Buddhismus Grundwissen - Nils Horn - kostenlos E-Book

Buddhismus Grundwissen E-Book

Horn Nils

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Beschreibung

In einfachen unterhaltsamen Kapiteln führt das Buch uns in die Welt des Buddhismus ein. Gelassenheit im Alltag. Heilung durch Meditation. Wir begreifen die wichtigsten Grundsätze des Buddhismus und finden unseren eigenen Weg eines sinnerfüllten Lebens. Das Buch hilft uns inneren Frieden und Glück zu entwickeln und zu einem heiter gelassenen Buddha zu werden.

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Nils Horn

Buddhismus Grundwissen

Mögen alle Wesen glücklich sein. Möges es eine glückliche Welt geben. BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Inhalt

Buddha

Buddhismus

Zweifel

Atem-Meditation

Wie lebt ein Buddhist

Richtiges Denken und Handeln

Die tägliche Selbsterforschung

Der persönliche spirituelle Weg

Die Kunst eine Holzhütte zu bauen

Westlicher Buddhismus

Thich Nhat Hanh

Ole Nydahl

Sylvia Wetzel

Gleichmut bei Schwierigkeiten

Das Leid überwinden

Der spirituelle Tagesplan

Geh-Meditation

In der Ruhe leben

Tägliche Motivation

Was ist Erleuchtung

Nirwana

Meditation für innere Kraft

Vergänglichkeit

Trauer nicht verdrängen

Gibt es ein Leben nach dem Tod

Reinkarnation

Das Nicht-Selbst

Der Weg der Liebe

Mitgefühl

Zuflucht

Der Dalai Lama

Tibetischer Buddhismus

Zen-Buddhismus

Zen-Geschichten

Amitabha-Buddhismus

Der sozial engagierte Buddhismus

Buddhismus und Kundalini-Yoga

Buddhismus und Sex

Sexuelles Fehlverhalten von erleuchteten Meistern

Heilmeditation

Buddhistische Therapie

Liebende Güte

Buddhistische Feste

Buddhismus Retreat mit Barbara und Nils

Buddha der Ruhe – Meditation

 

Vertiefung: 

Buddhismus für die Menschen in Deutschland (kostenlos)

Buddhistische Geschichten. Die geheimen Lehren.: Buddhismus Grundwissen Band 3

Nils Horn Homepage

Buddhismus

 

 

 Der Buddhismus zeigt uns den Weg zu innerem Frieden, Liebe und Glück. Der Begründer des Buddhismus, Siddhartha Gautama, lehnte esoterische Spekulationen ab und konzentrierte sich auf das, was man persönlich wahrnehmen und erfahren kann. Er suchte nach dem tieferen Sinn des Lebens, lernte bei vielen Meistern seiner Zeit, praktizierte sechs Jahre als Yogi und brach während einer tiefen Meditation zur Erleuchtung durch. Er erkannte, das die Anhaftung an äußere Genüsse und die Ablehnung von Leid den inneren Frieden eines Menschen zerstören können. Wenn man zur tiefen inneren Entspannung findet, kann sich das innere Glück entwickeln. Das Ego (Ich-Bewusstsein) löst sich auf und es entsteht ein Einheitsbewusstsein. Der Mensch erwacht zur wahren Sicht der Dinge. 

 

Wikipedia: Der Buddhismus ist eine Lehrtradition und Religion, die ihren Ursprung in Indien findet. Sie hat weltweit etwa 377 Millionen Anhänger und ist damit die viertgrößte Religion der Erde (nach Christentum, Islam und Hinduismus). Der Buddhismus ist hauptsächlich in Süd-, Südost- und Ostasien verbreitet. Etwa die Hälfte aller Buddhisten lebt in China (Amitabha-Buddhismus). Das Ziel der Erleuchtung soll durch die Kultivierung der Tugenden (Fünf Silas: nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, kein sexuelles Fehlverhalten, keine berauschenden Mittel), die Praxis der Meditation (Samadhi) und die Entwicklung von Mitgefühl für alle Wesen erreicht werden. Indem jemand Zuflucht zu Buddha (dem Vorbild), zum Dharma (Lehre und Weg) und zur Sangha (der Gemeinschaft der Buddhisten) nimmt, wird er Buddhist.

 

Es gibt heutzutage drei Hauptrichtungen des Buddhismus (Theravada, Mahayana und Vajrayana) und viele Unterformen (zum Beispiel den Amitabha-Buddhismus und den Zen-Buddhismus). Der Theravada-Buddhismus konzentriert sich auf die ursprüngliche Lehre Buddhas. Dabei geht es vor allem um die eigene Erleuchtung. Das Hauptziel ist es ein Heiliger (Arhat) zu werden und im Nirwana (Einheit) zu leben.

