Lost Christmas - Mel Hope - E-Book

Lost Christmas E-Book

Mel Hope

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Beschreibung

Deine Vergangenheit wird dich immer einholen, ganz egal, wie schnell du auch rennen magst ... Was für viele die schönste Zeit des Jahres ist, ist für Maggie Carter die Hölle auf Erden. Sie hat den Glauben an den Zauber der Weihnacht längst verloren, bis sie ein heißes Angebot erhält, das ihr Leben verändern soll. Explizite Szenen. Deutliche Sprache.

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Veröffentlichungsjahr: 2019

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LOST CHRISTMAS 

MEL HOPE

 

ÜBER DIE AUTORIN

 

Autorin von Romanzen und Liebesgeschichten, die eine Schwäche für Bad Boys hat. Kann sich nicht kurzfassen und neigt dazu, vor Ungeduld mit den Füßen zu wippen.

Mit meinem Debüt ›Secret Dreams – Gefährliche Leidenschaft‹, das Mitte 2016 das Licht der Buchwelt erblickt hat, habe ich mir einen meiner größten Träume erfüllt.

Du teilst meine Vorliebe für Bad Boys, raue Sexszenen und Happy Ends?

Du bevorzugst einen direkten Schreibstil mit deutlicher Sprache?

Du hast kein Problem mit Protagonisten, die fluchen und sich auch mal danebenbenehmen?

Dann heiße ich dich in meiner Welt willkommen!

 

Viel Spaß wünscht dir

Deine Mel

 

LOST CHRISTMAS

von Mel Hope

Erstausgabe Dezember 2016

Copyright © Mel Hope

Alle Rechte vorbehalten!

 

Handlung und handelnde Personen sind frei erfunden, jede Ähnlichkeit zu lebenden Personen und Organisationen ist unbeabsichtigt und rein zufällig. Markennamen sowie Warenzeichen, die in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer.

 

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Autors. Dies schließt die Verwendung oder Vervielfältigung durch elektronische, digitale und fotografische Methoden sowie die digitale Speicherung und Verbreitung ausschließlich mit ein.

 

Cover ©Mel Hope

Lektorat © R. R.

Korrektorat ©A. H.

Satz und eBook ©Mel Hope

 

Impressum:

Melanie Suffner

Hans-Böckler-Str. 41

87600 Kaufbeuren

[email protected]

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KURZBESCHREIBUNG

 

Deine Vergangenheit wird dich immer einholen, ganz egal, wie schnell du auch rennen magst ...

 

Was für viele die schönste Zeit des Jahres ist, ist für Maggie Carter die Hölle auf Erden.Sie hat den Glauben an den Zauber der Weihnacht längst verloren, bis sie ein heißes Angebot erhält, das ihr Leben verändern soll.

 

VORWORT

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

meine Protagonisten drücken sich deutlich aus, sie fluchen und werden auch die ein oder andere irrationale Entscheidung treffen. Aber soll ich dir mal was sagen?

Sie dürfen das.

Du fragst dich, warum das so ist?

Weil ich sie erfunden habe. Und seien wir doch mal ehrlich: Niemand ist perfekt.

Sollte schon dieses Vorwort nicht deinem Geschmack entsprechen, wäre jetzt der richtige Moment, das Buch zur Seite zu legen.

Solltest du auf Bad Boys, raue Sexszenen und komplizierte Beziehungen stehen, wünsche ich dir viel Spaß beim Lesen!

 

Deine Mel

 

Inhaltsverzeichnis 

KURZBESCHREIBUNG

VORWORT

Prolog - 24.12.2006

Kapitel 1 - 17.12.2016

Kapitel 2 - Traum

Kapitel 3 - 18.12.2016

Kapitel 4 - 19.12.2016

Kapitel 5 - 17.12.2009

Kapitel 6 - Alex - 23.12.2016

Kapitel 7 - 24.12.2016

Kapitel 8 - 22.12.2006

Kapitel 9 - 24.12.2016

Epilog - 25.12.2016

Danksagung

 

PROLOG24.12.2006

 

 

»Gottverdammt!«, brüllt Dad aufgebracht und schlägt mit den Fäusten gegen das Lenkrad.

