Bobbie Faye - Alles wird gut - Toni McGee Causey - E-Book

Bobbie Faye - Alles wird gut E-Book

Toni McGee Causey

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Beschreibung

Bobbie Faye ist endlich glücklich verlobt mit dem attraktiven FBI-Agenten Trevor Cormier. Doch dann wird Trevor zu einem geheimen Einsatz gerufen. Und kurz darauf entkommt ein gefährlicher Verbrecher aus dem Gefängnis, der sich an Bobbie rächen will. In ihrer Verzweiflung wendet sich Bobbie an ihren Exfreund, den Polizisten Cam. Dieser ist bereit, ihr zu helfen, doch unter einer Bedingung: Sie soll sich von Trevor trennen ...

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 604

Veröffentlichungsjahr: 2012

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TONI MCGEE CAUSEY

BOBBIE FAYE

Alles wird gut

Roman

Ins Deutsche übertragen von

Katrin Reichardt

Für meine Mädels:

Amanda, Nicole und Angela Grace

BESTÄNDIGKEIT ist eine Tugend,solange man kein Vollversager ist.

Gesehen auf einem Autoaufkleber in Lake Charles, Louisiana

1

»Bobbie Faye – seit 2005 die Beschäftigungsgarantie für Rettungssanitäter.«

Autoaufkleber

Bobbie Faye Sumrall lag auf dem Rücken auf der dicken blauen Sportmatte im Sparringring, und wäre sie gerade nicht völlig am Ende gewesen, sie hätte ihn umgebracht. Eigentlich müsste sie ihren verschwitzten Körper einfach nur herumrollen und sich aufrappeln, dann könnte sie auf ihren Stolz pfeifen, aus der Sporthalle kriechen und die Knarre holen. Allerdings würde es höchstwahrscheinlich erst mal einige Tage dauern, um sie zu laden, weil sie wohl ihre Zähne benutzen müsste. Ihre Arme waren einfach zu schlapp. Zudem müsste sie das Ding dann auch noch irgendwo draufstellen und Trevor bitten, sich doch freundlicherweise vor die Mündung zu begeben, denn um ordentlich zu zielen, war sie viel zu fertig. Aber dann würde sie ihn mit Sicherheit erschießen – vorausgesetzt natürlich, dass sie es noch schaffte, ausreichend Kräfte zu mobilisieren, um den Abzug zu betätigen.

Wenn sie nur scharf genug nachdachte, würde ihr vielleicht ein gutes Argument dafür einfallen, weshalb »wie ein Häufchen Elend am Boden rumliegen« gleichbedeutend war mit »ausreichend auf die nächste Katastrophe vorbereitet sein«. Verdammt noch mal, irgendetwas Sinnvolles musste ihr einfallen. Trevor jedenfalls schien fest davon überzeugt, dass jene neue Katastrophe unmittelbar bevorstand und dass sie sich darauf vorzubereiten hatte und so weiter und bla, bla, bla.

Jetzt beugte er sich über sie, und das Licht, das von den Dachsparren der umgebauten alten Scheune herabfiel, umgab seinen Kopf wie ein Heiligenschein. Er grinste. Seine weißen Zähne leuchteten im Kontrast zu seiner gebräunten Haut. Dann verschränkte er die Arme vor seinem Oberkörper, der in einem engen schwarzen T-Shirt steckte, und sie konnte sehen, wie sein Bizeps dabei anschwoll und die Muskeln in seinen Unterarmen arbeiteten. Sein gewelltes, schulterlanges braunes Haar fiel ihm in die teuflisch blauen Augen. Warum konnte er nicht wenigstens so höflich sein und ordentlich schwitzen?

»Du wirst besser«, verkündete er. »Einmal hättest du es beinahe geschafft, einen Tritt zu landen.«

»Ich hasse dich.«

Sein selbstgefälliges Grinsen wurde fies. »Vor dem Frühstück hast du mich aber noch nicht gehasst. Da fällt mir ein, wir müssen Erdbeermarmelade auf die Einkaufsliste setzen.«

Die Welt verschwamm kurzfristig vor ihren Augen, als ihr Gehirn einen Gedankensprung vollzog, weg von der Tatsache, dass er eine Nervensäge war, weil er sie dazu zwang, jeden Tag stundenlang zu trainieren, und hin zu der Erinnerung daran, was er vorhin mit eben jener Erdbeermarmelade angestellt hatte. Ab sofort war das jedenfalls ihre absolute Lieblingsspeise. Sie hatte ja keine Ahnung gehabt, dass man mit einem Brotaufstrich so was machen konnte – und immerhin hatte sie eine Freundin, die ein SM-Magazin herausgab.

»Wir hätten den ganzen Tag im Bett bleiben können«, bemerkte sie. »Ich habe frei. Du bist beurlaubt. Die gaaanze Woche lang.«

»Und du zögerst immer noch«, erwiderte er ungerührt und hockte sich neben sie. »Du schlägst und reagierst nicht schnell genug, und du denkst verdammt noch mal immer noch viel zu viel nach.«

»Ich glaube nicht, dass mir schon jemals zuvor jemand vorgeworfen hat, verdammt noch mal zu viel nachzudenken.«

Dafür erntete sie einen bösen Blick.

Er hatte recht. Und noch schlimmer: Er wusste, dass sie wusste, dass er recht hatte, und das hasste sie nun wirklich.

Was sie brauchte, war ein Zaubertrank, der vorübergehende Amnesie bescherte.

Natürlich traute sie sich nicht, das ihrer Chefin Ce Ce gegenüber zu erwähnen, die neben ihrem Cajun-Geschäft und Feng-Shui-Warenhaus, wo Bobbie Faye hinter dem Waffentresen arbeitete, auch noch einen kleinen Nebenerwerb mit Voodoo-Zaubern laufen hatte. Ce Ces Tränke hatten allerdings oft überraschende Nebenwirkungen. Bei ihrem Glück würde ein Amnesietrank bestimmt nicht nur die Erinnerungen ausradieren, die sie auch tatsächlich loswerden wollte. Sie musterte den Mann, der abwartend neben ihr saß, und sah in seine blauen Augen, die über ihren Körper wanderten und in denen Flammen loderten, als hätte jemand einen Gasherd aufgedreht. Egal, wie ruhig sie durch eine Amnesie auch schlafen würde, gewisse Dinge würde sie dafür nicht opfern wollen.

