Bevor wir unsere Freundlichkeit vergessen - Toshikazu Kawaguchi - E-Book

Bevor wir unsere Freundlichkeit vergessen E-Book

Toshikazu Kawaguchi

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Beschreibung

Die Fortsetzung des Welt-Bestsellers Before the coffee gets cold mit vier neuen Geschichten aus dem magischen Café Toshikazu Kawaguchi erzählt vier weitere bewegende Geschichten von Menschen, die in die Vergangenheit reisen möchten, um Geschehnisse, die sie bereuen, wieder gut zu machen und dadurch eine bessere Zukunft zu schaffen. Wenn sich die neuen Besucher:innen an die Regeln halten, bekommen sie diese einmalige Gelegenheit Dinge abzuschließen und Trost zu finden – solange sie in die Gegenwart zurückkehren, bevor ihr Kaffee kalt wird. Ihre Motive sind unterschiedlich, doch die gelernte Lektion dieselbe: Egal ob Versöhnung, Vergebung oder neue Hoffnung - das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.  Vier Erzählungen über den Sinn des Lebens und die Aussöhnung mit der Vergangenheit  In dem geheimnisvollen Café Funiculi Funicula in Tokio nehmen vier neue Gäste auf dem besonderen Stuhl Platz: - ein Vater, der seiner Tochter die Heirat nicht gestatten konnte, - eine Frau, die ihrem Geliebten keine Valentinstag-Schokolade schenken konnte, - ein Junge, der sein Lächeln mit seinen geschiedenen Eltern teilen möchte - eine Frau mit einem Kind ohne Namen in ihren Armen.

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EPUB
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Seitenzahl: 228

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Toshikazu Kawaguchi

Bevor wir unsere Freundlichkeit vergessen

Aus dem Englischen von Friedrich Pflüger

Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG.

Über dieses Buch

Vier neue berührende Geschichten über den Sinn des Lebens

Der unglaubliche Erfolg von Toshikazu Kawaguchis Büchern spiegelt das Bedürfnis der Menschen nach innerer Heilung wider. In Bevor wir unsere Freundlichkeit vergessen werden wir abermals in den besonderen Sessel hineinversetzt, der einen in die Vergangenheit reisen lässt. Unter anderem begegnen wir einem Vater, der seiner Tochter verboten hatte zu heiraten; einer Frau, die ihrem Liebsten keine Schokolade am Valentinstag geben konnte; einem Jungen, der seinen geschiedenen Eltern ein Lächeln schenken möchte; einer Frau, die ein Kind ohne Namen in ihren Armen hält. Vier weitere herzerwärmende Geschichten vom japanischen Meister der Healing Fiction.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: www.droemer-knaur.de

Inhaltsübersicht

Motto

Karte der Verwandtschaftsbeziehungen

I Der Sohn

II Das Kind ohne Namen

III Der Vater

IV Valentinstag

If you could go back, who would you want to meet?

Karte der Verwandtschaftsbeziehungen

Kenji Kiriyama

Yukis Vater. Kommt an Weihnachten ins Funiculi Funicula, um Yuki von der Scheidung von seiner Frau Aoi zu erzählen.

Aoi Kiriyama

Yukis Mutter. Kenjis Frau. Nach Yukis Geburt blieb sie zu Hause und entfremdete sich von ihrem Mann. Kommt mit Kenji und Yuki an Weihnachten ins Funiculi Funicula.

Fumiko Kiyokawa

Stammgast im Funiculi Funicula. Ist schön wie ein Filmstar. Hat auf einer Zeitreise ihren ehemaligen Geliebten besucht.

Yuki Kiriyama

Siebenjähriger Grundschüler. Er bereut, vergangenes Weihnachten vor seinen Eltern geweint zu haben, und reist deswegen in die Vergangenheit.

Yaeko Hirai

Stammgast im Funiculi Funicula. Besitzt ein traditionelles Lokal. Reiste in die Vergangenheit, um ihre bei einem Verkehrsunfall verstorbene Schwester zu besuchen.

Fumio Mochizuki

Kayokos Mann und Yokos Vater. Kann nur schlecht kommunizieren. Seine wahren Gefühle werden oft als harsche Kritik verstanden. Widersetzt sich Yokos Heirat, worauf sie durchbrennt.

Kayoko Mochizuki

Fumios Ehefrau und Mutter von Yoko. Vertraut Yoko und bleibt nach ihrer Heirat heimlich mit ihr in Verbindung.

Yoko Kawashima

Tochter von Fumio und Kayoko. Ist entschlossen, alles durchzusetzen, was sie sich in den Kopf gesetzt hat.