Ich sehe aus dem Augenwinkel, wie Beth, meine kleine Schwester, zusammenzuckt und hastig nach meiner Hand greift. Ihre winzigen spitzen Fingernägel gräbt sie dabei unbewusst in die weiche Haut meiner Handinnenfläche, doch der leichte Schmerz macht mir nichts aus.

»Es wird alles gut«, flüstere ich ihr beschwichtigend zu und schenke ihr ein aufmunterndes Lächeln.

Sie richtet ihren Blick auf mich und alles, was ich dort erkennen kann, ist nackte Panik. Ihre wunderschönen braunen Augen wirken in diesem Moment beinahe zu groß für ihr zartes Gesicht und ihr kleiner Brustkorb hebt sich hektisch mit jedem ihrer Atemzüge.

»James!«, zischt meine Mutter aufgebracht.

»Das ist alles nur deine Schuld!«, keift er sie wütend von der Seite an. »Du und deine wahnsinnigen Einfälle werden uns irgendwann noch umbringen.«

»Wie kannst du ...«, wispert sie fassungslos.

»Wir hätten zuhause bleiben sollen. Dort wären wir in Sicherheit gewesen. Stattdessen riskieren wir hier draußen bei diesem verdammten Schneesturm unser Leben. Und alles nur für eine Tote«, brummt er. Beim letzten Satz schüttelt er nur ungläubig den Kopf.

»Sie ist meine Mutter!«, kreischt Mom beinahe hysterisch. Beth zuckt bei ihrem unerwarteten Gefühlsausbruch heftig zusammen und bohrt ihre Fingernägel noch tiefer in meine Haut. Der Druck ist schmerzhaft, aber ihr zuliebe ertrage ich ihn.

»Sie ist tot, Mary!«, schreit er. »Wir sind es nicht. Noch nicht«, sagt er müde und fährt sich mit einer Hand übers Gesicht.

»Siehst du denn nicht, was du mir ... und vor allem den Mädchen damit antust?

Herrgott noch mal, Mary, wach endlich auf! Heute ist Heiligabend und wir sitzen in diesem Auto fest, inmitten eines tosenden Schneesturms und alles nur, weil du dir in den Kopf gesetzt hast, ihr Grab besuchen zu müssen. Das ist doch Wahnsinn!«

Grandma ist vor zwei Monaten unerwartet an einem Herzinfarkt gestorben. Sie hat hier draußen ganz allein gelebt, deshalb hat es sich meine Mutter zur Aufgabe gemacht, ihr während der Feiertage Gesellschaft zu leisten. Ihr plötzlicher Tod hat ihr den Boden unter den Füßen weggerissen. Grandma war die einzig lebende Verwandte, die ihr noch geblieben ist.

Nach ihrem Tod hat sie sich immer mehr von uns zurückgezogen. Sie war so ... anders. Ihr Verhalten hat Beth eine Heidenangst eingejagt und wenn ich ehrlich bin, auch mir.

Vor drei Tagen ist sie dann freudestrahlend ins Wohnzimmer spaziert und hat verkündet, dass wir Grandma auch dieses Jahr einen Besuch abstatten werden. Jeder Versuch, ihr die Sache auszureden, ist gescheitert.

»Sie ist ganz allein, James! Wie kannst du da von Wahnsinn reden?«, schluchzt sie mit Tränen in den Augen und löst den Sicherheitsgurt.

»Was tust du da, Mary? Leg sofort wieder deinen Gurt an!«, befiehlt er ihr panisch und versucht, mit einer Hand an den Gurt heranzukommen.

»Lass mich! Ich werde laufen«, erwidert sie bissig und schlägt seine Hand weg.

»Bist du völlig übergeschnappt? Du wirst dir bei dieser Kälte noch den Tod holen. Sei bitte vernünftig!«

»Und wenn schon. Dann kann ich wenigstens wieder mit ihr zusammen sein«, murmelt sie resigniert und greift nach dem Türgriff.

»Lass um Himmels Willen die Tür zu, Mary!«, ruft Dad und versucht, nach ihrer Hand zu greifen. Dabei achtet er für einen Moment nicht auf die vereiste Straße und verliert unerwartet die Kontrolle über den Wagen.

Was dann passiert, läuft wie in Zeitlupe an mir vorbei.

