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Ist das Essignäpfchen zerbrochen, ist Ihr ganzes Können gefragt. Verletzungen des Azetabulums sind insbesondere bei sehr jungen und sehr alten Patienten sehr komplex. Analysieren Sie diese strukturiert, um sie individuell angepasst zu versorgen. In diesem Buch finden Sie alle wichtigen Aspekte zu Diagnostik, Indikationsstellung und Behandlung. Praxisorientiert und nachvollziehbar erhalten Sie Tipps für die Wiederherstellung des Azetabulums: - Chirurgische und radiologische Anatomie - Epidemiologie - Frakturspezifische Evaluations- und Behandlungsstandards - Besonderheiten bei Kindern und alten Patienten - Komplikationsmanagement Profitieren Sie vom großen Erfahrungsschatz der Herausgeber. Setzen Sie das Wissen unmittelbar um. Jederzeit zugreifen: Der Inhalt des Buches steht Ihnen ohne weitere Kosten digital in der Wissensplattform eRef zur Verfügung (Zugangscode im Buch). Mit der kostenlosen eRef App haben Sie zahlreiche Inhalte auch offline immer griffbereit.
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Seitenzahl: 743
Veröffentlichungsjahr: 2015
Azetabulumfrakturen
Herausgegeben von
Axel Gänsslen, Michael Müller, Michael Nerlich
Unter Mitarbeit von
Friedrich Anderhuber, Florian Baumann, Arne Berner, Hans-Gunther Clement, Thomas Dienstknecht, Stephan Grechenig, Wolfgang Grechenig, Markus Klebingat, Veronika Matzi, Daniel Popp, Paul Schmitz, Norbert Peter Tesch, Johannes Weber
396 Abbildungen
„Ärzte ohne anatomische Kenntnisse gleichen Maulwürfen: Sie arbeiten im Dunkeln und ihrer Hände Tagewerk sind – ERDHÜGEL“
F. Tiedemann
„Anatomie ohne Klinik ist tot – Klinik ohne Anatomie ist tödlich“
W. Platzer
Diese Aussagen am Eingang des Anatomischen Institutes in Graz haben die Autoren in zahlreichen Kursen geprägt und letztlich veranlasst, praxisorientiert den derzeitigen Stand der Frakturversorgung am Azetabulum darzulegen.
Für das Azetabulum gilt trotz der legendären Arbeiten von Emile Letournel und Robert Judet und der daraus folgenden Standardisierung der Diagnostik und Therapie der Azetabulumfraktur unverändert, dass hier ein Gelenk in den Tiefen der Anatomie liegt und die tätigen Chirurgen vor eine enorme Herausforderung stellt.
Die Chirurgie der Azetabulumfraktur ist komplex und durch die Seltenheit und Verschiedenheit der Frakturtypen auch für erfahrene ChirurgInnen anspruchsvoll. Die direkte Nähe zu relevanten neurovaskulären Strukturen und die herausragende biomechanische Bedeutung des Hüftgelenkes für die typischen Patientengruppen, im jüngeren Alter zur Vermeidung einer Arthrose und im höheren Alter mit den verschiedensten Therapieoptionen der Gelenkrekonstruktion und der primären und sekundären Endoprothetik, erfordern ein Höchstmaß an anatomischen und chirurgischen Kenntnissen, um ein optimales Langzeitergebnis zu erzielen.
Marvin Tile beschrieb diese Problematik mit der Aussage „patients with an acetabular fracture will limb to death“.
Entsprechend ist, unabhängig von allen äußeren und inneren Einflussfaktoren, das primäre Ziel jeder Behandlung einer Azetabulumfraktur die anatomische Gelenkrekonstruktion, um ein möglichst langes Überleben des Gelenks zu sichern.
Dazu ist eine anspruchsvolle klinisch-radiologische Diagnostik mit der entsprechenden Bewertung der Parameter für eine optimale individuelle Indikationsstellung nötig, aber auch das Verständnis für eine anatomisch vorgegebene Zugangswahl sowie das Beherrschen von entsprechenden Repositions- und Fixationstechniken.
Die Standardzugänge Kocher-Langenbeck und ilioinguinaler Zugang sind in den letzten zwei Jahrzehnten durch den intrapelvinen Zugang ergänzt worden, der schwerpunktmäßig in dem Werk dargestellt wird.
