Bauch ohne Bauchfett - Imre Kusztrich - E-Book

Bauch ohne Bauchfett E-Book

Imre Kusztrich

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Beschreibung

Übergewicht ist keine Krankheit. Die übermäßige Vermehrung des Fettgewebes an inneren Organen schon. Diese Feststellung der World Health Organization von 2000 hat der Deutsche Bundestag erst 20 Jahre später übernommen, 2020. Dieses schreckliche Versäumnis ist typisch für das Desinteresse gegenüber der Gefährlichkeit von innerem Bauchfett, Viszeralfett genannt. Gefährlich sind nicht die Kilos an Extrafett. Gefährlich sind die Substanzen, die von Bauchfettzellen abgesondert werden. Es gibt fast keine Krankheit, deren Entstehung durch Viszeralfett nicht drohender wird. Diabetes, Herz-Kreislaufleiden, Stoffwechselkrankheiten, Schlaganfall. Im Immunsystem wird eine Kaskade von gefährlichen Reaktionen gestartet. Denken Sie sogar das Unwahrscheinliche … Depression, Krebs, Osteoporose, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Arthritis. Die Quintessenz wurde seit 2015 in Deutschland so gut wie nicht mehr kommuniziert: "Eine Gesamtzahl von 102.000 Personen stirbt frühzeitig jedes Jahr wegen Übergewicht." Erst im Juni 2022 haben polnische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Zusammenhänge von Bauchfett mit einer Erweiterung der Bauchaorta, dem abdominalen Aortenaneurysma, hingewiesen … sehr oft tödlich! Acht Hauptursachen von Fettleibigkeit, darunter Medikamente, werden generell mit zu wenig Ernsthaftigkeit betrachtet und haben vermutlich ernstere Folgen als der Verzehr von zu vielen Kalorien. Am Ende dieses Buches finden Sie eine Einkaufsliste für an die 100 Nahrungsmittel mit einer verblüffenden Gemeinsamkeit. Nach Verzehr hat jedes einzelne wissenschaftlich festgestellte günstige Effekte gegen unerwünschtes Bauchfett. Am Ende dieses Buches finden Sie eine Einkaufsliste für an die 100 Nahrungsmittel mit einer verblüffenden Gemeinsamkeit. Nach Verzehr hat jedes einzelne wissenschaftlich festgestellte günstige Effekte gegen unerwünschtes Bauchfett.

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Inhalt

 

Einleitung

Vorwort

Kohlenhydrate und Insulin, das entscheidende Duo

Nüsse widerlegen das Kalorienmantra

Länger als 14 Stunden Insulin im Blut

Eine extrem wichtige Substanz ohne Referenzwert

Glykämischer Index, glykämische Last

Acht weitere Hormone machen dick und dünn

Fett mit Überraschungen

Wann der Body Mass-Index täuscht

Zeit für das Maßband

Bauchscan und Bluttest

Kein Witz. Sie lösen Ihr Fett in Luft auf

Fett ist kein Feind. Ganz im Gegenteil

Am hartnäckigsten ist Viszeralfett

Wie ungesund sind Sumoringer?

Erklärung für das Bauchfett der schlanken Frau

Jeder Zentimeter mehr bedeutet Lebensgefahr

Fettgewebe, ein ungerechtes System

Verheerend wirken nicht die Kilos

Apfel, Birne, Chili

Fettzellen leben länger

Auch Schadstoffe machen fett

Täglich Hunderte chemische Effekte

Fettgewebe senden Signale und Befehle aus

Was wir essen und wofür

Weißes Fett muss kritisch gesehen werden

Braunes Fett kann sogar günstig wirken

Bauchfett weicht zuletzt

 

…………………………………………………

Sonderteil Essen gegen Bauchfett

Obst gegen Bauchfett

Gemüse gegen Bauchfett

Eiweiß gegen Bauchfett

Fett gegen Bauchfett

Vollkorn gegen Bauchfett

Gewürze gegen Bauchfett

Getränke gegen Bauchfett

Milcheiweiß gegen Bauchfett

Das Phänomen der Null Kalorien

Rotweinmedizin gegen Fettzellen

Rätsel über Vitamin D und Bauchfett

Auch Calcium überrascht als Anti-Fett-Substanz

Avocado gegen Bauchfett

Was Präbiotika und Probiotika beitragen

Vergessene Abnehmhormone

Bauchfett, Krebs … und der Schutz durch Gemüse

In Ihrer Küche ist ein Bauchfettfeind

Auch Schwarzer Tee verdient Beachtung

Das sind unter beliebten Nahrungsmitteln die schlechtesten (laut Wissenschaft)

