Callboys - Die Schönen der Nacht - Megan Hart - E-Book

Callboys - Die Schönen der Nacht E-Book

Megan Hart

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Beschreibung

Callboys sind für Grace die perfekte Lösung, um heißen, hemmungslosen Sex ohne jede Verpflichtung zu genießen. Bis sie Sam trifft … Grace trifft sich mit Callboys. Beziehungen schaffen nur Probleme, davon ist sie überzeugt - und hat sich für die radikale Lösung entschieden: Sie bezahlt fremde Männer, um heißen, hemmungslosen Sex ohne jede Verpflichtung zu genießen. So werden all ihre erotischen Fantasien erfüllt, alle Begierden befriedigt, und Grace fühlt sich wunschlos glücklich. Bis sie Sam trifft. Was ist so anders an dem sexy Musiker, dass sie plötzlich nie gekannte Sehnsüchte verspürt? Mit aller Kraft versucht sie ihn zu vergessen …

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Seitenzahl: 627

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Alle Rechte, einschließlich das der vollständigen oder auszugsweisen Vervielfältigung, des Ab- oder Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten und bedürfen in jedem Fall der Zustimmung des Verlages.

Der Preis dieses Bandes versteht sich einschließlich der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

Megan Hart

Callboys – Die Schönen der Nacht

Roman

Aus dem Amerikanischen von

Ira Severin

MIRA® TASCHENBUCH

MIRA® TASCHENBÜCHER

erscheinen in der Cora Verlag GmbH & Co. KG,

Valentinskamp 24, 20350 Hamburg

Copyright © 2010 by MIRA Taschenbuch

in der CORA Verlag GmbH & Co. KG

Titel der nordamerikanischen Originalausgabe:

Stranger

Copyright © 2009 by Megan Hart

erschienen bei: SPICE Books, Toronto

Published by arrangement with

HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.

Konzeption/Reihengestaltung: fredebold&partner gmbh, Köln

Umschlaggestaltung: pecher und soiron, Köln

Redaktion: Ivonne Senn

Titelabbildung: Harlequin Books S.A.

Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling

ISBN (eBook, PDF) 978-3-86278-025-9 ISBN (eBook, EPUB) 978-3-86278-024-2

www.mira-taschenbuch.de

eBook-Herstellung und Auslieferung:

readbox publishing, Dortmund

www.readbox.net

ÜBER DIE AUTORIN

Megan Hart ist die gefeierte Autorin von über dreißig erotischen Romanen und Novellen, darunter Dirty, Broken (Beichte eines Verführers) und der Bestseller Tempted (Hot Summer). Megan Hart lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in den tiefen dunklen Wäldern Pennsylvanias und arbeitet zurzeit an einemweiteren erotischen Roman.

Sie können mit Megan Hart über ihre Website www.meganhart.com Kontakt aufnehmen.

DANKSAGUNGEN

Mein besonderer Dank gilt Steve Kreamer vom Kreamer Funeral Home in Annville, Pennsylvania, dafür, dass er in meine Highschool-Klasse gekommen ist und mich dazu angeregt hat, über eine berufliche Laufbahn als Bestatterin nachzudenken. Danke auch für die Zeit, die Sie mir Jahre später gewidmet haben, um mir begreifen zu helfen, wie es wirklich ist, in diesem Beruf zu arbeiten. Alles, was ich richtig schildern konnte, habe ich ihm zu verdanken – sämtliche Fehler sind allein mir zuzuschreiben.

Für die Bootsquad, für die Kritik und die Verrücktheiten.

Für die Maverick Authors, aus denselben Gründen.

Für Jared, dafür, dass er mir ans Herz gewachsen ist.

Und, wie immer und stets, für DPF,

weil ich das hier ohne dich tun könnte,

aber ich bin unheimlich froh, dass ich das nicht muss.

1. KAPITEL

Ich war auf der Suche nach einem Unbekannten.

Das Fishtank zählte nicht zu meinen Stammlokalen. Es war vor Kurzem renoviert worden und versuchte nun, mit einem Haufen neu eröffneter Bars und Restaurants im Zentrum von Harrisburg zu konkurrieren. Doch obwohl das tropische Ambiente und die Aquarien hübsch und die Drinks preiswert waren, lag das Fishtank zu weit von der eigentlichen Restaurantmeile entfernt, um mithalten zu können. Es bot allerdings etwas, das die anderen, neueren Bars nicht hatten, und zwar ein Hotel im selben Gebäude. Im Fishtank kannst du dir immer jemanden „angeln“, pflegten die Singles unter dreißig aus Pennsylvania untereinander zu scherzen. Oder jedenfalls ich, und ich war unter dreißig. Und zum Glück und mit voller Absicht Single.

Während ich meinen Blick suchend durch den Raum schweifen ließ, schlängelte ich mich durch die eng beieinanderstehenden Tische in Richtung Bar. Das Fishtank war zum Bersten voll mit Menschen, die ich nicht kannte. Einer von ihnen würde der perfekte Unbekannte sein. Mit der Betonung auf perfekt.

Bis jetzt hatte ich ihn noch nicht entdeckt, aber mir blieb noch genügend Zeit. Ich setzte mich an die Bar. Mein schwarzer Rock rutschte ein wenig nach oben, und meine Strümpfe, die an einem Hüftgürtel aus zarter Seide befestigt waren, glitten raschelnd über den Lederbezug des Hockers. Das erregende Gefühl dieser Berührung kroch an meinen Schenkeln herauf, die über dem Rand der Strümpfe nackt waren. Mein Höschen, aus noch dünnerer Seide als die Strapse, rieb sich an meiner Haut, als ich ein wenig auf der Sitzfläche herumrutschte.

„Tröegs Weißbier“, bestellte ich beim Barkeeper, der mir mit einem kurzen Nicken eine Flasche hinstellte.