Auch hat sich gezeigt, dass die bisherige Praxis der zusammenfassenden Outcome-Analyse verschiedenster Frakturtypen das individuelle Ergebnis nur schwer vorhersehbar macht. Entsprechend wurde ein Schwerpunkt darauf gelegt, in den Frakturtyp-Kapiteln praxisorientiert auf die jeweilige Diagnostik, Indikationsstellung, Zugangswahl, Repositions- und Fixationstechnik sowie das aktuell verfügbare Wissen zum jeweiligen Langzeitergebnis zu fokussieren.
Daneben werden die besonderen Probleme der Frakturen in den Altersextremen und bei Osteoporose sowie das aktuelle Wissen zu typischen Problemen, wie thromboembolischer Komplikationen und heterotoper Ossifikationen, ausführlich dargestellt.
Das vorliegende Buch soll dazu beitragen, das schwierige Gebiet der Frakturversorgung am Azetabulum hilfreich zu unterstützen und sowohl dem lernenden als auch dem erfahrenen Unfallchirurgen ein praxisorientiertes Konzept aufzuzeigen.
Hannover und Regensburg, im Herbst 2015
Axel Gänsslen Michael Müller Michael Nerlich
Die Herausgeber möchten insbesondere dem Team des Instituts für Anatomie der medizinischen Universitätsklinik Graz für die jahrelange Hilfe und das überragende anatomisch-unfallchirurgische Fachwissen danken. Insbesondere danken wir unseren Freunden Friedrich Anderhuber, Peter Tesch und Andreas Weiglein. Die regelmäßigen herausragenden Diskussionen im Rahmen der Präparationen im Hüftgelenkbereich und die didaktische Darstellung der anatomischen Grundlagen haben unser Wissen erheblich erweitert.
Danken möchten wir weiterhin unserem Freund Wolfgang Grechenig, der unermüdlich und mit höchster Kompetenz die Grundlage dieses Buches im Rahmen der Grazer Beckenkurse geschaffen hat.
Es ist für uns ein großes Glück, Euch zu kennen und mit Euch zu arbeiten.
Hannover und Regensburg, im Herbst 2015
Axel Gänsslen Michael Müller Michael Nerlich
Vorwort
Danksagung
1 Chirurgische Anatomie
1.1 Knöcherne und ligamentäre Anatomie des Azetabulums
1.2 Gefäße
1.2.1 Gefäßversorgung Azetabulum
1.2.2 Gefäßversorgung Hüftkopf
1.2.3 „Corona mortis“
1.3 Nerven
1.3.1 N. gluteus superior
1.3.2 N. ischiadicus
1.3.3 N. cutaneus femoris lateralis
1.3.4 N. femoralis
1.3.5 N. obturatorius
1.4 Literatur
2 Biomechanik
2.1 Biomechanik des Hüftgelenks
2.2 Belastungen bei Alltagsbewegungen
2.3 Biomechanik der Azetabulumfraktur
2.3.1 Frakturen der hinteren Wand
2.3.2 Fraktur hinterer Pfeiler
2.3.3 Fraktur der vorderen Wand
2.3.4 Fraktur vorderer Pfeiler
2.3.5 Querfrakturen
2.3.6 Zwei-Pfeiler-Frakturen
2.3.7 Weitere Frakturtypen
2.4 Biomechanische Konsequenz anatomischer Gelenkrekonstruktionen
2.5 Biomechanische Konsequenz von Gelenkstufen und Gelenkspalten
2.6 Biomechanik von Osteosynthesen
2.7 Biomechanische Konsequenzen am Hüftkopf
2.8 Frakturentstehung
2.8.1 Krafteinleitung über den Trochanter major
2.8.2 Krafteinleitung über das Knie in 90° Knieflexion
2.8.3 Krafteinleitung über den Fuß in Knieextension
2.8.4 Krafteinleitung über das dorsale Becken
2.9 Zusammenfassung
2.10 Literatur
3 Radiologische Diagnostik
3.1 Einleitung
3.2 Konventionelle Diagnostik