»Los, du Faulpelz. Hoch mit dir. Jetzt wird noch mindestens eine halbe Stunde geboxt, und danach gehen wir joggen.«

»Sag mal, musstest du bei deinem Eintritt ins FBI eigentlich einen Kleinen-Finger-Schwur ablegen, dass du dich stets wie ein erbarmungsloser Kotzbrocken aufführen wirst?«

»Nein«, erwiderte er mit einem Lächeln und stand auf. Dabei bildeten sich in seinen Augenwinkeln kleine Lachfältchen. »Damals, als ich noch beim Spezialkommando war, da waren Kleine-Finger-Schwüre der letzte Schrei. Beim FBI stehen wir heutzutage mehr auf Verlobungsringe.« Er streckte ihr eine Hand hin, um ihr aufzuhelfen. »Du schaffst das.«

»Bäh. Erschieß mich lieber gleich.« Sein Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig, als hätte sie ihm eine Ohrfeige verpasst. Sie sah, wie sich sein Körper verspannte, und auch sie selbst verkrampfte sich. An seinem Kiefer trat ein winziger, eigentlich unauffälliger Muskel hervor. Ihr fiel er allerdings sehr deutlich auf, denn sie wusste ganz genau, dass dieser kleine Muskel immer dann zu zucken begann, wenn er rasend wütend wurde – wütend auf sie.

Vor vier Monaten. Drei Schüsse. Für ihn bestimmt.

Bobbie Faye war in die Schusslinie gesprungen.

Sie sprachen nicht darüber. Niemals. Jeden Morgen küsste er ihre Narben, und jede Nacht hielt er Bobbie Faye fest und legte seine langen, schlanken Finger über jene vernarbte Stelle, als könnte er sie verschwinden lassen und die Erinnerungen an dieses Erlebnis fortjagen.

»Hey«, sagte sie besänftigend und nahm seine Hand, um die angespannte Stimmung zu lockern, »er ist Hunderte von Meilen weit weg.«

»MacGreggor ist entkommen.« Genau wie beim ersten Mal, als er diese Worte zu ihr gesagt hatte, spuckte er sie voller Ekel aus. In den ersten Wochen danach hatte er sich wie ein Wahnsinniger aufgeführt, und sein Beschützerinstinkt war beinahe mit ihm durchgegangen. Es war nicht einfach gewesen, ihn im Zaum zu halten und daran zu hindern, sie komplett vom Rest der Welt abzuschotten. Hätte sie ihm freie Hand gelassen, er hätte ihr bewaffnete Bodyguards an die Seite gestellt und ihr verboten, dass sie zu seiner Familie reisten oder dass seine Familie sie besuchte. Du lieber Himmel, er hätte ihr sogar untersagt, einkaufen zu gehen oder Ce Ce zu treffen oder jemals wieder das Tageslicht zu erblicken – wenn sie denn auf ihn gehört hätte. Glücklicherweise war sie in »unnachgiebiger Sturheit« schon immer Klassenbeste gewesen.

»Er ist vor drei Monaten geflohen.« Sie würde die Stimmung retten, und wenn sie sich dafür auf den Kopf stellen musste. »Und er ist auf dem Weg Richtung Kanada. Das wissen wir von den Hinweisen und Augenzeugenberichten, die hereinkommen.« Sean war auf der ganzen Welt zur Fahndung ausgeschrieben. »Er versucht, nach Hause zu kommen.« Hoffentlich wollte er auch wirklich nach Irland. Na ja, hoffentlich würde er bald zur Hölle fahren, denn einen wie Sean MacGreggor hatten auch die armen Menschen in Irland nicht verdient.

Sie sah, dass Trevor sich bemühte, sich wieder zu beruhigen und die eiskalte Wut, die Sean MacGreggor bei ihm auslöste, unter Kontrolle zu bekommen. Dieser Mann, auf den Trevor geschossen hatte. Dieser Mann, der geschworen hatte, zurückzukommen und Bobbie Faye für sich »einzufordern«.

Bobbie Faye ignorierte diese Tatsache geflissentlich und versuchte, ein normales Leben zu führen, was auch immer man darunter verstehen mochte. Sie hatte sogar eine ganze Nacht durchgeschlafen. Also, fast eine ganze Nacht. Okay, es waren vier Stunden gewesen, aber immerhin war sie nicht kampfbereit aufgewacht und hatte versehentlich Trevor vermöbelt.

Trotzdem gab sie wirklich ihr Bestes, um ihn davon zu überzeugen, dass es ihr gut ging. »Hey«, fuhr sie fort, weil er nicht antwortete, »alles ist wieder ganz normal … sogar noch besser als normal! Die Blumen blühen, die Sonne scheint, und der Himmel ist voller fluffiger Wölkchen. Es hat schon rekordverdächtig lange niemand mehr versucht, mich umzubringen. Ich finde, dafür verdiene ich einen Pokal.«

»Los jetzt.« Er hielt ihr wieder die Hand hin. Er lächelte nicht, sondern hatte sein regungsloses Pokerface aufgesetzt. Er war ein wirklich heißer Mann … Ihre Hormone machten einen kleinen Umweg über seine muskulösen Waden und brachten ihr armes Gehirn mit einem Lobgesang auf die Menschheit – oder eher die Männlichkeit – ganz aus dem Konzept. Aber er konnte auch eiskalt sein, eine Fassade, die er immer dann um sich herum aufbaute, wenn er undercover arbeitete. Bobbie Faye sah es als Herausforderung an, dass er diese gefühllose Maske in Zukunft häufiger vergaß einzusetzen. Insbesondere ihr gegenüber.

Er zog sie hoch. Seine Boxhandschuhe fühlten sich weich an ihren Armen an. Sie standen sich Auge in Auge gegenüber – ähm, also genau genommen Auge in Kinn, da er sie mit seinen eins achtzig um ungefähr zehn Zentimeter überragte. Sie schenkte ihm ein breites Grinsen, was ihn nur noch misstrauischer machte.

»Dir ist schon klar«, neckte sie ihn und stieß ihn spielerisch in die Rippen, »dass mich im selben Moment, in dem ich in der Kampfform meines Lebens bin, wahrscheinlich ein Bus überfahren wird?«

Trevor setzte zu einer Antwort an – und wurde unvermittelt von Bobbie Fayes Fäusten getroffen. Sie nahm sich nicht die Zeit, seinen perplexen Gesichtsausdruck zu genießen. Leider schaffte er es, ihre nachfolgenden Schläge zu parieren. Verdammter Kerl. Dafür konnte sie einen Tritt an seiner Wade landen, und dann ging es erst richtig los. Der Schlagabtausch kam in Fahrt, und sie war ganz, ganz nah dran, noch mal einen Treffer zu landen. So nah, dass Trevor konzentriert die Augen zusammenkneifen und sich zur Abwechslung mal anstrengen musste, um sie abzuwehren, statt sie einfach nur lässig wegzuschubsen. Ha. Frauenpower.

Sie umtänzelte ihn so, wie er es ihr beigebracht hatte, und dann war es so weit: Die Englein sangen, das Universum war kurzfristig von seinem Vorhaben, sie in erbärmlichster Peinlichkeit untergehen zulassen, abgelenkt, und sie schaffte es, ihn auf die Matte zu befördern. Sie knallten gemeinsam auf die gepolsterte Unterlage, und hätte Trevor sich nicht sofort herumgeworfen und sie unter sich eingeklemmt, Bobbie Faye wäre im Ring herumgetanzt wie ein siegreicher Preisboxer.