Verglichen mit den meisten Frauen, die sich an diesem Abend im Fishtank aufhielten, war ich konservativ gekleidet. Mein elegant geschnittener schwarzer Rock endete knapp über den Knien, und meine Seidenbluse betonte meine Figur, doch zwischen all den tief auf den Hüften sitzenden Jeans und den T-Shirts, die den Nabel unbedeckt ließen, den Spaghettiträgern und den billig wirkenden High Heels fiel ich auf. Auf genau die Art, wie ich es beabsichtigte.

Ich nippte an meinem Bier und schaute mich um. Wer würde es sein? Wer würde mich heute Abend mit nach oben nehmen? Wie lange musste ich noch warten?

Offensichtlich nicht mehr lange. Der Hocker neben meinem war leer gewesen, als ich mich gesetzt hatte, doch nun ließ sich ein Mann darauf nieder. Unglücklicherweise war es der falsche Mann. Es war ein Fremder, ja, aber es war nicht der Unbekannte, auf den ich wartete. Der Typ hatte blonde Haare und eine Lücke zwischen den Vorderzähnen. Er war süß, aber definitiv nicht das, was ich wollte. Zu dumm, dass er außerdem einen Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstand.

„Nein, danke“, erwiderte ich, als er mich zu einem Drink einlud. „Ich warte auf meinen Freund.“

„Du wartest keineswegs auf deinen Freund“, erklärte er mit unerschütterlichem Selbstvertrauen. „Das behauptest du nur. Komm, ich geb einen aus.“

„Ich habe bereits etwas zu trinken.“ Seine Hartnäckigkeit war durchaus beeindruckend, aber ich war nicht gekommen, um mich von einem Studenten abschleppen zu lassen, der glaubte, es sei im höchsten Maße humorvoll, „von wegen“-Witze zu machen.

„Okay. Dann lasse ich dich jetzt in Ruhe.“ Kurze Pause. „Von wegen.“

Er lachte und schlug sich dabei auf den Schenkel. „Na komm schon. Ich geb einen aus.“

„Ich …“

„Versuchst du gerade, mein Date anzubaggern?“

Der Student und ich wandten uns um, und im nächsten Moment fiel uns beiden die Kinnlade nach unten. Allerdings aus unterschiedlichen Gründen, da bin ich mir ziemlich sicher. Er war wahrscheinlich erstaunt, dass er mit seiner Vermutung unrecht gehabt hatte. Ich war einfach nur entzückt.

Der Mann, der neben mir stand, hatte das dunkle Haar und die blauen Augen, nach denen ich Ausschau gehalten hatte. Den Ohrring. Die Jeans, die an genau den richtigen Stellen hauteng saßen, und das weiße T-Shirt mit der Lederjacke darüber. Obwohl ich auf einem hohen Barhocker saß, überragte er mich. Ich schätzte, dass er mindestens einen Meter fünfundneunzig maß, wenn nicht mehr.

Sehr, sehr gut.

Mein Unbekannter machte eine Handbewegung, als würde er den Studenten wegwischen. „Na los. Nun geh schon.“

Der Student, das musste man ihm lassen, wusste, wann er verloren hatte. Er grinste und rutschte von seinem Hocker. „Tut mir leid, Kumpel. Es ist ja wohl verständlich, dass ich es versucht habe. Oder etwa nicht?“

Mein Unbekannter wandte den Kopf, um mich anzusehen, und sein strahlend blauer Blick glitt von oben nach unten über jeden Zentimeter meines Körpers, bevor er antwortete. „Ja.“ Er klang, als würde er gründlich nachdenken. „Sieht so aus, als könnte ich es dir tatsächlich nicht zum Vorwurf machen.“

Damit setzte sich mein Unbekannter auf den frei gewordenen Platz. Er streckte mir die rechte Hand entgegen, in der linken hielt er ein Glas dunkles Bier. „Hi. Ich bin Sam. Wenn du jetzt einen Scherz mit Sam und plemplem machst, kannst du gleich wieder rüber zu dem Idioten gehen.“

Sam. Der Name passte zu ihm. Bevor er ihn mir genannt hatte, hätte er sonst wie heißen können, aber nachdem er sich vorgestellt hatte, schien es mir, als käme nur dieser Name infrage.

„Grace.“ Ich schüttelte die Hand, die er mir hinhielt. „Nett, dich kennenzulernen.“

„Was trinkst du, Grace?“

„Tröegs Weißbier“, sagte ich und hob meine Flasche.

„Wie schmeckt das?“

Ich nahm einen kleinen Schluck. „Weiß.“

Sam hob sein Glas. „Ich trinke Guinness. Das hat entschieden mehr Farbe. Lass mich dir eins ausgeben.“

„Ich habe mein Bier noch nicht ausgetrunken“, erklärte ich, doch dieses Mal mit einem Lächeln, das ich dem Studenten nicht geschenkt hatte.

Sam hängte sich in die Sache rein. „Na los, Grace. Von Guinness bekommst du Haare auf der Brust.“

„Igitt. Sehe ich aus, als wäre ich wild auf Haare auf meiner Brust?“

Demonstrativ beäugte Sam die Vorderseite meiner Bluse. „Ohne die Brust gesehen zu haben, von der hier die Rede ist, kann ich dazu nichts sagen, fürchte ich.“

Ich lachte. „Geeenau! Da musst du dir schon etwas anderes ausdenken.“

Sam machte dem Barkeeper ein Zeichen und bestellte zwei weitere Flaschen Weißbier. „Auf Vorrat. Wenn du das da ausgetrunken hast.“

Ich nahm die zweite Flasche nicht an. „Ich kann wirklich nicht. Ich habe Bereitschaftsdienst.“

„Bist du Ärztin?“ Sam kippte den Rest Bier aus seinem Glas herunter und zog eine der Flaschen zu sich heran.

