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Even the truth cannot hide inside the darkness ... BROOKE Ich habe wirklich gedacht, dass ich ihm widerstehen könnte. Doch das war ein Irrtum. Und insgeheim wusste ich das auch. BLAKE Ich habe sie vor mir gewarnt. Aber sie wollte nicht hören. Jetzt muss sie mit den Konsequenzen leben.... LIAM Wir haben schon immer ausnahmslos alles miteinander geteilt. Warum etwas ändern? Eindeutige Szenen. Deutliche Sprache. ›Bittersweet Obsession-Untrennbar‹ ist der zweite Teil der ›Bittersweet‹-Reihe. Die erste Geschichte dieser Reihe ist damit abgeschlossen. Weitere Bücher folgen.
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Veröffentlichungsjahr: 2021
BITTERSWEET OBSESSIONUNTRENNBAR
MEL HOPE›BITTERSWEET‹-REIHE 2
Autorin von Romanzen und Liebesgeschichten, die eine Schwäche für Bad Boys hat. Kann sich nicht kurzfassen und neigt dazu, vor Ungeduld mit den Füßen zu wippen.
Mit meinem Debüt ›Secret Dreams – Gefährliche Leidenschaft‹, das Mitte 2016 das Licht der Buchwelt erblickt hat, habe ich mir einen meiner größten Träume erfüllt.
Du teilst meine Vorliebe für Bad Boys, raue Sexszenen und Happy Ends?
Du bevorzugst einen direkten Schreibstil mit deutlicher Sprache?
Du hast kein Problem mit Protagonisten, die fluchen und sich auch mal danebenbenehmen?
Dann heiße ich dich in meiner Welt willkommen!
Viel Spaß wünscht dir
Deine Mel
BITTERSWEET OBSESSION – UNTRENNBAR
von Mel Hope
Erstausgabe Mai 2018
Copyright © Mel Hope
Alle Rechte vorbehalten!
Handlung und handelnde Personen sind frei erfunden, jede Ähnlichkeit zu lebenden Personen und Organisationen ist unbeabsichtigt und rein zufällig. Markennamen sowie Warenzeichen, die in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer.
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Autors. Dies schließt die Verwendung oder Vervielfältigung durch elektronische, digitale und fotografische Methoden sowie die digitale Speicherung und Verbreitung ausschließlich mit ein.
Cover ©Mel Hope
Lektorat © R. R.
Korrektorat ©A. H.
Satz und eBook ©Mel Hope
Impressum:
Melanie Suffner
Hans-Böckler-Str. 41
87600 Kaufbeuren
Even the truth cannot hide inside the darkness ....
BROOKE
Ich habe wirklich gedacht, dass ich ihm widerstehen könnte. Doch das war ein Irrtum.
Und insgeheim wusste ich das auch.
BLAKE
Ich habe sie vor mir gewarnt. Aber sie wollte nicht hören. Jetzt muss sie mit den Konsequenzen leben.
LIAM
Wir haben schon immer ausnahmslos alles miteinander geteilt. Warum etwas ändern?
Hier die Songs, die mich während des Schreibens begleitet haben.
Halsey – Bad At Love
Julia Michaels – Heaven
Dru – Like I Do
Kiiara feat. Felix Snow – Whippin
G-Eazy feat. Bebe Rexha – Me, Myself & I
Abraham Mateo, 50 Cent, Austin Mahone – Háblame Bajito
Jaymes Young – Parachute
Martin Garrix & David Guetta – So Far Away
Charlie Puth – Does It Feel
RZLZ – Beat It
Maggie Lindemann – Pretty Girl – Cheat Codes X CADE Remix (Brookes Song)
The Weeknd – Wicked Games
Charlie Puth & Lil Wayne – Nothing But Trouble
ItaloBrothers – Summer Air
Satica feat. Sakima – Dysfunctional
The Chainsmokers – Closer
The Weeknd feat. Kendrick Lamar – Pray For Me
Bea Miller – Like That
Robin Schulz & Hugel – I Believe I’m Fine
Clean Bandit feat. Julia Michaels – I Miss You
Flapo feat. Josh Rubin – Us (Blakes Song)
Taylor Swift – Look What You Made Me Do
Cheat Codes & CADE – Stay With You
Cashmere Cat, Major Lazer, Tory Lanez – Miss You
Austin Mahone – Except For Us
Topic & Ally Brooke – Perfect
Liebe Leserin, lieber Leser,
meine Protagonisten drücken sich deutlich aus, sie fluchen und werden auch die ein oder andere irrationale Entscheidung treffen. Aber soll ich dir mal was sagen?
Sie dürfen das.
Du fragst dich, warum das so ist?
Weil ich sie erfunden habe. Und seien wir doch mal ehrlich: Niemand ist perfekt.
Sollte schon dieses Vorwort nicht deinem Geschmack entsprechen, wäre jetzt der richtige Moment, das Buch zur Seite zu legen.
Solltest du auf Bad Boys, raue Sexszenen und komplizierte Beziehungen stehen, wünsche ich dir viel Spaß beim Lesen!
Deine Mel
Inhaltsverzeichnis
KURZBESCHREIBUNG
PLAYLIST
VORWORT
Losing My Mind - BLAKE
No Running From Him - BROOKE
You Are Mine - BLAKE
Outta Control - BROOKE
Don’t Mess With Me - BLAKE
More Than Friends - BROOKE
Questions - BLAKE
So Far Away - BROOKE
Go Fuck Yourself - BLAKE
Open Your Eyes - BROOKE
Tonight’s The Night - BROOKE
Surrender - BLAKE
I Help You Hate Me - BLAKE
Moments Of Clarity - BROOKE
Why Is Everything So Heavy? - BLAKE
New Rules - BROOKE
Fuckin’ Perfect - BLAKE
The First Cut Is The Deepest - BROOKE
She’s What You Want - BLAKE
We Don’t Talk Anymore – BROOKE – 3 Jahre zuvor …
Nothing But Trouble – BLAKE – 3 Jahre zuvor …
Wicked Games - BROOKE
Closer – BLAKE – 2 Wochen später …
I’m Only Me When I’m With You – BROOKE – 6 Tage später …
You & Me – BLAKE
We’re Not Perfect. Actually, We’re Far From It. But We’re Perfect For Each Other. – Epilog – 3 Monate später …
Danksagung
»War das schon alles?« Meine Stimme ist kalt, provokativ, während meine Lippen ein verächtliches Lächeln umspielt.
Der Ausdruck in ihren grauen Augen verändert sich für den Bruchteil einer Sekunde, als sie den Kopf hebt und mich stumm ansieht.
