Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Große und kleine Sprüche des Mannes, der für "mehr Demokratie wagen" plädierte, der mit dem "Wandel durch Annäherung" Bewegung in die Ostpolitik brachte und mit seinem "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört" den meistzitierten Einheitsspruch prägte. Vor allem aber Zitate über eine so handfeste wie visionäre Politik, mit der er sich in die Annalen seiner Partei schrieb.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 67
Veröffentlichungsjahr: 2018
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
IMPRESSUM
Alle Rechte der Verbreitung vorbehalten. Ohne ausdrückliche Genehmigung des Verlages ist nicht gestattet, dieses Werk oder Teile daraus auf fotomechanischem Weg zu vervielfältigen oder in Datenbanken aufzunehmen.
Die HerausgeberinHeli Ihlefeld, geboren in Hannover, studierte Soziologie und Volkswirtschaft. Sie arbeitete lange Jahre als politische Journalistin in Bonn, begleitete Willy Brandt in seiner Zeit als Außenminister und später als Bundeskanzler auf Auslands- und Wahlkampfreisen, interviewte ihn und stand ihm auch persönlich nahe. 2000 wurde Heli Ihlefeld mit dem Bundesverdienstkreuz für ihren »beispielhaften Einsatz für die Chancengleichheit von Frauen und Männern« ausgezeichnet. Buchveröffentlichungen unter anderem: »Mein Bonner Tagebuch« (1970), »Auf Augenhöhe oder wie Frauen begannen, die Welt zu verändern. Erinnerungen« (2008), »Willy Brandt. Auch darüber wird Gras wachsen … Anekdotisches und Hintergründiges« (2013).
ISBN E-Book 978-3-355-50046-3ISBN Buch 978-3-355-01869-2
© 2018 Verlag Neues Leben, BerlinUmschlag und Konzept: Buchgut, Berlin
Die Bücher des Verlags Neues Leben erscheinen in der Eulenspiegel Verlagsgruppe.
www.eulenspiegel.com
Junge Menschen haben die SPD nicht gewählt, weil sie die Spielregeln dieser Welt nicht verändern will. Die Welt verändert sich in einem rasanten Tempo. Die Themen heute heißen: Globalisierung – auf eine Weise, dass auch die armen Völker solidarisch einbezogen sind, Digitalisierung – dass sie uns bei der Gestaltung der neuen Welt unterstützt, Umwelt – dass unsere Kinder, Enkel und Urenkel noch auf unserer Erde leben können. Alle drei Probleme hat Brandt schon damals beim Namen genannt. Beim Lesen und der Auswahl der Zitate ist mir klar geworden: Wir können bei der Gestaltung unserer Zukunft von ihm lernen.
HELI IHLEFELD
INHALT
Von deutschem Boden darf kein Krieg mehr ausgehen
Außenpolitik soll Generalstabsarbeit für den Frieden sein
Mehr Demokratie wagen
Denen, die noch so schön jung sind ...
Dem kleinen Mann ein Maximum an Daseinsfreude
Der blaue Himmel über der Ruhr
Frauen und andere Bürger
Nichts kommt von selbst
Ich bin kein Säulenheiliger
Von deutschem Boden darf kein Krieg mehr ausgehen
Wenn ich sagen soll, was mir neben dem FRIEDEN wichtiger sei als alles andere, dann lautet meine Antwort ohne Wenn und Aber: Freiheit. DIE FREIHEIT FÜR VIELE, NICHT NUR FÜR DIE WENIGEN. Freiheit des Gewissens und der Meinung. Auch Freiheit von Not und von Furcht.
ABSCHIEDSREDE AUF DEM AUSSERORDENTLICHEN PARTEITAG, 1987
•
Mitgetan zu haben, dass der deutsche Name, der Begriff des Friedens und die Aussicht auf EUROPÄISCHE FREIHEIT zusammen gedacht werden, ist die eigentliche Genugtuung meines Lebens.
REDE IM BUNDESTAG, 1968
•
Mein eigentlicher Erfolg war, mit dazu beigetragen zu haben, dass in der Welt, in der wir leben, der NAME UNSERE LANDES UND DER BEGRIFF DES FRIEDENS wieder in einem Atemzug genannt werden können.
