Bitcoin Breakout - Bastian Keller - E-Book

Bitcoin Breakout E-Book

Bastian Keller

0,0
14,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Wir wachsen auf, ohne jemals zu lernen, wie Geld wirklich funktioniert. Doch genau diese Unwissenheit führt dazu, dass Millionen Menschen Entscheidungen treffen, die sie finanziell bremsen oder sogar ruinieren. Nicht aus Dummheit, sondern weil niemand ihnen erklärt, wie das Geldsystem wirklich arbeitet. Bastian Keller gehört heute zu den bekanntesten Tradern im deutschsprachigen Raum. Zehn Jahre Erfahrung an den Märkten, mehrere Millionen Handelsvolumen, eine Community aus Tausenden Tradern. Aber sein Weg war alles andere als gradlinig: Fehlentscheidungen, Verluste, falsche Vorbilder und Irrwege prägten die ersten Jahre, bis er verstand, dass Erfolg im Kryptomarkt nicht aus Glück entsteht, sondern aus Klarheit. Bitcoin Breakout ist sein persönlichstes und ehrliches Buch: Ein Blick hinter die Fassade, auf das System, die Psychologie und die Prinzipien, die entscheiden, wer langfristig gewinnt und wer verliert. Du erfährst: - wie du Marktbewegungen verstehst, statt ihnen hinterherzulaufen - warum deine Denkweise wichtiger ist als jede Strategie - welche Fehler 99% der Trader scheitern lassen und wie du sie vermeidest - wie du Chancen erkennst, bevor die Masse sie überhaupt wahrnimmt - wie du Risiken kontrollierst und dein Kapital langfristig schützt - wie moderner Vermögensaufbau mit Bitcoin und digitalen Assets wirklich funktioniert Dieses Buch ist keine Anleitung zum schnellen Reichtum. Es ist ein mentaler Reset, ein neues Verständnis von Geld, Freiheit und Verantwortung. Der Breakout beginnt nicht im Chart. Er beginnt in deinem Kopf.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 200

Veröffentlichungsjahr: 2026

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Buchvorderseite

Titelseite

Bastian Keller

BITCOIN BREAKOUT

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über dnb.dnb.de abrufbar.

Wir freuen uns auf eure Anregungen und Fragen [email protected]

Wichtiger Hinweis

Die im Buch veröffentlichten Empfehlungen wurden von Verfasser und Verlag erarbeitet und geprüft. Der Inhalt dieses Buches beruht ausschließlich auf den persönlichen Erfahrungen des Autors und erhebt keinen wissenschaftlichen Anspruch. Die benutzten Begrifflichkeiten sind wertfrei. Eine Garantie kann dennoch nicht übernommen werden. Ebenso ist die Haftung des Verfassers bzw. des Verlages und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ausgeschlossen.

Originalausgabe

1. Auflage 2026

© 2026 Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag,

Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag GmbH,

Christoph-Rodt-Straße 11, 86476 Neuburg an der Kammel

www.deutscherwirtschaftsbuchverlag.com

Alle Rechte vorbehalten.

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Autors nicht zulässig. Das gilt gleichermaßen für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Verfilmungen und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Wir behalten uns die Nutzung der Inhalte für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor. Falls die Publikation Links zu externen Webseiten Dritter enthält, haben wir auf deren Inhalte keinen Einfluss; für diese fremden Inhalte können wir keine Gewähr übernehmen. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung nicht erkennbar.

Auch wenn eine gendergerechte Sprache wünschenswert ist, gibt es aus Sicht des Verlages bisher keine befriedigende, gut lesbare Lösung. Für eine leichtere Lesbarkeit haben wir des Öfteren von der Doppelung männlicher und weiblicher Formen Abstand genommen. Selbstverständlich liegt es uns fern, dadurch einen Teil der Bevölkerung zu diskriminieren.

