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Bitte zu Tisch! In diesem Büchlein werden nicht nur Rezepte aufgetischt oder Esskulturen beschrieben. Überspringen soll auch die Freude an der Begegnung. Bitte setzen Sie sich an den Tisch in Deutschland, Indien oder einem afrikanischen Land. Lassen Sie sich einladen und entdecken im Reichtum und in der Vielfalt das verbindend Menschliche. Das kann man nicht kaufen, das ist reines Geschenk!
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Seitenzahl: 41
Veröffentlichungsjahr: 2024
Liebe Leserin, lieber Leser,
Unser Mahl
Der Heilige Geist überwindet Grenzen
Offen sein für die Schwester und den Bruder
Mit Jesus gemeinsam an einem Tisch
Segnen, brechen und austeilen
Bei Jesus sind alle willkommen
Der Tisch stiftet Gemeinschaft
Am Anfang tut es eine Hartfaserplatte
Das Herzstück des Zuhauses
Yamswurzel und Egusi-Suppe aus Nigeria
Die perfekte Pounded Yam
Die köstliche Egusi-Suppe
Genussvolles in Brasilien
Essen als Gemeinschaftserlebnis
Der friedliche Mate-Tee
Köstliches auf Bananenblatt im Himalaya
Bambusrohr als Kochtopf
Die Fische zappeln noch
Zitrone und Datteln
Zutaten
Zubereitung
Der Weltenwanderer
Anfänge als Missionar
Gott eint – Trennt Christus?
Lebendige Beziehung
„…, dass sie die Menschen fröhlicher machen.“
Vom Arbeitsessen und Herrenmahl
Nsima und Regionales Huhn
Nsima
Freiland- oder regionales Huhn
Einkehr bei Winzern
Pizza, Pasta oder was?
Wurzeln in der Antike
Essen ist zum Genießen da
Raum für Begegnungen schaffen
Einladende Kirche sein
Gemeinsam Kirche und Gesellschaft gestalten – weltweit
Über die Sorge für das gemeinsame Haus
Ein starkes Zeichen der Dankbarkeit
Brot ist fester Bestandteil der Küche
Reinhard Mey hat 2024 seine wahrscheinlich letzte CD mit Lebensliedern herausgegeben. Ein Lied trägt den italienischen Titel „Questo tavolo non si vende!“– Diesen Tisch kann man nicht kaufen: Das sagte ihm der alte Weinbauer in der Nähe von Florenz, als er sich in den Tisch im Weinkeller verliebte. Nach durchzechter Nacht und vielen Diskussionen bekam er ihn geschenkt und holt hinter vielen Schichten von Staub und Zeit einen wunderschönen Nussbaumtisch hervor.
Alles Wichtige geschah an diesem Tisch. Reinhard Mey sieht in der Erinnerung seine Frau, die ihr Kind stillt. Sieht sich sitzen nach der Beerdigung des Vaters. Sieht sich feiern, streiten, sieht vor allem seine Familie, seine Freunde vereint am Tisch. Er sieht sein ganzes Leben vorbeiziehen. Ein Tisch als Lebensbild. Das kann man nicht kaufen!
Unser kleines Buch trägt den Titel: Bitte zu Tisch! Egal wohin ich auf meinen Reisen durch die Provinz komme, ob Nigeria oder Bayern, ob Spanien oder Malawi, am Tisch findet man zueinander. Entdeckt in der Vielfalt von Gerichten und Gewürzen, Geschmäckern und Tischkulturen das Fremde und das Vertraute. Sieht Menschen sich freuen und miteinander essen, bekommt Rezepte und Traditionen erklärt und ist mit einem Mal Teil des Ganzen. Bitte zu Tisch – ist immer die Bitte in die Gemeinschaft. Das kann man nicht kaufen!
Ich bitte Dich zu Tisch – ist die Einladung Jesu, der uns an den Tisch lädt und sich selbst herschenkt. Ein Tisch als Lebensbild. Das kann man nicht kaufen.
Liebe Leserin, lieber Leser, ich wünsche Ihnen im Lesen dieses Buches die Freude an der Begegnung. Bitte setzen Sie sich an den Tisch in Deutschland, Indien oder einem afrikanischen Land. Lassen Sie sich einladen und entdecken im Reichtum und in der Vielfalt das verbindend Menschliche. Das kann man nicht kaufen, das ist reines Geschenk!
Ihr
P. Markus Hau SAC
Provinzial
Lieber guter Schmetterling Flieg nun schnell zum Himmel hin Sag dem lieben Gott dort oben, dass wir ihn fürs Essen loben.
Amen
du formstmein denkenund sprechen
das ausweglosedurcheinanderwird transparent
jeder wegbirgt in sichverklärendes
das gespräch –ein kreisen dasin die mitte mündet
unser mahlin flüchtiger zeiteine rettungsinsel
Michael Lehmler
In einer Gemeinschaft, die Angehörige unterschiedlicher Nationen und Herkunft umfasst, zu leben, zu handeln und zu wirken, das verbindet Theologie, Spiritualität und Psychologie in besonderer Weise. Wie zum Beispiel an der Vinzenz Pallotti University.
Schon im Ersten Bund ist es die Vision des Propheten, dass „alle Völker“ zum „Berg des Herrn“ hinaufsteigen und sich um Gott versammeln. Das Pfingstereignis zeigt uns, dass uns die Botschaft Jesu universal verbindet und uns jenseits von Sprache und Herkunft eint. Jesus selbst legt Wert darauf, dass „alle eins seien“, ja, man könnte sagen, das ist sein Traum und seine Sehnsucht. Das Reich der Himmel wird sichtbar, wo Menschen miteinander und füreinander leben und handeln.
Eine Spiritualität, die sich entwickelt, wird immer weiter („Du führst mich hinaus ins Weite“, vgl. Ps 18,20). Sie überwindet Grenzen und öffnet das Herz mehr und mehr für „das Ganze“. Sie sieht Gottes Wirken überall am Werk und bestaunt die Vielfalt der Schöpfung. Der spirituelle Mensch ist nicht geprägt von Angst und Abgrenzung, sondern weiß, dass der Heilige Geist Grenzen überwindet und zur Einheit führt.
Die therapeutische Psychologie befasst sich ebenfalls mit dem „Fremden“, zunächst dem Fremden in uns, das uns Angst macht. Wir fühlen uns heimisch im Vertrauten, manche würden am liebsten alles Neue und Andere aus ihrem Leben verbannen und zufrieden sein mit einer einfachen, sich wiederholenden Lebensroutine.
Die Angst vor dem Fremden in uns, wird auf die Angst vor dem „fremden Menschen da draußen“ projiziert. Sich dem zu stellen und Frieden in der eigenen Seele zu fördern, macht uns offen für die Schwester und den Bruder, die „anders“ sind.
