Buddhismus für Anfänger - Nils Horn - E-Book

Buddhismus für Anfänger E-Book

Nils Horn

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Beschreibung

Eine kurze Einführung in den Buddhismus. Dazu gibt es viele ergänzende Videos. Wir lernen die wichtigsten spirituellen Techniken kennen. Das Buch hilft uns Frieden, Gelassenheit und Glück im Alltag zu finden. Jedem Kapitel wird ein Zitat des Dalai Lama vorangestellt.  Dalai Lama: "Der Dharma ermutigt uns zu begreifen, dass wir frei sein können vom inneren und äußeren Leid."  

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Nils Horn

Buddhismus für Anfänger

Die wichtigsten Lehren. Die besten Übungen. Mit Zitaten des Dalai Lama

Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben. BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Inhalt

Dalai Lama: "Der Dharma ermutigt uns zu begreifen, dass wir frei sein können vom inneren und äußeren Leid."

  

Buddha

Dharma

Die fünf Silas

Die vier Brahmaviharas

Sangha

Nagarjuna, Bodhidharma und Padmasambhava

Gibt es Gott?

Gibt es eine Seele?

Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Gibt es ein nächstes Leben?

Der Sinn des Lebens

Äußere und innere Selbstverwirklichung

Wie werde ich ein Buddhist?

Der glückliche Bodhisattva

Der mittlere Weg

Das Leben meistern

Die Verbreitung der buddhistischen Lehre

Tibetischer Buddhismus

Zen-Buddhismus

Theravada

Die Lehre vom Reinen Land

Nichiren-Buddhismus

Westlicher Buddhismus

Zur Ruhe kommen

Gedankenstopp

Atem-Meditation

Mantra-Meditation

Chakra-Meditation

Gehmeditation

Fantasiereise

Die besten Übungen

Tägliche Selbstbesinnung

Stress herausbewegen

Progressive Muskelentspannung

Bodyscan

Meditation über die vier Punkte der Achtsamkeit

Vipassana

Zen-Meditation

Meister-Yoga (Guru-Yoga)

Was ist die beste Meditation für dich?

Der Weg der Achtsamkeit

Buddhismus und Positives Denken

Buddha der Ruhe - Meditation

Mein spiritueller Weg

Yoga und Buddhismus

Einheit aller Religionen

Eine Welt des Friedens, der Liebe und des Glücks

 

Buddha

 Was ist Buddhismus (Video)

 

Dalai Lama: „Wir sollten uns in der Entwicklung von Tugenden und in der Überwindung von Lastern üben, damit wir in unserem Glück wachsen. Wenn wir konsequent sind, können wir von Stufe zu Stufe voranschreiten, bis wir ein Buddha sind. Wer auf Buddha meditiert, wird ein Buddha.“

 

Buddha ist das große Vorbild im Buddhismus. Er verkörpert die Eigenschaften Ruhe, Gelassenheit, Weisheit, Selbstdisziplin und Liebe. Viele Jahre suchte er nach der Befreiung vom Leid des Lebens. Er suchte nach innerem Frieden und Glück. So fand er den Weg der Erleuchtung.

Der historische Buddha hieß Siddhartha Gautama. Er wurde 563 vor Christus in Lumbini, Indien geboren. Das genaue Datum seiner Geburt und seines Todestages ist umstritten. Siddhartha stammte aus einem nordindischen Adelsgeschlecht. Im Alter von 16 Jahren heiratete er die Prinzessin Yasodhara. Sie bekamen einen Sohn. Im Alter von 29 Jahre machte sich Siddhartha auf die Suche nach dem tieferen Sinn des Lebens. Er lernte bei mehreren Meistern und probierte verschiedene spirituelle Techniken aus. Sechs Jahre zog er sich als Yogi von der Welt zurück. Dann brach er im Alter von 35 Jahren zur Erleuchtung durch. Er wurde ein Buddha, ein Erwachter.

