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Roland Kramer fährt am Finaltag zum einzigen Turnier der Ladies European Tour auf deutschem Boden nach Bad Griesbach. Auf dem Golfplatz Brunnwies trifft er auf die deutsche Nr. 1, Sandra Semmling, und wird infolge einer seltsamen Fügung ihr Caddy für die alles entscheidende Runde. Diese kleine Geschichte ist eine Hommage an einen der schönsten Golfplätze in Deutschland, den der Autor, der selbst leidenschaftlicher Golfer ist, bisher gespielt hat.
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Seitenzahl: 75
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Die vorliegende Geschichte ist eine Hommage an einen der für mich schönsten Golfplätze in Deutschland, den ich bisher gespielt habe. Herzlichen Dank sage ich den vielen lieben Menschen, die mich in den letzten Jahren auf vielen schönen Golfrunden auch auf diesem Golfplatz begleitet haben, z. B. meine Golffreunde aus der Schweiz, Österreich, Berlin, die wir uns regelmäßig als sog. August-Golfer in Bad Griesbach treffen.
Mein Dank gilt auch denjenigen Menschen, die mich ermuntert haben, Geschichten zu schreiben, insbesondere danke ich Rudolf Köster für seine unermüdliche Arbeit als Lektor.
Check in
Warming up
Putting-green
Plötzlich Caddy
Akkreditierung
Welcome
Tee 1, Par 4, 290 m
Tee 2, Par 4, 383 m
Tee 3, Par 3, 180 m
Tee 4, Par 4, 315 m
Tee 5, Par 4, 359 m
Tee 6, Par 3, 130 m
Tee 7, Par 5, 490 m
Tee 8, Par 3, 167 m
Tee 9, Par 4, 347 m
Halfway
Tee 10, Par 5, 494 m
Tee 11, Par 4, 336 m
Tee 12, Par 4, 349 m
Tee 13, Par 4, 372 m
Tee 14, Par 3, 155 m
Tee 15, Par 5, 439 m
Tee 16, Par 4, 314 m
Tee 17, Par 3, 180 m
Tee 18, Par 4, 389 m
Meisterschaft
Nachspiel
Roland bremst leicht ab und lässt sein Auto ausrollen. Vor ihm hat sich eine Schlange von Fahrzeugen gebildet, die alle nach links auf den kleinen Parkplatz einbiegen wollen, der für die Besucher mit den VIP-Eintrittskarten reserviert ist. Der schmale, asphaltierte Weg zum Golfclub Brunnwies ist abgesperrt. Eine große Wiese unterhalb der Übungsanlagen bietet für die ankommenden Autos ausreichend Parkflächen. Ein Ordner in roter Warnweste winkt die einzelnen Wagen heran und übergibt an seine Kollegen, die auf der Wiese die Fahrer in geordnete Parkreihen einweisen.
Es ist noch früh am Morgen und Roland ist froh, dass er sich gestern Abend doch einen Wecker gestellt hatte. Noch ist der große Ansturm ausgeblieben und er konnte entspannt anreisen. Erst auf den letzten Metern nahm der Verkehr zu. Er lässt sich in seinen Stellplatz einweisen und steigt aus. Sein Mini fällt auf neben den vielen großen stattlichen Autos und Geländewagen. Noch sind es wenige Menschen, die in Richtung Eingangsterminal gehen. Die meisten sind leicht bekleidet, sind doch für heute angenehme Temperaturen vorausgesagt. Einige haben kleine Rucksäcke auf dem Rücken und zusammenfaltbare Sitzstöcke in der Hand.
Roland reiht sich vor dem Eingangsterminal ein, der zu den sonst als Parkplätze genutzten Flächen unterhalb der Hotelanlage führt. Heute sind dort weiße Zelte für die Sponsoren des Turniers, für die vielen Händler und die Restaurants aufgestellt. Er holt sein VIP-Ticket, das er über das Internet gezogen hat, aus seinem leichten Blouson. Wenn schon, denn schon, hatte er sich vor einigen Wochen gedacht, als er das Ticket orderte. Einmal die Stars hautnah erleben, das war es ihm wert.