Stattdessen küsste sie ihn. Worauf er sich entspannte, sodass sie herumwirbeln, sich auf ihn setzen und unter sich festnageln konnte.

Mann, für ein Foto von seinem Gesichtsausdruck – eine Mischung aus Erschütterung und Stolz – hätte sie einiges gegeben. Sie rutschte ein wenig nach vorne, beugte sich vor und küsste einen seiner Mundwinkel.

»Du musst dich konzentrieren«, sagte er an ihren Lippen.

»Ich bin konzentriert.« Strahlend küsste sie ihn noch einmal und musste daran denken, dass sie diesen Mann heiraten würde.

»Hast du vor, diese Technik bei jedem deiner Gegner anzuwenden? Das hieße nämlich für mich, dass ich eine ganze Menge Kerle kaltmachen müsste.«

»Soll ich mich jetzt aufregen, weil Sie, Mr FBI, sich schon wieder in etwas hineinsteigern, oder lieber freuen, weil du mir zutraust, dass ich eine ganze Menge Kerle ausschalten könnte? Ich habe einen Schlag und einen Tritt gelandet und dich flachgelegt. Wir sollten feiern.« Sie grinste, strich durch sein Haar und rutschte noch etwas tiefer, damit er auch ganz sicher begriff, dass das Boxtraining jetzt zu Ende war.

»Bleiben wir doch beim Freuen.«

Er rollte sich auf sie und zog sich dabei das T-Shirt über den Kopf. Sein fester Körper drückte sich an ihren, und seine Haut fühlte sich in der kühlen Luft der Scheune wundervoll und warm an, ein Gefühl von Sicherheit, gepaart mit einem Hauch Gefahr. Ihr ganzer Körper bebte. Trevor stützte sich auf einem Arm ab und begann, sie mit der freien Hand zu streicheln, wobei seine Fingerknöchel ganz nah an ihrer Brust vorbeistrichen. Dann küsste er sie – besitzergreifend und dominant. Ihr gefiel es, dass er gleichzeitig herrisch und stark und raubeinig und zärtlich sein konnte, und so ganz begriff sie selbst nicht, wie er es schaffte, sie einerseits als gleichberechtigte Partnerin und andererseits als seine Frau zu behandeln.

Seine Küsse wanderten ihre Kehle hinab, worauf Bobbie Faye das Denken einfach komplett einstellte und lieber das Feuer genoss, das sie entfachten. Sie bekam gar nicht mit, wann er ihren Sport-BH öffnete, doch dann spürte sie seine kratzigen Bartstoppeln auf ihrer Haut. Seine Zähne, die über ihre Brustwarzen schabten, bissen kurz zu, dann fühlte sie wieder seine sanfte Zunge, und die Hitze und die Lust und das Verlangen, die ihren Körper durchfluteten.

»Hoch«, kommandierte er. Sie streckte ihren Po nach oben, und er zog ihre Shorts ohne lange zu fackeln herunter – militärische Effizienz ist doch was Schönes – und entblößte sie. Die Sportmatte unter ihren Händen fühlte sich schon wärmer an. Seine schwieligen Handflächen strichen ihre Hüfte entlang, vorbei an dem Verhütungspflaster, dessen korrekten Sitz sie stets mit geradezu religiösem Fanatismus zu kontrollieren pflegte. Seine Hand glitt an der Innenseite ihres Schenkels hinauf, bis sein Daumen sie berührte, seine Finger in ihr verschwanden und sein Mund gleichzeitig den ihren fand, schnell, rau. Seine Attacke auf ihren Körper brachte sie fast um den Verstand.

Dann ließ er sie einen kurzen Moment los, einen Herzschlag lang empfand sie Verlust und Kälte, und dann war er auch schon wieder da. Er hatte seine Shorts ausgezogen und legte sich nun neben sie. Seine blauen Augen blickten finster und ernst. Gedankenverloren musterte er die Kurven ihrer Hüften, den Winkel, in dem sie ihr Bein gebeugt hatte, und er betrachtete sie so eingängig, als könnte er die Antworten auf alle Fragen in der Beuge ihres Ellbogens oder an der Stelle unter ihrem Ohr finden, von der er wusste, dass sie dort kitzlig war. In seinem Mienenspiel spiegelten sich Selbstsicherheit und Finsternis. Sie kannte diesen Hunger, hatte ihn schon bei Falschspielern gesehen, diesen Blick, in dem Geduld, Zielstrebigkeit und Geheimnisse lagen. Seine Finger bewegten sich geschickt und zielstrebig. Als sie ihn ebenfalls berühren wollte, hielt er sie zurück.

»Lass mich das machen«, raunte er, und das tat er mit Muße, bis sie es kaum noch aushalten konnte. Alle Karten lagen auf dem Tisch. Spiel mich.

Ja, gut möglich, dass sie ein wenig winselte. Eventuell bettelte sie sogar ein bisschen.

Na gut, es wurde eine Menge gebettelt. Sie versuchte, ihn dazu zu bringen, schneller zu machen, aber er kannte kein Erbarmen und brachte sie mit einer Flut von Küssen, die sie die Welt um sich herum vergessen ließen, zum Schweigen, und seine Dominanz ließ sie erzittern, bis …

… sein Handy klingelte. Ein Anruf vom FBI. Sie erkannte den verhassten, »nachdrücklichen« Klingelton, den er diesen Anrufen zugewiesen hatte, damit er den reinen Verwaltungskram, der nicht dringend war, von dem anderen, lebensbedrohenden Kram unterscheiden konnte, der eben nicht warten konnte. Sie war mehr als einmal versucht gewesen, sich dieses verdammte tyrannische Telefon zu schnappen und es »versehentlich« über dem Müllvernichter fallen zu lassen, aber dieses Mistding war so schlau, dass es Bobbie Faye nicht wundern würde, wenn es nicht nur aus eigener Kraft wiederauferstehen könnte, sondern ihre Missetat zudem auch noch auf Video aufzeichnen und sie damit hinterher verpetzen würde.

Er küsste sie, und sie vergaß für eine Sekunde das Telefon. Oder eher für zehn Sekunden, denn dann hörte es auf, zu läuten. Er stützte sich auf einen Ellbogen und beugte sich über sie, widmete sich ausgiebig ihrem Mundwinkel, während sich seine freie Hand in ihr dunkles Haar grub, dessen sattes Braun sich wie schwarzer Kaffee von ihrer elfenbeinfarbenen »Dieses Jahr ist nix mit Sonnebaden«-Haut absetzte.

