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Das Bodensee-Dreiländereck bietet so viele Unternehmungen, dass es viel zu schade wäre, faul am Strand zu liegen. Aber wo anfangen? Dieses Buch stellt euch Touren, Abenteuer und Orte zum Aktivsein vor. Zeit zum Baden bleibt natürlich auch! »Ich will Pirat sein!« Spaß im & am Wasser beim Baden, Surfen und Paddeln, auf Piraten- oder Schiffstour. »Gibt es hier Affen?« Tiere erleben & Natur erforschen im Affenpark oder Streichelzoo, Unter Wasser oder auf der Bergalm. »Was ist ein Tobel?« Kindgerechte Wege zu Schluchten, Höhlen und Naturpfaden oder radeln am See. »Ich mag nicht laufen!« Per Seilbahn auf den Gipfel oder mit Lok und Traktor durch die Landschaft zuckeln, Minigolf spielen & klettern. »Haben hier Steinzeitmenschen gelebt?« Geschichte & Kultur erleben in Burgen, Schlössern und Museen oder mit dem Ritter die Stadt erkunden.
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Seitenzahl: 340
Veröffentlichungsjahr: 2021
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© 2023, 8. Auflage, pmv Peter Meyer Verlag, Annette Sievers, Am Weidenberg 18, 55291 Saulheim in Rheinhessen, Fon 06732 / 600 04 91, www.PeterMeyerVerlag.de, [email protected]
Umschlag: königsblau-design, Heidelberg www.koenigsblau-design.de
Fotos: Cover: adobe stock (großes Bild), mauritius images GmbH (kleines Bild), übrige: alle Rechte beim Verlag, siehe Nachweis beim jeweiligen Bild.
eBook-Erstellung: pmv Peter Meyer Verlag. Bezug: über den Online-Buchhandel oder über den Verlag www.petermeyerverlag.de/programm.ISBN: print 978-3-89859-468-4, eBook (ePub) 978-3-89859-217-8, eBook (PDF) 978-3-89859-020-4.
Vorwort und Gebrauch des Buches
Konstanz bis Überlingen
Rund um Meersburg
Friedrichshafen bis Lindau
Bregenz und Vorarlberg
St. Gallen bis Kreuzlingen
Rhein und Untersee
Orte, Info und Verkehr
Weitere Familien-Reiseführer aus dem Peter Meyer Verlag
Der größte See Deutschlands und einer der größten von Österreich und der Schweiz bietet so viele Unternehmungen in allen drei Ländern, dass es viel zu schade wäre, faul am Strand zu liegen. Aber wo anfangen? Statt lange herumzusuchen, stellt euch dieses Buch genau die Touren und Abenteuer vor, die eure Ferien verschönern werden.
Schon als Kind habe ich die Sommer am See geliebt. Die Gischt vom Rheinfall, das Gekreisch der Möwen rund ums Ausflugsschiff, die Blumenpracht auf der Insel Mainau, die Meersburg, wo meine Namenscousine Annette von Droste-Hülshoff gelebt hat, Schloss Arenenberg, wo wir riesige Filzpantoffeln anziehen durften, und der Leuchtturm von Lindau sind prägende Eindrücke, die ich hier gern weitergebe. Inzwischen gibt es noch viele andere schöne Angebote rund um den See. Welche davon besonders für Familien empfehlenswert sind, habe ich in diesem Buch zusammengetragen.
Konstanz lockt nicht nur mit seiner lebendigen Altstadt und dem Sea-Life-Aquarium, sondern auch mit Schiffs- und Radtouren ans andere Ende des Sees. Nichtschwimmern empfehle ich das Baden im Überlinger See, weil es dort weniger windig ist und es recht flach ins Wasser geht. Die Pfahlbauten von Uhldingen sind für Steinzeitfans eine fantastische Zeitreise 6000 Jahre zurück. Seht ihr einen Zeppelin am Himmel, bekommt ihr sicher Lust auf Friedrichshafen und sein interessantes Zeppelin-Museum. Das immer grüner und hübscher werdende Lindau und die kleinen Orte in seiner Nähe gehören zu meinen Favoriten. Bequem ist von dort ein Ausflug in die Berge gemacht, denn mit der Kabinenseilbahn geht es auf den Pfänder bei Bregenz, der freundlichen Festspielstadt auf österreichischem Boden. Auf der Schweizer Seite locken St. Gallen, alte Badeorte und der wunderbare Seeburgpark von Kreuzlingen. Der Untersee bietet mit der Insel Reichenau Kultur und Natur oder Ausflüge zu Burgen und Tierparks im Hinterland. Höhepunkt ist die Tour ins mittelalterliche Stein am Rhein und natürlich der tosende Rheinfall!