„Guten Morgen“ begrüßt ihn die in hellem Blau gekleidete Hostess. „Möchten Sie auch unsere heutige Ausgabe der Turnierzeitung mit den Abschlagzeiten?“ Sie lächelt Roland freundlich an.
„Das erste Flight startet in ca. 20 Minuten.“
Roland schaut auf die erste Seite der Zeitung. Maximilian Ladys Open - die großen Letter springen ihm förmlich ins Auge.
Na, dann wollen wir mal schauen, was die Damen alles so mit dem kleinen Ball anfangen können, geht es ihm durch den Kopf.
Viele Wochen fiebert er nun schon diesem Golf-Event entgegen. In letzter Zeit machten sich die Golfprofis, egal ob Herren oder Damen, etwas rar in Deutschland. Daher ist der heutigen Tag bereits lange in seinen Kalender besonders vermerkt. Heute ist Finaltag des einzigen Damenturniers der europäischen Ladies Tour in Deutschland. Und das auch noch auf einem Platz, den er ganz gut kennt, da er ihn selbst schon ein paarmal gespielt hat.
Die drei Parkflächen unterhalb des Gutshofes sind Terrassen gleich angelegt, getrennt durch mannshohe Hecken und teilweise durch mächtige Steine abgestützt. Auf den drei Ebenen sind die Ausstellerzelte nach den unterschiedlichen Themen aufgebaut. Der untere Bereich liegt der sich am den gegenüberliegenden Hang hinauf ziehenden Driving-Range am nächsten. Hier präsentieren alle namhaften Golfartikelhersteller ihre Schläger, Golfbags, Trolleys und all das Zubehör, von dem Golfer meinen, unbedingt etwas haben zu müssen. Auf der mittleren Ebene tummeln sich die Anbieter mit unzähligen Golfreisen, sowie den neuesten Trends der bunten Golf-Mode. Kulinarische Angebote findet man reichlich auf der oberen Fläche. Es duftet schon verführerisch nach exotischen Snacks und deftigen bayrischen Speisen.
Roland schlendert, auf der unteren Ebene anfangend, durch die Zeltgassen, schaut hier und da mal rein, ohne aber sich wirklich für die Angebote zu interessieren. Er hat ja alles zuhause, was er für sein Golfspiel benötigt. Und auch wenn viele Händler an ihren Zelten auf großen Plakaten angebliche Sonderangebote anpreisen, so weiß er doch, dass es hier keine wirklichen Schnäppchen gibt. Immerhin haben die Aussteller hohe Standgebühren zu zahlen und schlagen erst einmal einen hohen Anteil davon auf die angeblich einmal günstigen Preise auf.
Einige wenige Interessierte schauen sich wie er die Auslagen an oder lassen sich von den Ausstellern beraten. Oben auf der dritten Ebene genießen ein paar Leute noch ein kleines Frühstück. Sie sind wohl auch früh aufgestanden. Roland wendet sich dem befestigten Weg zu, der zum Gutshof hinauf führt. Dieser ist beiderseits mit einem weiß lackierten Zaun gesäumt und endet direkt vor der großen Glastür des Sekretariats. Normalerweise sind die gläsernen Seitenteile zugepflastert mit unzähligen Turnierausschreibungen und Startlisten der vielen Golfplätze des hiesigen Golf-Ressorts. Heute schauen ihn dagegen die vielen Gesichter der LPGA-Golfspielerinnen an. Und sogleich hat er unter den meist jungen Damen auch seine heimische Favoritin ausgemacht.
