mit der indischen Heilkunst

Ayurveda – die jahrhundertealte Heilkunde vereint eine Vielfalt an Behandlungsmethoden: von Aroma- und Farbtherapie über Ernährung bis hin zu Meditation und Yoga. Dr. Ernst Schrott und Dr. Wolfgang Schachinger, zwei der bekanntesten Ärzte für Maharishi-Ayurveda in Europa, zeigen in diesem umfassenden Grundlagenwerk ganz praktisch, wie Sie mit der Heilkunst Ihre Gesundheit verbessern können. Denn gerade für den Stress des westlichen Alltags bietet Ayurveda den perfekten Ausgleich.

  • Gezielte Prävention und Therapie: Vedische Methoden bei über 55 Beschwerden wie Herz-Kreislauf-Störungen, Erkältungskrankheiten und Magen-Darm-Problemen 
  • Alltagstauglich: Rezepte, Übungen und Anwendungen – einfach umgesetzt 
  • Umfangreiches Fachwissen: Lernen Sie alles über Doshas, Agni, Gunas, Ojas u.v.m. Praktisch auch als Nachschlagewerk für Anwender in Heilberufen 

Tauchen Sie ein in das reiche Wissen des Ayurveda und erleben Sie ganzheitliches Wohlbefinden!

 

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 586

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Ayurveda

Grundlagen und Anwendungen

Herausgegeben von

Dr. med. Ernst Schrott, Dr. Wolfgang Schachinger

Dr. med. Ernst Schrott, Dr. Wolfgang Schachinger, Dr. med. Ulrich Bauhofer, Dr. Mathias Kossatz, Prof. Dr. Martin Mittwede, Dr. med. Annette Müller-Leisgang, Dr. phil. Karin Pirc, Christian Schweizer

4. Auflage 2022

145 Abbildungen

Liebe Leserin, lieber Leser,wenn es um die eigene Gesundheit geht, darf man nichts dem Zufall überlassen. „Für eine bessere Medizin und mehr Gesundheit im Leben“: So lautet das Qualitätsversprechen der Marke Thieme. Ärztlich Tätige, Pflegekräfte, Physiotherapeuten oder Hebammen – sie alle verlassen sich darauf, dass sie von Thieme, dem führenden Anbieter von medizinischen Fachinformationen und Services, die entscheidenden Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort bekommen. So können sie die Menschen, die sich ihnen anvertrauen, bestmöglich unterstützen. Auch Sie können sich auf die TRIAS Ratgeber mit dem Thieme Qualitätssiegel verlassen! Diese Informationsangebote helfen Ihnen dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn es um Ihre Gesundheit geht, selbst daran mitzuwirken, gesund zu werden, sich gesund zu erhalten oder das Fortschreiten einer Erkrankung zu vermeiden. Mit einem TRIAS Titel aus dem Hause Thieme überlassen Sie Ihre Gesundheit nicht dem Zufall! Ihr TRIAS Team

Grußwort

Vorwort der Herausgeber

Es war im Jahr 1980, also vor 25 Jahren: Ein junger europäischer Arzt erlebt seine erste Begegnung mit einem berühmten Ayurveda-Arzt. Im Rahmen eines Indienaufenthaltes sucht er auf Empfehlung von Freunden die Praxis von Dr. B. D. Triguna auf, der zu dieser Zeit Präsident des All India Ayurveda Congress (Ärztevereinigung mit über 200 000 Mitgliedern) ist und mit seinem Sohn, Dr. Devendra Triguna, ebenfalls Vaidya, eine Praxis in einem Außenbezirk von Delhi betreibt.

Der Eindruck dieser Begegnung war unbeschreiblich. Dauert für einen schulmedizinisch gebildeten Arzt die Durchuntersuchung eines Patienten mehrere Tage, in denen der Patient viele Diagnoseschritte durchlaufen muss, konnte Dr. Triguna nach wenigen Sekunden, in denen er den Puls am Unterarm fühlte, eine absolut treffende Beschreibung der Beschwerden und körperlichen Schwachstellen des Patienten geben und darauf eine Therapie aufbauen. Beeindruckend war vor allem die exakte Erfassung der subjektiven Symptome der Patienten. Der Wunsch, eine derart präzise und schnelle Diagnosetechnik zu erlernen, war nahe liegend.

Das Problem war nur, dass es zu diesem Zeitpunkt praktisch keine deutsch- oder englischsprachige Literatur über Ayurveda-Medizin gab (außer sprachwissenschaftlichen Analysen), und die Ayurveda-Schulen und Universitäten in Indien ausschließlich in lokalen Landessprachen unterrichteten. Es war damals fast unmöglich, sich authentisches und praktisches ayurvedisches Wissen zu verschaffen.

Etwa zum gleichen Zeitpunkt begann ein intensiver Austausch zwischen dem seit Ende der 60er Jahre einer breiten Öffentlichkeit bekannten vedischen Gelehrten Maharishi Mahesh Yogi und den berühmtesten Ayurvedaärzten der damaligen Zeit, zu denen unter anderem auch Dr. B. D. Triguna gehörte.

Der Maharishi arbeitete damals intensiv daran, authentisches Wissen verschiedener Zweige der Vedischen Wissenschaft zu systematisieren, ihre praktische Bedeutung und Anwendbarkeit darzustellen, und sie in Begriffe zu fassen, die unserer westlich-wissenschaftlichen Denkweise verständlich sind.

Einige Jahre später, etwa Mitte der 80er Jahre, organisierte der Maharishi die ersten Seminare in und außerhalb Indiens, in denen westliche Ärzte von ayurvedischen Kapazitäten in die Ayurveda-Medizin eingeführt wurden. Unter seiner Führung wurde der Ayurveda in den ursprünglichen und Jahrtausende alten spirituellen Kontext, eingebettet in die große Reichweite Vedischer Disziplinen, dargestellt. Es war ein großes Privileg, unter den ersten Schulmedizinern zu sein, die auf dieser Plattform systematisch den Ayurveda in Theorie und Praxis erlernen konnten.

Inzwischen wurde Ayurveda ein allgemein bekannter Begriff auch außerhalb Indiens. Den ersten Maharishi-Ayurveda-Zentren, die in den USA und Europa Mitte der 80er Jahre gegründet wurden und von denen aus sich der Ayurveda rasch in der ganzen Welt verbreitete, folgte eine wahre Flut von Anbietern ayurvedischer Therapien und Seminare. Heute bieten alleine im deutschen Sprachraum, der offensichtlich für dieses traditionelle Naturheilverfahren besonders offen ist, mehrere hundert Hotels ayurvedische Anwendungen in ihren Wellness-Abteilungen an.

Gerade diese oberflächliche, aus dem ganzheitlichen Zusammenhang gerissene Präsentation dieser altehrwürdigen ärztlichen Kunst zeigt auch die Gefahren, die mit der raschen Verbreitung des Ayurveda verbunden sind: Mangelhaft geschulte Kräfte ohne medizinischen Hintergrund treten im Namen einer traditionellen ärztlichen Heilkunde auf und tragen dazu bei, dass sie leicht in Misskredit kommt. Aber auch toxische „ayurvedische“ Produkte, die offensichtlich auf Grund von Profitgier oder unsachgemäßer Herstellung in den Handel gebracht wurden, haben den Ruf des Ayurveda ramponiert.

Hinter diesem Handbuch der Ayurveda-Medizin, dessen Beiträge von den Pionieren der Ayurveda-Medizin im deutschen Sprachraum verfasst wurden, stehen über 20 Jahre intensiver Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis dieser Heilkunst vor dem Hintergrund einer westlichen medizinischen Ausbildung und einer praktischen ärztlichen Tätigkeit.

Dieses Buch ist inspiriert vom Maharishi-Ayurveda auf der Grundlage der eigenen praktischen Erfahrung der Autoren mit dieser Heilkunde. Es erhebt nicht den Anspruch, den Maharishi-Ayurveda umfassend und vollständig in all seinen Möglichkeiten, seiner vollen Reichweite und Tiefe darzustellen. Es ist entstanden aus dem Wunsch, für medizinisch vorgebildete Leser den theoretischen Hintergrund seriös und verständlich aufzubereiten. Aber genauso, wie es unmöglich ist, aus einem Handbuch ein Handwerk, ein Musikinstrument oder eine Sportart perfekt zu erlernen, kann man Ayurveda aus diesem Buch (oder aus irgendeinem anderen) praxisgerecht erlernen. Die persönliche Anleitung des erfahrenen Praktikers ist durch nichts zu ersetzen.

Wir sehen dieses Handbuch als ideale Ergänzung zu den Kursen für Berufstätige in medizinischen Heilberufen, die von der Akademie der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda angeboten werden. Die Kombination von praktischem Wissen aus diesen Kursen, aus Hospitationen und aus dem theoretischen Wissen dieses Buches eignet sich vorzüglich, die Vorzüge der Ayurveda-Medizin sehr rasch in die ärztliche Tätigkeit am Patienten zu integrieren.

Im Namen aller Autoren bedanken wir uns bei den Rishis und Maharishis, den großen Sehern und Weisen der Vedischen Tradition, die zu allen Zeiten den Veda geschaut und seine Reinheit aufrecht erhalten haben. Unser besonderer Dank gilt unseren indischen Lehrern, allen voran Dr. Ramanuja Raju, für die präzise Schulung in Theorie und Praxis, und für die vorbildliche, einfühlsame Arbeit mit Patienten, die dieses Wissen erst lebendig und nachvollziehbar gemacht hat.

Unser Dank gilt auch dem Haug Verlag, der mit dem Anliegen, ein medizinisch fundiertes Handbuch der Ayurveda-Medizin zu schaffen, an uns herangetreten ist. Besonders danken wir allen, die für den Haug Verlag an diesem Projekt beteiligt waren: Dr. Elvira Weißmann-Orslowski für Ihre unermüdliche Unterstützung, unseren Lektoren Sabine Seifert und Günter Heimbach für die Geduld und Flexibilität, unserem Grafiker Martin Koch, der in unerschütterlicher Gelassenheit alle Sonderwünsche an Gestaltung erfüllte, und schließlich allen weiteren Mitarbeitern, die oft unsichtbar im Hintergrund wertvolle Arbeit leisteten und zum Gelingen dieses Buches beigetragen haben. Professor Hermann Ammon/Tübingen danken wir herzlich für die Überlassung der Fotos zu Boswellia serrata und seine Forschungen über den indischen Weihrauch.

Regensburg/Ried i. Innkreis

Dr. med. Ernst SchrottDr. med. Wolfgang Schachinger

Vorworte

On behalf of the panel of vaidyas of Maharishi Ayurveda I want to express my congratulations to the authors and editors of this handbook of basic ayurvedic knowledge. The chapters of this handbook were revised by our panel of ayurvedic experts, who found that the currant standards of Maharishi Ayurveda in daily practice are met and expressed in a simple and brilliant way in this paper. It was a fulfilling task for me to be the chief editor of this „Handbook of Ayurveda“.

