Baedeker Reiseführer London - John Sykes - E-Book
Beschreibung

Mit den Baedeker E-Books Gewicht im Reisegepäck sparen und viele praktische Zusatzfunktionen nutzen! - Einfaches Navigieren im Text durch Links - Offline-Karten (ohne Roaming) - NEU: Karten und Grafiken mit einem Klick downloaden, ausdrucken, mitnehmen oder für später speichern - Weblinks führen direkt zu den Websites der Tipps Tipp: Erstellen Sie Ihren persönlichen Reiseplan durch Lesezeichen und Notizen… und durchsuchen Sie das E-Book mit der praktischen Volltextsuche! E-Book basiert auf: 20. Auflage 2018 Einmal Königin sein oder wenigstens den Royalen etwas näher kommen – Hand aufs Herz: Da steht man als bekennender Demokrat vor Buckingham Palace, schaut gebannt auf Pomp und Circumstance der Wachablösung und hofft insgeheim, dass die Queen aus dem Fenster spickt. Aber was fasziniert uns eigentlich so an den Royals? Das Geheimnisvolle ihrer Existenz, meint der deutsche Journalist Bernhard Heimrich. Er hat es das »Ritual der Entrückung« genannt. Mit dem neuen Baedeker London lässt sich die Distanz dennoch spürbar verringern … Keine Lust auf eine klassische Bootstour auf der Themse? Wer das Adrenalin in den Adern pulsieren lassen will, wählt einen Trip auf dem grellorangenen Speedboat von Thames Rockets, das beim London Eye startet. Sobald der Captain unter der Tower Bridge hindurch ist und den Motor auf Touren bringt, heißt es festhalten: Sie düsen vorbei an Canary Wharf, der »Cutty Sark«, dem Greenwich Observatory und der O2 Arena bis zur Thames Barrier – ein Riesenspaß! Nicht unbedingt augenscheinliche, vielmehr magische Momente stehen beim neuen Baedeker im Fokus. Ein Picknick im Hyde Park könnte ein solcher Moment sein: Spätestens zwischen Dutzenden Sorten italienischer Salami, französischen Käses und englischer Biskuits in Harrods Food Hall wird jeder schwach und greift zum Portemonnaie. Ist es nicht herrlich, mit einer wohlgefüllten Tüte in der Hand zum Picknick in den nahen Hyde Park zu gehen und das Museumsprogramm sausen zu lassen?

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl:469


Inhalt

Ihr digitaler Baedeker

Verkehrsplan London

Preiskategorien & Legende

Top 19

Willkommen bei Baedeker!

10 Souvenirs (Baedeker Überraschungen)

Baedekers Top-Ziele

Magische Momente

Das Flüstern der Geister

Der heilende Garten

Auf dem Weg zum offenen Meer

Nachts an der Themse

Picknick im Hyde Park

Sonnenuntergang mit Panoramablick

Candlelight Museum

Himmlische Stimmen

Seemannskneipe, Varietétheater, Bar

Theater im Freien

Ein Sonntagmorgen in London

Streetart erfrischt

Überraschendes

6 x Unterschätzt

6 x Durchatmen

6 x Erstaunliches

6 x Gute Laune

6 x Typisch

Das ist London

Touren

Tour 1: Das Herz der Stadt: die Must-Sees

Tour 2: Kultur, Streetfood, schöne Aussichten

Tour 3: Glanzvoll Shoppen, entspannen im Park

Tour 4: Kreativ und bunt: Soho

Tour 5: Jung und Multikulti: Spitalfields

Sehenswertes

British Museum

Buckingham Palace

Baedeker Wissen: Changing of the Guard

Camden Markets

Chelsea

Covent Garden

Design Museum

Docklands

Dulwich

Fleet Street

Greenwich

Baedeker Wissen: Majestäten der Meere

Guildhall

Baedeker Wissen: The Corporation of London

Hampstead · Highgate

Hampton Court Palace

Harrods

Houses of Parliament

Baedeker Wissen: Houses of Parliament

Baedeker Wissen: Parlament mit Tradition

Hyde Park · Kensington Gardens

Imperial War Museum · Lambeth

Kew Gardens · Syon House

King’s Cross · m St Pancras

Liberty

Lloyd’s Building

London Bridge

Madame Tussauds

The Mall

The Monument

Museum of London

National Gallery

Natural History Museum

Piccadilly Circus

Queen Elizabeth Olympic Park

Regent’s Park

Regent Street

Baedeker Wissen: Sherlock Holmes, Beratender Detektiv

Richmond

Baedeker Wissen: Royal London

Royal Air Force Museum

Royal Exchange · Bank of England · Mansion House

St James’s

St James’s Park · Green Park

St Paul’s Cathedral

Baedeker Wissen: St Paul’s Cathedral

Science Museum

Sir John Soane’s Museum

Smithfield Market

Soho

Somerset House · Courtauld Institute Gallery

South Bank

Baedeker Wissen: London Eye

Southwark

The Strand

Tate

The Temple

Tower of London

Tower Bridge

Baedeker Wissen: Tower Bridge

Trafalgar Square

Victoria & Albert Museum

Wallace Collection

Westminster Abbey

Westminster Cathedral

Whitehall

Wimbledon

Windsor Castle

Hintergrund

Die Stadt und ihre Menschen

Baedeker Wissen: London auf einen Blick

Geschichte

Baedeker Wissen: The Great Fire: der Augenzeuge

Kunst- und Architekturgeschichte

Interessante Menschen

Erleben und Geniessen

Ausgehen

Baedeker Wissen: Von Pubs, Bitter und Pale

Baedeker Wissen: Swinging London

Essen und Trinken

Baedeker Wissen: Typische Londoner Gerichte

Feiern

Museen

Shoppen

Stadtbesichtigung

Übernachten

Praktische Informationen

Anreise · Reiseplanung

Auskunft

Etikette

Geld

Gesundheit

Lesetipps

Preise · Vergünstigungen

Sprache

Telekomunikation · Post

Verkehr

Verzeichnis der Karten und Grafiken

Impressum

Karl Baedeker erfindet den Reiseführer

Ihr digitaler Baedeker

So nutzen Sie Ihr E-Book optimal

Praktische Volltextsuche

Sie möchten direkt alle Informationen zu einem bestimmten Ort erhalten oder gezielt nach einem Ort oder einer Einrichtung suchen? Nutzen Sie die interne Volltextsuche des E-Books, um schnell alle relevanten Suchergebnisse aufgelistet zu bekommen.

Individuelle Routenplanung

Der Baedeker listet im Kapitel „Touren“ schon einige der schönsten Reiserouten auf. Sie können jedoch auch Ihre ganz persönliche Route planen, indem Sie die Lesezeichenfunktion Ihres E-Books verwenden. Setzen Sie dazu einfach an allen Stellen im E-Book, die Sie für Ihre individuelle Route berücksichtigen wollen ein Lesezeichen.

Offline Kartennutzung

Laden Sie sich die Karten des Baedeker auf Ihr Endgerät herunter und und nutzen Sie sie überall, ob daheim oder unterwegs, online oder offline.

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Verkehrsplan London

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Preiskategorien & Legende

Restaurants

Preiskategorien für ein Hauptgericht

€€€€über £ 25€€€£ 20– £ 25€€£ 10– £ 20€unter £ 10

Hotels

Preiskategorien für ein Doppelzimmer

€€€€über £ 300€€€£ 200– £ 300€€£ 120– £ 200€£ 70– £ 120

Baedeker Wissen

Textspecial, Infografik & 3D

Baedeker-Sterneziele

Top-Reiseziele

      Herausragende Reiseziele

Inspirierende Hintergründe und neue Sichtweisen.

Lesen Sie faszinierende Geschichten, die man sonst eher selten zu hören bekommt.

überraschende Erlebnisse warten auf Sie.

Entdecken Sie das Besondere, Orte zum Durchatmen und einfach Unbezahlbares.

Magische Momente bringen Sie ins Schwärmen.

Kommen Sie zur rechten Zeit an den richtigen Ort und erleben Sie Unvergessliches.