Trotz? Scham? Oder eine Mischung aus beidem?
Fuck it!
Ihre Gefühle interessieren mich nicht.
Sie schiebt sich eine verirrte Strähne ihrer blonden Haare hinters Ohr, senkt erneut den Blick und verdoppelt ihre Bemühungen, indem sie meinen Schwanz noch ein Stück tiefer in ihren heißen Mund gleiten lässt.
Was ich hier mache?
Ich versuche, seine beschissenen Hände auf meiner Frau aus dem Kopf zu bekommen!
Alleine der Gedanke daran reicht aus, um meine Selbstbeherrschung gefährlich ins Wanken zu bringen, dabei bringt mich nichts – und damit meine ich wirklich nichts – so schnell aus der Ruhe.
Brooke ist die Einzige, die meine sorgsam errichtete Mauer aus Gleichgültigkeit regelmäßig aus dem Gleichgewicht wirft und sich meiner Kontrolle entzieht. Diese Frau hat ein regelrechtes Talent dafür, mich bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu provozieren und um den Verstand zu bringen.
Gefühle, die ich bislang konsequent unter Verschluss halten konnte, brechen in ihrer Nähe wie ein Vulkan über mir zusammen.
Seit sie hier aufgetaucht ist und mein ganzes Leben ... mich auf den Kopf gestellt hat, verhalte ich mich wie ein verdammtes Alphamännchen, das sie um jeden Preis besitzen muss.
Meine Hände ballen sich zu Fäusten, als ich an den trotzigen Ausdruck in ihren Augen zurückdenke. Daran, wie sie zu diesem Kerl gehalten hat und mir in den Rücken gefallen ist. Schon wieder.
An die Kälte in ihren großen braunen Bambiaugen, als sie mir die Stirn geboten und mich zurechtgewiesen hat.
Einzig und allein die Tatsache, dass ihr Körper auf mich und meine Berührungen reagiert, nimmt mir ein wenig von der Anspannung, die mich in ihrer Nähe ständig zu überkommen scheint.
Sie will mich, auch wenn die Worte, die ihren süßen Mund verlassen, permanent das Gegenteil behaupten.
Und dennoch weicht diese innere Unruhe, die wie Hundescheiße an mir klebt, nicht für eine Sekunde von meiner Seite. Nicht einmal Kendras Blowjob kann die düsteren Gedanken vertreiben, die mich wie ein Schatten begleiten.
Ein frustriertes Knurren löst sich aus meiner Kehle, als ich eine Hand in ihren blonden Schopf schiebe, grob zupacke und ihren Mund mit einer unnachgiebigen Bewegung auf meinen Schwanz dirigiere.
Ihr Würgen und Wimmern erfüllen den Raum, als sie ihre Handflächen gegen meine Oberschenkel stemmt und versucht, sich aus meinem Griff zu befreien, um der ungewohnten Empfindung zu entfliehen.
Mein Griff in ihrem Haar verstärkt sich, als ich mich zur vollen Länge in sie schiebe und das Gefühl auskoste, das ihr enger und heißer Mund in mir auslöst.
Ich sehe auf sie herab, sauge den Anblick ihres bebenden Körpers in mich auf.
Ihre tränennassen Augen und die feinen Rinnsale aus schwarzer Wimperntusche, die sanfte Spuren auf ihre geröteten Wangen zeichnen.
Der flehende und gleichzeitig erregte Ausdruck in ihren Augen, als ihr bewusst wird, dass sie mir und meiner Lust vollkommen ausgeliefert ist.
Ihr vom Blowjob verschmierter Lippenstift, der ihrem sonst so unschuldigen Gesicht eine verruchte Note verpasst.
Die Erkenntnis, die wie süßer Honig in ihren Verstand sickert, als ihr klar wird, worauf sie sich hier wirklich eingelassen hat.
»Hast du Angst?« Meine Stimme umhüllt sie wie dunkle Schokolade, die langsam auf der Zunge zergeht.
Dunkel und herb.
Ihr Kopf bewegt sich geringfügig von links nach rechts, doch sie kann mir nichts vormachen.
Sie hat Angst vor mir.
Davor, wozu ich in der Lage bin und was ich noch mit ihr vorhabe. Aber das ist nicht alles, was sie fühlt.
Nein.
Das kleine Luder, das bereitwillig meinen Schwanz zwischen ihre Lippen geführt hat, ist alles, nur nicht unschuldig.
Sie ist genauso verdorben, wie die ganzen anderen Schlampen, die versuchen, mich mit ihren Blicken auszuziehen und von mir in den siebten Himmel gefickt werden wollen.
»Oh, Baby, das solltest du aber«, säusele ich und lächele sie finster an. »Du wollest das hier, schon vergessen?«
Ich lockere den Griff, mit dem ich ihre blonde Mähne nach wie vor fest umschlossen halte etwas und fahre mit den Fingerspitzen beinahe zärtlich über ihre erhitzte Wange.
»Was soll ich nur mit dir machen?«, überlege ich leise und reiße ihren Kopf im gleichen Moment an den Haaren zurück, was sie erschrocken nach Luft japsen lässt.
»Scheiße ... Blake!«, flucht sie schmerzerfüllt und funkelt mich wütend an.
»Das war keine Antwort auf meine Frage«, erwidere ich unbeeindruckt und sehe sie abschätzig an.
»Ist das dein besch-«, aber bevor sie ihren Satz zu Ende sprechen kann, führe ich meinen Mittelfinger an ihre leicht geschwollene Unterlippe, was sie augenblicklich verstummen lässt.
»Und jetzt saug«, fordere ich bestimmend.
»Du spinnst d-«, den letzten Teil schluckt sie widerwillig herunter, als sie meinen Blick bemerkt.
»Ich wiederhole mich nur ungern.« Meine Stimme ist kalt und duldet keinen Widerspruch und das weiß sie auch.
Sie starrt mich an und scheint für einen Moment ihre Möglichkeiten abzuwägen, als sie wenig später zögerlich ihre Lippen teilt. Mit ihrer kleinen rosafarbenen Zunge umschließt sie zärtlich meinen Finger und lässt ihn kurz darauf in ihrem feuchten, heißen Mund verschwinden. Ihre Wangen werden hohl, als sie zu saugen beginnt und mich dabei keine Sekunde aus den Augen lässt.
»Ich weiß, an was du gerade wirklich denkst«, raune ich ihr ins Ohr, nachdem ich mich zu ihrem Gesicht heruntergebeugt habe.