Unser Wagen, der ins Schleudern gerät und droht, den Abhang hinabzustürzen.

Beth, die sich verzweifelt an mich klammert und von unkontrollierten Schluchzern geschüttelt wird.

Der angsterfüllte Schrei meiner Mutter, der mir durch Mark und Bein geht.

Dad, der hektisch versucht, die Kontrolle über den Wagen zurückzuerlangen und bei dem Versuch scheitert.

Der rasende Pulsschlag, der in meinen Ohren dröhnt und die Erkenntnis, dass wir heute sterben werden.

Ich kann mich noch genau an den Anblick meiner Mutter erinnern und den Ausdruck, der sich auf ihrem Gesicht widergespiegelt hat: Unglaube.

Das war das letzte Mal, dass ich sie gesehen habe.

Einen Augenblick später schlittert unser Auto den Abhang herunter und Mom, die sich kurz zuvor abgeschnallt hat, wird mit voller Wucht gegen die Windschutzscheibe geschleudert. Das Geräusch von zerberstendem Glas und der verzweifelte Hilfeschrei, den sie ausstößt, kurz bevor sie aus dem Wagen gerissen wird, werde ich niemals vergessen.

Doch das Schlimmste ist mit Abstand die Hoffnungslosigkeit, die ich in Beths Gesicht sehen kann.

Dieses kleine unschuldige Mädchen hat bereits mit ihrem Leben abgeschlossen. Die Tatsache, dass ich meine Schwester nie zu einer wunderschönen und starken Frau heranwachsen sehen werde, zerbricht mir das Herz.

Das Letzte, was ich höre, bevor mir der restliche Sauerstoff aus den Lungen gepresst wird und ich mich der schützenden Dunkelheit hingebe, ist ihr spitzer Schrei.

KAPITEL 117.12.2016

 

 

Ich denke oft an den Tag vor knapp zehn Jahren zurück.

Bis zu dieser Tragödie war mein Leben noch in Ordnung. Nicht perfekt, aber lebenswert.

Ich hatte Eltern, die mich geliebt haben, und eine Schwester, die zu mir aufgesehen hat. Und plötzlich war da niemand mehr, nur noch ich.

Keine Mutter, mit der ich über meine Probleme reden konnte.

Kein Vater, bei dem ich mich sicher fühlte.

Und keine Schwester, die ich beschützen konnte.

In der einen Sekunde hatte ich eine liebevolle Familie, die sich um mich sorgte und in der anderen wurde sie mir einfach entrissen.

Wir hatten nicht einmal die Möglichkeit, uns voneinander zu verabschieden. Das Schicksal hat uns diese Chance genommen.

Aber das Leben ging weiter. Auch ohne sie.

Mittlerweile bin ich 24 Jahre alt, arbeite als Kellnerin in einer heruntergekommenen Bar und wohne in einer winzigen Wohnung am Stadtrand von L.A..

Ich lebe von Tag zu Tag, weil die Bezahlung so mies ist, dass ich Schwierigkeiten habe, überhaupt über die Runden zu kommen. Aber das ist okay. Ich bin dankbar für diesen Job. Andere müssen auf der Straße leben, es hätte mich also schlimmer treffen können.

Als meine Familie damals bei dem Unfall ums Leben gekommen ist, ist ein Teil von mir unwiderruflich mit ihnen gestorben. Sie waren alles, was ich hatte.

Die Ärzte meinten, es wäre ein Wunder, dass ich überlebt hatte. Für mich war es nichts weiter als eine Bürde, die es zu bewältigen galt.

Nachdem sie mich wieder zusammengeflickt hatten und meine Verletzungen verheilt waren, hatten sie mich in ein Heim gesteckt. Da draußen war niemand mehr, der sich um mich kümmern konnte.

Selbst wenn ich noch lange nicht erwachsen war, so hatte ich dennoch gelernt, was es hieß, auf eigenen Beinen zu stehen.

Wenn auch auf schmerzhafte Weise.

Natürlich hatten sie versucht, mich in einer neuen Familie unterzubringen, doch es ist bei dem Versuch geblieben.

Ganz egal, wie nett und liebenswert die Menschen, die sie für mich ausgesucht hatten, auch waren, ich hatte es jedes Mal verbockt, indem ich mich wie das letzte Arschloch aufgeführt hatte. Und das mit voller Absicht.