Habt ihr Bodensee-Appetit bekommen? Dann wünsche ich euch jetzt viel Spaß und gute Erholung!
Eure Annette
Euer Buch Bodensee mit Kindern ist in 8 geografische Griffmarken gegliedert: im Uhrzeigersinn Konstanz, die Insel Mainau und Überlinger See, weiter zu Rund um Meersburg mit Salem und Immenstaad, Friedrichshafen und Tettnang, von Kressbronn bis Lindau, dann geht es ins Ausland nach Bregenz und Vorarlberg sowie ans Schweizer Ufer von St. Gallen bis Kreuzlingen und zum Schluss zu Rhein und Untersee mit Radolfzell, der Insel Reichenau und Stein am Rhein.
Die Griffmarken sind immer nach demselben Schema aufgebaut:
Im und am Wasser kennt sich Sam, die Wasserratte, bestens aus und zeigt euch besonders schöne Strandbäder sowie Wassersport-Möglichkeiten von Kanutouren bis Stand-Up-Paddling.
Natur und Umwelt ist das Lieblingsthema von Karlotta, der naturverliebten Igelin: Sie wandert und weist euch den Weg zu Naturzentren, wo ihr den Dingen auf den Grund gehen könnt, zu Lehrpfaden oder zu Tierparks und Streichelgehegen.
Sport, Spaß und Spiel bringt die ganze Rasselbande in Bewegung: In diesem Abschnitt wird geradelt, geklettert, Minigolf gespielt, Gold geschürft, gerodelt und gerutscht.
Handwerk, Technik und Geschichte ist das Hobby von Herrn Mau: Der Maulwurf mit der praktischen Latzhose besucht mit euch Käsereien, fährt mit euch Gondel oder führt euch auf Burgen und in Museen – vorausgesetzt, sie sind für Kinder interessant und haben tolle Mitmachprogramme.
Bühne, Leinwand und Aktionen ist das Kapitel der Kreativen, so wie Mockes, der Langlöffelhase. Folgt ihm zu Kindertheatern oder auf Märkte und Feste! Denn am Ende jeder Griffmarke findet ihr einen Festkalender, in dem wiederkehrende Veranstaltungen aufgeführt sind. So könnt ihr euren Urlaub langfristig gut planen!
Orte, Info und Verkehr führt die Adressen aller Tourist-Informationen inklusive Anreise mit Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln auf. So wisst ihr, wo ihr weitere Informationen erhaltet, wie ihr hinkommt und warum der Ort interessant ist. Rund um den Bodensee gibt es zudem verschiedene Gästekarten, mit denen ihr bares Geld sparen könnt. Neben den Bahn-Infos findet ihr in diesem Kapitel auch alle Infos zu Fähren und dem Schiffsverkehr auf dem Bodensee. Ein weiterer Abschnitt ist dem Bodensee-Radweg gewidmet. Bei den genannten Fahrradverleihern könnt ihr euch ausrüsten. Specki, der Specht, freut sich über so viel umweltfreundlichen Service!
Das Register sowie der farbige Kartenatlas sorgen dafür, dass ihr schnell zu eurem Wunschziel findet.
Ihr seht: Es ist an alles gedacht – nur losziehen müsst ihr selbst!