»Keine Ahnung, wovon du redest«, nuschelt sie und lässt meinen Finger abrupt aus ihrem Mund gleiten.
Bestimmend umfasse ich ihr Kinn und sehe sie an.
»Oh, du weißt genau, wovon ich rede, Baby«, widerspreche ich süffisant.
Eine Ader an ihrem Hals pocht verräterisch, als sie angestrengt schluckt und meinen Blick erwidert.
»Nein«, haucht sie nervös und schüttelt den Kopf.
»Du willst, dass ich es dir zeige, hab ich recht?« Meine Augen werden eine Nuance dunkler.
Erneutes Kopfschütteln.
Ein zufriedenes Lächeln umspielt meine Lippen, als ich ein Bein zwischen ihre Schenkel dränge, diese unnachgiebig spreize und mein Knie gegen ihre heiße Mitte presse.
Kendra stöhnt leise auf, verlagert ihr Gewicht nach vorne und beginnt damit, sich wie eine rollige Katze an mir zu reiben.
»Muss ich meine Frage wiederholen«, drohe ich und erhöhe den Druck zwischen ihren Beinen, »oder wirst du ab sofort ehrlich zu mir sein?«
»I-ich ... ich ...«, keucht sie.
»Ich kann dich nicht hören.«
»Ich werde ... ehrlich sein«, antwortet sie angestrengt.
»Braves Mädchen«, erwidere ich zufrieden.
Ihre grauen Augen weiten sich panisch, als ich von ihrem Kinn ablasse, eine unsichtbare Spur nach unten zeichne und meine Finger besitzergreifend um ihren Hals schließe.
»Du weißt, was jetzt kommt, oder?«, will ich wissen.
Sie nickt.
»Und du wirst dich mir nicht widersetzen.«
Erneutes Nicken.
»Weil es dich anmacht, von mir wie die Schlampe behandelt zu werden, die du insgeheim bist.«
»Nein, so ist das nicht!«, leugnet sie ertappt und wendet beschämt den Blick ab.
Ich verstärke den Druck um ihren Hals und ziehe mein Knie im gleichen Moment an, was sie hilflos aufkeuchen lässt.
»Versuch es noch einmal«, flüstere ich ihr mit zuckersüßer Stimme ins Ohr, was ihr eine Gänsehaut beschert.
Ein leiser Fluch schlüpft ihr über die Lippen, ehe sie ihr Kinn in die Höhe reckt, mir erneut in die Augen sieht und nickt.
»Tu es«, fordert sie und strafft die Schultern.
»Das hast nicht du zu bestimmen«, erwidere ich düster. »Und jetzt Mund auf.«
Zögernd kommt sie meinem Befehl nach, teilt ihre weichen Lippen für mich und knabbert provokant an ihrer vollen Unterlippe.
Shit, was für ein Anblick.
Meine inneren Dämonen knurren zufrieden, als ich ihr meine Hand in den Nacken lege, die Finger um ihren schlanken Hals schließe und mich unnachgiebig in ihren heißen Mund schiebe. Erst als mein Schwanz bis zur Wurzel in ihr steckt, verringere ich den Druck meiner Finger und lasse den Kopf stöhnend auf die Sofalehne fallen.
Ihre Lippen umschließen mich wie eine feuchte Pussy und ihre Kehle ist so verdammt eng, dass ich mich zusammenreißen muss, um nicht erbarmungslos in sie zu stoßen und mich zum Höhepunkt zu ficken.
Sie lässt meinen Schwanz fast komplett aus ihrem Mund gleiten, bevor sie ihre Lippen erneut um meine Eichel stülpt und die Unterseite meines Schafts mit der Zunge umspielt.
Fuck.
Das hier ist genau das, wonach ich mich die ganze Zeit gesehnt habe.
Absolute Kontrolle.
Das unbeschreibliche Gefühl, das mich jedes Mal überkommt, wenn sie erwartungsvoll vor mir knien und ihre Lust in meine Hände legen.
Etwas, das sie nicht bereit ist, mir zu geben.
Ist das zu fassen?
Mein Schwanz steckt bis zum Anschlag in irgendeiner heißen Tussi, die sich mir bereitwillig unterworfen hat und alles, woran ich denken kann, ist sie.
Sie und ihre verdammten braunen Augen, die mich jedes Mal schwach werden lassen.
Ihr süßes Gesicht, das so zerbrechlich und unnatürlich schön wirkt, sodass ich mich am liebsten ständig davon überzeugen möchte, dass sie tatsächlich existiert und nicht nur meiner kranken Fantasie entsprungen ist.
Der Drang, ihren zierlichen Körper an meinen zu ziehen, um ihren gleichmäßigen Herzschlag an meinem zu spüren.
Das Bedürfnis, sie von oben bis unten durchzukitzeln, damit ich ihr strahlendes Lachen höre, das nur für mich bestimmt ist.
Die Tatsache, dass ich sie nicht einfach nur vögeln und wie alle anderen Frauen wegwerfen will, macht mich wahnsinnig.
Das, was ich will, geht so viel tiefer ...
Ich will Zeit mit ihr verbringen. Will, dass sie ihre guten und traurigen Momente mit mir teilt. Sich mir anvertraut, wenn sie Probleme hat. Zu mir kommt, wenn es ihr schlecht geht und sie eine Schulter zum Anlehnen braucht. Jemanden, der ihr zuhört und einfach nur für sie da ist.
So wie damals, als wir ein Herz und eine Seele waren. Als es nichts gab, was sich zwischen uns drängen konnte.
Das, was ich für Brooke empfinde, geht tiefer, als alles, was ich jemals für irgendeinen Menschen empfunden habe.
Fuck. Ich bin so was von am Arsch.
Mit jedem weiteren Zungenschlag, jedem sanften Saugen und jedem erregten Stöhnen, das Kendras Mund verlässt, wird mir immer deutlicher bewusst, dass sich das hier nicht richtig anfühlt.
»Fuck!« Ich donnere meine Faust ohne Vorwarnung in das schwarze Lederpolster neben mir, was sie erschrocken zusammenzucken lässt.
Als sie Anstalten macht, einfach weiterzumachen, reiße ich ihren Kopf unsanft an den Haaren zurück und stoße sie angewidert von mir.
»Verschwinde.«
»W-was?«, fragt sie perplex und starrt mich fassungslos an.
»Ich habe gesagt, dass du verschwinden sollst«, wiederhole ich. »JETZT«, füge ich knurrend hinzu und fahre mir frustriert durch die Haare, als ich ihren geschockten Gesichtsausdruck sehe.