„Nein.“

Er schwieg und wartete offenkundig darauf, dass ich ihm mehr erzählte, was ich aber nicht tat. Er trank und schluckte. Dabei gab er jene männlichen Grunzer und Schmatzgeräusche von sich, die Kerle zu produzieren pflegen, wenn sie Bier aus der Flasche trinken und versuchen, Frauen zu beeindrucken. Ich schaute ihm wortlos zu und fragte mich, wie er die Sache gestalten würde. Ich hoffte wirklich, er machte es überzeugend genug, um mit ihm nach oben zu gehen.

„Aha. Du bist also nicht zum Trinken hier?“ Sam sah mich an und drehte sich dann so auf seinem Hocker, dass unsere Knie sich berührten.

Ich lächelte über den Anflug von Herausforderung in seiner Stimme. „Eigentlich nicht. Nein.“

„Dann …“ Er hielt inne, als würde er nachdenken. Das machte er richtig gut. „Dann willst du also sagen, wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass da dieser Typ ist, hm, der dir einen Drink bestellt hat.“

„Okay.“

„Bevor er wusste, dass du nicht hier bist, um zu trinken.“

Wieder lächelte ich, während ich ein Lachen unterdrückte. „Genau. Dieser Tatsache müssen wir ins Auge sehen.“

Sam drehte sich noch weiter auf seinem Hocker herum, um mich mit einem intensiven Blick zu fixieren. „Ist er damit schon unwiderruflich durchgefallen, oder könntest du ihm die Chance geben, den schlechten Eindruck wieder wettzumachen?“

„Ich schätze, das kommt drauf an“, stellte ich fest und schob ihm die Flasche hin, die er für mich bestellt hatte.

Sams träges Lächeln hatte die Wirkung einer Rakete mit Wärmeleitsystem, die mich zwischen den Schenkeln traf. „Worauf?“

„Darauf, ob er gut aussieht.“

Langsam drehte er sich wieder um und wandte mir sein Profil zu, anschließend zeigte er mir sein Gesicht von der anderen Seite, bevor er mir wieder frontal in die Augen blickte. „Und wie gefällt dir das, was du siehst?“

Ich musterte ihn ausführlich. Sein Haar, das die Farbe von teurer schwarzer Lakritze und oben auf dem Schädel einen Wirbel hatte, lockte sich leicht über seinen Ohren und im Nacken. Seine Jeans waren an interessanten Stellen abgewetzt. Er trug schwarze, abgestoßene Stiefel, die mir bis jetzt nicht aufgefallen waren. Dann sah ich wieder in sein Gesicht mit dem ironisch verzogenen Mund. Nur der Gesamteindruck seiner Gesichtszüge bewahrte seine Nase davor, zu spitz zu wirken. Er hatte Brauen wie dunkle Flügel, die über seinen Augen einen hohen Bogen beschrieben und an den äußeren Enden schmaler wurden, bevor sie sich im Nichts auflösten.

„Ja.“ Ich lehnte mich ihm entgegen. „Du siehst gut genug aus.“

Sam trommelte mit den Fingerknöcheln auf den Rand der Bar und brach in Jubelgeschrei aus. Bei dem Lärm wandten die übrigen Gäste uns die Köpfe zu, doch er bemerkte es nicht. Oder tat, als würde er es nicht bemerken. „Verdammt. Meine Mama hatte recht. Ich bin hübsch.“

Das war er nicht wirklich. Er war attraktiv, aber nicht hübsch. Dennoch konnte ich angesichts seiner Vorstellung nicht anders, als in Lachen auszubrechen. Er war nicht so, wie ich es erwartet hatte, aber … war das nicht gerade der Sinn der Sache, wenn man sich mit einem Unbekannten verabredete?

Er verschwendete keine Zeit.

„Du bist sehr hübsch.“ Sam, der die Bierflaschen in Rekordzeit geleert hatte, beugte sich vor und murmelte die Worte in die Nähe meines Ohrs.

Seine Lippen kitzelten die empfindliche Haut meines Halses direkt unter meinen Ohrläppchen. Mein Körper, bereits scharfgemacht durch die Fantasien, die unser Gespräch in mir ausgelöst hatte, reagierte sofort. Meine Nippel drängten sich gegen den Spitzenstoff meines BHs und wurden durch die Seide meiner Bluse sichtbar. Meine Klit pulsierte, und ich presste die Schenkel zusammen.

Auch ich lehnte mich in seine Richtung. Er roch ein wenig nach Bier und ein wenig nach Seife. Und absolut köstlich. Ich wollte ihn lecken. „Danke.“

Wir setzten uns beide aufrecht auf unsere Hocker. Lächelten einander an. Ich schlug meine Beine übereinander und sah zu, wie sein Blick meinem Rocksaum folgte, der hochrutschte und ihm einen flüchtigen Eindruck meiner nackten Schenkel bot. Zufrieden bemerkte ich das anerkennende Aufleuchten seiner Augen. Seine Zunge glitt über seine Unterlippe, die anschließend feucht glänzte.

Er schaute mir in die Augen. „Ich nehme nicht an, dass du die Art von Frau bist, die mit einem Typen nach oben gehen würde, den sie gerade erst kennengelernt hat, selbst wenn er unglaublich gut aussieht?“

„Wie es momentan aussieht“, erklärte ich ihm und ahmte seinen leisen, rauen Tonfall nach, „glaube ich fast, ich könnte diese Art von Frau sein.“

Sam bezahlte die Rechnung und gab ein so großes Trinkgeld, dass der Barkeeper uns grinsend ansah. Dann nahm er meine Hand und half mir von dem hohen Barhocker herunter. Als ich dabei mit meinem Fuß falsch aufkam, stützte er mich, als hätte er schon vorher gewusst, dass ich stolpern würde. Obwohl ich zehn Zentimeter hohe Absätze trug, musste ich den Kopf in den Nacken legen, um ihm ins Gesicht sehen zu können.

„Danke“, sagte ich.

„Was soll ich sagen?“, erwiderte Sam. „Ich bin ein Gentleman.“

Im Stehen überragten sein Kopf und seine Schultern die der meisten Anwesenden, deren Anzahl sich erheblich vergrößert hatte, seit ich gekommen war, und ohne zu zögern, führte er mich durch das Labyrinth der Tische und Menschen zu der Tür, die hinaus in die Lobby führte.