Korrektorat: Helga Linsbauer

Cover- und Umschlaggestaltung: www.b3k-design.de, © 2026 Andrea Schneider & diceindustries; Tobias Prießner

eBook: ePUBoo.com

ISBN Print: 978-3-69066-247-5

ISBN E-Book (PDF): 978-3-69066-249-9

ISBN E-Book (EPUB, Mobi): 978-3-69066-248-2

Inhaltsverzeichnis

INTRO
Mit 2,5 Millionen Dollar Bargeld im Rucksack durch Dubai
Dein Shortcut durch dieses Buch
Kapitel 1: Mind über Market – Die 90/10-Regel für Trader
Mit einem Rucksack voller Millionen in der Mall
Dein Erfolg beim Trading beginnt im Kopf
Kapitel 2: Grundgesetze des Tradings
Ein Crash ist kein Weltuntergang – nur ein Zwischenstopp
Warum der Ausstieg so schwierig ist
Antizyklisches Investieren
Marktzyklus
Buy the Dip
Investment vs. Daytrading
Strategien beim Daytrading
Marktphasen
Liquidität, Volumen und Liquidierung
Trading Hours
Kapitel 3: Trade, don’t gamble. Strategien, die länger halten als Glück
Echtgeld vs. Demo-Account
Mutig zum richtigen Zeitpunkt handeln, wenn andere in Panik verfallen
Du darfst deine Meinung auch ändern
Die Lektion meines Mentors Marc
Kapitel 4: Technik & Analyse: Lektionen aus dem Bärenmarkt
Technische Analysen
Wichtige Indikatoren
Lektionen aus der Schattenwelt
Hardware & Software
Kapitel 5: Aus kleinem Kapital viel Gewinn erwirtschaften
Wie man aus kleinen Positionen große macht
Verzinsung
Compounden – Liquidierung – Zinseszinseffekt
Kapitel 6: Risikomanagement
Exit-Strategien
Vergiss nicht, deine Gewinne abzuholen
Die 3: 1-Regel
Der FTX-Crash
Kapitel 7: Chart Patterns
Einfach und verständlich – und doch viel zu simpel
Alternativen zu Chart Patterns
Panik im Crash – und die Falle der Chart Patterns
MiCA: Wenn Brüssel den Kryptomarkt aufmischt
Kapitel 8: Vektorkerzen
Wie farbige Candles mein Marktverständnis vertieften
Fehleinschätzungen
Entscheidend ist das richtige Mindset
Vector Candles – ein Werkzeug, kein Mysterium
Kapitel 9: Bitcoin ETFs – Der Ritterschlag für Krypto
Vom Spektakel zum Fundament – Der Moment, als Bitcoin erwachsen wurde
Kapitel 10: Ausblick
KI & Bitcoin: Hype, Hoffnung und harte Realität
Epilog
Glossar
Von Blockchain bis Wallet – Begriffe, die du unbedingt draufhaben solltest

INTRO

Mit 2,5 Millionen Dollar Bargeld im Rucksack durch Dubai

Ich saß im Taxi. Neben mir ein unscheinbarer schwarzer Rucksack. Darin: 2,5 Millionen Dollar in Cash. Keine Metapher. Kein Film. Reales Geld, gebündelt in Scheinen, schwer wie ein Zementsack.

Ich presste die Hand um eine der Schlaufen, als könnte der Rucksack jeden Moment verschwinden. Was, wenn der Fahrer im Rückspiegel erkannte, was ich da transportierte? Was, wenn er plötzlich von der Autobahn in die Wüste abbog?

Diese Fahrt war nur der Höhepunkt einer Geschichte, die Monate vorher begonnen hatte.

Bevor ich 2024 in ein Apartment zog – zwei Zimmer, für mich damals schon Luxus –, hatte ich viereinhalb Jahre in einer winzigen Einzimmerwohnung gelebt. Wohnzimmer gleich Büro, Küche gleich Trading-Desk. Zwei Jahre lang schloss ich mich dort fast ein, um Bitbull Trading aufzubauen. Es war ein klaustrophobischer Ort, aber in meinem Kopf lief längst ein anderes Bild: eine Villa, Platz für eine Familie, ein professionelles Office.

Also schrieb ich meinem Freund Matt, der in Dubai mit Immobilien handelt: »Hast du was für mich? Vielleicht eine Villa?«

Kurz darauf stellte er mich einem Makler vor, und plötzlich jagte ein Angebot das nächste. Die erste Villa: perfekt. Deal fast durch.