Das sind oft sträflich vernachlässigte Nahrungsmittel

Mehr als ein Dutzend Nahrungsmittel gegen Heißhunger

Ebenfalls gut zu wissen

…………………………………………………………………..

Sonderteil Fitness gegen Bauchfett

Pilates gegen Bauchfett

Pilates-Übung Hundred

Pilates-Übung Scissors

Yoga gegen Bauchfett Yoga-Übung Unterarm-Plank

Yoga-Übung Bridge

……………………………………………………………….

………………………………………………………………….

Sonderteil Bauchfett-Sünden

Der Lebensstil muss auf den Prüfstand

Was ist mit den Kalorien?

Zuerst Fehler der Vergangenheit überwinden

Erster Bauchfett-Faktor: Versteckte Zucker

Zweiter Bauchfett-Faktor: Alkohol

Dritter Bauchfett-Faktor: Transfette

Vierter Bauchfett-Faktor: Sitzende Lebensweise, körperliche Inaktivität

Fünfter Bauchfett-Faktor: Zuwenig Eiweiße

Sechster Bauchfett-Faktor: Falsche Verdauungsbakterien

Siebenter Bauchfett-Faktor: Schlafmangel

Achter Bauchfett-Faktor: Mobilfunk

Neunter Bauchfett-Faktor: Psychomedikamente

Zehnter Bauchfett-Faktor: Stress und Stresshormone

Aus der Stressapotheke der Natur

Weniger Magnesium, mehr Entzündungen, mehr Bauchfett

Verdachtsfall Salz

Nicht länger als 14 Stunden essen

Leicht fasten, schwer gewinnen

Was das Verhalten am Büfett verrät

Mahlzeiten auslassen und andere Fehler

………………………………………………………………………………………………………..

Auf den Punkt gebracht: Quintessenz zu Bauchfett

Zwei Diäten gegen Herzrisiken reduzieren auch Bauchfett

Mittelmeerkost: Anregungen

D.A.S.H. Diet: Anregungen

 

Einkaufsliste

 

 

 

Einleitung

 

Während Sie dieses EBook lesen, können Sie bereits von der ersten Minute an davon profitieren. Am Ende des Buches finden Sie eine Einkaufsliste. Sie nennt an die 100 Nahrungsmittel mit einer verblüffenden Gemeinsamkeit. Nach Verzehr hat jedes einzelne wissenschaftlich festgestellte günstige Effekte in Bezug auf die medizinisch gefährlichste Art von Bauchfett:

Entweder Bauchfett wird jetzt endlich weniger.

Oder die Bildung von neuem Bauchfett wird gebremst.

Oder die gesundheitlich bedenklichsten Folgen werden neutralisiert. Das schenkt Ihnen und Ihrem Körper Zeit, sich mit dem Bauchfett erfolgreich auseinanderzusetzen.

Was Sie grundsätzlich über Bauchfett wissen sollten und was sie sonst noch dagegen tun können, steht in den übrigen Kapiteln.

Mit am wichtigsten:

Zucker reduzieren.

Falschen Kohlenhydraten ausweichen. Insulin ist das Bauchfetthormon Nummer 1.

Mehr Ballaststoffe. Denn sie sind alles andere als Ballast. Sie finden Sie in blattgrünen Gemüsen, in Vollkorngetreiden, Nüssen und Bohnen.

Stress niedrig halten. Cortisol ist das Bauchfetthormon Nummer 2.

Ein Superfood, das Fett verbrennt, gibt es nicht. Und schon gar nicht gibt es spezielle Bewegungen, die Fettgewebe reduzieren.