Niemand, der uns sah, wäre auf die Idee gekommen, dass wir einander gerade erst kennengelernt hatten. Dass wir Fremde waren. Ich war auf dem Weg in das Zimmer eines Fremden. Niemand konnte das wissen, aber ich wusste es, und mit jedem Schritt, den wir uns dem Aufzug näherten, klopfte mein Herz rascher und rascher.

Die verspiegelten Wände im Inneren des Lifts reflektierten uns beide. Unsere Gesichter waren in dem schwachen Licht und wegen der auf die Spiegel gedruckten Goldmuster nur verschwommen zu erkennen. Der Saum seines T-Shirts war ihm aus dem Bund seiner Jeans gerutscht. Ich konnte meinen Blick nicht von der Schnalle seines Gürtels und der vagen Andeutung unbedeckter Haut darüber abwenden. Als ich wieder hochschaute, um im Spiegel seinen Blick zu suchen, hatte Sams Lächeln sich verändert.

Ich sah, dass er mir die Hand auf den Nacken legte, bevor ich seine Berührung spürte. Der Spiegel hatte diesen Unterschied, diese winzige Verzögerung, geschaffen. Es war, als würde ich mir einen Film anschauen, doch aus irgendeinem Grund erschien mir durch diese kleine Verfremdung alles umso wirklicher.

Vor der Tür zu seinem Zimmer nahm Sam die Hand von meinem Nacken, um in seinen Taschen nach der Keycard zu suchen. Aus den beiden Vordertaschen seiner Jeans brachte er außer ein paar Münzen nichts zum Vorschein. Er fummelte wild herum. Ich fand seine Nervosität anziehend, obwohl dadurch meine eigene nur noch größer wurde. Schließlich entdeckte er die Karte in seiner Brieftasche, wo sie in einem der hinteren Fächer steckte.

Das Lachen, mit dem er die Keycard herauszog und in die Tür steckte, gefiel mir. Das Schloss leuchtete rot auf, und er murmelte einen Fluch vor sich hin, den ich als solchen nur an seinem Tonfall erkannte, nicht weil ich das Wort verstanden hätte. Er versucht es erneut. Seine Hände waren so groß, dass die dünne Plastikkarte vollständig unter ihnen verschwand. Ich konnte nicht aufhören, seine Hände anzustarren.

„Scheiße“, fluchte Sam dieses Mal mit klarer Stimme und hielt mir die Karte hin. „Ich kriege die Tür nicht auf.“

Als ich nach der Keycard griff, berührten sich unsere Hände. Dann lagen plötzlich seine Finger um mein Handgelenk, und mein Rücken wurde an die immer noch geschlossene Zimmertür gedrückt. Sam presste sich gegen meine Vorderseite. Sein Mund fand meinen, der sich bereits für ihn geöffnet hatte. Seine Hand ertastete mein Bein, das ich bereits angezogen hatte, sodass sein Griff genau in meine Kniekehle traf. Er passte zwischen meine Beine, wie der Schlüssel hätte in das Schloss passen sollen, und ohne jedes Problem öffnete er meine Tür. Seine Finger glitten höher unter meinen Rock, über den Rand meiner Strümpfe, und fanden glühende Haut.

Er stöhnte in meinen offenen Mund hinein und umfasste mein Handgelenk fester. Dann hob er meinen Arm über meinen Kopf und nagelte mich mit seinen Händen, seinem Körper und seinem Mund an die Tür. Dort im Flur küsste er mich zum ersten Mal, und da war nichts Bedächtiges und Leichtes, nichts Sanftes und Zögerndes an seinem Kuss.

Sam streichelte meine Zunge mit seiner. Seine Gürtelschnalle drückte sich durch die Seidenbluse gegen meinen Bauch. Ein wenig tiefer stupste mich durch den Stoff seiner Jeans sein Schwanz an. Er gab mein Handgelenk frei.

„Schließ die Tür auf.“ Er unterbrach seinen Kuss, um mir die Worte in den Mund zu flüstern.

Während ich die Karte in das Schloss rammte, ohne auch nur hinzusehen, schlug er mit der Hand auf die Klinke. Hinter mir gab die Tür unter dem Druck unserer Körper nach, doch keiner von uns beiden stolperte. Sam hielt mich so fest, dass uns nichts passieren konnte, weil wir uns gegenseitig stützten.

Seinen Mund immer noch fest auf meinen gepresst, schob er mich zwei Schritte ins Zimmer und warf mit einem Fußtritt die Tür ins Schloss. Das Krachen fand sein Echo zwischen meinen Beinen. Heftig atmend nahm er ein wenig Abstand, um mir in die Augen zu sehen.

„Ist es das hier, was du willst?“

Mühsam keuchte ich: „Ja.“

Er nickte, nur ein einziges Mal, und bemächtigte sich wieder meines Mundes. Sein Kuss hätte mir wehgetan, wenn er sich nicht gerade eben so sehr zurückgehalten hätte, dass er mir keine Schmerzen zufügte. Ohne die Tür im Rücken musste ich mich darauf verlassen, dass Sams Arme mich festhielten. Einer glitt hinter meine Schultern. Der andere verließ die geheime Stelle zwischen meinen Schenkeln und legten sich über meinen Po. Er schob mich rückwärts, Schritt für Schritt, in Richtung Bett vor sich her. Die Bettkante drückte sich in meine Kniekehlen. Wieder unterbrach er seinen Kuss.

„Warte einen Moment.“ Er griff um mich herum, zog die Tagesdecke vom Bett und warf sie ohne weitere Umstände unordentlich auf den Boden.

Dann grinste er mich an. Seine Wangen sahen ein wenig erhitzt aus, sein Blick wirkte ein winziges bisschen schläfrig. Er streckte die Hände nach mir aus, und ich schmiegte mich wieder in seine Umarmung. Die Arme schlang ich ihm um den Hals. Er legte mir seine um die Taille.