Tetsuya Kawashima

Ist mit Yoko durchgebrannt, behandelt sie aber schlecht …

Kazu Tokita

Bedienung im Café Funiculi Funicula. Sie schenkt bei der Zeremonie für die Zeitreisen den Kaffee ein.

Nagare Tokita

Cousin von Kazu Tokita und Eigentümer des Cafés. Er ist ein Riese, fast zwei Meter groß.

Kei Tokita

Ehefrau von Nagare und Mutter von Miki. Sie starb bei Mikis Geburt, weil sie ein schwaches Herz hatte.

Miki Tokita

Tochter von Nagare und der Verstorbenen Kei Tokita. Sie ist zwei Jahre alt.

Tsumugi Ito

Unterhält sich mit Ayame in Samurai-Sprache. Ist verliebt in Hayato.

Ayame Matsubara

Tsumugis Freundin. Ist sehr schön und so klug, dass sie an der besten Universität zugelassen wird.

Hayato Nanase

Klassenkamerad von Tsumugi und Ayame. Tsumugi liebt ihn, aber er liebt Ayame.

Riuji Sakura

Ehemann von Megumi. Feuerwehrmann. Er starb, bevor das gemeinsame Kind zur Welt kam.

Megumi Sakura

Ehefrau von Riuji. Reist mit dem Baby im Arm in die Vergangenheit, um Riuji zu treffen.

?

Kind von Riuji und Megumi. Das Neugeborene hat noch keinen Namen.

I

Der Sohn

Das Café, von dem man in der Zeit zurückreisen konnte, lag in Jimbocho im Tokioter Stadtteil Kanda. Vom nächsten Bahnhof war es ein Stück entfernt, sein Ladenschild stand an der Ecke einer kleinen stillen Gasse.

Das Café hieß Funiculi Funicula, nach einem sehr bekannten neapolitanischen Volkslied. Dieses war einst aus Anlass der Eröffnung einer Standseilbahn in Auftrag gegeben worden.

»Zu den feurigen Flammen des Vesuvs

dort wollen wir hinauf …«

So heißt es im japanischen Liedtext, dessen Melodie die meisten wohl schon mindestens einmal gehört haben. Kinder in Japan erkennen sie sofort als die Melodie von »Die Hose des Kobolds«, einer Parodie auf Funiculi Funicula. Weshalb das Café nach einem italienischen Volkslied benannt wurde, war nicht bekannt, nicht einmal dem Besitzer.

Der Besitzer, der stets eine Kochschürze trug, hieß Nagare Tokita. Mit mehr als zwei Metern Körpergröße war er eine imposante Erscheinung, aber eigentlich ein stiller Mann mit eindringlichen Augen, die fast so schmal wie ein Bindfaden waren. Meist bewahrte er die stoische Ruhe eines mächtigen Tempelwächters. Seine Ehefrau Kei Tokita hatte im Café als Bedienung gearbeitet. Sie hatte stets gelächelt und war mit ihren großen, hellen Augen, ihrer unbekümmerten und freundlichen Art eine rundum sympathische Erscheinung gewesen. Unglücklicherweise war sie vor zwei Jahren einer Herzerkrankung erlegen. Ihre Tochter Miki hatte ebenso große und helle Augen wie ihre Mutter.

Die jetzige Bedienung, Kazu Tokita, war Nagares Cousine. Sie hatte helle Haut, schmale mandelförmige Augen, eine gerade Nase und hellrosafarbene Lippen. Jeder hätte bestätigt, dass sie hübsch war, aber nichts an ihr hinterließ einen bleibenden Eindruck. Wenn man die Augen schloss, konnte man sich schwerlich erinnern, wie sie aussah – man konnte sie als junges Mädchen sehen, aber ebenso gut als ruhige, gereifte Frau. Sie war von Natur aus schweigsam, und manche Gäste meinten, es sei so gut wie unmöglich, mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Es ging sogar das Gerücht, sie sei gar nicht wirklich anwesend, wie ein Geist.

Gegenwärtig konnte allerdings nur Kazu den Kaffee einschenken, der einen in die Vergangenheit versetzte. Nagare hatte zwar denselben Familiennamen Tokita wie sie, aber diese Fähigkeit wurde nur an die Frauen der Familie weitergegeben.

Häufig baten die Gäste, ihnen doch bitte den Kaffee einzugießen, wenn sie von Kazu erfuhren, dass sie auf diese Weise in die Vergangenheit reisen konnten. Doch bevor man eine Zeitreise antreten konnte, waren noch eine Reihe anderer lästiger – wenn nicht gar äußerst lästiger – Regeln zu beachten.

An erster Stelle und vor allem: die begrenzte Zeit.

Es ist nämlich so: Die Zeit, die man in der Vergangenheit zubringen kann, beginnt, wenn Kazu den Kaffee eingeschenkt hat, und endet, kurz bevor der Kaffee kalt geworden ist.