Die Tatsache, dass sie mein altes Leben einfach ersetzen wollten, kotzte mich gewaltig an.

Ich hatte keinen Bock, mit Leuten, deren Namen ich noch nicht mal kannte, heile Welt zu spielen. Meine Welt war alles andere als heil und das würde sie auch niemals wieder werden.

Irgendwann hatten sie es aufgegeben, mich in eine neue Familie stecken zu wollen und mich in Ruhe gelassen.

Als ich endlich alt genug war, um für mich selbst zu sorgen, hatte ich mir einen Job und eine kleine Wohnung gesucht.

Tja, und hier bin ich nun. In einer Welt, in der ich nicht leben möchte.

Mir ist schnell klar geworden, dass kein Prinz in glänzender Rüstung kommen wird, um mich aus dieser Hölle aus Trostlosigkeit zu befreien. Von dieser lächerlichen Kleinmädchenfantasie habe ich mich rasch verabschiedet.

Jemanden zu lieben, ist immer auch mit Schmerz verbunden, denn irgendwann wird der Tag kommen, an dem dir diese Person wieder entrissen wird. Und soll ich dir mal was sagen?

Du kannst rein gar nichts dagegen unternehmen.

Klingt dramatisch?

Glaub mir, das ist erst der Anfang.

In deinen Augen bin ich vermutlich nur eine junge Frau, die nicht mit dem Tod ihrer Familie zurechtkommt und nun die ganze Welt hasst, doch so einfach ist das nicht.

Ich empfinde keinen Hass für all die Seelen da draußen, die Menschen haben, die sie lieben.

Nein, was ich empfinde, ist Mitleid. Denn die Uhr läuft unerbittlich weiter und das Einzige, das am Ende übrig bleibt, werden Kummer und Leid sein.

Das mag in deinen Ohren vielleicht pessimistisch klingen, aber für mich ist das die bittere Realität. Jeden Tag aufs Neue.

Ich werfe einen Blick auf die kleine silberne Uhr, die mein Handgelenk ziert, und stelle entsetzt fest, dass mir nur noch eine halbe Stunde bleibt, bis meine Schicht im Heavens Night beginnt.

Henry ist zwar ein lieber Kerl, doch Unpünktlichkeit ist ihm ein Dorn im Auge und führt im schlimmsten Fall zum Rausschmiss und das kann ich mir unter keinen Umständen erlauben.

Ja, der Job ist scheiße und schlecht bezahlt, aber ich bin auf ihn angewiesen, wenn ich nicht auf der Straße landen möchte.

Da mir für eine ausgiebige Dusche leider keine Zeit mehr bleibt, stelle ich mich nur kurz unter den wohltuenden heißen Strahl, um mir den Schmutz des Tages von der Haut zu waschen. Anschließend hetze ich ins Schlafzimmer, wo meine Arbeitskleidung bereits auf dem Bett bereitliegt.

Bevor ich mich auf den Weg mache, werfe ich noch einen letzten prüfenden Blick in den Spiegel vor mir.

Große grüne Augen starren mir störrisch entgegen, meine lange schwarze Mähne umschmeichelt mein Gesicht und endet knapp unter meiner Brust.

Nachdem ich damals ins Heim gekommen war, hatte ich zur erstbesten Schere gegriffen und meine Haare, die Mom immer so an mir geliebt hatte, einfach abgeschnitten.

Ich konnte es nicht ertragen, dass mir im Spiegel eine jüngere Version meiner Mutter entgegenblickt, also hatte ich die Erinnerung daran, so gut es ging, ausgelöscht. Mittlerweile sind sie sogar noch länger und das ist okay.

Der Rest meines Körpers ist nichts Besonderes.

Kleine feste Brüste, eine schmale Taille und lange Beine verteilt auf 1,73 m.

Beim männlichen Geschlecht ruft mein zierliches Äußeres wahrscheinlich so etwas wie eine Art Beschützerinstinkt wach, dabei komme ich bestens allein zurecht. Ein Mann würde in meinem Leben nur für Komplikationen sorgen und die kann ich weiß Gott nicht gebrauchen.