In einem Wirrwarr aus Gelächter und Gliedern schafften wir es ins Bett. Sam sah im Liegen genauso riesig aus wie im Stehen, aber auf dem Bett konnte ich ihn küssen, ohne meinen Kopf so weit in den Nacken legen zu müssen. Mein Mund fand seine Kehle, die Erhebung seines Adamsapfels. Seine Haut schmeckte salzig. Meine Lippen rieben sich an frisch hervorgesprossenen Bartstoppeln.

Mein Rock war hochgerutscht, wobei Sam allerdings nachgeholfen hatte. Jetzt schob er den Stoff noch höher. Eine seiner großen Hände umfasste meinen Schenkel. Seine Fingerspitzen glitten über mein Höschen, und ich hielt den Atem an.

Als ich aufschaute, sah ich, dass er mich mit einer Mischung aus Belustigung und etwas anderem, das ich nicht genau einschätzen konnte, ansah. Ich hob die Lippen von seiner Haut und richtete mich ein wenig auf, zog mich zurück, rückte aber nicht von ihm ab.

„Was ist?“, erkundigte ich mich misstrauisch.

Seine Hand auf meinem Schenkel rutschte ein wenig höher, während er nun mit der anderen seinen Kopf stützte. So ausgestreckt, sah er mit seinen in Unordnung geratenen Kleidern, die Arme und Beine mit meinen verflochten, beneidenswert entspannt aus, als fühlte er sich in seiner Haut sehr wohl. Männern gelang das häufig. Manchmal mussten sie Selbstvertrauen auftragen, wie sie Aftershave auftrugen. Sams schien angeboren zu sein. Sich mit sich selbst wohlzufühlen gehörte zu ihm wie die Farbe seiner Augen oder seine unfassbar langen Beine.

Er schüttelte den Kopf. „Nichts“, beantwortete er meine Frage.

„Es kann nicht nichts sein“, widersprach ich. „Du siehst mich komisch an.“

„Tue ich das?“ Er richtete sich ein wenig auf, nahm aber nicht die Hand von meinem Schenkel. Dabei schielte er heftig und streckte die Zunge heraus. „Etwa so?“

Ich musste lachen. „Nicht ganz.“

„Das ist gut.“ Zufrieden nickend lehnte er sich vor und machte sich wieder über meinen Mund her. Dabei redete er weiter, ohne seine Lippen von meinen zu nehmen. „Das wäre mir auch ziemlich peinlich gewesen.“

Dann bettete er mich wieder auf die große weiche Matratze und fuhr damit fort, mich atemlos zu küssen. Seine Hand blieb auf meinem Schenkel, glitt manchmal ein wenig tiefer in Richtung Knie und bewegte sich wieder nach oben, doch obwohl seine Fingerspitzen ab und zu die Seide meines Höschens streiften, berührte er mich dort kein einziges Mal richtig. Während er mich heiß und leidenschaftlich küsste, legte er sich auch nicht auf mich, sondern stützte sein Gewicht seitlich ab. Nichts war so, wie ich es erwartet hatte … aber war es nicht genau das, was ich wollte? Wollte ich nicht überrascht werden?

„Sam“, flüsterte ich schließlich mit heiserer Stimme, als ich es nicht länger aushielt.

Er unterbrach seinen Kuss, um mir in die Augen zu sehen. „Ja, Grace?“

„Du bringst mich um.“

„Tue ich das?“, erkundigte er sich lächelnd.

Ich nickte und schob eine Hand zwischen unsere Körper, um an seiner Gürtelschnalle zu ziehen. „Das tust du.“

Seine Hand glitt in Zeitlupe an meinem Schenkel hinauf. „Meinst du, ich kann das wiedergutmachen?“

Ich öffnete die Schnalle. „Ich glaube. Vielleicht.“

Während er seine Hand noch ein wenig höher schob, drehte er sie um. Als er mich dann endlich berührte, presste er seinen Handballen gegen meine Möse, und mein Mund öffnete sich zu einem Keuchen, das ich nicht zu unterdrücken versuchte.

„Wie mache ich mich bisher?“, wollte er wissen und senkte den Kopf, sodass seine Lippen meine Wange streiften.

„Gut. Sehr … gut.“ Es fiel mir schwer, mich auf meine Worte zu konzentrieren, während seine Hand auf mir lag. Bis jetzt hatte er nicht mehr getan, als sie gegen mich zu pressen. Hatte noch nicht einmal gerieben. Doch nach den ausgedehnten Minuten leidenschaftlicher Küsse und dem stundenlangen Vorspiel mit Worten war mein Körper mehr als bereit für ihn.

Seine Lippen glitten über meinen Hals und legten sich schließlich auf die Stelle, wo an der Kehle mein Blut pochte. Er saugte sanft und nahm dann meine Haut zwischen die Zähne. Sein Biss tat nicht weh, aber er löste einen Schauer der Erregung in meinem Körper aus. Ich bäumte mich unter Sam auf. Meine Hände fanden seinen Hinterkopf, sein seidenweiches Haar, und ich vergrub meine Finger darin. Presste ihn an mich, sorgte dafür, dass sein Mund blieb, wo er war, genau da, wo er an mir saugte. Ich würde einen Knutschfleck bekommen. Doch in diesem Moment war mir das völlig egal.

„Ich mag es, wie du meinen Namen sagst“, murmelte er. Seine Zunge glitt über den Fleck, den er zurückgelassen hatte. „Sag ihn noch mal.“

„Sam“, hauchte ich.