Dann sprang der Verkäufer ab – er wollte mehr Geld.

Das zweite Objekt war ebenfalls spannend, aber eine halbe Million Dollar teurer. Dieses Mal war ich es, der Nein sagte. Trotzdem ließ mich die erste Villa nicht los, also erhöhte ich mein Angebot um 100.000 Dollar. Der Verkäufer akzeptierte. Der Deal stand.

Bis er mir eröffnete, er wolle alles in bar. Zwei Millionen Dollar in Cash. Selbst in Dubai völlig ungewöhnlich.

Digital hatte ich die Summe sofort parat. Aber Bargeld? Willkommen im Jahr 2024: Wir leben mitten in der digitalen Währungsrevolution, Coins und Token überall. Doch wenn es ernst wird, zählen immer noch die altbewährten handfesten Scheine.

Also suchte ich nach einem Weg, Krypto in Cash zu tauschen, und stolperte beinahe in eine Falle. 2,5 Millionen USDT sollten auf die Wallet einer Firma transferiert werden, die mir die Summe in bar auszahlen würde. Empfohlen von einer vertrauenswürdigen Quelle, russisch geführt, klein und unscheinbar.

Ich landete in einem winzigen Büro eines Shared Office. Zwei Jungs, freundlich, locker, hinter einer Wand mehrere Geldzählmaschinen. Einer der beiden öffnete seine Wallet-App. Beim Anblick der 100 Millionen Dollar Guthaben musste ich kurz schlucken. Wir machten eine Testüberweisung über 12 Dollar. Das Geld kam zurück zu meiner eigenen Wallet. Alles schien solide.

Gerade als ich am nächsten Tag die insgesamt etwa 2,5 Millionen Dollar in drei Tranchen von meiner eigenen Wallet auf die der beiden Russen überweisen wollte, fiel mir etwas sehr Merkwürdiges auf: Ich fand den besagten Testbetrag vom Vortag nicht nur ein Mal, sondern gleich zwei Mal als Rücküberweisung in meiner Wallet vor, was eigentlich gar nicht hätte sein dürfen! Was war geschehen?

Wie ich aus meiner History ablesen konnte, hatte ein Scammer offensichtlich die kleine Testüberweisung vom Vorabend bemerkt – auf einer Blockchain lassen sich sämtliche Transaktionen nachvollziehen, denn dort ist alles öffentlich einsehbar – und seine Chance gewittert. In der Erwartung, dass von meiner Wallet in Kürze mehr Geld transferiert werden würde, hatte er ganz einfach denselben Betrag noch einmal an mich geschickt. Seine Hoffnung war gewesen, dass ich beim nächsten Transfer unachtsam wäre, seine Wallet anklicken und mit Copy-and-Paste den Betrag nicht an die gewünschten Empfänger, sondern stattdessen an ihn schicken würde. Wäre mir diese doppelte Rücküberweisung nicht aufgefallen, hätte ich diesem Scammer tatsächlich 2,5 Millionen Dollar geschickt! Dann wäre das Geld für immer weg gewesen und mein Traum von der Villa in diesem Moment wie eine Seifenblase zerplatzt.

Viele Menschen machen bei wiederholten Überweisungen mit einer anderen Wallet den Fehler, dass sie aus der Transaktions-History einfach die Absenderadresse, von der sie zuletzt eine Zahlung erhalten haben, mit Copy-and-Paste übernehmen und ihr Geld dorthin überweisen. Klingt bequem – sollte man jedoch nicht machen. Denn diese Vorgehensweise birgt Risiken und kann im schlimmsten Fall Millionen kosten.

Hochkonzentriert gab ich die korrekten Wallet-Daten händisch ein und tätigte den Transfer in den geplanten drei Tranchen. Kurz darauf saß ich zum zweiten Mal in dem kleinen Eckbüro und blickte auf mehrere Taschen voller Bargeld, in denen die überwiesene Summe hauptsächlich in Bündeln zu jeweils 100.000 Dirham gepackt war; dazu kamen noch etliche Bündel mit 500- und sogar 1000-Dirham-Scheinen, und mir wurde bewusst, dass die Tasche, die ich selbst mitgebracht hatte, dafür nicht groß genug war.