Das einzige Turnier der Ladies European Tour auf deutschem Boden ist gut besetzt. Die Liste der namhaften Spielerinnen ist lang. Neben vielen internationalen Proetten nimmt auch die deutsche Ranglistenerste Sandra Semmling am Turnier teil. Roland ist gespannt, sie einmal live zu erleben. Bisher kennt er sie nur aus dem Fernsehen und den Golf-Magazinen. Sie hat in den letzten Jahren die weibliche Golfwelt ziemlich aufgemischt. Und auch in der ersten Runde am Donnerstag hatte sie sehr gutes Golf gezeigt, dann allerdings ist sie etwas zurück gefallen und liegt augenblicklich sieben Schläge hinter der Führenden auf Platz 28. Eigentlich zu weit hinten, um noch eine Siegchance zu haben. Startzeit für Sandra Semmling ist in ca. anderthalb Stunden.
Roland faltet die Zeitung zusammen und schaut sich um. Die Sonne ist schon über die sanften Hügel des verträumten Dorfes emporgestiegen und so liegt die Clubanlage im hellen Sonnenlicht. Die tiefen Fenster des Hotelanbaus funkeln. Vor ihm liegt das alte Hofgebäude, das heute als Unterstand für die vielen E-Carts dient und außerdem den Pro-Shop mit dem Sekretariat beherbergt. Rechts daneben ein kleiner Hof, auf dem regelmäßig fahrbereite E-Carts stehen. Von dort hat man einen ersten Blick auf das Grün der letzten Spielbahn. Natürlich sind bei solch einem Event an verschiedenen Stellen des Platzes Tribünen für die Zuschauer aufgebaut. Aber hier an der 18 hat man die natürliche Hanglage rund um das Grün genutzt und zahlreiche Stühle in das Gras gestellt. So ist eine wunderbare naturbelassene Arena geschaffen worden.
Auf dem gepflasterten Hof steht ein großer, blauer Hubwagen. Gerade sind Kameraleute dabei, die schwere Fernsehkamera in der Gondel des ausfahrbaren Hydraulikarmes zu verstauen. Noch hat die Fernsehübertragung nicht begonnen. Aber lange wird es nicht mehr dauern, dann werden aus luftiger Höhe die an der Eins startenden Spielerinnen live bei ihrem ersten
Drive verfolgt. Und bis die ersten Spielerinnen das letzte Grün erreicht haben, dürften noch etliche Stunden vergehen.
Roland wendet sich nach links und schlendert über den zweiten, kiesbestreuten Hof, am Hotelanbau vorbei, in Richtung Putting-Grün. Das Putting-Grün liegt jenseits der befestigten Hofzufahrt am kurzgemähten Grashang, oberhalb einer Übungsanlage mit tiefen Sandbunkern. Heute ist das Putting-Grün durch einen niedrigen weißen Zaum vom Hauptweg getrennt. Von hier oben vom Hügel hat man einen schönen Blick auf das Unterdorf mit dem markanten Kirchturm. Auch sind hinter den zahlreicher gewordenen Fahrzeugen auf dem VIP-Parkplatz einige Spielbahnen des benachbarten Golfplatzes Uttlau zu erkennen.
Rund um das Putting-Grün haben sich schon einige Zuschauer eingefunden, um die Proetten bei ihren Vorbereitungen zu beobachten. Gerade verlässt Sandra Semmling die gegenüber liegende Driving-Range und steuert das Putting-Grün an. Auffallend ist, dass sie ihr Bag selber trägt .
Roland sucht sich zwischen den anwesenden Zuschauern eine freie Stelle am Hang, unmittelbar über dem linken äußeren Rand des Übungsgrüns. Dort ist das Grün kaum frequentiert und Roland hofft, dass vielleicht der deutsche Golfstar dort seine Übungseinheiten absolviert. Und tatsächlich steuert Sandra diese Ecke an, nachdem sie kurz über das Übungsgrün nach einem freien Platz geschaut hat. Nur eine weitere Golferin hat sich auch diese Ecke zum Einspielen ausgesucht.
„Hi, Sandra, wie geht es Deinem Caddy? Ich habe gehört, er sei gestern Abend mit einem allergischen Schock ins Krankenhaus gekommen. Hat wohl etwas gegessen, was ihm nicht bekommen ist?“
