besser fit sein - Jan-Ole Filùt - E-Book

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Jan-Ole Filùt

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Beschreibung

Mein Taschenbuch beschreibt meinen Lebensablauf ab dem 10. Lebensjahr, wobei die Lernfähigkeit durch Wissenserweiterung schrittweise optimiert wird. Die Rückseite des Covers weist schon auf den Kampf hin, den der junge Mensch zu überstehen hat, wenn die Lernunwilligkeit (Faulheit) den Alltag bestimmt. Viel lieber würde man etwas "Nützliches" machen, als in der Stube zu hocken und zu pauken.

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EPUB
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Seitenzahl: 106

Veröffentlichungsjahr: 2022

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© 2022 Jan-Ole Filùt

ISBN Softcover: 978-3-347-63508-1

ISBN E-Book: 978-3-347-63510-4

Druck und Distribution im Auftrag des Autors:

tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Germany

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig.

Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung „Impressumservice“, Haleinreie 40-44, 22359 Hamburg, Deutschland

Jan-Ole Filùt

besser

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

KAPITEL I

-Aufbruch in eine neue Zeit-

Mein Gefühl von Freiheit

In der Bildungsspur

Ein neues Zuhause

Freizeitgestaltung

Meine Freizeitinteressen

Betrachtungen

KAPITEL II

-Auf dem Gymnasium-

Die ersten drei Jahre

Bild: Unsere Sexta

Einige Fächer im Überblick

Unser Klassenarchiv

Bild: Unsere Klassenlehrerin

Latein als Ultima Ratio?

Der verknöcherte Lateiner

Bild: Meine alte UIII auf Klassenfahrt

KAPITEL III

-Die Mittel- und Oberstufe-

Noch einmal die UIII

Die verhinderte Piratin

In Mathe keine Chance

Mit Musik geht alles besser?

Deutsch-Französische Freundschaft

Zwei weitere Schulfächer

Bild: Polonaise

Der Kunst-Profi

Bild: Mit Musik durchs Städtchen

Nach dem Abitur

Mein Praktikum

Bild: Einige Skizzen

KAPITEL IV

-Ab in die Selbständigkeit-

Am Studienort

Nach dem Vordiplom

Das liebe Geld

Das Oberstufenstudium

Das Leben an der TH

Bild: Unsere Semestertruppe

Auf dem Hochschulgelände

Bild: Im Studentenkeller

Studentische Beziehungen

Ausklang

Vorwort

Wozu soll dieses Buch gut sein? Berichte über Erinnerungen vom eigenen Leben gibt es sicherlich genug – von bedeutenderen Autoren, denkt sich mancher Leser – und könnte das Buch weglegen. Das mag beim ersten Blick so sein, doch ich meine, die Ausgangssituation ist immer eine andere. Der grobe Unterschied kann schon der sein, aus vornehmem Hause zu stammen, oder so wie ich aus einfachen Verhältnissen. Wie auch immer der Weg nach oben verläuft, zu einem besseren - und wenn es sein kann, auch zu einem bedeutenden - Leben, steht von Anfang an in den Sternen. Man weiß es einfach nicht.

Leider hat kein Mensch genügend Zeit, verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren. Ein Bonmot trifft da den Nagel auf den Kopf: „Wer alles beginnt, bringt nichts zustande“. Man muss schon den richtigen Weg von Anfang an einschlagen. Ein kurzer Umweg kann nicht schaden und manchmal erforderlich sein, wenn das bessere Talent zweier gleich starker Talente ausgelotet werden muss - wenn man zum Beispiel sowohl Lust auf Medizin als auch auf Jura hat.

So soll dieses Buch beispielhaft dafür sein, wie ich es gemacht habe. Vielleicht fallen einigen Lesern* Passagen auf, die ähnlich verlaufen sind. Man vergleicht und schätzt seinen Lebensweg neu ein.

Viele Gedanken über meinen Werdegang habe ich mir anfangs nicht gemacht. Die Situation kam auf mich zu und musste von mir Ahnungslosen gemeistert werden. Mehr war nicht zu tun – und das war schon gewaltig genug. Auch ein glückliches Händchen, Mut und Risikobereitschaft waren ein Garant im Kampf um die beste Ausgangsposition.