Since 1985 I have had the privilege to travel around in the world, lecturing on Maharishi Ayurveda and consulting patients according to the principles of Maharishi Ayurveda in all continents. Nowhere in the world could I find such interest in our traditional medical knowledge as in the German speaking countries.

This book meets the urgent need for a comprehensive and practical handbook that could be used by medical practitioners and advanced users of ayurvedic methods in their own language to support their laudable efforts to bring health and happiness to individuals and society in their countries.

We must always remember, that ayurvedic teaching has to be based on personal instruction and not on written information to be complete and reliable. So we recommend this book to be used complementary to the medical training that is offered by the „Akademie der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda“.

All our credits for the revival and worldwide spreading of ayurveda go to His Holiness Maharishi Mahesh Yogiji, who is tireless in inspiring the research and global application of ayurveda in the most complete and original way.

With humble gratitude to Maharishiji, our teachers and our family traditions of ayurvedic knowledge we wish great success to this „Handbook of Ayurveda“.

Dr. med. Ramanuja RajuMedical Director Khosla Maharishi Ayurveda HospitalBlock-B, Pocket-P, Shalimar Bagh West Delhi

I am delighted to have the opportunity to write a foreword for the valuable new publication titled „Handbook of Ayurvedic Medicine“ that is being published outside India. Ayurveda, which has been practised and lived for thousands of years as the natural health system of India, had recently been enjoying increasing popularity across the world, particularly in many Western countires, and especially in Germany where the level of public interest has been truly extraordinary.

Credit for this achievement goes to all those who have participated in it: great experts in Ayurveda from India, Western doctors and scientists, and great scholars of Veda and Vedic Science, most notably His Holiness Maharishi Mahesh Yogi on whose initiative Ayurveda has been re-enlivened and restored in its original completeness, as Maharishi Ayurveda.

This „Handbook of Ayurvedic Medicine“ has great significance for the understanding and further education of doctors and other health professionals. The book details the various facts of Ayurveda, including important cross-connections to other Vedic disciplines. These play an important role in Ayurveda as described in the classical texts, and their incluison is very much in accord with the original spirit of Ayurveda. Among these other disciplines, Maharishi Ayurveda gives special prominence to the Vedic techniques of consciousness such as Transcendental Meditation, which are considered to be of central importance for prevention of illness and promotion of good health, as borne out by extensive scientific researches.

May this book, „Handbook of Ayurvedic Medicine“, be a great success and serve to enrich medical sciences throughout the world.

Dr. B. D. Triguna19-A, Sarai Kale Khan, New Dehli- 1100 14

RAJ VAIDYA – BRAHSPATI DEV TRIGUNAAyurved Maharishi – Vachaspati (D. Lit.)Padma Vibushan Ayurved ChikitsaPresident, Rashtriya Ayurved Vidya-Peeth (Govt. of India)

Zur Aussprache und Schreibweise der Sanskritbegriffe

Sanskrit ist die Sprache, in der die Vedischen Texte verfasst sind. Viele Sanskrit-Begriffe aus der Originalliteratur sind in dieses Buch übernommen worden, da sie als Fachbegriffe gelten, eine eigene Klangwirkung haben und zum Teil schwer übersetzbar sind.

Sanskrit wird üblicherweise in der Devanagari-Schrift geschrieben, die uns jedoch nicht geläufig ist. Die 14 Vokale, 25 Konsonanten, 4 Halbkonsonanten und 4 Zisch-/Hauchlaute werden in ebenso vielen Schriftzeichen geschrie0ben. In der wissenschaftlichen Literatur werden die Devanagari-Schriftzeichen in die 27 lateinischen Buchstaben transskribiert, wobei die fehlenden Lautzeichen und die langen Vokale durch so genannte diakritische Zeichen auf den lateinischen Buchstaben ergänzt werden.

In diesem Buch verwenden wir eine vereinfachte Umschrift in lateinische Buchstaben, in der aus drucktechnischen Gründen auf die Längezeichen auf den Vokalen und auf die weiteren diakritischen Zeichen auf den Konsonanten verzichtet wird.

Die Schrift ist im Wesentlichen eine Lautschrift. Lediglich sind wie im Englischen j als dsch (bhrajaka als bhradschaka), c, ch bzw. chh als tsch (churna als Tschurna), v als w (veda als Weda), sh als sch (shodhana als schodana) und y als j (ayus als ajus) zu sprechen.

Die meisten Sanskrit- Begriffe, v. a. wenn sie eine funktionelle Bedeutung haben oder zum ersten Mal zitiert werden, sind klein und kursiv geschrieben, so z. B. apana, bhuta…, um sie im Text besser hervorzuheben. Wenn Bezeichnungen wie Vata, Rasayana etc. öfter vorkommen, werden sie im Satz und in den Überschriften meist wie deutsche Substantiva groß geschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Titelei

Grußwort

Vorwort der Herausgeber

Vorworte

Einführung in den Ayurveda

Ursprung und Geschichte des Ayurveda

Die zeitlose und universelle Natur von Ayurveda

Rezitation und mündliche Weitergabe diente auch der Bewusstseinsentwicklung

Ayurveda – medizinischer Aspekt des Veda

Ursprung und Entwicklung des Ayurveda

Mythologischer Ursprung

Historischer Ursprung

Zeitphasen der Geschichte des Ayurveda

Von der vedischen Periode bis zur Neuzeit

Einfluss der Upanishaden

Hohes Niveau zur Zeit des Buddhismus

Zwiespältige Entwicklung im Mittelalter

Bestrebungen nach Erneuerung in der Neuzeit

Grundlagen des Ayurveda

Das vedische Weltbild

Mensch, Natur und Kosmos sind eins

Veda – die stille Intelligenz der Natur

Veda – die Grundlage von Mensch und Natur

Ganzheitliche Diagnose und Therapie

Die Doshas – Dreiklang der Persönlichkeit

Die Natur von Vata

Die Natur von Pitta

Die Natur von Kapha

Die Mahabhutas

Die Gunas der Doshas

Die Hauptlokalisationen der Doshas

Vata-, Pitta- und Kapha-Störungen

Körperliche und psychische Zeichen einer Vata-Störung

Körperliche und psychische Zeichen einer Pitta-Störung

Körperliche und psychische Zeichen einer Kapha-Störung

Prakriti – der ayurvedische Konstitutionstyp

Kennzeichen der ayurvedischen Konstitutionstypen

Genetische Konstitution und situationsbedingte Anpassung

Die Subdoshas

Erkennen und Therapieren der Schlüsselstörung

Allgemeine und spezifische Therapie der Subdoshas

Die Subdoshas von Vata

Die Subdoshas von Pitta

Die Subdoshas von Kapha

Die sieben Dhatus

Dhatus sind kosmologische Strukturprinzipien

Verwandlung von Nahrung in Körpergewebe durch 13 Agnis

Bedeutung und Therapie der Dhatus

Malas

Literatur

Bewusstsein – Die Basis des Maharishi-Ayurveda

Prakriti und die drei Doshas

Bewusstsein oder die Intelligenz der Natur

Woraus der Veda gemacht ist

Wie das Atom, so das Universum

Die 40 Aspekte des Veda und der vedischen Literatur

Der Veda oder die vier Samhitas

Die sechs Zweige der vedischen Literatur

Der Veda bildet sich im Körper ab

Pragya aparadh – der Irrtum des Intellekts: die letzte Ursache von Krankheit

Literatur

Diagnostik und Pathogenese

Pramana, die Mittel der Wissensgewinnung

Aptopadesha

Pratyaksha

Anumana

Yukti

Diagnose: Methode und Techniken

Drei diagnostische Prinzipien

Acht Bereiche der Untersuchung

Zehn Modalitäten der Diagnose

Gesundheit und das Entstehen von Krankheit (Pathogenese)

Gesundheit – der natürliche Zustand vollkommenen Gleichgewichts

Pathogenese: sechs Stadien der Krankheitsentstehung

Die Maharishi-Ayurveda-Pulsdiagnose

Das Vorgehen in der täglichen Praxis

Das Vorgehen im Detail

Die Qualitäten des Arztes

Therapieansätze der Vedischen Medizin

Einführung

Ahara – die Ernährungswissenschaft des Maharishi-Ayurveda

Ernährung in Ost und West

Nahrungsmittel als Informationsträger

Gleichgewicht durch den Gegenpol

Rasa – der Geschmack

Gunas – die Eigenschaften der Nahrung

Virya, Vipaka, Prabhava

Sattva, Rajas und Tamas – geistige Doshas in der Nahrung

Zusammenstellung und Zubereitung der Nahrung

Ernährungsregeln für den Alltag

Agni – die individuelle Verdauungskraft

Ama – Toxine stören die Gesundheit

Unverdaute Nahrung

Toxine

Geistiges Ama

Drei Säulen für die Gesundheit von Körper und Geist

Ojas – die Substanz des Bewusstseins

Literatur

Heilpflanzen

Sammlung, Verarbeitung, Herstellung und Klassifizierung ayurvedischer Heilpflanzen