ERINNERUNGEN, 1989
•
Nur eine Offensive für den gesicherten Frieden kann der Menschheit DIE ZUKUNFT garantieren.
ANTRITTSREDE ALS PRÄSIDENT DER SOZIALISTISCHEN INTERNATIONALE, 1976
•
FRIEDE – die ultima ratio der Menschheit. KRIEG – die ultima irratio der Menschheit
ANTRITTSREDE ALS PRÄSIDENT DER SOZIALISTISCHEN INTERNATIONALE, 1976
•
Wir leben in einer schrecklichen Koexistenz mit einem ARSENAL DER ZERSTÖRUNG, das Tag für Tag größer wird. Die nuklearen Weltmächte haben sich zwar auf erste Grenzen ihrer strategischen Rüstungen geeinigt. Doch das hält sie nicht davon ab, die atomaren Stapel wachsen zu lassen. Hinzu kommt der Drang bisher nicht-nuklearer Staaten, sich Kernkapazitäten zu schaffen.
ANTRITTSREDE ALS PRÄSIDENT DER SOZIALISTISCHEN INTERNATIONALE, 1976
•
Die OFFENSIVE FÜR DEN FRIEDEN muss sich mit dem KAMPF GEGEN DIE WELTNOT verbinden.
ANTRITTSREDE ALS PRÄSIDENT DER SOZIALISTISCHEN INTERNATIONALE, 1976
•
Wo HUNGER herrscht, ist auf die Dauer kein FRIEDE.
REDE VOR DER UNO, NEW YORK 1973
•
Es geht heute nicht mehr um Verlierer oder Gewinner in einem Krieg, sondern UM LEBEN ODER TOD FÜR DIE MENSCHHEIT. Diese einfache Erkenntnis und schwere Verantwortung gilt für jede Regierung in allen Himmelsrichtungen.
ENTGEGENNAHME DES PAUL-HENRI-SPAAK-PREISES, BRÜSSEL 1963
•
Politik ist die ständige Aufgabe, die Verhältnisse auf dieser Welt so vernünftig und so gerecht wie irgend möglich zu gestalten. Das erfordert NÜCHTERNE BEURTEILUNG UND BESONNENHEIT, ABER AUCH ZIELKLARHEIT UND ZÄHIGKEIT in der Verfolgung der als richtig erkannten Ziele.
TAG DER HEIMAT, BERLIN 1964
•
Es gibt KEINE IDEOLOGISCHE KOEXISTENZ, sondern nur ideologische Auseinandersetzungen. Darin stimme ich mit Chruschtschow überein. Aber dazu muss man den Raum haben. Unsere Alternative zur Mauer ist die Fähigkeit zu dieser offenen und aktiven Auseinandersetzung und unsere ernste Absicht, unseren Teil dazu beizutragen, dass der Frieden gesichert wird.
REDE AN DER EVANGELISCHEN AKADEMIE TUTZING, 1963
•
Der Frieden ist NICHT ALLES, aber alles ist ohne den Frieden NICHTS.
REDE ZUM 100-JÄHRIGEN BESTEHEN DES VERLAGES J.H.W. DIETZ, 1981
•
Entspannung darf nicht als Medizin betrachtet werden, um den Schmerz zu betäuben. Ihr Sinn muss darin liegen, DIE URSACHE DER KRANKHEIT HEILEN zu helfen. Das bedeutet, dass wir uns immer wieder an die Lösung der Probleme heranarbeiten müssen, die zu den Spannungen geführt haben.
AMERICANS FOR DEMOCRATIC ACTION, WASHINGTON 1964
•
Die GROSSEN GEFAHREN gehen VON DEN GROSSEN MÄCHTEN AUS UND NICHT VON DEN KLEINEN. Mit anderen Worten: Es muss auch um die Definierung der Pflichten gehen, denen sich die Kernwaffenmächte zu unterwerfen haben.