3.2.1 Beckenübersichtsaufnahme
3.2.2 Schrägaufnahmen nach Judet
3.3 Computertomografie
3.3.1 Pfeilerseparation
3.3.2 Mediolaterale Separation
3.3.3 Wandfrakturen
3.3.4 Zusammenfassung der typischen Frakturlinien
3.4 Magnetresonanztomografie (MRT)
3.5 Radiologische Bildgebung zur postoperativen Beurteilung
3.6 Zusammenfassung
3.7 Literatur
4 Klassifikation der Azetabulumfrakturen
4.1 Einleitung
4.2 Historische Entwicklung
4.3 Letournel-Klassifikation
4.4 AO/OTA-Klassifikation
4.5 Reliabilität der Azetabulumfrakturklassifikation
4.5.1 Eigene Ergebnisse
4.6 Optimierung der Klassifikation
4.6.1 T-Frakturen
4.6.2 Frakturen des vorderen Pfeilers mit hinterer Hemiquerfraktur
4.6.3 Querfraktur mit Fraktur der hinteren Wand
4.7 Systematische Frakturanalyse
4.7.1 Analyse der Linea iliopectinea und der Linea ilioischiadica
4.7.2 Analyse der hinteren Wand
4.7.3 Analyse der vorderen Wand
4.7.4 Tränenfigur
4.7.5 Pfannendach
4.7.6 Differenzierung der Diagnose
4.8 Zusammenfassung
4.9 Literatur
5 Epidemiologie
5.1 Einleitung
5.2 Demografie
5.3 Klassifikation
5.4 Repositionsqualität
5.5 Nervenschäden
5.5.1 Primäre Nervenschäden
5.5.2 Iatrogene Nervenschäden
5.5.3 Remissionstendenz von Nervenschäden
5.6 Vaskuläre Komplikationen
5.7 Infekte
5.8 Thromboembolien
5.9 Weitere Komplikationen
5.10 Änderungen in der Behandlung von Azetabulumfrakturen im zeitlichen Verlauf
5.11 Langzeitergebnisse
5.12 Lebensqualität nach operativ versorgten Azetabulumfrakturen
5.13 Risikofaktoren Körpergewicht und Patientenalter
5.14 Literatur
6 Indikationen
6.1 Einleitung
6.2 Indikationen zur konservativen Therapie
6.3 Indikationen zur operativen Therapie
6.4 Literatur
7 Zugangswege Azetabulum
7.1 Historische Entwicklung
7.2 Zugangswahl
7.2.1 Kocher-Langenbeck-Zugang
7.2.2 Ilioinguinaler Zugang
7.2.3 Intrapelviner Zugang
7.2.4 Pararectus-Zugang
7.2.5 Erweiterter iliofemoraler Zugang
7.2.6 Kombinierte Zugänge
7.2.7 Zusammenfassung Zugangswahl
7.3 Literatur
8 Frakturen der hinteren Wand
8.1 Frakturcharakteristik
8.2 Radiologisch-anatomische Kriterien
8.3 Pathobiomechanik
8.3.1 Unfallmechanismus
8.3.2 Frakturmechanismus
8.4 Begleitverletzungen
8.5 Hüftgelenkstabilität
8.6 Biomechanik der Hintere-Wand-Fraktur
8.7 Therapieindikationen
8.8 Operationstechnik
8.8.1 Biomechanik der Osteosynthese
8.8.2 Zugang
8.8.3 Repositionstechniken
8.8.4 Osteosynthesetechnik
8.9 Ergebnisse
8.9.1 Frakturtyp
8.9.2 Begleitverletzungen
8.9.3 Zugang/Osteosynthesetechnik
8.9.4 Repositionsqualität
8.9.5 Weitere Komplikationen
8.9.6 Langzeitergebnisse
8.9.7 Eigene Ergebnisse
8.10 Zusammenfassung
8.11 Literatur
9 Frakturen des hinteren Pfeilers
9.1 Frakturcharakteristik
9.2 Radiologisch-anatomische Kriterien
9.3 Pathobiomechanik
9.4 Hüftgelenkstabilität
9.5 Biomechanik der Hinterer-Pfeiler-Fraktur
9.6 Therapieindikationen
9.7 Operationstechnik
9.7.1 Biomechanik der Osteosynthese
9.7.2 Zugang
9.7.3 Repositionstechniken
9.7.4 Osteosynthesetechnik
9.8 Ergebnisse
9.9 Zusammenfassung
9.10 Literatur
10 Frakturen des hinteren Pfeilers und der hinteren Wand