Das Telefon klingelte erneut. Er schleppte dieses verfluchte Ding ständig mit sich herum. Sogar in dieser Scheune hatte er es dabei, die hinter dem kleinen Häuschen stand, welches er im Süden von Louisiana, mitten im Nirgendwo, aufgetan hatte. Dieses kleine, alte Häuschen – so mitgenommen wie ihr liebstes, ausgelatschtes Paar Stiefel – lag abgeschieden auf einem großen, baumbestandenen Grundstück, umgeben von einem weitläufigen Sumpf, der in einen großen See überging. Lauter Schutzmauern. Sie lebten hier quasi am Ende der Welt, so weit draußen, dass sie sich schon vorkam, als wäre sie in der Urzeit gelandet, im Mesozoikum, um genau zu sein, zumindest nach der Größe der Alligatoren zu urteilen, die sie auf einem gemeinsamen Bootsausflug zu den äußeren Grenzen ihres Besitzes entdeckt hatten.

Er versuchte, den Anruf weiterhin zu ignorieren. Er drehte sie sanft zu sich, holte sie sich zurück, versuchte, diesen Moment für sie beide festzuhalten, diesen gemeinsamen Augenblick, frei von Verpflichtungen – aber das Handy schrillte immer weiter, und das Klingen hallte von den Wänden der Scheune wider. Trevor legte seufzend seine Stirn an ihre. Bobbie Faye gab es auf und ließ sich resigniert auf die Matte zurückfallen.

»Verflucht noch mal«, knurrte Trevor. Er musste den Anruf annehmen.

Eigentlich hatte er noch weitere zwei Wochen Urlaub. Das verdammte FBI hatte ihn jeden Tag angerufen. Manchmal sogar mehrfach am Tag. Zwar wusste sie nicht, was er in seinem Job eigentlich ganz genau machte, aber er war für das todlangweilige Louisiana zuständig. Was passierte denn da schon Großartiges?

Er rutschte von ihr herunter und hob das Telefon auf, das außerhalb der Trainingsmatte lag. Bobbie Faye lauschte darauf, wie Trevor, kurz angebunden und verkrampft, seinen Teil der Unterhaltung mit seinem unsichtbaren Gegenüber bestritt.

»Was?«, fragte er. Dann: »Nein, das …«

Er telefonierte im Stehen, hatte sich kerzengerade aufgerichtet, und seine Muskeln waren wie aus Stein. Unbeweglich. Diese Starre hatte etwas sehr, sehr Beunruhigendes, so, als wäre er ein Raubtier, bereit, jeden Augenblick loszuspringen. Bobbie Faye hielt den Atem an.

»Ich komme«, sagte er schließlich und ließ das Telefon zuschnappen.

Er verriet ihr nichts über den Inhalt des Gesprächs, und Bobbie Faye wusste nur zu gut, dass es keinen Sinn hatte, ihn auszuquetschen, aber es machte sie trotzdem irre. Dieses Scheiß-FBI, diese Scheißeinsätze, und immer dieser Scheiß, dass er sie allein lassen musste. Und wenn er, wie jetzt, sofort aufbrechen musste, konnte sie davon ausgehen, dass es sich auch noch um etwas richtig Schlimmes handeln musste.

Wow, das waren wirklich reife Gedankengänge – für einen bockigen Teenager!

Sie stand mitten im leeren Wohnzimmer des Hauses, das er gekauft hatte – nein, das sie beide gekauft hatten, verbesserte sie sich –, und beobachtete, wie er seine Reisetasche packte. Im Schlafzimmer lag immer eine Art »Notfall-Einsatztasche« parat mit Kleidung zum Wechseln, einem Handy, Stiefeln und einer stattlichen Überlebensausrüstung, deren Anblick einen Sherpa mit Sicherheit in Ekstase versetzt hätte. In seinem Reisegepäck landeten nun zivilere Dinge wie sein Rasierzeug, eine Jeans und T-Shirts. Was sich in der Umhängetasche befand, die er auf dem Esstisch abgelegt hatte, wollte sie lieber gar nicht erst wissen.

Bobbie Faye verspürte das starke Bedürfnis, auf etwas einzudreschen, doch es gab nichts, was sie hätte schlagen, treten, werfen oder auf den Boden schmeißen können. Ihr Blick wanderte über die öde Leere ihres Wohnzimmers: weiße Wände, weiße Zierleisten, keine Möbel, nicht mal ein einzelner Gegenstand, keine Teppiche – nur der Holzfußboden, der unbedingt geschliffen werden musste. Sie betastete eine der verzogenen Dielen mit den Zehen.

»Sobald ich wieder zurück bin, schleifen wir das ab«, sagte er, aber sein vergnügter Tonfall klang etwas überzogen dafür, dass sie hier übers Heimwerken redeten.

Bobbie Faye quittierte seine Aussage mit einem skeptischen Blick. »Kannst du dir vorstellen, wie ich mit einer dieser klobigen Bodenschleifmaschinen rumhantiere? Wir können von Glück reden, wenn ich bei der Gelegenheit nicht gleich noch eine Wand einreiße.«

»Ich hatte eh vor, dich damit auf die beiden Wände loszulassen, die wir nicht mehr brauchen.«

»Wie effizient.«

»Warte erst mal ab, bis du siehst, womit wir die Fliesen in der Küche abschlagen.«

Der Gedanken daran machte ihn irgendwie verdächtig zufrieden. Der Mann war einfach ein Masochist. Was wiederum einiges über ihre Beziehung aussagte.

»Du willst mich doch bloß davon überzeugen, dass du noch so ein Superwerkzeug kaufen musst«, erwiderte Bobbie Faye.

»Das hätte ich sowieso noch gerne zu unserem Ehegelöbnis hinzugefügt: Liebe, Ehre und Exzenterschleifer, bis dass der Tod uns scheidet.«

»Bei dir klingt selbst ein Werkzeug nach etwas Versautem.«

»Interessant«, erwiderte er und grinste.