Top 19

Die Top-Sehenswürdigkeiten von London

British Museum

Eine Schatzkammer der Archäologie und Kunst dieser Erde. Mehr >>>

Buckingham Palace

Hier wohnen die Royals, wenn sie in London sind. Fast tägliche Attraktion: die Wachablösung. Mehr >>>

Courtauld Institute Gallery

Eine der feinsten Gemäldesammlungen der Welt, besonders gut mit Impressionisten bestückt Mehr >>>

Greenwich

Ein Muss für Marine-Enthusiasten und ein herrliches Ausflugsziel. Mehr >>>

Hampton Court Palace

Wo Heinrich VIII. Tennis spielte und eine seiner Ehefrauen spukt, erlebt man heute einen herrlichen Tudorpalast. Mehr >>>

Houses Of Parliament

Hier schlägt das Herz von Britanniens Demokratie. Mehr >>>

Hyde Park

Hier entspannt sich London. Der größte Park der Stadt ist ein Spaziergängerparadies! Mehr >>>

Kew Gardens

Der ehrwüridge Botanische Garten vor den Toren der Stadt bietet Erlebnisse für die Sinne und ist immer noch Forschungsstätte. Mehr >>>

National Gallery

Ein nahezu vollständiger Querschnitt durch die europäische Malerei vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Mehr >>>

Natural History Museum

Zu Besuch bei Dinosauriern, Insekten und Charles Darwin Mehr >>>

St Paul’s Cathedral

Das Meisterwerk von Christopher Wren besitzt die zweitgrößte Kuppel der Welt. Mehr >>>

Tate

Weltberühmte Sammlungen britischer, moderner und zeitgenössischer Kunst an zwei Standorten. Mehr >>>

Tower Of London

Zwischen Gruseln und Glitzern: Die Festung blickt auf eine blutige Geschichte zurück und ist Aufbewahrungsort der Kronjuwelen. Mehr >>>

Tower Bridge

Eine Brücke mit Charakter und Eigenleben: Sie ist das Wahrzeichen Londons und ein technisches Bravourstück. Mehr >>>

Trafalgar Square

Der majestätischste Platz Londons zu Ehren des Helden von Kap Trafalgar. Mehr >>>

Victoria & Albert Museum

Erlesene Sammlung von Kunst und Kunsthandwerk aus den Kulturen der Welt. Mehr >>>

Westminster Abbey

Die Nationalkathedrale der Briten: Die Grablege der englischen Könige ist ein Meisterwerk der Hochgotik. Mehr >>>

Whitehall

Die Straße der Mächtigen mit stoischen Wächtern an Horse Guards. Mehr >>>

Windsor Castle

Der Sommersitz der Royals hoch über der Themse ist die am längsten noch bewohnte Burg der Welt. Mehr >>>

Willkommen bei Baedeker!

Diesen Magischen Moment in London möchte ich Ihnen ganz besonders ans Herz legen: Stellen Sie sich nachts kurz vor elf oder Mitternacht auf Westminster Bridge und warten Sie auf den berühmten Glockenschlag von Big Ben. Wenn er ertönt, wissen Sie: Jetzt bin ich in London angekommen! Schließlich sind die selbst erlebten Geschichten die schönsten, um sie zu Hause zu erzählen.

Wir wünschen Ihnen lebendige Eindrücke und Zeit für das Wesentliche! Entdecken Sie mit Baedeker das Außergewöhnliche, lassen Sie sich inspirieren und gestalten Sie Ihr persönliches Programm nach Ihren Vorlieben.

Herzlichst

Rainer Eisenschmid, Chefredakteur Baedeker

10 Souvenirs

10 Dinge und Erinnerungen, die ich mitnehme …

1.

Gartenbuch 365 Days of Colour in Your Garden vom Head Gardener des Chelsea Physic Garden Nick Bailey, handsigniert (5 Pfund!)

2.

Das Gefühl, in einer Stadt gewesen zu sein, in der einem die meisten Straßennamen irgendwie bekannt vorkommen

3.

Eine Lady Di oder Kate & William-Tasse, denn Trash muss sein

4.

Eine Ahnung davon, wie ein ganzes Land selbstbewusst aus seiner immer und überall präsenten Geschichte schöpft

5.

Ein Schmuckstück aus dem Victoria & Albert Museum

6.

Ein English Breakfast Tea von Fortnum & Mason (wahlweise Harrods oder Twinings)

7.

Der Raumeindruck in St Paul’s: »… wenn Du ein Denkmal suchst, blicke um Dich«

8.

Die entspannte Zwanglosigkeit in einem Pub

9.

Kein T-Shirt, auf dem steht: »Wir waren in London, und alles was ich bekommen habe, ist dieses lausige T-Shirt«

10.

Das Staunen darüber, wie diese Stadt tagtäglich die Beförderung von Millionen Menschen meistert

Baedekers Top-Ziele

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Magische Momente

Das Flüstern der Geister

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Der heilende Garten

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Auf dem Weg zum offenen Meer

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Nachts an der Themse

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Picknick im Hyde Park

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Sonnenuntergang mit Panoramablick

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Candlelight Museum

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Himmlische Stimmen

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Seemannskneipe, Varietétheater, Bar

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Theater im Freien

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Ein Sonntagmorgen in London

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Streetart erfrischt

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Überraschendes

6 x Unterschätzt:

Genau hinsehen, nicht daran vorbeigehen, einfach probieren! > > >

6 x Durchatmen:

Entspannen, wohlfühlen, runterkommen > > >

6 x Erstaunliches:

Hätten Sie das gewusst? > > >

6 x Gute Laune:

Das hebt die Stimmung > > >

6 x Typisch:

Dafür fährt man nach London > > >

D

Das ist...

London

Die großen Themen rund um die spannendste Metropole Europas. Lassen Sie sich inspirieren!

Einmal Königin Sein …

… oder doch wenigstens jemand Royalem etwas näher kommen! Hand aufs Herz: Da steht man als bekennender Demokrat vor Buckingham Palace, schaut gebannt auf Pomp und Circumstance der Wachablösung und hofft insgeheim, dass die Queen aus dem Fenster spickt. Was fasziniert so an den Royals?

© Getty Images

DENN die Frage sei erlaubt, warum sich die Briten diesen vermeintlichen Anachronismus leisten, anders formuliert: Was tun die Royals eigentlich, und weshalb bekommen sie so viel Geld?

Die britische Monarchie ist die älteste der Welt. Faktisch ist die Macht des Monarchen aber sehr beschnitten. Es gibt zwar keinen offiziellen Akt, der nicht in seinem Namen geschähe, er eröffnet das Parlament, ist nominell Chef der Armee und Oberhaupt der Kirche. Doch könnte er heute niemals entscheidend in die Politik eingreifen. Gegenüber den Politikern hat er jedoch einen unschätzbaren Vorteil – er ist nicht dem wankelmütigen Wahlvolk ausgeliefert. Elizabeth II. regiert seit über 63 Jahren, hat damit in der Dienstalter-Rangliste ihre Ur-Ur-Großmutter Victoria überholt. Der Monarch verkörpert also Kontinuität und Verlässlichkeit.

Royales Repräsentieren

Wer wissen will, was die Royals täglich so tun, kann dies im Royal Bulletin in den Zeitungen oder im Royal Diary auf www.royal.gov.uk nachlesen. Man wird feststellen, dass die »Firma« (Prinz Philip) nicht nur große Anlässe, sondern vor allem eine Unzahl kleinerer Zeremonien beehrt: Princess Anne eröffnet eine Ausstellung, die Herzogin von Gloucester besucht einen Kindergarten, der Prince of Wales inspiziert ein Kriegsschiff. Dabei fällt immer wieder auf, dass die Royals gerade bei den »kleinen Leuten« äußerst beliebt sind.

Statistisch gesehen muss jeder Brite 0,60 Pfund pro Jahr für die Royals berappen. Damit finanziert er den gesamten Repräsentationsaufwand von ca. 50 Mio. Pfund jährlich. Dazu gehört u. a. ein schottischer Pipe Major, der zum Frühstück aufspielt. Die Queen, mit einem geschätzten Vermögen von 6,5 Mrd. Pfund die reichste Frau der Welt, beteiligt sich nicht daran. Kommt die Sprache auf das Geld, fällt die Meinung der Untertanen über ihre erste Familie deutlicher aus: Viele wollen ihr jegliche Zuschüsse streichen. Doch den meisten sind sie immer noch ihr Geld wert.

Das Ritual der Entrückung

Lange hat das Ehe- und Liebesleben der Windsors den Unmut und die Auflagen der Zeitungen befeuert, man denke nur an den herzlosen Charles und die zarte Di oder an »Randy Andy«. Aber seit die Queen sich vor Dianas Sarg verneigt hat, Camilla offiziell aufgenommen wurde und William und Kate süßen Nachwuchs bekommen haben, muss sich die Yellow Press schon sehr anstrengen, um mit Skandalen aufzumachen. So sind die Royals bis heute für die meisten Briten immer noch mehr als eine bunt uniformierte Folkloretruppe, die allenfalls noch als Touristenattraktion herhalten kann (und dieser Wirtschaftsfaktor ist speziell für London nicht zu unterschätzen). Die Zahlen sprechen für sich: Die republikanische Bewegung in Großbritannien (ja, es gibt sie!) kommt allerhöchstens auf 20 % Zustimmung. Die restlichen 80 % haben offenbar das institutionelle Wesen der Royals erkannt, wie es schon 1867 der Verfassungstheoretiker Walter Bagehot enthüllt hat: »Das Geheimnis unserer Monarchie kommt aus ihrer lebendigen Existenz. Wir sollten etwas Geheimnisvolles nicht ans Tageslicht zerren.« Oder mit den Worten des deutschen Journalisten Bernhard Heimrich: Das Faszinierende an den Royals ist das »Ritual der Entrückung«.

Royal Robes

»Wahre Eleganz kommt immer ohne Anstrengung daher«. Modedesigner Bruce Oldfield musste es wissen, denn er hat mit Princess Diana eine Stilikone ihrer Zeit eingekleidet. An ihrem offiziellen Wohnort Kensington Palace zeigt die Ausstellung »Diana: Her Fashion Story >>>«, wie die Princess of Hearts trotz des höfischen Korsetts ihren eigenen, unverwechselbaren Stil geprägt hat. Näher kommt man der Faszination der Royals kaum.