10.1 Frakturcharakteristik
10.2 Radiologisch-anatomische Kriterien
10.3 Pathobiomechanik
10.4 Hüftgelenkstabilität
10.5 Biomechanik der Hinterer-Pfeiler-Fraktur mit hinterer Wand
10.6 Therapieindikationen
10.7 Operationstechnik
10.7.1 Biomechanik der Osteosynthese
10.7.2 Zugang
10.7.3 Reposition und Osteosynthese
10.8 Ergebnisse
10.9 Zusammenfassung
10.10 Literatur
11 Frakturen der vorderen Wand
11.1 Frakturcharakteristik
11.2 Radiologisch-anatomische Kriterien
11.3 Pathobiomechanik
11.4 Hüftgelenkstabilität
11.5 Biomechanik der Vordere-Wand-Fraktur
11.6 Therapieindikationen
11.7 Operationstechnik
11.7.1 Biomechanik der Osteosynthese
11.7.2 Zugang
11.7.3 Repositionstechniken
11.7.4 Osteosynthesetechnik
11.8 Ergebnisse
11.9 Zusammenfassung
11.10 Literatur
12 Frakturen des vorderen Pfeilers
12.1 Frakturcharakteristik
12.2 Radiologisch-anatomische Kriterien
12.3 Pathobiomechanik
12.4 Hüftgelenkstabilität
12.5 Biomechanik der Fraktur des vorderen Pfeilers
12.6 Therapieindikationen
12.7 Operationstechnik
12.7.1 Biomechanik der Osteosynthese
12.7.2 Zugang
12.7.3 Repositionstechniken
12.7.4 Osteosynthesetechnik
12.8 Ergebnisse
12.9 Zusammenfassung
12.10 Literatur
13 Vorderer-Pfeiler-/Vordere-Wand-Frakturen mit hinterer Hemiquerfraktur
13.1 Frakturcharakteristik
13.2 Radiologisch-anatomische Kriterien
13.3 Pathobiomechanik
13.4 Hüftgelenkstabilität
13.5 Biomechanik der Vorderer-Pfeiler-Fraktur mit hinterer Hemiquerfraktur
13.6 Therapieindikationen
13.7 Operationstechnik
13.7.1 Biomechanik der Osteosynthese
13.7.2 Zugang
13.7.3 Repositions- und Osteosynthesetechniken
13.8 Ergebnisse
13.9 Zusammenfassung
13.10 Literatur
14 Reine Querfrakturen
14.1 Frakturcharakteristik
14.2 Radiologisch-anatomische Kriterien
14.3 Pathobiomechanik
14.4 Hüftgelenkstabilität
14.5 Biomechanik der Querfraktur
14.6 Therapieindikationen
14.7 Operationstechnik
14.7.1 Biomechanik der Osteosynthese
14.7.2 Zugang
14.7.3 Reposition und Stabilisierung
14.8 Ergebnisse
14.9 Zusammenfassung
14.10 Literatur
15 Querfrakturen mit Fraktur der hinteren Wand
15.1 Frakturcharakteristik
15.2 Radiologisch-anatomische Kriterien
15.3 Pathobiomechanik
15.4 Hüftgelenkstabilität
15.5 Biomechanik der Querfraktur mit Fraktur der hinteren Wand
15.6 Therapieindikationen
15.7 Operationstechnik
15.7.1 Biomechanik der Osteosynthese
15.7.2 Zugang
15.7.3 Reposition und Fixation
15.8 Ergebnisse
15.9 Zusammenfassung
15.10 Literatur
16 T-Frakturen
16.1 Frakturcharakteristik
16.2 Radiologisch-anatomische Kriterien
16.3 Pathobiomechanik
16.4 Hüftgelenkstabilität
16.5 Biomechanik der T-Fraktur
16.6 Therapieindikationen
16.7 Operationstechnik
16.7.1 Biomechanik der Osteosynthese
16.7.2 Zugang
16.7.3 Repositions- und Stabilisierungstechniken
16.8 Ergebnisse
16.8.1 Eigene Ergebnisse
16.9 Zusammenfassung
16.10 Literatur
17 Zwei-Pfeiler-Frakturen
17.1 Frakturcharakteristik
17.2 Radiologisch-anatomische Kriterien
17.3 Pathobiomechanik
17.4 Hüftgelenkstabilität
17.5 Therapieindikationen
17.6 Operationstechnik
17.6.1 Biomechanik der Osteosynthese
17.6.2 Zugang