Zur Erleuchtung gelangte er durch den mittleren Weg zwischen strenger Askese und Lebensgenuss. Zuvor hatte er sich bei der Meditation zu sehr angestrengt. Jetzt gab er auch dem Körper was er brauchte. Dadurch lösten sich die inneren Energieblockaden und er gelangte in immer tiefere Stufen der Versenkung. In der Erleuchtung sah er seine früheren Leben. Deshalb gehört die Lehre von der Reinkarnation zu den Kernbestandteilen des Buddhismus. Buddha erkannte auch das Gesetz des Karmas. Er wusste was zum Leiden und was zur Befreiung vom Leiden führt. Daraufhin entwickelte er den achtfachen Pfad zur Erleuchtung. Er besteht im Wesentlichen aus der Achtsamkeit auf das Denken und Handeln, aus der Meditation und aus einer Gesinnung der umfassenden Liebe.

Nach seiner Erleuchtung wanderte Buddha 45 Jahre durch Indien und verbreitete sein Wissen unter seinen Mitmenschen. Er gründete einen Mönchs- und einen Nonnenorden. Bei seinem Tod ermahnte er seine Anhänger: „Wahrlich, ich sage euch nun Mönche: Alle Erscheinungen sind flüchtig und dem Verfall unterworfen. Übt ernsthaft an eurer Befreiung.“ Der Buddhismus ist ein Weg der Selbstdisziplin. Inneren Frieden, Glück und Erleuchtung bekommt man nicht geschenkt. Man muss diesen Weg ernsthaft und konsequent praktizieren, damit man die positive Ergebnisse erzielen kann.

Dharma

 Buddhismus Grundwissen kurz erklärt (Video)

 

Dalai Lama: „Nur ein Weg schenkt uns wirklich in umfassendem Sinn die Mittel, uns fest im Glück und Segen zu verankern und uns vom Leid zu befreien: Dharma, religiöse Übung, gelebte Religion."

 

Der Buddhismus ist ein großer Schatz. Er ermöglicht uns in diesem und in allen zukünftigen Leben den Weg des Glücks und der Liebe zu gehen und uns vom Leid des Lebens zu befreien. Der spirituelle Weg führt uns zu innerer Heilung, zu dauerhaftem Glück, zur Erleuchtung und zu einem Leben im Licht, im Paradies, im Nirwana. Nirwana ist das höchste Glück, weil wir unser Ego überwunden haben, im erleuchteten Sein leben und die Glücksenergie in uns fließt. Wir erfahren in uns eine unermessliche Dimension von Frieden, Liebe und Glück. Wir brauchen dazu nur eins. Wir müssen den Weg gehen. Lesen alleine genügt nicht. Wir müssen jeden Tag an unseren Gedanken arbeiten, auf unsere Handlungen achten, meditieren, unseren Geist auf das spirituelle Ziel ausrichten und Liebe in die Welt bringen. Dann wird jeder Tag zu einem weiteren Schritt ins Licht.

Dharma ist die buddhistische Lehre. Grundlegend ist die Lehre von den vier edlen Wahrheiten. Die erste edle Wahrheit lautet, dass das Leben leiden (Dukkha) ist. Es gibt das Leid im Leben. Der Verlust von geliebten Menschen ist leiden. Der eigene Tod ist leiden. Krankheit ist leiden. Armut, Hunger und Krieg sind leiden. Es gibt kein Leben ohne leiden. Für manche Menschen ist das Leben ein beständiger Leidensweg. Aber es gibt Hoffnung.

Die zweite edle Wahrheit analysiert die Ursachen des Leidens. Die Hauptursachen des Leidens sind Anhaftung an Sinnesvergnügungen, die Ablehnung von leidhaften Situationen und Unwissenheit vom Weg des inneren Glücks. Daraus folgt die dritte edle Wahrheit vom Verlöschen des Leidens. Werden die Ursachen beseitigt, verschwindet das Leiden. Wenn wir ohne Anhaftung und Ablehnung leben und uns auf den spirituellen Weg konzentrieren, gelangen wir ins erleuchtete Sein. Wir werden zu einem Buddha. Wir haben Frieden, Glück und Liebe in uns. Werden die Anhaftungen (inneren Verspannungen, Energieblockaden) beseitigt, erwacht unsere innere Buddha-Natur. Von alleine entfaltet sich unser inneres Glück.