Sie erhebt sich auf wackeligen Beinen, richtet mit fahrigen Fingern halbherzig ihre Kleidung, hängt sich hastig ihre Tasche um und eilt an mir vorbei zur Tür. Ohne sich noch einmal umzudrehen.
Besser so, denke ich bitter, lasse meinen Kopf zurück auf die Lehne sinken und schließe kurz die Augen, um mich zu sammeln.
Erst nachdem Kendra das Zimmer verlassen hat, kann ich endlich aufatmen. Es ist, als wäre mit ihrem Verschwinden der Sauerstoff, den ich gerade so dringend benötige, zurück in meine Lungen geströmt.
Und genau in diesem Augenblick wird mir das gesamte beschissene Ausmaß meiner ganz persönlichen Katastrophe richtig bewusst.
»Fuck, fuck, fuck!«
Mir war klar, dass ich bis zum Hals in Scheiße stecke, verdammt tief, aber das hier ist noch viel schlimmer, als ich erwartet hatte.
Als hätte ich vollständig die Kontrolle über meine Gedanken, Gefühle, mich verloren.
Ich will sie. Und wie ich sie will. Aber nicht so.
Nicht, wenn das bedeutet, dass ich mich und meine Prinzipien aufgeben muss. Dass ich mich und alles, was mich ausmacht, über den Haufen werfen und zu einem verweichlichten Romantiker mutieren werde.
Ein spöttisches Lächeln legt sich auf meine Lippen, als ich mir meine Worte erneut durch den Kopf gehen lasse und den Fehler finde.
Wenn ich ehrlich zu mir bin, weiß ich, dass das schon längst passiert ist.
Warum sonst sollte ich ausgerechnet in so einer Situation an eine andere Frau denken?
Und die Tatsache, dass ich nichts, absolut gar nichts dagegen unternehmen kann, treibt mich noch in den Wahnsinn!
Fest entschlossen, meinem Mädchen endlich zu zeigen, wer hier das Sagen hat, springe ich auf und überbrücke die Entfernung zu meinem Schreibtisch mit wenigen Schritten. Erst nachdem ich Carters Nummer gewählt habe, spüre ich, wie die Anspannung allmählich von mir abzufallen scheint.
»Wir müssen reden«, sage ich beherrscht, als er abnimmt. »Sofort«, füge ich bestimmend hinzu, bevor er mich mit irgendwelchen Fragen bombardieren kann, die ihm schon längst auf der Zunge liegen.
Ein langgezogenes Seufzen ertönt in der Leitung, ansonsten bleibt er unnatürlich ruhig.
Ich würde mein Auto darauf verwetten, dass er sich genau in diesem Moment frustriert durch die blonden Locken fährt.
»Okay. Ich komme.«
Nichts anderes habe ich erwartet.
»Ach und Blake?«
»Ich weiß, was jetzt kommt, also spar dir deinen Atem und beweg gefälligst deinen blassen Arsch hierher.«
Dass er nicht auf mich hören würde, hätte mir eigentlich klar sein müssen, oder?
»Du wusstest, dass ich recht habe«, erwidert er selbstgefällig und lacht.
Am liebsten würde ich ihm sein dreckiges Lachen aus dem Gesicht prügeln, aber shit, das hier ist nun mal Carter. Ich fasse meine Freunde nicht an und das weiß der Dreckskerl auch.
»Scheiße, Blake«, brummt er gut gelaunt, was meine Laune nur noch mehr in den Keller sacken lässt. »Ich werde jede einzelne Sekunde davon auskosten, dich wie eine Zitrone auszuquetschen, bis nichts mehr von deiner Überheblichkeit übrig ist, das ist dir hoffentlich klar.«
Und wie klar mir das ist.
»Lass es uns bitte einfach nur hinter uns bringen, okay?«, seufze ich genervt, schließe kurz meine Augen und massiere mir die Nasenwurzel.
Das Gespräch mit ihm wird übel und das weiß ich. Genau aus diesem Grund möchte ich es auch so schnell wie möglich hinter mich bringen.
»So leicht wirst du mir nicht davonkommen, das bist du mir schuldig.«
»Heb dir deine schlauen Sprüche für später auf«, knurre ich. »In 20 Minuten bei mir. Ich erwarte dich in meinem Zimmer.« Und damit lege ich auf und lasse mich der Länge nach aufs Sofa fallen.
»Das wird übel«, murmele ich resigniert.
»Und was soll ich jetzt deiner Meinung nach tun?«, frage ich seufzend und betrachte mich bestimmt schon zum dritten Mal kritisch im Spiegel.
Heather rollt sich mit einer fließenden Bewegung auf den Bauch und starrt mich verwirrt an.
»Ich verstehe die Frage nicht.«
»Spreche ich chinesisch oder hast du mir nicht zugehört?«, hake ich argwöhnisch nach und wende mich endlich von meinem Spiegelbild ab. »Was würdest du an meiner Stelle tun?«, versuche ich es erneut.
»Nichts«, kommt es wie aus der Pistole geschossen. Damit scheint das Thema für sie erledigt zu sein.
Ich verschränke demonstrativ die Arme vor der Brust und werfe ihr einen bösen Blick zu. »Sag mal, willst du mich verarschen?«
»Nö«, erwidert sie knapp und sieht fasziniert auf ihre pink lackierten Fingernägel. »Das mit der neuen Farbe war nicht mein intelligentester Einfall, das muss ich zugeben«, stellt sie fest und begutachtet angewidert das grelle Pink.
»Schon mal was von Nagellackentferner gehört?«
»Kein Grund, gleich so zickig zu sein«, beschwert sie sich bei mir und zieht einen Schmollmund.
Meine Augenbraue gleitet schwungvoll in die Höhe. »Ernsthaft, Heather?«, will ich wissen und taxiere sie. »Ich habe dich gerade um Rat gebeten und dir fällt nichts Besseres ein, als über deine frisch lackierten Fingernägel zu lamentieren?«
»Du hast doch meine Meinung gehört«, verteidigt sie sich.
»Nein, habe ich nicht«, widerspreche ich ihr. »Warum kannst du dich eigentlich nicht wie jeder normale Mensch auf einen Stuhl setzen?«, maule ich, als sie sich zurück auf den Rücken wälzt und den Kopf von der Bettkante baumeln lässt.
»Weil dein Bett viel bequemer ist, als irgendein blöder Stuhl«, erwidert sie grinsend. »Außerdem bist du doch nur so schlecht gelaunt, weil du – wenn du mal ehrlich zu dir sein würdest – überhaupt keine Lust auf das Date mit Nathan hast.«
»So ein Blödsinn«, streite ich kopfschüttelnd ab und wende mich wieder meinem Kleiderschrank zu.