Konstanz ist uralt. Die Kelten haben hier gesiedelt, dann ab 300 n.Chr. die Römer. Aus ihrem Kastell Constantia entwickelte sich im frühen Mittelalter das größte deutsche Bistum, also ein Verwaltungsbezirk der Kirche. Als Constantia dann um 900 Marktrecht erhielt, war es bereits ein wichtiger Handelsplatz. 1192 wurde es sogar freie Reichsstadt, das bedeutet, dass König und Kaiser ihr nichts zu sagen hatten.
All die Wichtigkeit, Schönheit und der Reichtum ist in der Altstadt von Konstanz noch an den Mauern der alten Häuser abzulesen. Selbst die Imperia, das moderne Denkmal am Hafen, bezieht sich auf die Vergangenheit. Imperia hält in ihren Händen zwei Männlein, die Papst und Kaiser darstellen: Das ist ein Hinweis auf das Konzil, das 1414 – 1418 hier stattfand. Das war eine große Versammlung von König Sigismund, der gleich drei zerstrittene Päpste versöhnen wollte; zum Schluss freute sich ein Vierter, der dann Papst werden durfte.
Für Kinder ab 3 Jahre ist das Planschen im warmen Thermalwasser der Bodensee-Therme schön. Kindergartenkinder finden bereits das Naturmuseum spannend. Seid ihr 8 Jahre alt, schafft ihr locker die vorgeschlagenen Radtouren. Die Stadtrallye vom Archäologischen Museum macht Kindern ab 10 Jahre Spaß. Für alle Altersstufen spannend sind der Besuch im Sea Life und das Treiben am Hafen mit den Ausflugsschiffen und schnellen Fähren. Von dort brecht ihr zu anderen Ufern auf …
Am schönsten ist das Schwimmen im Thermalbecken, wenn es im Winter eiskalt ist und dichte Nebelschwaden über dem warmen Wasser liegen: Das große Thermalbecken ist 33 Grad warm. Von April bis September gibt es zusätzlich ein 50-m-Schwimmerbecken mit 26 Grad, Nichtschwimmer- und Kinderbecken, zwei Wasserrutschen sowie eine Liegewiese mit Seezugang. Ab 6 Jahre dürft ihr auch die Sauna nutzen.
Das Hörnle, wie das Strandbad auch genannt wird, liegt am Ende der Konstanzer Bucht. Es gibt eine große Liegewiese, einen Familienbereich mit Kinderbecken und -spielplatz, Beachvolleyball- und Badmintonplätze, Schachfelder und Tischtennisplatten. Im Strandcafé könnt ihr Hunger und Durst stillen. Auch eine Badeaufsicht ist vor Ort.
Auf dem ersten Rheinkilometer in Deutschland könnt ihr hier sehr vergnüglich baden: Mitten in der Stadt steigt ihr über große Stufen in den Bodensee-Rhein, der Verbindung des Bodensees zum Unter- und Gnadensee, und könnt euch im Wasser treiben lassen. Es gibt eine große Liege- und Spielwiese, einen neuen Kinderspielplatz, Pingpong-Tische, Badminton-Felder sowie ein Restaurant mit Terrasse.
Im Winter könnt ihr im angrenzenden Hallenbad eure Bahnen ziehen. Sa und So gibt es hier 14 – 17 Uhr verschiedene Spielangebote, in dieser Zeit ist Bahnenschwimmen nicht möglich.
In 4 Schwierigkeitsstufen bekommt ihr hier an jeweils 2 Tagen à 3 Schulstunden die Grundelemente des Windsurfens gezeigt. Danach müsst ihr einfach noch eine Weile üben, bis es so richtig klappt.
Ihr könnt euch auch im Stand Up Paddling versuchen. Dabei steht ihr auf einem Surfbrett und bewegt euch mit Hilfe eines Paddels auf dem Wasser vorwärts. Im Übungsabschnitt könnt ihr ungestört paddeln. Dort ist das Wasser schön flach und ihr werdet nicht durch Boote oder Schwimmer behindert.
Die Surfschule ist übrigens nach Helmut F. Bauch benannt, der sie 1973 gegründet hat.
Könnt ihr schon schwimmen? Dann wagt euch doch mal aufs Brett! In Toms Windsurf- und Katamaran-Segelschule lernt ihr Schritt für Schritt, auf dem Windsurfbrett (oder dem Katamaran) an euer Ziel – und sicher wieder zurückzukommen.