Kaum 10 Jahre alt hatte ich während des letzten Krieges durch Flucht und andere Umstände schon viel erlebt und so manche heikle Situation überstanden. Mir machte so schnell keiner was vor, dachte ich in meinem kindlichen Gemüt. Sollte ich nach dem Titel des Buches schon klug und fit genug für die Zukunft sein? Auch diese Frage stellte sich mir anfänglich nicht. Ich war helle, geschickt und was man als kleiner Junge sonst so braucht, um zu überleben. Das hatte mir die Vergangenheit gezeigt und gelehrt, dessen war ich mir voll und ganz sicher.

Es war also noch nicht der Intellekt, der mein Leben bestimmte und über Wasser hielt, sondern mein nahezu untrüglicher Instinkt. Wenn möglich, ging ich den Gefahren aus dem Weg – nicht aber, wenn es ums Überleben ging. Um den ständigen Hunger zu stillen, musste ich manche Risiken in Kauf nehmen.

KAPITEL I

Aufbruch in eine neue Zeit

 

Mein Gefühl von Freiheit

Mit den Amerikanern kam die Freiheit. Diesen Satz konnte damals jede Generation anders interpretieren. Auf jeden Fall hatte unsere Familie die Nachkriegszeit in Hessen schon relativ gut überstanden – dank des US-Camps in der Nähe unserer Unterkunft, worüber ich in meinem ersten Buch „helle – ganz schön helle“ ausführlich berichtet hatte. Mehr an Nahrung konnte ich weder dort noch von der Domäne beschaffen.

Also hatten wir es mit den amerikanischen Besatzern in Hessen unter allen vier Zonen noch am besten getroffen. Der Marshall-Plan hatte sich gegen den Morgenthau-Plan durchgesetzt, und mit der Montan-Union sollte unsere zerstörte Industrie wieder aufgebaut werden. Das klang nicht nur nach Aufbruch und freie Fahrt für Europa - es sollte auch Realität werden.

So hatte man für uns Kinder einen Wettbewerb gestartet, der diese Idee in plakatähnlichen Bildern verwirklichen sollte. Auch ich beteiligte mich daran und malte eine Weltkugel mit den Umrissen Europas, darauf einen Lastwagen mit Anhänger, der aus dem Hintergrund nach vorn größer werdend auf den Betrachter zufuhr. Ich hatte keinen Preis errungen, vielleicht eine Anerkennung. Sicherlich gab es viele mit dieser Idee.

Auf der anderen Seite der Oder-Neiße-Linie hatten die Russen im östlichen Teil Deutschlands alles Wertvolle demontiert, so dass die dort dahin vegetierenden Menschen vollkommen auf die Sowjetmacht angewiesen waren. In der sowjetisch besetzten Zone gab es so gut wie nichts, außer der kommunistischen Ideologie. Um überleben zu können, waren sie auf Hilfspakete aus dem Westen angewiesen. Die Lage war so prekär, dass sie in ihrer Not noch zum x-ten Male auf die schon gründlich abgeernteten Felder gingen. Die lagen von Berlin aus so weit draußen, dass sich die Leute in ihrer Not außen an die überfüllten Wagons klammerten, um dort hin zu gelangen. So mancher kam dabei unter die Räder, wie es meiner Tante erging, die abrutschte und ein Bein verlor, woran sie 1946 verstarb.

Zum Heizen gab es lediglich Braunkohle, die schon zerfiel, wenn man sie zu fest anfasste. Sie wurde den Bürgern einfach vor ihre Häuser auf die Straße gekippt und war durch diese Prozedur nichts als ein brauner Staubhaufen. Aus den Schloten stieg demzufolge dicker, schwarzer Qualm, der sich auf die Hausdächer und Fassaden legte, und den Städten ein trostloses Bild verlieh. Der üble Gestank wurde zum Wahrzeichen des geplagten Landes. Sobald man mit dem Zug in den Bauern- und Arbeiterstaat einfuhr, roch man ihn.