Dafür, dass das Haus so winzig klein war, war es großzügig mit Holzverkleidungen und Einbaumöbeln ausgestattet. Ihr Blick fiel auf die fachmännisch angefertigten Einbauregale an der gegenüberliegenden Wohnzimmerwand. Wie alles andere im Haus waren auch sie leer. Einige Regalbretter fehlten, und einer der Vorbesitzer hatte seinem Kind erlaubt, die unteren Fächer mit Aufklebern zu pflastern. Sie hatte eigentlich damit gerechnet, dass ihr großer, starker Bundesagent die Nase rümpfen würde angesichts der Teenage-Mutant-Ninja-Turtles-Sticker, die auf dieser hochwertigen Schreinerarbeit klebten. Doch stattdessen hatte er auf Knien vor dem Schrankfach gehockt, lächelnd die Umrisse von Michelangelo nachgefahren (Bobbie Faye hatte lachen müssen, weil er sogar den Namen der Schildkröte kannte) und gesagt: »Wenn wir renovieren, bleiben die, wo sie sind. Hier haben Menschen gelebt, die glücklich waren – eine Familie.«

Selbst jetzt, nach einem Monat, begriff sie immer noch nicht recht, wie um alles in der Welt er es geschafft hatte, ein Haus wie dieses zu finden, und auch noch zu einem Preis, den sie sich leisten konnten. Noch abgeschiedener ging es kaum, außer vielleicht, wenn er persönlich eine Hütte mitten im Sumpf errichtet hätte. Er hatte es entdeckt, kurz nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Die Ungeschütztheit ihres Trailers war für ihn unerträglich geworden: Zu viele neugierige Nachbarn, der Wohnwagen ließ sich viel zu schlecht sichern und die Tür viel zu leicht eintreten. Es war für einen Bundesagenten wie ihn einfach ein unhaltbarer Zustand, dass sich jeder x-Beliebige unbeobachtet an ihren Trailer anschleichen und durch die dünnen Wände jedes Wort, das in seinem Inneren gesprochen wurde, mithören konnte. Also hatte sie den Wohnwagen und zudem den Großteil ihres Besitzes verkauft, um ihre Hälfte der Anzahlung für das Haus zusammenzubekommen. Vor einigen Wochen waren sie dann umgezogen. Es gab nur wenige – wirklich sehr wenige – Kisten zum Auspacken. Sie besaß fast nichts mehr aus der Zeit, als sie sich kennengelernt hatten und ihr Trailer überflutet worden war – nicht zu vergessen, dass er dabei auch noch umgekippt und in zwei Hälften auseinandergebrochen war. Trevor hatte schon so häufig umziehen müssen, dass er erst gar keine Besitztümer angesammelt hatte.

Er legte zwei gefaltete T-Shirts über ein Foto, das bereits in der Tasche war. Er hatte den Schnappschuss eingepackt, den Ce Ce von ihnen gemacht hatte, als Bobbie Faye Ja gesagt hatte. Sie hatte gar nicht gewusst, dass er einen Abzug davon besaß. Er war sogar gerahmt. Wann hatte er den denn machen lassen? Und warum brauchte er ein Foto, wo er doch nur ganz kurz weg wollte? Sie sog scharf die Luft ein und wandte sich ab. Sie konnte den Anblick der Tasche und seines verbissenen Gesichts nicht mehr ertragen. Ihre innere Unruhe machte sie ganz verrückt. Er dachte wohl, er könnte sie mit dem Gerede übers Renovieren ablenken, aber sie ließ sich nicht so leicht etwas vormachen.

Sie musste einfach wissen, worum es bei dem Anruf gegangen war.

Mit sieben Jahren hatte Bobbie Faye die Angewohnheit entwickelt, ihre Weihnachtsgeschenke heimlich schon vor dem Heiligen Abend auszupacken, Abend für Abend damit zu spielen und sie dann rechtzeitig wieder einzuwickeln, ohne dass ihre Mutter jemals etwas bemerkte. Du liebe Güte gab es denn wirklich Kinder, die bis Weihnachten warteten? Was sich in den Päckchen befand, war dabei schnurzegal. Ihretwegen hätten es auch Ziegelsteine sein können. Ausschlaggebend war einzig und allein, dass sie nichtwusste, was in den Päckchen war.

Am besten fragte sie Trevor ganz einfach.

Nein. Das wäre nicht gut. Und kindisch.

Vielleicht könnte sie ein paar Andeutungen machen? Andeutungen wären nicht schlecht. Er hatte bestimmt ein schlechtes Gewissen, weil er wegmusste, und vielleicht würde er ihr etwas verraten, um sie zu trösten. Sie könnte auch ihren herzzerreißenden Dackelblick einsetzen, aber das wäre ihm gegenüber wirklich unfair. Richtig? Richtig. Ein paar Andeutungen wären sicher doch besser.

»Halt die Klappe.«

Mist, das hatte sie laut gesagt.

Sie seufzte, und Trevor drehte sich zu ihr um. »Hey, Sundance, ich weiß nicht, was mir mehr Angst macht: dass du mit dir selbst diskutierst oder dass dir dabei auch noch die Argumente ausgehen.«

Normalerweise hätte sie darauf eine passende Antwort parat gehabt, doch diesmal stand sie einfach nur in ihrem tristen Wohnzimmer, spielte an dem Ring an ihrer linken Hand herum und starrte auf die Socken, die er gerade in seine Tasche stopfen wollte und die sie ihm einmal geschenkt hatte. Sie fühlte sich, als stünde sie an einer Klippe und starrte in einen bodenlosen Abgrund hinunter, angefüllt mit einer Million von Gefühlen. All die Fragen, die sie an ihn hatte, blieben ihr im Halse stecken: Ist es gefährlich? Wirst du lange fort sein? Woher willst du wissen, dass alles gut gehen wird? Wie kannst du von mir erwarten, dass ich einfach nur hier herumstehe und dann Auf Wiedersehen sage?

Und wie hätte sie es ihm verweigern können?

Gute Güte, wahrscheinlich war es für ihn viel riskanter, bei ihr zu bleiben. Sie war schon in so viele Katastrophen verwickelt worden, dass sie bereits von diversen Bundesbehörden überwacht wurde, und er war derjenige, der ihr dabei geholfen hatte, die letzten beiden Desaster zu überleben – wobei er sein eigenes Leben aufs Spiel gesetzt hatte.

Da sie nichts erwiderte, sah er zu ihr auf, hörte dann auf zu packen und zog sie an sich. Sie versuchte, sich jede Kleinigkeit einzuprägen: wie sein schwarzes T-Shirt seinen Bizeps umspannte, die blasse Narbe unter seinem linken Auge, wie sein Haar ihre Wange berührte, den Duft seiner Haut, nach Seife und etwas anderem, das sie immer an den frischen, erdigen Geruch nach einem Regenschauer erinnerte. Seine Bartstoppeln rieben sich an ihrer Schläfe, und sie musste daran denken, wie ihr erster Eindruck von ihm gewesen war, als sie sich kennengelernt hatten: raubeinig und cool und finster. An dem Tag, als sie ihn gewissermaßen als Geisel genommen hatte. Und sie musste auch wieder daran denken, dass er damals mehrere Monate lang undercover als Söldner gearbeitet hatte. Ach, Scheiße.

»Dauert das wieder mehrere Monate?«, fragte sie ihn und entschied sich damit für die eine Frage, die wie ein Messer ihr Herz durchbohrte.