Alle geführten Kanutouren beginnen mit einer Einweisung. Deshalb sind auch Anfänger willkommen. Anschließend wird ein vorgegebenes Tagesziel angesteuert. Die Rückkehr ist zwischen 15 und 16 Uhr. Eine Umrundung der Insel Reichenau dauert zum Beispiel 5,5 Stunden, auf dem Hochrhein von Stein am Rhein nach Schaffhausen dauert es 3 – 4 Std, von Reichenau nach Höri 6 Stunden.
Zum Besuch der Bodensee-Therme oder für eine kleine Wanderung auf der Halbinsel Horn bringt euch das Motorschiff Möwe vom Konstanzer Hafen aus. Wenn es euch auf der Möwe gefällt, könnt ihr auch eine Rundfahrt in der Konstanzer Bucht machen. Dabei gleitet ihr entlang dem Ufer an der Seestraße (mit Stopp an dem Anleger dort) und der Bodenseetherme mit Blick nach Meersburg vorbei und fahrt in den Überlinger See hinüber ans Schweizer Ufer. In Bottighofen z.B. könntet ihr die Fahrt für einen Spaziergang unterbrechen und eine Stunde später zurück zum Konstanzer Hafen fahren.
Auf 53 km führt der Premiumweg SeeGang entlang dem Bodenseeufer von Konstanz nach Überlingen. Einsteigen könnt ihr natürlich an jedem beliebigen Ort. Wer zwischendurch müde Füße bekommt, fährt einfach ein Stück mit Bahn, Bus oder Schiff.
Die 1. Etappe umrundet die Schmugglerbucht und das Strandbad Hörnle, durchquert den Lorettowald, führt am Botanischen Garten der Uni Konstanz vorbei zum Wald des ehemaligen Klosters St. Katharinen, wo ein Biergarten und der Hochseilgarten für Abwechslung sorgen, Mainau Erlebniswald. Dann geht es hinab zur Blumeninsel Mainau und mit dem Bus gemütlich zurück.
Als Konstanz 1863 an die Bahnstrecke Mannheim – Basel angeschlossen und gleichzeitig die Gewerbefreiheit verkündet wurde, erlebte die Stadt einen Aufschwung. Viele Menschen zogen her und brauchten Platz zum Wohnen und für ihre Geschäfte. Deswegen wurde die Stadtmauer abgerissen; die Steine benutzte man, um südlich der Dominikanerinsel Land aufzuschütten. Doch statt die neue Fläche zu bebauen, entstand 1879 der Stadtgarten. Zum Glück, denn hier könnt ihr ungestört flanieren, euch auf dem Spielplatz austoben, in der Konzertmuschel der Musik lauschen oder die Voliere besuchen. Deren Bewohner kennt in Konstanz jedes Kind: In dem Vogelhaus leben Sittiche, gelehrige Beos, betagte Papageien, Kanarienvögel und Finken. Die Voliere ist eine Auffangstation für verwaiste oder ausgesetzte Heimvögel.
Wie wachsen eigentlich Tierkinder auf? Dieser und anderen spannenden Fragen geht ihr Naturmuseum nach. Dabei begebt ihr euch auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Natur rund um den Bodensee und durch die Erdgeschichte. Gleich am Eingang werdet ihr vom Wildschwein Willi begrüßt. In der Ausstellung seht ihr verschiedene Tierpräparate zum Greifen nah – und so ist das Museum auch konzipiert: Es gibt viele Gelegenheiten zum Mitmachen und Ausprobieren. Ihr könnt Tierstimmen lauschen, durch den Kriechtunnel krabbeln und fühlen, wie sich ein Wildschwein anfühlt.
Auf dem Außengelände lädt die Erlebnisausstellung Steine im Fluss kleine Entdecker zum Fossiliensuchen ein. Ganz nebenbei lernt ihr dort noch etwas über Geologie.