Heilender Klang der Pflanzen

Sammlung und Verarbeitung von Heilpflanzen

Aufwändige Herstellungsprozesse

Einteilung ayurvedischer Heilpflanzen

Rasayanas und Vajikaranas

Darreichungsformen und Einnahmevorschriften

Anupana – Transportmedium

Kombinierte Einnahme

Yoga vahi – Wirkungsverstärker

Reinheit und Unbedenklichkeit ayurvedischer Mittel

Sicherheitskriterien für ayurvedische Präparate

Worauf bei Verordnung und Kauf ayurvedischer Mittel zu achten ist

Bestimmung der Energetik und Wirkrichtung von Heilpflanzen

Rasa – Geschmack

Kombination von Rasas

Gunas – Eigenschaften

Vipaka – der Geschmack nach der Verdauung

Virya – die Wirkkraft

Prabhava – die außergewöhnliche Wirkung

Monografien ausgewählter Heilpflanzen

Withania somnifera – Winterkirsche

Hauptsächliche Inhaltstoffe

Wissenschaftliche Forschung

Fertigprodukte

Rezepturen und Hausmittel

Asparagus racemosus – Indischer Spargel

Hauptsächliche Inhaltstoffe

Wissenschaftliche Forschung

Fertigprodukte

Rezeptur, Hausmittel

Bacopa monieri – Indisches Wassernabelkraut

Hauptsächliche Inhaltstoffe

Wissenschaftliche Forschung

Fertigprodukte

Rezepturen und Hausmittel

Mucuna pruriens – Juckbohne

Hauptsächliche Inhaltstoffe

Wissenschaftliche Forschung

Fertigprodukte

Rezepturen und Hausmittel

Aloe vera – Aloe

Hauptsächliche Inhaltstoffe

Wissenschaftliche Forschung

Fertigprodukte

Rezepturen und Hausmittel

Alpinia galanga – Galgant

Hauptsächliche Inhaltstoffe

Wissenschaftliche Forschung

Fertigprodukte

Rezepturen und Hausmittel

Boswellia serrata – Indischer Weihrauch

Hauptsächliche Inhaltstoffe

Wissenschaftliche Forschung

Fertigprodukte

Rezepturen und Hausmittel

Emblica officinalis – Amlafrucht

Hauptsächliche Inhaltstoffe

Wissenschaftliche Forschung

Fertigprodukte

Rezeptur, Hausmittel

Zingiber officinale – Ingwer

Hauptsächliche Inhaltstoffe

Wissenschaftliche Forschung

Fertigprodukte

Rezepturen und Hausmittel

Curcuma longa – Gelbwurz

Hauptsächliche Inhaltstoffe

Wissenschaftliche Forschung

Fertigprodukte

Rezepturen und Hausmittel

Corallium rubrum – Rote Koralle

Hauptsächliche Inhaltstoffe

Fertigprodukte

Rezepturen und Hausmittel

Piper-longum – Langkornpfeffer

Hauptsächliche Inhaltstoffe

Wissenschaftliche Forschung

Fertigprodukte

Rezepturen, Hausmittel

Aegle-marmelos – Baelfrucht

Hauptsächliche Inhaltstoffe

Wissenschaftliche Forschung

Klinische Studien

Fertigprodukte

Rezepturen und Hausmittel

Azadirachta indica – Niembaum

Hauptsächliche Inhaltstoffe

Wissenschaftliche Forschung

Fertigprodukte

Rezepturen und Hausmittel

Coriandrum sattivum – Koriander

Hauptsächliche Inhaltstoffe

Wissenschaftliche Forschung

Fertigprodukte

Rezepturen und Hausmittel

Therapie über die Sinne

Sinne – Elemente – Doshas

Doshas und Sinne

Sinnesmodalitäten und Subdoshas

Vedische Musik- und Klangtherapien

Ur-Klangtherapie

Vedische Meditation

Vedische Resonanztherapie

Gandharva-Musik

Raga – Tonskalen der vedischen Musik

Wichtige Hinweise für die Anwendung

Frieden im Wohnbereich und darüber hinaus

Anwendungsbeispiele für Gandharva-Musik

Therapie über die Haut

Therapie mit Farben

Psychologie der Farbwahrnehmung

Grundlagen der ayurvedischen Farbtherapie

Die Doshas und ihre Farben

Physiologie der Farbwahrnehmung

Aktivierung der Doshas durch gemischte Farben (Abb. 5)

Ayurvedische Farbtherapie

Therapie über den Geschmack

Aromatherapie

Rasayanas – die ayurvedischen Verjüngungstherapien

Klassische Überlieferungen

Rasayanas stärken Ojas

Heilkräuter-Rasayanas

Wirkung der Rasayana-Therapie optimieren

Ausgewogene Diät

Klare Körperkanäle

Gleichgewicht von Metabolismus und Verdauungskraft

Positive Wirkungen von Rasayanas

Wissenschaftlich bestätigte Wirkungen von Rasayanas

Zunahme von Wohlbefinden

Sättigung freier Sauerstoffradikale

Aktivitätssteigerung von Enzymen

Wissenschaftliche Studien

Schutz vor chemischer Toxizität

Positive Wirkungen bei bösartigen Tumorerkrankungen

Positive Wirkungen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Positive Wirkungen auf Immunlage und Allergien

Positive Wirkungen auf Psyche und Schmerzen

Panchakarma

Ama – Giftstoffe im Körper reichern sich an

Gifte aus der Umwelt

Körpereigene Giftstoffe

Ama reichert sich an

Die Srotas

13 Kategorien von Srotas

Öffnung der Srotas

Der Aufbau einer Panchakarma-Therapie

Purvakarma – die Vorbereitung

Panchakarma – die fünf Behandlungen

Paschatkarma – die Nachbehandlung

Wissenschaftliche Studien

Reduktion von Umweltschadstoffen

Reduktion der Stressbelastung

Verbesserung des Lipidprofils

Transzendentale Meditation (TM)

Hierarchie der Therapien

Meditation in der Vedischen Literatur

Technik der Transzendentalen Meditation

Wissenschaftliche Forschung seit Beginn der 70er-Jahre

Physiologische Veränderungen während der Meditationspraxis

Entdeckung des vierten Hauptbewusstseinszustands

Verbesserungen des geistigen Potenzials

Positive Auswirkungen auf die Gesundheit

Heilung durch die Transzendenz

Mehr als 50 % weniger Kosten für medizinische Behandlungen durch Prävention

Anti-Aging mit TM

Verbesserung der Psyche und des sozialen Verhaltens

Soziologische Verbesserungen

Achara-Rasayanas

Der Körper-Geist im Ayurveda und der modernen Medizin

Verhalten als Rasayana

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Literatur

Dinacharya

Der ayurvedische Tagesablauf zur Vorbeugung eines Dosha-Ungleichgewichts

Ayurvedische Tipps für einen guten Start in den Tag

Anmerkungen

Weiterer Tagesverlauf

Schlaf

Literatur

Ritucharya – Gesund durch die Jahreszeiten

Jahreszeitliche Vorsorgemaßnahmen

Ausleitungstherapie zum Jahreszeitenwechsel

Entschlackungstag

Jahreszeitliche Empfehlungen im Überblick

Körperübungen im Maharishi-Ayurveda: Yoga, Atemübungen, Sport

Yoga

Die Yoga-Sutren des Maharishi Patanjali

Yoga-Asanas entwickeln die Persönlichkeit

Das sollten Sie beachten

Übungszyklus

Atemübung – Pranayama

Sukha Pranayama (Abb. 12)

Der Sonnengruß: Suryanamaskara

Andere Körperübungen – Vyayam

Die Anwendungen des Ayurveda

Vaya Sthapan

Warum altern wir?

Programmtheorien

Verschleißtheorien

Ojas und Altern aus ayurvedischer Sicht

Aufbau des Vaya-Sthapan-Programms

Phase I

Phase II

Phase III

Phase IV

Vorläufige Resultate

Herz-Kreislauf-Risikofaktoren

Hormone

Oxidativer Stress

Immunologie

Physiologie

Subjektives Wohlbefinden und klinische Symptomatik

Neuro-psychologische Ebene

Ausblick

Maharishi-Sthàpatya-Veda – Gebäude mit „kosmischer Kraft“

Grundverständnis

Maharishi-Sthàpatya-Veda

Der Mensch ist kosmisch

Brücke zwischen individuellem und kosmischem Leben

Wissenschaft, Technik und Gesetzmäßigkeiten

Orientierung Vedischer Architektur nach Osten

Richtige Anordnung der Zimmer entsprechend der Vedischen Geometrie

Das Einrichten eines Brahmasthàns – damit wir nie den Bezug zu unserem Selbst verlieren

Auswahl des günstigen Zeitpunktes

Ideale, vedische oder kosmische Proportionen

Betrachten Sie Ihre eigene Wohnsituation

Bauen und Gesundheit

Geordneter Städtebau

Die Veda-Häuser

Erfahrungsberichte von Bewohnern

Kontaktadressen des Beratungsdienstes:

Websites (Zugriff am 22.04.2022):

Jyotish – die Vedische Astrologie in der medizinischen Praxis mit Fallbeispielen

Der Teil im Ganzen – das Ganze in jedem Teil

Charakterisierung einer Person

Diagnose von Krankheiten mit Hilfe von Jyotish

Orientierung des Jyotish an den Fixsternen

Jyotish zur Vorhersage?

Anwendung des Jyotish – Beispiele von Patienten

Beispiel 1: Lehrerin mit Depressionen

Beispiel 2: Intrigen am Arbeitsplatz

Beispiel 3: Unerfüllter Kinderwunsch

Beispiel 4: Späte Mutterschaft

Ausbildung in Jyotish

Adresse

Software für die Erstellung von Horoskopen

Literatur und Softwareprogramme für Vedische Astrologie

Therapie einzelner Krankheitsbilder

Magen-Darm-Störungen

Akuter Durchfall

Ernährung

Kräutertees

Hausmittel

Übelkeit und Erbrechen

Ayurvedische Präparate

Ernährung

Hausmittel

Blähungen, Völlegefühl, saures Aufstoßen

Ernährung

Ayurvedische Präparate

Ayurvedische Tees

Ayurvedische Gewürzmischungen

Hausmittel

Verstopfung, Obstipation

Ernährung

Ayurvedische Präparate

Ayurvedische Tees

Yoga-Asanas

Biorhythmen

Psyche

Darmpilz, Darmflora

Ernährung

Lassi

Ingwertee

Ayurvedische Präparate

Hausmittel

Rezept

Panchakarma

Chronische Darmentzündungen – Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Ernährung

Ayurvedische Präparate

Entspannungstherapie

Vedische Klangtherapien

Rheumatische Erkrankungen

Degenerative Rheumakrankheiten

Entzündliche Rheumakrankheiten

Weichteilrheuma

Pararheumatische Krankheiten

Die Bedeutung von Ama und Ojas bei Rheuma

Therapie einzelner Rheumaformen

Chronische Polyarthritis (c. P.)

Morbus Bechterew (Spondylitis ankylopoetica, Sp. A.)