© Getty Images

Und Abends Ins Westend

Wenn in London, dann natürlich auch ins Westend-Musical. Also rasch noch online Karten bestellen! Leichter gesagt als getan: Zur Auswahl stehen an die 40 Produktionen. Das Geschäft brummt.

© Getty Images

ES kommt nicht von ungefähr, dass gerade London neben New York als Welthauptstadt des Musicals gilt. Dort hat es angefangen. In einer riesigen, immer größer werdenden Stadt wollte man unterhalten sein, und dazu eigneten sich erdenschwere Bühnenklassiker nur bedingt. Der Startschuss fiel 1872 im Alhambra Theatre mit »The Black Crook« (»Der schwarze Schuft«). Lange gab danach der New Yorker Broadway den Ton an: Wer gerät bei »Westside Story« nicht ins Schwärmen?

Als aber Andrew Lloyd Webber nachein-ander »Cats« (1980), »Starlight Express« (1984) und »Das Phantom der Oper« (1986) auf die Bühne brachte, übernahm London die Führung. Es begann das Zeitalter der Megamusicals, die mit einem immensen Aufwand an Personal, Ausstattung und Technik realisiert wurden. Die Millionen, die das kostete, wollten eingespielt sein, weshalb derartige Produktionen sehr lange laufen mussten. Auf der aktuelle Hitliste der am längsten gespielten Westend-Produktionen steht zwar mit Agatha Christie’s »Mausefalle« mit über 26 000 Vorstellungen ein Theaterstück deutlich an der Spitze, aber sämtliche folgenden Plätze belegen Musicals, angeführt von den immer noch laufenden »Les Misérables« und »Phantom der Oper« (beide über 12 000).

Geschäft mit Charme

Längst ist Musical also ein Riesengeschäft geworden. Die Society of London Theatres hat 2016 für alle Westend-Bühnen über 14 Millionen Besucher gezählt, die 644 Millionen Pfund an den Kassen ließen. Die allermeisten dürften ins Musical gegangen sein. Was aber nicht zum Dauerbrenner wird, wird abgesetzt. Laufend werden neue Produktionen ausgeworfen und alle möglichen Trends probiert: Jukebox-Musicals wie »THRILLER Live!«, Filmadaptionen wie »Mamma Mia!« und auch neue Megamusicals werden wieder gewagt, siehe »Lord of the Rings«. Man könnte jetzt natürlich meinen, dass das alles zu industrialisiert sei. Aber genau das ist es ja: Das ist kein Amateurtheater, hier sind Vollprofis am Werk, und wer mit Musicals etwas anfangen kann, sollte hingehen.

Außerdem besteht der Charme eines Musicalbesuchs in London nicht zuletzt darin, dass man nicht in eine extra gebaute, perfekt durchorganisierte Vergnügungsmaschine mit Rundumversorgung kommt, sondern in ein alteingesessenes, »richtiges« Theater mit einem Vorher (Wo essen wir noch was?) und einem Nachher (Gehen wir noch was trinken?). Dann muss man nur noch entscheiden: Will ich eine Geschichte sehen? Geht es mir vor allem um die Musik? Oder beides, am besten mit gigantischer Show?

© laif

Wer diese Wahl hat ... ist eindeutig im Westend angekommen.

Thriller Live!

Mal die 1980er live erleben? Im Lyric Theatre in der Shaftesbury Avenue kommen sie auf die Bühne: THRILLER Live! huldigt Michael Jackson, Moonwalking garantiert. Völlig sorglos wird der Abend >>> mit der zusätzlichen Buchung eines Pre-Show-Dinners in einem Restaurant.

Gurke und Käsereibe

»Walkie Talkie«, »Gherkin« oder »Cheesegrater« lauten einige der Spitznamen, die die Londoner ihren neuen Wolkenkratzern verpasst haben. Und es kommen immer weitere hinzu – riesige Kräne schwenken von morgens bis abends eifrig neue Bauteile hin und her. Heute geht, was vor einigen Jahren noch nicht möglich war: sagenhafte Blicke von oben genießen.

© Getty Images/Future Light

FRÜHER konzentrierten sich die Wolkenkratzer in den Finanzvierteln City of London und Canary Wharf oder setzten hier und dort als Solitär einen Akzent, wie Centre Point am östlichen Ende der Oxford Street. Heute entstehen Türme südlich der Themse in Southwark und Lambeth, auch in Stratford beim Gelände der Olympischen Spiele 2012. In der City kommen immer noch neue Himmelsstürmer hinzu.

Brennglasarchitektur

Die Formenvielfalt der Wolkenkratzer ist immens, auch wenn nicht alles gelungen wirkt – über neue Architektur kann man sich herrlich echauffieren. Ein tolles Beispiel ist das 160 Meter hohe »20 Fenchurch Street«, genannt »The Walkie Talkie«. Diesen Spitznamen erhielt das Gebäude, weil es sich nach oben hin dominant ausdehnt und das Stadtbild verändert. Der Architekt hatte allerdings nicht vorhergesehen, dass die konkave Fassade wie ein Brennglas wirkte, und deshalb u. a. die Karosserie eines unten geparkten Jaguars zum Schmelzen brachte. Der Besitzer eines nahe gelegenen Cafés nutzte sogleich die unverhoffte Wirkung und briet seine Spiegeleier im Freien. Der Architekt besserte nach. Abhilfe schaffen seither Lamellen, was aber nicht verhindern konnte, dass der Turm den »Carbuncle Cup« für den hässlichsten Neubau Großbritanniens des Jahres 2015 erhielt ...

Für Aufsehen sorgten auch das Lloyd’s Building im High-Tech-Stil im Jahr 1986 und Norman Fosters formschöne runde »Essiggurke« (»The Gherkin«) mit dem offiziellen Namen »St Mary Axe« im Jahr 2004, doch blieben beide für die Öffentlichkeit unzugänglich.

Der Blick von oben ...

Das spektakulärste Gebäude des neuen Millenniums war zweifellos »The Shard«. Wie eine Glasscherbe schießt der Bau 310 Meter in die Höhe, ist somit der höchste in Westeuropa, und bietet allen, die den gepfefferten Preis zahlen, einen unvergleichlichen Rundblick.

Es geht aber auch günstiger, etwa beim Frühstück im Duck & Waffle im Heron Tower oder im »Walkie Talkie«, wo man bei Vorbuchung den Sky Garden >>> mit seinen zwei Restaurants sogar kostenlos besuchen kann, https://skygarden.london).

... und in die Zukunft

Dagegen mutet die »Käsereibe» (»The Cheesegrater«) nahe beim Walkie Talkie, offiziell »122 Leadenhall Street«, fast höflich an: Der Turm mit schräger Fassade lehnt sich sozusagen zurück, um die Blickachse auf St Paul’s nicht zu verstellen. Direkt daneben wird sich die ebenfalls schräge Fassade des neuen Gebäudes »The Scalpel« in die andere Richtung lehnen.

Londons Stadtplanung sieht 27 solcher Sichtachsen vor, darunter Blicke auf Buckingham Palace und die Tower Bridge, doch werden die Regeln nicht immer eingehalten. Ein neuer Wohnturm in Stratford stört schon den historischen, geschützten Blick von Richmond Park auf die Kathedrale. Die Entwicklung ist anscheinend nicht aufzuhalten. 2016 wurde »1 Undershaft« für die City angekündigt. Der Bau wird fast so hoch wie »The Shard« und ganz oben ein Restaurant beherbergen. Wir dürfen gespannt sein, welchen Spitznamen die Londoner ihrem Nachwuchs diesmal geben werden ...

Aussichten 24/7

Überkommt Sie des Nachts die Idee, bei einem Mitternachtssnack hoch oben im 40. Stock eines Wolkenkratzers den Blick über London schweifen zu lassen, sollten Sie sich ins Restaurant >>> Duck & Waffle im Heron Tower begeben. Im (noch) höchsten Turm der City of London (202 m) erwartet Sie rund um die Uhr neben einer fabelhaften Aussicht auf Tower Bridge und die umliegenden Wolkenkratzer eine bunte Auswahl an Gerichten, z. B. schottischen Lachs, Käsepolenta oder die namengebende Waffel mit Confit vom Entenbein und Entenei.

© Huber Images/Borchi Massimo

Phantastische Aussicht, phantastischer Preis: »The Shard«

Die Welt In Einer Stadt

Samstagvormittag in Brixton: Menschen in farbenprächtigen Gewändern laufen umher, Gospelgruppen singen am Bürgersteig. Geschäfte bieten Devotionalien aus Haiti und traditionelle chinesische Medizin feil, Stände Kochbananen und Jamswurzeln. Der Fischhändler stammt aus der Karibik, der Metzger aus Kolumbien, die Gerichte aus Jamaika, Mexiko oder Thailand. Mittendrin geht es mit Champagnerbar und französischem Käse sogar noch europäisch zu ...

© Glow Images/Deposit

LONDON ist spürbar multikulti – jeder dritte Londoner wurde im Ausland geboren. Die kulturelle Vielfalt ist mittlerweile weit mehr als ein Ergebnis des ehemaligen Weltreichs.