17.6.3 Repositions- und Stabilisierungstechniken
17.7 Ergebnisse
17.8 Zusammenfassung
17.9 Literatur
18 Altersfrakturen
18.1 Epidemiologie
18.2 Unfallmechanismus
18.3 Frakturcharakteristik
18.4 Therapieindikationen
18.5 Konservative Therapie
18.6 Operative Therapie
18.6.1 Perkutane Verfahren
18.6.2 Offene gelenkerhaltende Verfahren
18.7 Endoprothetik
18.7.1 Primäre Endoprothetik
18.7.2 Sekundäre Endoprothetik
18.8 Zusammenfassung
18.9 Literatur
19 Kindliche Azetabulumfrakturen
19.1 Epidemiologie
19.2 Anatomische Besonderheiten
19.3 Unfallmechanismus
19.4 Begleitverletzungen
19.5 Diagnostik
19.6 Klassifikation
19.7 Therapieoptionen
19.8 Langzeitergebnisse
19.8.1 Letalität
19.8.2 Outcome
19.8.3 Spätfolgen und Prognose
19.9 Eigene Ergebnisse
19.10 Zusammenfassung
19.11 Literatur
20 Heterotope Ossifikationen
20.1 Einleitung
20.2 Risikofaktoren
20.2.1 Zugangsassoziierte Inzidenz
20.2.2 Glutaeus-minimus-Schädigung
20.2.3 Frakturtyp
20.2.4 Begleitendes Schädel-Hirn-Trauma (SHT)
20.2.5 Weitere Risikofaktoren
20.3 Prophylaxe
20.3.1 Radiotherapieprophylaxe
20.3.2 Indomethacinprophylaxe
20.3.3 Kombinationsprophylaxe
20.4 Zusammenfassung
20.5 Literatur
21 Thromboembolische Komplikationen
21.1 Einleitung
21.2 Inzidenz
21.3 Diagnostik
21.4 Prophylaxe
21.5 Zusammenfassung
21.6 Literatur
22 Perkutane Stabilisierungstechniken
22.1 Einleitung
22.2 Schraubenpositionierungen
22.2.1 Beckenkammschrauben
22.2.2 Supraazetabuläre a.–p. Schrauben
22.2.3 Vorderer-Pfeiler-Schraube
22.2.4 Hinterer-Pfeiler-Schraube
22.2.5 Lamina-quadrilateralis-Schraube
22.3 Indikationen
22.4 Computerassistierte perkutane Schraubenosteosynthese
22.4.1 2D-/3D-Navigation
22.4.2 CT-gesteuerte Navigation
22.5 Ergebnisse der perkutanen Verschraubung des Azetabulums
22.5.1 2D-bildwandlerunterstütze perkutane Verschraubung
22.5.2 Ergebnisse der navigierten perkutanen Verschraubung
22.6 Zusammenfassung
22.7 Literatur
23 Outcome-Scores
23.1 Einleitung
23.2 Klinische Hüftgelenkverlaufsbeurteilung
23.2.1 Klinisches Nachuntersuchungsergebnis
23.2.2 Merle-d’Aubigné-Score
23.2.3 Harris-Hip-Score
23.3 Relevante peritraumatische Dokumentationsparameter
23.4 Allgemeine Hüftgelenk-Scores
23.5 Allgemeine Lebensqualität-Scores
23.5.1 SF-36
23.5.2 SF-12
23.5.3 EuroQol (EQ-5D)
23.6 Radiologische Hüftgelenkverlaufsbeurteilung
23.7 Zusammenfassung
23.8 Literatur
Anschriften
Sachverzeichnis
Impressum
N. P. Tesch, F. Anderhuber, W. Grechenig, A. Gänsslen
Die annähernd halbkugelige Gelenkpfanne bildet sich aus den Corpora des Os ilium und des Os ischii sowie dem Ramus superior ossis pubis▶ [38] (das Corpus ossis pubis, das früher als Anteil der Pfanne galt, wurde durch eine Änderung der Nomenklatur in den Bereich der Symphysis pubica „verlagert“). Der knöcherne Pfannenrand wird als Limbus acetabuli bezeichnet und bildet die sogenannte Pfanneneingangsebene, die nach außen, vorne und unten geneigt ist, mit der Horizontalebene einen Winkel von ca. 50–60° und mit der Sagittalebene einen Winkel von 30° einschließt. In Abhängigkeit von der Körpergröße variiert der Durchmesser des Azetabulums.