Zu beiden Seiten des Bahndamms stand in den Kuhlen des ausgebeuteten Landes eine vielfarbige Giftbrühe. Den Betrachter im Zug beschlich das unsichere Gefühl, der Bahndamm möchte halten, damit man nicht in die Tiefe gerissen wird. Auch der Geruchsinn ließ die Leute im Stich, Pseudokrupp und ähnliche Krankheiten trieben die Sterblichkeitsrate entsprechend hoch.

Also, nach Berlin, wo die Russen sind, wollten wir nicht mehr zurück. In Hessen zu sein, war für die meisten Menschen hier mehr als zufrieden stellend. Insbesondere war für uns Kinder die Lebensart, „the way of life“, die uns die Amerikaner brachten, etwas völlig Neues und Interessantes. Wir erfuhren erstaunt von der 46 m hohen Freiheitsstatue auf Liberty-Island im New Yorker Hafen und von den imposanten Wolkenkratzern, die bis in den unendlichen freien Himmel ragten. Das alles und noch mehr hatte uns das 3. Reich verheimlicht.

Wir Kinder jedenfalls fühlten uns frei und wollten das Land der unbegrenzten Möglichkeiten sobald als möglich kennen lernen. Mich faszinierte die ungeschminkte Offenheit dieser Nation, das ich durch das Amerikahaus in unserer Stadt wahrnahm und schon in meinem 1. Buch eingehend beschreiben hatte. Auch die Musik mit Jazz, Dixieland, Blues, die aus dem Radio kam, sowie die mitreißenden Tanzstile war eine weitere Variante dieser Freiheit.

Jungen und Mädchen waren scharf auf amerikanische „Klamotten“, sie konnten mit ihrer Farbigkeit nicht schräg genug sein. Amerikanismen schlichen sich in unsere Jugendsprache, weil wir natürlich AFN (American Forces Network) aus Frankfurt/Main hörten. Einige Süßigkeiten standen auch hoch im Kurs, vor allem Kaugummis, Coca-Cola und klebrige Schoko-Riegel mit Erdnüssen, die sich zwischen den Zähnen wie Kaugummis zogen.

Im Sport gab es viel Unbekanntes aus den USA. Die alten Schlittschuhe, die man noch an die möglichst intakten Stiefel schraubte, wurden durch elegante Schnürschuhe mit in der Sohle eingearbeiteten Kufen ersetzt. Baseball verdrängte unseren Schlagball, und wer einen ausrangierten Baseball-Schläger, einen lädierten Ball, einen Baseball-Handschuh und eine Baseball-Kappe besaß, war der „King im Ring“. Auf der großen Wiese in der Nähe unserer Unterkunft war genügend Platz, um das Spiel auszutragen.

Das Radio und AFN waren bei uns Kindern eine Einheit. Es gab noch keine Transistor-Radios oder Kassetten-Recorder oder ähnliches. Man musste also am Tage sehen, dass man ans Radio kam, denn die Mutter nahm es mit Alltagsgeschichten in Beschlag. Mit Jazz konnte sie nicht viel anfangen, obwohl im Berlin der 20er Jahre der Charleston und andere flippige Musik mit ausgefallenen Tanzschritten in Mode waren. Der AFN trug jedenfalls dazu bei, die US-Schlager unter uns Kindern salonfähig zu machen. Wie stark sich auch der US-Slang breit machte, erzählte mir später ein Studienkollege, der über den Schüleraustausch schon früh nach Amerika kam.

In New York angekommen wurde er von einem farbigen Taxifahrer in seine Unterkunft gefahren. Während der Fahrt unterhielten sie sich angeregt – und dann gab sich der Schüler als Deutscher zu erkennen, was den Mann so sehr verblüffte, dass er ihn eine Weile umsonst in der Stadt herum kutschierte. Dieser hatte angenommen, er käme aus den Südstaaten: „I thought, you are from Texas“.