Fast jeder, der dies hört, ist entsetzt. »Was? Nur so kurz!?«

Was soll man schon erreichen in der Zeitspanne, bis eine Tasse Kaffee erkaltet ist? Da bleiben einem je höchstens zehn Minuten – vielleicht gerade genug, um eine Tasse Instant-Nudeln zu essen.

Eigentlich sollte das jeden von dem Versuch abbringen. Dennoch sagen manche: »Oje … aber wenn ich schon die Chance habe, in die Vergangenheit zu kommen …«

Wenn sie dann allerdings von der nächsten Regel erfahren, sagen fast alle Gäste: »Wenn das so ist, hat es keinen Sinn, zurückzureisen.« Sie geben auf, denn diese Regel besagt, dass nichts von dem, was man in der Vergangenheit unternimmt, die Gegenwart verändert.

Die Reue zeigt sich dabei in zweierlei Spielarten: Dinge, die man getan, und Gelegenheiten, die man verpasst hat.

Das Bedauern über getane Dinge beruht entweder darauf, dass man sie nicht ungeschehen machen kann, oder auf bedauerlichen Folgen – wenn man beispielsweise jemanden durch eine unbedachte Äußerung verletzt hat oder sich nach einer Liebeserklärung schrecklich fühlt.

Das Bedauern über etwas, das man nicht getan hat, bezieht sich dagegen auf Dinge, die unausgesprochen blieben, oder auf eine Liebe, die niemals offenbart wurde.

Der häufigste Grund für die Rückkehr in die Vergangenheit ist jedoch der Wunsch, etwas noch einmal zu tun. Da man dadurch aber nichts an der Gegenwart ändern kann, würden die meisten einwenden: »Welchen Sinn hat es dann, in die Vergangenheit zu reisen?«

Dabei sind das nicht die einzigen Regeln, die zu beachten sind.

Um die Reise anzutreten, muss man im Café auf einem ganz bestimmten Platz sitzen. Dieser Stuhl ist jedoch von einem anderen Gast besetzt, und man muss warten, bis dieser den Platz frei macht, um zur Toilette zu gehen.

Wenn man nun Glück hat, es auf den Stuhl schafft und tatsächlich die Reise antreten kann, darf man diesen Platz keinesfalls verlassen, solange man sich in der Vergangenheit aufhält. Auch kann man dort nur Personen treffen, die das Café einmal besucht haben.

Argwöhnische Gäste vermuten angesichts der vielen ärgerlichen Regeln manchmal, dass mit alldem nur davon abgelenkt werden soll, dass man in Wahrheit gar nicht in die Vergangenheit reisen könne. In solchen Fällen lässt sich Kazu auf keine Diskussion ein, sondern antwortet gelassen: »Wenn Sie das meinen.« Denn letztlich entscheidet jeder Gast selbst, ob er in die Vergangenheit reisen will, und ihr ist es zu mühselig, darüber zu streiten.

Yuki Kiriyama war sieben Jahre alt. Auf dem Rücken trug er einen glänzenden schwarzen Schulranzen.

»Entschuldigen Sie bitte, dürfte ich Sie etwas fragen?« So höflich und respektvoll wurde man von Kindern in diesem Alter normalerweise nicht angesprochen.

Aus dem kurzärmeligen Uniformhemd einer angesehenen Privatschule ragten seine blassen Arme. Seine aufrechte Haltung und der durchgedrückte Rücken verrieten eine gute Erziehung. Es war Ende Juni und noch zu früh für das Zirpen der Zikaden, aber draußen war es heiß wie an einem Hochsommertag. Anders als seine gefasste Miene verströmte der Schweiß, der ihm übers Gesicht lief, schon eher den kindischen Charme eines Grundschülers.

»Selbstverständlich, worum geht es denn?«, erwiderte Kazu Tokita. Sie hatte sich von ihrer Tätigkeit abgewandt und war auf den Jungen zugekommen. Ob sie sich nun mit Erwachsenen oder Kindern unterhielt – Kazu sprach stets auf dieselbe Weise.

»Ich habe von einem Gerücht gehört, in diesem Café könne man in die Vergangenheit reisen. Ist das wahr?«

Ohne sich den Schweiß abzuwischen, der ihm über die Wangen lief, blickte Yuki zu Kazu auf.

Fumiko Kiyokawa, die regelmäßig ins Café kam und vor drei Jahren selbst in der Zeit zurückgereist war, konnte einfach nicht anders, als sich einzumischen: »Du gehst doch auf die Grundschule, nicht wahr? Wo hast du denn dieses Gerücht gehört?« Ihr Tonfall war so, wie Erwachsene normalerweise mit Kindern sprechen, und klang so, als frage sie: Du hast doch nicht etwa vor, in die Vergangenheit zu reisen?