Ich konnte das Lächeln in seiner Stimme hören, als er erwiderte: „Ich bin nicht plemplem.“

Dann lachten wir wieder, bis er seine Hand zwischen meinen Beinen hervorzog und damit die Knöpfe meiner Bluse öffnete, einen nach dem anderen. Da hörte auch ich auf zu lachen, viel zu atemlos, um mehr als leise Seufzer von mir zu geben. Er zog meine Bluse auseinander. Dann stützte er sich auf einen Ellenbogen und schob den Stoff so weit zurück, dass mein BH freilag. Seine Fingerspitzen folgten dem Spitzenmuster über meinen Brüsten.

Meine Nippel waren schon fest und hart und schmerzten. Als Sam mit dem Daumen über einen davon strich, atmete ich zischend ein. Ich beobachtete seinen Gesichtsausdruck, als er auf mich heruntersah. Und als er sich vorbeugte, um meine entblößte Haut zu küssen, biss ich mir auf die Unterlippe. Mein Körper wand sich unter seinem.

Sam richtete sich auf. Er streifte seine Lederjacke ab und zog sich das Shirt über den Kopf. Danach standen seine Haare in alle Richtungen ab. Sein Körper war ebenso lang und schmal wie seine Beine. Er kniete sich neben mich und rieb sich dabei fast gedankenverloren über die Brust. Seine andere Hand spielte mit der offenen Gürtelschnalle und anschließend mit dem Knopf darunter. Er öffnete ihn, rührte jedoch den Reißverschluss nicht an.

Ich sah ihm zu und genoss die Show. „Wirst du sie ausziehen?“

Sam nickte feierlich. „Auf jeden Fall.“

Ich zog eine Augenbraue hoch. „Heute Abend noch?“

Sam lachte. „Ja.“

Ich ließ einen meiner bestrumpften Füße über seinen Schenkel nach oben gleiten und rieb mit den Zehen über die Vorderseite seiner Jeans. „Bist du schüchtern?“

Als mein Fuß ihn berührte, zuckten Sams Hüften nach vorn, und sein Mund öffnete sich. Seine Hand hörte auf, sich über seine Brust zu bewegen, und seine Finger lagen nun flach auf seinem Herzen. „Kann sein. Ein bisschen vielleicht.“

Zur Hölle, das war aufregend. Obwohl ich es ihm nicht wirklich abkaufte. Es hatte während des ganzen Abends keinen Moment gegeben, in dem er sich schüchtern verhalten hätte. „Möchtest du, dass ich es zuerst tue?“

Sams Grinsen ließ mich dahinschmelzen. „Okay.“

Ich stand vom Bett auf, um es mir leichter zu machen. Ohne meine Schuhe war mein Gesicht auf der Höhe seiner Brust – was absolut kein übler Anblick war. Sams nackte Brust war glatt und muskulös, die Muskelstränge waren zu erkennen, aber sie standen nicht zu deutlich hervor. Ich machte einige Schritte rückwärts. Weil er so freundlich gewesen war, sie aufzuknöpfen, hing meine Bluse offen um meinen Oberkörper. Ich nahm mir viel Zeit, während ich erst aus einem und dann aus dem anderen Ärmel schlüpfte. Schließlich warf ich die Bluse auf einen Stuhl. Sams Blick folgte ihr nicht. Er sah nur mich an.

Ich hatte meinen Rock auch danach ausgewählt, dass es einfach war, ihn auszuziehen, und obwohl es mich nur eine Sekunde gekostet hätte, ihn aufzuknöpfen und den Reißverschluss herunterzuziehen, brauchte ich viel länger. Ohne meinen Blick von ihm abzuwenden, ließ ich den Knopf durchs Knopfloch gleiten. Und nach einer kleinen Pause öffnete ich ganz langsam den Reißverschluss, Zahn für Zahn. Dann zog ich den Stoff über meine Hüften nach unten und ließ den Rock zu meinen Füßen in einem Häufchen auf den Boden fallen. Schließlich stieg ich aus dem Stoffhaufen und kickte ihn mit dem Fuß weg. Nun stand ich in meinem weißen Spitzen-BH und dem passenden Höschen, dem hauchdünnen Hüftgürtel und den durchscheinenden, am oberen Rand verzierten Strümpfen vor Sam.

Der Ausdruck in seinem Gesicht zeigte mir, dass es die Mühe absolut wert gewesen war.

Ich wusste, dass ich niemals einen Schönheitswettbewerb gewinnen würde. Es gab zu viele Erhebungen an Stellen, wo ich lieber flach gewesen wäre, und zu wenig Rundungen an Stellen, wo ich Kurven bevorzugt hätte. Ich wusste aber auch, dass das eigentlich keine Rolle spielte. Nicht wirklich, nicht für die Mehrheit der Männer.

Sam schaute mich mit offener Bewunderung an. Seine Pupillen waren so groß und dunkel, dass von dem Grünblau drum herum kaum noch etwas zu sehen war. Seine Lippen glänzten feucht, nachdem er mit der Zunge darübergefahren war. „Wow!“

Das Kompliment war umso schöner, weil es so ehrlich klang. „Danke“, erwiderte ich.

Er rührte sich nicht. Seine eine Hand ruhte immer noch auf seinem Herzen, die Finger der anderen hatte er in den Bund seiner Jeans gehakt. Während er mich weiter unverwandt ansah, zog er einen seiner Mundwinkel hoch. „Jetzt bin ich dran, oder?“

„Du bist dran, Sam.“

„Gott“, stieß er hervor. „Ich liebe es, wie du das sagst.“

„Sam“, flüsterte ich und bewegte mich auf ihn zu. „Sam, Sam, Sam.“

Ich hatte schon von perverseren Fetischen gehört, er sagte, er mochte es, und … zur Hölle, ich mochte es auch. Der Name hatte etwas, das süß und sexy war. Und er auch. Allein die Art, wie sein Lächeln jedes Mal, wenn das Wort über meine Lippen glitt, breiter wurde.

Ich streckte die Hand nach der Vorderseite seiner Jeans aus. Der Metallknopf und der Reißverschluss waren kühl im Vergleich zu der Hitze, die durch den Denim drang. Mein Herzschlag wurde ungleichmäßig, während ich mit den Fingerspitzen der Wölbung seiner Erektion folgte. Er stöhnte. Bei diesem Geräusch wäre ich am liebsten in die Knie gegangen, aber ich tat es nicht.