Die vierte edle Wahrheit ist der achtfache Pfad. Er konkretisiert den Weg zur Überwindung des Leidens. Wir erlangen inneren Frieden, wenn wir regelmäßig meditieren. Wir bewahren unseren inneren Frieden, wenn wir achtsam auf unsere Gedanken und Taten sind. Wir gelangen in das Erleuchtungsbewusstsein, wenn wir wie ein Buddha denken und handeln. Wir meditieren wie ein Buddha. Wir leben in der umfassenden Liebe wie ein Buddha. Und wir sind achtsam auf unsere Gedanken und Worte wie ein Buddha.

Im Laufe der Jahrtausende nach Buddha haben sich vielfältige Techniken entwickelt, mit denen wir zur Erleuchtung kommen können. Aber alle setzen den ersten Schritt auf dem achtfachen Pfad voraus. Der erste Schritt ist ein klarer Entschluss, konsequent bis zum Ziel den Weg der Weisheit zu gehen. Daraus folgt als zweites die Umsetzung im täglichen Leben, das Leben nach einem spirituellen Tagesplan und das beständige Streben (Üben).

Dalai Lama: „Wer die Stufenfolge des spirituellen Weges beachtet, legt ein solides Fundament für die Erleuchtung.“

Welche Stufen gibt es auf dem spirituellen Weg? Zuerst müssen wir Weisheit erwerben. Wir sollten darüber nachdenken, was die Ursachen unseres Leidens sind und wie das Leiden zu überwinden ist. Die Ursachen des Leidens sind meistens in unserer Psyche zu finden. Wir lehnen bestimmte Gegebenheiten ab und haften an bestimmten Dingen an. Dadurch entstehen Ängste, Wut, Trauer, Sucht und Depressionen. Wir leben im inneren Leid. Laut wissenschaftlicher Forschung kommen etwa 90 % des Leidens aus uns selbst. Wir brauchen eine Glückspsyche, damit wir in unserem Leben relativ dauerhaft glücklich sein können. Eine Glückspsyche bekommen wir, indem wir jeden Tag konsequent an unseren Gedanken, unseren Eigenschaften und unserem Verhalten arbeiten. Wenn wir bewusst inneren Frieden, Weisheit, Liebe und Glück trainieren, werden diese Eigenschaften in uns wachsen. Wir sollten uns bemühen positiv zu denken. Wir sollten uns darauf orientieren, ein erleuchteter Buddha zu werden und dauerhaft im Licht und in der Liebe zu leben.

Der erste Schritt besteht darin über das Leben nachzudenken, das Ziel der Erleuchtung zu begreifen und alle Zweifel zu überwinden. Der zweite Schritt ist dann der klare Entschluss das Ziel anzustreben. Der dritte Schritt ist es einen täglichen Übungsplan aufzustellen. Dieser Übungsplan sollte eine Meditation, das Lesen eines spirituellen Textes, ein Ritual der positiven Besinnung und eine Bitte an die erleuchteten Meister um Führung und Hilfe enthalten. Der vierte Punkt ist es Ausdauer zu trainieren und mit Ausdauer den Weg des Glücks, der Liebe und des inneren Friedens zu gehen. Der fünfte Schritt ist dann die innere Ausrichtung an den fünf Silas (nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, keine berauschenden Mittel und kein sexuelles Fehlverhalten).

Wenn wir diese fünf Schritte in unserem Leben verankert haben, dann haben wir eine solide Basis für unsere spirituellen Entwicklung geschaffen. Alles andere ergibt sich von alleine. Wir müssen nur genau die Situation betrachten und erkennen, was gerade richtig auf unserem spirituellen Weg ist. Grundsätzlich ist es gut, an einer spirituellen Gruppe teilzunehmen, einen erleuchteten Meister zu haben und Zeiten des intensiven spirituellen Übens in das Leben einzuplanen. Wir sollten uns überlegen, was wir zum Aufbau einer Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks beitragen können. Wir sollten uns auf unserem Weg weder überfordern noch unterfordern. Wenn wir einen mittleren Weg mit etwas Freude gehen, können wir endlos auf unserem spirituellen Weg bleiben.

