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Nils Horn

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Es gibt in Deutschland eine Islamdebatte. Gehört der Islam zu Deutschland? Was müssen wir über den Islam wissen? Was sind die Grundlagen des Islam? Islamistischer Terrorismus. Reform des Islam. Diskussionen. Ein Buch für Muslime und Nichtmuslime.

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Seitenzahl: 178

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Nils Horn

Islam Grundwissen

Ich unterstütze einen friedlichen und toleranten Islam. Ich bin für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen in Deutschland. Dieses ist eine wissenschaftliche Material- und Zitatesammlung, um den gegenwärtigen Stand der Diskussion zu verdeutlichen. Zu einzelnen Punkten beziehe ich Stellung. (Bildquelle Wikimedia Commons) BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Inhalt

Einleitung

Der Islam gehört zu Deutschland

Der Anschlag auf Charlie Hebdo

Der Anschlag in Dänemark

Auspeitschung von Raif Badawi

Berliner Terroranschlag 2016

Der islamistische Terrorismus

Rezepte gegen den Radikalismus

US-Gipfel gegen Radikalisierung

Grundlagen des Islam

Fünf Säulen des Islam

Sechs Glaubensartikel

99 Namen Allahs

Die Scharia

Glaubensfreiheit im Islam

Islam und Christentum

Dschihad

Der Prophet Mohammed

Sufismus

Das Paradies im Islam

Islam und Auferstehung

Islamkritik

Reform des Islam

Diskussion in einem islamkritschen Forum

Forum "Islam-Reform.de"

Diskussion über eine Reform des Islam

Wichtige Begriffe des Islam

 

Einleitung

 

 

Koransprüche

 

Sure 2,115

Wohin ihr euch wenden möget, dort ist das Antlitz Gottes.

Sure 19,96

Denen, die glauben und das Gute tun, wird der Barmherzige Liebe erweisen.

Sure 1,6

Führe uns auf den rechten Weg.

Sure 3,101

Und haltet allesamt am Seil Gottes fest und spaltet euch nicht.

Sure 49,10

Die Gläubigen sind untereinander Brüder.

Sure 49,9

Wenn zwei Gruppen von den Gläubigen einander bekämpfen, so stiftet Frieden zwischen ihnen.

Sure 8,61

Und wenn sie zum Frieden geneigt sind, so sei auch du ihm geneigt und vertraue auf Allah.

Sure 3,14

Ausgeschmückt ist den Menschen die Liebe zu den Begierden, nach Frauen, Söhnen, Gold und Silber, Rassepferden, Vieh und Saatfeldern. Das ist der Genuß im diesseitigen Leben. Doch bei Allah ist die schöne Heimstatt. (Nils: Sucht das Glück nicht im weltlichen Genuss, sondern in einem Leben in Gott.)

Sure 42,23 

Das ist die frohe Botschaft, die Allah Seinen Dienern, die glauben und rechtschaffene Werke tun, verkündet. Sag: Ich verlange von euch keinen Lohn dafür, es sei denn die Liebe wie zu den Verwandten. Und wer ein gutes Werk tut, dem schenken Wir dafür noch mehr Gutes.

Sure 41,34

Nicht gleich sind die gute Tat und die schlechte Tat. Wehre mit einer Tat, die besser ist, (die schlechte) ab, dann wird derjenige, zwischen dem und dir Feindschaft besteht, so, als wäre er ein warmherziger Freund. (Nils: Überwinde schlechte Taten mit guten Taten. Überwinde schlechte Gedanken mit guten Gedanken. Überwinde Hass mit Liebe und Güte.)

 

 

Der Islam gehört zu Deutschland

 

 

Wikipedia: Der Islam ist in Deutschland nach dem Christentum die Religion mit den meisten Anhängern; derzeit bekennen sich etwa 5 % der Bevölkerung zu ihm, was etwa 4 Millionen Menschen entspricht (Stand: 2012). Rund 1,8 Millionen Muslime waren 2008 deutsche Staatsangehörige. Der Islam ist aufgrund der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland vorwiegend sunnitisch geprägt. Im Jahr 2008 hatten rund 63 % der in Deutschland lebenden Muslime einen türkischen Migrationshintergrund, was auf die Anwerbung von Arbeitsmigranten, damals Gastarbeiter genannt, aus der Türkei in den 1960er und 1970er Jahren zurückzuführen ist. Andere Muslime sind vor allem Einwanderer aus Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Iran, Marokko, Afghanistan, Libanon, Pakistan, Syrien und Tunesien oder deutsche Konvertiten. Seit dem Jahr 2006 streben Muslime und Nichtmuslime in der Deutschen Islamkonferenz an, eine religions- und gesellschaftspolitische Integration der muslimischen Bevölkerung in Deutschland zu erreichen.