Stattdessen hob ich den Kopf und sah ihn an. Dort, ganz weit oben. Zerrte gleichzeitig den Knopf aus dem Knopfloch. Ratsch war auch der Reißverschluss offen. Und die ganze Zeit schaute ich ihm ins Gesicht und nicht etwa auf den Schritt. Sam hatte seine Hand immer noch nicht von seiner Brust genommen, obwohl sich seine Finger ein wenig gekrümmt und fester auf die Haut gepresst hatten. Der Pulsschlag in seiner Kehle war jetzt schneller, und in seiner Wange zuckte ein Muskel. Sein Lächeln war dünner geworden. Er streckte die Hand aus, um mir das Haar aus dem Gesicht zu streichen.

Ich hakte meine Finger in den Stoff über seinen Hüften und zog. Da war kein Widerstand. Er hatte den Gürtel nicht nur aus modischen Gründen getragen, und die Jeans saßen so locker, dass ich keinerlei Schwierigkeiten hatte, sie nach unten zu ziehen. Er bewegte leicht die Hüften, um mir zu helfen. Wir schauten uns unverwandt an, während ich mich bückte, um die Jeans bis hinunter auf seine Knöchel zu ziehen, und anschließend wartete, während er erst einen, dann den anderen Fuß hob, um herauszusteigen. Danach richtete ich mich rasch wieder auf und strich dabei über die schier unendliche Länge seiner Beine.

Ich schaute nicht auf seinen Schritt.

Keine Ahnung, warum ich plötzlich so schüchtern war. Sich vorwölbende Boxershorts waren mir nicht fremd. Doch da war etwas in seinem Gesicht, das mir Einhalt gebot.

Es kommt immer ein Moment, in dem die letzte Schranke fallen muss.

„Sam?“

Er nickte, nahm die Hand von seinem Herzen und streckte sie stattdessen nach mir aus. Er bückte sich, ich reckte mich, und irgendwo in der Mitte begegneten sich unsere Münder.

Dieses Mal bedeckte er mich vollständig mit seinem Körper, als er mich aufs Bett legte, aber ich hatte nicht das Gefühl, zerquetscht zu werden. Ich fühlte mich … umarmt. Eingehüllt. Überall um mich herum war Sam.

Vielleicht hätte ich panisch werden sollen. Mich bedroht fühlen. Aber dazu hatte ich keine Zeit, denn ich war zu sehr dadurch abgelenkt, wie er mir mit seinen Händen und seinem Mund half, die Unterwäsche auszuziehen, war zu beschäftigt damit, ihn von seinen baumwollenen Boxershorts zu befreien. Ich konnte an nichts anderes mehr denken, als an die seidige Hitze seines Schwanzes in meinen Händen, nachdem ich ihn endlich gefunden hatte.

Als ich ihn dort berührte, stieß Sam einen leisen, hilflosen Ton aus. Ich ließ meine Hand an seiner Erektion entlanggleiten. Wie der Rest von ihm, war auch Sams Schwanz lang. Seine Finger schlossen sich um meine Hand. Er hielt mich fest und gab mir keinen Raum, ihn zu streicheln.

Dann vergrub er sein Gesicht in meinem Nacken. Das Auf und Ab seiner Atemzüge ließ unsere Körper rhythmisch gegeneinanderstoßen. Zwischen uns zerrannen die Sekunden. Schließlich bewegte er sich an meinem Körper abwärts, um meine Brüste zu küssen. Seine Zunge streichelte meine Haut und reizte meine Nippel. Er ging noch tiefer, über meine Rippen und die Wölbung meines Bauches. Seine Lippen glitten über meine Hüfte und noch ein wenig weiter nach unten, zu meinem Schenkel.

Ich spürte, wie Erregung mich durchlief, doch als er mit seinem Kopf eine seltsame Bewegung machte, musste ich nach unten schauen. „Was tust du da?“

„Ich schreibe meinen Namen“, erklärte er ohne den leisesten entschuldigenden Ton und demonstrierte es mit seiner Zunge auf meiner Haut. „S-A-M-S-T…“

Es kitzelte, und ich wand mich unter der Berührung. Er grinste kurz zu mir nach oben, bevor er seinen Kopf noch weiter senkte. Sein Atem glitt durch meine kurz geschnittenen Schamhaare, und ich erstarrte. Das tat ich immer in diesem Moment, während ich auf den ersten Kontakt zwischen der fremden Zunge und meinem empfindlichen Fleisch wartete.

Sam, der vielleicht die Anspannung meiner Muskeln als Abwehr deutete, bewegte sich über meinem Körper wieder nach oben. Er schaute an meinem Gesicht vorbei, streckte sich und zog mit einem Finger die Schublade des Nachttischchens auf. Diese Bewegung brachte seine Brust für mich in die richtige Position zum Lecken, und ich ließ die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen. Er erschauderte. Dann legte er sich wieder zu mir und streckte mir seine geöffnete Hand entgegen.

„Du hast die Wahl.“

Ich betrachtete die Auswahl an Kondomen auf seiner Handfläche und dachte daran, wie wunderbar es war, mich nicht fragen zu müssen, ob es eine Diskussion über die Benutzung eines Schutzes geben würde „Wow. Genoppt, als besonderes Vergnügen für mich, extra-feucht … leuchtend im Dunkeln?“ Über die letzte Variante musste ich lachen.

Er lachte ebenfalls und warf dieses Exemplar auf den Boden. Dann hielt er die genoppten Kondome hoch. „Sollen es dann diese sein?“

„Die erscheinen mir vielversprechend.“

Er gab mir das Päckchen, an dem ich noch die Wärme seiner Hand spürte. Dann rollte er sich auf den Rücken und verschränkte die Arme hinter seinem Kopf auf dem Kissen. Nun war keine Schüchternheit mehr zwischen uns, weder bei ihm noch bei mir. Das war jetzt überflüssig.

