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Nachdem uns im letzten Jahr die Normandie so gut gefallen hat, hatten wir beschlossen, irgendwann einmal die Rundreise dort fortzusetzen, wo wir umkehren mussten. Wir wollten bei einer weiteren Rundreise mit unserem Bully die Bretagne erkunden, die ebenfalls sehr schön ist. Die Bretagne - das Land der Kelten und Menhire, der Jakobsmuschel und des Salzes, die Heimat von Asterix und Obelix und der Hinkelsteine. Die Bretagne hat also Einiges zu bieten. Vor allem fiel uns auf, dass die Bretonen sehr viel Wert auf gepflegte und bunte Gärten und Grünanlagen legen. Und noch eines fiel uns auf: die Bretagne ist zweisprachig - französisch und bretonisch, das sich wohl aus der alten Keltensprache entwickelt hat. Wir waren überrascht, was hier alles wächst - 3,50 m hohe Yuccapalmen als Büsche oder als 5 m hohe Stämme, Feigenbäume, voll mit Früchten, Mimosen, Eukalyptusbäume - wo sind wir? Unglaublich, dank des Golfstromes ist so etwas möglich. Diese südlichen Pflanzen wachsen hier noch üppiger als in der Normandie. Erquy ist die Hauptstadt der Jakobsmuschel. Weitere sehenswerte Küstenstädte im Norden sind Binic, Paimpol, Tréguier und Ploumanac´h, die Rosa-Granit-Küste an sich ist einmalig. Hinkelsteine und Dolmen haben wir z.B. in Penvenan, St. Uzec und vor allem in Carnac gefunden. Von Morlaix aus fuhren wir durch die Arrée-Berge nach Camaret, wo wir eigentlich tauchen wollten, doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Auf der Halbinsel von Camaret besichtigten wir mehrere sehr schöne Caps, bevor wir über Quimper nach Tronöen, wo man den ältesten Calvaire der Bretagne findet, weiterfuhren. Die Halbinsel Guérande ist berühmt für ihre Salinen. Hier konnten wir uns ein Bild von der Meersalzgewinnung machen, der Schatz dieser Gegend heißt Fleur de Sel. Entlang der Loire fuhren wir wieder nach Hause. Neben diesen Aufzählungen besuchten wir viele weitere Orte und Landschaften, die nicht minder interessant sind. Unser Wohnmobil tat nicht immer seinen Dienst, was für eine aufregende Rundfahrt sorgte.
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Seitenzahl: 68
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Wir, A+K Weltenbummler, mit Namen Angela und Klaus, verreisen für unser Leben gern und haben in den letzten 28 Jahren viel gesehen und erlebt, haben Länder und Menschen kennengelernt. Dabei bereisten wir von der Karibik bis zu den Philippinen und vom Nordkap bis nach Kenia unsere schöne Erde. Je nach Erreichbarkeit erlebten wir die besuchten Länder im Rahmen einer Pauschalreise, per Wohnmobil oder individuell organisiert. In unseren Reiseberichten sind unsere Erlebnisse, Abenteuer und Entdeckungen mit vielen Bildern und in kurzweiliger Form niedergeschrieben. Sie können für die eigene Reiseplanung herangezogen werden oder einfach nur in fremde Länder entführen.
Nachdem uns im letzten Jahr die Normandie so gut gefallen hat, hatten wir beschlossen irgendwann einmal die Rundreise dort fortzusetzen, wo wir umkehren mussten. Wir wollten bei einer weiteren Rundreise mit unserem Bully die Bretagne erkunden, die ebenfalls sehr schön sein soll.
Nun ja, schon in diesem Jahr setzten wir diesen Plan in die Tat um. Allerdings wollte Klaus unbedingt noch einmal nach Cherbourg, um das U-Boot zu sehen, das wir im letzten Jahr nicht besucht hatten. Ich bin ja nicht abergläubig, aber es hat sich im Laufe der vielen Jahre, die wir nun schon gemeinsam Urlaub machen, heraus gestellt, dass wir an keinen Ort zweimal fahren dürfen. Das bringt nichts Gutes, in welcher Richtung auch immer. Damit fing dann auch das Dilemma an, das uns diese ganze Reise begleitete. Von diesem Moment an hatte ich kein gutes Gefühl mehr und es ging schon im Vorfeld einiges schief. Der Urlaub stand sogar auf der Kippe und ich fragte mehrmals, ob wir fahren wollen oder nicht. Klaus meinte, der Urlaub wird wie geplant durchgezogen. Aber davon später.