»Nein. Absolut nicht. Ich werde nicht lange weg sein.« Er massierte ihre verkrampften Schultern. »Nur ein paar Tage. Wahrscheinlich sogar weniger. Drei Tage im schlimmsten Fall. Mir wird nichts passieren. Ich habe schon weitaus Gefährlicheres erlebt, beispielsweise als ich mit dir in explodierenden Silos herumgerannt bin.«

»Oh, schön, das ist aber ein beruhigender Gedanke, mit dem du mich zurücklässt. Vielen Dank auch.«

Er hielt sie weiter fest und küsste ihre Schläfe. »Ernsthaft. Es wird nichts Schlimmes passieren.«

»Na klar, schließlich war ich schon immer ein Glückspilz.«

»Du musst dir keine Gedanken machen – nur über den Bodenschleifer, den ich für nächste Woche reserviert habe.«

»Gerade eben hab ich’s mir anders überlegt. Du bist kein Masochist. Du bist ein Sadist.«

»In der Zwischenzeit«, fuhr er fort und ignorierte dabei ihre Bemerkung, »entscheidest du dich gefälligst für einen Termin.«

»Da haben wir’s ja wieder! Genau, wie ich eben gesagt habe.«

»Ich meine es ernst.«

Sie konnte sich noch keine Hochzeitsfeier leisten. Um ihre Hälfte der Anzahlung für das Haus aufbringen zu können, hatte sie alles verkauft, was sie entbehren konnte. Und es wäre unfair und falsch, ihn alles bezahlen zu lassen. Warum, verdammt noch mal, begriff er das nicht?

»Vielleicht, wenn ich erst mal …« Trevor kannte ihre Argumentation bereits und fiel ihr ins Wort: »Es ist auch meine Hochzeit. Ich bezahle …«

Es hämmerte an die Tür. Trevor zuckte zusammen, und beide verstummten abrupt.

Moment mal. Er hatte sich erschrocken. Dieser Kerl starrte gewohnheitsmäßig völlig sorgenfrei in geladene Gewehrläufe, aber bei einem Klopfen zuckte er plötzlich zusammen?

»Mist, er ist aber früh dran.«

»Er?«, fragte Bobbie Faye, aber Trevor war schon auf dem Weg zur Tür.

Auf ihrer Türschwelle lungerte ein zerzaust wirkender Kerl herum. Er war ein wenig kleiner als Trevor, hatte graue Augen und grau melierte Haare, die so wild von seinem Kopf abstanden, als hätte er versucht, sie mit seinen Fingern zu ordnen, worauf sein Haar beschlossen hätte: Scheiß auf den, ich stell mich jetzt einfach gerade auf, und damit hat sich’s. Bobbie Faye schätzte, dass er etwas älter war als Trevor mit seinen siebenunddreißig, obwohl seine Haarfarbe und die Falten unter seinen Augen auch durchaus täuschen konnten. Körperlich schien er nämlich noch recht fit zu sein, auch wenn sich das schlecht ausmachen ließ unter der vollkommen zerknitterten Stoffhose und dem hässlichsten, dreckigsten grün-gelb karierten Hemd, das sie jemals in ihrem ganzen Leben gesehen hatte.

»Bobbie Faye Sumrall«, stellte Trevor sie ihrem Gegenüber vor. »Das ist Berneke Rilestone, oder kurz Riles.«

Der Mann schaukelte auf seinen Hacken hin und her und starrte sie mit einem seltsam selbstgefälligen Blick und sonst ausdrucksloser Miene an. Man hätte ihn leicht für einen typischen Südstaatler halten können, denn von denen schienen ja die meisten eine Schraube locker zu haben. Aber aus irgendeinem Grund war er süffisant und absolut von sich überzeugt, und seine entnervende Art verunsicherte Bobbie Faye. Vielleicht ging er ihr so gegen den Strich, weil sich die Farben seiner Klamotten so bissen, jedenfalls lief vor Bobbie Fayes geistigem Auge plötzlich ein Film ab, in dem dieser gute Mann leider seinen übersichtlich ausgeprägten Verstand verlor und ein bisschen Amok lief, worauf man hinterher seine Nachbarn interviewte, die ihn als »schillernd« und »interessant« bezeichneten. Oder vielleicht störte sie auch dieses Grobschlächtige und Streitlustige, das ihn umgab wie Knoblauchdunst nach einem schweren Essen. Trevor hatte Riles schon einmal erwähnt, er war wohl einer seiner Kumpels von der Sondereinsatztruppe. Da so ziemlich alles, was sie dort trieben, strengster Geheimhaltung unterlag, kannte sie aber lediglich ein paar Kneipengeschichten über ihn.

Noch nie zuvor hatte sie einen von Trevors richtigen Freunden kennengelernt. Klar, andere FBI-Beamte hatte sie schon getroffen. Ab und an war dabei einer von ihnen beinahe in die Luft gesprengt worden, weswegen es mit Einladungen zu deren Weihnachtsfeiern für sie bisher nie geklappt hatte. Seine Armeekumpels waren über die ganze Welt verstreut. Und seine Familie …? Herrje, was für eine Vorstellung, sie eines Tages einmal treffen zu müssen! Na ja, darüber würde sie in diesem Moment lieber nicht nachdenken.

Aber jetzt war doch tatsächlich ein echter Freund von ihm aufgetaucht. Ihre Nerven waren zum Zerreißen gespannt, und ihr Puls raste wie verrückt. Lieber Himmel, an dem denkwürdigen Tag, an dem ein Bär versucht hatte, sie zum Mittagessen zu verspeisen, war sie deutlich gelassener gewesen.

Verdammter Mist. Trevor passte das alles gar nicht. Sie hätte Riles nicht auf diese Art kennenlernen sollen.

Aber er konnte ihr nicht verraten, was los war.

Und zu allem Überfluss hatte er es bislang noch nicht geschafft, das gottverdammte Überwachungsequipment zu installieren. Der Hauskauf, der Umzug – alles innerhalb eines Monats – und die kleineren Reparaturen vor ihrem Einzug. Er hatte gedacht, ihm bliebe mehr Zeit. Verflucht, wie sehr hatte er gehofft, dass er etwas wie das hier niemals würde tun müssen – sie zu verlassen, ohne zu wissen, ob er jemals wieder zurückkommen würde.

Bobbie Faye setzte, tough und viel mutiger, als sie es selbst für möglich gehalten hatte, ein strahlendes Lächeln auf, machte mit ausgestreckter Hand einen Schritt vorwärts und sagte: »Hi, Riles. Toll, dich kennenzulernen.«

Riles, der Mistkerl, ignorierte ihre Hand. Stattdessen musterte er sie kurz abschätzig von oben bis unten und wandte sich dann wieder an Trevor. »Fräulein Plemplem hier hast du wohl noch nichts gesagt, oder?«

Sie erstarrte, und ihr Grinsen verwandelte sich in ein ungläubiges Fragezeichen. Trevor schüttelte tadelnd den Kopf. »Sei nicht so ein Arschloch. Ich wollte es ihr gleich erzählen.«

»Warum redest du mit diesem lebendigen Haufen Schmutzwäsche über mich, als wäre ich gar nicht da?«, stieß sie hervor und ließ ihre Hand sinken. Dabei fixierte sie Trevor, der beinahe sehen konnte, wie das Adrenalin ihren Körper flutete. »Du hast mir was noch nicht gesagt?«

Trevor hielt ihrem Blick stand, und in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete, sagte er: »Riles ist ein sehr guter Freund. Solange ich weg bin, wird er hierbleiben und dafür sorgen, dass es weiterhin so ruhig und friedlich bleibt wie bisher.«

Sie blinzelte, wartete auf die Pointe. Dann sah er, wie ihr allmählich aufging, dass er es ernst meinte. »Du hast … einen Babysitter … für mich … engagiert?«

»Nein«, erwiderte er vorsichtig, »du solltest Riles eher als einen Leibwächter ansehen. Einen Wachhund.«

»Wuff«, bestätigte sein Freund in einem tiefen Bariton.