Der überknorpelte Teil der Hüftpfanne, die Facies lunata, endet jeweils mit einem schmalen Vorderhorn (Schambeinhorn), einem breiten Hinterhorn (Sitzbeinhorn) und hat einen schraubigen Außen- sowie einen variabel geformten Innenrand ▶ [2]. Zwischen den Hörnern senkt sich die tiefe Incisura acetabuli ein, die in die Fossa acetabuli führt, die schließlich als tiefster, unüberknorpelter Teil der Pfanne von der Facies lunata umgeben wird. Der Boden der Fossa acetabuli ist dünn und bildet vom kleinen Becken aus gesehen einen großen Teil der sogenannten quadrilateralen Fläche.
Der Knorpelüberzug der C-förmigen Facies lunata weist in seinem oberen und hinteren Abschnitt eine Dicke von mehr als 2,5 mm auf ▶ [46], ▶ [2] und kann in 10% der Fälle als Knorpelinzisuren vom Innenrand her mehr oder weniger tiefe Einschnitte aufweisen, die eventuell die Knorpelfläche durchschneiden können. Am häufigsten findet man diese Inzisuren am Pfannendach, selten trennen sie das Vorder- oder Hinterhorn ab ▶ [2]. Als Ergänzung der Facies lunata bildet das Lig. transversum acetabuli eine Brücke über die Incisura acetabuli und verbindet damit das Vorderhorn mit dem Hinterhorn. Am Hinterhorn entspringt das Band breitflächig, während es ventral an die Außenkante des Vorderhorns herantritt. Am Außenrand wird die Facies lunata durch eine faserknorpelige Gelenklippe, das Labrum acetabulare, vergrößert. Das Labrum setzt am knöchernen Limbus acetabuli an, hat oben und hinten eine Breite von etwa 1 cm, vorne und unten von 0,5 cm und geht in das Lig. transversum acetabuli über. Das in seinem Querschnitt annähernd dreieckige Labrum ragt in den Gelenkraum hinein, sodass sich zwischen Gelenkkapsel und Labrum der sogenannte Recessus perilimbicus oder supraarticularis bildet (▶ Abb. 1.1), der jedoch naturgemäß im Bereich des Lig. transversum acetabuli fehlt. Dorsal trägt es wesentlich zur Femurkopfüberdachung bei ▶ [64], ▶ [87].
Abb. 1.1 Knöcherne Anatomie des rechten Azetabulums mit Labrum und Lig. transversum acetabuli. Die Facies lunata ist irregulär und hufeisenförmig, das Labrum acetabulare ist in diesem Fall fast vollständig kreisförmig und inferior durch das Lig. transversum acetabuli verstärkt. Das Lig. capitis femoris ist durchtrennt.
Im Zentrum der Pfanne befindet sich schließlich die bereits erwähnte, nicht überknorpelte Fossa acetabuli, die gegenüber der Facies lunata um 3–5 mm absinkt, 4–5 cm hoch und 2–3 cm breit ist. Sie ist von einem Baufettkörper, dem Pulvinar acetabulare, ausgefüllt, der nur locker am Periost fixiert ist und von der Basis des inneren Synovialtrichters umgeben ist (▶ Abb. 1.1). Hier findet sich auch das Binnenband des Gelenks, das Lig. capitis femoris oder Lig. teres femoris, das sich mit einer Länge von etwa 3,5 cm und variabler Breite (bis zu 1 cm) von der Pfanne bis zur Fovea capitis femoris am Femurkopf erstreckt. Es entspring meist mit 3 Wurzeln: einer konstanten und kräftigen hinteren Wurzel vom Rand des Hinterhorns, einer schwächeren vorderen Wurzel vom Rand des Vorderhorns der Facies lunata und einer schwachen mittleren Wurzel vom Innenrand des Lig. transversum acetabuli . Seine Außenfläche liegt am Femurkopf, seine Innenfläche am Pulvinar acetabulare. Das Band ist vom inneren Synovialtrichter umgeben und zieht damit nicht frei durch den Gelenkraum (). Manchmal ist es schwach ausgebildet und kann in Ausnahmefällen nur aus lockerem Bindegewebe bestehen. In allen Fällen dient es jedoch als Leitstruktur für die sich darin befindliche Arterie des Lig. capitis femoris.
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