Gicht

Morbus Reiter

Kollagenosen

Fingerpolyarthrose

Herz-Kreislauf-Störungen

Nervöse Herzbeschwerden

Ernährung und Magnesium

Hausmittel

Ayurvedische Präparate

Vedische Klangtherapien

Entspannungstherapie

Aromatherapie

Verhalten

Biorhythmen

Lokale Anwendung

Hypotonie – niedriger Blutdruck

Bewegungstherapie

Ayurvedische Massage

Hausmittel

Hypertonie – Bluthochdruck

Entspannungstherapie

Ernährung

Ayurvedische Präparate

Panchakarma

Vegetative Störungen und seelische Krankheiten

Angst und schwache Nerven

Transzendentale Meditation

Biorhythmen

Ernährung

Ayurvedische Präparate

Vedische Klangtherapien

Aromatherapie

Atemtechnik

Verhalten

Schlafstörungen

Ernährung

Biorhythmen

Verhalten

Ayurvedische Präparate

Entspannungstherapie

Ärztliches Gespräch

Gandharva-Musik und Sama-Veda

Aromen

Hausmittel

Sucht, Drogenabhängigkeit und Raucherentwöhnung

Entspannungstherapie

Panchakarma

Vedische Klangtherapie

Hausmittel

Kopfschmerzen: Spannungskopfschmerz und Migräne

Ernährung

Entspannungstherapie

Ayurvedische Präparate

Lokale Anwendung

Vedische Klangtherapien

Panchakarma

Atemwegs- und Erkältungskrankheiten

Ayurvedische Präparate

Grippaler Infekt

Mandelentzündung

Sinusitis – Nasennebenhöhlenentzündung

Asthma bronchiale, chronische Bronchitis

Hautkrankheiten

Hauttyp und Art der Hauterkrankung

Ernährung

Heißes Wasser

Neurodermitis

Vitiligo – Weißfleckenkrankheit

Psoriasis – Schuppenflechte

Herpes simplex

Aphthen

Akne vulgaris

Krankheiten der Kinder

Crusta lactea – Milchschorf

Lokale Anwendung

Ayurvedische Präparate

Ernährung

Adenoide Vegetationen – Polypen

Ernährung

Ayurvedische Präparate

Lokale Anwendung

Lernstörungen

Ernährung

Ayurvedische Präparate

Entspannungstherapie

Biorhythmen

Vedische Klangtherapie

Verhalten

Appetitlosigkeit und Essunlust

Ernährung

Ayurvedische Präparate

Enuresis nocturna – Bettnässen

Verhalten

Ayurvedische Präparate

Stoffwechselkrankheiten

Diabetes mellitus

Ernährung

Ayurvedische Präparate

Panchakarma

Bewegungstherapie

Entspannungstherapie

Erkrankungen der Harn- und Geschlechtsorgane

Reizblase

Ursache ergründen

Lokale Anwendung

Ayurvedische Präparate

Hausmittel

Wiederkehrender Harnwegsinfekt

Ernährung

Ayurvedische Präparate

Prostatavergrößerung

Ayurvedische Präparate

Verhalten

Ernährung

Prämenstruelles Syndrom und starke Regelschmerzen – Dysmenorrhö

Vedische Klänge

Lokale Anwendung

Ernährung

Aromatherapie

Hausmittel

Ayurvedische Präparate

Starke Regelblutung – Hypermenorrhö

Ernährung

Lokale Anwendung

Ayurvedische Präparate

Hausmittel

Verhalten

Weißfluss – Fluor albus

Ayurvedische Präparate

Ernährung

Hausmittel

Wechseljahrbeschwerden – Klimakterisches Syndrom

Hausmittel

Aromaöle

Farbtherapie

Vedische Klangtherapie

Verhalten

Ayurvedische Massage

Yoga-Asanas

Entspannungstherapie

Ernährung

Ayurvedische Präparate

Sexualstörungen

Nachlassende Sexualkraft

Ernährung

Ayurvedische Präparate

Yoga-Asanas

Verhalten

Hausmittel

Die klassischen Texte

Die Brhattrayi – die großen Drei (autoritative Schriften)

Die Charaka-Samhita

Die Sushruta-Samhita

Die Ashtangahridaya-Samhita und der Ashtanga-samgraha

Das Bower Manuskript

Bhela-Samhita

Kashyapa-Samhita

Harita-Samhita

Die Laghuh trayi – die drei kleinen ayurvedischen Klassiker

Madhava-nidana

Sharngadhara-Samhita

Bhava-prakasha

Siddha-yoga

Rasa-vaisheshika-sutra

Yogashataka

Siddhasara

Cikitsa-sara-samgraha

Ayurvedasaukhya

Ayurvedasutra

Garuda-purana

Lexikalische Werke

Kommentarliteratur

Verwandte Literatur

Ausblick

Ausgewählte Literatur

Impressum

Einführung in den Ayurveda

Ursprung und Geschichte des Ayurveda

Dr. med. Ernst Schrott

„Ayurveda ist ewig, ohne Anfang und ohne Ende, denn die Gesetze des Lebens sind von universeller Natur und ihre Eigenschaften zeitlos.“

Charaka-Samhita, Sutr. 30. 27

Die zeitlose und universelle Natur von Ayurveda

Obwohl der Ayurveda historisch und geografisch aus Indien kommt, ist sein wahrer Ursprung nach eigenem Selbstverständnis nicht ein Land, eine bestimmte Zeit oder Kultur. Ayurveda versteht sich vielmehr als universelle Medizin, die überall und zu allen Zeiten Gültigkeit besitzt, da sie – falls sie richtig verstanden und angewendet wird – auf zeitlos gültigen Naturgesetzen beruht.

Ayurveda gehört demnach nicht zu einer bestimmten Zivilisation, noch wurde sie wirklich von einer solchen erfunden, allenfalls entdeckt und ausgedrückt.

Ayurveda hat keinen Anfang und kein Ende.

Ayurveda gehört nicht zu einer bestimmten Religion oder zu einem bestimmten Glauben und steht auch in keinem Widerspruch dazu.

Ayurveda gehört konsequenterweise auch nicht allein zu einem bestimmten Abschnitt der Menschheitsgeschichte, ist also weder Relikt einer alten noch Produkt einer modernen Kultur oder Lebensweise.

Unter Ayurveda ist in diesem Sinn mehr als eine bloße Erfahrungsheilkunde zu verstehen; er verkörpert die Gesamtheit der naturgemäßen Prinzipien von Heilung und Gesunderhaltung. Die systematische Theoriebildung des Ayurveda hat sich selbstverständlich in historisch überlieferten Texten und in einem sehr alten Erfahrungswissen niedergeschlagen. Diese spiegeln aber aus ayurvedischem Selbstverständnis eine Weisheitsschau wider, die die Grundlage der Naturerkenntnis bildet.

In der Charaka-Samhita, dem großen und bedeutenden antiken Standardwerk der ayurvedischen Medizin, wird die immerwährende Gültigkeit des Ayurveda aus der Beschaffenheit der Natur des Lebens selbst abgeleitet. Gesundheit und Leiden, ihre körperlich-geistigen sowie materiellen Begleitumstände, ihre Ursachen und Symptome, funktionieren nach den immer gleichen Gesetzmäßigkeiten, die das Leben selbst charakterisieren. „Das Feuer ist immer heiß, das Wasser flüssig. Nimmt man Schweres zu sich, vermehrt sich das Schwere, bei Leichtem die Leichtigkeit. Nicht ist irgendwann einmal der Strom des Lebens nicht da gewesen“, heißt es sinngemäß in einem der letzten Verse des großen Einführungskapitels der Charaka-Samhita, dem Sutrasthana.(1), (2)

Rezitation und mündliche Weitergabe diente auch der Bewusstseinsentwicklung

Die Charaka-Samhita verweist in Kapitel I, 2 auf einen wichtigen Umstand: Der Ayurveda wurde ursprünglich von Rishis, von Sehern und Weisen hohen Bewusstseins in der Tiefe ihrer Meditationen geschaut. Ayurveda ist also im Bewusstsein des Menschen ein Naturgesetz, das zeitlos und immer gültig existiert. Es war daher, so berichten die Texte, anfangs nicht nötig, Aufzeichnungen des gelehrten Wissens anzufertigen. Die Naturgesetze, die der Ayurveda verkörpert, wurden vielmehr in Klang, Rhythmus und Form der Hymnen des Sanskrit ausgedrückt, sie wurden rezitiert und so vom Lehrer auf den Schüler über Jahrtausende weitergegeben. Dies entwickelte auch das Bewusstsein der Schüler der Heilkunst. Denn das Hören der Sanskritklänge und das Rezitieren selbst verbessern offenbar die Synchronisation von Gehirnfunktionen, wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen . Erst sehr viel später, als Wissen auf diese Weise nicht mehr zuverlässig tradiert werden konnte, entstanden die ersten Aufzeichnungen und die Werke des Ayurveda, wie wir sie heute vorliegen haben. Die Rishis hörten auf, das Wissen in der ursprünglichen Weise weiterzugeben und die Bewusstseinsentwicklung durch die mündliche Überlieferung und das Auswendiglernen entfiel damit.

Ayurveda – medizinischer Aspekt des Veda

Der Ayurveda ist ein medizinisches System, das seinem Wesen nach auf spirituellen Erkenntnissen beruht, die in den Veden und der vedischen Literatur ausgedrückt sind. Der Ayurveda ist also Teil des Veda, einer umfassenden Lehre von Mensch, Natur und Kosmos.

Veda heißt reines, vollständiges Wissen von den Naturgesetzen. In dieser Bedeutung wird der Veda, ausgedrückt in vedischen Schriften, nicht nur als eine historische Überlieferung des alten Indien betrachtet, sondern als eine Struktur geistiger und materieller Gesetze. Dies entspricht nach westlichem Verständnis dem Logos oder der Sophia.

Ayus bedeutet Zeitspanne oder auch Leben. Der Ayurveda ist nach dieser Definition also das reine und vollständige Wissen vom Leben in seiner ganzen Reichweite: der zeitlosen, unendlichen Dimension des Lebens, das sowohl der Schöpfung und dem Leben selbst als auch der begrenzten Zeitdauer eines individuellen Daseins zugrunde liegt.

Reichweite von Ayurveda

Ayus bedeutet Zeitspanne oder Leben

Veda ist reines, vollständiges Wissen

Ayurveda ist das Wissen oder die Wissenschaft vom Leben in seiner ganzen Reichweite: vom zeitlich begrenzten individuellen Leben bis zum unbegrenzten, kosmischen und zeitlosen Sein, das dem eigenen Selbst zugrunde liegt.

Der Ayurveda befasst sich demnach mit dem Leben an sich. Seine konkrete und praktische Aufgabe besteht darin, dem Menschen ein gesundes und langes Leben in Glück und Erfolg zu schenken. Dabei steht Vorbeugung an erster Stelle und Heilung, wenn erforderlich, wird mit den Mitteln der Natur und im Einklang mit ihr erreicht.

Ursprung und Entwicklung des Ayurveda

Mythologischer Ursprung

Unabhängig von diesem absoluten, ja zeitlosen und kulturübergreifenden Anspruch der ayurvedischen Medizin wird in den alten Texten die mythologische Herkunft des Ayurveda in verschiedenen Versionen beschrieben. Demnach gab es ein goldenes Zeitalter mit Frieden unter den Menschen, wo sie weder Krankheit noch Leid kannten und sich eines glücklichen und sehr langen Lebens erfreuten. Als sie aber allmählich begannen, gegen Gesetze der Natur zu verstoßen, breiteten sich die ersten Krankheiten aus. Dies veranlasste die Weisen des Landes, sich in den abgeschiedenen Wäldern des Himalaja zu beraten. In tiefer Meditation versenkt offenbarte sich ihnen die Quelle der Heilkunst des Ayurveda. Indra, der König der Devas, der lichtvollen Wesen, war im Besitz dieses Wissens und konnte es ihnen übergeben. Sie schickten daher Bharadvaja zu Indra, der dieses Wissen erhielt und es auf der Erde weitergab und lehrte.