In Deutschland existieren viele islamische Verbände und Vereine. Die mitgliederstärkste (Stand 2010) muslimische Organisation stellt die DITIB dar, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. Sie untersteht dem türkischen staatlichen Präsidium für Religiöse Angelegenheiten und hat mit fast 900 Moscheegemeinden wohl den größten Einfluss. Zusammen mit weiteren Dachverbänden wie dem Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland (IRD), dem Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und dem Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) gründete sie im Jahr 2007 auf der Deutschen Islamkonferenz den Koordinationsrat der Muslime in Deutschland. Insgesamt sind ungefähr 20 % der deutschen Muslime Mitglieder in religiösen Vereinen oder Gemeinden. 2010 gegründete sich der Liberal-Islamische Bund. Einzelne Organisationen, die Mitglied in einem der genannten Verbände sind, sind unter anderem: Deutsche Muslim-Liga, Islamische Gemeinschaft in Deutschland, Alevitische Gemeinde Deutschland, Islamische Gemeinschaft Milli Görüş, Muslimische Akademie in Deutschland, Muslimische Jugend in Deutschland (MJD). Daneben gibt es in vielen Städten einen Deutschsprachigen Muslimkreis (DMK).

Im Jahr 1978 wurde in Deutschland erstmals ein Antrag auf islamischen Religionsunterricht gestellt. In den 1980er Jahren führten die Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen großflächig „religiöse Unterweisung“ für muslimische Schüler ein, allerdings nur als Bestandteil des muttersprachlichen Unterrichtes Türkisch (die Lehrpläne in Bayern wurden dabei vom türkischen Unterrichtsministerium zur Verfügung gestellt). Seit ca. Anfang der 2000er Jahre bieten beide Länder „Islamische Unterweisung“ in deutscher Sprache an. Nach den Lehrplänen ist der Islamunterricht vielerorts jedoch kein Religionsunterricht nach konfessionellem Verständnis, sondern nur informierender Sachunterricht. Probleme bei der Umsetzung islamischen Religionsunterrichts stellen u .a. der schwierige Dialog mit den islamischen Verbänden sowie fehlende Unterrichtsmaterialien und Mangel an (deutschsprachigem) qualifiziertem Personal dar. Als erstes Bundesland will Niedersachsen ab 2012 islamischen Religionsunterricht als reguläres Fach einführen; zuvor war dort ab 2003 das Fach als Modellversuch gestartet.

Zu Beginn des Jahres 2010 beschloss der Wissenschaftsrat, „Islamische Zentren“ an deutschen Universitäten einzurichten. Damals waren anfänglich zwei oder drei Standorte geplant, an denen eine bekenntnisorientierte islamische Forschung bzw. eine Ausbildung für Imame stattfinden solle. Die Universität Osnabrück bot im selben Jahr Imamen Weiterbildungskurse an, in denen sich die muslimischen Geistlichen mit der deutschen Sprache, Landeskunde und pädagogischen Grundlagen auseinandersetzen; die Universität Osnabrück war die erste deutsche Hochschule mit einem solchen Angebot. An den Universitäten von Tübingen sowie Münster/Osnabrück (in einem Kooperationsmodell) wurden ab dem Wintersemester 2010/2011 dann erstmals Studiengänge für islamische Theologie angeboten, welche vom Bund gefördert werden. Im Wintersemester 2011/2012 nahm schließlich das Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen seine Tätigkeit auf, welches am 16. Januar 2012 eingeweiht wurde und das neben Islamwissenschaftlern eben auch Imame und islamische Religionslehrer ausbilden soll.

Das Bundesbildungsministerium fördert insgesamt vier Zentren mit rund 20 Millionen Euro. Die dort ausgebildeten Imame sollen langfristig die aus der Türkei geholten Imame ersetzen, die oftmals nicht deutsch sprechen und nicht mit den Lebensumständen der Muslime in Deutschland vertraut sind. Eine Problematik stellt allerdings bislang die Finanzierung dar: Da Muslime keine Kirchensteuer bzw. eine äquivalente Abgabe zahlen, können sich die Gemeinden auch keine Gehaltszahlungen leisten.

In Deutschland gibt es keine gesetzlichen islamischen Feiertage; allerdings ist es geregelt, dass muslimische Schüler an ihren Feiertagen wie dem Zuckerfest oder dem Opferfest nicht zur Schule kommen müssen.