So leben neben Schwarzen, die in der Nachkriegszeit aus den britischen Kolonien in der Karibik nach Brixton kamen, heute dort auch viele Südamerikaner. Immigranten aus der Kronkolonie Hongkong gründeten zwar-Chinatown, aber heute führen auch Zuwanderer aus Hunan, Szechuan und Nordchina ihre Restaurants in London. Und auch jeder Krieg und Krisenherd der Welt ließ neue Einwanderer nach Großbritannien kommen, die boomende Finanzbranche lockte Fachleute aus der ganzen Welt, und etwa 100 000 Studenten stammen aus dem Ausland.

An jeder Ecke eine neue Welt

Manche Stadtteile sind geradezu geprägt von bestimmten Gruppen. So ist Lambeth ein Hort der portugiesischen Küche, Dalston im East End kulinarisch in türkischer Hand, und Brick Lane nennt sich »Banglatown«. Die vom Marble Arch nach Norden führende Edgware Road ist ein arabisches Viertel mit entsprechenden Zeitungshändlern und Kleidungsgeschäften; neben den in London allgegenwärtigen libanesischen Restaurants servieren hier auch Iraker und Syrer hervoragende und preiswerte Mahlzeiten. Im nördlichen Stadtteil Wood Green sind viele griechische Zyprioten zu Hause, westlich in Southall sind es Sikhs, im nordöstlichen Stamford Hill leben 20 000 chassidische Juden. Trotzdem ist fast die gesamte Stadt ethnisch gemischt.

Unerschütterliche Vielfalt

Auch wenn der Brexit künftig den Zustrom bremsen sollte: London ist und bleibt ein spannender Schmelztiegel der Kulturen, neben New York ist London die multikulturellste Stadt der Erde. Es gilt, dies zu feiern und zu genießen, denn das weitgehend harmonische Miteinander ist eine Bereicherung für das städtische Leben und für jeden London-Besucher.

Einmal Um Die Welt

Die Fahrt zum belebten Brixton Market dauert nicht lang – drei Stationen ab Victoria Station mit der schnellen Victoria Line. Dort angekommen, hat man das Gefühl, einmal um die Welt gereist zu sein. Oder genauer: Die ganze Welt hat sich nach hierher aufgemacht. Menschen unterschiedlichster ethnischer Herkunft, ob Händler oder Kunden, treffen sich in den Markthallen >>> und den umliegenden Straßen. Großartige kulinarische Köstlichkeiten hier, andere exotische Waren da – wozu noch in die Ferne schweifen ...?

© Huber Images

Auf dem Brixton Market gibt es nichts, was es nicht gibt auf dieser Welt.

Londons Lebensader

Wenn Sie ihre Bootstour auf der Themse oder den Spaziergang am Ufer bei Niedrigwasser unternehmen, schauen Sie doch mal genau hin: Vielleicht erspähen Sie jemanden, wie er das Flussbett durchforstet. »Mudlark« nennen die Londoner diese Schatzsucher. Hin und wieder haben sie Glück und finden im Schlick Überbleibsel der Geschichte ...

© huber-images.de/Erbetta Davide

ZUM Beispiel römische Münzen aus der Antike, Pilgerabzeichen von Reisenden aus dem Mittelalter oder Scherben rheinischer Bartmannskrüge aus dem 16. – 18. Jahrhundert. Abgenagte Knochen und Austernschalen in Greenwich könnten Küchenabfall aus dem Tudor-Palast sein, von dem aus Heinrich VIII. den Bau der Kriegsmarine vorantrieb und Elisabeth I. eine Entdeckungsfahrt zur arktischen Nordwestpassage verabschiedete. Glasflaschen erinnern an das 19. Jahrhundert, als London Mittelpunkt eines Weltreichs war. Und die Fragmente französischer Francs erzählen eine besonders kuriose Geschichte: Frankreich schickte die Münzen zum Einschmelzen nach London. Die Kranführer ließen ab und zu und natürlich völlig aus Versehen eine Kiste ins Wasser fallen, um den Schatz bei Ebbe zu heben. Pech nur, dass die Franzosen bald nur noch halbierte Münzen schickten und so dem Nebenverdienst der Hafenarbeiter ein Ende setzten.

Der Puls schlägt wieder

Die Themse, die London zu dem gemacht hat, was es ist, könnte noch weit mehr erzählen. Sie ist mit der Geschichte des Landes eng verwoben, doch nach der Schließung der Docks in den 1960er-Jahren wandte sich die Metropole von ihrem Fluss ab. Im East End taten sich Industriebrachen auf und verwahrlosten die Lagerhäuser. Auch in der Stadtmitte wurde es ruhig um die einstige Lebensader.

In den letzten 30 Jahren vollzog sich aber die Wende: Auf beiden Ufern, östlich und westlich des neuen Finanzviertels Canary Wharf, entstanden Wohnhäuser, alter Baubestand wurde renoviert. In Westminster und der City rückte der Fluss wieder in den Mittelpunkt des Geschehens. Moderne Fußgängerbrücken, die Millennium Bridge und Golden Jubilee Bridge, verbinden das Nordufer mit dem belebten Kulturviertel auf der South Bank, wo der Thames Path viel Abwechslung zwischen Westminster Bridge und Tower Bridge bietet.

Aufs Wasser!

Immer mehr Ausflugsboote verkehren auf dem Strom, und auf den Ufern spilet sich wieder spannendes städtisches Leben ab. Londons grüne Seite zeigt sich bei einer Flussfahrt zum Vorort Richmond oder weiter zur königlichen Residenz Hampton Court – Monarchen nutzten die Themse, die keinesfalls ein zahmes Flüsschen ist, schon immer als Wasserweg. Und als die Queen 2012 ihr 60. Thronjubiläum feierte, gehörte eine prächtige Schiffsprozession selbstverständlich dazu. Das Tor zur Welt für Händler und Entdecker ist die Themse zwar nicht mehr, dafür ein lebendiger Teil der Stadt.

Keine Lust Auf Eine Klassische Bootstour?

Wer das Adrenalin in den Adern pulsieren lassen will, wählt einen Trip auf dem grellorangenen Speedboat von Thames Rockets (www.thamesrockets.com). Gestartet wird beim London Eye. Sobald der Captain unter der Tower Bridge hindurch ist und den Motor auf Touren bringt, heißt es festhalten: Sie düsen vorbei an Canary Wharf, der »Cutty Sark«, dem Greenwich Observatory und der O2 Arena >>> bis zur Thames Barrier.

© laif

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Touren

Durchdacht, inspirierend, entspannt

Mit unseren Tourenvorschlägen lernen Sie Londons beste Seiten kennen.

© Getty Images/Leo Patritzi

Unterwegs in London

Im Zeitalter der Billigflüge ist natürlich auch ein Tagestrip nach London denkbar. Aber drei Tage sollten es für die Themse-Metropole schon mindestens sein, will man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besuchen, in das eine oder andere Museum schauen und natürlich shoppen gehen. Wer gut zu Fuß ist, kommt zwischen City und Westminster ganz gut zurecht. Extensives »Gehen« aber wird man in London bald satt haben, denn wir bewegen uns in einer der flächenmäßig größten Städte der Welt. Doch Busse und vor allem die – von den Londonern wegen ihres technischen Zustands oft geschmähte, aber nicht zu vermeidende – U-Bahn bringen einen eigentlich überall hin. Nur die Stoßzeiten sollte man vermeiden. Was die Verkehrsanbindungen angeht, ist es fast einerlei, wo man sich in London niederlässt; was angenehme Umgebung und abendliche Ausgehmöglichkeiten betrifft, sind die Hotels im Westend, in Knightsbridge und Kensington immer noch erste Wahl.

Die Idee, mit dem Auto nach London zu fahren, sollte man schnell wieder vergessen, auch wenn man Anfahrtsstrecke und Linksverkehr vielleicht nicht scheut. Denn die Congestion Charge, eine Maut für jedes Fahrzeug, das in die Innenstadt fährt, kostet mittlerweile £ 11,50 pro Tag. Das Ganze wird elektronisch überwacht. Und wen selbst das nicht schreckt – Parkplätze sind Mangelware und unerlaubtes Parken kommt sehr teuer zu stehen.

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Das Flüstern der Geister

Unternehmen Sie eine Zeitreise ins Leben der Hugenotten vor 300 Jahren: Die Räume in Dennis Severs >>>’ House sind eine Abfolge von Stillleben, eingefrorene Szenen, aus denen sich die Bewohner anscheinend gerade mal für einen Augenblick entfernt haben. Ein Stuhl liegt umgekippt, das Sherryglas ist halb voll. Besucher dürfen die Stille nicht stören, lauschen geflüsterten Gesprächsfetzen und bekommen niemanden zu Gesicht.

© picture alliance/dpa

Das Herz Der Stadt: Die Must-Sees

Start und Ziel: Westminster Bridge – Tower Bridge (Nordufer der Themse) | Dauer: mind. 4 Stunden

Tour 1

Dieser Spaziergang berührt Highlights und Wahrzeichen der Stadt, die beim ersten Mal in London jeder sehen möchte. Dazu gehören natürlich Big Ben und Tower Bridge, die großen Gotteshäuser Westminster Abbey und St Paul’s Cathedral sowie das Regierungsviertel mit Downing Street. Der wichtigste Platz der Stadt, Trafalgar Square, das quirlige Covent Garden-Viertel und die fast 950 Jahre alte Festung, The Tower of London, dürfen nicht fehlen. Fangen Sie am besten morgens um 10 Uhr an, um den Aufzug der königlichen Wache um 11 Uhr (sonntags eine Stunde früher) zu erleben.

