Burnout kommt nicht nur von Stress - Mirriam Prieß - E-Book

Burnout kommt nicht nur von Stress E-Book

Mirriam Prieß

4,5
9,99 €

oder
  • Herausgeber: Südwest
  • Kategorie: Ratgeber
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2013
Beschreibung

Der Burnout-Bestseller in der überarbeiteten und aktualisierten Neuausgabe

Im Laufe der Jahre hat sich dieses Buch zu einem Standardwerk entwickelt, wenn es um das Thema Burnout geht. Die vorliegende Neuausgabe wurde komplett überarbeitet und auf den neuesten Stand der Forschung gebracht. Dr. med. Mirriam Prieß' neuartiger Ansatz geht von einem ganzheitlichen Verständnis des Phänomens Burnout aus. Für die Autorin ist Burnout weit mehr als ein Ausdruck von Überforderung. Es ist die Aufforderung zu einem wesensgemäßen und authentischen Leben. Es ist ein Weckruf, nicht mehr nur im Außen nach Richtlinien für unsere Gesundheit zu suchen, sondern uns selbst zu fragen, was wir wirklich brauchen.

Erst wenn wir erkennen, dass es kein gesundes Leben in einem Falschen geben kann und herausfinden, was das richtige Leben für uns persönlich bedeutet, erst dann haben wir eine wirkliche Chance auf langfristige Gesundheit. Burnout ist kein Ausdruck von Schwäche. Es ist der gesunde Selbstregulationsversuch eines Menschen, der ein Leben lebt, das seiner Identität nicht entspricht. Basierend auf langjähriger Behandlungserfahrung mit Burnout-Patienten erklärt die Ärztin und Psychotherapeutin bisher noch nicht dagewesene Zusammenhänge dieser Volkskrankheit, die nun deutlich machen, warum die Erkrankungsrate weiter zunimmt, warum viele Betroffene sich nicht mehr erholen und warum so viele Behandlungen scheitern. Dabei muss dies nicht sein. Wenn bestimmte Mechanismen verstanden werden und ein Umdenken von Umfeld und Betroffenen stattfindet, kann jeder gesund und leistungsfähig bleiben oder wieder werden.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 245

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Inhaltsverzeichnis

VorwortIst Stress Symptom oder Ursache eines Burnouts?
Wie entsteht Stress?Wo tritt Ihrer Meinung nach der meiste Stress auf?Welche Ursachen hat Überlastung?
Der Dialog als Voraussetzung für Gesundheit
Auf der Suche nach Techniken des DialogsBeziehung als Basis für Gesundheit und Krankheit
Die Beschreibung der Burnout-Erkrankung nach dem Vier-Phasen-Modell
Die AlarmphaseDie Widerstandsphase
Wie funktioniert die Psychosomatik?Psychosomatik und Sprache
Die Erschöpfungsphase – Beginn des BurnoutsDer RückzugWeitere Anwendungsbereiche des Vier-Phasen-Modells
Gruppen, Teams und UnternehmenDer Dialog mit sich selbst
Alarm – Widerstand – Erschöpfung – Rückzug: Entwickelt sich das Burnout-Syndrom immer nach dem gleichen Prinzip?
Das Käfermodell – die 6 entscheidenden Lebensbereiche
Die Macht der inneren RealitätenGibt es eine Burnout-Persönlichkeit?
Geringe Selbstwahrnehmung und fehlender SelbstbezugSchein anstatt SeinSelbstdefinition über Leistung und AnerkennungGeringe Dialogfähigkeit und Harmoniesucht
Burnout und der fehlende Umgang mit Emotionen
Ist der verlorene Dialog mit sich selbst der entscheidende Punkt bei der Entstehung von Burnout?Menschen mit Burnout haben kein VentilDie eigene Gefühlswelt – eine unbekannte GrößeBis zum bitteren EndeVon Todesangst und anderen Körpersymptomen
Burnout und Kompensation
Wenn die Kompensation zur Sucht wird: das Glas Wein am Abend und andere KompensationsmechanismenWehret den Anfängen!Tatsache ist: Kompensation ist keine LösungWas bedeutet dies für die Aufrechterhaltung der eigenen Gesundheit?Der Weg aus dem Burnout: den Dialog suchen, anstatt zu kompensierenDas große Aber
Burnout und Narzissmus
Was hat Burnout mit Narzissmus und einem falschen Selbstbild zu tun?Männlicher und weiblicher NarzissmusIch sehe das, was nicht ist: die Macht der ProjektionIdealisierung und Burnout
Burnout und Angst
Die Ursachen der AngstWelche Konsequenzen haben Angst und Burnout speziell für Unternehmen?
Burnout und AlterHandlungsmuster in Zusammenhang mit Burnout
Die Macht der OhnmachtSchweigen als Strafe – der schweigende RückzugBurnout und WiedergutmachungsanspruchVon der Wiedergutmachung zur Selbstverantwortung
Eine verlorene Kindheit und die Konsequenzen für das Erwachsenenalter
Wenn die wesentliche Atmosphäre im Elternhaus fehltEgoismus ja – Egozentrik neinUnsere Herkunft legt die Grundlage dafür, wer wir später sindDas, was war, ist gewesen, und das, was nicht war, ist nicht nachzuholen
Der Umgang mit Burnout
Was also kann man tun?Vom Umgang mit Betroffenen
Im UnternehmenIn der PartnerschaftIn der BehandlungWas können Sie als betroffene Einzelperson tun?
AusblickAnhang: Praktische Arbeitsmaterialien und Checklisten
Erstellen Sie Ihr persönliches Stressprofil: Analyse Ihres Konfliktverhaltens anhand des Vier-Phasen-ModellsAnalyse Ihres Konfliktverhaltens anhand des KäfermodellsZwölf Richtlinien für die Aufrechterhaltung Ihrer Leistungsfähigkeit und GesundheitUnternehmenskultur: eine gute Atmosphäre ist Voraussetzung für Gesundheit
Copyright