In der Bildungsspur

Inzwischen genoss ich einen nahezu regelmäßigen Schulunterricht. Das war nach den Wirren des Krieges schon ein einschneidender Schritt, denn mein offizielles 3. Schuljahr fand vor und nach der Kapitulation statt – also so gut wie überhaupt nicht. So hatte meine Mutter beschlossen, mich im folgenden Herbst, etwa vier Monate nach der Kapitulation, noch einmal für die 3. Klasse anzumelden, obwohl wir das anders besprochen hatten. Mein Protest zeigte bei ihr wenig Wirkung. Mein Argument, die anderen Kinder hätten ähnliche Schicksale, verfing nicht. Damit verlängerte sich nicht nur meine Ausbildung um ein Jahr, ich wurde auch als 36er Jahrgang später zu den zu den 37ern gezählt mit allen Konsequenzen wie z.B. bei den Klassentreffen.

Eigentlich wollte ich die üblichen acht Pflichtjahre der Volksschule durchlaufen. Mein Schulfreund, Sohn eines Geschäftsmannes, und ich waren unter den Jungen die Besten in der Klasse - und das wäre auf dem Niveau so weitergegangen. Wir hatten uns geschworen, nach Abschluss der Volksschule in die Lehre zu gehen. Mein Grund war der, möglichst schnell Geld zu verdienen, damit ich mir etwas leisten konnte. Mein Freund wollte ins väterliche Geschäft.

Meine Mutter aber wollte mich auf die Oberschule schicken in der Absicht, mir mit einem Jahr Verlängerung die Aufnahmeprüfung zu erleichtern. Das sah ich nicht ein – und seitdem war es mit ihr nicht mehr so wie früher. Als mein Vater wieder auftauchte, wurde mir mit der Zeit klar, worum es ging. Auf einen vierzehnjährigen Lehrling wäre der erzieherische Einfluss ziemlich begrenzt gewesen. Meine erhoffte Zukunft war mir also verbaut.

So lief denn mit der Schule alles seinen Gang Für mich war nicht neu, dass Jungen und Mädchen in ein und derselben Klasse saßen, das war mir seit Berlin bekannt, sondern die Fluktuation der Schülerzahlen, die sich nach der Zu- und Abwanderung der Flüchtlingsströme richtete. Viele Familien aus dem Osten nutzten zunächst unsere Stadt als Durchgangsstation nach Westen. Manchmal blieben sie auch hängen, wie es unsere Familie getan hat.

Der Unterricht fand zunächst in unterschiedlichen Klassenräumen oder auch Gebäuden statt. Den täglichen oder wöchentlichen Wechsel in andere Klassenräume nutzten einige Schüler für ihre Zwecke und zettelten Streitigkeiten an, die mehr einem Gerangel und Kräftemessen glichen, als einer ernsthaften Prügelei. In dem Alter musste man sich einfach beweisen. Es hätte auch nichts geändert, wenn die Mädchen nicht anwesend gewesen wären.

Schaute man bei den Kontrahenten etwas näher hin, waren es immer die weniger Begabten, die sich prügelten. Es schien so, als müssten sie ihr Manko bei den Noten nun auf dem Feld der Stärke zurück gewinnen. Natürlich war der im Vorteil, bei dem es zuhause eine bessere Ernährung gab. Das waren in meiner Klasse der Sohn eines Landwirts und der eines Schlachters. Doch die waren gerade nicht die Rädelsführer.

Eines Tages war es wegen der Raumnot dann so weit, dass das 3. und 4. Schuljahr in das Gebäude des Realgymnasiums vor Ort umzog. Das war natürlich keine Ideallösung, denn auch dort war der Raum auch knapp. Wenn die Oberschule vorübergehend einen Raum benötigte, musste eine unserer Klassen weichen. Die hatte dann Unterricht im Freien, entweder Sport, Kunst oder Biologie, soweit es das Wetter zuließ. Bei schlechtem Wetter oder im Winter diente eine kleine Turnhalle als Ausweichquartier. Für die Ausübung des Sports war das kein Problem, aber beim Unterricht der anderen Fächer saß man ziemlich unbequem auf langen Bänken, die umgedreht als Schwebebalken genutzt wurden. Da Tische fehlten, schrieben wir auf den Knien.