Der Tag der offenen Moschee in Deutschland ist ein seit 1997 bestehender, jährlich fest terminierter Veranstaltungstag, der am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit stattfindet. Das Datum wurde nach Angaben des Zentralrats der Muslime in Deutschland bewusst gewählt, um das Ziel einer religionsübergreifenden Verständigung zu verdeutlichen. Zudem soll das Selbstverständnis der Muslime, Teil des 1990 wiedervereinigten deutschen Staates zu sein, und die Verbundenheit mit allen nicht-muslimischen Bewohnern Deutschlands zum Ausdruck gebracht werden. Die Moscheegemeinden bieten an diesem Tag den überwiegend nichtmuslimischen Besuchern Moscheeführungen, Podiumsdiskussionen und Buch- und Kunstausstellungen an. Folklore, Tee, Kaffee und Gebäck gehören auch oft zum Rahmenprogramm. Mit Begegnungen und Gesprächen sollen mögliche Vorbehalte und Ängste abgebaut werden.

 

 

http://www.tagesschau.de/inland/merkel-davutoglu-103.html

 

12.01.2015 Bundeskanzlerin Angela Merkel räumt dem Islam einen festen Platz in der deutschen Gesellschaft ein. Bei einem Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu sagte sie: "Von meiner Seite möchte ich sagen, dass unser früherer Bundespräsident Christian Wulff gesagt hat, der Islam gehört zu Deutschland. Und das ist so, dieser Meinung bin ich auch." Merkel betonte, sie sei "die Bundeskanzlerin aller Deutschen". Das schließe alle ein, "die hier dauerhaft leben". Es sei aber notwendig, den Dialog zwischen den Religionen noch zu verstärken, und es gebe noch viel Unkenntnis. Am Dienstag will Merkel an einer Mahnwache am Brandenburger Tor teilnehmen, zu der muslimische Verbände wegen der Pariser Anschläge aufgerufen hatten.

 

http://www.tagesschau.de/inland/islam-deutschland-debatte-101.html

 

Bundesinnenminister Thomas de Maizière wies im Bericht aus Berlin darauf hin, dass der Satz der Kanzlerin auch dies bedeutet: "Anerkennung des Grundgesetzes, Rücksichtnahme auf die Religionsfreiheit anderer und Anerkennung, dass der Islam lange nicht die Mehrheit in unserem Land darstellt."

 

http://www.tagesschau.de/inland/pegida-gabriel-103.html

 

In der SPD herrscht Uneinigkeit darüber, wie sie mit der islamkritischen "Pegida"-Bewegung umgehen soll. Während Parteichef Sigmar Gabriel überraschend an einer Diskussion mit "Pegida"-Anhängern in Dresden teilnahm, lehnt Generalsekretärin Yasmin Fahimi ein Zugehen auf das Bündnis kategorisch ab. Sie wolle keinen Dialog mit Menschen, die Stimmung gegen Migranten, Ausländer und Andersdenkende schürten, sagte Fahimi der "Frankfurter Rundschau".

Die von der Bewegung angeheizte Debatte über eine angebliche Islamisierung des Abendlands vergifte zunehmend das gesellschaftliche Klima in Deutschland. "Wir müssen jetzt höllisch aufpassen, dass diese Stimmung nicht weiter wächst", ergänzte Fahimi.

 

http://www.tagesschau.de/inland/mahnwache-berlin-105.html

 

Tausende Menschen werden am Abend zur gemeinsamen Kundgebung der Spitzen von Staat und Gesellschaft mit den Verbänden der Muslime am Brandenburger Tor erwartet. Die Veranstaltung unter dem Motto "Zusammenstehen - Gesicht zeigen" richtet sich gegen islamistischen Terror. In einer Mahnwache soll auch der Opfer der Anschläge von Paris gedacht werden. Zugleich wollen die Teilnehmer für ein friedliches Zusammenleben der Religionen werben. Der Zentralrat der Muslime und die Türkische Gemeinde haben die Kundgebung vor dem Brandenburger Tor organisiert. Die Türkische Gemeinde in Deutschland hofft auf eine Signalwirkung. "Ich hoffe, dass da ein Wir-Gefühl entsteht. Wir sind Deutschland", sagte der Bundesvorsitzende Gökay Sofuoglu der "Passauer Neuen Presse".

