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Dieses Buch ist ein Ereignis: berührend, mitreißend und einmalig!
Klug, geradlinig und humorvoll – so lieben die Fans und Bewunderer »ihren« Joachim »Blacky« Fuchsberger, auch über seinen Tod hinaus. Für dieses liebevolle Erinnerungsbuch hat seine Ehefrau Gundula berührende und prägnante Aussagen und Texte Blackys zusammengestellt und auch Fotos aus dem Familienalbum beigesteuert. In sehr persönlichen Worten würdigen ihn darüber hinaus einige seiner engsten Freunde und Wegbegleiter: Ralf Bauer, Frank Elstner, Oliver Kalkofe, Markus Lanz, Jan Josef Liefers, Sandra Maischberger und Nina Ruge.
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Seitenzahl: 128
Veröffentlichungsjahr: 2015
Blacky
Erinnerungen an
einen Gentleman
Herausgegeben von
Gundula Fuchsberger
Gütersloher Verlagshaus
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://portal.dnb.de abrufbar.
Copyright © 2015 by Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh,
in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München
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Umsetzung eBook: Greiner & Reichel, Köln
Coverfoto: © Hans-Bernhard Huber/laif.
Konzept, Textauswahl und Redaktion: Sibylle Auer, München
ISBN 978-3-641-17384-5
www.gtvh.de
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Bis auf den Krieg habe ich nie etwas getan,
woran ich nicht Freude hatte.
Joachim Fuchsberger
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Inhalt
Vorwort der Herausgeberin
Markus Lanz:
Ein Mann mit einem mutigen Herzen
Man muss zu Lebzeiten leben
Blacky über Humor, Freude am Leben, Sinn und Unsinn von Plänen und das menschliche Miteinander
Frank Elstner:
Blackys Spuren und der positive Neid
Jan Josef Liefers:
An meinen Freund
Wer liebt, ist stark
Blacky über Liebe, Ehe, Treue und Respekt, über Hausmänner, Pantoffelhelden und die vier Vs
Nina Ruge:
Die sieben Gebote des Blacky F.
Altwerden beginnt im Kopf
Blacky über Altern und Altwerden, das Verhältnis von Alten und Jungen, Sterben und (Frei)tod
Andreas Graf von Faber-Castell:
Blacky und die Liebe zur »Terra Australis«
Dieter Pröttel:
Ein liebenswerter Gentleman
Nur gut ist gut
Blacky über Showbusiness, Schauspieler und Schauspielerei, schlechte und gute Filme und die Macht der Medien
Oliver Kalkofe:
Brief an Lord Dickham
Wir leben zu schnell und denken zu langsam
Blacky über Politik und Weltgeschehen, Macht und Dummheit und den Umgang mit den Herausforderungen der Zukunft
Sandra Maischberger:
Kein bisschen Schiss. Erinnerungen an Blacky Fuchsberger
Wer nur an Hindernisse denkt, der kann nie siegen
Blacky über Angst, Zivilcourage und den Mut, den Mund aufzumachen
Ralf Bauer:
Abschiedsbrief an einen großen Boxer
Leben und Karriere im Überblick
Filmografie
Blackys Bücher
Quellen
Vorwort der Herausgeberin
Meine Freunde haben mich gefragt, ob ich nicht ein Erinnerungsbuch über meinen geliebten Mann zusammenstellen möchte. Ich zögerte zuerst, doch nun hoffe ich, dass dieses Vorhaben in seinem Sinne gelungen ist.
Ich war immer als seine »Copilotin« sehr glücklich, wir gingen gemeinsam durch alle Höhen und Tiefen. Wir schlugen immer wieder neue Wege ein, und das machte unser Leben so interessant und abwechslungsreich.
Dieses Buch soll ein Dank sein an alle, die uns mit Rat und Tat, Gedanken und Hilfe zur Seite standen. Jetzt bereichern sie mein Leben.
Grünwald, im Juni 2015
Gundula Fuchsberger
Markus Lanz:
Ein Mann mit einem mutigen Herzen
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© Markus Lanz
»Hier ist der Blacky!« Fast jedes Telefonat mit ihm begann so. Auch unser letztes. Es war ein heißer Tag im August, ich war gerade hoch oben in den Dolomiten unterwegs. Der Anruf kam aus einem Krankenzimmer in Garmisch-Partenkirchen. Was für eine Freude, ihn zu hören!
