Bilder predigen -  - E-Book

Bilder predigen E-Book

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Beschreibung

Bilder haben das Potenzial, anregend zu sein. Darum sind sie eine Bereicherung auch für Gottesdienst und Predigt. Leicht ist der homiletische Umgang mit ihnen jedoch nicht. Da bedarf es der Anleitung. Oder besser: vieler verschiedener Beispiele. In dem von Hans Georg Ulrichs herausgegebenen Band sind es 13 Bilder und 13 Predigten, die so bereits gehalten worden sind.Predigten zu kirchenjahreszeitlichen Festen stehen neben Predigten in Kasualgottesdiensten. Kunstwerke vom späten Mittelalter bis zum Ende des 20. Jahrhunderts werden interpretiert. Manche Prediger beschauen die Bilder lang und vertiefend, andere wiederum nehmen nur kurz, dann aber nicht selten final darauf Bezug. Manche bevorzugen einen illustrierenden Gebrauch, andere wiederum konfrontieren Herkömmliches mit dem Bild. Manche deuten die Bibel, andere erhellen die menschliche Existenz und führen dann zum Glauben. Diese Predigten in ihrer Buntheit machen Mut, Kunst als homiletische Chance und Herausforderung anzunehmen.

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Seitenzahl: 131

Veröffentlichungsjahr: 2013

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DIENST AM WORT

Die Reihe für Gottesdienst und Gemeindearbeit

Band 152

Vandenhoeck & Ruprecht

Hans-Georg Ulrichs (Hg.)

Bilder predigen

Gottesdienste mit Kunstwerken

Mit digitalem Material unterwww.v-r.de/bilder_predigenPasswort: vSGYEfyc

Vandenhoeck & Ruprecht

Umschlagabbildung: Frauenfigur aus dem Nana-Projekt (s. Seite 79 ff.) von Regine Klusmann

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN 978-3-525-63047-1ISBN 978-3-647-63047-2 (E-Book)

© 2013, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen / Vandenhoeck & Ruprecht LLC, Bristol, CT, U. S. A.

www.v-r.de

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages.Printed in Germany.

Satz: textformart, GöttingenDruck und Bindung: Hubert & Co, Göttingen

Gedruckt auf alterungsbeständigem Papier.

Inhalt

Bildhaft predigen. Eine kritische Ermutigung

1 In der Bibel lesen

Martina Reister-Ulrichs

»Mutter und Schwester des Künstlers, in der Bibel lesend« von Hans Thoma (1866)

2 Jesu Geburt: Neuanfang ist möglich

Gregor Etzelmüller

»Darstellung der Geburt Jesu«, anonym (Stadtkirche Hersbruck, um 1480)

3 Ein Platz für mich

Hans-Georg Ulrichs

»Abendmahl« von Fritz von Uhde (1886)

4 Aufkeimende Lust am Leben

Peter Noss

»Triptichon« von Heinz Kupfernagel (ohne Jahr)

5 Ostern: Fest des Sehens

Christian Stäblein

»Harbingers of Resurrection« von Nikolai Nikolaevich Ge (1867)

6 Tanzende Freude

Kirsten Elisabeth Christensen

»Ausgießung des Heiligen Geistes« von El Greco (1604/1614)

7 Sturzgläubig

Karl Friedrich Ulrichs

»Die Bekehrung des Paulus« von Caravaggio (1600/1601)

8 Wer bin ich?

Monika Lehmann-Etzelmüller

»Selbstbildnis« von Paula Modersohn-Becker (1906)

9 Schönheit kommt von Gott

Regine Klusmann

»Nanas« nach Niki de Saint Phalle

10 Gott im Wald

Jan Rohls

»Das Kreuz im Gebirge« (Tetschener Altar) von Caspar David Friedrich (1807/1808)

11 Der große Weg – zum Vater

Birgit Niehaus

»Der große Weg« von Friedensreich Hundertwasser (1955)

12 Gegen das Erschrecken den Glauben

Kathrin Oxen

»Die Zeit ist ein Fluss ohne Ufer« von Marc Chagall (1930–1939)

13 Engel der Auferstehung

Sören Suchomsky

»Flug zum Himmel« von Hieronymus Bosch (um 1500)