»Du sagst dem armen Kerl nur nicht ab, weil du seine Gefühle nicht verletzen willst«, analysiert sie weiter und trifft damit den Nagel auf den Kopf. »Hab ich nicht recht?«
»Armer Kerl?«, weiche ich aus und sehe sie über meine Schulter hinweg an. »Korrigiere mich bitte, wenn ich falschliegen sollte, aber bist du hier nicht diejenige, die Nathan nicht leiden kann? Grundlos?«
»Lenk nicht vom Thema ab, Brooke«, weist sie mich zurecht und wirft mir einen wissenden Blick zu. »Außerdem habe ich meine Gründe, warum ich diesen schmierigen Typen nicht ausstehen kann.«
»Ach, was du nicht sagst«, murmele ich.
Nachdem ich mehrere Minuten lang verzweifelt in meinen Schrank gestarrt habe, wende ich mich mit einem genervten Schnauben ab und lasse mich zu Heather aufs Bett fallen. »Ich hab einfach nichts Passendes zum Anziehen«, seufze ich frustriert und drücke mein Gesicht in die weichen Kissen.
Sie kneift mir unerwartet fest in die Seite, was mich zusammenzucken lässt.
»Au! Was soll das?«, beschwere ich mich.
»Hör auf zu schmollen und sag ihm endlich ab«, fordert sie und stupst mich erneut an, als ich nicht darauf eingehe. »Du suchst doch nur nach weiteren Ausreden, um nicht zu dem Date gehen zu müssen.«
Ein langgezogenes Seufzen löst sich aus meiner Kehle. »Er sieht ja ganz gut aus und ist bestimmt auch nett ...«, beginne ich zögerlich und lasse den Satz unvollendet im Raum stehen.
»Aber er ist nicht derjenige, den du willst und der dein Herz höherschlagen lässt«, beendet sie den Satz für mich, rollt sich auf die Seite und stützt den Kopf in ihre Handfläche.
»Nein, das ist er nicht«, gestehe ich.
Sie knabbert mit den Zähnen an ihrer Unterlippe herum und wirft mir einen nachdenklichen Blick zu. Bevor sie mir allerdings einen ihrer schlauen Ratschläge à la Heather geben kann, komme ich ihr zuvor.
»Hör auf damit.«
»Womit?«, fragt sie mit Unschuldsmiene.
»Du weißt genau, wovon ich rede.« Mein Blick wird düster. »Du hast schon wieder diesen ganz speziellen Gesichtsausdruck.«
»Welchen denn?«, will sie breit grinsend wissen.
»Diesen ›Ich-habe-die-perfekte-Idee-Ausdruck‹, den du jedes Mal aufsetzt, wenn du vorhast, mir etwas völlig Bescheuertes vorzuschlagen.«
»Da will man eine gute Freundin sein und dann so was«, schmollt sie übertrieben und schiebt ihre Unterlippe vor.
»Komm mir jetzt nicht so. Du weißt, wohin mich deine letzte glorreiche Idee geführt hat.«
»In die Arme von Blake?«, mutmaßt sie und tippt sich mit der freien Hand nachdenklich gegen ihr Kinn.
»Nein, verdammt! Also, ähm ... ja, gewissermaßen hast du das sogar, denn jetzt will er mich erst recht in sein Bett locken. Das hast du toll hinbekommen!«
Ich greife blindlings nach meinem Handy, das auf dem kleinen Beistelltisch neben dem Bett liegt, und werfe einen schnellen Blick darauf, ehe ich meinen Kopf zurück in die Kissen drücke.
»Schon so spät?«
»Ja«, nuschele ich.
»Musst du dich nicht langsam fertig machen?«
Um ihr besser antworten zu können und ja, auch, um wieder Luft zu bekommen, drehe ich mein Gesicht in ihre Richtung. Als ich allerdings ihr selbstzufriedenes Grinsen bemerke, verenge ich meine Augen zu Schlitzen.
»Findest du das witzig?«, knurre ich.
»Sieht man mir das etwa an?«, will sie wissen und besitzt doch tatsächlich die Frechheit, mich auszulachen.
»Ich freue mich schon auf den Tag, an dem ich dir das alles heimzahlen kann«, erwidere ich mit einem boshaften Lächeln auf den Lippen. »Und glaub mir, ich werde jede einzelne Sekunde davon genießen.«
Sie runzelt die Stirn und setzt sich aufrecht hin. »Mir war gar nicht bewusst, dass in dir der Teufel höchstpersönlich schlummert.«
»Rache ist süß und ich hab nun mal eine Schwäche für süße Dinge«, sage ich mit zuckersüßer Stimme.
Da Nathan in weniger als einer Viertelstunde hier sein wird, stemme ich mich mit den Handflächen von der Matratze hoch und stehe widerwillig auf.
»Sicher, dass du ihm nicht doch absagen willst? Noch ist es nicht zu spät.«
»Bin ich. So was ist einfach nicht meine Art, Heather«, antworte ich mit einem Seitenblick und ziehe wahllos ein paar Klamotten aus dem Schrank.
»Irgendwas muss er ja an mir finden, sonst hätte er mich nicht nach einem Date gefragt, oder?«
»Worauf willst du hinaus?«
»Darauf, dass es mir ja egal sein kann, was ich zu diesem tollen Date anziehe und wie ich aussehe. Wenn er mich wirklich mag, wird er mich auch in einem Kartoffelsack hübsch finden. Oder eben in – ich werfe einen schnellen Blick auf meine Auswahl – Jeans und Spaghetti-Top«, beende ich meinen Satz und starre missmutig auf die Kleidungsstücke, die in meiner Hand baumeln.
Eine kurze hellblaue Jeans und ein knallgelbes Top.
»Scheiße, mit dem Top werde wie eine verdammte Ente aussehen, die irgendeinem Teich entlaufen ist«, fluche ich ungehemmt.
»Wahre Schönheit kommt sowieso von innen«, klugscheißert sie und verkneift sich ihr Grinsen.
Wenn Blicke töten könnten, wäre diese Hexe schon längst an ihrem Lachen erstickt.
»O ja, und wie ich es genießen werde, es dir heimzuzahlen«, murmele ich und schlüpfe missmutig aus meiner bequemen Jogginghose mit dem hübschen Einhornaufdruck.
»Das hab ich gehört«, sagt sie trotzig und springt auf, um mein quietschgelbes Oberteil aus der Nähe zu begutachten.