 

 

Der Anschlag auf Charlie Hebdo

 

Wikipedia: Der Anschlag auf Charlie Hebdo ist ein islamistisch motivierter Terroranschlag, der am 7. Januar 2015 gegen 11:30 Uhr auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris verübt wurde. Das Brüderpaar Saïd und Chérif Kouachi drang maskiert und mit Sturmgewehren bewaffnet in die Redaktionsräume der Zeitschrift ein, tötete elf Personen und verletzte mindestens zehn weitere. Während ihrer Flucht aus Paris töteten sie eine weitere Person und verbarrikadierten sich am 9. Januar in Dammartin-en-Goële. Sicherheitskräfte erschossen die beiden Täter.

Im Zusammenhang mit diesem Anschlag wurde am 8. Januar im Süden von Paris eine Polizistin von Amedy Coulibaly erschossen. Am darauf folgenden Tag beging Coulibaly einen Überfall auf einen Supermarkt für koschere Waren im Pariser Osten, tötete vier jüdische Kunden und nahm weitere Besucher als Geiseln. Coulibaly wurde bei der Erstürmung durch die Polizei erschossen.

Dem französischen Fernsehsender BFM TV gegenüber bestätigte Coulibaly telefonisch, er habe sich mit Chérif Kouachi abgesprochen und kämpfe für den Islamischen Staat. Kouachi äußerte (ebenfalls telefonisch BFM TV gegenüber), er sei von Al-Qaida im Jemen geschickt worden.

Der Anschlag auf die Redaktion ist derjenige mit der höchsten Anzahl an Todesopfern in Frankreich seit dem Anschlag auf den Schnellzug Straßburg–Paris am 18. Juni 1961, bei dem 28 Menschen starben und 170 verletzt wurden.

Charlie Hebdo ist eine wöchentlich erscheinende Satirezeitschrift; sie gilt nach Le Canard enchaîné als die bedeutendste Satirezeitschrift Frankreichs. Die Zeitschrift gehört zu den wenigen auf der Welt, welche im Februar 2006 die Mohammedkarikaturen aus der dänischen Jyllands-Posten nachgedruckt hatten. Die Jyllands-Posten und ihr Karikaturist Kurt Westergaard waren im Jahr 2010 selbst das Ziel von Anschlägen gewesen.

Anfang März 2013 wurde der Chefredakteur als eine von zehn Persönlichkeiten „tot oder lebendig wegen Verbrechen gegen den Islam“ im dem Al-Qaida-Zweig Al-Qaida im Jemen zugeschriebenen Magazin Inspire „zur Fahndung“ ausgeschrieben unter den Slogans „Eine Kugel am Tag schützt vor Ungläubigen“ und „Verteidigt den Propheten Mohammed, Friede sei mit ihm“.

In zahlreichen französischen und anderen europäischen Städten nahmen Menschen am Abend und am Tag nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo an Solidaritätskundgebungen teil, allein in Paris auf der Place de la République nahmen 35.000 Menschen teil. Auch außerhalb Frankreichs, so beispielsweise in Brüssel, Wien, Berlin, London, Rom, Mailand, Florenz und Madrid wurden Solidaritätskundgebungen abgehalten. Auch am 9. Januar versammelten sich etwa 700.000 Menschen in Frankreich zu Solidaritätskundgebungen.

Am 11. Januar kamen ca. 1,5 Millionen Menschen nach Paris und beteiligten sich an einem Trauermarsch. Unter ihnen auch die französische Regierung und 44 Staats- und Regierungschefs. Darunter der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel mit mehreren Ministern, der malische Präsident Ibrahim Boubacar Keïta, der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu, Königin Rania von Jordanien, der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate Abdullah bin Zayid Al Nahyan.

Auch in der muslimischen Welt wurde der Anschlag verurteilt; so erklärten beispielsweise die Arabische Liga sowie die al-Azhar-Universität in Kairo als Autorität des sunnitischen Islams: „Der Islam prangert jede Gewalt an.“ Der pakistanische Präsident Mamnoon Hussain schrieb in seiner Kondolenznote an Hollande, er sei von der Nachricht über das Attentat erschüttert und Pakistan verurteile Terrorismus in all seinen Formen. Afghanistans Präsident Aschraf Ghani verurteilte den Anschlag ebenfalls und erklärte, es gebe keine Rechtfertigung für diese brutale Tat.