 

Der Mahayana-Buddhismus ist der Weg der umfassenden Liebe. Das Hauptziel ist nicht die eigene Erleuchtung, sondern das Glück aller Wesen. Ein Mahayana-Buddhist sieht sich nicht getrennt von seinen Mitwesen, sondern empfindet sich als Teil der Welt. Er möchte alle Wesen auf dem Weg zur Erleuchtung mitnehmen. Er wünscht eine glückliche Welt und einen glücklichen Kosmos. Das Ideal im Mahayana ist es als Bodhisattva zu leben. Ein Bodhisattva arbeitet gleichzeitig für die eigene Erleuchtung und für die Erleuchtung aller Wesen. Wenn ein Bodhisattva die Erleuchtung erlangt hat, verzichtet er so lange auf das große Erlöschen im Parinirwana nach dem Tod, bis er alle seine Mitwesen auch gerettet hat.

 

Der Vajrayana („Diamantfahrzeug“) ist im Westen als Tibetischer Buddhismus bekannt. Er beruht auf den philosophischen Grundlagen des Mahayana, ergänzt diese aber um vielfältige Techniken. Dazu gehören Körperübungen (Niederwerfungen), Visualisierungen (Gottheiten-Yoga), Mantras, spezielle Meditationen und Einweihungen (Energieübertragungen). Beim Vajrayana finden wir am stärksten eine Vermischung von Buddhismus und Hinduismus. Viele spirituelle Techniken des Vajrayana stammen aus dem Hinduismus und wurden mehr oder weniger verändert in den Buddhismus einfügt. Dieses bezieht sich insbesondere auf den Vorbild-Yoga (Gottheiten), die Yoga-Techniken (Hatha-Yoga, Mantra-Yoga, Karma-Yoga, Tantra-Yoga) und die Verehrung des erleuchteten Meisters (Guruyoga, Lamaismus).

 

https://kadampa.org/de/reference/buddhas-erleuchtung Die folgenden Ausschnitte aus dem Leben von Buddha sind Geshe Kelsang Gyatsos Buch “Einführung in den Buddhismus” entnommen: 

Siddhartha machte sich dann auf den Weg an einen Ort in der Nähe von Bodh-Gaya in Indien, wo er einen geeigneten Platz zum Meditieren fand. Dort blieb er und legte besonderes Gewicht auf eine Meditation, die “raumähnliche Konzentration über den Dharmakaya” genannt wird, in der er sich einsgerichtet auf die endgültige Natur aller Phänomene konzentrierte.

Nachdem er sich sechs Jahre in dieser Meditation geschult hatte, erkannte er, daß er der Erleuchtung sehr nahe war, und er begab sich nach Bodh-Gaya. Dort setzte er sich am Vollmondtag des vierten Monats des Mondkalenders unter einen Bodhi-Baum und gelobte, bis zur vollständigen Erleuchtung in der Meditation zu verweilen. Mit diesem Entschluss trat er in die raumähnliche Konzentration über den Dharmakaya ein.

In der Abenddämmerung versuchte Devaputra-Mara, das Oberhaupt aller Dämonen oder Maras dieser Welt, Siddharthas Konzentration zu erschüttern, indem er viele beängstigende Erscheinungen heraufbeschwor. Er erzeugte Scharen von furchterregenden Dämonen, von denen einige Speere warfen, Pfeile schossen, ihn mit Feuer bedrohten und einige Felsbrocken oder sogar Berge nach ihm schleuderten. Dank der Kraft seiner Konzentration erschienen ihm die Waffen, Felsblöcke und Berge als duftender Blumenregen und die tobenden Feuer als Darbringungen von Regenbogenlicht.

Als Devaputra-Mara sah, dass Siddhartha nicht erschreckt werden konnte und seine Meditation nicht abbrach, ließ er zahllose wunderschöne Frauen erscheinen, um ihn abzulenken. Aber Siddhartha vertiefte daraufhin seine Konzentration. Auf diese Weise triumphierte er über alle Dämonen dieser Welt, weshalb er später als ein “Eroberer-Buddha” bekannt wurde.