Die Situation wirkte irgendwie skurril, beinahe surreal, und wäre in Deutschland undenkbar gewesen: Ich saß vor mehreren Geldzählmaschinen, stapelweise Geldbündel vor mir, in einem offenen Büro, in das jeden Moment jemand hereinkommen hätte können, um uns drei zu überfallen und mit dem Geld auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Dass in diesem kleinen Büro mit jeder Menge Cash hantiert wurde, war sicherlich vielen Menschen bekannt. Aber ich befand mich in Dubai und damit in einer der sichersten Städte der Welt. Hier hat niemand Angst vor derartigen Übergriffen, denn die Strafen sind drakonisch und die Kriminalitätsrate in diesem Emirat liegt nahezu bei null.

Zum Glück hatten die Russen einen Rucksack im Büro stehen, den sie mir freundlicherweise leihweise überließen. Dieser war dann tatsächlich groß genug für sämtliche Geldbündel.

So verließ ich das Büro. Mit 2,5 Millionen Dollar auf dem Rücken stieg ich in ein Taxi.

Von außen wirkte ich wie ein Backpacker. In Wahrheit war ich eine wandelnde Zielscheibe. Während wir durch die Stadt fuhren, begann ich damit, die Scheine umzuschlichten, sodass sie wenigstens halbwegs geordnet im Rucksack lagen. Ob der Fahrer im Rückspiegel sah, womit ich beschäftigt war? Keine Ahnung. Er schwieg und fuhr weiter.

Während die Skyline von Dubai an mir vorbeizog, ließ ich die Gedanken zurückwandern. Plötzlich bemerkte ich, wie mich das Augenpaar des Fahrers aus dem Rückspiegel beobachtete, und klammerte meine Finger noch fester um die Schlaufe des Rucksacks. Was, wenn er ahnte, was ich da transportierte? Was, wenn die Tür plötzlich aufging und der Sog den Rucksack nach draußen beförderte?

Der Fahrer schien mich kurz zu mustern und fragte schließlich auf Englisch mit diesem typischen singenden Akzent, den viele Taxifahrer in Dubai haben: »Urlaub in Dubai?«

Ich musste lachen. »So ähnlich.« Er nickte, lächelte zurück, und irgendwie löste sich in mir ein Knoten. Vielleicht war es die Anspannung, vielleicht die surreale Situation mit dem Rucksack voller Geld – jedenfalls hatte ich das Bedürfnis, zu reden. Und wem konnte man sich leichter öffnen als einem Fremden, der einen nach zwanzig Minuten sowieso wieder aus seinem Wagen aussteigen ließ?

So begann ein Gespräch, das mich in meine eigene Vergangenheit zurückversetzte …

»Nicht ganz«, berichtigte ich meine vorherige Antwort. »Ich lebe hier. Aber eigentlich komme ich aus Deutschland, aus der Nähe von Stuttgart.«

Der Fahrer grinste. »Ah, Deutschland! Viele Gäste kommen von dort. Gute Jobs, gute Autos. Deine Eltern sind bestimmt reich, ja? Du hast einen tollen Beruf?«

Ich schüttelte den Kopf. »Nein, überhaupt nicht. Ich habe keine reichen Eltern, keine besonderen Begabungen …«

Der Fahrer schaute überrascht. »Wie hat dein Leben dich nach Dubai geführt?«

Der Fahrer grinste breit, seine Zähne blitzten im Rückspiegel. Mit der rechten Hand trommelte er im Takt der arabischen Popmusik auf das Lenkrad, während die linke das Steuer nur locker hielt. »Wir haben noch eine lange Fahrt vor uns, mein Freund. Erzähl mir deine Geschichte, sonst schlafe ich am Steuer ein.«

Ich musste lachen. Ein lustiger, aber irgendwie vertrauensvoller Typ, dachte ich. Einer, mit dem man sich tatsächlich gerne unterhält. Nicht aufdringlich, eher neugierig – so, dass man Lust bekommt, weiterzuerzählen.