Nie zuvor war ein Junge mit diesem Wunsch ins Café gekommen: Wenn er wirklich deswegen gekommen war, dann war er der bislang jüngste Zeitreisende. Dazu würde er die ganze Tasse Kaffee austrinken müssen, die ihm Kazu einschenkte, und Fumiko dachte, ein Grundschüler sei entschieden zu jung, um Kaffee zu trinken.

»Als Mum und Dad noch zusammenlebten, habe ich von meinem Großvater Geschichten über dieses Café gehört.«

»Donnerwetter.«

Fumikos Miene verfinsterte sich, und sie blickte zu Kazu hinüber. Ob seine Eltern wohl geschieden sind?

Kazu ignorierte diese unausgesprochene Frage und antwortete, ohne ihren Gesichtsausdruck im Geringsten zu verändern: »Natürlich kannst du zurückreisen.«

Unüberbrückbare Differenzen.

Diese sind heute bei Weitem der häufigste Scheidungsgrund. Andere Ursachen sind finanzielle Schwierigkeiten, häusliche Gewalt und Untreue. Bei einer typischen Scheidung ist davon auszugehen, dass mehrere Gründe zum Tragen kommen. Andererseits bezieht sich der Begriff »unüberbrückbare Differenzen« nicht auf einen einzelnen Anlass, vielmehr umreißt er eine dauerhafte Unzufriedenheit in einer Partnerschaft oder eine Kombination verschiedener untragbarer Verhaltensweisen, die nur schwer zu überwinden sind.

Statistisch lassen sich jährlich eine oder zwei von tausend Personen in Japan scheiden. Ein Grund dafür mag sein, dass die Hürden dafür nicht mehr so hoch sind.

Auch sind die Werte, was die Familie und die Gemeinschaft betrifft, im Wandel. Weniger Familien machen sich die Mühe, sich beim Einzug bei den neuen Nachbarn vorzustellen. Viele Bewohner städtischer Wohnblocks kennen heutzutage nicht einmal mehr die Gesichter ihrer Nachbarn.

Außerdem sind Smartphones und Webcams heute so allgegenwärtig, dass wir selbst mit weit entfernten Freunden und Nahestehenden direkt in Kontakt bleiben können. Dies hat zur Folge, dass viele gut ohne neue Beziehungen in der Nachbarschaft oder im Häuserblock klarkommen, was ebenfalls ein Grund für die Zunahme von Kleinfamilien sein dürfte. Allerdings brechen auch diese kleinen Einheiten weiter auf, und der Schwerpunkt wird immer mehr auf den Einzelnen gelegt. So kommt es, dass selbst innerhalb eines Haushalts die Partner immer häufiger für sich leben.

Viele Spannungen im Leben ergeben sich aus der Beziehung zu den Menschen im unmittelbaren Umfeld, seien es Mutter oder Vater, Kinder, Geschwister, Freunde, Kollegen oder natürlich der Ehepartner.

Wenn zwei Personen, die lange ihrem jeweils eigenen Lebensstil gefolgt sind, heiraten und zusammenziehen, sind sie plötzlich gezwungen, ihre Lebensweise und ihre Gewohnheiten fortan aufeinander abzustimmen. Solange sie Liebe füreinander empfinden, kann das durchaus als Quelle für Glück und Frische in der Beziehung wahrgenommen werden. Lässt die Liebe aber nach und tritt die Individualität stärker in den Vordergrund, können sich Probleme ergeben, und manches, was vorher aus Liebe toleriert wurde, wird unerträglich. Ein solcher Niedergang lässt sich nicht unbedingt auf einfache Gründe wie Geldsorgen, häusliche Gewalt oder Untreue zurückführen.

Dinge, die unter Freunden entschuldbar waren, sind später möglicherweise nicht mehr hinnehmbar. Wichtige Wendepunkte können dabei sein, dass sich eine Beziehung zur Liebesbeziehung entwickelt, wenn ein Paar zusammenzieht oder wenn es heiratet.

Unüberbrückbare Differenzen lassen sich also nicht auf einfache Gründe reduzieren. Das Zusammenleben funktioniert einfach nicht mehr, die Situation wird unbehaglich oder gar unerträglich. Dabei müssen die Beteiligten einander nicht unbedingt hassen.

Wären wir nur nicht verheiratet, dann würden wir gut miteinander auskommen.

So wird die Rückkehr zu einer früheren, freundschaftlichen Art der Beziehung zu einem Ausweg aus einer Lage, bei der es einem vorkommt, als würde man wie auf Eiern gehen.

Vor der Heirat haben wir uns besser verstanden. Stellen wir diesen Zustand wieder her.