Trevor sah ihn vernichtend an. »Das ist nicht sehr hilfreich.«

Riles strahlte ihn an. Er hatte die Hände tief in seine Hosentaschen geschoben, schaukelte weiter auf seinen Hacken hin und her und genoss diesen Augenblick sichtlich. »Hey, nicht ich bin hier der Depp, der beschlossen hat, eine Frau zu heiraten, die völlig durchgeknallt ist.«

Trevor legte seinem Freund eine Hand auf die Schulter. Eine warnende Geste, die Riles sehr wohl verstand. Bobbie Fayes Blick zuckte zwischen den beiden Kumpanen hin und her, als Trevor fortfuhr: »Wenn du es noch einmal wagst, sie zu beleidigen, dann darf sie dich abknallen.«

Riles schnaubte, was wohl zustimmend gemeint war, schien aber nicht im Mindesten eingeschüchtert zu sein. Derweil bemerkte Trevor, dass Bobbie Faye sich bereits überlegte, in welche Körperpartie sie Riles eine Kugel jagen könnte, um ihn zu verwunden, jedoch nicht dauerhaft zu schädigen. Na ja, zumindest wenn Riles Glück hatte.

»Sie ist ein weitaus besserer Schütze als du, du Vollidiot, also hör endlich auf, sie zu provozieren.«

Riles kniff fragend die Augen zusammen, worauf Trevor nickte. Riles war als Scharfschütze zusammen mit Trevor in Afghanistan gewesen. Es gab nur sehr wenige lebendige Menschen auf der Welt, die besser waren als er – und Riles wusste das.

Nun schien er seine Meinung über Bobbie Faye noch einmal zu überdenken. Er glotzte sie mit einer Mischung aus Neugier und Ekel an, was ihr mit Sicherheit ebenso wenig entging wie ihrem Verlobten.

»Ich kapiere nicht, warum du ein Problem mit mir hast«, sagte sie zu Riles und fügte dann, etwas leiser, hinzu: »Obwohl … heute ist schließlich Dienstag.«

Trevor warf ihr einen verständnislosen Blick zu.

Bobbie Faye zuckte nur mit den Schultern. »Manchmal reicht das schon. Wie auch immer, ich hoffe doch sehr, ihr macht Witze.«

»Absolut nicht.«

Das Geräusch ihres Atems hallte von den kahlen Wänden wider, oder vielleicht verursachte auch ihr steigender Blutdruck dieses Rauschen. Trevor tippte eher auf Letzteres, denn ihr Gesichtsausdruck sagte jetzt deutlich Oh, Scheiße!

»Ich habe genug von irgendwelchen Aufpassern.« Und besonders von ihm. Bevor sie sich kennengelernt hatten, hatte er sie bereits fast ein Jahr lang (undercover) beschattet. Es passte ihr nach wie vor nicht, dass er bereits die Gelegenheit gehabt hatte, sie ganz genau zu studieren, ehe sie sich überhaupt offiziell begegnet waren.

»Du musst das für mich tun.« Seine warmen Hände ergriffen ihre Schultern, und er neigte den Kopf, damit er ihr in die Augen sehen konnte. Hätte er doch nur genügend Zeit gehabt. Dann hätte er die Überwachungstechnik installiert, und sie hätte sich erst einmal vollständig erholen können. Dann hätte er sie in eine top Kampfform gebracht und dafür gesorgt, dass sie schießen konnte, ohne nachzudenken und … Schwachsinn, was redete er sich da ein? Selbst wenn er noch monatelang Zeit gehabt hätte, hätte er das hier trotzdem nicht tun wollen. Es widerstrebte ihm so sehr, sie allein zu lassen, dass er es nicht in Worte fassen konnte. Auch eine Waffe an seiner Schläfe hätte an seinem Unwillen nichts geändert.

Na ja, aber nun stand das FBI quasi mit vorgehaltener Waffe in Form einer Mission vor ihm, und sie ließen keinen Widerspruch gelten. Ihm blieb keine Wahl, insbesondere dann nicht, wenn man bedachte, wem und was sie auf der Spur waren.

»Aber du hast doch behauptet, dieser Job wäre nicht gefährlich.«

»Nicht für mich. Momentan. Und so soll es auch bleiben. Ich bitte dich, vertrau mir.«

»Mir geht’s gut.«

Er musterte sie mit hochgezogener Augenbraue. Ihr ging es alles andere als gut, und sie wusste, dass er es wusste. »Es gibt da zwei zerstörte Auflaufformen, elf zerdepperte Teller und drei kaputte Gläser, die das Gegenteil beweisen.« Die beiden Feuer in der Küche oder den Vorfall von letzter Woche, als sie das Küchenfenster zerschossen hatte, weil ein Ast an der Hausmauer gekratzt hatte, brauchte er nicht erst zu erwähnen. (Er hatte daraufhin sofort alle Bäume rund ums Haus zurückgeschnitten.)

»Ich bin nicht schreckhaft«, wehrte sie sich gegen seine Anspielung. »Diese doofen Auflaufformen haben Selbstmord begangen, da konnte ich nichts für. Und mir tut auch nichts mehr weh. Schließlich kann ich ja sogar mit dir in den Ring steigen.«

»Nur weil du mich einmal niedergeschlagen hast, bist du noch lange nicht wieder fit.«

»Sie hat dich auf die Matte geschickt? Sie?«, fragte Riles, und seine Worte troffen nur so vor Ungläubigkeit. »Weichei.«

Bobbie warf Trevor einen »Und der ist wirklich dein Freund?«-Blick zu, worauf dieser Riles so böse anstarrte, dass sein Kumpel davonschlenderte und lieber ein bisschen aus dem Wohnzimmerfenster schaute.

»Trevor, du kannst doch nicht jedes Mal, wenn du arbeiten musst, einen Babysitter für mich abstellen«, erklärte sie mit verschränkten Armen und ging etwas auf Abstand zu ihm. »Ich meine, lieber Gott, was soll er denn machen? Leute blenden?«, fragte sie und wies dabei auf sein Outfit.