Die fünf Silas

 Die 5 Sila - Die Tugendgebote des Buddha (Video)

 

Dalai Lama: "Wenn man in seinem Alltag ehrlich, mitfühlend und uneigennützig ist, wird das von selbst ins Nirvana führen."

 

Die fünf Silas sind die grundlegenden Richtlinien der buddhistischen Ethik. Sie legen die Basis für eine erfolgreiche spirituelle Praxis. Ein spiritueller Weg ohne Moral führt in die Katastrophe. Er zerstört den Einzelnen und die Gesellschaft. Wir haben in letzter Zeit viele Beispiele fehlgeleiteter spiritueller Lehrer und Schüler kennengelernt. Im Christentum gab es die viele Fälle des sexuellen Mißbrauchs. Sie haben das Christentum in der heutigen Zeit grundlegend beschädigt. Sie haben für eine große Austrittswelle aus den christlichen Kirchen gesorgt. Daraus können wir die Bedeutung der Moral für eine Religionen erkennen.

Im Islam gab viele Fälle von Hass, Gewalt und sexueller Unterdrückung. Es gab viele Selbstmordattentäter. Es gab Terroranschläge. Es gab den extrem grausamen Krieg des IS. Es gab Folter, Mord und Frauenunterdrückung. Die Täter landen sicherlich in der Hölle. Aber das Bild des Islam ist in derzeit sehr abschreckend.

Auch im Buddhismus gibt es viele Mißbrauchsfälle. Buddhistische Lehrer mißbrauchen ihre Schülerinnen, bereichern sich am Geld ihrer Organisation und verfallen in einen extremen Konsumismus. Aber der Buddhismus hat trotzdem noch weitgehend ein positives Image. Es sind bis jetzt nur Einzelfälle. Aber sie schaden trotzdem dem Buddhismus erheblich. Des Weiteren sind diese Lehrer ein sehr schlechtes Vorbild für ihre Schüler. Wir sehen daran, wie wichtig die fünf Silas im Buddhismus sind. Sie schützen uns und helfen bei der Verbreitung des Buddhismus.

Die fünf Silas lauten kurz zusammengefaßt: Nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, kein sexuelles Fehlverhalten und kein Missbrauch von berauschenden Mitteln. In unserer dekadenten westlichen Gesellschaft wird sehr oft dagegen verstoßen. Wir töten massenweise Tiere, halten sie unter unwürdigen Bedingungen und essen ihr Fleisch. Wir beuten die armen Länder der Welt aus und die Kapitalisten beuten uns selbst aus. Auf scheinbar legale Weise bestehlen sich die Menschen im globalen Kapitalismus gegenseitig durch ungerechte Verträge und Gesetze. Das Ergebnis ist massenweise Hunger, Krieg und Elend auf der Welt.

Jeder belügt jeden. Es ist kaum möglich in der westlichen Welt ohne beständiges Lügen zu überleben. Die Politiker belügen das Volk. Die Massenmedien manipulieren die Massen. Die Wahrheit und die Weisheit hat einen schweren Stand in unserer westlichen Konsumgesellschaft. Die Wahrheit ist, dass es den Weg der Erleuchtung gibt und dass das Glück innen liegt und nicht Außen zu finden ist. Wo finden wir diese Wahrheit in den Schulen, in den Universitäten und in den Massenmedien? Kaum.

Berauschende Mittel gehören zum Alltag dazu und halten die ganze Gesellschaft ständig in einem Rauschzustand. Alkohol ist eine gesellschaftlich ankannte Drogen. Drogen verbreiten sich massenweise durch den illegalen Drogenhandel, gegen den die Polizei machtlos ist. Eine der schlimmsten Drogen ist Fastfood. Es reduziert die Lebenserwartung um Jahrzehnte und erzeugt viele Krankheiten. Als Droge kann man auch das Konsumfernsehen, die Videospiele und das jetzt legalisierte Glücksspiel ansehen.

Sexueller Missbrauch ist normal in unserer Gesellschaft. In der Prostitution gibt es Menschenhandel, Frauenunterdrückung und sehr viel Leid. Prostitution führt bei vielen Frauen zu großem seelischen und körperlichem Leid. In unserer Gesellschaft gilt Sexualität als frei. Aber wenn wir genau hinsehen gibt es in sexuellen Beziehungen sehr viel Mißbrauch und Leid. Deshalb leben immer mehr Menschen als Single.