 

 

 

Vorwort

 

Das ist kein Ratgeberbuch zu kosmetischen Problemen. Die beiden Autoren betonen deutlich: Der gesunde Körper präsentiert sich in allen Größen und Formen. Zu Recht verurteilt die Body Positivity-Bewegung jede Diskriminierung von Menschen mit hohem Gewicht.

In Abgrenzung zu Übergewicht ist allerdings die übermäßige Vermehrung des Fettgewebes unmittelbar an inneren Organen ab einem Body Mass-Index 30 seit dem Jahr 2000 von der World Health Organization als eigenständige Krankheit definiert. Mit 20 Jahren Verspätung übernahm der Deutsche Bundestag 2020 diesen Beschluss.

Auf der einen Seite ein schreckliches Versäumnis, auf der anderen Seite ohnedies wirkungslos.

Denn selbst eine dramatische Warnung aus dem Institut für Recht der Wirtschaft an der Universität Hamburg vom 23. Dezember 2015 hatte den damaligen Bundesminister für Gesundheit Hermann Gröhe ebenso wenig alarmiert wie die gleiche Meldung seine 14 Vorgängerinnen und Vorgänger im Amt beschäftigt hätte und wie sie nach ihm Jens Spahn oder Karl Lauterbach zu irgendwelchen Entscheidungen gedrängt hat. Zitat aus der Studie (Titel ins Deutsche übersetzt) „Die Kosten und Konsequenzen von Übergewicht in Deutschland: Ein neuer Ansatz unter Betrachtung der Häufigkeit und der Lebenszyklen“:

„Dieser Artikel präsentiert einen Ansatz und eine neue Schätzung der Kosten und Konsequenzen von Übergewicht in Deutschland unter Verwendung von Berechnungsansprüchen an eine deutsche Krankensicherungsgesellschaft. Eine Stichprobe von 146.000 Individuen wurde analysiert … Wir errechneten die Todesfälle pro Jahr durch Übergewicht, die Kosten pro Jahr und zahlreiche nicht greifbare Konsequenzen, die für gewöhnlich unter Schmerz und Leiden laufen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Kosten bisher weitgehend unterschätzt wurden. Die jährlichen direkten Kosten von Übergewicht summieren sich auf geschätzte 29,39 Milliarden Euro und die indirekten zu zusätzlichen 33,65 Milliarden Euro. Eine Gesamtzahl von 102.000 Personen stirbt frühzeitig jedes Jahr wegen Übergewicht, und es gibt eine nennenswerte Ausweitung von Beschäftigungslosigkeit, Langzeitpflege, Schmerz und Leiden durch Übergewicht. Auf die Lebenszeit bezogen, entspricht jeder übergewichtige Mann einer zusätzlichen Belastung von 166.911 Euro und jede übergewichtige Frau von 206.526 Euro für die Sozialversicherungssysteme in Deutschland. Übergewicht durch ungesunde Ernährung ersetzt damit den Tabakkonsum in Bezug auf die Kosten und Konsequenzen als den gefährlichsten Lebensstilfaktor und sollte von der öffentlichen Gesundheitspolitik stärker fokussiert werden.“

(Quelle: „The costs and consequences of obesity in Germany: A new approach from a prevalence and life-cycle perspective“. Eur. J. Health Econ. 2016).

Als im Februar 2020 eine Marktforschung der Universität Göttingen unter Leitung der Wissenschaftlerin Dr. Kristin Jürkenbeck das Thema noch einmal aufgriff, machten sich die Fachleute nicht einmal die Mühe, die Zahlen von 2015 zu aktualisieren und verwendeten sie unverändert wieder. Vermutlich gab es aus Deutschland keine neueren. Nichts verdeutlicht das Interesse derer, die es besser wissen könnten, besser … (Quelle: „Nutrition Policy and Individual Struggle to Eat Healthily: The Question of Public Support“. Department of Agricultural Economics and Rural Development, Marketing of Food and Agricultural Products, University of Goettingen, Göttingen, Germany. 18. Februar 2020).