Verzeichnis der Mitarbeiter/innen

Bildhaft predigen. Eine kritische Ermutigung

Erstens …

Der Protestantismus gilt sowohl im Selbstverständnis als auch in der Fremdwahrnehmung als eine Religion des Wortes. Mit spürbarem Stolz und ostentativer Entschiedenheit schmücken Inschriften wie »Gottes Wort«, das »eine Wort Gottes« und das Wort, »das im Anfang war«, Kirchen und theologische Hörsäle. Gewiss hat sich dieser permanente Bezug auf das »Wort« in die protestantische Mentalität eingeschrieben. Kulturhistorisch ist kaum zu leugnen, dass der Protestantismus als Lesereligion einen ungeheuren Bildungsaufschwung hervorrief – was freilich realhistorisch durch die dürftigen Alphabetisierungsquoten bis etwa 1800 relativiert werden muss. Aus der engen Bezogenheit auf das Wort nun aber den Schluss zu ziehen, der Protestantismus habe gerade deshalb kein rechtes Verhältnis zu nonverbalen Künsten entwickelt – vielleicht mit Ausnahme von Musik – und dies sei auch heute noch zu beobachten oder gar als normativ anzunehmen, stellt entweder ein Missverständnis innerhalb des Protestantismus dar oder entpuppt sich als ein konfessionspolemisches Relikt. Gerade indem der Protestantismus die Kultur von einer religiösen Dominanz zu befreien half, ermöglichte er Kunsträume. Im Zusammenhang mit dem Zweiten Gebot nach biblischer Zählung ist es etwa für den Heidelberger Katechismus (1563) in der Antwort auf Frage 97 eine Selbstverständlichkeit, dass alles Geschaffene abgebildet werden kann. Bilder dürfen und können Gott selbst nicht abbilden, so wie es auch immer eine grundsätzliche Differenz zwischen unserem Erkennen von Gott und Gott selbst gibt. Bilder müssen nicht der Religion dienen, sie müssen nichts »Heiliges« wiedergeben – und dann stehen sie auch nicht in der Gefahr, durch Abbildungen von »Heiligem« mit Gott selbst verwechselt zu werden. Nicht zuletzt diese Befreiung führte als Paradigmenwechsel zu der Epoche der großen Maler der Niederlande im sogenannten »Goldenen Jahrhundert«. Die Kunst konnte sich endlich dem realen und dem ganzen Leben zuwenden. Immer freier und säkularer wurde die Kunst, zu oft bitter erstritten gegen kirchliche Macht: Renaissance, Reformation und Aufklärung sind Marksteine dieser Entwicklung. Und doch blieb die Kunst weiterhin beeinflusst von der institutionalisierten Religion und fand bei ihr Themen und Formen auch für die je gegenwärtigen künstlerischen Auseinandersetzungen mit Fragen des Lebens. Gleichzeitig war auch der Bereich des Protestantismus nie frei von künstlerischer Gestaltung: Musik, Literatur, bildende Kunst, Architektur. Kunst, auch bildende Kunst, gehörte immer zum Protestantismus. In nicht wenigen Bereichen war das 19. Jahrhundert ein besonderer Kunstzeitraum. Umso schwerer scheint sich der Protestantismus mit der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts getan zu haben. Ging hier die Schere zwischen freier Kunst und der etablierten Religion doch zu weit auseinander? Verlor sich hier eine beiderseitige »Anschlussfähigkeit«? Entwickelte sich die Kunst schneller oder doch anders als die Religion als transzendierender Ausdruck des gelebten Lebens? Für das 20. Jahrhundert wäre es gewiss eine lohnende Aufgabe, etwa die offenbaren und auch die verborgenen Zusammenhänge zwischen der Hegemonie der Theologie Karl Barths und einem eher spröden protestantischen Kunstverständnis in den ersten Nachkriegsjahrzehnten aufzuspüren. Wie gesamtgesellschaftlich wurde auch in den künstlerischen Bereichen Religion als etwas, das sich dem Ende zuneigt, als etwas nachgerade Anachronistisches wahrgenommen, während Kunst gleichzusetzen war mit geistiger Avantgarde. Bereits vor mehr als einer Generation wurde hier eine neue Tendenz wahrgenommen und in den 90er Jahren meinte man eine Renaissance des Religiösen in der Gesellschaft analysieren zu können, was sich entsprechend in der zeitgenössischen Kunst – wenn nicht explizit, dann doch implizit – widerspiegele. Auch in der Theologie wurden die Möglichkeiten der autonomen Kunst neu thematisiert. Kurz vor dem Milleniumswechsel begann die Evangelische Kirche in Deutschland mit einer breit angelegten Debatte, das Verhältnis von Protestantismus und Kultur aktuell zu bestimmen. Grundlegend trug bereits die Initiativschrift den Titel »Gestaltung und Kritik« (1999): Kultur in unseren Lebenszusammenhängen war und ist auch mitgeprägt und insofern mitgestaltet von Religion und aus dieser gemeinsamen Geschichte erwächst dem Protestantismus die Aufgabe, die seit der Aufklärung als notwendig autonom zu denkende Kultur – kritisch, also unterscheidend – zu begleiten. Ein kulturell desinteressierter Protestantismus ist nicht denkbar.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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