Der Weg des inneren Glücks beginnt mit eine positiven Moral. Wir sollten nicht bei Verboten stehenbleiben, sondern zu Geboten kommen. Ein spiritueller Mensch lebt grundsätzlich in der Wahrheit. Er praktiziert Gewaltlosigkeit. Er missbraucht nicht seine Mitmenschen, weder seine Kinder, noch seine Partner und erst recht nicht als spiritueller Lehrer seine Schülerinnen. Berauschende Mittel braucht er nicht, weil er sich durch Meditation und positives Denken glücklich machen kann. Statt aus dem Nehmen lebt er vorwiegend aus dem Geben heraus. Das ist die Basis des Bodhisattvaweges.

Erleuchtet bedeutet in der Wahrheit, in der Liebe und in der Gewaltlosigkeit zu leben. Diese drei Eigenschaften führen uns direkt zur Erleuchtung, wenn wir sie konsequent praktizieren. Drogen und Sex können ein Weg zur Erleuchtung sein. Indische Yogis nehmen oft Drogen. Tantra-Yoga beinhaltet Sex als spirituellen Weg. Von Drogen rate ich grundsätzlich ab. Sie sind schädlich für die Gesundheit und auf dem spirituellen Weg nicht notwendig. Man kann den spirituellen Weg mit oder ohne Sex gehen. Das muss jeder für sich entscheiden. Ich habe Phasen der Enthaltsamkeit als hilfreich erlebt, aber auch Zeiten intensiver Beziehungen. Wenn ein spiritueller Mensch eine Beziehung lebt, dann sollte es auf der Grundlage von Wahrheit, Liebe und Treue geschehen.

Andererseits ist Dogmatismus etwas für Anfänger. Der Erleuchtete erhebt sich über alle Regeln. Gerade dadurch bringt er seine Schüler manchmal zur Erleuchtung. Trotzdem ist er grundlegend im inneren Frieden, Glück und in der Liebe verankert. Sonst wird der spirituelle Weg zu einem Weg in die Hölle und nicht ins Licht. Gefallene spirituelle Lehrer kommen laut tibetischem Buddhismus in die tiefste Hölle. Wir sollten also sehr vorsichtig sein, wenn wir eine Regel brechen. Im Zweifel halten wir uns lieber daran, soweit es uns möglich ist.

Die vier Brahmaviharas

 

Ajahn Brahm - The Four Brahma Viharas

 

Dalai Lama: „Wenn man in seinem Alltag die buddhistischen Lehren zur Anwendung bringt, dann wird das von selbst zur Erleuchtung führen.“

 

Buddha lehrt die vier unermesslichen Eigenschaften (Brahmaviharas) als Weg zur Erleuchtung. Wir müssen sie jeden Tag trainieren, damit wir in die Erleuchtung wachsen. Diese vier Eigenschaften sind Metta (liebende Güte), Karuna (Mitgefühl), Mudita (Mitfreude) und Upekkha (Gleichmut, Gelassenheit, innerer Frieden). Durch sie gelangen wir zu Brahma, ins Brahman (buddhistisch: Nirvana, im Licht leben, Erleuchtung).

Brahma ist eine indische Gottheit. Sie steht für Weisheit, Erleuchtung, Einheitsbewusstsein. Brahma hat vier Gesichter, die in alle Himmelsrichtungen blicken. Das bedeutet, dass er in alle Richtungen gleichzeitig sieht. Er sieht sich in der Einheit der Natur und hat dadurch ein Einheitsbewusstsein. Vihara bedeutet Wohnstätte. Brahma lebt im Brahman (im Absoluten, in der höchsten Wahrheit). Als Buddhisten können wir Brahma mit Buddha und das Brahman mit dem Nirvana übersetzen. Wir sehen uns als Buddha in der Einheit der Natur. Dadurch verwandeln wir uns innerlich.