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Start bei Big Ben

Es geht los an der U-Bahn-Station Westminster, wo man beim Londoner Wahrzeichen Big Ben, dem Uhrturm der Houses of Parliament, ans Tageslicht kommt. Die ganze Pracht des Parlamentsgebäudes erlebt man am besten von Westminster Bridge aus. Von dort geht man über den Parliament Square zu einem kurzen Blick auf Westminster Abbey – die vollständige Besichtigung hebt man sich besser für einen anderen Tag auf – und dann die Straße Whitehall hinauf: Wo die vielen Schaulustigen stehen, ist Horse Guards. Bald folgt Londons großartigster Platz und Hommage an Britanniens Seehelden Lord Nelson, Trafalgar Square, an dessen Nordseite sich die National Gallery entlangzieht. Zwei Dinge sollte man hier auf jeden Fall tun: nicht die Tauben füttern, aber dafür unbedingt einen Blick zurück Whitehall hinab zu Big Ben werfen! Dann aber geht es auf dem Strand weiter zur City, vorbei an Waterloo Bridge und Somerset House mit der Courtauld Institute Gallery. Endlich ist es Zeit für eine erste Pause: Die Pubs und Cafés in Covent Garden etwas weiter nördlich sind genau der richtige Ort dafür, etwa das Café im Royal Opera House.

Ins Herz der City

Dann zurück zum Strand und zum Temple Bar Memorial. Unmittelbar hier öffnet sich auf der rechten Straßenseite ein schmaler Torbogen nach The Temple. Hinter Temple Bar beginnt Fleet Street, von deren großer Zeit als Zeitungsstraße allerdings nichts mehr zu spüren ist. Sie geht über in Ludgate Hill, von wo man schon bald St Paul’s Cathedral sieht. Nach der Kathedrale folgt man Cannon Street und Queen Victoria Street zur U-Bahn-Station Bank. Hier ist man im Herzen der Londoner Finanzwelt mit der Bank of England und der Royal Exchange.

Bei Bank Station beginnt die letzte Etappe: durch Threadneedle Street oder Lombard Street zum viktorianischen Leadenhall Market (schöner Platz für eine Pause!), dann auf der Gracechurch Street zum Monument, von dort die Fenchurch Street entlang und an All-Hallows-by-the-Tower vorbei zum Tower und schließlich zur Tower Bridge.

Kultur, Streetfood, Schöne Aussichten

Start und Ziel: Westminster Bridge – Tower Bridge Dauer: mind. 2 Stunden

Tour 2

Dieser entspannte, weil weitgehend von Autoverkehr freie Spaziergang am Südufer der Themse macht Sie mit einem attraktiven Kulturviertel bekannt. Außerdem bietet er tolle Aussichten auf Westminster und die City of London – vor allem, wenn Sie am Anfang der Strecke eine Runde im Riesenrad London Eye drehen – sowie auf Brücken und die Themse. Unterwegs gibt es ein großes gastronomisches Angebot, beispielsweise Streetfood vom Feinsten auf dem besten Gourmetmarkt der Stadt.

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Start am London Eye

Der Weg beginnt am östlichen Ende der Westminster Bridge, von wo man den besten Blick auf die Houses of Parliament hat. Die Treppe hinab geht es dann auf den Uferweg der South Bank zum 135 m hohen Riesenrad London Eye, das eine ganz andere Perspektive auf Big Ben und dazu über die gesamte Stadt bietet. Von hier führt der Spaziergang schließlich bis zur Tower Bridge. Immer wieder gibt es Gelegenheiten zu attraktiven Stopps in Pubs, Bars und Geschäften am diesseitigen Ufer.

Panorama der City

Wo die stählerne Eisenbahnbrücke Charing Cross Bridge den Fluss überquert, zeigt sich die City erstmals in aller Panorama-Schönheit: die Kuppel von St Paul’s, umringt von auffälligen Türmen des Finanzviertels wie die »Gurke«, das »Walkie-Talkie« und die »Käsereibe«, in der Ferne die Tower Bridge und »The Shard« am Südufer. Für eine Pause empfiehlt sich das Café oder das Restaurant Skylon mit einem tollen Ausblick in der Royal Festival Hall oder hinter der Waterloo Bridge eines der Lokale in Gabriel’s Wharf, einem alternativ angehauchten Plätzchen mit Galerien für Kunsthandwerk. Bald folgt Oxo Tower mit seinen Designerläden, einer teuren Bar und einem noch teureren Restaurant.

Die nächste Brücke, Blackfriars Bridge, markiert die Grenze zum Stadtteil Southwark, einst das Viertel der Fuhrleute, der Spelunken, Spieler und Huren. Rechts erhebt sich die gewaltige Bankside Power Station, als Tate Modern ein Mekka für Anhänger moderner Kunst; direkt gegenüber führt die filigrane Millennium Bridge geradewegs auf St Paul’s zu.

Im anschließenden Shakespeare’s Globe Theatre kann man elisabethanische Theaterluft schnuppern und bald darauf einen Blick in Southwark Cathedral werfen, eine der schönsten gotischen Kirchen London.

Dann aber ist wieder wohl verdiente Pause angesagt und dazu gibt es kaum einen besseren Ort als den unmittelbar gegenüber der Kathedrale unter den Gleisen von London Bridge Station liegenden Borough Market, den schönsten Delikatessenmarkt der Stadt. Was hier angeboten wird, kommt in den Restaurants, Take-aways und Pubs ringsum in Stoney Street, Park Street und Bedale Street auf den Tisch.

Das letzte Wegstück führt an der spektakulär schiefen City Hall vorbei zur Tower Bridge und, wer mag, vielleicht noch hin-über zum Tower.

Glanzvoll Shoppen, Entspannen Im Park

Start und Ziel: Piccadilly Circus Dauer: mind. 3 Stunden

Tour 3

West End« steht in London für Vergnügen, für das edle und stilvolle Leben. Sonnen Sie sich in diesem Glanz! Der Rundgang führt zum Kunsthaus Sotheby’s, durch exklusive Einkaufsstraßen und herrliche Parks, an zwei königlichen Palästen vorbei, entlang der royalen Prozessionsmeile, schließlich zu gediegenen Clubs und den Luxuslieferanten der High Society.

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Im Herz des West End

Der Spaziergang beginnt an Piccadilly Circus. Von ihm geht in einem herrlichen Bogen Regent Street ab, die Haupteinkaufsmeile des West End – am Kaufhaus Liberty und, wenn Kinder dabei sind, am Spielwarengeschäft Hamley’s führt hier kein Weg vorbei. Am Oxford Circus trifft die Regent Street die hektische Oxford Street, wo sich die Geschäfte und Kaufhäuser von Luxus bis Ramsch nahtlos fortsetzen und man vor lauter Touristen kaum vorwärtskommt. Wer das nicht will, kann zumindest einen Teil des Wegs via Conduit Street durch die New Bond Street – wo die wirklich teuren Geschäfte inkl. des in aller Welt bekannten Auktionshauses Sotheby’s zu Hause sind – zur Oxford Street gehen. Fast an deren Westende auch für Shoppingmüde ein weiteres Muss: Selfridges, nicht so bekannt wie Harrods, aber mindestens so groß und ähnlich edel.

Durch den Hyde Park

Dann erreicht man mit der Nordostecke des Hyde Park den grünen Teil des Spaziergangs, markiert von Marble Arch und Speakers’ Corner. Den Weg durch den Park schlägt man ganz nach Lust und Laune ein (eine etwas längere Variante: nach Westen um den Serpentine-See herum zum Princess Diana Memorial Fountain mit Kaffeepause am Lido), jedenfalls sollte man an Hyde Park Corner wieder herauskommen, wo Britanniens Kriegsheld Wellington wohnte und sich heute ringsum eine ganze Anzahl von Kriegsdenkmälern versammelt. Am Green Park entlang geht es zum Buckingham Palace. Von dort aus kann man durch den St James’s Park spazieren, die Eichhörnchen füttern und an Horse Guards Parade herauskommen und den Spaziergang beenden.

Durch Londons Clubland

Wer dann immer noch Kondition hat, marschiert vom Palast ein kurzes Stück die Mall entlang bis zu Carlton House Terrace und dort treppauf zur St James’s Street und oben – durch das Viertel der Londoner Klubs – wieder in die Gegenrichtung zum St James’s Palace, einem der wenigen Londoner Tudorbauten. Danach schlägt man den Weg zurück durch das Viertel St James’s ein, der recht lang geraten kann, denn edle Herrenausstatter, Tabak- und Pfeifenläden und schließlich auf Piccadily das Nobelkaufhaus Fortnum & Mason lauern beiderseits der Straßen. Jedenfalls kommt man wieder an Piccadilly Circus heraus, und dahinter beginnt Chinatown – genau richtig für Lunch oder Dinner.