»Shit, das Teil ist sogar noch hässlicher, als ich gedacht habe.« Sie rümpft angewidert die Nase und hält das Top wie irgendein ekeliges Insekt von sich weg.
»Gib schon her«, motze ich, reiße ihr das Ententop aus den Fingern und ziehe es mir mit einer fließenden Bewegung über den Kopf.
»Keine Ahnung, was dich da geritten hat, aber das lassen wir jetzt einfach unter spontane Geschmacksverirrung fallen.«
»Musst du nicht nach Hause?«, stichele ich und stelle mich vor den großen silbernen Spiegel, um meine widerspenstige Mähne in den Griff zu kriegen, als es auch schon an der Tür läutet.
Meinen Lippen entschlüpft ein Fluch, als ich meine Haare zu einem unordentlichen Dutt frisiere, zum Bett hetze und mein Handy in die kleine schwarze Tasche pfeffere.
»Die Frage, wie ich aussehe, spare ich mir jetzt einfach«, witzele ich und kann mir ein ironisches Lächeln nicht verkneifen.
»Sieh es doch mal positiv«, setzt sie an und folgt mir nach unten zur Haustür, »wenigstens musst du in dem Outfit nicht Blake gegenüb-«, der Rest bleibt ihr im Hals stecken, als ich die Tür öffne.
»Was machst du denn hier?«, frage ich fassungslos.
Vor mir steht nämlich nicht wie erwartet Nathan, sondern der Grund meiner schlaflosen Nächte und endlosen Diskussionen mit meiner besten Freundin.
Blake, der groß und unverschämt gut aussehend im Türrahmen steht und mich einfach nur anstarrt.
Mich und mein verfluchtes quietschgelbes Ententop.
Am liebsten würde ich vor Scham im Erdboden versinken!
»Dich abholen, was sonst?«, erwidert er amüsiert und lässt seinen Blick über das komplette Klamottendesaster gleiten.
»Das war nicht für deine Augen bestimmt«, verteidige ich mich schwach und spüre, wie mir das Blut ins Gesicht schießt.
»Darf ich mich jetzt geehrt fühlen?«, will er wissen und heftet seinen Blick auf meinen Oberkörper. »Wobei mir das hier schon ziemlich gut gefällt«, raunt er anzüglich.
Mit das hier meint er meine Brüste, die er gerade unverhohlen anstarrt.
Selbst als ich demonstrativ die Arme verschränke, um meinen unerwartet tiefen Ausschnitt notdürftig zu bedecken, macht er keine Anstalten, den Blick abzuwenden.
»Das macht es nicht besser, Baby«, schmunzelt er.
Als ich einen unauffälligen Blick nach unten riskiere, weiß ich auch, was er damit gemeint hat.
Durch den unüberlegten Versuch, meine Blöße zu kaschieren, habe ich nur dafür gesorgt, dass mir meine Brüste beinahe aus dem engen Oberteil quellen.
Das verfluchte Ententop ist nicht nur hässlich, sondern enthüllt mehr Haut, als es verdecken sollte.
Da ich mir meinen Fehler in seiner Gegenwart unter gar keinen Umständen eingestehen möchte, unterdrücke ich den Drang, die Arme sinken zu lassen. Stattdessen recke ich mein Kinn selbstbewusst in die Höhe und sehe trotzig in diese beiden dunkelblauen Ozeane, die bis tief in meine Seele zu blicken scheinen.
»Also?« Meine Augenbraue gleitet nach oben. »Was willst du hier?«
»Ich hole dich ab«, wiederholt er mit fester Stimme und betont das ich dabei besonders.
Als er meinen verwirrten Gesichtsausdruck bemerkt, verziehen sich seine Lippen zu diesem ganz speziellen Lächeln, das meine Knie jedes Mal weich werden lässt.
»Nathan holt mich ab«, korrigiere ich ihn. »Er müsste jeden Moment da sein.«
»Nein, wird er nicht«, widerspricht er mir und kommt einen Schritt näher.
Alles in mir schreit danach, etwas Abstand zwischen unsere Körper zu bringen. Er ist zu nah, viel zu nah, aber die Genugtuung werde ich ihm nicht geben. Außerdem muss ich endlich lernen, in seiner Nähe nicht ständig das Weite suchen zu wollen. Das wird noch zu einer schlechten Angewohnheit von mir.
Bevor ich zu einer schlauen Antwort ansetzen kann und Mr White in seine Schranken weisen kann, kündigt mein Smartphone eine neue WhatsApp-Nachricht an.
»Los, sieh nach«, fordert er und sieht auf das kleine goldfarbene Gerät in meiner Hand, das ich fest umklammert halte.
Ich knirsche mit den Zähnen, als ich seiner Aufforderung Folge leiste, mit dem Daumen über das Display wische und sie öffne.
Wir wissen beide, dass die Nachricht von Nathan ist. Und wir wissen auch, wie der Inhalt lautet.
»Willst du denn gar keinen Blick darauf werfen?« Einer seiner Mundwinkel zuckt verräterisch.
Er kann mir nichts vormachen.
»Oh, ich glaube, das wird nicht nötig sein«, erwidere ich mit einem aufgesetzten Lächeln.
»Okay, was verpasse ich hier gerade?«, mischt sich Heather ein.
»Ach, nur, dass sich Mr White netterweise um mein Date mit Nathan gekümmert hat. Ist es nicht so?«
Er schlingt mir unerwartet einen Arm um die Taille und zieht mich mit einem Ruck an sich. Für einen klitzekleinen Augenblick schließe ich die Augen und sauge seinen unvergleichlichen Geruch in mich auf.
Herb, männlich und heiß.
»Solltest du mir nicht dankbar sein?«, raunt er mir mit tiefer Stimme ins Ohr und presst seine weichen, warmen Lippen gegen meine Schläfe.
Mit einer Handfläche stemme ich mich gegen seine breite Brust, stelle mich auf die Zehenspitzen und lege meine Lippen sanft an sein Ohr. »Das sollte ich wohl«, hauche ich. »Aber ich wäre nicht ich, wenn ich es dir so einfach machen würde, oder?«
Der überraschte und gleichzeitig amüsierte Ausdruck in seinen Augen, als ich ihm ein wissendes Lächeln schenke und ihn bestimmend von mir schiebe, jagt mir eine Gänsehaut über den Rücken.
Er unternimmt nichts, obwohl ich ihm kräftemäßig nicht mal im Entferntesten das Wasser reichen kann. Keine Ahnung, warum ich ausgerechnet das so verdammt sexy finde.
