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Tom und Elenna feiern ihre Rückkehr nach Avantia. Doch der böse Magier Malvel stiehlt den Stab des Hexenmeisters und reist mit der Hexe Petra nach Seraph, wo er gefährliche Biester erschafft. Tom und Elenna müssen ihn aufhalten! Ein unschuldiger Fischer erliegt Malvels bestialischem Zauber und wird in ein Meeresungeheuer verwandelt. Keine Frage – Tom und Elenna müssen den Bann brechen. Doch Ketos scheint ungeahnte Kräfte zu haben und so bleibt Tom nur eine einzige Chance, um das Biest zu bezwingen … Actionreiche Fantasy, spannende Missionen und gefährliche Biester! Die erfolgreiche Kinderbuchreihe mit zahlreichen Illustrationen ist besonders für Jungs ab 8 Jahren geeignet. Die komplette Beast Quest-Reihe ist bei Antolin gelistet.
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Seitenzahl: 58
Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhalt
Eine grausame Bezahlung
Feuer in den Bergen
Eine schwierige Entscheidung
Schnelles Wasser, scharfe Felsen
Ein tödlicher Schatten
Angriff!
Ketos’ Zorn
Der Köder
Gefährlicher Ozean
Festhalten!
Geheimnis voraus
Tom und Elenna sind solche Dummköpfe! Sie denken, dass ihre Missionen endgültig vorbei sind und mein Meister geschlagen ist.
Aber das ist nicht wahr! Malvel besitzt den Stab des Hexenmeisters, der aus dem Baum des Seins geschnitzt wurde. Alle Königreiche werden schon bald um seine Gnade betteln.
Wir reisen ins Land Seraph und suchen die Ewige Flamme. Wenn wir den Stab in der Flamme verbrennen, wird unsere schwarze Magie nicht mehr aufzuhalten sein. Tom und Elenna können uns jagen, wenn sie wollen, aber sie werden auf mehr als nur Biester treffen. Dieses Mal sind sie allein, kein Zauberer kann ihnen helfen.
Ich hoffe, Tom und Elenna sind für eine Begegnung mit mir bereit.
Ich warte schon lange auf meine Rache.
Voller Schadenfreude, Petra die Hexe
Eine grausame Bezahlung
„Das war wirklich ein langer Tag“, dachte Brenner. „Aber auch ein guter.“ Er kletterte vorsichtig aus seinem Fischerboot und befestigte es an dem Holzsteg. Brenner blinzelte in die Sonne, die auf dem Meer von Seraph glitzerte, und lächelte. Der Ozean sah aus wie eine sich bewegende blaue Glasscheibe.
Brenner war an der Küste aufgewachsen. Er liebte die salzige Luft und das Geräusch der Wellen, auf denen sein Boot schaukelte und die sanft gegen das Holz schlugen. Es hatte etwas Friedliches, allein auf dem Wasser zu sein.
Trotz seiner Müdigkeit begann er, die Holzkisten mit den Fischen vom Boot zu laden. Es war ein guter Fang: Meerforellen und Streifenbarsche. Auf dem Markt würde er viel verkaufen können. Brenner sah schon die Gesichter der Leute vor sich – sie würden von seinem Fang beeindruckt sein.
Als er die letzte Kiste auf dem Steg abstellte, fiel ein Schatten auf ihn. Brenner drehte sich um. Nur ein paar Schritte entfernt stand, auf einen Stab gestützt, ein Mann in einem langen dunklen Umhang.
„Entschuldigung“, sagte Brenner. „Ihr habt mich erschreckt!“ Er streckte lächelnd die geballte Faust aus. Aber der Fremde erwiderte die übliche Begrüßungsgeste des Landes Seraph nicht.
„Woher er wohl kommt?“, wunderte sich Brenner. Der starre Blick des Fremden bereitete ihm Unbehagen.
Im Sonnenlicht wirkte das Gesicht des alten Mannes blass wie verdorbenes Fischfilet. Immer noch auf seinen Stab gestützt, zog der Fremde einen Zauberstab aus Rosenholz aus seiner Tasche. Auf dem Griff schimmerten elfenbeinfarbene Dornen. Fellstreifen waren um die Lederriemen gewickelt.
„Das sind Zähne“, erkannte Brenner plötzlich. „Die Elfenbeindornen sind Zähne.“
Der Fremde bemerkte Brenners Blick. Er betrachtete den Zauberstab und schien tief in Gedanken versunken zu sein. Dann steckte er ihn wieder in seine Tasche, dabei ließ er Brenner nicht aus den Augen.
„Seltsam, dass ich ihn nicht kommen gehört habe“, dachte Brenner. „Der Holzsteg knarrt doch sonst immer so.“
„Was kann ich für Euch tun?“, fragte er den Unbekannten.
Die Lippen des Fremden verzogen sich zu einem schmalen Lächeln. Seine Zähne waren so gelb wie vergilbtes Pergament.