Der Weg der Erleuchtung durch die vier Brahmaviras geht durch das Üben von Güte, Mitgefühl, Mitfreude und Gelassenheit. Der Dalai Lama betont, dass auf diesem Weg Mitgefühl alleine nicht ausreicht. Als Bodhisattvas müssen wir uns auch positiv engagieren. Der Dalai Lama selbst ist ein Vorbild für den engagierten Buddhismus. Wir sollten Meditation und Handeln verbinden, damit wir durch unseren Weg der Liebe optimal spirituell wachsen. Was ist heute deine Tat der liebenden Güte? Wie kannst du dein Herzchakra öffnen? Was bringt dich heute in die umfassende Liebe?

Ich erzeuge zuerst durch meine spirituellen Übungen (Gehen, Meditation, Kundalini-Yoga) Glück in mir. Dadurch werde ich innerlich positiv und kann alle Dinge positiv sehen. Ich sende dann allen Wesen Licht und wünsche eine glückliche Welt. Und wenn auch nur ein Mensch etwas Nettes zu mir sagt, bin ich im Glück. Und das geschieht eigentlich jeden Tag.

Durch die Entwicklung positiver Eigenschaft öffnen sich unsere Chakren. Die spirituelle Energie beginnt in uns zu sprudeln. Wir werden mit Liebe, Frieden, Glück und Erleuchtung gefüllt. Unser Bewusstsein ändert sich allein durch das konsequente Entwickeln positiver Gefühle im Alltag. Wie können wir das erreichen? Grundlegend ist die Arbeit an unseren Gedanken. Negative Gedanken müssen wir stoppen. Positive Gedanken sollten wir fördern. Das geschieht durch das klare Nachdenken und die Konzentration auf unseren spirituellen Weg.

Wir sehen hin bei dem Leid unserer Mitwesen. Wir erinnern uns an unser eigenes Leid. Wir begreifen, dass kein Wesen leiden mag. Wir helfen soweit wir können. So entsteht Mitgefühl. Wir wünschen eine glückliche Welt. Wir beginnen im Kleinen, bei uns, unserer Familie, unseren Freunden, unserem eigenen Land. Wir tun jeden Tag eine gute Tat. So entsteht umfassende Liebe. Wir haften weder am Leid noch an den weltlichen Genüssen an. So entsteht innerer Frieden. Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche, den spirituellen Weg, die Entwicklung des inneren Glücks. Wir feiern mit unseren Mitmenschen und freuen uns an ihrem Glück. So entsteht Glück in uns. Positive Gefühle sind einfach nur eine Frage der Weisheit und der Konzentrationslenkung. Worauf unsere Achtsamkeit ruht, dahin entwickeln wir uns.

 

Wikipedia: „Brahmavihāra ist ein buddhistischer Begriff und bedeutet „Die vier himmlischen Verweilzustände“ oder „Die vier Unermesslichen“. Die Brahmavihāras sind Grundlage für Meditationsübungen im Theravada wie auch im Mahayana. Sie sind Bestandteil der buddhistischen Ethik und bezeichnen vier zu kultivierende Geisteshaltungen anderen Wesen gegenüber. Vihara bedeutet so viel wie „Wohnstätte“, „Ort des Verweilens“; Brahma ist eine indische Gottheit.Metta ist eine Haltung des Wohlwollens, eine freundschaftliche bedingungslose Zuneigung, die nicht in Begierde (Anhaftung) wurzelt und nicht nur wenigen ausgewählten Wesen gilt, sondern vom Interesse am Glück aller motiviert ist. Eine wohlwollende Anerkennung und Wertschätzung der eigenen Person ist die Voraussetzung für diese Form der un-bedingten Liebesfähigkeit. Falls diese nicht vorhanden sein sollte, kann sie erlernt werden. Viele buddhistische Autoren vermeiden es, metta mit ‚Liebe‘ zu übersetzen und bevorzugen stattdessen Begriffe wie „Liebende Güte“, „Freundlichkeit“ oder „Wohlwollen“. Der Begriff ‚Liebe‘ ist zu stark verbunden mit besitzergreifenden und gierverhafteten Formen der leidenschaftlichen Zuneigung und führt leicht zu Missverständnissen.