Vielleicht, weil ich weiß, dass ich ihm insgeheim ausgeliefert bin und es nur darauf anlegen müsste.
»Du solltest dich bei ihm bedanken«, wirft Heather plötzlich ein.
»Wie bitte?«, frage ich perplex und werfe ihr einen irritierten Blick zu.
Sie ignoriert meinen Blick gekonnt und fährt unbeirrt fort. »Auf das Date mit Nathan hattest du doch sowieso keinen Bock. Blake hat dir – mit was auch immer – einen Gefallen getan.«
Meine Augenbraue gleitet in die Höhe. »Ich kann mich nicht erinnern, ihn darum gebeten zu haben. Außerdem hab ich dir gesagt, dass du deine kleine neugierige Nase nicht ständig in Dinge stecken sollst, die dich gar nichts angehen.«
Ihre Lippen formen schon wieder diesen Schmollmund. Als ob das etwas ändern würde.
»Vergiss es, die Tour zieht bei mir nicht. Heb dir das für deinen Zukünftigen auf.«
»An deiner Stelle würde ich mir ganz genau überlegen, ob du Brooke wirklich abholen willst«, sagt sie an Blake gewandt, woraufhin sie mit meinem Ellbogen Bekanntschaft macht.
»Aua! Wofür war das denn?«, beschwert sie sich und funkelt mich böse an.
»Das fragst du ernsthaft?«
»Findest du nicht auch, dass es an der Zeit ist, dich mit deinem Problem auseinanderzusetzen?«, fragt sie mit Unschuldsmiene und grinst mich süffisant an.
Was zur Hölle soll das hier werden? Was bezweckt diese Hexe damit?
Mir ist klar, von welchem Problem sie hier spricht. Und die Tatsache, dass besagtes Problem genau in diesem Moment neben mir steht, macht die Sache nicht gerade besser. Ganz im Gegenteil.
Falls Blake nicht an spontanem Hörverlust leidet und in der Lage ist, eins und eins zusammenzuzählen – was ich ihm durchaus zutraue –, weiß er, was das kleine Biest so leichtfertig herausposaunt hat.
Und der Preis für die Freundin des Jahres geht an ... Trommelwirbel ... ach, lassen wir das.
Rache ist ja bekanntlich süß und ich werde mir besonders viel Mühe geben, Heather ein spektakuläres Festmahl zu bieten, das sie nie vergessen wird.
»Wie auch immer«, murmele ich und wende mich wieder Blake zu. »Heather und ich haben einiges zu besprechen, wenn du uns dann bitte entschuldigen würdest«, sage ich lächelnd und wende mich hastig ab.
»Hast du wirklich geglaubt, dass ich dich so einfach davonkommen lassen werde?« Seine dunkle Stimme vibriert in meinem Körper, als er mich abrupt am Handgelenk packt und an sich zieht.
»Ich fordere meine Stunde ein.« Sein Tonfall duldet keinen Widerspruch.
»Jetzt?«, keuche ich erschrocken.
»Du hast mich schon richtig verstanden, Baby.«
Ich verenge die Augen. »Du hast das hier geplant«, stelle ich fest.
Äußerlich wirke ich ruhig und beherrscht, aber innerlich muss ich mich zusammenreißen, damit ich nichts Falsches sage.
»Ich werde jeden vernichten, der es wagt, dir zu nahe zu kommen, schon vergessen?«
»Und hast du schon vergessen, dass es dich nach wie vor nichts angeht, mit wem ich mich in meiner Freizeit treffe?«, schieße ich zurück und unterdrücke den Drang, zurückzuweichen.
Er presst mich noch ein wenig dichter an seinen Körper, schlingt einen kräftigen gebräunten Arm um meine Hüfte und hebt mein Kinn sanft an.
Zwischen uns würde nicht mal mehr ein Blatt Papier passen, so eng umschlungen stehen wir im Türrahmen und sehen uns an.
Ich spüre die Hitze seines Körpers durch das dünne Shirt hindurch und jede Erhebung, jeden einzelnen Muskel seines durchtrainierten Oberkörpers, den er gegen mich presst. Mein Herzschlag passt sich ganz automatisch seinem gleichmäßigen Rhythmus an, beinahe so, als wären sie zwei Hälften, die zusammengehören.
»Du gehörst mir, Brooke«, flüstert er mit rauer Stimme. »Ich werde nicht zulassen, dass sich irgendjemand zwischen uns drängt.«
»Genau das ist das Problem, Blake. Du kannst so was nicht über meinen Kopf hinweg entscheiden und erwarten, dass ich mich widerstandslos deinem Willen füge. So funktioniert das nicht.«
Er wendet den Blick für keine einzige Sekunde ab, sieht mich einfach nur mit diesen wunderschönen blauen Augen an, in denen so viel Verzweiflung verborgen zu sein scheint.
»Wir werden sehen und jetzt komm.« Er löst sich von mir, verschlingt seine Finger mit meinen und steuert auf seinen schwarzen Sportwagen zu.
»Warte!«, rufe ich und sehe an mir herab. »Ich muss mich zuerst umziehen.«
Er schenkt mir ein verschmitztes Lächeln und geht weiter. »Nein, musst du nicht.«
»Viel Spaß euch beiden«, wünscht uns Heather gut gelaunt, als sie an uns vorbei zu ihrem Twingo schlendert und mich alleine – Hexe! – mit ihm und meinem ganz persönlichen Desaster zurücklässt.
1. Ich habe nun doch ein Date.
2. Mein Date ist niemand Geringeres als einer der berüchtigten White-Zwillinge.
3. Ich muss besagtes Date in diesem schrecklichen Aufzug durchstehen.
Kann der Tag eigentlich noch schlimmer werden?
***
»Du hast eine einzige Stunde und entscheidest dich ausgerechnet dafür, mit mir ins Kino zu gehen?« Meine Augenbraue gleitet fragend in die Höhe, als ich nach dem Popcorn greife und mir etwas davon in den Mund schiebe.
»Warum nicht?«, antwortet er schulterzuckend und schiebt sich ebenfalls etwas von dem salzigen Zeug in den Mund.
»Hmmm«, summe ich nachdenklich. »Weil es verrückt ist? Ich meine, wer geht schon mit der Absicht ins Kino, sich nur die Hälfte vom Film anzusehen?«
»Ich habe meine Gründe«, erwidert er geheimnisvoll und mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen.
»Ach ja? Und die da wären?«
Meine Neugier ist geweckt worden und wird mich erst dann in Ruhe lassen, wenn ich ihr die nötigen Antworten geliefert habe.