„Ich würde gerne Fisch kaufen.“
Brenner wusste, dass etwas nicht stimmte. Der Mann starrte ihn die ganze Zeit so sonderbar an. Zu den Fischen hatte er kein einziges Mal hinübergeblickt. Brenner kniete sich hin und öffnete mit zitternden Händen eine Kiste.
„In Ordnung“, entgegnete Brenner, „welchen Fisch wollt …“
„Such drei aus“, unterbrach ihn der Fremde.
Brenner reichte ihm drei Fische und der alte Mann schob sie unter seinen Umhang. „Und wie wollt Ihr dafür bezahlen?“, fragte Brenner.
„Hier ist meine Bezahlung“, sagte der alte Mann und grinste wieder. Er warf seinen Stab zur Seite und zog einen scharfen Dolch aus seinem Umhang.
Mit gezücktem Dolch griff der fremde Mann an. Brenner wich nach hinten aus und fiel ins flache Wasser. Er rappelte sich wieder auf und lief zum Strand. Wasser spritzte auf.
Eine schwierige Entscheidung
Petra rieb sich die Handgelenke und warf Elenna einen Blick zu. „Reg dich ab“, sagte Petra. „Im Gegensatz zu deinem Köter beiße ich nicht.“
Elenna senkte Bogen und Pfeil. „Zünde das Feuer an.“
„Natürlich.“ Petra ging auf Tom zu. „Ich brauche nur noch eine Sache …“ Sie streckte den Arm nach seinem Schwert aus. Mit der Hand auf dem Schwertgriff machte er einen Schritt zur Seite.
„Nicht so schnell!“, rief er.
Petra brach in Lachen aus. „Schau dich nur an! Du hast wirklich gedacht, dass ich es dir wegnehmen will.“
Tom wechselte einen nervösen Blick mit Elenna. Petra hatte nach seinem Schwert gegriffen. Wenn er das nicht schon erwartet hätte, wäre es ihr vielleicht gelungen, sich das Schwert zu schnappen.
„Zünde das Feuer an“, befahl Tom. „Sonst fessle ich dich wieder.“
Petra schloss die Augen und hob die Hand. Sie wisperte: „Feuer entfacht – erhelle die Nacht!“
Von ihrer Handfläche schoss ein orangefarbener Lichtblitz. Er traf auf das aufgeschichtete Holz und entzündete es knisternd. Die Flammen schimmerten in einem unnatürlichen Grün.
„Grünes Feuer!“, stieß Tom ungläubig hervor.
„Ist doch egal“, meinte Elenna, die nah am Feuer saß. „Die Flammen sind trotzdem heiß.“
Tom kauerte sich neben sie, um seine Hände aufzuwärmen. Petra saß auf der anderen Seite des Feuers. Silver hockte sich neben Elenna, während Storm wie eine Wache etwas abseits stehen blieb.
„Erklär uns das mal, Petra“, sagte Tom. „Wenn du deine Magie dazu benutzen kannst, Menschen zu helfen, warum tust du es dann nicht?“
Petra blickte ins Feuer. „Warum sollte ich das wollen?“
„Weil es das Richtige wäre.“
Die Hexe lachte und sah Elenna an. „Ist er immer so? Das muss ziemlich nervig sein.“
„Tom hat recht“, erwiderte Elenna. „Du hast die Wahl. Du könntest Gutes tun.“
„Gutes?“, wiederholte Petra. „Ich soll so sein wie ihr? Und was dann? Soll ich etwa dem mächtigen Zauberer Aduro gehorchen? Was ist eigentlich aus ihm geworden?“
Tom ballte die Fäuste und versuchte, ruhig zu bleiben. „Wir werden den Stab des Hexenmeisters zurückholen“, zischte er. „Dann werde ich ihn an seinen rechtmäßigen Platz in der Waffenkammer in Avantia zurückbringen. Und danach wird Aduro wieder zum Leben erwachen.“ Hoffentlich.
„Du bist noch dümmer, als ich dachte“, spottete Petra. Als Tom sie über das Feuer hinweg betrachtete, huschten Schatten über ihre Wangen. „Aduro ist tot. Er kommt nie mehr zurück. Das hat er davon, dass er Gutes getan hat.“
Tom schauderte und sah weg. „Was, wenn sie recht hat?“, überlegte er.
„Es ist schon spät“, sagte Elenna. „Lasst uns schlafen.“
„Ihr bindet mich nicht wieder fest, oder?“, fragte Petra.
Tom dachte nach. „Wenn wir sie frei lassen, zeigen wir ihr, dass wir keine Angst vor ihr haben. Aber ich traue ihr einfach nicht.“
„Doch“, beschloss Tom.
Petra seufzte, als Tom ihre Hände zusammenband. „Warte, Tom …“
„Es ist spät“, meinte er und zog den Knoten fest. „Wir sollten jetzt schlafen.“
Mit einer Hand auf dem Schwertgriff rollte er sich neben dem Feuer auf der Seite zusammen. „Wie soll ich nur schlafen?“, dachte er. „Malvel ist irgendwo dort draußen. Die Ewige Flamme ist so nah. Wie soll ich …“