»Wie geht es dir?« – »Ach, ich will dir Einzelheiten ersparen, aber ich bin noch mal davongekommen.« – »Das ist doch eine gute Nachricht!« – »Ja, schon, aber weißt du, ich mag irgendwie nicht mehr.«
Und dann begann er zu erzählen, von seinem reichen, seinem schönen, guten Leben. Vom großen Erfolg, der plötzlich gekommen war, und davon, wie Gundel ihn immer wieder sanft in die richtige Richtung geschubst hatte, wenn er mal wieder drohte, falsch abzubiegen. »Weißt du, sie war mein Navigationssystem, und wenn ich mich verfahren hatte, dann sagte sie immer: bitte wenden ...«
Den Witz machte er gerne, aber wer genau hinhörte, spürte, wieviel Ernsthaftigkeit darin steckte. Wie sehr er all das gemocht hatte: mutig zu leben, immer bereit aufzubrechen, sich hineinzustürzen in jedes neue Abenteuer, mit ganzer Seele. Für ihn hieß das: nicht durch San Francisco in zerrissenen Jeans, sondern lieber gleich mit dem Buschmesser durch Tasmanien. Ja, Leben ist das, was uns zustößt, während wir auf die Erfüllung unserer Träume warten, und Blacky hatte das verstanden wie wenig andere. Vielleicht war das das Geheimnis seiner Furchtlosigkeit. Ich habe es auch in unserem letzten Telefonat gespürt, abseits von Fernsehstudios und Publikum, in denen man sich manchmal mutiger gibt, als man ist. Er hatte tatsächlich keine Angst vor dem Tod. Ich glaube, er hat geahnt, dass er sich bald aufmachen würde auf die letzte, große Reise. Aber er blieb, was er immer war: ein Mann mit einem mutigen Herzen. Man muss ihn sich nur mal genau ansehen, auf jedem einzelnen Foto, das ich von ihm gemacht habe, vor allem aber auf diesem: Ich habe es kurz vor unserem letzten Interview in seiner Garderobe in den Bavaria-Studios aufgenommen.
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Man muss zu Lebzeiten leben
Blacky über Humor, Freude am Leben, Sinn und Unsinn von Plänen und das menschliche Miteinander
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Folge deinem Herzen
Pläne sind nur Wegweiser in eine unbekannte Zukunft, ohne Garantie, auf dem geplanten Weg nicht doch noch zu straucheln, sich zu verirren oder auf die Schnauze zu fallen.
Plant jetzt Dinge, die euch Freude machen! Das soll das entscheidende Kriterium sein, an dem sich junge Menschen ausrichten. Nicht: »Was krieg ich später für eine Rente?«, sondern: »Macht es mir Freude, was ich jetzt tun kann?«
Ich empfehle der Jugend: Lass dich niemals fest anstellen, auch wenn es dein großer Wunsch ist, eine gewisse Sicherheit zu haben. Die Festanstellung raubt dir in weiten Teilen die dir von der Natur, von Gott oder wem auch immer mitgegebene Kreativität. Du kommst gleich in eine Zwangsjacke und musst tun, was man dir zutraut, was man von dir verlangt oder was man von dir fordert. Das führt zu vielen Entwicklungen. Zum Beispiel führt es zum Hobby! Die Menschen fangen an, ihre Wünsche zu erfüllen, aber nicht dort, wo sie arbeiten.
Man muss Freude haben an dem, was man tut. Das ist die einzige Garantie – wenn es überhaupt eine gibt – für Erfolg.
Viele Menschen heute sind durch die Umstände gezwungen, Dinge zu tun, die ihnen absolut keinen Spaß machen. Das kann nicht zum Erfolg führen! Nur das, was einem Freude macht, was man gerne macht, wo man gerne hingeht, führt zum Erfolg. Wenn ich morgens aufwache, die Rollläden hochziehe, und da liegt meine Gundel, und ich nehme ihre Hand, dann denke ich: Ist mir doch egal, ob es draußen regnet oder ob die Sonne scheint.
Es ist immer die Frage, wie weit die Bereitschaft zum persönlichen Risiko geht. Freude daran, etwas zu tun, ist die Voraussetzung für Erfolg, nicht Abitur oder Ausbildung. Auch, natürlich! Aber manchmal lernt man etwas unter einem bestimmten Aspekt und wollte es eigentlich gar nicht, aber die Umstände waren halt so, dass man dort gelandet ist.
Ich hatte einmal ein bemerkenswertes Erlebnis auf dem Friedhof, wo mein Sohn liegt. Da war eine junge Familie mit Kinderwagen, vielleicht hundert Meter vor uns am Ausgang. Plötzlich drehte der Mann um, ging auf uns zu und sagte: »Ich kann mir nicht helfen, ich muss Sie jetzt fragen. Ich stehe vor einer schwierigen Entscheidung, und die Entscheidung muss ich heute treffen. Was würden Sie mir raten?«
Ich drehte mich um und sagte: »Geben Sie mir eine Minute Zeit, ich frage mal meinen Sohn.« Und Thommys Antwort lautete: »Er soll seinem Herzen folgen und das tun, was er lieber tut.«
Glück und Unglück im Leben
Ich kann mich nicht über eine Minute in meinem Leben wirklich beklagen, auch nicht über die Krankheiten, auch nicht über den Misserfolg, auch nicht über die totalen Pleiten. Das gehört dazu, lieber Freund. Wie sollst du Glück empfinden, wenn du kein Unglück gehabt hast?