Ich warf einen kurzen Blick auf die Uhr. Noch eine knappe Stunde bis zur Geldübergabe. Warum also nicht? Schließlich war er ein Fremder, den ich nach dieser Fahrt höchstwahrscheinlich nie wieder sehen würde.

»Nach der Schule machte ich eine Ausbildung zum technischen Produktdesigner. Studium war nicht mein Ding – ich wollte einfach nur schnell arbeiten, Geld verdienen, auf eigenen Beinen stehen.«

»Klingt interessant«, meinte er. »Aber von Deutschland bis nach Dubai ist ein weiter Weg. Wie kam es dazu? Da muss eine Geschichte dahinterstecken.«

Ich lachte. »Stimmt. Bald merkte ich, dass mich das Entwerfen von Bauteilen für Automobilhersteller am PC nicht erfüllte. Während ich bei Mercedes an Projekten mitwirkte, kam ich zum ersten Mal mit Trading in Berührung. In einer Facebook-Gruppe wurden Trades gepostet, die man mit dem eigenen Account kopieren konnte. Das funktionierte am Anfang wunderbar. Und dann, eines Tages, verdiente ich in nur wenigen Stunden ein ganzes Monatsgehalt. Plötzlich fühlte ich mich wie der geborene Trader, ein Naturtalent. Wer oder was sollte mich jetzt noch stoppen?«

Der Fahrer lachte laut. »Oh, ich kenne das. Viele Gäste hier im Taxi erzählen: Einmal schnell Geld gemacht, und sie denken, sie seien Genies. Und dann?«

»Dann kam die kalte Dusche. Nach wenigen Wochen hatte ich alles verzockt. Das Geld, das ich für eine zweijährige Ausbildung zum Maschinenbautechniker gespart hatte, war weg. Um den Verlust wieder reinzuholen, verkaufte ich sogar mein Auto und steckte das Geld ins Trading. Vier Wochen später war auch das weg. Ich hatte nichts mehr.«

Der Fahrer lachte erneut. »Oh, klingt vertraut. Einer hat mir mal gesagt, er sei ein ‚Börsengott’. Zwei Wochen später hatte er kaum noch Geld übrig für die Fahrt zum Flughafen.«

Wir lachten beide.

»Und deine Familie? Sie war bestimmt enttäuscht, nicht wahr?«

»Sie wusste davon gar nichts. Ich erzählte niemandem von meinem Fiasko, nicht einmal meiner Familie. Ein ganzes Jahr lang zog ich mich aus dem Trading zurück. Nach außen hin gab ich vor, alles sei in bester Ordnung. Aber tief in mir drin war es anders: Ich fühlte mich leer, gefangen in einem 9-to-5-Job ohne Zukunft. Ich arbeitete hart, die Lorbeeren kassierten andere. Und ich träumte die ganze Zeit davon, eines Tages mein eigener Boss zu sein.«

»Das kann ich verstehen«, sagte der Fahrer nachdenklich. »Viele Menschen hier arbeiten auch hart, haben aber große Träume. Wie bist du dann zurückgekommen?«

»Durch einen Freund. Er erzählte mir von Bitcoin und Krypto. Anfangs war ich sehr skeptisch. Nach meiner Forex-Pleite wusste ich: Sollte ich das Wenige, das ich mir wieder zusammengespart hatte, erneut verlieren, würde es sehr ungemütlich. Trotzdem setzte ich mich mit der Thematik auseinander, aber diesmal im Stillen. Ich erzählte niemandem von meinen Bitcoin-Investments. 2018/2019 wollte in meiner Familie ohnehin keiner etwas von Kryptowährungen hören. Der Einzige, mit dem ich reden konnte, war mein Kumpel.«

Der Fahrer schüttelte den Kopf. »Meine Cousins machen das Gleiche: Erst groß reden, dann alles verlieren. Aber sie hören trotzdem nie auf. Vielleicht bist du klüger.«

»Genau. Ich erkannte das wahre Potenzial. Für mich war es der absolute Gamechanger. Denn eines war klar: Der Schlüssel zu erfolgreichen Trades liegt in der Volatilität, und die gab und gibt es bei Krypto reichlich.«

»Und dann ging es bergauf?«

»Ja«, antwortete ich. »Mit den ersten Erfolgen merkte ich, wie groß die Möglichkeiten wirklich sind. Ich begann, meine Analysen zu posten, und bekam positives Feedback. Da wusste ich: Es funktioniert. Von da an ging es Schritt für Schritt nach oben.«

Ich sprach es nicht aus, aber in Gedanken war ich wieder bei jenem Moment, Weihnachten 2020, als ich zum ersten Mal einen sechsstelligen Gewinn realisierte. Dieser Augenblick hatte mir endgültig bewiesen, dass mein Weg richtig war.