In den riesigen Aquarien des Sea Life könnt ihr über 3500 Süß- und Salzwasserfische in ihrer natürlichen Umgebung beobachten und dabei ihre gewohnten Lebensräume kennen lernen. Der Rundgang orientiert sich am Verlauf des Rheins von seiner Quelle in den Alpen über den Bodensee bis in die Tiefen der Meere. In einem Berührungsbecken dürft ihr sogar Unterwassertiere und -pflanzen anfassen. Richtig spannend wird es auch, wenn ihr bei den Fütterungen von Rochen, Hai und Co. zuseht. Durch einen 8 m langen Unterwassertunnel gelangt ihr in die bunte Welt des Roten Meeres. Hier gleiten Schwarzspitzenriffhaie und die Meeresschildkröten Clementine und Amadeus direkt über eure Köpfe hinweg durchs Wasser. Im Regenwald trefft ihr Piranhas, grüne Stirnlappenbasiliske und knallgelbe Pfeilgiftfrösche. Am Ende eures Rundgangs wird es dann im Reich der Pinguine ganz schön frostig.
Die gemütliche Tour ins Hinterland führt fast ausschließlich auf gut befestigten Radwegen abseits vom Autoverkehr über die Bergrücken oberhalb des Bodensees. Zurück geht es dann auf dem Bodensee-Radweg am Seeufer entlang.
Vom Bahnhof Konstanz aus kehrt ihr dem See zunächst den Rücken und radelt in südlicher Richtung. Ihr nehmt dazu die mit einer Grünen Muschel gekennzeichnete Pilger-Route, die als Wanderweg nach Einsiedeln führt. Bereits bei den letzten Häusern von Kreuzlingen steigt der Weg etwas an, bis ihr bei Bäterschhusen die Hauptstraße kreuzt. Danach geht es wieder moderater weiter durch den Wald bis kurz vor Alterswilen. Hier verlasst ihr die Pilger-Route und folgt links der Seerücken-Route, die durch einen Baum, der auf einem Bergrücken steht, gekennzeichnet ist.
Die Seerücken-Route führt nun in Sichtweite zum See parallel zum Ufer in Richtung Osten. Auf Feld- und Waldwegen radelt ihr vorbei an einzeln stehenden Höfen und durch kleine Ortschaften. Weiden, auf denen Kühe grasen, wechseln sich ab mit Obstgärten, dazwischen kommen immer wieder schattige Strecken durch den Wald. Je nach Jahreszeit wird an zahlreichen Bauernhöfen frisch geerntetes Obst verkauft – eine willkommene Wegzehrung für die nächste Pause.
Hinter Dozwil nähert sich die Route immer mehr dem See, von Hungerbüel sind es nur noch wenige Minuten hinunter nach Romanshorn, wo die Fähren nach Friedrichshafen ablegen. Von Romanshorn führt die Velolandroute 2 Rhein am Seeufer entlang wieder zurück nach Kreuzlingen. Unterwegs könnt ihr noch eine Badepause einlegen.
Auf über 100 km war der Rhein im Bodensee verschwunden. Am Ende des Untersees taucht der mächtige Fluss bei Stein am Rhein urplötzlich wieder auf und setzt seine Reise zur Nordsee fort. Genau diese Stelle ist euer Ziel. In Konstanz könnt ihr den Rhein schon mal ganz kurz sehen: Nördlich vom Bahnhof stellt der Bodensee-Rhein die Verbindung zum lang gezogenen Untersee her. Durch dessen liebliche Landschaft radelt ihr bis zum mittelalterlichen Städtchen Stein am Rhein.
Eure Tour startet am Bahnhof Konstanz. Ihr radelt über die Schweizer Grenze nach Kreuzlingen. Von dort folgt ihr immer der Beschilderung Velolandroute 2 Rhein. Entlang dem Südufer des Untersees kommt ihr durch malerische kleine Orte wie Gottlieben, Ermatingen (mit Bademöglichkeit) und Berlingen. Bald habt ihr Steckborn erreicht, an dessen Ende ihr ebenfalls einen Badestopp einlegen könnt. Der Untersee wird zusehends schmaler und bald habt ihr sein Ende erreicht: In Stein am Rhein fließt der Rhein aus dem Bodensee heraus. Von der großen Steinbrücke aus könnt ihr ihn gut beobachten.