Manchmal ist es ein echter Fluch, alles wissen zu wollen. Damit habe ich mich schon des Öfteren in unangenehme Situationen gebracht, in die ich besser nicht hineingeraten wäre.
»Lass dich überraschen«, sagt er vage, rückt näher und legt seinen Arm wie selbstverständlich auf meine Sitzlehne.
Das ganze Szenario ist so unwirklich, dass ich beinahe vergessen hätte, in welcher misslichen Lage ich mich im Moment befinde.
Dass ich mir seiner Nähe nur allzu deutlich bewusst bin, ist auch nicht gerade das, was ich als optimale Voraussetzung bezeichnen würde.
Wie zur Hölle soll ich das nur eine geschlagene Stunde lang durchstehen?
Alleine mit ihm und dieser verflixten Anziehungskraft, die mich geradewegs in seine Arme zu treiben versucht!
Okay, genau genommen sind wir gar nicht alleine, zumindest nicht ganz. Bis auf zwei weitere Pärchen, die es sich in den letzten beiden Reihen bequem gemacht haben, ist der Saal jedoch leer, was für die Uhrzeit untypisch ist.
Blake hat uns Plätze im ersten vorderen Drittel besorgt, wodurch er erfolgreich genügend Abstand zwischen uns und die anderen Besucher gebracht hätte.
Warum hat er nicht gleich einen kompletten Kinosaal nur für uns allein gemietet?!
Unter normalen Umständen hätte ich die Zeit irgendwie absitzen können, schließlich sehen wir uns nur einen Film an und müssen keine Konversation betreiben.
Dass die Umstände alles andere als normal sind, dürfte aber klar sein, oder?
Das hier sind verdammt noch mal erschwerte Bedingungen, die so nicht abgemacht gewesen waren!
Nichts von alledem war abgemacht!
Als er mir damals in der Psychologievorlesung meinen Lieblingskuli geklaut hatte und auch noch die Dreistigkeit besaß, Forderungen zu stellen, hätte ich niemals damit gerechnet, mich bei einem Date mit ihm wiederzufinden.
Wenn ich ehrlich bin, hatte ich gehofft, dass er die versprochene Stunde einfach vergessen würde.
Dass er mit Nachdruck darauf bestehen würde, hätte ich doch nicht ahnen können!
Doch, hättest du, wirft mein Verstand ein und schüttelt imaginär mit dem Kopf.
Ja, okay, er hat ja recht. Es war naiv von mir zu glauben, dass er die Sache auf sich beruhen lassen würde, nachdem ich mir eins seiner tollen Bücher ausgeliehen hatte. Dabei war es nur eine Frage der Zeit, wann er zum Gegenschlag ausholen würde.
Dass er sich dafür ausgerechnet den Zeitpunkt aussucht, an dem ich am allerwenigsten damit gerechnet habe, ist so typisch für ihn.
Der Mistkerl hat es regelrecht darauf angelegt, mich aus der Reserve zu locken, indem er das volle Programm aufgefahren hat.
Ein großer gemeinsamer Eimer mit Popcorn, ein gemeinsames Getränk mit einem, ich wiederhole, einem Strohhalm und jetzt kommt das Beste: ein gottverdammter PÄRCHENSITZ!
Er will mich in den Wahnsinn treiben, da bin ich mir sicher. Und wenn er so weitermacht, ist er auf dem allerbesten Weg dahin.
Wie sonst lässt sich mein permanentes Gefluche erklären?
Das ist – war!, korrigiere ich mich in Gedanken –nicht meine Art, aber sein Verhalten scheint wohl auf mich abgefärbt zu sein.
Zum Glück kann mich meine Mutter nicht hören, ansonsten wäre das nächste Drama vorprogrammiert gewesen. Und von Dramen habe ich eindeutig die Nase voll.
Bevor ich weiter über sie und das bevorstehende Telefonat am Sonntag nachdenken kann, schiebe ich den Gedanken daran schnell beiseite und widme meine Aufmerksamkeit wieder der Leinwand.
»Welchen Film hast du eigentlich ausgesucht?«, will ich wissen und vermeide mit penibler Selbstdisziplin, in seine Richtung zu sehen.
»Das fragst du jetzt?« Sein tiefes, männliches und ziemlich lautes Lachen erfüllt den Saal.
Ich unterdrücke den zwanghaften Drang, nach hinten zu sehen, um mich zu vergewissern, dass uns die anderen Pärchen nicht anstarren. Wenn ich etwas nicht ausstehen kann, dann ist es, im Mittelpunkt zu stehen.
Alleine der Gedanken daran, wie mich meine Mutter damals bei ihren Freundinnen vorgeführt hat, lässt Übelkeit in mir hochsteigen. Als wäre ich irgendeine verdammte Puppe und kein kleines Mädchen, das einfach nur Zeit mit ihrer Mutter verbringen wollte.
Dass mir bei seinem Lachen ein Schauer über den Rücken läuft, ignoriere ich gekonnt. Von meiner Schwäche, die ich insgeheim für seine Stimme hege, wird er nie erfahren. Nur über meine Leiche. Ernsthaft. Es ist schon schlimm genug, dass er mich ständig zu durchschauen scheint, da muss ich ihm nicht auch noch meine Geheimnisse auf die Nase binden.
Früher oder später wird er sowieso dahinterkommen und bis es so weit ist, werde ich schön brav meinen Mund halten.
»Wer hat denn darauf bestanden, die Tickets alleine zu kaufen?«, sage ich und begehe den fatalen Fehler, ihn anzusehen.
Ganz böser Fehler, Brooke.
Im schummrigen Licht wirkt er sogar noch attraktiver.
Noch gefährlicher.
Noch unnahbarer.
Und verdammt! Leider auch noch heißer.
Alles an ihm strahlt Dominanz und Kontrolle aus.
Sein Blick sagt nur eines: Du gehörst mir!
Wenn ich nicht bald etwas gegen diese unerträgliche Spannung unternehme, die zwischen uns herrscht, seit wir uns das erste Mal nach drei Jahren wiedergesehen haben, wird sie mich verschlingen.
Unerbittlich.
Ohne jeden Zweifel.
Mit Haut und Haaren.
Dieser Mann, der mir einmal alles bedeutet hat. Alles und noch viel mehr.
Er war mein Fels in der Brandung.
Mein unermüdliches Licht, das mich durch die Dunkelheit geleitet hat, wenn ich mich verloren und alleingelassen gefühlt habe.