Gefährlich ist jedoch nicht das Extragewicht prall gefüllter Fettzellen. Die Todesgefahr geht von den Entzündungsstoffen und Hormonen aus, die aus dichten Bauchfettgeweben freigesetzt werden und den Blutkreislauf erreichen. Hauptbetroffenes Organ ist die Leber. Ihre 250 bis 300 Milliarden Zellen werden durch Substanzen aus Fettzellen in ihrer eminent wichtigen Leistung behindert, mit fatalen Folgen. Es gibt fast keine Krankheit, deren Entstehung dadurch nicht drohender wird. Diabetes, Herz-Kreislaufleiden, Stoffwechselkrankheiten, Schlaganfall. Denken Sie sogar das Unwahrscheinliche … Depression, Krebs, Osteoporose, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Arthritis.

Auch das Immunsystem wird alarmiert, und eine Kaskade von gefährlichen Reaktionen setzt ein. Acht Hauptursachen von Fettleibigkeit, darunter Medikamente, werden generell mit zu wenig Ernsthaftigkeit betrachtet und haben vermutlich ernstere Folgen als der Verzehr von zu vielen Kalorien.

Auch nicht die schicksalhaft fatale Rolle von Übergewicht bei zahlreichen COVID-19-Erkrankten hat die Politik zu überfälligen Maßnahmen gegen ungesunde Ernährung gedrängt.

Sollten Sie also Schmetterlinge im Bauch haben, sind sie bestimmt nicht allein. Auch Fettgewebe sind dort angesiedelt. Zwei Hauptarten machen sich dort breit und setzen sich fest. Direkt unter der Haut kann eine fingerdicke oder stärkere Fettschicht mühelos ertastet und gekniffen werden. Es heißt Unterhautfettgewebe oder Gynoidfett. Typisch sind erste Ansammlungen an den Hüften und Schenkeln. Für Fettröllchen oberhalb der Jeans haben sich die Begriffe Love Handles und Hüftgold eingebürgert. Sie sehen bei Frauen und Männern gleich aus.

Dieses Unterhautfett ist weich, wabbelt und wird nur eingeschränkt mit gesundheitlichen Gefahren verbunden. Unter Umständen kann es sogar medizinisch günstige Eigenschaften aufweisen.

Das gilt alles nicht für die zweite Bauchfettart. Sie heißt Viszeralfett und häuft sich massiv in der unmittelbaren Nähe der inneren Organe. Das lateinische Wort viscere bezeichnet Eingeweide. Für dieses von außen unsichtbare und mit starken Risiken behaftete Fettgewebe wird auch der Begriff Organfett verwendet. Selten Androidfett.

Ganz gleich wie es bezeichnet wird - zu viel davon verbindet die Weltgesundheitsorganisation, WHO, mit der bis zu dreifach erhöhter Wahrscheinlichkeit von fast zwei Dutzend durchaus schweren Krankheiten. Außerdem verweist die Statistik auf ein höheres Risiko in Bezug auf Operation, Narkose und Unfälle.

Keinem Menschen ohne besondere medizinische Fachkenntnisse würde einfallen zu befürchten, dass träge wirkendes, scheinbar harmloses Fettgewebe dem menschlichen Körper erheblichen Schaden zufügen kann. Aber es ist so. Zum Beispiel sondern prall gefüllte Fettzellen hormonähnliche Moleküle in das Blut ab, die gemeinsamen mit tatsächlichen Hormonen den Blutdruck erhöhen oder senken. Gefäße werden angespannt. Die Nieren speichern mehr Salz. Zur notwendigen Korrektur setzt die klassische Medizin Arzneimittel aus vier Medikamentengruppen ein, Betablocker, ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorantagonisten und Aldosteronantagonisten.

Dieses tückische Fettgewebe sammelt sich hinter der Muskelwand der Bauchhöhle und ist deshalb von außen nicht ertastbar. Mühelos breitet es sich im faserarmen, schwammartigen Anteil des Bindegewebes aus.

In diesem Raum bilden sich Fettschichten in einer Stärke von fünf, zehn, fünfzehn, zwanzig und mehr Zentimeter.

Die Anhäufung von Fettzellen tief im Bauch ist nicht direkt wahrnehmbar und verrät sich in aller Regel durch eine Vergrößerung des Bauchumfangs. Aber sie verändert viel. Zum Beispiel erfordert die operative Gallenblasenentfernung bei Fettleibigen eine um 20 Minuten längere Narkose.