Siddhartha setzte dann seine Meditation fort und erreichte im Morgengrauen die “Vajra-gleiche Konzentration”. Durch diese Konzentration, die der letzte Geisteszustand eines begrenzten Wesens ist, befreite er seinen Geist vom letzten Schleier der Unwissenheit und wurde im nächsten Moment ein Buddha, ein voll erleuchtetes Wesen.

Neunundvierzig Tage nachdem Buddha Erleuchtung erlangt hatte, wurde er gebeten zu unterrichten. Auf diese Bitte hin erhob sich Buddha aus seiner Meditation und lehrte das erste Rad des Dharmas. Diese Unterweisungen, die das Sutra der Vier Edlen Wahrheiten und andere Unterweisungen einschließen, bilden die Hauptquelle des Hinayanas oder kleinen Fahrzeuges des Buddhismus. Später lehrte Buddha das zweite und dritte Rad des Dharmas, die die Sutras der Vollkommenheit der Weisheit und das Sutra der Unterscheidung der Absicht einschließen. Diese Unterweisungen sind der Ursprung des Mahayanas oder großen Fahrzeuges des Buddhismus.

In den Hinayana-Unterweisungen erklärt Buddha, wie wir die Befreiung von Leiden für uns allein erreichen können, und in den Mahayana-Unterweisungen erläutert er, wie volle Erleuchtung oder Buddhaschaft zum Wohle aller erlangt werden kann. “Dharma” bedeutet Schutz. Durch das Praktizieren von Buddhas Unterweisungen schützen wir uns vor Leiden und Schwierigkeiten. Alle Schwierigkeiten, die wir im täglichen Leben erfahren, entspringen der Unwissenheit, und die Methode, diese Unwissenheit zu beseitigen, besteht in der Dharma-Praxis.

Das Praktizieren des Dharmas ist die beste Methode, die Qualität unseres menschlichen Lebens zu verbessern. Die Lebensqualität hängt nicht von äußeren Entwicklungen oder materiellem Fortschritt ab, sondern von der inneren Entwicklung von Frieden und Glück. In der Vergangenheit zum Beispiel lebten viele Buddhisten in armen und unterentwickelten Ländern, aber sie waren fähig, reines und beständiges Glück zu finden, indem sie die Lehren Buddhas in die Praxis umsetzten.

Wenn wir Buddhas Lehren in unser tägliches Leben aufnehmen, können wir alle unsere inneren Probleme lösen und einen wirklich friedvollen Geist erlangen. Ohne inneren Frieden ist äußerer Friede unmöglich. Schaffen wir als erstes durch die Schulung in den spirituellen Pfaden Frieden in unserem Geist, entsteht äußerer Friede von allein; wenn wir dies jedoch nicht tun, wird sich der Weltfrieden niemals einstellen, gleichgültig wie viele Menschen sich dafür einsetzen.

 

 

 

Genza

 

Genza (1842-1930) ist bekannter Heiliger des Shin-Buddhismus (Amitabha-Buddhismus). Er lebte als einfacher Bauer, war verheiratet und hatte mehrere Kinder. Trotz schwerer Schicksalschläge blieb er immer glücklich und positiv. Er war für alles dankbar, was ihm widerfuhr. Er sah es als Hilfe auf seinem spirituellen Weg an. 

 

Er liebte es seinen Mitmenschen zu helfen und ihnen Gutes zu tun. Da er sein Ich-Bewusstsein aufgelöst hatte, konnte er nicht mehr wirklich zwischen Mein und Dein unterscheiden. Das führte zu komischen Situationen. Einmal wollte er sein Feld düngen. Als er am Feld seines Nachbarn vorbei kam, merkte er, dass dieses Feld viel dringender Dünger brauchte. Also dünkte er das Feld seines Nachbarn. Als ein Dieb ihm etwas aus seinem Haus stahl, freute er sich mit ihm über den gelungenen Diebstahl.

 

Erleuchtung bedeutet Heilung. Es kam fast nie vor, dass Genza krank wurde. Aber einmal rutschte er mit Heu beladen am Fluss aus und brach sich einen Arm. Da lobte und pries er Buddha Amitabha. Die Leute wunderten sich sehr. Benza erklärte: "Der eine Arm ist gebrochen. Da kann man nichts ändern. Aber ich habe noch einen zweiten Arm. Damit kann ich weiterarbeiten. Ist das nicht wunderbar?" Des weiteren meinte er: "Auch wenn ich leide, ist es eigentlich kein Leid." Durch sein inneres Glück befand er sich in einer anderen Dimension, die ihn das äußere Leid kaum wahrnehmen ließ. Selbst als ein Sohn und seine Frau starben, blieb er in seiner Lebensfreude. 