Es scheint nur diese einzige Möglichkeit zu geben, die Spannung abzubauen, um nicht in Verbitterung gegen die eigene Familie zu verfallen.

Starten wir neu und geben wir uns eine zweite Chance.

Die Scheidung wird beschlossen.

Dieses Beispiel gilt natürlich längst nicht für alle Scheidungspaare.

Aber hier war nun dieser Junge, der in die Individualitätskrise seiner Eltern hineingeraten war und sehr unter dieser Situation litt.

Yuki bedauerte, dass er bei einem früheren Besuch in diesem Café in Tränen ausgebrochen war. Begonnen hatte alles beim Frühstück am Weihnachtsmorgen des vergangenen Jahres.

Aus heiterem Himmel hatte sein Vater Kenji vorgeschlagen: »Yuki, wie wär’s, wenn wir Disneyland besuchen?«

Yuki war verwirrt gewesen: Kenji behauptete meist, zu viel zu tun zu haben, und er war selten zu Hause.

»Musst du denn nicht arbeiten?«

»Was? Hast du denn keine Lust?«

»Nein, so meine ich das nicht.«

Yuki blickte über den Tisch zu seiner Mutter Aoi hinüber, die gerade ihren Frühstückstoast verspeiste. Wenn Aoi ihren Mann etwas fragte, antwortete er immer: »Ich habe wirklich viel zu tun und überlasse die Haushaltsangelegenheiten lieber dir.« Deshalb dachte Yuki, er sollte lieber bei seiner Mutter nachfragen, bevor er auf die Einladung seines Vaters antwortete.

»Das hört sich doch gut an«, antwortete Aoi. »Es ist immerhin Weihnachten, oder?«

»So ist es«, pflichtete Kenji bei.

Es war schon eine ganze Weile her, dass Yuki seine Mutter in Gegenwart von Kenji hatte lächeln sehen; daher rief er erfreut: »Also gut, gehen wir!«

Sie fuhren mit dem Auto zu Disneyland, Aoi am Steuer und Yuki auf dem Beifahrersitz. Zunächst kam sie gut voran und brauchten von zu Hause im Stadtteil Kanda in Tokio Mitte über den Metropolitan Expressway Nummer 4 nicht einmal zwanzig Minuten bis zur Anschlussstelle Kasai, ihrer geplanten Ausfahrt zur Bayshore-Route. Ab dort war wegen Weihnachten allerdings alles verstopft.

»Ich sagte doch, wir hätten schon an der Ausfahrt Urayasu abfahren sollen«, dröhnte es von hinten.

»Nun, dann wärst du besser selber gefahren.«

»Was? Du hast doch selbst angeboten zu fahren.«

»Nur weil du gesagt hast, du würdest im Auto gern noch ein bisschen arbeiten. Und jetzt redest du mir ungefragt rein.«

Auf diese Weise war es zwischen Kenji und Aoi schon seit der Abfahrt zu Hause hin- und hergegangen – wie an den meisten anderen Tagen auch. Seit ein paar Jahren gerieten die beiden schon über Kleinigkeiten aneinander; meist ging es um die Arbeit oder die Kindererziehung.

Nach Yukis Geburt hätte Aoi ihn gerne bald in einer Kindertagesstätte untergebracht und ihre Arbeit in einer Werbeagentur wieder aufgenommen. Kenji wollte aber nichts davon wissen: »Ich möchte, dass du deine Kraft darauf verwendest, Yuki eine Mutter zu sein, denn die ersten drei Lebensjahre sind entscheidend für seine Persönlichkeitsentwicklung.«

»Ja, da hast du wohl recht. Ich denke, ich werde es ertragen können, meine Karriere auf Eis zu legen, bis Yuki drei ist«, antwortete Aoi, die durchaus Verständnis für Kenjis Sichtweise hatte.

Kenji hatte keine Antwort gegeben, aber das Wort »ertragen« war ihm sauer aufgestoßen.

Warum lässt sie es so klingen, als würde ich zu viel von ihr verlangen? Sollte eine Mutter nicht schon instinktiv ihrem Kind den Vorrang einräumen?

Dabei war an Aois Gedanken nichts Negatives. Sie drückte damit nur aus, dass sie eine Wartezeit zu überstehen hatte, bis sie wieder in ihre geliebte Arbeit einsteigen konnte. Eigentlich dachte sie, Yuki aufzuziehen ist viel wichtiger als meine Arbeit, aber Kenji teilte sie das nicht mit.

Seit diesem Gespräch sagte Kenji bei jeder Gelegenheit: »Haushaltsangelegenheiten überlasse ich dir.« In dieser Antwort schwang natürlich seine Überzeugung mit, die Mutterrolle ist ein Fulltime-Job.