Karuna ist Mitgefühl, die Fähigkeit zu tiefer Anteilnahme und Einfühlung in andere Wesen. Während bei karuna vor allem die Wahrnehmungsfähigkeit für das Leiden anderer Wesen gefragt ist, geht es bei mudita um die Anteilnahme an der Freude anderer Wesen. mudita ist Mit-Freude, die Gabe, freudvolle (=leidfreie) Momente mit anderen teilen zu können.

Upekkha hat vielfältige Bedeutungsebenen: Gleichmut, Gelassenheit, Loslassen, Nicht-Anhaften, Nicht-Unterscheiden. In der Bedeutung von Gleichmut bezieht er sich auf eine Form von Gelassenheit in Beziehungen, die als Korrektiv zu den besitzergreifenden und anhaftenden Tendenzen der Zuneigung wirkt. Dieser Gleichmut ist nicht zu verwechseln mit Gleichgültigkeit (Indifferenz). Auf einer weiteren Bedeutungsebene bezieht sich upeksha auf die Einsicht in die grundsätzliche Gleichwertigkeit der Liebesobjekte und die grundsätzliche Gleichheit zwischen Subjekt und Objekt im Rahmen von metta.

Zitat Buddha: „Vier Unermesslichkeiten: Da strahlt, ihr Brüder, ein Mönch liebevollen Gemütes weilend nach einer Richtung, dann nach einer zweiten, dann nach der dritten, dann nach der vierten, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlt er die ganze Welt mit liebevollem Gemüte, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem. Erbarmenden Gemütes, freudevollen Gemütes, unbewegten Gemütes weilend strahlt er nach einer Richtung, dann nach einer zweiten, dann nach der dritten, dann nach der vierten, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlt er die ganze Welt mit erbarmendem Gemüte, mit freudevollem Gemüte, mit unbewegtem Gemüte, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem.“ – Von der Übereinkunft“

Sangha

 Inspirierende Interviews mit drei Buddhisten auf dem Vesakfest

 

Dalai Lama: „Die Quelle für das Glücklichsein ist ein mitfühlendes und liebendes Herz.“

 

Wikipedia: „Sangha bedeutet in der buddhistischen Terminologie „Versammlung“, „Menge“ oder auch „Gemeinschaft“. Je nach buddhistischer Tradition wird zwischen verschiedenen Begriffsanwendungen unterschieden: Gemeinschaft der buddhistischen Übenden/Praktizierenden, Gemeinschaft der buddhistischen Erwachten („Edle Sangha) oder die buddhistische Gemeinschaft (Die Gemeinschaft der Laiengläubigen und der Ordinierten, welche, sich gegenseitig unterstützend, dem Buddha und der Lehre des Buddha (Dharma) folgen.). Unabhängig von der genauen Definition gehört der Sangha in allen Traditionen zu den drei Juwelen (Vorbildern) des Buddhismus, durch deren Zufluchtnahme man den Buddhismus annimmt.„

 

Warum ist die Sangha wichtig. Laut psychologischer Forschung schaffen es nur etwa 30 % aller Menschen alleine konsequent auf dem Weg der Gesundheit und der inneren Arbeit zu bleiben. 90 % dagegen bleiben durch eine Gruppe auf dem Weg der Selbstentwicklung. Diese Aussagen gelten auch für den spirituellen Weg. Eine Gruppe ist deshalb wichtig. Wir sollten alle eine spirituelle Gruppe haben.

Nun ist es in der heutigen westlichen Welt der Vereinzelung und des Individualismus schwer eine passende Gruppe zu finden. Jedoch gibt es das Internet. Und hier gibt es ein riesiges Angebot an Gruppen. Auf Facebook gibt es auch viele verschiedene buddhistische Gruppen. Jeder kann eine passende Gruppe finden oder selbst gründen. Es ist auch sehr leicht sich an so einer Gruppe zu beteiligen. Wir können je nach Wahl einfach nur mitlesen und uns jeden Tag spirituell inspirieren lassen. Und wir können auch eigene Beiträge posten und an den Diskussionen teilnehmen. Wir können Fragen stellen zu für uns persönlich wichtigen Themen. Oder wir können einfach nur bestimmte Beiträge liken und ihnen so ein besonderes Gewicht geben und damit die Entwicklung der Gruppe beeinflussen.