»Unglaublich«, sagte der Fahrer, deutete mit einer Handbewegung auf die Skyline und nickte. »Klar, so ist es fast überall. Deshalb kommen viele hierher. In Dubai ist es einfacher.«

Ich lehnte mich zurück.

In Deutschland hatte man mir durch Steuern mehr als ein Viertel meiner Gewinne genommen – ohne jemals ein Risiko zu tragen. Für mich fühlte es sich an wie moderne Wegelagerei. Der Fiskus kam schnell, doch gleichzeitig wuchs mein YouTube-Kanal. Immer mehr Follower tauchten auf, die dieselben Probleme hatten wie ich. Aus der Idee, ein eigenes Unternehmen zu gründen, sollten später TradeMania und Bitbull Trading entstehen. Ich wollte andere vor Fehlern bewahren und die Community schaffen, die ich mir einst selbst gewünscht hätte. Aber so weit war ich damals noch nicht. Noch spielte sich das Ganze lediglich in meinem Kopf ab.

»Und wann hast du entschieden, nach Dubai zu kommen?«, fragte der Fahrer neugierig.

»Ich setzte mir eine Deadline von einem Jahr«, antwortete ich.

»Mein Ziel war es, vom Trading leben zu können.«

In Wahrheit war das meine große Bewährungsprobe gewesen. Würde ich es schaffen? Den Job kündigen, auswandern, mein Einkommen zu 100 Prozent auf Trading bauen – das war wie jeder Trade völlig ohne Garantie auf Erfolg. Deutschland und Stuttgart waren damals noch mein Lebensmittelpunkt, auch wegen meiner Beziehung. Deshalb hielt ich mir immer ein Hintertürchen offen: Im Notfall könnte ich zurück in meinen alten Job. Aber ich wollte es unbedingt versuchen.

Der Fahrer warf mir einen letzten Blick über den Rückspiegel zu.

»Aber dann ging es endlich bergauf?«, fragte er neugierig, während er mit dem Blinker so heftig klickte, als würde er Morsezeichen geben.

Ich grinste. Ein echter Charakter, dachte ich. Einer, der wahrscheinlich jede Woche zehn verschiedene Lebensgeschichten hört und trotzdem bei meiner aufmerksam blieb.

»Danke für das Gespräch. Weißt du, die meisten Fahrgäste starren nur auf ihr Handy. Aber deine Geschichte … die war anders.«

Ich nickte. »Danke fürs Zuhören. Manchmal ist es einfacher, einem Fremden alles zu erzählen.«

Wir hielten vor meinem Ziel. Ich spürte, wie mein Herz wieder schneller schlug. Vorsichtig öffnete ich den Rucksack, damit niemand von draußen hineinsehen konnte, und fischte zwischen den prall gefüllten Bündeln nach ein paar unauffälligen Scheinen. Ein falscher Griff, und mir wären Hunderttausender-Päckchen in den Schoß gefallen.

»Kein Stress, ich habe Zeit. Andere suchen nach Kleingeld, du suchst wohl nach Großgeld«, witzelte der Fahrer, ohne zu ahnen, dass er gerade der geduldigste Mann Dubais war und unwissentlich den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Ich musste mir das Lachen verkneifen.

Endlich hatte ich die passenden Scheine in der Hand. Ich reichte sie ihm mit einem Trinkgeld, das wahrscheinlich größer war, als er von den meisten Fahrgästen bekam, denn er strahlte über das ganze Gesicht. »Danke, mein Freund. Das war die interessanteste Fahrt seit Langem. Du bist wirklich kein Tourist. Aber weißt du, was? Egal, wie viel Erfolg du jetzt hast – du klingst noch immer wie ein ganz normaler Junge.«

Ich nickte. Weil ich es zum Glück auch geblieben bin, dachte ich, stieg aus und drückte die Tür sanft von außen zu.