Vorwort

»Ob ich mich für mich interessiere?«, wiederholte ein beruflich erfolgreicher, wie mittlerweile ausgebrannter Manager meine Frage. Einen Augenblick lang dachte er nach, dann sah er mich an und fragte: »Wie definieren Sie ›Interesse‹?«

»Ob ich mit mir im Dialog stehe?«, entgegnete der erschöpfte Geschäftsführer eines sehr erfolgreichen mittelständischen Unternehmens. Nach einem Moment des Schweigens sagte er: »Woher soll ich das wissen?«

Was wäre, wenn ich Ihnen diese Frage stellen würde: »Interessieren Sie sich für sich selbst?« Was würden Sie mir darauf antworten? Gehen wir einmal davon aus, dass Sie die Frage mit Ja beantworten würden, interessieren Sie sich denn auch so weit für sich, dass Sie in allen zentralen Lebensbereichen mit sich und mit Ihrer Umwelt im Dialog stehen? Stehen Sie in den jeweiligen Lebensbereichen dort, wo Sie stehen wollen, und leben Sie ein Leben, das Ihnen entspricht?

Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich immer mehr Grenzen auflösen und menschlich notwendige Strukturen zunehmend verloren gehen – in der Politik, in der Wirtschaft, im beruflichen genauso wie im privaten Bereich. Unsere Welt ist längst eine Welt der Superlative geworden. Eine Welt, in der immer mehr möglich ist, und alles machbar sein soll. Grenzen sind dazu da, um überschritten zu werden, lautet oft die Devise. Doch gilt dies für alle Grenzen?

Wie selbstverständlich werden Prozesse und Menschen stetig optimiert, nicht selten um jeden Preis und häufig bis zum bitteren Ende. Jede dritte Ehe wird geschieden, manche fast so schnell, wie sie geschlossen wurde. Kinder entstehen in vitro und nach Plan, Freundschaften werden mittlerweile mit einem Klick und in automatischer Potenzierung geschlossen, und nicht wenige haben über 1000 davon. Wir umrunden die Welt nicht mehr in 80, sondern in weniger als zwei Tagen, und viele tun dies mehrmals in einem Monat. Alles muss machbar sein. Wir sind rund um die Uhr für jeden erreichbar – doch uns selbst erreichen wir nicht mehr.. »Können Sie mir keine Technik zeigen, anhand derer ich merke, was ich fühle?«, fragte mich eine 45-jährige erfolgreiche Immobilienmaklerin und Mutter von drei Kindern, die ausgebrannt war.

»Wer bin ich und wenn ja, wie viele« lautet der Titel eines vergangenen Beststellers. Die Frage nach der eigenen Identität wird immer deutlicher gestellt und ist mittlerweile symptomatisch für den Zustand unserer Gesellschaft geworden – die absurde Frage nach der Anzahl der »Identitäten« ebenfalls.

Immer mehr Menschen verlieren sich beim Versuch, vieles gleichzeitig anzugehen, und vermeiden dabei zugleich, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Sie stehen weder mit sich selbst, noch mit ihrer Umwelt im Dialog und vergessen die entscheidende Frage: Wie ist meine Identität, was ist für mich möglich und was nötig? Menschen, Partnerschaften, Teams und Unternehmen  – ganze Systeme brennen aus, weil sie diese Frage für sich entweder gar nicht oder falsch beantworten.