Eine vollständigere Darstellung der Ableitung des Ayurveda aus göttlicher Herkunft, ist diese: Brahma, der Schöpfergott, offenbarte das Wissen des Ayurveda, die Grundlagen des Lebens, der Heilkunst und ihrer Gesetzmäßigkeiten, Daksha Prajapati, einem Weisen und Heiligen, der in manchen Schriften auch als Sohn von Brahma bezeichnet wird. Von Prajapati ging das Wissen über auf die Ashvins, die Zwillinge, die als göttliche Ärzte in Svarga, dem Paradies verehrt werden. Von diesen wurde der Ayurveda schließlich weiter gereicht an Indra, den Herrscher über die Devas, der es wiederum an seine Schüler Atreya und Bharadvaja übergab, von dort gelangte es zu Kashyapa und schließlich an Dhanvantari.

Dhanvantari wird als der Arzt der Götter verehrt und gilt als frei von menschlichen Schwächen und als ein Meister universaler Erkenntnis. Im Ayurveda ist Dhanvantari heute so etwas wie der Schutzpatron der Ayurveda-Ärzte. Er wird in Tempeln verehrt und in Statuen und Gemälden vierhändig mit dem goldenen Kalash, einem Gefäß, das symbolisch die Heilkraft des Ayurveda enthält, dargestellt.

Kleiner Dhanvantari-Tempel in Bhubaneshwar

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Historischer Ursprung

Vor dem philosophisch-mythologischen Hintergrund wird aus historischer Sicht diskutiert, wie alt vedisches Wissen ist, wo es entstanden ist oder von welchen geografischen Zonen es seinen Ausgang genommen hat. Aber hier stoßen höchst widersprüchliche Theorien aufeinander, aufgestellt von Historikern, Archäologen und Sprachwissenschaftlern aus Ost und West. Wie, wann und wo Ayurveda und andere vedische Disziplinen entstanden sind, wird höchst konträr beurteilt. Wer welche Theorie vertritt, scheint in erster Linie davon abzuhängen, welchem Kulturkreis er angehört.

Die Arier-Migrations-Theorie (AMT) geht davon aus, dass die Urheimat so genannter vedischer Arier in Zentralasien gelegen hat, die dort 7000 bis 5000 Jahren v. Chr. oder noch früher gelebt haben und in einem Zeitrahmen von etwa 1900 bis 1000 v. Chr. im Zuge der indogermanischen Völkerwanderung nach Nordwestindien eingewandert sein sollen. Das damalige Indien schloss die Gebiete des heutigen Pakistan, Bangladesh, Nepal und Teile von Ostafghanistan ein. Nomadenartige Stämme sollen ihre Bräuche, Riten und Naturerkenntnisse ausgehend von den Steppen Südrusslands, nach einer anderen Theorie mehr vom Kaukasus aus nach Indien eingebracht haben.

Zu dieser Auffassung kommt man unter anderem aufgrund archäologischer Funde, Analysen der frühen vedischen Texte – vor allem des Rik-Veda – und linguistischer Interpretationen. Demnach wäre das von den Indern mit so großem Stolz betrachtete vedische Erbe, das ihre gesamte Kultur, Lebensweise und Religion bis hin zu den alten Wissenschaften geprägt hat, indoeuropäischen und nicht originär indischen Ursprungs. Nach der AMT bildet die indogermanische Sprachfamilie – sie schließt persisch, slawisch, alt-anatolisch, griechisch, lateinisch, germanisch und keltisch ein – den Kern und die Urheimat der vedischen Kultur und vedischen Wissens.

Nach der vor allem von südasiatischen Wissenschaftlern und Lehrern vertretenen Out-of-India-Theorie (OIT) verhält es sich genau umgekehrt! Dort vertritt man die Auffassung, genügend Belege dafür zu besitzen, dass die Urheimat der vedischen Arier Indien selbst ist. Genannt wird hier vor allem das Land im Industal von Nordwest-Indien und Pakistan, in dem vedische Harappans ihre Heimat hatten. Als Zeitraum dieser postulierten vedischen Kernkultur wird 3200 bis 1900 v. Chr. angegeben. Aber bereits 7000 v. Chr. oder noch früher soll es bereits eine vedische Zivilisation gegeben haben. Das Sanskrit wäre nach dieser Theorie die Quelle der indogermanischen Sprachfamilie und nicht – wie nach der AMT – Teil davon.

Diese beiden Theorien stehen sich bis heute unversöhnlich gegenüber. Zusätzlich gibt es noch weitere Theorien, die sich ebenfalls nicht beweisen lassen, da wir hier den Bereich der Früh- und Vorgeschichte betreten.

Zeitphasen der Geschichte des Ayurveda

Die Wurzeln des Ayurveda reichen nach indischer Vorstellung zurück in die Zeit der vedischen Hochkultur des alten Indien. Es war eine Phase wissenschaftlicher und kultureller Blüte, die das gesellschaftliche Leben vor mehr als 7000 Jahren gekennzeichnet hat. Künste und Wissenschaften, das Wissen über die kosmische Anordnung von Gebäuden und bemerkenswerte Heilansätze in der Medizin waren damals hochentwickelte Bereiche und beeinflussten auch die Philosophie, die Medizinsysteme und das kulturelle Leben anderer Völker weit über die Grenzen des indischen Subkontinents hinaus. Viele dieser Wissensaspekte von den Zusammenhängen in der Natur und den Prinzipien des Lebens leben bis heute in Indien fort.

Nach westlicher Auffassung fällt diese indische Blüteperiode in eine spätere Zeit.

Übereinstimmung herrscht jedoch darüber, dass es im Lauf der langen Geschichte des Ayurveda und der vedischen Wissenszweige unterschiedliche Perioden gab, die auch verschiedene Aspekte der ayurvedischen Lehre beeinflusst und geprägt hatten:

Vedische Periode – ca. 5000 v. Chr. bis 1000 v. Chr. Sie ist die Wurzel der indischen Kultur. Die schönen Künste, Wissenschaften, Architektur und Medizin werden als Upavedas, als untergeordnete vedische Wissensbereiche des Rk-, Sama-, Yajur- und Atharva-Veda betrachtet. Sie enthalten aber bereits zahlreiche medizinische Hinweise.

Upanishadische Periode – ab etwa 1000 v. Chr. Das Wissen wird weiter systematisiert. Die klassischen Texte des Ayurveda, die Charaka-Samhita und die Sushruta-Samhita werden aufgezeichnet.

Buddhistische Periode – ab etwa 6. Jahrhundert v. Chr. Die Universitäten von Taxila (Takashila) und Nalanda sind die Zentren der medizinischen Wissenschaft.

Puranische Periode – Vertiefung und Konsolidierung des Wissens.

Post-buddhistische Periode: Verlust von chirurgischem Wissen, aber Gewinn an Wissen über die Zubereitung von medizinischen Präparaten (rasa shastra).

Mittelalter: In dieser Phase war der kreative Prozess der Systementstehung des Ayurveda abgeschlossen. Es wurde gesammelt und systematisiert. Einzelbeobachtungen wurden vertieft. Zum Teil ging aber auch Wissen verloren oder wurde verwässert.

Moderne: Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt sich der Ayurveda auf Basis des alten Wissens hin zu einem modernen Medizinsystem. Die wissenschaftliche Erforschung vor allem der ayurvedischen Präparate wird forciert.In den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts beginnt unter der Initiative und Führung des vedischen Gelehrten Maharishi Mahesh Yogi in Zusammenarbeit mit namhaften Ayurveda-Experten Indiens sowie westlichen Wissenschaftlern und Ärzten eine Erneuerung verschiedener Aspekte des Ayurveda unter besonderer Berücksichtung seiner philosophischen Wurzeln und der Vedischen Wissenschaft. Ziel ist es unter anderem, auch moderne wissenschaftliche Erkenntnisse in Medizin und Naturwissenschaften zu integrieren und die ayurvedische Medizin als Teil des Veda und der vedischen Literatur auf seine Grundlagen zurückzuführen, die im Menschen selbst, in seinem eigenen Bewusstsein verankert sind. Verschiedene Therapieansätze, die in den Texten erwähnt sind, in der ayurvedischen Praxis aber nur noch vereinzelt oder verändert angewendet wurden, werden nun unter den Begriffen Maharishi-Ayurveda und Maharishi-Vedische Medizin zu einem möglichst vollständigen modernen Naturheilsystem zusammengefasst, das sich innerhalb weniger Jahre weltweit verbreitet und auch im Ursprungsland hohe Anerkennung genießt sowie Vorbildcharakter erwirbt.

Von der vedischen Periode bis zur Neuzeit

Über die vedische Periode existieren, wie oben bereits beschrieben, wenig historische Belege. Die Texte selbst bezeichnen die meditative Schau der Rishis als Ausgangspunkt und Grundlage der vedischen Lehre. Ausgedrückt im Rk-Veda und später nachfolgend im Sama-, Yajur- und Attharva-Veda wurden die universellen Erkenntnisse und Betrachtungen der Naturzusammenhänge zunächst nur mündlich in Form der Rezitation weitergegeben. Erst sehr viel später gab es Aufzeichnungen. Während Indologen und Historiker die Veden in erster Linie als Dichtungen von Nomaden betrachten, vertreten Maharishi Mahesh Yogi und andere vedische Gelehrte die Auffassung, dass sich die entscheidende Information in den Klängen und Rhythmen der nach strengen Regeln zu rezitierenden Verse der Veden und Vedischen Literatur befinde. Die Veden bilden nach dieser Auffassung die Urklänge der Schöpfung ab und stellen in ihrer geordneten Gesamtheit sozusagen den vibrierenden Bauplan von Mensch und Natur dar.

In den vier Hauptveden, die noch nicht als im Kern ayurvedische Texte betrachtet werden, finden sich bereits zahlreiche medizinische Hinweise.

Einfluss der Upanishaden

Der philosophische, religiöse und ethische Einfluss der Upanishaden kennzeichnet eine weitere wichtige Phase in der Geschichte des Ayurveda. Die Upanishaden bilden den Schluss des offenbarten Teils der Veden. Sie sind eine Klasse vedischer Schriften, wo in Form lebendiger Dialoge zwischen Lehrer und Schüler Einsichten in kosmische Zusammenhänge und Transzendenz, über die Natur, den Sinn und die erklärten Ziele des Lebens gegeben wird. In der upanishadischen Periode (ab dem 1000 v. Chr. ) wurde das ayurvedische Wissen weiter systematisiert. In dieser Zeit entstanden die bedeutendsten klassischen Texte, die Charaka-Samhita und die Sushruta-Samhita, in ihrer gegenwärtigen Form.