Das wiederum kam bei Aoi völlig anders an. Warum drängst du so sehr darauf, dass ich mich die ganze Zeit nur auf Yuki konzentriere? Offenbar schiebst du deine Arbeit nur vor, um deinen Pflichten als Vater aus dem Weg zu gehen. Aber wenn ich das anspreche, streiten wir am Ende nur.

Kenji war in der Folge von ihr enttäuscht, und Aoi unterdrückte ihren Ärger über ihn. Sie behielt ihre Gefühle aber für sich, bis Yuki drei war, doch sie war inzwischen so daran gewöhnt, für ihn zu sorgen, dass sie immer weniger Lust verspürte, ihre Karriere weiterzuverfolgen.

»Wolltest du nicht wieder zurück in die Agentur?«

»Schon – wenn du mir mit Yuki und dem Haushalt mehr zur Hand gehst.«

»Dafür habe ich keine Zeit. Du weißt doch, wie viel ich zu tun habe. Sogar am Wochenende muss ich arbeiten.«

»Wenn ich wieder arbeiten gehe, wird es bei mir genauso sein. Wer soll sich dann um Yuki kümmern?«

»Wir können ihn ja in eine Kita geben.«

»Sag das nicht so beiläufig.«

»Was soll das heißen? Wir hatten uns doch gleich zu Anfang darauf geeinigt, es wäre nur, bis Yuki drei ist.«

»Das hast du gesagt, oder?«

»Warst du denn damit nicht einverstanden?«

»Also, wie stellst du dir das vor? Dass ich meine Arbeit und dazu den ganzen Haushalt irgendwie unter einen Hut bekomme?«

»Das hast du doch gewusst, als du gesagt hast, dass du wieder arbeiten gehen willst.«

»Aber das war vor drei Jahren. Da wusste ich noch nicht, wie anstrengend es ist, ein Kind aufzuziehen, und außerdem …«

»Was?«

»Ich hatte nicht erwartet, dass du so wenig an der Kindererziehung interessiert bist.«

»Es stimmt doch gar nicht, dass mich das nicht interessiert. Ich habe einfach hart gearbeitet, um unsere Familie zu versorgen. Aber jetzt ist es an der Zeit, dass du wieder arbeiten gehst und ich ein bisschen verschnaufen kann.«

»Was? Das klingt ja fast, als hätte ich mir die vergangenen drei Jahre ein lockeres Leben gemacht.«

»Ach, komm schon, auf ein Kind aufzupassen ist schon was anderes, als zu arbeiten.«

»Dann solltest du das unbedingt einmal selbst versuchen. Dann erfährst du, wie schwierig das ist.«

»Und wie soll ich das machen? Ich arbeite doch.«

Sie schenkten sich beide nichts in diesem von heftigen Gefühlen befeuerten Zank, und das, worauf es ihnen ankam, kam verzerrt beim anderen an, sodass sie einander überhaupt nicht mehr verstanden.

Als Yuki alt genug war, um zu verstehen, was um ihn herum geschah, stritten seine Eltern jeden Tag, während er sich alle Mühe gab, zwischen ihnen zu vermitteln.

Selbst an diesem Weihnachtsmorgen im Auto auf dem Weg zu Disneyland warf er ein: »Hätte doch nur ich das Fahren übernehmen können. Entschuldige, Mum.« Das war keine Lüge gewesen: Er hatte sich ernsthaft gewünscht, sie hätten die Plätze tauschen und er fahren können. Aoi konnte das sehr gut verstehen, und auch Kenji war stolz darauf, wie achtsam sein Sohn war.

»Ist schon okay, Yuki. Das ist die Schuld von Mum und Dad. Aber heute steht Disneyland auf dem Programm, also vertragen wir uns. Nicht wahr, Dad?« Aoi blickte Kenji im Rückspiel eindringlich an.

»Ja, natürlich.« Kenji sah aus, als wäre ihm gerade etwas eingefallen. Er klappte seinen Laptop zu und steckte ihn in seine Tasche.

»Entschuldige, Yuki. Ich werde heute nicht mehr arbeiten.« Vom Rücksitz aus machte er mit dem Kopf zur Entschuldigung eine kleine Verbeugung.

»Okay«, erwiderte Yuki und lächelte übers ganze Gesicht.

Da sie recht spät am Vergnügungspark ankamen, mussten sie in einiger Entfernung parken. Als sie dann am Eingangstor die Gepäckkontrolle passiert hatten, mussten sie sich am Ticketschalter in eine lange Schlange einreihen. In Disneyland wird an Wochenenden und Feiertagen wie Weihnachten manchmal der Zugang gedrosselt. Seit ihrem Aufbruch von zu Hause waren inzwischen zweieinhalb Stunden vergangen. Als sie endlich den Park betreten konnten, war davon auszugehen, dass sie bei manchen Attraktionen noch einmal ewig warten mussten.