Im Hus-Haus, dem Fachwerkhaus am Schnetztor, hat der Überlieferung nach Johannes Hus vor seiner Verhaftung im November 1414 gewohnt. Jan Hus (um 1369 – 6. Juli 1415) war ein böhmischer Gelehrter und Rektor der Karls-Universität Prag. Als christlicher Theologe wollte er die Kirche reformieren, deren Priester und Bischöfe sich bloß am einfachen Volk bereichern würden. Sogar den Papst kritisierte er. Er kam zum Konstanzer Konzil, um dort seine Lehren zu verteidigen. Doch er sollte sie widerrufen, also alles zurücknehmen. Als er sich weigerte, wurde er als Ketzer verurteilt und auf dem Scheiterhaufen qualvoll verbrannt.
Im Hus-Haus lernt ihr den Reformator spielerisch kennen. So könnt ihr ein Memoryspiel spielen, ein Bild zusammenlegen, ein Haus bauen oder einen Brief im Namen von Jan Hus schreiben.
Wusstet ihr, dass es im Mittelalter noch keine Hausnummern gab? Stattdessen wurde die Häuser nach ihren Besitzern oder deren Berufen benannt. Im ehrwürdigen Haus Zum Rosgarten könnt ihr euch schlau machen über Geschichte, Kunst und Kultur der Stadt Konstanz – von der Jungsteinzeit bis zum Nationalsozialismus ab den 1930er Jahren. Wenn ihr die alte Holztür öffnet, kommt ihr in den historischen Leinersaal, der nach dem Museumsgründer benannt ist. In den alten Vitrinen findet ihr sogar echte Saurierknochen! Der Zunftsaal gehört ebenfalls zu den historischen Räumen; hier tagten einst die Zunftmitglieder.
Von den 50.000 Objekten des Museums zur Entwicklung der Stadt – uralte Altargemälde, Holzschnitzereien, Alltagsgegenstände – ist besonders das mittelalterliche Stadtmodell auf der Empore interessant. Spaziert mit den Augen durch die Gassen und findet das Rathaus!
Vor 600 Jahren fand in Konstanz ein Kongress statt: Das 16. Konzil war der größte Kongress des christlichen Abendlandes. Er dauerte über drei Jahre! Von November 1414 bis April 1418. Viele wichtige Männer aus ganz Europa reisten samt Gefolge an, um noch wichtigere Dinge zu bereden. Insgesamt kamen 70.000 Besucher nach Konstanz, vom adeligen Ritter über Kardinäle und Mönche bis zu Gauklern, Händlern, Marktfrauen und Huren. Zeitweise hielten sich 20.000 Menschen gleichzeitig in der 6000-Einwohner-Stadt auf. Da wurde es ganz schön eng und nicht nur der Sänger Oswald von Wolkenstein beklagte die Missstände in der Stadt: hohe Preise, Diebstahl und fehlende Unterkünfte.
Im Mittelpunkt des Konzils standen religiöse Fragen, kirchliche und politische Probleme. König Sigismund war da, um zu schlichten, denn es gab mehrere Männer, die Papst sein wollten. Schließlich wurde es der 50-jährige Oddo di Colonna, der 1418 auf dem Konstanzer Münsterhof als Martin V. zum Papst ausgerufen wurde. Damit war die Spaltung der Kirche beendet. Aber Jan Hus war tot.
Hier ist die Vergangenheit der Bodensee-Region für alle Altersstufen spannend, lebendig und verständlich aufbereitet. Auf 3 Stockwerke verteilt seht ihr steinzeitliche Pfahlbauten, alamannische Adelsgräber und das älteste Schiff des Bodensees. Um vorgeschichtliche Pfeilpitzen oder Schuhe (gar aus Bast) zu finden, muss Archäologie betrieben werden: das ist die Wissenschaft, die sich mit der kulturellen Entwicklung des Menschen seit seinem Erscheinen vor 3,3 Mio Jahren beschäftigt.