Burnout ist längst zu einem gesellschaftlichen Problem der westlichen Kultur geworden und verursacht nicht nur jährlich Milliardenschäden, sondern auch großes persönliches Leid. Das Erschreckende dabei ist, dass kaum jemand weiß, worin diese neue Zivilisationskrankheit wirklich begründet ist. Noch immer werden Symptome für Ursachen gehalten, das Thema an sich verleugnet oder lächerlich gemacht.

»Burnout gibt es gar nicht«, lautet die Parole vieler, die sich dabei schlicht auf das Diagnosesystem der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandten Gesundheitsprobleme (ICD-10) berufen. Diese Meinung ist verständlich: Natürlich kann jeder, der sich ausschließlich an der ICD-10 orientiert, gesundheitliche Probleme nur im vorgegebenen Raster dieses Systems wahrnehmen, und muss entsprechend der Meinung sein, dass außer diesen Diagnosen nichts existiert. Doch ist diese Art der Klassifizierung unserem Zeitgeschehen angemessen? Wollen wir uns auf ein System berufen oder auf das blicken, was ist?

Im Dschungel aus vermeintlichen Ursachen, Klassifikationen und Diagnosen scheitern viele Burnout-Behandlungen und die Erkrankungsrate nimmt weiter zu. Längst brennen immer mehr junge Menschen aus, nicht selten finden Betroffene nicht wieder zurück in den beruflichen Alltag und manchmal auch nicht zurück ins Leben. Meiner Erfahrung nach muss dies nicht sein. Jeder von uns hat die Chance, seinen Möglichkeiten entsprechend gesund und leistungsfähig zu sein oder es im Falle eines Burnouts auch wieder zu werden. Niemand muss ausbrennen, wenn er entscheidende Punkte beachtet. Die Grundlage dafür ist jedoch, die tatsächliche Ursache für ein Burnout zu kennen und das, was offensichtlich ist, ernst zu nehmen. Denn wie wollen wir dieses Problem lösen, wenn wir es lächerlich machen oder als nicht existent klassifizieren, anstatt es zu verstehen und ihm auf den Grund zu gehen?

Ich werde im vorliegenden Buch zeigen, dass Burnout ein ernst zu nehmender Ausdruck unserer heutigen Zeit ist und versuchen zu zeigen, dass die bisher angenommenen Ursachen nur Symptome sind. Ich werde erklären, wo die wahre Ursache verborgen liegt und Ihnen die entscheidenden Schritte auf dem Weg in ein Burnout – aber auch aus dem Burnout heruas – aufzeigen. Burnout ist kein Schicksal und es entsteht nicht über Nacht. Niemand muss ausbrennen, nur weil er Leistung erbringen will. Denn Burnout ist heilbar.

Das Buch ist entstanden aus meiner jahrelangen Behandlungserfahrung mit Menschen, die ausgebrannt waren. Es basiert auf der Erfahrung, dass gesundheitlich relevante Phänomene auch unabhängig von Klassifikationen und Systemen existieren und dass eine Problemlösung und Heilung nur dann stattfinden kann, wenn das, was ist, ohne moralische Bewertung ernst genommen und ihm auf den Grund gegangen wird. Die Inhalte basieren auf der in der Praxis gewonnenen Überzeugung, dass Burnout kein Ausdruck von Schwäche, sondern vielmehr ein gesunder Selbstregulierungsversuch ist. Ein gesunder Selbstregulierungsversuch von Menschen, die den Dialog zu sich selbst und ihrer Umwelt verloren haben und ein Leben leben, das ihrem eigenen Wesen widerspricht.

Burnout ist meiner Erfahrung nach weit mehr als nur ein Ausdruck von Überforderung. Burnout ist eine Aufforderung. Es ist die Aufforderung zu leben, anstatt zu funktionieren. Die Aufforderung zur Authentizität und zu einem wesensgemäßen Leben.

Hamburg, im Januar 2013

Ist Stress Symptom oder Ursache eines Burnouts?

Die meisten Menschen sind der Ansicht, dass Burnout durch zuviel Stress entsteht. Wenn man sich als Betroffener zu erkennen gibt, so kommt automatisch die Frage: »Hast du zu viel Stress gehabt?«

Die Empfehlung vieler Ratgeber lautet: »Sie wollen Burnout verhindern? Vermeiden Sie Stress.« Stress und Burnout als Prinzip von Ursache und Wirkung werden wie selbstverständlich in einem Atemzug genannt.

Doch ist das tatsächlich so? Ist Stress wirklich der einzige Auslöser, der zu einem Burnout führt, oder steckt hinter diesem Auslöser noch ein weiterer? Wie kommt es überhaupt zu Stress? Was steckt hinter diesem Begriff, der in aller Munde ist und als zentraler Punkt bei der Entstehung von Burnout gehandelt wird? Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie überhaupt unter Stress geraten? Was bedeutet für Sie Stress?

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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