Hohes Niveau zur Zeit des Buddhismus

Eine bedeutende Zeitperiode für den Ayurveda war die buddhistische (ab dem 6. Jahrhundert v. Chr). Die Universitäten von Taxila und Nalanda waren Zentren der medizinischen Wissenschaften. Das Wissen über die medizinischen Pflanzen, ihre Wirkprinzipien, Kategorisierung und pharmakologische Verarbeitung zu Präparaten hatte ein hohes Niveau erreicht, das bis in die Gegenwart reicht. Berühmt aus jener Zeit und oft erzählt ist die folgende Legende: Wer als Student an einer Universität zugelassen werden wollte, musste einen Test absolvieren. Die Aspiranten wurden dazu in einen nahe gelegenen Wald geschickt und sollten alle Pflanzen einsammeln, die keine medizinischen Heilwirkungen hatten. Während die Studenten sich auf den Weg machten, soll Jivaka, der Leibarzt des Buddha, zurückgeblieben sein. Als er an der Reihe war, seine Pflanzensammlung vorzuzeigen, stand er zwar mit leeren Händen da, hatte aber die richtige Antwort parat: Er wusste, dass es im Sinne des Ayurveda keine Pflanze gibt, die nicht in irgendeinem Zusammenhang eine Heilwirkung entfalten kann. Damit hatte er den Test bravourös bestanden.

Nach dem Tod von Buddha kam es zu einer Abwertung der Chirurgie, die in den Perioden davor eine so große Bedeutung hatte. Folgender Umstand wird dafür verantwortlich gemacht: Buddha hatte in fortgeschrittenem Alter an einer Analfistel gelitten. Er wurde operiert und erhielt besondere Rezepturen und Nachbehandlungen gemäß den ayurvedischen Prinzipien. Buddha soll jedoch eine spezielle Diät, die ihm die Ärzte verordnet hatten, nicht eingehalten haben. Man sagt, er habe Schweinefleisch gegessen, eine Fleischart, die ihm streng verboten worden war. Daran sei er letztlich gestorben. Diese Umstände sollen dazu geführt haben, dass schließlich die Chirurgie und weitere ayurvedische Berufsrichtungen verboten wurden. Damit verlor die Chirurgie ayurvedisches Know-how und ihre Bedeutung schwand in der post-buddhistischen Periode.

Das Wissen vermehrte sich dadurch allerdings auf dem Gebiet der medikamentösen Behandlung, vor allem im Bereich der Iatrochemie, dem Rasashastra. Denn es war jetzt notwendig, alternative Heilansätze zu vervollkommnen. So wurde der medizinische Gebrauch von Quecksilber, Gold, Edelsteinen und anderen Metallen und Mineralien erforscht und viele hochkomplexe alchemistische Präparate wurden nach aufwändigen, bis heute praktizierten pharmakologischen Verfahren hergestellt. In diese Zeit fällt auch das Leben von Nagarjuna, dem großen Philosophen des Mahajana-Buddhismus. Er soll in jungen Jahren eine Zeit im Land des Nagas verbracht haben, wo er die Geheimnisse der Spagyrik (Alchemie) erlernte. Er ist der Verfasser des Rasa Ratnakara, eines Buches über alchimistische Behandlungskonzepte.

Zwiespältige Entwicklung im Mittelalter

Die Periode des Mittelalters gab dem Ayurveda nur begrenzt neue Impulse. Einerseits wurde gesammelt, systematisiert und es wurden Einzelbeobachtungen vertieft. Andererseits ging aber auch Wissen verloren oder wurde verwässert. Viele ayurvedische Publikationen wurden zerstört, entweder durch Invasoren oder durch im Glauben zerstrittene und sich gegenseitig bekämpfende hinduistische und buddhistische Gruppierungen. In mancher Hinsicht war das Mittelalter daher eine dunkle Phase der indischen Geschichte, dessen Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen und beklagt werden.

Bestrebungen nach Erneuerung in der Neuzeit

Im Rahmen des erwachenden indischen Selbstbewusstseins Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewann der Ayurveda wieder an Bedeutung. An den Universitäten wurde das Studium des Ayurveda eingeführt und dessen wissenschaftliche Erforschung, vor allem auf dem Gebiet der Phytotherapie, neu belebt. Dadurch wuchs das Interesse am Ayurveda, auch im Ausland.

Nach wie vor blieben aber große und wichtige Aspekte des Ayurveda, so wie sie in den alten Texten noch als essenziell beschrieben stehen, vernachlässigt oder nur unvollständig angewendet. Nur noch in wenigen Familientraditionen schienen bestimmte Wissensaspekte und verschiedene Therapieformen überliefert. Es gab daher immer wieder Initiativen mit dem Ziel, den Ayurveda grundsätzlich und umfassend zur erneuern, was auch von der indischen Regierung gefordert und unterstützt wurde.

Die vermutlich bedeutendste Entwicklung in diesem Sinne begann Anfang der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts unter der Initiative und Führung von Maharishi Mahesh Yogi in Zusammenarbeit mit den führenden Ayurveda-Experten Indiens und westlichen Wissenschaftlern und Ärzten.

Maharishi Mahesh Yogi erneuerte verschiedene Aspekte des Ayurveda

In diesem Zusammenhang fand 1987 der erste große internationale Ärzteausbildungskurs für Ayurveda in der indischen Hauptstadt New Delhi statt. Neben zahlreichen westlichen Ärzten und Wissenschaftlern beteiligten sich auch die damals bedeutenden Ayurveda-Kapazitäten, namhafte Professoren der führenden Ausbildungsstätten des Landes, Spezialisten auf dem Gebiet der ayurvedischen Pulsdiagnose und Fachleute anderer Disziplinen. Mit dabei waren auch Dr. B. D. Triguna, damals der Präsident des All India Ayurveda Congress, vergleichbar der Bundesärztekammer und der inzwischen verstorbene Dr. Balraj Maharshi, Indiens bester Kenner der Pflanzenwelt sowie Dr. Dwiwedi, Präsident der einzigen Ayurveda-Universität in Gujarat und bekanntester Experte im Rasa shastra, der ayurvedischen Alchemie.

Ein wichtiges Thema war nicht nur, die verschiedenen Therapien des Ayurveda neu zu beleuchten und, soweit sie vernachlässigt oder verändert worden waren, wieder zu einem ganzheitlichen Medizinsystem zu integrieren, sondern auch andere vedische Wissensbereiche, die in Relation zum Ayurveda und in den Texten beschrieben werden, zu reaktivieren. Diese wieder zunehmend vollständige Heilkunde wurde als Maharishi-Ayurveda bezeichnet, in Erinnerung an die Seher der vedischen Zeit und den Begründer einer umfassenden Erneuerung des Ayurveda.

Verschiedene Therapieansätze, die in den Texten erwähnt, in der ayurvedischen Praxis aber nur noch vereinzelt oder verändert angewendet wurden, wurden unter den Begriffen Maharishi-Ayurveda und Maharishi-Vedische Medizin zu einem möglichst vollständigen modernen Naturheilsystem zusammengefasst. Vor allem die Bedeutung von Bewusstsein als Gesundheits- und Krankheitsfaktor rückte wieder in den Blickpunkt ärztlicher Therapie, verschiedene Klangtherapien wurden wieder integriert und traditionelle Therapien, wie Panchakarma, mit Experten überarbeitet und optimiert. In fast allen Bereichen der ayurvedischen Medizin wurden auf diese Weise Standards gesetzt, z. B. bei der Herstellung von Kräuterpräparaten, in den Bereichen Musik- und Klangtherapie, ayurvedische Pulsdiagnose, Baubiologie, Meditation und vedischer organischer Landwirtschaft. Dabei wurden auch moderne Ansprüche berücksichtigt, z. B. Hygiene, wissenschaftliche Überprüfbarkeit, Reinheit der ayurvedischen Präparate und Natürlichkeit bzw. Sanftheit der Anwendungen.

Grundlagen des Ayurveda

Das vedische Weltbild

Dr. med. Ernst Schrott

Der Veda ist die Sprache der Natur. Er ist das ewige Wissen um die Gesetze des Lebens, das Funktionieren der Planten um die Sonne, das Wesen des Menschen und die Natur des Lebens.

Mensch, Natur und Kosmos sind eins

Das vedische Weltbild ist auch die Grundlage der ayurvedischen Medizin. Die Kernaussage lautet: Mensch, Natur und Kosmos sind eins. Für den vedischen Weisen existieren alle scheinbaren Verschiedenheiten nicht unabhängig oder losgelöst von einander, sondern sind in Einheit verbunden. Umgesetzt auf praktisches Leben bedeutet das: Alles steht mit Allem in Wechselwirkung. Was immer der Mensch tut, denkt, fühlt oder lässt, hat seinen Einfluss auf alles andere und umgekehrt.

Diese All-Verbundenheit und unbegrenzte Wechselwirkung, die zu allen Zeiten Denker und Philosophen beschrieben haben, überschreitet Alltagserfahrungen. Wir verstehen und akzeptieren den Einfluss menschlichen Bewusstseins allenfalls auf der sozialen Ebene, im Kreise von Freunden oder der Familie, am Arbeitsplatz oder in der Schule. Ein solcher Einfluss endet aber aus vedischer Sicht nicht beim direkten Kontakt und im sozialen Miteinander. Er reicht weit über die Grenzen alltäglicher Erfahrungen hinaus.

Diese uralte Vorstellung wird in ähnlicher Weise von Quantenphysikern geteilt. Experimentell gibt es Erkenntnisse dafür, dass alles im Universum in Wechselwirkung miteinander steht („infinite Korrelation“) und untrennbar miteinander verbunden ist. Grundlage dieses neuen physikalischen Weltbildes ist eine einheitliche Feldtheorie, eine Weiterführung der Relativitätstheorie Einsteins. Albert Einstein war überzeugt: „Der Mensch ist ein Teil eines Ganzen, das von uns Universum genannt wird, ein Teil, das in Raum und Zeit begrenzt ist. Seine Gedanken und Gefühle scheinen ihm getrennt vom restlichen Universum – eine Art optische Täuschung seines Seins.“

In einem der ältesten ayurvedischen Texte, der Charaka-Samhita, heißt es in etwas anderen Worten: Mensch und Universum sind gleich. Was immer im Universum, das ist auch im Menschen und umgekehrt. Der Mensch ist kosmisch, das Individuum ist kosmisch.

Veda – die stille Intelligenz der Natur

Die Rishis, die Seher und Weisen der vedischen Kulturepoche, beschrieben dieses Einheitsfeld auch als Veda, als reines Wissen. Laut der Überlieferungen und der alten Texte, erfuhren sie den Veda in reiner Bewusstheit, in der Stille ihrer tiefen Meditationen. Sie erkannten dabei den Veda als das Ur-Ordnungsprinzip, den Bauplan der Schöpfung, die stille Intelligenz der Natur.

Veda heißt reines Wissen. Der Veda ist der Ausgangspunkt und das Ziel der Evolution, er ist der Bauplan der Schöpfung, die stille Intelligenz der Natur.

