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Wissenswertes und Kurioses rund um Bauchtanz als Hobby und Berufswahl. Kleine Geschichten vermitteln einen Eindruck vom Lebensgefühl zur Zeit der Jahrtausendwende in der Orientalischen Tanzszene Deutschlands und geben einen Einblick in die geheimnisvolle Welt des Zaubers lebendiger weiblicher Erotik. Das Spektrum des Orientalischen Tanzes in Deutschland umfasst neben Bauchtanz für den Hausgebrauch und neben der möglichen Assoziation zum Rotlichtmilieu auch richtige Künstlerinnen auf diesem Gebiet. Wenn Sie diese Frauen tanzen sehen, werden Sie ein Stück weit die Sorgen vergessen und sich daran erinnern, dass da noch etwas war, das Sie für sich entdecken wollten. Vielleicht ein schöner Traum von Glück und echter Lebensfreude.
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Seitenzahl: 55
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Vorwort
Orientalischer Tanz in der Geschichte und Heute
Konkurrenz-Verhalten
Pleiten, Pech und Pannen
Das Taqasim
Der Tanz mit dem Säbel
Domfest zu Aachen
Tanz der Freude
Orientalischer Tanz und Emanzipation
Bazar Oriental
‚Frauenpower’ (shakti) durch Bauchtanzmeditation
Mission Impossible oder der sich den Wolf tanzen wollte...
Müssen wir das Tanzen (wieder) lernen?
Nur so ein Gefühl! – aber, was für eines!!!
Orientalischer Tanz verbindet Menschen
Ich tanze, um fit zu bleiben
1001 Grüße von Scheherazade
Kairo ist immer eine Reise wert
Mitwirkende
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Impressum
Bauchtanz oder 'Orientalischer Tanz' ist ein seit den ca. 79er Jahren des letzten Jahrhunderts auch in Deutschland bekannt gewordener Frauentanz. Ursprünglich aus dem Orient kommend, ist der Tanz aufgrund der orientalischen Musik entsprechend fremd für westliche Sinne und hat bis heute den Reiz des Exotischen behalten. Ein wahrer Bauchtanzboom entfaltete sich in den 80er und Anfang der 90er Jahre in einigen gesellschaftlichen Nischen, jedoch weitgehend ignoriert von der Bevölkerungsmehrheit. Mit Feminismus und Gesundheitsbewegung einhergehend, etablierten sich Tanzstudios und Volkshochschulkurse, um den Orientalischen Tanz für jede Frau erlernbar zu machen. Es hatte sich inzwischen herumgesprochen wie gesundheitsfördernd die Bewegungen für den weiblichen Körper sind, wenngleich die Aura des Rotlicht-Milieus dem Tanz ebenfalls anhaftet, was ihn bis heute daran hindert, als darstellende Kunst anerkannt zu sein. Nichts desto trotz oder auch gerade deswegen, hat der Tanz für diejenigen, die ihm verfallen sind, ein starkes 'Suchtpotenzial'. Gerade die durch die orientalischen Rhythmen transportierte, dem Orientalischen Tanz innewohnende Fähigkeit der Generierung von Freude bei den Praktizierenden, macht ihn auch für die seelische Gesundheit sehr wertvoll. 'Ekstatisch tanzen' bedeutet eine Befreiung von Druck, ein zeitweises Hinausgehen aus den täglich auf einem lastenden Zwängen. Indem Buch 'Orientalischer Tanz und Ekstase'von Shakti Morganewird diese esoterische Dimension untersucht und mit der Entstehungsgeschichte des Tanzes verbunden. Ebenso werden die einzelnen Grundbewegungen vorgestellt und Anregungen gegeben, wie man mit ihnen experimentieren kann, um davon für die persönliche Entwicklung zu profitieren.