KONFERENZ DER NICHTKERNWAFFENSTAATEN, GENF 1968
•
Wir haben aus der Geschichte gelernt. Die Bundesrepublik Deutschland verfolgt konsequent eine Politik, die AN DIE STELLE DES GLEICHGEWICHTS DER SCHRECKEN EINE FRIEDENSORDNUNG in diesem Kontinent setzen will. Hierzu gibt es keine vernünftige Alternative.
KONFERENZ DER NICHTKERNWAFFENSTAATEN, GENF 1968
Nach fast sechs Kriegsjahren schwiegen in Europa endlich die Waffen. Der von Hitler begonnene Krieg forderte das Opfer von Millionen Menschen, von Kindern, Frauen und Männern, von Gefangenen und von Soldaten vieler Nationen ... Das Leid, das ihr Sterben mit sich brachte, und die Leiden, die der Krieg zur Folge hatte, mahnen uns, die Lehren der Vergangenheit nicht zu vergessen und in der SICHERUNG DES FRIEDENS DAS OBERSTE ZIEL UNSERES POLITISCHEN HANDELNS zu sehn ... Mit den anderen Völkern teilen wir die Sorge darüber, dass die kriegerische Auseinandersetzung in Südostasien und die Krise im Nahen Osten sich verschärft und ausgeweitet haben.
ZUM 25. JAHRESTAG DER KAPITULATION, 1970
•
Die MAUER muss weg!
ANTWORT AUF DIE REGIERUNGSERKLÄRUNG, 1961
•
Unser RECHT AUF EINHEIT ist nicht einklagbar, auch wenn wir das beklagen. Wenn wir uns nicht selbst rühren – klar, maßvoll, im Einklang mit den erkennbaren Interessen zur Sicherung des Friedens – dann wird aus Deutschland nichts werden. Es reicht dann nicht aus, darüber zu jammern, dass andere Böses im Schilde führen, sondern es steht dann eben auch die Frage, WAS DIE DEUTSCHE POLITIK GEWOLLT UND WAS SIE VERSÄUMT HAT.
VERLEIHUNG DES THEODOR-WOLFF-PREISES, 1966
•
Wir sind überzeugt, dass unsere entschlossene FRIEDENSPOLITIK IN EUROPA ein Faktor weltweiter Entspannung werden kann. Nicht nur Spannungen – auch Entspannungen können sich übertragen. Nicht nur der Unfrieden, auch der Friedenswillen kann ansteckend sein.
WOCHE DER BRÜDERLICHKEIT GEGEN DEN RASSISMUS, KÖLN 1971
•
Deutsche müssen danach trachten, EIN VOLK DER GUTEN NACHBARN zu werden, im Inneren und nach außen.
WOCHE DER BRÜDERLICHKEIT GEGEN DEN RASSISMUS, KÖLN 1971
•
Unser nationales Interesse erlaubt es nicht, zwischen dem Westen und dem Osten zu stehen. UNSER LAND BRAUCHT DIE ZUSAMMENARBEIT UND DIE ABSTIMMUNG MIT DEM WESTEN UND DIE VERSTÄNDIGUNG MIT DEM OSTEN. Das deutsche Volk braucht den Frieden in vollem Sinne des Wortes auch mit den Völkern der Sowjetunion und allen Völkern des europäischen Ostens.
UNTERZEICHNUNG DES MOSKAUER VERTRAGES, 1970
•
Eine Politik, die auf den Abbau von Spannungen aus ist, hat ihre eigene Dynamik. Sie ist kein Ausweis von Ohnmacht. Im Gegenteil: Sie setzt ein klares Selbstbewusstsein und einen unmissverständlichen SELBSTBEHAUPTUNGSWILLEN voraus. Sie gewinnt durch das Erkennen der Realität erst die Handlungs- und Bewegungsfreiheit und damit die Kraft, die es braucht, um einen UNSICHEREN FRIEDEN SICHERER ZU MACHEN.
WOCHE DER BRÜDERLICHKEIT GEGEN DEN RASSISMUS, KÖLN 1971
•
Der Name Auschwitz wird FÜR GENERATIONEN EIN TRAUMA