Viszeralfett ist ein völlig unterschätztes Gesundheitsrisiko. Es geht dabei um so große Bedrohungen wie Herzinfarkt, Demenz und Krebserkrankung.

Jede insgesamt zu hohe Gesamtmenge an Fett, sowohl Viszeralfett als auch Unterhautfett gemeinsam, bringt den Körper einen Schritt näher an bestimmte chronische Erkrankungen. Wieder müssen Herzprobleme, Krebsleiden und Diabetes genannt werden.

Umgekehrt kann eine gesunde Verteilung der im Organismus ganz natürlich entstehenden und gespeicherten Fettmoleküle die Gefahren durch nicht ansteckbare chronische Krankheiten minimieren. Einzelne Studien bringen geringe Mengen von Unterhautfettgewebe sogar mit günstigen Wirkungen in Verbindung.

Vielleicht ist für Sie vor allem wichtig, umfangreich angehäuftes und gefährliches inneres Fett zu verringern. Und natürlich auch das Entstehen von neuem Fett zu verhindern. Dazu finden Sie direkte Antworten und Anleitungen im Sonderteil „Essen gegen Bauchfett“ in 18 Kapiteln.

Es wäre jedoch schade, die übrigen Aussagen in diesem EBook geringzuschätzen. Die wahren Ursachen der Bildung von Eingeweidefett wurden erst kürzlich begriffen, und ihre Auswirkungen auf unsere Gesundheit insgesamt haben es in sich.

Dieses EBook trifft auf eine Gesellschaft, die vom Abnehmen besessen ist. Die Autoren sprechen sich keinesfalls gegen die Reduzierung eines aus dem Ruder gelaufenen Körpergewichts aus. Jedoch es erscheint ihnen wichtig zu betonen, dass der Blick auf die Waage nicht das wichtigste Kriterium liefern darf.

Gerade unser Körpergewicht ist eine Eigenschaft mit möglicherweise hohem vererbten Einfluss. Hinzu kommt: Wer sich ernsthaft gegen seine Statur stellt und sich für eine massive Abmagerungskur entscheidet, nimmt es mit einem hochintelligenten Organismus auf und will ihn mit vermutlich unwillkommener Strategie zu etwas drängen. Bauchfett ist ein schwieriger Duellant.

Das Herbeiführen von erzwungenem und raschem Gewichtsverlust hat in jedem Fall dramatische Veränderungen des Stoffwechsels zur Folge. Nicht immer geht es gut aus. Letztlich können die Reaktionen eines herausgeforderten Organismus auf Dauer eine Verringerung des Körpergewichts vereiteln.

Die Partnerschaft des menschlichen Körpers ist eher zu gewinnen, wenn einem Organismus in kleinen Schritten eine allmähliche Verbesserung von Nahrungsqualität, von körperlicher Aktivität, von Fitness und mentaler Verfassung in Aussicht gestellt wird (Quelle: „Weight loss versus increasing fitness and physical activity for reducing health risks“. School of Education and Human Development at the University of Virginia. WorldHealthNews. 20. 09. 2021).

Das gilt auch für die Verringerung von Bauchfett.

 

 

Kohlenhydrate und Insulin, das entscheidende Duo

 

Während Bäuche immer größer werden, herrscht erstaunliches Schweigen über die wahren Ursachen. Die häufigste Antwort in den Medien lautet Kalorien, jedoch sie ist nicht korrekt. Aber der so genannte Übergewichtsindustriekomplex aus Nahrungsindustrie, Pharmabranche, Werbeagenturen und Massenmedien sichert sich Milliardengewinne gerade von unglücklichen Menschen mit der Hoffnung auf die Lösung ihrer Gewichtsprobleme durch eine negative Energiebilanz.

Tatsächlich ist beispielsweise die entscheidende Wirkung des Hormons Insulin schwer zu vermitteln. Aber nicht ohne Grund gilt es als unser wichtigstes Bauchfetthormon. Während die allermeisten Menschen mit schwerem Gewicht darüber zu wenig wissen, bringen sie Insulin in ihrem Blutstrom im Laufe ihres 24-Stunden-Tages viel zu häufig in Stellung, einfach, weil sie zu oft und über einen zu großen Zeitraum Kohlenhydrate zu sich nehmen. Derartige Nahrung hat immer das Bauchfetthormon Insulin im Schlepptau. Aber einige Kohlenhydrate sind weniger problematisch als andere.