Es gab da einen Großstadtmythos, der besagte: Paare, die Disneyland besuchen, trennen sich. Möglich, dass rivalisierende Vergnügungsparks für die Verbreitung dieser Behauptung gesorgt hatten, aber wenn daran auch nur ein Fünkchen Wahrheit war, dann lag das mit ziemlicher Sicherheit an den langen Wartezeiten.

Vor der Einführung der neuen Stand-by-Pässe waren die Wartezeiten sogar noch viel länger gewesen, manchmal mehr als anderthalb Stunden. Wenn ein Paar mit Jahrestickets eine Lieblingsattraktion hatte oder bei etwas Bestimmtem mitfahren wollte, war die Wartedauer nicht so schlimm. Paare, die hingegen nicht so große Disneyland-Fans waren und kein Jahresticket besaßen, mussten unter Umständen sehr viel länger ausharren als erwartet. Irgendwann waren dann alle Gesprächsthemen erschöpft, und es wurde betreten geschwiegen oder gar gestritten. Als dann immer mehr Geschichten von Paaren in Umlauf kamen, die sich nach dem Besuch von Disneyland getrennt hatten, war der Großstadtmythos geboren.

Ob Yuki nun davon gehört hatte oder nicht – er hatte Disneyland aus anderen Gründen besuchen wollen. Denn mit dem Besuch sind auch viele etwas abergläubische Erwartungen verbunden, wie zum Beispiel wenn du hingehst, wirst du glücklich werden, oder wenn du Micky oder Minnie die Hand gibst, wirst du Liebe finden, ja sogar wenn du nach Disneyland gehst, wirst du ein Kind empfangen. Solche Erwartungen entbehren natürlich jeder Grundlage. Aber der Park gilt nun einmal als das Reich der Träume und ist daher für Besucher der perfekte Ort, um mithilfe von guten Omen seinem Glück etwas auf die Sprünge zu helfen. Einem weiteren Aberglauben zufolge gingen Wünsche, die am letzten Tor von »It’s a Small World« geäußert wurden, tatsächlich in Erfüllung. Diese Attraktion nimmt die Besucher auf einer schwimmenden Gondel mit auf eine Reise durch viele Länder der Welt. Und Yuki hatte vor, sich am letzten Tor etwas zu wünschen.

Nach dem Streit im Auto kam Kenji und Aoi trotz der langen Wartezeit das Lächeln nicht mehr abhanden. Sie schafften es zwar nur zu einer einzigen beliebten Attraktion, aber Yuki war sehr zufrieden: Es war ihm gelungen, sich etwas zu wünschen, als ihre Gondel in »It’s a Small World« durch das letzte Tor glitt.

Kenji fuhr sie wieder nach Hause. Yuki schlief auf dem Rücksitz, den Kopf auf Aois Schoß gebettet. Zum ersten Mal seit Jahren hatten alle drei einen freien Tag gemeinsam verbracht. Yuki war schon allein von der Aufregung darüber erschöpft.

»Yuki, wir sind da. Wach auf«, sagte Aoi.

Sie hatten vor dem Bahnhof von Jimbocho geparkt, um dort irgendwo essen zu gehen, aber am Weihnachtstag waren alle Restaurants ausgebucht. Sie gingen ein Stück weiter und stießen in einer ruhigen Gasse auf das Schild eines Cafés. Kenji ging hinein, um nachzusehen, ob es dort einen freien Tisch gab. Obwohl Weihnachten war, sah er nur einen einzigen Gast, eine Frau. Die Bedienung sagte ihm, im Café gebe es auch kleine Mahlzeiten und Kuchen.

Yuki war begeistert, dass sie Weihnachten zu dritt feiern konnten, und das auf sehr weihnachtliche Weise.

Als Kenji hineingesehen hatte, standen an jedem Tisch nur zwei Stühle, aber die aufmerksame Kazu Tokita stellte schnell einen zusätzlichen Stuhl für Yuki dazu.

»Hallo. Herzlich willkommen. Was möchten Sie trinken?«

»Wir sind mit dem Auto da – ich nehme ein alkoholfreies Bier, meine Frau ein Glas Champagner und mein Sohn einen Orangensaft.«

»Ist gleich so weit«, rief Nagare Tokita, der die Kochschürze umgebunden hatte. In seine Arme geschmiegt lag ein kleines Mädchen von etwa zwei Jahren mit großen runden Augen. Sie hieß Miki. Nagare war so groß, dass Miki an seiner Brust klein wie ein Eichhörnchen wirkte.