»Du kennst seine Pluderhosen noch nicht.« Trevor zog sie wieder an sich und legte seine Stirn an ihre. »Kannst du denn nicht auch meine Seite verstehen?« Er senkte seine Stimme, damit nur sie ihn hören konnte, denn Riles versuchte im Wohnzimmer zu lauschen. »Du bist sehr wohl schreckhaft, und das aus gutem Grund, und zudem ist das Sicherheitssystem noch nicht installiert.« Dass sie noch immer Albträume hatte, ließ er unerwähnt.

Ihm war klar, dass sie nicht bei ihrer Schwester bleiben konnte. Er wusste, dass Bobbie Faye ihre Nichte vermisste, aber bei Lori Ann hielt sie es einfach nicht lange aus. Bei Nina konnte sie ebenfalls nicht wohnen, denn die ließ ihre Wohnung umgestalten, und es gingen ständig Bauarbeiter ein und aus. Dadurch wäre ihre Sicherheit nicht gewährleistet, und momentan hatte Trevor nicht die Möglichkeit, einen Haufen Handwerker überprüfen zu lassen. Ce Ce fiel ebenfalls flach. Bobbie Faye plagten wegen der immensen Kosten, die ihre letzte kleine Katastrophe verursacht hatte, noch immer Schuldgefühle, und Ce Ce hatte ihren Laden gerade erst wieder hergerichtet.

Bobbie Faye grübelte angestrengt.

Dann sah sie zu Riles, der in dem kleinen Zimmer auf und ab ging und die kahlen weißen Wände begutachtete, als schlendere er durch den Louvre.

»Mir gefällt euer Einrichtungsstil«, flötete er gut gelaunt. »So minimalistisch. Einfach toll.«

Trevor beschwor Bobbie Faye: »Versprich mir, dass du ihn nicht umlegen wirst.« Hinter ihnen schnaubte Riles verächtlich, was ihm einen »Um Himmels willen, benimm dich endlich mal«-Blick von Trevor eintrug.

»Ich könnte ja nur sein Trockenfutter vergiften?«

Trevors Handy verkündete piepsend, dass eine SMS eingegangen war. Er schaute auf das Display und verzog das Gesicht. »Ich muss los.« Er sah Bobbie Faye in die Augen. »Tust du mir den Gefallen?«

Wenn er sich nicht hundertprozentig darauf verlassen konnte, dass sie in Sicherheit war, würde er keinen klaren Gedanken fassen können. Sein Blick sprach Bände.

Sie betrachtete ihn, prägte sich seine Gesichtszüge ein, und er hätte sie so gerne beruhigt, dass es nichts gab, worüber sie sich Sorgen machen musste. Doch er widerstand der Versuchung, ihr zu erzählen, was sie hören wollte, denn er wusste, dass es eine Lüge gewesen wäre.

»Drei Tage?«

»Drei Tage.«

»Das kann ja nicht so schlimm werden«, murmelte sie.

»Ich mag übrigens Gourmet-Trockenfutter«, verkündete Riles von der anderen Seite des Wohnzimmers. »Und Zimmerservice.«

»Du wirst dich an ihn gewöhnen«, behauptete Trevor. »Bring ihn nicht um. Und setz ihn auch nicht unter Drogen.« Als sie nicht antwortete, beugte er sich zu ihr und nahm ihr Gesicht in seine Hände. »Versprich es.«

Sie dachte kurz darüber nach und seufzte. Dann erwiderte sie mit den Augen rollend und nicht sehr überzeugend: »Na gut. Ich verspreche, deinen Freund nicht umzubringen und ihm keine Drogen zu geben.« Sie spähte zu Riles, der eine Kameramannpantomime aufführte, und fügte spitz hinzu: »Für drei Tage.«

Trevor gab ihr einen Kuss, zog dann ihr knappes T-Shirt hoch und küsste auch noch ihre Narben. Dann schnappte er sich seine Ausrüstung, und ehe sie noch einmal sein Gesicht sehen konnte, war er bereits zur Tür hinausgeeilt.

2

»Alle Angestellten, die ins Bobbie-Faye-Territorium versetzt werden, haben auf der Stelle damit aufzuhören, Selbiges als ›die Hölle‹ zu bezeichnen – beim FBI wird nicht rumgeheult.«

Brandee Crisp in einem internen Memo der Personalabteilung

Der Mechaniker begutachtete vorsichtig den modifizierten Benzintank. Die meisten seiner heutigen Bekannten würden sich sehr darüber wundern, dass er sich mit mechanischen Dingen auskannte, denn schließlich machte er sich stets die Mühe, sein Auto in einer Werkstatt warten zu lassen, anstatt das selbst zu übernehmen. Nach so vielen Jahren konnte er den Schmutz unter den Fingernägeln nicht mehr ertragen, den Dreck, der in den Falten der Fingerknöchel saß und die Fingerspitzen verfärbte. Selbst damals, als er noch seinen Lebensunterhalt als Mechaniker verdient hatte, hatte er schon den scharfen, erstickenden Gestank von Benzin verabscheut. Damit waren zu viele Erinnerungen verbunden – zu viele Qualen, zu viel Arbeit, zu viel Verbitterung. Heutzutage trug er immer Handschuhe und einen Blaumann, und seinen Arbeitsplatz hielt er klinisch sauber.

Er hatte keine Angst davor, erwischt zu werden. Er beabsichtigte, erwischt zu werden.

Die ganzen Vorsichtsmaßnahmen galten nur den neuen, computergesteuerten Sprengkapseln, bei deren Einbau auf größtmögliche Sauberkeit zu achten war.

Er hätte auch jemanden für die Installation anheuern können, aber neuerdings wurde es immer schwieriger, Loyalität mit Geld zu kaufen, und dafür stand zu viel auf dem Spiel. Auf keinen Fall würde er riskieren, dass irgendjemand mitbekam, was er mit den Benzintanks der verschiedenen Ausrüstungsgegenstände, die er ausgeliehen hatte, anstellte. Die Verleihvorgänge würden sich früher oder später zu ihm zurückverfolgen lassen. Er zweifelte nicht daran, dass die in der Lage war, die Verbindungen aufzuspüren, sich durch verschleierte Besitzverhältnisse zu wühlen und irgendwann zu entdecken, dass er Teilhaber von allen Firmen war, die regelmäßig entsprechende Ausrüstungsgegenstände nutzten. Sobald in dem Zusammenhang sein Name auftauchte, würden überall die roten Alarmlämpchen aufleuchten, und sie würden ihn sofort verdächtigen, etwas mit den Bomben zu tun zu haben. Er hatte ein Motiv und jetzt auch die Mittel. Es wäre dumm von der , ihn nicht zu verdächtigen, und er wusste nur zu gut, dass bei der keine Dummköpfe arbeiteten.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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