 

Oft besuchten die Menschen Genza. In seiner Nähe konnten sie an seiner positiven Energie teilhaben. Wer auch nur etwas mit Genza in Berührung kam, erfuhr den Segen des Buddhas Amitabhas. Eines Tages wurde Genza von einem fremden Dorf eingeladen. Als er kam, baten ihn die Leute etwas über seine Erleuchtung zu erzählen. Genza erklärte, dass es für ihn nichts besonderes dabei gibt: "Alles ist einfach wie es ist. Die Dinge sind so wie sie sind. Das ist alles." Er lebte im Sein, in der Einheit und in der Liebe. Er wurde gefragt, ob er sich nie ärgere. Er meinte, dass er nicht mehr die Fähigkeit habe sich richtig zu ärgern. Der Ärger sei verschwunden und es gäbe in ihm nur noch Frieden und Glück.

 

Seine Lieblingstätigkeit war es andere Menschen zu massieren und ihnen dabei von Buddha Amitabha und seinem Paradies zu erzählen. Einmal wurde er in einen Tempel eingeladen. Er massierte dem Priester die Füße und übertrug ihm dabei Erleuchtungsenergie. Er meinte: "Jetzt kannst du deine Aufgabe gut wahrnehmen." Dann verschwand er wieder. Sein Rat an seine Mitmenschen war: "Bist du in Schwierigkeiten, berate dich mit dem Nembutsu." Wir sollen zu Buddha Amitabha (den erleuchteten Meistern) beten und dann der Stimme unser inneren Weisheit folgen.

 

Genza war bescheiden und demütig. Er sah sich als Fallenden in die Arme Amitabhas (ins erleuchtete Sein). Er vergaß nie, dass er nur ein einfacher Mensch, ein Armer, ein Nichts war. Er sah sich als Nichthandelnden und ließ Buddha Amitabhas (die Erleuchtungsenergie) durch sich wirken. Er lebte nicht aus der eigenen, sondern aus der anderen Kraft und hatte dadurch immer genug Kraft.

 

Zur Erleuchtung war er gelangt, als er seinen Ochsen belud. Da begriff er, dass wir nichts tun müssen, als uns Amitabha (dem Leben) zu überlassen. Genza ließ sein Ego (Ich-Willen) los und gelangte ein Leben in der Einheit und im erleuchteten Sein. Wir werden in unserem Leben immer beschützt und geführt, wenn wir uns einmal ernsthaft Amitabha (den transzendenten Buddhas und Bodhisattvas, den erleuchteteten Meistern, unserer inneren Stimme) anvertraut haben. (Frei nacherzählt aus Claudia Lenel, Lotusblüten im Sumpf)

Wie lebt ein Buddhist

 

Ein Buddhist strebt danach ein Buddha zu werden. Die Kernaussage des Buddhismus lautet: "Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll. Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung. Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden. Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad, der da besteht in rechtem Erkennen, rechtem Entschließen, rechter Rede, rechtem Tun, rechtem Leben, rechtem Streben, rechtem Gedenken (Achtsamkeit), rechtem Sichversenken (Samadhi)."

 

Desweiteren gibt es das Metta-Sutra: „Wie eine Mutter ihren einzigen Sohn beschützt, so möge man gegen alle Wesen ein unbegrenztes liebevolles Gemüt erwecken.“

 

Übersetzung von mir: Leben ist Leiden. Es gibt einen Weg zur Überwindung des Leidens. Das ist der achtfache Pfad aus Weisheit (Erleuchtung als tieferen Lebenssinn erkennen), einem klaren Entschluss den spirituellen Weg zu gehen, Achtsamkeit beim Reden und Handeln, einer zum spirituellen Weg passenden Lebensweise, positivem Denken und täglicher Meditation.

 

Wir müssen leben wie ein Buddha, denken wie ein Buddha und handeln wie ein Buddha, dann werden wir ein Buddha. Der Bodhisattva-Weg besteht darin sich als Mutter aller Wesen zu sehen, in der umfassenden Liebe zu leben und alle Wesen ins Licht zu bringen. Wir nehmen unsere Mitwesen wichtiger als uns selbst und überwinden so unser Ego. Wir achten aber auch gut auf uns selbst und unseren Weg der Erleuchtung. Wir gehen den Doppelweg aus umfassender Liebe und Meditation.