Kreativ Und Bunt: Soho

Start: Soho Square | Ziel: Golden Square | Dauer: 2 Stunden

Tour 4

Wenn Sie nicht nur das Schöne, Reiche und Edle sehen wollen, sondern auch ein Faible für die Bohème haben, dann entdecken Sie das Viertel, wo Casanova verkehrte und Karl Marx wohnte, wo Prinz Philip und trinksüchtige Dichter abtauchten. Soho haftet immer noch eine Aura des Verrufenen an – nicht ganz zu Unrecht, obwohl das Viertel heute treffender als kreativ und bunt zu bezeichnen ist.

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Sohos Mittelpunkt

Das erkennt man schon am Soho Square (U-Bahn: Tottenham Court Road). Der Platz wurde in den 1680er-Jahren als Adresse für die feine Gesellschaft angelegt, woran die schöne Platzmitte mit einer Statue von Karl II. und einige Häuser, vor allem St Barnabas House in der Südostecke, erinnern. Doch bald kam weniger vornehmes Volk: St Patrick’s Church an der Ostseite, jetzt mit Marmorpracht, ist die Nachfolgerin einer katholischen Kirche für arme Iren, die wiederum an der Stelle steht, wo die venezianische Kurtisane Teresa Cornelys in den 1760er-Jahren Maskeraden veranstaltete und Casanova empfing. Im Haus Nr. 1 im Nordwesten hat Paul McCartneys Musikfirma ihren Sitz. Der Keller ist ein Nachbau vom berühmten Beatles-Studio Nr. 2 in der Abbey Road. Drei Minuten entfernt im charmanten St Anne’s Court (über die Carlisle St., an der ersten Kreuzung links) nahmen 1968 Die Vier im noch existierenden Trident Studio »Hey Jude« auf.

Prominente Namen

Vom Soho Square führt die Greek St. nach Süden. Das Restaurant Gay Hussar links zählte einst General Eisenhower, die Königin von Thailand, Sowjetspione und Mick Jagger zu seinen Kunden. Dann geht es rechts in die Bateman St. zum Dog and Duck, einem mit Spiegeln, Fliesen und Holz herrlich verzierten Pub der 1890er-Jahre. Eine Gedenktafel auf der Westseite der Frith St. direkt südlich der Kreuzung mit der Bateman St. ehrt Dr. John Snow, der 1854 verunreinigtes Trinkwasser als die Ursache von Cholera erkannte. Fünf Jahre zuvor waren über 50 000 Londoner an der Seuche gestorben. Zu den Opfern zählte eines der Kinder von Karl Marx, der in der Dean St. Nr. 28 von 1850 an sechs Jahre lang in Armut gelebt hatte.

Musik und Historie

Wieder auf der Frith St. geht es nach Süden. Im Haus Nr. 20 links wohnte 1764/1765 der achtjährige Mozart. Gegenüber, in Londons berühmtestem Jazzklub Ronnie Scott’s, trat Jimi Hendrix zum letzten Mal live auf. Bald erreicht man die Old Compton St., heute Mittelpunkt der Londoner Gay-Szene, wo genügend mitunter schicke Lokale einladen, die die Spelunken der Nachkriegszeit mit legendären Kneipenwirten und recht gemischter Klientel abgelöst haben. Die Treffen des Thursday Club im Haus Nr. 29 – 31 gaben in den 1950ern Anlass zu allerlei Gerüchten, denn dort entkam Prinzgemahl Philip dem steifen Palastprotokoll und lud einen erlesenen Kreis, darunter Peter Ustinov, zu einer feucht-fröhlichen wöchentlichen Runde ein. Im heute ungefährlichen Pub Coach and Horses von 1849 (Greek St. südlich der Old Compton St.) verkehrten damals Gangster, korrupte Polizisten und Künstler. The French House (Dean St. 49) war während des Zweiten Weltkriegs so etwas wie das inoffizielle Hauptquartier für Charles de Gaulle; einige Jahre später verlor dort der trinkfreudige Dichter Dylan Thomas 1953 das einzige Manuskript seines Hörspiels »Unter dem Milchwald«.

Etwas Ruhe

Über die Old Compton St. Richtung Westen kommt man zur Wardour St., deren nördlicher Abschnitt das Zentrum der britischen Kinobranche ist, und nach einigen Schritten ist man am grünen Platz vor dem merkwürdigen Turm der St Anne’s Church. Er ist das einzige Überbleibsel der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirche – ein Architekturkritiker beschrieb die Form der Spitze als »gekreuzte Bierfässer«. Der Kirchhof bietet Erholung in einer hektischen Gegend und ist die letzte Ruhestätte des Essayisten William Hazlitt (1778 – 1830), dessen Adresse Frith St. Nr. 6 jetzt das sehr feine Hazlitt Hotel beherbergt, und des deutschen Abenteurers Theodor von Neuhoff (1694 – 1756), der für die Unabhängigkeit von Korsika kämpfte, König der Insel wurde und später sein Königreich als Pfand für seine Befreiung aus einem Londoner Schuldnergefängnis bot.

Doch noch ein bisschen verrucht

In der Brewer St. hat sich dann doch noch ein Rest vom verruchten Soho gehalten. An Sexshops und dubiosen Klubs vorbei geht es Richtung Westen und dann rechts in die Lower James St. zum Golden Square. Er wurde Anfang des 18. Jahrhunderts für ein adliges Publikum angelegt, woran einige wenige Bauten erinnern, so zwei Häuser an der Westseite, ehemals Domizil der portugiesischen Botschaft. Von hier sind Regent St. und die U-Bahn-Station Piccadilly Circus nicht weit.

Jung Und Multikulti: Spitalfields

Start: U-Bahn-Station Aldgate East | Ziel: Spitalfields Market | Dauer: 1,5 – 2 Stunden

Tour 5

Spitalfields ist heute ein Fest für das Auge und den Gaumen. Auch eine spannende Vorgeschichte als Stadtteil hugenottischer und jüdischer Einwanderer schwingt mit. Das Geld des angrenzenden Bankenviertels macht sich in manchen Läden und Cafés zunehmend bemerkbar, doch prägt das Alltagsleben der Bangladeshis und Studenten immer noch das Geschehen. Wer sich diesen Spaziergang an einem Sonntag vornimmt, findet bunte Märkte für Trödel und Mode.

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Kunst und Handwerk

Direkt neben der U-Bahn-Station Aldgate East, Ausgang 3, steht die Whitechapel Art Gallery, 1901 im Arts & Crafts-Stil gebaut. Zusammen mit der benachbarten Bibliothek stellte sie als »Universität des Ghettos« eine wichtige Kultureinrichtung für das arme East End dar und ist heute einer der profiliertesten Ausstellungsorte Londons für zeitgenössische Kunst. Die Whitechapel High St. führt östlich zur Osborne Street.

Banglatown

Die Osborne St. mündet in Brick Lane, die Hauptachse von »Banglatown«, das Viertel der Immigranten aus Bangladesch. Hier steht ein Curry-Restaurant neben dem anderen. Monika Ali’s Erfolgsroman »Brick Lane« beschreibt das Leben um die letzte Jahrtausendwende, als die Straßenszene noch vielfältiger war und es z. B. mehr Textilgeschäfte gab als heute.

Linker Hand in der Fashion St. steht der Moorish Market, 1905 im maurischen Stil gebaut und heute Wirtschaftskolleg. Die Jamme Masjid Mosque Ecke Fournier St./Brick Lane ist das einzige Bauwerk Großbritanniens, das drei Weltreligionen gedient hat: 1743 von französischen Hugenotten als Eglise Neuve gebaut, wurde sie 1809 von einer Gesellschaft zur Missionierung der hier ansässigen Juden übernommen. Das misslang, denn 1897, nach der Einwanderung Zehntausender osteuropäischer Juden, wurde die Kirche zur Synagoge. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die jüdische Gemeinschaft nach und nach weg und 1975 erfolgte die Umwandlung in ein muslimisches Gotteshaus. Auf Brick Lane einige Schritte weiter sieht man rechts den Schriftzug »CH. N. Katz« über einem Fenster. Hier wurden im letzten damals verbliebenen jüdischen Laden des Viertels bis Ende der 1990er Papiertüten und Kordeln verkauft.

Das alte Schneiderviertel

Stattliche Häuser aus georgianischer Zeit säumen Fournier Street. An deren Ende steht die markante Kirche Christchurch Spitalfields, ein Werk des Wren-Schülers Nicholas Hawksmoor. Von der Fournier St. biegt man rechts in die Wilkes St. und wieder rechts in die Princelet St.: Beide Straßen vermitteln einen Eindruck vom Wohlstand der hugenottischen Seidenweber im 18. Jh., die kostbare Kleidung für die feine Gesellschaft herstellten – Beispiele sind im Victoria & Albert Museum >>> zu sehen. Von den langen Fensterreihen der ausgebauten Dachgeschosse profitierten ab dem 19. Jh. jüdische Schneider. Wieder auf Brick Lane, geht es nach Norden zur ehemaligen Truman Brewery, heute in den Händen eines schrägen, jungen, kreativen Volks: Modegeschäfte, preiswerte Esslokale, Künstlerateliers, Medienunternehmen, Nachtklubs und ein schriller Sonntagsmarkt.