Die Bretagne – das Land der Kelten und Menhire, der Jakobsmuschel und des Salzes, die Heimat von Asterix und Obelix und der Hinkelsteine. Die Bretagne hat also einiges zu bieten. Vor allem fiel uns auf, dass die Bretonen sehr viel Wert auf gepflegte und bunte Gärten und Grünanlagen legen. Es gibt sogar Wettbewerbe um den am schönsten angelegten Ort und bis zu fünf Blumen auf dem Ortsschild zeigen dem Besucher, wie viel Arrangement die Bewohner in dieser Hinsicht zeigen.
Und noch eines fiel uns auf. Die Bretagne ist zweisprachig – französisch und bretonisch, das sich wohl aus der alten Keltensprache entwickelt hat. Die Einheimischen unterhalten sich untereinander zum Teil noch bretonisch, die Orts- und Hinweisschilder weisen beide Sprachen auf. Das fanden wir sehr interessant.
Was wir allerdings wenig aufregend fanden, waren die unzähligen Kreisverkehre, die uns schon in der Normandie Nerven kosteten. Die Bretonen können damit herzlich wenig anfangen. 85 Prozent der Autofahrer halten grundsätzlich vor dem Kreisverkehr an und warten, dass jemand vorbei fährt, auch wenn der noch so weit weg ist und inzwischen ein, zwei oder gar drei Auto´s in der Zeit hätten fahren können. Manche warteten sogar, bis sich auch wirklich niemand mehr im Kreisverkehr befand. So blieb es nicht aus, dass sich fast immer lange Stau´s bildeten.
Außerdem waren die Preise im Vergleich zur Normandie im letzten Jahr 50 bis 100 Prozent höher. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass wir mitten in den französischen Ferien unterwegs waren oder ob es am Landstrich liegt, der doch sehr gut besucht wird. Zu der Zeit, in der wir jetzt unterwegs waren, waren jedenfalls fast überall Unmengen von Menschen ebenfalls unterwegs.
Eigentlich wollten wir erst am nächsten Tag fahren, doch da die Anreise diesmal doppelt so weit war wie die in die Normandie, fuhren wir heute schon los. Wir wollten so weit fahren, wie wir kommen. Wir fuhren immer Richtung Westen. Den ersten Teil des Weges kannten wir schon aus dem letzten Jahr – Saarbrücken, Metz, Verdun. Je nach dem, wie weit wir kommen würden, würden wir in St. Menehould oder nördlich von Paris kurz hinter Soissons in Attichy auf dem Campingplatz übernachten. Diese Plätze kannten wir auch schon aus dem letzten Jahr, sie sind gut und wir brauchten keine neuen Plätze zu suchen.
Kurz vor Verdun meinte Klaus plötzlich auf der Autobahn, dass sich der fünfte Gang nicht mehr einlegen lässt. Die Ursache könnte jede sein, bis hin zu einem kaputten Getriebe. Also holte uns das Unglück schon auf der ersten Etappe ein. Hoffentlich war es nicht das Getriebe. Dann wäre der Urlaub gleich gelaufen. Uns blieb nichts weiter übrig, als im vierten Gang bis nach St. Menehould zu fahren. Es war 19 Uhr, vier Stunden Fahrt lagen hinter uns. Die Temperatur lag den ganzen Tag weit über 30° C. In Europa herrschte gerade eine Hitzewelle.
Uns erwartete der gleiche Besitzer wie im letzten Jahr. Er spricht ein klein wenig deutsch und wir erzählten ihm, das unser Bus kaputt sei. Wir wollten wissen, wo eine Werkstatt ist, die uns vielleicht weiter helfen kann. Der Mann meinte, wir sollten uns am nächsten Morgen um 8 Uhr mit ihm treffen, er würde uns zur Werkstatt begleiten, die am anderen Ende des Ortes liegt.