Vereinfachen wir die Ausgangssituation deshalb durch die Orientierung an drei Empfehlungen.

Die erste Information: Sie erleichtern Ihrem Stoffwechsel seine komplizierten Aufgaben durch eine kluge Wahl Ihrer notwendigen Kohlenhydrate. Die Auswahl ist enorm.

Brot: Vollkorn, Vielkorn, Sauerteig, Roggen.

Frühstückszerealien: kernige Haferflocken, Kleieflocken.

Früchte: Äpfel, Erdbeeren, Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen, Birnen, Kiwi.

Gemüse, Hülsenfrüchte: Karotten, Broccoli, Blumenkohl, Tomaten, Sellerie, Zucchini, Mais, Winterkürbis, Linsen, Kichererbsen, Kidneybohnen.

Teigwaren: Pasta, Vermicellinudeln, Reisnudeln, japanische Buchweizennudeln Soba.

Reis: brauner Reis, Basmati, Langkorn.

Körner: Quinoa, Buchweizen, Gerste, Pearl Couscous, auch israelischer Couscous oder Ptitim genannt.

Milch: Milch, Käse, Joghurt, Kokosnussmilch, Sojamilch, Mandelmilch.

Konkrete Bestätigung: Alle Nennungen enthalten wertvolle Kohlenhydrate, die den Stoffwechsel nicht zum Äußersten zwingen.

Die zweite Empfehlung: Die folgenden Nahrungsmittel sind völlig oder fast frei von Kohlenhydraten und dürfen in jedem Essensprogramm ebenfalls vorkommen.

Fisch, Meeresfrüchte: Lachs, Forelle, Thunfisch, Sardinen, Shrimps.

Fleisch: Rind, Huhn, Schwein, Lamm, Eier.

Nüsse: Mandeln, Cashew, Pistazien, Walnüsse, Macadamia.

Fette, Öle: Olivenöl, Butter aus Weidemilch, Avocado.

Gewürze: Knoblauch, Basilikum, Dill, Pfeffer, Salz.

Die dritte Empfehlung: Die folgenden Nahrungsmittel sind nicht verboten, auf sie sollte jedoch möglichst häufig verzichtet werden.

Brot: Weißbrot, französisches Baguette.

Frühstückszerealien: Cornflakes, gesüßter Müslimix.

Gemüse: Kartoffelpüreepulver.

Teigwaren: Instantnudeln.

Reis: Jasminreis, Arborioreis, Normalkornreis.

Milch: Reismilch, Hafermilch.

Früchte: Wassermelone.

 

 

Nüsse widerlegen das Kalorienmantra

 

Stellen wir uns zwei vergleichbare Gruppen von Testpersonen mit nennenswertem Bauchumfang vor: gleiches Alter, gleiches Geschlecht, gleiches Gewicht, gleiche Gesundheit, gleiche körperliche Aktivität. Beide Gruppen essen im Prinzip auch das Gleiche. Den Schwerpunkt bilden Nudeln, Pizza, Reis, Weißbrot und Süßigkeiten.

Es gibt eine Ausnahme. Die zweite Gruppe gönnt sich zusätzlich regelmäßig eine Handvoll Nüsse – Walnüsse, Mandeln, Macadamia. Dieser Extragenuss liefert nach Verzehr allein schon wegen seiner übrigens gesunden Fettsäuren täglich um die 200 Kalorien mehr. Das ergibt für diese Gruppe eindeutig eine höhere Kalorienbilanz.

Nach einigen Wochen wird die erste Gruppe ohne die Extrakalorien der Nüsse jedoch aller Voraussicht nach das Gewicht und den Bauchfettanteil weiter gesteigert haben. In der Nussgruppe wird die Bilanz – falls unabhängige andere Faktoren das nicht ausschließen – günstiger aussehen, vermutlich sogar mit weniger Kilogramm und weniger Bauchfett.