Sicher gefallen euch im ALM die regelmäßigen Playmobil-Ausstellungen zu verschiedenen historischen Themen. Da wird z.B. das Leben im Pfahlbau-Dorf mit den kleinen Figuren nachgestellt. Ab März 2022 wird es um Burgen und ihre Geschichte gehen. Ein stadthistorischer Saal informiert über Konstanz zwischen der Römerzeit und dem Konstanzer Konzil 1414 – 1418. Interessant ist auch die Abteilung zum Mittelalter. Welche Gegenstände man vor 1000 Jahren benutzte und welche Speisen die Leute aßen, können Archäologen nämlich an ihrem Müll ablesen, den die Menschen damals in die Latrinen warfen (das sind offene Toiletten)!
Ganz toll sind auch die Veranstaltungen und Aktionen, bei denen ihr jungsteinzeitlichen Schmuck basteln, ein römisches Mosaik legen, nach mittelalterlichen Rezepten backen oder duftende Salben und Körperöle mixen könnt. Neu ist ein spannendes Geocaching-Spiel für die ganze Familie.
Mit Zettel und Stift bewaffnet, geht ihr bei der begleiteten Abenteuer-Rallye auf eine spannende Zeitreise zurück ins Jahr des Konstanzer Konzils. Ihr startet dabei am Hafen, kommt an interessanten Gebäuden vorbei, erlebt Dinge und hört Geschichten aus der Vergangenheit, die euch zeigen, wie der Alltag im Mittelalter aussah. Kreuz und quer lotsen euch die richtigen Antworten auf die Rätselfragen durch die Altstadt-Gässchen! Zur Belohnung gibt es im Anschluss an die Rallye eine kleine Siegerehrung mit Preisverleihung.
In der Stadtbücherei gibt es eine ganze Etage für Kinder, Jugendliche und Familien. Dort könnt ihr (nicht nur an Regentagen) in Bilderbüchern blättern, euch gegenseitig vorlesen, Hörspiele hören, TippToi und Ting, Tonies und Konsolenspiele spielen oder im Internet surfen. Insgesamt könnt ihr aus 80.000 Medien euch was aussuchen oder an einer der Veranstaltungen teilnehmen.
Sa, Mitte/Ende April: Konstanz: Flottensternfahrt der BSB zum Saisonauftakt, www.bsb-online.com.
2. So: Muttertagskreuzfahrt ab Konstanz und anderen Orten, www.bsb.de.
3. Sa, 10 – 17 Uhr: Büchermarkt, Folianten, Kinderbücher, Comics, Spiele und alles aus Papier, auf dem Münsterplatz, Konstanz.
Ende, 4 Tage, Konstanz: Internationale Bodenseewoche, Hafenfest mit Segel-Regatten, Wasserski-Show und Konzerten.
Ende Juni: Grenzüberschreitender Flohmarkt Konstanz (D)/ Kreuzlingen (CH).
2. Sa, Konstanzer Stadtgartenfest mit Seenachtfest. Sommerfest mit Kleinkunst, Musik, Attraktionen und großem Feuerwerk über dem See.
Anfang bzw. letztes Sommerferienwochenende Kinderfest Konstanz/Kreuzlingen mit rund 70 Mitmach-Ständen und Aktionen.
Ende Nov – 22. Dez, Konstanz: Weihnachtsmarkt am See, von der Altstadt bis zum Hafen, täglich geöffnet.
Die lang gezogene Form des Überlinger Sees ist das linke, obere Bein des blauen Tauchers, der auf der Landkarte gerade abtaucht. Vor allem Familien mit kleinen Kindern fühlen sich hier wohl – vor Wind und Wellen geschützt, können sich im flachen Uferbereich auch Nichtschwimmer sorglos im Wasser tummeln, dessen Temperatur immer um einige Grad höher ist als an anderen Stränden.
Mit der Fähre zwischen Wallhausen und Überlingen kommt ihr schnell von einer Seite des Sees auf die andere.