Für ein paar Augenblicke blieb ich stehen, sah dem Taxi nach, wie es sich in den Lichtern der Stadt verlor. In meinem Rücken der Rucksack, schwer von Scheinen – aber in meinem Herzen das leise Gefühl, dass all das nichts wert wäre, hätte ich dabei vergessen, wer ich wirklich bin.

Ich atmete tief durch, lachte leise über die Absurdität der Situation und machte mich auf den Weg. Der Rucksack war noch bei mir und mit ihm eine Geschichte, die sich für immer in mein Leben eingebrannt hatte.

Dein Shortcut durch dieses Buch

Das, was du soeben gelesen hast, war nur der Vorgeschmack. In jedem Kapitel werde ich dir zuerst eine Szene aus meinem eigenen Leben als Trader erzählen – mal absurd, mal schmerzhaft, mal mit einem Augenzwinkern.

Aber immer steckt eine Lektion dahinter. Danach geht’s direkt darum, was du daraus für dein eigenes Trading mitnehmen kannst: Prinzipien, Werkzeuge, Denkweisen.

Mir geht es nicht darum, dir trockene Theorie reinzudrücken. Ich will dir zeigen, was wirklich funktioniert und was mir selbst schon richtig teuer zu stehen gekommen ist.

Du erhältst einen ehrlichen Einblick: Warum dein Mindset wichtiger ist als jeder Indikator. Welche Fehler fast alle am Anfang machen. Wie du Risiken kontrollierst, ohne ständig die Nerven zu verlieren. Und welche Strategien dich wirklich nach vorn bringen, statt dich ins Aus zu schießen. Denn das macht der Markt schon ganz von allein, wenn du es darauf anlegst. Dieses Buch soll dir dabei helfen, Rückschläge wegzustecken, Chancen zu erkennen und einen klaren Kopf zu behalten, wenn alle anderen in Panik verfallen.

Am Ende jedes Kapitels findest du die Key Facts: die wichtigsten Punkte noch mal auf den Punkt gebracht. So hast du den Überblick, bevor du ins nächste Kapitel springst.

Hinten im Buch findest du zudem ein Glossar, das die wichtigsten Begriffe rund im Bitcoin, Wallet und Co. für dich noch einmal kurz erklärt.

Kapitel 1:

Mind über Market – Die 90/10-Regel für Trader

Mit einem Rucksack voller Millionen in der Mall

Als ich endlich am vereinbarten Treffpunkt angekommen war, stand ich kurz davor, die Haustür meiner neuen Villa zum ersten Mal als Besitzer aufzuschließen – zumindest dachte ich das. Stattdessen landete ich in der nächsten Nervenprobe. Der Verkäufer hatte keine Ahnung gehabt, dass bei einer so großen Cash-Transaktion in Dubai vorab rund 5 Prozent Bearbeitungsgebühr fällig werden – natürlich ebenfalls in Cash. Sein Makler hatte ihn nicht aufgeklärt, und er weigerte sich nun kategorisch, diese Summe zu bezahlen.

Also saß ich mit meinem prall gefüllten Rucksack mitten in einer Mall. Um mich herum schlenderten Menschen mit Einkaufstüten, Kinder rannten lachend über die glänzenden Fliesen, Paare gingen essen – und ich hockte da mit 2,5 Millionen Dollar in Bargeld auf dem Schoß. Stundenlang. Je länger es dauerte, desto größer wurde meine Angst, dass der Deal am Ende doch noch platzen könnte.

Immer wieder dachte ich: Das darf doch nicht wahr sein! Ich hatte Krypto in Fiat getauscht, war dabei fast gescammt worden, hatte mit einem Rucksack voller Bargeld im Taxi gesessen – und jetzt drohte alles an einer Gebühr zu scheitern, von der der Verkäufer nichts gewusst hatte.