Trotz mehr Kalorien.

Welcher Einfluss ist also noch stärker als die Menge an Energie, die wir uns zuführen?

Die Antwort verweist in erster Linie auf das Hormon Insulin. Für jeden Körper ist eine gewisse Dosis Insulin lebensnotwendig. Ohne dieses für den Stoffwechsel benötigte Hormon müssten wir verhungern. Ein Zuviel mit kaum zeitlicher Unterbrechung hat jedoch langfristig schwere Folgen.

Alles beginnt mit eine Überversorgung mit Kohlenhydraten. Wir finden diese Makronährstoffgruppe fast überall. In Brot, Haferflocken, Reis, salzigen und süßen Mehlspeisen, Früchten, Gemüsen, Milchprodukten, Süßigkeiten, ja sogar im Alkohol.

Nach jedem Verzehr zerlegt das Verdauungssystem Kohlenhydrate im Dünndarm in einfache Zuckermoleküle, die meisten ohne süßen Geschmack. Aber nicht alle Kohlenhydrate haben den gleichen Effekt auf den Blutzuckerspiegel.

Jetzt kommt das Insulin ins Spiel.

Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse erzeugt und wird dort bereitgehalten, bis nach dem Verzehr der beliebten Kohlenhydrate deren Zuckermoleküle im Blut erscheinen. Danach kann nur Insulin als einziges Hormon den Zucker aus dem Blut in unsere Milliarden Körperzellen steuern. Wie ein Schlüssel öffnet es den Zuckermolekülen die Passage durch die Zellwände hinein in das Zellinnere. Vor allem Zellen der Muskeln könnten in kurzer Zeit große Mengen Zucker verwenden, sollte Energie benötigt werden.

Insulin drängt die Zellen zahlreicher Organe, Zuckermoleküle aus dem Blut aufzunehmen, und zwar ganz besonders auch die Fettgewebe, die Leber und das Gehirn. Das ist sinnvoll. In den meisten Körperzellen wird dieser frische Blutzucker sofort in eine praktische Energie umgewandelt. Doch die Wirkung von Insulin auf Fettzellen ist eine andere. Auch sie nehmen Zucker auf, aber nicht, um ihn zu verarbeiten, sondern als Speicherenergie. Und sie reagieren stärker als die anderen Zellen auf das Angebot von Zucker durch die Insulininformation und füllen sich gierig auf. Ob mehr oder weniger Bauchfett entscheidet also dieses Hormon in vorderster Front mit.

Es gibt auch eine alternative Bereitstellung von Energie, durch das Auflösen von gespeichertem Fett aus der Bauchregion und anderen Bereichen. Die frische Energie aus der zugeführten Nahrung im Blut erfordert jedoch deutlich weniger Aufwand. Sinnvollerweise stoppt Insulin unter diesen Umständen erst einmal die Auflösung des in Speichergeweben zurückgehaltenen Fettes, Lipolyse genannt. Umgekehrt wird jeder Überschuss an Zucker sofort in Fettzellen eingespeichert, ebenfalls auf Anregung von Insulin.

 

 

 

Länger als 14 Stunden Insulin im Blut

 

Bei Menschen mit gut funktionierendem Stoffwechsel ist das ein klug gesteuertes Programm des Körpers.

Doch bei immer mehr Betroffenen kommt es zu Störungen dieses Stoffwechsels.

Übliche Nahrung in der westlichen Welt hat zur Folge, dass im Laufe eines Tages Zuckermoleküle der Kohlenhydrate und mit ihnen Insulin kaum noch aus dem Blut verschwinden. Viele Menschen haben dieses Hormon täglich wesentlich länger als 14 Stunden im Blut. Das ist zu lange.

Denn was Millionen hauptsächlich essen, besteht mengenmäßig zu 40 bis 50 Prozent aus Kohlenhydraten verschiedener Herkunft. Das summiert sich bis zu 300 Gramm täglich. Zusätzlich belastet es, dass allein schon 20 Prozent aller verzehrten Kohlenhydrate nicht als gesunde Substanzen aus Pflanzen stammen, sondern hinzugefügte Zuckersüßstoffe in normal und hoch prozessierten Nahrungsmitteln sind.