Mit einem letzten Griff zur Garderobe, an der meine Handtasche hängt, lasse ich die Tür hinter mir ins Schloss fallen.

Mein kleiner blauer Golf, der ein paar Meter weiter bereits auf mich wartet, ist mein absolutes Herzstück.

Der Wagen ist nicht besonders schnell, ja noch nicht mal besonders hübsch, aber er gehört nur mir allein und das bedeutet mir einfach alles.

Durch ihn habe ich ein winziges Stückchen Freiheit zurückbekommen. Beth hätte die alte Molly sicher gut gefallen.

Ihr Name versetzt mir einen kleinen Stich ins Herz, weshalb ich den Gedanken an sie sofort wieder verwerfe.

Hör auf damit. Sie ist tot, ermahne ich mich selbst und steige in den Wagen.

Da die Bar nur etwa fünf Fahrminuten entfernt liegt, muss ich nicht wie eine Wahnsinnige durch die Stadt rasen und dabei andere Menschenleben riskieren. Ich liebe mein Auto, aber ich hasse das Fahren.

Nicht, weil es mir keinen Spaß macht, nein, doch in diesen Momenten erscheint mir der Unfall so verdammt real und das jagt mir eine Scheißangst ein, auch wenn ich es nicht gerne zugebe.

Da die Parkplätze vor dem Heavens Night nur für Kunden gedacht sind, parke ich vor dem Supermarkt und gehe die restlichen Meter zu Fuß. Drinnen angekommen werde ich sogleich von Mel, meiner Arbeitskollegin, begrüßt, die hinter der Theke ein paar Gläser spült.

»Hey, Maggie, bereit für das Nachtleben?«, fragt sie lächelnd und zwinkert mir zu.

»Ich kann es kaum noch erwarten, weißt du doch«, antworte ich lachend, während ich zielstrebig nach hinten zu den Spinden gehe, um mein Zeug zu verstauen.

Im Moment sind lediglich eine Handvoll Gäste anwesend, was sich allerdings bald ändern wird. Heute ist Samstag und auch wenn der Laden seine besten Zeiten schon gesehen hat, so hat Henry dennoch seine Stammkundschaft, die beinahe täglich hier aufkreuzt.

Die Hauptkundschaft besteht fast ausschließlich aus Männern, was nicht nur an dem Ambiente und dem billigen Bier liegt. Angelockt werden sie durch die sanfte Musik, die aus den alten Boxen dringt und den halbnackten Frauenkörpern, die sich direkt vor ihrer Nase an der Stange räkeln.

Ja, das Heavens Night ist eine verdammte Stripbar, aber das ist mir egal. Wollt ihr auch wissen, warum?

Weil diese sabbernden und hirnlosen Typen hier dafür sorgen, dass ich über die Runden komme, und dabei ist es mir scheißegal, ob sie nur wegen der leicht bekleideten Mädchen hier sind. Solange der Schuppen läuft, bin ich glücklich.

Bevor ich zurück nach vorne zu Mel gehe, hole ich noch mein Smartphone aus der Handtasche und schiebe es in eine der engen Jeanstaschen.

Warum ich das mache? Ganz ehrlich?

Ich weiß es nicht.

Ist ja nicht so, als ob es da jemanden gibt, der mir eine Nachricht schreiben könnte. Und dass sie da oben im Jenseits Empfang haben, bezweifele ich jetzt auch mal stark.

Dieses kleine rechteckige Gerät vermittelt mir wohl einfach das Gefühl, nicht allein zu sein.

Ich schüttele den Kopf über mein irrationales Verhalten und mache mich auf den Weg, um Mel mit den Gläsern zu helfen.

»Du scheinst dir heute über irgendwas den Kopf zu zerbrechen, ist alles okay bei dir?«, fragt sie mich besorgt und berührt mich sanft am Arm.

»Alles gut«, murmele ich und schenke ihr ein zaghaftes Lächeln.

Mel ist die Einzige, die von dem Unfall weiß. Als ich vor fast vier Jahren hier angefangen habe, hat sie dafür gesorgt, dass ich mich zurechtfinde und nicht schon am allerersten Abend einem dieser schmierigen Typen den Drink über den Schoß kippe.

---ENDE DER LESEPROBE---