Marktleben

Ein Stückchen zurück nach Süden, rechts in die Hanbury St. (Dachfenster der Weber im Haus Nr. 24-26) und über die Commercial St. geht es zum Spitalfields Market. Der westliche Teil der Markthalle aus den 1880er-Jahren wurde für schicke Neubauten abgerissen, doch ein Eindruck des alten Marktgeschehens bleibt, besonders sonntags, wenn in der gesamten Umgebung richtig viel los ist (Achtung: samstags und montags ist geschlossen!).

Nördlich des Markts zeigen die Folgate St. und die umliegenden Straßen Beispiele für sanierte Stadthäuser des 18. Jh.s. In Nr. 18 Folgate St. schuf der Amerikaner Dennis Severs eine bezaubernde Rekonstruktion des einstigen Lebens der Seidenweber in jener Zeit, ein begehbares Gesamtkunstwerk.

Am Markt vorbei geht es über Fort St. in die Sandys Row zur letzten Synagoge des Viertels in einem Bau aus dem Jahr 1854; dann weiter links in die stimmungsvolle Artillery Passage. Hier oder im Spitalfields Market bieten viele Cafés und Restaurants Stärkung.

www.dennissevershouse.co.uk

AUSFLÜGE

Die perfekte Ergänzung zu einem Aufenthalt in London ist ein Ausflug in eine andere Stadt. Unterwegs gibt es Blicke auf die sanfte, grüne Landschaft, am Ziel ist die Stimmung beschaulicher, weniger multikulturell und deshalb vielleicht »englischer« als in der Hauptstadt. Da das Verkehrsnetz auf London zentriert ist, kann man in einem bequemen Tagesausflug diese Eindrücke sammeln

In die nähere Umgebung

Einige herausragende Ziele befinden sich am Rand des Stadtgebiets oder nur eine kurze Entfernung außerhalb. Obligatorisch ist natürlich Greenwich, wo Britanniens Seemacht geformt wurde; darüberhinaus locken die herrlichen Parks und Gewächshäuser von Kew Gardens, die majestätische Stille um den Tudor-Palast Hampton Court Palace oder das Flanieren an der Riverside von Richmond. Wer wissen will, wo und vor allem wie die Royals wohnen, muss unbedingt nach Windsor Castle fahren.

Etwas weiter weg

Lohnende Ziele in einem Umkreis von 100 km um London sind gut mit der Bahn oder mit Linienbussen (ab Victoria Coach Station) zu erreichen.

Arundel in den South Downs (80 km südlich) gilt als eine der reizvollsten Städte Südenglands. Über ihr thront die Burg der Herzöge von Norfolk (Bahn ab Victoria Station).

Das berühmte Seebad Brighton an der Südküste (80 km südlich) lockt mit dem Vergnügungspark Palace Pier auf einem ins Meer hinausragenden viktorianischen Pier (Bahn ab Victoria Station). Brighton Pavilion, ein für den Prinzregenten, den späteren König Georg IV. im extravaganten orientalischen Stil erbauten Palast, ist eine weitere Attraktion.

In der Bischofsstadt Canterbury (75 km südöstlich) steht mit der Kathedrale einer der schönsten Sakralbauten Englands und die Hauptkirche der anglikanischen Konfession. Die hübsche Altstadt am Fluss Stour lädt zum Verweilen ein (Bahn ab Victoria Station oder Charing Cross).

Ascot, wenige Kilometer südwestlich von Windsor, ist alljährlich im Juni zur Galopprennwoche »Ascot Week« Treffpunkt der High Society. Donnerstags kommen zum Gold Cup die Royals in Kutschen von Schloss Windsor herüber (Bahn ab Waterloo Station).

Das weltberühmte Universitätsstädtchen Cambridge (90 km nördlich) glänzt mit den mittelalterlichen Colleges. Ein Spaziergang oder Ausflug mit dem Stakkahn am trägen River Cam ist hier eine beliebte Sommerbeschäftigung (Bahn ab Liverpool Street Station).

Oxford, eine der ältesten Universitätsstädte der Welt (90 km nordwestlich), gilt aus historischer und architektonischer Sicht als die zweitwichtigste Stadt Großbritanniens nach London. Besonders attraktiv sind die Colleges, die Kathedrale, die Gärten und die High Street – und natürlich das Studentenleben (Bahn ab Paddington).

S

Sehenswertes

Magisch, aufregend, einfach schön

Alle Reiseziele sind alphabetisch geordnet. Sie haben die Freiheit der Reiseplanung.

© laif/Martin Sasse

British Museum

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Lage: Great Russell Street | U-Bahn: Russell Square, Goodge Street Eingänge: Great Russell Street, Montague Place |

tgl. 10 – 17.30, Fr. bis 20.30 Uhr |

Führungen: tgl. ab 11 Uhr »Eye Opener« (Vorstellung jew. eines Saals, ca. 30 – 40 Min.); Fr. ab 17 »Friday spotlight tour« (ausgewählte Objekte, ca. 20 Min.); Fr.– So. 11.30 u. 14 »Around the world in 90 minutes« (Highlights; £ 12 pro Person, Voranmeldung);

tgl.: »Object handling« (Anfassen erlaubt unter Anleitung) |

Eintritt frei (Spende erwünscht) | www.britishmuseum.org

Sammelleidenschaft auf die Spitze getrieben: Als eines der bedeutendsten Museen der Erde stellt das British Museum grandiose Objekte aus, die die Geschichte der Menschheit mitbestimmt haben und weltberühmt sind.

Collecting the World

So stehen viele der jährlich über sechs Millionen Besucher staunend und manchmal ehrfürchtig vor den Kunst- und Alltagsgegenständen aus Ägypten, Mesopotamien, aus Griechenland und dem Römischen Reich, aus dem übrigen Europa und dem Rest der Welt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Museen von Weltrang muss man im British Museum aber nicht vorbuchen und, wenn man nicht gerade an Wochenenden in der Hauptsaison oder am Nachmittag kommt, auch nicht mit Warteschlangen rechnen: Der Eintritt ist kostenlos, denn das Museum ist sehr erfolgreich im Werben um große Spender aus der Wirtschaft. Kleine Spenden der Besucher sind aber ebenfalls willkommen. Von den derzeit geschätzten acht Mio. Objekten ist natürlich nur ein Bruchteil ausgestellt, und selbst all diese besichtigen zu wollen, ist nahezu unmöglich. Was man unbedingt gesehen haben muss, ist nachstehend aufgeführt; zwei bis drei Stunden sollte man dafür mindestens einplanen. Das Museum macht auf seiner Website unter »Visiting« Vorschläge u. a. für einen ein- und einen dreistündigen Aufenthalt und was man mit Kindern ansehen könnte.

Das Wichtigste

Great Court und Reading Room

Am Lesetisch mit Marx, Gandhi und Lenin

Das Erste, was Sie nicht versäumen sollten, ist der Great Court. Stararchitekt Norman Foster schuf hier Europas größten überdachten Platz, indem er den kreisrunden ehemaligen Lesesaal der British Library mit einem Glasdach überkuppelte. Hier ist das Empfangszentrum mit Besucherinformation, Great Court Restaurant, Court Café, Buchladen und Museumsshops untergekommen.

Im Reading Room arbeiteten u. a. Karl Marx, Mahatma Gandhi und auch ein gewisser Jakob Richter – auf diesen Namen ließ sich Lenin seinen Leseausweis ausstellen. Seit dem Wegzug der British Library macht man sich Gedanken, wie der Saal genutzt werden kann.

© DuMont Bildarchiv/Martin Sasse

Betritt man den Great Court, geht der Blick erst einmal andächtig nach oben – die grandiose Dachkonstruktion aus Stahl und Glas schuf Sir Norman Foster.

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Oberes Geschoss · Upper Floor 47