Ich habe ein wundervolles Leben gehabt, für das ich unendlich dankbar sein muss, weil ich ein paar Mal bereits die Grenzen überschritten hatte.
Mein Glas ist halb voll. Bevor ich es bis zur Neige leere, kommt einer und schenkt nach.
Demut und Dankbarkeit
Zu einem guten Leben gehören Demut und Dankbarkeit. In der Rehabilitation nach meinem Schlaganfall habe ich das gelernt, denn ich musste Menschen kennenlernen, viel jünger als ich, die sich nicht mehr artikulieren konnten, die nach einem Schlaganfall furchtbar dran waren, die sich mir mitteilen wollten und nicht mehr wussten, wie das geht. Da habe ich meinem Schicksal gedankt, dass ich so glimpflich davongekommen bin.
Ich bin lieber ein Saubermann als eine Drecksau.
In vielem bin ich gar nicht gut, zum Beispiel in der Selbstbeherrschung – ich bin jähzornig, ich bin ungeduldig. Manchmal bin ich sehr ungerecht, was mir dann immer sehr leid tut. Es gibt eine ganze Menge von Dingen, wo ich mit mir selber im Unreinen bin.
In meinem Leben würde ich gerne wieder ein bisschen Bescheidenheit lernen.
Harmonie und Frieden
Manche Menschen kommen bei mir nicht gut weg. Aber zugegeben: Ich habe ein fast unstillbares Harmoniebedürfnis. Das kann man schon allein daran erkennen, dass ich vierundfünfzig Jahre lang [2008]glücklich verheiratet bin. Gundula ist eine streitbare Vertreterin ihres Geschlechts.
Ich kann Streiten nicht leiden, das ist mir unbequem.
Hilfsbereitschaft und menschliches Miteinander
Warum sind die Menschen dort [in Australien] so? Weil es noch nicht so lang her ist, dass alle, die hier ankamen, fremd waren und sich nicht auskannten? Weil Alte und Junge schnell begriffen, dass sie aufeinander angewiesen sind, auf Gedeih und Verderb? Dass sie sich nicht auseinanderdividieren lassen durften, wenn sie überleben wollten? Vielleicht haben sie gerade das von denen gelernt, die sie vertrieben, gepeinigt und oft wie Vieh getötet oder zu Sklaven erniedrigt haben: die Aborigines, die Ureinwohner, die seit vierzigtausend Jahren in »Tribes« in allen Teilen des Fünften Kontinents leben. Haben die Einwanderer von den Aborigines gelernt, das Alter zu ehren?
Wo ist uns eigentlich das Verständnis füreinander abhanden gekommen? Die ganz einfache Logik, dass nur Miteinander funktioniert, ständiges Gegeneinander aber ins Chaos führt? Was hat uns zur Neidgesellschaft gemacht?
Ist es der olympische Gedanke: »Schneller, höher, weiter!«, der zum unlösbaren Drogenproblem führte?
Ist es das Wirtschaftswunderland Deutschland, dessen Fetisch »Ständiges Wachstum« nicht mehr so recht funktioniert?
Ist es einfach nur, dass wir alle jegliches Maß verloren haben, in unseren eigenen Ansprüchen gefangen und unbeweglich sind?
Müssen wir wieder lernen, dass kein Mensch Anspruch auf irgendetwas hat, wofür er nicht bereit ist, seinen eigenen Beitrag zu leisten?
Engagement für UNICEF
Eine meiner ergreifendsten Sendungen war sicher die mit der großen Schauspielerin Liv Ullmann. Sie war damals schon als internationale Botschafterin für UNICEF weltweit im Einsatz gegen die Not der Kinder. Liv Ullmann hat eine ganz besondere Ausstrahlung von Mütterlichkeit und Fraulichkeit, die sie in ihren Rollen so überzeugend einzusetzen wusste. Von der ersten Sekunde ihres Auftritts an hatte sie die Herzen der Zuschauer gewonnen. Sie erzählte wenig über ihre Arbeit, kam lieber ziemlich schnell auf ihr Engagement für UNICEF zu sprechen. Sie sprach immer langsamer und immer leiser, als sie erzählte, wie bei ihrem Besuch im Sudan ein Kind in ihren Armen starb. Es war totenstill im Studio, die Zuschauer vergaßen fast das Atmen. Liv Ullmann saß vor mir mit geschlossenen Augen, als halte sie noch immer das tote Kind in ihren Armen.