Veda – die Grundlage von Mensch und Natur

Die vedische Philosophie beschreibt, wie Geist, Sinne und Körper aus diesem Feld reinen Wissens, dem Veda, schrittweise hervorgehen und wie sich die Gesamtheit der Naturgesetze aus eben diesem unmanifesten Feld aller Naturgesetze entwickeln und entfalten (Abb. 1). Dabei gilt: Mikrokosmos ist gleich Makrokosmos, in jedem Teil ist die Ganzheit des Lebens enthalten, der Mensch ist ein Abbild des Universums. Das Individuum ist kosmisch.

Abb. 1 Entfaltung der Naturgesetze aus dem Bereich des reinen Bewusstseins.

Ganzheitliche Diagnose und Therapie

In der ayurvedischen Medizin beschränken sich daher Vorbeugen und Heilen letztlich nicht auf bloße körperliche und psychische Muster, die das Individuum kennzeichnen. Man erkennt die unzähligen Wechselwirkungen zwischen Individuum und Umwelt. Diagnose und Therapie schließen daher auch sein Wohnumfeld, das soziale Leben, die Kräfte der äußeren Natur, vor allem den Einfluss der Tages- und Jahreszeiten und schließlich auch die kosmischen Einflüsse von Planeten und Galaxien mit ein.

Die praktische Grundlage zur Beschreibung dieser komplexen Zusammenhänge, bildet ein einfaches, aber umfassend zu verstehendes Betrachtungsmodell von Mensch, Natur und Kosmos, in dessen Mittelpunkt drei universelle Naturprinzipien stehen, die so genannten Tri-Doshas: Vata, Pitta und Kapha.

Die Doshas – Dreiklang der Persönlichkeit

Dosha heißt wörtlich „Fehler oder Abweichung“. Gemeint ist das Abweichen oder Heraustreten aus der Harmonie und Ordnung kosmischer Einheit. Im ayurvedischen Sprachgebrauch sind die drei Doshas die grundlegenden Regelkräfte, die in der äußeren Natur wirken und unsere eigene Natur durchdringen und formen. Sie können anhand ihrer Eigenschaften (Gunas) erkannt und bestimmt werden. Da sie sowohl körperliche als auch geistige Anlagen, Eigenschaften und Funktionen charakterisieren, beschreiben sie die gesamte Persönlichkeit eines Menschen:

seine individuelle Natur, also die Konstitution,

Talente, Mentalität und Temperament,

typische Verhaltens- und Reaktionsmuster,

individuelle Vorlieben und Abneigungen,

Lernmuster,

Ernährungsbedürfnisse,

Berufswünsche und – im Falle von Abweichungen von der individuellen Norm,

die Natur seiner Befindlichkeitsstörungen oder Krankheiten.

Die drei Doshas sind wie ein Dreiklang der Persönlichkeit. Sind sie gut gestimmt, in individueller Harmonie, dann erfreut sich der Mensch körperlicher und geistiger Gesundheit. Er fühlt sich wohl und glücklich, integriert und ganz, ist in Frieden mit sich und schöpft aus seinem vollen, naturgegebenen Potenzial. Um in der Terminologie des Ayurveda zu sprechen: Er ruht in sich, gegründet in Einheit, in Samhita. Die Doshas sind in vollkommener Harmonie.

Individuelles Gleichgewicht der drei Doshas bedeutet Gesundheit.

Sind die Doshas dagegen im Ungleichgewicht – und nur dann sind sie eigentlich im strengen Sinne Doshas, also Abweichungen von der natürlichen Norm – dann entstehen Unwohlsein, bei zunehmender und anhaltender Störung auch psychische und körperliche Krankheiten.

Die Natur von Vata

Vata ermöglicht Wachheit, Bewegung und Kommunikation.

Ein klarer und wacher Geist, aufmerksame Sinne, natürliche Lebendigkeit, die Fähigkeit Informationen aus der Umwelt aufzunehmen und mit der Umwelt zu kommunizieren, sind die normalen und gesunden Eigenschaften von Vata. Dieses Dosha gewährleistet alle Formen von Aktivität, sowohl auf der mentalen als auch auf der körperlichen Ebene: Denken, Sprechen, Atmen, alle Arten körperlicher Bewegungen, Herzschlag, Peristaltik, Aufnahme und Ausscheidung von Stoffen, Stofftransport in den Zellen, Blutkreislauf oder Informationsübermittlung im zentralen und peripheren Nervensystem.

Obwohl Vata an allen Sinnesleistungen essenziell beteiligt ist, sind seine bevorzugten Sinne und Sinnesorgane, an denen sich auch Störungen, vor allem Übererregungen von Vata, meist zuerst manifestieren, die Haut und der Tastsinn sowie das Ohr und das Gehör.

Die Natur von Pitta

Pitta steht für Energie- und Wärmebildung, Stoffwechsel, Temperament und Dynamik.

Gesundes Pitta sorgt für einen ausgewogenen Energie- und Wärmehaushalt, steuert bedürfnisgerecht alle Verbrennungsvorgänge in den Verdauungsorganen, Zellen und Geweben. Während Vata die Sensitivität, Wachheit, Flexibilität und Lebendigkeit der Persönlichkeit eines Menschen charakterisiert, ist es bei Pitta das Temperament, die Zielstrebigkeit, die innere und äußere Dynamik und Energetik von Denken, Fühlen und Handeln und das emotionale Erleben.

Der bevorzugte Sinn, dem Pitta in erster Linie zugeordnet ist, ist das Sehen. Entsprechend zeigen sich Störungen von Pitta auf der Ebene der Sinnesorgane häufig zuerst am Auge.

Die Natur von Kapha

Kapha verleiht Stabilität und Ausdauer, gibt dem Körper, seinen Zellen und Organen die Form und Gestalt und regelt den Flüssigkeitshaushalt im Organismus.

Gutes, ausgewogenes Kapha bedeutet normale Befeuchtung von Haut, Schleimhäuten und ausgewogener Flüssigkeitshaushalt im gesamten Organismus, aber auch wohlproportionierte Körperfülle, Stärke und Festigkeit der Gewebe und Organe. Auf geistiger Ebene gewährleistet dieses Dosha Ruhe, Stabilität und Ausdauer und ermöglicht langfristig und stetig ausgerichtetes Denken und Handeln. Kapha ist die materielle Grundlage unseres Seins.

Die bevorzugten Sinne des Kapha-Prinzips sind das Schmecken und Riechen. Störungen von Kapha zeigen sich an den Sinnesorganen häufig zuerst an Zunge und Geruchsorgan.

Charakteristika von Vata, Pitta und Kapha

Vata

Wachheit

Lebendigkeit

Bewegung

Sinneswahrnehmung

Kommunikation

bevorzugte Sinne: Gehör und Tastsinn

Pitta

Stoffwechsel

Verdauung

Energie

Wärmehaushalt

Emotionalität

Temperament

Bevorzugter Sinn: Sehen

Kapha

Formgebung

Struktur

Wasserhaushalt

Ausdauer

Stärke

bevorzugte Sinne: Schmecken und Riechen

Die Mahabhutas

In der Vorstellung des Ayurveda leiten sich die drei Doshas von fünf virtuellen Elementen oder Bausteinen, den mahabhutas ab, die sie somit auch charakterisieren. Aus Samhita gehen die Mahabhutas schrittweise und über Zwischenstufen hervor . Sie formen schließlich die drei Doshas, die dann allem Naturgeschehen eine lebendige Dynamik verleihen (Abb. 2):

Abb. 2 Manifestation der Elemente und Doshas aus Samhita.

akasha (Raum) und vayu (Luft) formen Vata.

tejas (Feuer) und geringer auch apah oder jala (Wasser) bilden Pitta.

jala (Wasser) und prithvi (Erde) sind die Grundlage für Kapha.

Die fünf Elemente veranschaulichen symbolisch Naturerscheinungen und geben einen ganzheitlichen Eindruck ihrer Bedeutungen, Eigenschaften und Wirkungen.

Erde kennzeichnet die gröbste Erscheinungsform der Materie. Sie steht für alle festen Formen und Strukturen in der äußeren Natur und in unserem Organismus. Im Körper sind das zum Beispiel die festen Bestandteile von Knochen, Zellgerüst, Nägel, Haare, Stützsubstanzen.

Wasser symbolisiert den flüssigen Anteil von Körpersäften wie Blut, Plasma, Lymphe, Urin.

Feuer bezeichnet Energie und Wärme, die Stoffe besitzen oder die im Körper durch Verbrennung entstehen.

Luft ist ohne Widerstand, leicht und beweglich. Die Luft selbst, Gase und flüchtige Stoffe im Organismus werden von diesem Element bezeichnet.

Der Raum schließlich ist der subtilste Mahabhuta, der alle anderen Naturerscheinungen umschließt und im Körper die Hohlräume benennt.

Charakteristika der Elemente

Erde (prithvi)

Festigkeit, Form, Rauheit

Wasser (jala)

Flüssigkeit

Feuer (tejas)

Hitze

Luft (vayu)

Ausdehnung, Bewegung

Raum (akasha)

Fehlen jeden Widerstandes

Das bedeutet für die Eigenschaften der Doshas:

Vata geht aus Luft und Raum, den immateriellen Mahabhutas hervor. Vata ist dementsprechend leicht, ohne Widerstand, weit, unbegrenzt und kalt, denn es fehlt ihm das Element „Feuer“, das einzige, das Wärme schenkt.

Pitta leitet sich ab aus Feuer, geringfügig auch aus Wasser. Dieses Dosha ist dementsprechend warm und leicht flüssig.

Kapha wird aus Erde und Wasser, den schweren Elementen gebildet, ist also schwer, flüssig, träge und, wie Vata, ebenfalls kalt.

Diese Eigenschaften oder Gunas genannt, lassen sich in Kenntnis der Mahabhutas erweitern und geben eine vollständige Beschreibung der Natur der Doshas.

Die Gunas der Doshas

Die Doshas geben sich nicht nur über ihre Funktionen, sondern auch über ihre Eigenschaften – guna – zu erkennen. Diese Eigenschaften sind grundlegend und charakterisieren Vata, Pitta und Kapha nicht nur in unserem Geist-Körper, sondern auch in der äußeren Natur, in den Erscheinungen und Merkmalen von Tier- und Pflanzenwelt, Landschaften, Jahreszeiten, Wetter und Klima. Über die Gunas lassen sich vor allem auch die Störungen der Doshas und die dazugehörigen geistigen und körperlichen Krankheiten erkennen und einordnen.