Ein Höhepunkt für alle Altersstufen ist natürlich die Insel Mainau. Denn Schmetterlingshaus und das Mainau-Kinderland bringen nicht nur 3-Jährige zum Staunen und 8-Jährige ins Schwärmen. Ab 10 Jahre dürft ihr im Mainau Erlebniswald zudem durch die Bäume klettern. Klettern und toben könnt ihr auch bei der Lochmühle Eigeltingen. Piraten ab 8 Jahre gehen in Sipplingen auf GPS-Schatzsuche, während die Wanderlustigen ab 10 Jahre eine Etappe auf dem SeeGang unter ihre Sohlen nehmen. Wer schon gut lange wach bleiben kann, besucht die Sternwarte in Überlingen und staunt über die tiefen Krater auf dem Mond.
Im warmen, mineralhaltigen Thermalwasser muss beim Baden niemand frieren. Im Kinderbereich könnt ihr euch im 34 Grad warmen Wasser aalen oder mit Wasserläufen, Bächen, Schleusen und Pumpen eure eigene Wasserwelt aufbauen. Ab 6 Jahre dürft ihr auf die 90-m-Reifenrutsche. Die Großen haben im Sportbecken mit Reifen- und Breitrutsche oder beim Schwimmen im Außenbecken bei immer noch angenehmen 28 Grad ihren Spaß. Genießerisch geht es im Whirlpool, Dampfbad, dem Eltern-Kind-Bereich und dem Kneipp-Becken sowie auf der Liegeterrasse mit direktem Zugang zur großen Liegewiese am Seeufer zu. Dass sich das Bad-Management bei allem Komfort und nötigen Hygiene ökologischen Standards verpflichtet hat und Chemikalienverbrauch, CO2-Emission sowie Abfall reduziert, macht den Badetag perfekt.
Im Strandbad geht das Ufer sehr flach in den Bodensee hinein, selbst nach etwa 30 m reicht den Erwachsenen das Wasser erst bis zum Bauchnabel. Kinder können deshalb sehr gut im Wasser spielen oder schwimmen und schnorcheln lernen. Wer schneller ins Wasser eintauchen will, benutzt den langen Holzsteg. Auf der teilweise schattigen Liegewiese gibt es Spielgeräte und einen Sandkasten mit Sonnensegel, einen Wasserspielplatz und einen Beachvolleyballplatz. Die üblichen sanitären Anlagen sind vorhanden.
Das älteste Strandbad am Bodensee stammt von 1934 und steht heute unter Denkmalschutz. Architekturfans kommen gern hierher, um die teilweise noch im Originalzustand erhaltenen Holzbauten zu bewundern. Für Familien mit Kindern ist das Strandbad interessant, da es an dieser Stelle sehr flach in den Bodensee hineingeht und die Kleinen herrlich im Wasser spielen und schwimmen lernen können. Das flache Wasser ist außerdem immer um ein paar Grad wärmer als die tieferen Uferbereiche. Ein langer Holzsteg mit Liegeplattform ragt in den See, ein Schwimmfloss mit Sprungturm bietet den Größeren etwas Action. An Land bietet die Liegewiese (mit Weiden für etwas Schatten) einen Spielturm mit Rutsche, Schaukel und Sandkasten sowie Beachvolleyballfeld und Tischtennisplatten.
Das Strandbad hat ein Planschbecken, eine schattige Kinderspielecke, eine Liegewiese, ein Volleyballfeld, eine 18-Loch-Minigolf-Anlage und ein Restaurant mit Kiosk und Terrasse. Bei gutem Wetter könnt ihr auch Kanus, Kajaks oder SUPs leihen. Ins Wasser geht es schön flach hinein.
Das Westbad hat eine Uferlänge von 250 m, teilweise sogar mit Sandstrand. Dahinter liegt eine parkähnliche Anlage mit altem Baumbestand, welcher an heißen Tagen Schatten spendet. Wollt ihr euch an Land austoben, spielt eine Runde Beachvolleyball oder Tischtennis oder besucht den Spielplatz. Zwischendurch könnt ihr euch in der Strandbadgastronomie stärken.
Schnell noch Abkühlen? Ab 18 Uhr gilt der halbe Preis, ab 19 Uhr Eintritt frei!