Die folgenden Geschichten und Artikel sind dem Bauchtanz-Kalenderprojekt der Jahre 2002 – 2004, drei von mir herausgegebene Taschenkalender für Tänzerinnen, entnommen. Sie geben einen Eindruck von der damaligen Bauchtanzszene in Deutschland. Deshalb will ich sie hier dem Vergessen entreißen und noch einmal gesammelt vorstellen.Christiane Hausmann
Der Ursprung von Tanz ganz allgemein liegt im Magisch-religiösen. Für die Menschen zu Beginn der Geschichte entwickelte sich Religion aus dem Bedürfnis, die Naturereignisse, die nicht in ihrer Macht lagen, zu beeinflussen und für sich günstig zu stimmen. Jede Kunst ist entsprungen aus dem Wunsch, religiöse Inhalte darzustellen, z.B. Malerei, Bildhauerei, Baukunst, Gesang. Manche Forscher sprechen davon, dass Bewegung älter ist als die differenzierte Sprache, deshalb wird davon ausgegangen, dass Tanz eine der ältesten Künste ist. Es gibt eine stilisierte Frauenfigur mit erhobenen Armen aus der Zeit etwa 4000 v. Chr., die als Tänzerin gedeutet wird. Damals gab es keine Trennung von Tanzenden und Zuschauern, die Gemeinschaft der Menschen tanzte, um Regen, Sonne, Ernte oder eine gute Jagd zu bekommen, die Fruchtbarkeit von Erde und Menschen war von zentraler Bedeutung. Diese erste Phase kann als Kulttanz bezeichnet werden. Und überall auf der Welt lassen sich in früheren Zeiten und auch noch heute Tänze mit Bauch- und Beckenbewegungen nachweisen oder vermuten. Es wurde bei Fruchbarkeitszeremonien getanzt, wobei in nachahmenden Bewegungen der Vorgang von Zeugung und Geburt dargestellt wurde. Der nächste Schritt im Tanz ist der Tempeltanz. Es gab auserwählte Menschen, die tanzen und andere, die zuschauen oder ausgeschlossen sind. Der sakrale Zusammenhang bleibt jedoch bestehen, denn das Hauptmerkmal des Tanzes ist kultisch-religiös. Danach entwickelte sich zusammen mit dem Privateigentum der Schautanz. Es wurde zum Vergnügen getanzt. Jemand ließ tanzen und bezahlte dafür, schon im pharaonischen Ägypten. Das wichtigste Attribut des Tanzes ist jetzt seine sinnlich-erotische Färbung. Erst durch die Ausbreitung von Christentum und Islam wurden Körperlichkeit und Sexualität tabuisiert, und der Tanz seiner sakralen Funktion beraubt. Dasselbe ist übrigens mit dem indischen Tanz geschehen; erst in den letzten Jahrzehnten hat er seine Bedeutung als religiöser Tanz wiedererlangt.
Ägyptische Geschichte Das alte Reich umfaßt die Zeit von 2780 v. Chr. bis 2280 v.Chr. Es gibt professionelle TänzerInnen. Getanzt wird z.B. bei Prozessionen zu Ehren der Göttin Hathor oder bei Begräbnissen; diese Tänze waren streng und würdevoll. Aber auch zu jedem Gastmahl gehören Tanz, Gesang und Musik. Sehr häufig waren Berufstänzer und -tänzerinnen Pygmäen aus Schwarzafrika. Als Tanzkünstler hatten sie ein sehr hohes Ansehen bei den Ägyptern. Weiter gab es akrobatische Tänze, als Sportart, dazu Jagdtänze und erzählende Tänze. Im mittleren Reich (ca. 1900 v. Chr.) wurden Ausländerinnen aus Asien und Afrika als Tänzerinnen geholt, die den Tanz beeinflussten. Die Bewegungen konzentrieren sich nicht wie bisher auf das Becken und die Füße (afrikanisch), sondern hinzu kamen Bewegungen von Oberkörper, Armen und Händen. Im neuen Reich (1567 - 1085 v. Chr.) veränderte sich der Tanz vom Rituell-religiösen zum Sinnlich-künstlerischen, der weiblich-fließende Stil entsteht. Besonders um 1400 v. Chr. hat der Tanz große Bedeutung. Durch die Symbiose von afrikanischen und asiatischen Elementen wird der Grundstein für den orientalischen Tanz gelegt. Die Sinnlichkeit des Tanzes wird durch transparente Gazeschleier und durchsichtige Gewänder hervorgehoben. Die Tänzerinnen haben aber oft außer einem Schmuckgürtel keine Kleidung getragen. Das neue Reich war übrigens geprägt durch die Gleichstellung von Mann und Frau. Frauen bot sich ein reges gesellschaftliches Leben außer Haus. Mit dem Erstarken von Islam und Christentum wird die Frau ans Haus gebunden, ihr wurden ihre gesellschaftlichen Rechte genommen, Sexualität wurde nur als Mittel zur Fortpflanzung erlaubt. Tanz galt als etwas Sexuelles und war damit öffentlich nicht erlaubt. Trotzdem wurde weiterhin getanzt, vor allem bei den Beduinen und Zigeunern. Beide Volksschichten hatten mehr Freiheiten als die seßhaften Araber und hatten eine eigene Tradition, z.B. haben sich die Frauen nicht verschleiert und waren freier. Auch im Harem (die Zeit der mamelukischen Herrscher ca. 1250 nach Chr.) wird getanzt. Tänzerische Einflüsse aus vielen Ländern kommen hinzu. Die Frauen werden in Tanz, Gesang und Musik ausgebildet. Mit den Osmanen (ca. 1520) findet der Tanz auch seinen Weg in den türkischen Harem. Die Frauen tanzen einerseits für den Herrn des Hauses und für seine Gäste, aber auch füreinander und miteinander. Dieses Miteinandertanzen der Frauen im Haus hat sich bis heute in der Türkei und im Orient erhalten.
Orientalischer Tanz in der neuen Zeit 1834 wurden die ägyptischen Zig