Die Gunas – Grundeigenschaften der Doshas

Vata

ruksa

trocken, rau

sita

kalt, kühl

laghu

leicht

suksma

subtil, winzig

cala

beweglich

visada

klar, glatt

khara

grob, spröde

bahu

reichlich, viel

capala

flink, schnell

Pitta

sasneha

leicht, ölig

usna

heiß, warm

tiksna

scharf

drava

flüssig

amla

sauer

sara

bewegend

katu

scharf, ätzend

Kapha

guru

schwer

sita

kalt, kühl

mrdu

weich

snigdha

ölig, feucht

madhura

süß

sthira

stabil, fest

piccila

klebrig, schleimig

Geraten die Doshas aus dem Gleichgewicht, vermehren sie sich oder sammeln sie sich an einem bestimmten Ort im Körper an, dann verstärken sich verschiedene oder alle Gunas des entsprechenden Doshas in Körper und Geist und erzeugen spezifische Symptome: Normales und natürliches Vata ermöglicht klares, schnelles und flexibles Denken und Handeln. Gestörtes Vata kann sich in Konzentrationsstörungen, Gedankenzudrang, hyperaktivem Verhalten oder Tremor zeigen. Normales Pitta sorgt für ausgewogenen Wärmehaushalt. Zuviel Pitta kann mit Brennen und Entzündung einhergehen. Gesundes Kapha verleiht eine weiche, geschmeidige, normal gefettete Haut. Angesammeltes Kapha äußerst sich demgegenüber in fettiger Haut oder in Flüssigkeitsansammlungen in Geweben.

Die Hauptlokalisationen der Doshas

Wenngleich die Doshas ubiquitär im Körper präsent sind und wirken, so werden ihnen doch energetische und funktionelle Hauptlokalisationen zugeschrieben. Es sind gleichzeitig auch die Bereiche, in denen sich Störungen jeweils am ersten und häufigsten manifestieren (Abb. 3).

Abb. 3 Hauptlokalisation von Vata, Pitta und Kapha im Körper.

Die Hauptlokalisation von Vata im Körper ist der Unterbauch. Er ist sozusagen die Wurzel von Vata, und die Ausscheidungsorgane Dickdarm, Blase, Niere oder Uterus werden von ihm energetisch und regulativ beeinflusst. Auch Becken, Beine, Hüften, Knochen unterliegen vor Ort seinem Einflussbereich. Obwohl vor allem das Nervensystem hauptsächlich mit Vata assoziiert ist, liegt sein „Zuhause“ im unteren Körperbereich, entfernt vom zentralen nervösen Steuerorgan. Obstipation, Kreuzschmerzen, Menstruationsbeschwerden, kalte Füße oder unruhige Beine können so die erste Manifestation von Vata-Störungen sein.

Pitta ist vor allem in der Körpermitte zentriert, im Bereich der Verdauungs- und Stoffwechselorgane. Es entfaltet seine primäre Wirkung im Dünndarm und im säurebildenden Anteil des Magens, ist an der Schweißproduktion, an der Blutbildung und an der Bildung von Rasa , der ersten Essenz von Nahrung, beteiligt. Zwölffingerdarmgeschwüre, Gastritis, Durchfälle, Anämie oder Hyperuricämie sind typische Pitta-Entgleisungen im Bereich der Hauptlokalisation dieses Doshas.

Kapha schließlich sitzt vor allem im schleimbildenden Anteil des Magens, in Brustraum, Kopf, Nacken und in den Gelenken. Dort sorgt Kapha für die Befeuchtung der Schleimhäute (Atemwege, Magen-Darm-Trakt, Nasennebenhöhlen) und die Schmierung der Gelenke sowie die Flüssigkeits- und Fettanteile des Nervensystems (Liquor, Substanz des Nervensystems). Erste Kaphastörungen vor Ort sind Verschleimung der Atemwege und Nebenhöhlen oder Schwere- und Völlegefühl im Magen.

Vata-, Pitta- und Kapha-Störungen

In der praktischen Anwendung des Dosha-Konzepts werden vor allem die Vermehrungen oder Anregungen beachtet. Eine pathologische Abnahme eines Doshas zeigt sich im Gegensatz dazu in der Regel in einer Zunahme des oder der entsprechenden gegensinnig wirkenden anderen Doshas.

So offenbart sich zu geringes Vata in Langsamkeit, Müdigkeit oder abnehmender Wachheit, was gleichzeitig die Symptome vermehrten Kaphas sind. Abnahme von Pitta geht mit Frieren, Adynamie oder Temperamentlosigkeit einher. Das sind wiederum die Zeichen von zunehmendem Vata und/oder Kapha. Nimmt Kapha ab, verliert der Patient an Gewicht, wird unruhig, leidet an Schlafstörungen oder trockener Haut, dann ist Vata gegensinnig vermehrt.

Grundsätzlich kann jedes Dosha für sich gestört, vermehrt oder verringert sein, oder es liegt eine Kombination veränderter und belasteter Doshas vor.

Körperliche und psychische Zeichen einer Vata-Störung

Ein Zuviel an Vata zeigt sich auf der psychischen Ebene (Beispiele) durch

geistige Unruhe: Angst, Sorgen, Gedankenzudrang (man kann nicht abschalten),

Nervosität,

Konzentrationsstörungen,

Gedächtnisstörungen, Wortfindungsstörungen,

Schlafstörungen,

Überempfindlichkeit der Sinne.

Auf körperlicher Ebene können unter anderem auftreten:

Gelenk-, Rücken- oder Kopfschmerzen,

trockene Haut und Schleimhäute,

trockener Stuhl (Verstopfung),

Blähungen,

Krämpfe,

Herzrhythmusstörungen,

Lähmungen, Kribbelempfindungen, Gangunsicherheit,

Zittern.

Grundregeln zum Ausgleich einer Vata-Störung

Die Natur von Vata sind Bewegung, Lebendigkeit, Veränderlichkeit, Trockenheit, Kälte, Sensitivität. Um diese Grundeigenschaften zu harmonisieren, wenn sie aus dem Lot geraten sind, werden gegensinnige Maßnahmen angewendet:

Ruhe,

Wärme, feucht-warme Anwendungen

Regelmäßigkeit in der Lebensweise, auch regelmäßige Mahlzeiten,

nahrhaftes, auch öliges und warmes Essen,

Ölanwendungen,

ausreichend Flüssigkeitszufuhr,

Meiden von sensibilisierenden und überreizenden Handlungen und Gewohnheiten.

Praktische Tipps

Zeitig zu Bett gehen, am besten vor 22 Uhr, noch in der Kapha-Zeit des Abends, um Stabilität und Ruhe mit in den Schlaf zu nehmen.

Regelmäßige Mahlzeiten einnehmen, am besten immer zur gleichen Stunde und immer in Ruhe mit Aufmerksamkeit. Sich Zeit zum Essen nehmen. Nach dem Essen noch mindestens 10 Minuten sitzen bleiben (s. allgemeine Essensregeln).

Nahrungsmittel mit der Geschmacksrichtung süß, sauer und salzig, und warmes, öliges, nahrhaftes Essen beruhigen Vata am meisten.

Regelmäßige Ölmassagen mit warmem Sesamöl oder Vata-Massageöl beruhigen die Nerven und tun vor allem Vata-Personen gut.

Vata-Tee, Vata-Churna, Vata-Aromaöl verwenden.

Sich Zeit für einen Morgenspaziergang nehmen, der mit den Kräften des noch jungen Tages nährt.

Regelmäßig einige Minuten Gandharva-Musik hören. Sie beruhigt und entspannt, schenkt inneren Frieden und Zuversicht.

Das gilt es zu meiden

Unregelmäßige Lebensweisen,

Nachtwachen,

langes Arbeiten am PC, langes Fernsehen,

unnötige Aufregungen,

zu viel Rohkost, blähende Speisen wie Lauch, Zwiebel, Kohl, Kraut, frische Vollkornprodukte, Hefegebäck,

beim Essen Fernsehen, Zeitung lesen, Radio hören,

Fasten,

Arbeiten ohne Pausen,

nur einseitig geistig arbeiten ohne körperlichen Ausgleich zu suchen.

Körperliche und psychische Zeichen einer Pitta-Störung

Ein Zuviel an Pitta zeigt sich auf der psychischen Ebene durch (Beispiele):

Gereiztheit,

Aggression,

aufbrausendes Verhalten,

Pedanterie,

Rechthaberei,

Streitsüchtigkeit.

Auf körperlicher Ebene können unter anderem auftreten:

Hitze,

Brennen,

Schwitzen,

Entzündungen,

Geschwüre,

Durchfälle,

Haarausfall,

Hautrötungen und rote Hautausschläge,

Störungen von Leber und Galle usw.

Grundregeln zum Ausgleich einer Pitta-Störung

In der Natur von Pitta liegen Hitze, Schärfe, Emotionalität, Exzentrik. Um diese Eigenschaften, wenn sie aus dem Lot geraten sind, auszugleichen, sind die folgenden gegensinnigen Maßnahmen zu ergreifen:

kühle Anwendungen,

kühlende Nahrung (Ghee, süße Früchte, dünnes Lassi),

süße, herbe und bittere Nahrungsmittel und Heilpflanzen (s. Doshas und Geschmacksqualitäten),

kühlen Kopf bewahren,

Extreme vermeiden.

Praktische Tipps

Noch vor der Pitta-Zeit der Nacht zu Bett gehen (vor 22 Uhr).

Regelmäßig in Ruhe essen und alle Stimulanzien vermeiden (Kaffee, Schwarztee, Alkohol, Nikotin, Aufputschmittel).

Nahrungsmittel mit der Geschmacksrichtung süß, herb und bitter und nicht moderat warme oder kühle sowie sättigende Speisen beruhigen Pitta am meisten.

Regelmäßige Ölmassagen mit Kokosöl oder Pitta-Massageöl wirken überhitztem Pitta entgegen und tun vor allem Pitta-Personen gut .

Pitta-Tee, Pitta-Churna, Pitta-Aromaöl verwenden.

Sich Zeit für einen Morgenspaziergang nehmen, der mit den Kräften des noch jungen Tages nährt und einen kühlen und klaren Geist bewahren lässt.

Das gilt es zu meiden

Unregelmäßige Lebensweisen,

nach 22 Uhr wieder aktiv werden,

hitzige Diskussionen und unnötige Aufregungen,

zu viel scharfes, saures und salziges Essen, Ketchup, Sauermilchprodukte, künstlich aromatisierte, mit Konservierungsstoffen versetzte Speisen, Fisch und alle Meerestiere, rotes Fleisch, Tomaten, Paprika, Zwiebel und Knoblauch und zu heiße Speisen und Getränke.

beim Essen Fernsehen, Zeitung lesen, Radio hören,

Fasten,

zu dominantes Verhalten,

nur einseitig geistig arbeiten ohne körperlichen Ausgleich zu suchen.

Körperliche und psychische Zeichen einer Kapha-Störung

Ein Zuviel an Kapha zeigt sich auf der psychischen Ebene zum Beispiel als

geistige Trägheit, Langsamkeit,

Antriebsschwäche,

Schwermut.

Auf körperlicher Ebene können unter anderem auftreten:

Schweregefühl,

Übergewicht,

Wasseransammlungen,

übermäßige Schleimbildung,

Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten,

Allergien,

Diabetes,

hohe Blutfettwerte usw.

Grundregeln zum Ausgleich einer Kapha-Störung