Die Pressesprecherin des iranischen Außenministeriums, Marzieh Afkham, erklärte, die Terroranschläge hätten nichts mit dem Islam zu tun und seien daher inakzeptabel; genauso inakzeptabel sei es aber auch, unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit Religion und religiöse Personen zu beleidigen. Die saudi-arabische Regierung verurteilte den Anschlag „als feigen Terrorakt, der gegen den wahren Islam verstößt“, ließ jedoch einen Tag später den Blogger Raif Badawi wegen Beleidigung des Islam öffentlich auspeitschen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte, die Tat sei nicht nur ein Angriff auf das Leben der französischen Bürger und die innere Sicherheit Frankreichs, sondern stelle auch einen „Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit dar, ein Kernelement unserer freiheitlich-demokratischen Kultur, der durch nichts zu rechtfertigen ist“. Bundesinnenminister Thomas de Maizière warnte vor Populismus: „Terroristische Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun“. Für Deutschland ordnete er vom 8. bis 10. Januar Trauerbeflaggung an, „ als Zeichen der Anteilnahme und Solidarität mit dem französischen Volk“.

Am 9. Januar veröffentlichten etliche islamische Organisationen und Religionsgemeinschaften, wie zum Beispiel der Zentralrat der Muslime in Deutschland, der Islamrat und die DITIB, eine gemeinsame Meldung, in welcher sie den Anschlag „aufs Schärfste“ verurteilten und dazu aufriefen, „sich nicht einschüchtern oder auseinanderdividieren zu lassen“. Mit der Tat werde der Islam, „aber auch jeglicher zivilisatorischer Ansatz in den Schmutz gezogen“.

 

Wer sind die Täter?

http://www.tagesschau.de/ausland/charlie-hebdo-verdaechtige-101.html

 

Chérif Kouachi liebte Rap-Musik, bevor er sich radikalisierte. Sein Bruder Said war arbeitslos und kämpfte für Al Kaida im Jemen. Der jüngere der zwei Brüder - der 1982 in Paris als Sohn algerischer Eltern geborene Chérif - war Teil einer nach dem städtischen Park "Buttes-Chaumont" genannten Verbindung um den radikalen islamischen Prediger Farid Benyettou. Dem Prediger war schon vor Jahren vorgeworfen worden, in Paris junge Freiwillige für den Dschihad im Irak angeworben zu haben. Im Gefängnis lernte Chérif Kouachi später den Islamisten Djamel Beghal kennen, der wegen der Vorbereitung von Anschlägen eine zehnjährige Haftstrafe absaß. Seitdem soll er unter dessen Einfluss gestanden und einen "sehr strengen Islam" praktiziert haben, heißt es aus informierten Kreisen.

 

Der Held

http://www.tagesschau.de/ausland/frankreich-anschlag-bathily-101.html

 

Lassana Bathily, ein Moslem aus Mali, wird in Frankreich gefeiert, weil er mehreren Menschen das Leben gerettet hat. Der 24-Jährige arbeitet in dem jüdischen Supermarkt und versteckte bei der Geiselnahme mehrere Kunden in einem Kühlraum.

Heute erhält Lassana Bathily, Flüchtling aus Mali, die französische Staatsbürgerschaft. Der Held macht keine großen Worte. Lassana Bathily blieb auch nach seiner Heldentat wie immer - total bescheiden. "Der Präsident hat mich angerufen und mich beglückwünscht und mich gefragt, wie ich das gemacht habe“, sagte Bathily. Offenbar ganz cool hat er das gemacht. Als er hörte, dass der Geiselnehmer im jüdischen Supermarkt um sich schoss, drängte er die Menschen um sich herum sofort in den Keller - und dort in die Kühlkammer. "Als wir runtergerannt sind, hatte ich die Idee mit der Kühlkammer, ein paar Leute sind da mit mir rein, ich habe das Licht ausgeschaltet und auch die Kühlung."

Lassana Bathily, der Muslim aus Mali, behielt die Nerven. Als Angestellter des jüdischen Supermarktes kannte er sich mit den Räumlichkeiten aus und rettete auf diese Weise sechs Menschen das Leben. Als sie wieder rausgekommen seien, hätten sich alle bedankt und gesagt: "Danke, dass du uns da rausgeholt hast.“ Nun geht Lassanas innigster Wunsch in Erfüllung: Er wird endlich Franzose. Und ganz Frankreich findet, dass er sich das wirklich verdient hat.

Der Anschlag in Dänemark

 

 Wikipedia: Am 14. und 15. Februar 2015 kam es zu zwei Anschlägen in Kopenhagen. Am Nachmittag des 14. Februars wurde auf das Kulturzentrum Krudttønden im Kopenhagener Stadtteil Østerbro ein Anschlag verübt. Dabei wurden der dänische Dokumentarfilmer Finn Nørgaard getötet und drei Polizeibeamte verletzt. Ziel des Anschlages war eine Diskussionsveranstaltung zur Thematik Kunst, Blasphemie und Meinungsfreiheit, an der auch der schwedische Karikaturist Lars Vilks teilnahm.