Im Café stand ein geschmückter Weihnachtsbaum, aber es liefen keine Weihnachtslieder. Das Einzige, das zu hören war, war ein beschwörend gemurmeltes »Jingle bells, jingle bells« von Miki aus der Küche.

Ein Weihnachtsabend ohne Musik hätte die meisten Kunden wohl nicht zufriedengestellt, aber weder Kenji noch Aoi schien das an diesem Tag zu stören. Die drei schwelgten noch einmal in Erinnerungen an ihren Tag in Disneyland, während sie die Gerichte verzehrten, die Kazu in aller Stille serviert hatte.

Obwohl Weihnachten war, kamen keine weiteren Gäste ins Lokal. Nur in der hintersten Ecke des Cafés saß die Frau in einem sehr unwinterlichen kurzärmeligen weißen Kleid.

So war es für ein Kind mit seinen Eltern wirklich ein besonders vertraulicher Augenblick. Für Yuki sollte es eigentlich eine glückliche und unvergessliche Begebenheit sein, wie er sie seit Jahren nicht erlebt hatte. Aber ihn erwarteten traurige Neuigkeiten.

Yuki nahm sich gerade den ersten Bissen vom Weihnachtskuchen, als sich Kenji zu Wort meldete.

»Yuki.«

»Was denn?«

Das Wichtigste an Weihnachten sind die Geschenke. Aber daran dachte Yuki überhaupt nicht. Dass er den Tag mit seinen Eltern in Disneyland verbracht hatte und es hinterher etwas Leckeres zu essen und Weihnachtskuchen gab, waren für ihn die schönsten Geschenke. Selbst am letzten Tor von »It’s a Small World« hatte er sich nicht irgendwelche Spielsachen gewünscht, wie es andere Kinder vielleicht getan hätten.

Yuki spürte, dass dies die glücklichsten Augenblicke in seinem Leben waren.

Dong

Eine der großen Standuhren im Café zeigte mit ihrem Schlag an, dass es halb acht Uhr abends war. Aoi legte Yuki die Hand auf den kleinen Kopf.

»Wir müssen dir etwas Wichtiges sagen, Yuki. Dein Vater und ich haben beschlossen, nicht mehr zusammenzuleben.«

»Was?«

»Heute ist der letzte Abend, den wir drei gemeinsam verbringen«, fügte Kenji an.

Yukis Kopf war wie leer gefegt, als er hörte, was seine Eltern ihm da völlig unerwartet eröffneten.

Das letzte Weihnachtsfest.

Yuki wusste nur noch, dass er Kenji mit seinem Weinen wütend gemacht hatte und seine Mutter ebenfalls weinte – und dass Miki währenddessen hinten in der Küche den ganzen Refrain von »Jingle Bells« sang. Er konnte sich nicht mehr daran erinnern, wie er nach Hause gekommen war.

Niemals allerdings vergaß er, wie er am nächsten Morgen aufgewacht war. Neben seinem Kissen lagen zwei Geschenkkartons, und er hatte leise geweint.

»Weißt du«, sagte Fumiko, als sie Yukis Geschichte mit Tränen in den Augen angehört hatte. »Ich kann wirklich gut verstehen, wie du dich fühlst. Wirklich. Aber wie soll ich das sagen … selbst wenn du in die Vergangenheit reist, weißt du doch über die Regeln Bescheid, oder?«

Fumiko wandte sich Hilfe suchend zu Kazu um, die der Unterhaltung folgte. Fumiko glaubte, Yuki wolle in die Vergangenheit reisen, um die Scheidung seiner Eltern zu verhindern. Sie wusste, dass in diesem Café eine grausame Regel galt, die den unschuldigen Wunsch des Jungen zerschmettern würde.

Ich frage mich, ob er weinen wird, wenn er von der Regel erfährt.

Als Fumiko weiter zögerte, trat Kazu zu Yuki hin und erklärte ihm, ohne ihre Miene zu verändern: »Wenn du zurückreist, wirst du aber nichts an der Tatsache ändern können, dass sich deine Eltern getrennt haben.«

Was?! Er ist doch erst sieben! Das hättest du wirklich ein bisschen behutsamer rüberbringen können!

Anders als von Fumiko erwartet, brachte die Erklärung Yuki nicht aus der Fassung. Stattdessen antwortete er mit einem entschlossenen Blick, der gar nicht zu seinem zarten Alter zu passen schien: »Ja, das ist schon in Ordnung.«

»Was? Aber warum willst du dann zurück in die Vergangenheit?«

Fumiko lehnte sich vor und blickte Yuki forschend ins Gesicht.

»Ich hätte an diesem Tag nicht weinen sollen.«

»Wie meinst du das?«

An Yukis Geschichte war offenbar mehr dran als gedacht.