Erst gegen 22 Uhr gab er schließlich nach. Die Mitarbeiterin der Behörde, die längst Feierabend gehabt hätte, war geblieben und hatte mit uns gewartet, bis der Mann endlich einwilligte. Aber damit war die Odyssee noch immer nicht vorbei: Beim Geldzählen stellte sich heraus, dass nur eine kleine Maschine vorhanden war – groß genug für ein einziges Bündel. Und in meinem Rucksack lagen davon gefühlt Hunderte. Wir standen also noch eine Stunde nebeneinander und schoben Bündel um Bündel durch die Maschine, bis die Summe endlich bestätigt war.

Erst danach hielt ich die Schlüssel in der Hand. Ich war Besitzer einer Villa. Aber der Weg dahin war alles andere als ein Happy End gewesen – er war ein Lehrstück.

Dein Erfolg beim Trading beginnt im Kopf

Die Villa-Odyssee war kein Zufall, sondern ein Stresstest gewesen: Angst managen, Fokus halten, sauber entscheiden – genau diese Skills brauchst du an der Börse. Nicht der »perfekte Indikator« trennt Gewinner von Verlierern, sondern das, was du unter Druck denkst und tust.

Was du aus dieser Story mitnehmen sollst:

Klarheit unter Druck – kein Aktionismus, keine Panik

Disziplin statt Ego – Prozess vor Gefühl

Risikobewusstsein – ein Klick kann teuer sein

Darum lautet meine These: Mindset schlägt Methode. Charts, Strategien und Setups sind wichtig. Aber sie funktionieren nur, wenn auch dein Kopf funktioniert. Ich habe dir die Szene nicht erzählt, um anzugeben. Ich habe sie erzählt, weil sie offenlegt, was in kritischen Momenten wirklich zählt: nicht der schönste Chart, nicht das »geheime Setup«, sondern dein inneres Betriebssystem.

Wenn Mall, Millionen und Mitternacht dich nicht aus der Spur werfen, wird dich auch ein wilder Markt nicht zerlegen. Und wenn schon ein kleiner Gebührenstreit dein Nervenkostüm zu zerreißen imstande ist, wird es der nächste Drop an der Börse erst recht sein.

Ab hier steigen wir ein – und du wirst sehen, warum »Take Profit« versus »Stop Loss« viel weniger eine Chartfrage ist als eine Kopffrage.

Was viele nicht verstehen – oder vielleicht auch gar nicht verstehen wollen –, ist die Tatsache, dass dein Mindset zu 90 Prozent darüber entscheidet, ob du im Trading erfolgreich bist oder nicht. Die meisten denken, es reiche aus, ein paar bunte Kerzen im Chart zu analysieren oder fünf bis zehn verschiedene Indikatoren zu nutzen, und schon würden die Gewinne nur so sprudeln. Doch das ist schlicht ein Irrglaube.

Ich selbst habe am Anfang gedacht: »Okay, ich habe hier drei, vier, fünf Indikatoren, die mir zeigen, wohin die Reise geht. Danach trade ich, das wird schon irgendwie laufen. Fällt der Kurs? Dann gehe ich einfach short. Steigt der Kurs? Perfekt, dann gehe ich in die Long-Position hinein.«

Aber so läuft der Hase nun einmal nicht. Wer wie ich damals wie ein Gamer an die Sache herangeht und Trading wie ein Computerspiel behandelt, kommt irgendwann zu dem Punkt, an dem ihm die Börse die Zunge herausstreckt:

Game over.

New game?

Please insert coins.

Kein Scherz – ich war damals wirklich so drauf, habe genau so getradet: Ging der Kurs nach unten, habe ich geshortet, solange ich der Meinung war, der Kurs würde noch weiter sinken. Ich habe damals nicht einmal eine Minute in eine saubere Chartanalyse investiert. Natürlich ist klar, dass es neben den 90 Prozent Mindset auch 10 Prozent Fachwissen braucht. Aber ich ließ mich damals dermaßen stark von dem beeinflussen, was andere sagten oder taten, dass ich ihnen blind folgte, ohne lange zu überlegen, ob das, was die anderen machten, überhaupt Sinn ergab.