 

Weltliches Leben ist im Schwerpunkt leiden. Es gibt einen Weg zur Überwindung des Leidens. Der Weg der Überwindung des Leidens ist die Erleuchtung. Etwas Freude am äußeren Leben kann hilfreich sein. Aber im Schwerpunkt sollte man spirituell leben. Man sollte in der Einheit, der Meditation und der umfassenden Liebe leben. Man sollte sein inneres Glück pflegen und positiv zu allen Menschen sein.

 

Anhaftung an äußere Genüsse führt zu leiden. Ablehnung von unangenehmen Situationen führt zu leiden. Der Weise ist aus sich selbst heraus glücklich. Er lebt abgeschieden von der Welt und bewahrt so seine spirituelle Energie und sein inneres Glück.

 

Weltliches Leben ist natürlich nicht nur leiden. Es besteht normalerweise aus Freude und Leid im ständigen Wechsel. Laut aktueller Glücksforschung bezeichnen sich etwa zwei Drittel aller Menschen als glücklich. Zehn Prozent empfinden das Leben als Leiden. 30 % sind sogar sehr glücklich. Allerdings wachsen die Ängste, Aggressionen, Depressionen, Süchte und psychosomatischen Krankheiten in der heutigen kapitalistischen Konsumgesellschaft stark an. Wir leben in einer extremen Leistungs- und Suchtgesellschaft, in der nur wenige Menschen tief in ihrer Seele wirklich glücklich und zufrieden sind. Und genau hier hilft der Übungsweg des Buddhismus. Man kann den Buddhismus als ein mentales Training ansehen, um inneren Frieden, Kraft und Glück zu erlangen.

 

Die beiden zentralen Techniken sind die Gedankenarbeit und die Meditation. Negative Gedanken führen zu negativen Gefühlen. Ein Mensch kann sich durch seine Gedanken sehr unglücklich machen. Ein positiv denkender Mensch ist glücklicher und erfolgreicher. Er hat bessere Beziehungen und ein besseres Leben. Wer sich im richtigen Denken schult, hat einen großen Gewinn davon.

 

Nur wenige Menschen können aber durch positives Denken alleine dauerhaft ihr inneres Glück bewahren. Das positive Denken muss durch den Weg der Meditation ergänzt werden. Meditation besteht nach Buddha grundsätzlich aus Sitzen und Gehen (Körperübungen). Dadurch bleibt der Geist ruhig und der Körper gesund. Wenn wir beständig und effektiv positives Denken und Meditation praktizieren, können wir zur Erleuchtung gelangen. Dann erheben wir uns in eine höhere Bewusstseinsebene.

 

 

 

Das erleuchtete Sein

 

Unser Zielzustand ist ein Zustand der weitgehenden Freiheit von Verspannungen. Dann entstehen Gesundheit und inneres Glück. Dann geschieht innere Heilung. Dann fühlen wir uns aus uns selbst heraus wohl. Dann leben wir im Licht (im Nirwana, im Glück).

 

Dieses Freisein von inneren Verspannungen kann man auch als "Leere" bezeichnen. Wir sind ein leeres Gefäß geworden. Im Christentum heißt es, dass der Heilige Geist Gottes in den Menschen hinein fließen kann, wenn der Mensch innerlich leer geworden ist. Wir gelangen in ein Einheitsbewusstsein. Wir erfahren Frieden, Liebe und Glück in uns. Wir sehen das Licht Gottes in der Welt. Wir werden mit Licht gefüllt und so selbst zum Licht Gottes.

 

Im Buddhismus spricht man vom Nirwana. Nirwana bedeutet inneres Glück. Erst spüren wir durch den Weg der vollständigen inneren Entspannung die Leerheit allen Seins. Alle Phänomene der Welt sind letztlich leer. Sie sind emotional bedeutungslos. Wir können sie in uns auflösen, wenn wir die Anhaftung und Ablehnung auflösen. Und dann entfaltet sich das Glück in uns. Dann werden wir zu einem Buddha. Dann sind wir aus uns selbst heraus glücklich, unabhängig von unserer äußeren Situation.

 

Das ist schwer zu begreifen. Das kann man nur erfahren. Wir machen unsere spirituellen Übungen, gelangen ins Sein und sind plötzlich glücklich. Das ist mir heute morgen wieder passiert. Ich ging spazieren, machte meine Yogaübungen im Gehen, löste so meine Energieblockaden auf und war im Licht. Die Energie floß plötzlich wieder. Ich war in mir glücklich. Ich konnte die Schönheit der Welt erkennen. Ich erkannte, dass es genügt im erleuchteten Sein zu leben. Das ist der tiefere Sinn des Lebens.