Mein Konzept besteht darin, in Facebook eine buddhistische Gruppe zu leiten, in der ich meinen Weg des undogmatischen westlichen Buddhismus vertreten kann. Dieser Weg zeichnet sich durch Toleranz, Offenheit, Wissenschaftlichkeit, Vielfalt, Friedlichkeit, Liebe und positives Denken aus. Ich poste jeden Tag einen Beitrag, der uns spirituell weiterbringt. Es gibt jeden Tag eine Frage, über die wir diskutieren können. Und es gibt Bilder mit bestimmten Aussagen, die uns inspirieren. Manchmal poste ich auch Videos und Links zu anderen guten Beiträgen.

Einmal im Jahr biete ich ein Retreat an, damit wir uns auch persönlich begegnen können. Die persönliche Begegnung ist auch wichtig, insbesondere für Menschen, die an ihrem Ort keine persönliche buddhistische Gruppe haben. Eine persönliche Begegnung bietet einen noch tieferen Austausch als es im Internet möglich ist. Es können spirituelle Energien übertragen werden, Heilungen stattfinden und spirituelle Übungen gemeinsam praktiziert werden. Ich habe in meinem Leben viele erleuchtete Meister mit ihren Gruppen getroffen. Dadurch kam ich oft in erleuchtete Bewusstseinszustände. Achtzehn Jahre habe ich an der Volkshochschule Yogagruppen geleitet. Die positive Wirkung einer einzigen Yogastunde dauerte oft drei Tage oder länger an. Die vier Wochen meiner Yogaausbildung in Kanada haben mich mein Leben lang inspiriert. Genauso war es mit den drei Treffen des Dalai Lama. Es lohnt sich also an einem persönlichen Treffen teilzunehmen.

Buddha traf sich mit seinen Leuten einmal im Jahr zu einem Retreat. Er meinte: „Wenn ihr euch regelmäßig trefft, wird der Buddhismus bestand haben.“ Und so war es auch. Es gibt viele buddhistische Gruppen auf der Welt. Sie alle tragen zum Bestand und zur Verbreitung des Buddhismus bei. Buddha erklärte auch: „Seid harmonisch, Mönche.“ Das positive Miteinander ist sehr wichtig für den Bestand und die Verbreitung des Buddhismus. Nur so können wir andere Menschen vom Buddhismus überzeugen. Nur so stärkt uns der Buddhismus auf dem spirituellen Weg. Und gerade das fällt sehr schwer in der heutigen aggressiven Zeit. Auch im Buddhismus gibt es viele Dogmatiker, die lieber ihr Ego stärken als gemeinsam den Weg der Wahrheit zu suchen.

Gerade deshalb habe ich meinen Weg des undogmatischen Buddhismus gegründet. Ich habe viele Bücher geschrieben und viele Videos gedreht, damit wir uns jeden Tag auf unserem spirituellen Weg stärken und eines Tages unser spirituelles Ziel erreichen können.

Der Begriff Sangha hat auch noch eine tiefere Bedeutung. Wir erwecken die Erleuchtungsenergie in uns, wenn wir uns jeden Tag mit Buddha als unserem spirituellen Vorbild verbinden. Wir sollten außerdem natürlich auch die Lehre Buddhas praktizieren. Wir sollten jeden Tag meditieren, achtsam auf unsere Gedanken sein und Liebe in die Welt bringen. Erleuchtung bedeutet aber auch ein Einheitsbewusstsein zu entwickeln. Wenn wir unser Ego überwinden und uns geistig mit unserer Umwelt verbinden, dann erwachen wir zu einer Einheitssicht (ins Nirwana). Dieses Einheitsbewusstsein entsteht, wenn wir in der Natur spazieren gehen und die Natur betrachten. Wir können auch auf ein Mandala meditieren und uns als Teil des Mandalas sehen. Ein sehr wirksamer Weg ist es auch die Welt als unsere Sangha zu betrachten. Wir senden allen Wesen Licht, wünschen allen Wesen Glück und denken das Mantra: „Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.“ Ich sende jeden Tag allen Mitgliedern meiner Gruppen und allen meinen Lesern Licht. Mögen sie dadurch auf ihrem Weg gestärkt werden.