35,37 Wechselausstellungen

38/39 Uhren, Zeitmesser

40 Europ. Mittelalter 1050 – 1500

41 Sutton Hoo, Europa 300 – 1100

46-47 Europa 1400 – 1900

48 Europa 1900 bis heute

49 Britannien zur Römerzelt

50 Britannien und Europa 800 v.Chr. – 0

51 Britannien und Europa 10000 – 800 v.Chr.

52 Iran Im Altertum

53 Südarabien Im Altertum

54 Anatollen im Altertum

55-56 Mesopotamien im Altertum

57-59 Naher Osten im Altertum

61-64 Ägypten

65 Sudan, Ägypten, Nubien

66 Äthiopien, Kopten

68 Münzen und Medaillen

69 Alltagsleben Im antiken Griechenland und Rom

69a Wechselausstellungen

70 Stadt und Reich Rom

71 Etrusker

72 Zypern Im Altertum

73 Hellenistisches Süditalien

90 Drucke und Zeichnungen

91 Wechselausstellungen

91a Malerei und Kalligraphie

92-94 Japan

Erdgeschoss · Ground Floor

1 Aufklärung

2 Collecting the World

2a Waddesdon Bequest

3/5 Wechselausstellungen

4 Ägyptische Großplastiken

6 Assyrische Skulpturen

7/8 Nimrod

9 Ninive

10 Löwenjagdrellefs, Chorsabad, Lachish

11 Kykladen in der Bronzezeit

12 Kreta, Mykene

13 Griechenland 1050 – 520 v.Chr.

14 Griechische Vasen

15 Athen, Lykien

16 Bassae (V2 Treppe höher)

17 Nereidenmonument

18 Skulpturen von Parthenon

19 Athen

20 Griechen und Lykler

21 Mausoleum von Hallkarnassos

22 Alexander der Große

23 Griech. und röm. Skulpturen

24 Leben und Tod

26 Nordamerika

27 Mexiko

30 Wechselausstellungen

33 Süd- und Südostasien, China

33a Amaravati

33b Chinesische Jade

33c Drachenkeramik

34 Islamische Welt

67 Korea

95 Chinesische Keramik

Unteres Geschoss · Lower Floor

25 Afrika

77 Griech. und röm. Architektur

78 Griech. und röm. Inschriften

Ägypten

Die Entzifferung der Hieroglyphen

Saal 4 links vom Great Court zeigt ägyptische Großplastiken wie die Kolossalbüste von Pharao Ramses II. aus Theben-West. Unscheinbar dagegen, aber ein Meilenstein der Altertumsforschung ist der etwas mehr als 1 m hohe Stein von Rosetta, eine schwarze Basalttafel aus dem Jahr 195 v. Chr. Während Napoleons Ägyptenfeldzug 1799 von Hauptmann Bouchard im Nildelta gefunden, schafften ihn die Briten 1802 nach London. An der dreisprachigen Inschrift, bestehend aus Hieroglyphen, der sog. demotischen Schrift und der griechischen Übersetzung, versuchten sich mehrere Gelehrte, doch erst 1822 gelang dem Franzosen Jean-François Champollion die Entzifferung. Er löste damit das Geheimnis der Hieroglyphen.

Das schaurige Ägypten präsentieren die Säle 62 und 63 im Obergeschoss: die große Mumiensammlung. Ungewöhnlich in Gestalt und Haltung ist die Mumie der Katebet aus dem 14./13. Jh. v. Chr.

Assyrien und Ur

Sintflut auf Assyrisch

In den Sälen 6 bis 10 sind einzigartige Schätze aus assyrischer Zeit ausgestellt. Saal 10 zeigt Löwenjagdreliefs aus der Regierungszeit Assurbanipals; in den anderen Räumen sehen Sie Reliefs aus den Palästen von Nimrod und Ninive, mächtige geflügelte Stiere mit Menschenkopf vom Palast des Sargon in Chorsabad und einen schwarzen Obelisken, der von den Taten Shalmanesers III. kündet.

Im Saal 55 im Obergeschoss steht auf der sog. Fluttafel aus der Bibliothek Assurbanipals in Keilschrift das 11. Buch des berühmten Gilgamesch-Epos, nichts anderes als die assyrische Version der Geschichte von der Sintflut.

Dass Brettspiele auch vor fast 4000 Jahren beliebt waren, zeigt das Royal Game of Ur in Saal 56.

Griechenland

Streitobjekt

Einige der berühmtesten, aber auch umstrittensten Objekte in der Welt der Altertumskunst begegnen in Saal 18: die Skulpturen und Friese vom Parthenon in Athen. Berühmt, weil sie aus der Blütezeit Athens stammen und einen Höhepunkt griechischer Bildhauerkunst darstellen; umstritten, weil sie Lord Elgin, damaliger britischer Botschafter im Osmanischen Reich, zu Beginn des 19. Jh.s aus dem Tempel herausbrechen und für seine Privatsammlung nach England schaffen ließ. Noch heute wird darüber gestritten, ob er dazu die Genehmigung hatte; die griechische Regierung fordert jedenfalls schon seit Langem die Rückführung.

Ein Weltmuseum wie das British Museum muss natürlich auch echte Weltwunder präsentieren. Mittelpunkt der Säle 21 und 22 sind daher Stücke vom Mausoleum von Halikarnassos und vom Artemis-Tempel in Ephesos, beide datiert auf das 4. Jh. v. Chr.

© AWL Images/Travel Pix Collection

Zurecht im British Museum? Ein Detail des Frieses vom Parthenon in Athen

Britannien und England

Bacchus, ein König und eine Moorleiche

Einer der Hauptanziehungspunkte in Saal 49 ist der Schatz von Mildenhall, den 1942 ein Bauer beim Pflügen fand: 34 silberne Geschirrteile aus dem 4. Jh. n. Chr., darunter »The Great Dish«. Auf dieser Silberschale sind Bacchus, Herkules und andere Gestalten aus der griechisch-römischen Mythologie dargestellt; die bärtige Maske in der Mitte zeigt wahrscheinlich Meeresgott Oceanus, umgeben von Nymphen.

Saal 41 führt ins Mittelalter, und auch hier gibt es einen Schatz. Bei Sutton Hoo in Suffolk fand man das Schiffsgrab eines angelsächsischen Königs aus dem 7. Jh., ausgestattet mit Waffen, Schmuck und Münzen. Ein ganz wunderbares Kleinod in Saal 40 sind Schachfiguren aus Walrosszahn aus dem 12. Jh., die Lewis Chessmen von der Hebrideninsel Lewis, die damals zu Norwegen gehörte. Der Lindow Man in Saal 50 ist die 2000 Jahre alte mumifizierte Leiche eines Mannes, der vermutlich eines rituellen Todes starb und im Moor von Cheshire versenkt wurde.

Saal 2: Sir Hans Sloane

Aus Leidenschaft erbaut

Wer verstehen will, wie und wozu die gewaltigen Bestände zusammengetragen wurden, sollte am Ende noch einen Blick in Saal 2 werfen. Dort begegnet man u. a. dem Naturwissenschaftler und leidenschaftlichen Sammler Sir Hans Sloane (1660 – 1753), der zu seinen Lebzeiten 71 000 verschiedenste Objekte erworben hatte. Er vermachte sie dem Staat (seine Erben erhielten dafür 20 000 Pfund), was den Ausschlag dafür gab, dass noch in seinem Todesjahr das Museum per Parlamentsakte gegründet wurde. Durch eine Lotterie kam Geld für ein Gebäude zusammen, das man 1759 in Montagu House fand. Nachdem bald Unmengen weiterer Stücke hinzugekommen waren, beschloss man einen Neubau. Dieses klassizistische Gebäude, entworfen und 1823 begonnen von Robert Smirke, vollendete 1843 dessen Bruder Sydney am heutigen Platz. Was für ein Zufall: Sir Hans wohnte gerade einmal 350 m weiter die Great Russell Street hinauf in No. 3 Bloomsbury Place.

Buckingham Palace

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Lage: The Mall, SW 1 | U-Bahn: St James’s Park, Victoria,

Green Park | Besichtigung: Ende Juli – Ende Sept. tgl. 9.30 – 18.30, letzter Einlass 16.15 Uhr | Vorbuchung: unter www.royalcollection.org.uk oder Tel. 00 44 207 7 66 73 00 | Eintritt: £ 21,50

Wenn die Königliche Standarte über Buckingham Palace weht, ist die Queen zu Hause (und an ihrem Arbeitsplatz), umsorgt von über 300 Angestellten. Draußen vor ihrer Residenz tummeln sich jeden Tag Tausende, um das militärische Spektakel der Wachablösung zu erleben, insgeheim vielleicht mit der Hoffnung, einen Blick auf die Hausherrin erhaschen zu können ...

Changing of the Guard

Die Parade der Bärenfellmützen

Fünf Regimenter der Royal Foot Guards bewachen den Palast. Wer rechtzeitig kommt, hat vom Sockel des Victoria Monument, des von Sir Aston Webb geplanten und von Sir Thomas Brock gestalteten Denkmals der Ururgroßmutter von Elisabeth II. aus – umringt von Allegorien auf Sieg, Ausdauer, Mut, Wahrheit, Gerechtigkeit, Wissenschaft, Kunst und Landwirtschaft – einen sehr guten Überblick auf die Parade der Wachsoldaten. Ihre scharlachroten Uniformjacken und die berühmten Bärenfellmützen sind im Übrigen keine britische Erfindung, vielmehr schauten sich die Briten sie von Napoleons Gardegrenadieren ab, die sie in der Schlacht von Waterloo besiegt hatten. Die Geschichte der Guards erzählt das Guards Museum in den Wellington Barracks.

Um 10.45 Uhr reitet eine Abteilung der Household Cavalry von ihrem Quartier in den Hyde Park Barracks zur Wachablösung auf Horse Guards Parade (Whitehall >>>) und um 11.37 Uhr reitet die abgelöste Abteilung zurück; beide passieren dabei Buckingham Palace.

Changing of the Guard: April – Juli tgl. 11.30, übrige Monate jeden zweiten Tag 11.30 Uhr

Guards Museum: Birdcage Walk | tgl. 10 – 16 Uhr, Mitte Dez. – Jan. geschl. | Eintritt: 6 £ | www.theguardsmuseum.com

© Glow Images/Deposit

Mögen die roten Uniformjacken und die Bärenfellmützen nur abgeguckt sein – die Parade der Wachsoldaten ist ein absolutes Highlight.

Residenz der Monarchen

Vom ungemütlichen Ziegelbau zum standesgemäßen Palast

Buckingham Palace ist erst seit dem 13. Juli 1837, als Queen Victoria vom St James’s Palace >>> hierherzog, königliche Residenz. Gemütlich hatte sie es nicht, denn die Belüftung war kläglich und die Kamine qualmten so fürchterlich, dass man sie erst gar nicht mehr anzündete. Die Queen fror, und mit ihr der Hofstaat.