Jetzt konnten wir nichts weiter tun, als Abendbrot zu essen, duschen zu gehen und anschließend einen Bummel durch St. Menehould zu machen.
St. Menehould abends
Als wir kamen und durch den Ort fuhren, herrschte noch rege Betriebsamkeit. Jetzt schlenderten wir durch ein verschlafenes Städtchen und schon passierte das nächste Malheur – ich blieb mit meinen Schlappen am Pflaster hängen und ein Schuh ging kaputt. Das konnte doch nicht wahr sein und ich musste barfuss zum Campingplatz zurück.
Jetzt am Abend kühlte es ganz leicht ab, nachts war es auszuhalten.
Durch den Termin um 8 Uhr hieß es für uns, schon um 7 Uhr aufzustehen. Das nennt sich nun Urlaub. Der Besitzer des Campingplatzes fuhr mit uns zur Werkstatt, der Meister nahm sich dem Problem erst persönlich an, dann schickte er einen Angestellten auf Probefahrt. Klaus fuhr mit. Nach einer Weile kamen sie wieder und der Angestellte meinte, es wäre alles in bester Ordnung. Der fünfte Gang geht rein wie geschmiert. Hat Klaus inzwischen das Auto fahren verlernt? Irgendwas stimmt doch hier nicht. Da wir nicht locker ließen, kam der Bus auf die Hebebühne. Dort wurde nach dem Schaltgestänge gesehen und siehe da, der Meister hatte Schwierigkeiten beim Schalten. Nach vielem Probieren fand er dann das Teil, was kaputt bzw. gar nicht mehr vorhanden war. Es war ein winziger Abstandhalter, der normalerweise dafür sorgt, dass der fünfte Gang richtig eingelegt werden kann. Gott sei Dank keine große Sache. Wir könnten weiterfahren, müssten aber ein bisschen den fünften Gang suchen. Bei der nächsten Gelegenheit sollten wir uns dieses Teil besorgen, da in dieser Werkstatt keines vorhanden war. Es war zwar eine VW-Werkstatt, doch da der Bus so alt ist, ist selbst solch ein kleines Teil Mangelware. Zumindest bekamen wir eine Zeichnung mit, auf der das Teil zu sehen ist, damit wir der nächsten Werkstatt zeigen könnten, was wir brauchen. Wir bedankten uns herzlich und konnten nach einer Stunde unsere Fahrt fortsetzen. Da wir noch nicht gefrühstückt hatten, suchten wir uns erst einmal einen Parkplatz. So sehr wir auch suchten, wir fanden keinen Parkplatz abseits der Straße. Alle ausgeschilderten Parkplätze waren Parkbuchten direkt neben der Straße. Wir kochten uns einen Kaffee und ließen uns endlich mal wieder echte französische Croissants schmecken. Dabei sammelten wir Kraft für die nächsten Stunden Fahrt, immer noch weiter nach Westen über Reims, Rouen, Caen bis zum Utah-Beach. Es war eine lange und heiße Fahrt, die Sonne brannte und es waren wieder weit über 30° C. Vielleicht haben wir diesmal wettermäßig Glück, denn die Hitzewelle sollte noch ein paar Tage dauern.
Frühstück nach einem aufregenden Morgen
Da wir durch den Zwischenfall mit dem Bus etwas in der Zeit zurück lagen, entschieden wir erst in Caen, ob wir nach Cherbourg fahren oder ob wir aus Zeitgründen direkt in die Bretagne weiterfahren. Es war wirklich eine harte Tour und wir erreichten Caen gegen 16 Uhr. Damit lagen wir wieder gut in der Zeit und Klaus bekam doch noch die Möglichkeit, sich das U-Boot in Cherbourg anzusehen. Also bogen wir in Caen auf die Halbinsel Cotentin ab, an deren nördlicher Spitze Cherbourg liegt.