Die einzelnen Teile seines Körpers passten zusammen, als hätte sich jemand besonders viel Mühe gemacht, damit alles miteinander harmonierte. Waden und Schenkel und Bauch, Hüften und Rippen und Hals, Schultern, Arme und Hände. Jeder von Sams Körperteilen passte. Angezogen hatte er ein wenig schlaksig gewirkt, aber nackt sah er nahezu perfekt aus.

Er schaute aufmerksam zu, wie ich ihn betrachtete, und sein Mund verzog sich erneut. Ich konnte Sams Lächeln nicht genau einschätzen. Es war weder selbstgefällig noch ironisch. Am ehesten wirkte es noch verwirrt.

Nackt kniete ich mich neben seinen Schenkel. Ich streichelte seine Erektion, und während ich das tat, hob er mir seine Hüften entgegen. Er zog eine Hand unter seinem Kopf hervor und schob sie zwischen meine Beine. Sein Daumen presste sich auf meine Klit, und nun war es an mir zu erschauern.

Ich streichelte. Er rieb. Innerhalb einer Minute keuchten wir beide. Er strich mit einem Finger zwischen meinen Falten entlang. Ich wusste, dass er fühlen wollte, wie feucht ich war. Ob ich bereit war. Er ließ einen Finger in mich hineingleiten, und als ich nach Luft schnappte, lockerte sich für einen Moment mein Griff.

„Grace“, flüsterte Sam mit leiser, kehliger Stimme. „Ich hoffe, du bist so weit, weil ich nicht mehr viel länger warten kann.“

Das konnte ich auch nicht. „Ich bin bereit.“ Ich stockte und fügte hinzu: „Sam.“

Dieses Mal verstand ich sofort, was sein Lächeln bedeutete. Ich öffnete meine Schenkel, sodass er seinen Finger aus mir herausziehen konnte und seine Hand freibekam. Ich zog ihm das Kondom über und Sekunden später mich selbst. Seine Finger umklammerten meine Hüften. Ich beugte mich vor und legte ihm meine Hände auf die Schultern.

Wir sahen einander in die Augen.

Er erregte mich zunächst mit langsamen, regelmäßigen Strichen. Fast sofort fanden wir unseren Rhythmus. Meine Perle rieb sich bei jedem Stoß an ihm, der Druck reizte mich, aber nicht stark genug. Eine Minute später löste Sam das Problem, indem er seinen Daumen gegen mich drückte.

In diesem Moment war es mir vollkommen egal, was aus meinem Mund kam. Eine völlig sinnlose Aneinanderreihung von Worten wahrscheinlich. Irgendetwas zwischen einem Gebet und einem Fluch. Ich bin mir allerdings sicher, dass ich seinen Namen gesagt habe.

Orgasmen sind wie Wellen, keiner gleicht dem anderen. Sie verebben, fließen, steigen auf und erreichen den Gipfel. Und stürzen über einem zusammen. Meiner stürzte so rasch auf mich herab, dass er mich völlig unvorbereitet erwischte. Hart, fast scharf, stieg die Erregung in mir auf, während ich mich auf Sams Schwanz bewegte. Der Druck seines Daumens wurde schwächer, ließ nach, gerade als ich ihn besonders brauchte, aber im nächsten Moment begann er mit einer winzigen, rüttelnden Bewegung, die mich gnadenlos dem Höhepunkt entgegentrieb. Der zweite Orgasmus folgte dem ersten, ohne dass ich zwischendurch Zeit gehabt hätte, wieder zu Atem zu kommen, aber als auch dieser vorüber war, war es das gewesen. Wärme durchflutete mich, und meine Glieder wurden schwer. Ich legte meine Hand über Sams, um ihn davon abzuhalten, sie wegzuziehen.

Ich wusste nicht, wie dicht er davor war, doch als ich meine Augen öffnete, waren seine geschlossen. Seine Hände umklammerten wieder meine Hüften. Seine Stöße wurden härter. Auf seiner Stirn stand Schweiß. Ich wollte die schimmernden Perlen auflecken, und das plötzliche erneute Aufflammen meines Begehrens überraschte mich ebenso, wie mich die Intensität meines Orgasmus überrascht hatte.

„Sam“, wisperte ich und sah zu, wie sich seine Züge verzerrten. „Sam …“

Und dann kam er. Er verzog das Gesicht, und seine Finger verkrampften sich und bescherten mir noch mehr blaue Flecke. Er bäumte sich auf und fiel zurück auf das Kissen, dann stieß er einen letzten langen, schweren Atemzug aus.

Einen Moment später öffnete er die Augen und lächelte mich an. Er hob die Hand und wickelte sich mein Haar um die Finger, zupfte daran und zog mich zu sich herunter, um mich zärtlich auf den Mund zu küssen. Noch immer waren seine Pupillen riesengroß und dunkel, sie verschlangen mein Bild, ohne es zu reflektieren.

Wir lösten uns voneinander und kümmerten uns um die Dinge, die getan werden mussten, aber es war mir noch nicht gelungen, mich so weit hochzurappeln, dass ich aus dem Bett steigen und ins Bad gehen konnte, als der unverwechselbare Klingelton meines Handys aus meiner Handtasche tönte.

„Ist das Smoke on the Water?“ Sam hob den Kopf und sah mich an.

„Ja.“ Ich ignorierte das Telefon, viel zu befriedigt, um auch nur darüber nachzudenken, wegen eines Anrufs aufzustehen, obwohl ich wusste, dass ich es hätte tun sollen.

Sams tiefes, herzhaftes Lachen brachte das Bett zum Wackeln, und ich schaute zu ihm hinüber. „Toll.“ Mit seinen Händen deutete er die Form eines Alphorns an.

Ich musste ebenfalls lachen. Mit der Schläfrigkeit in den Augen, die nach dem Sex von fast jedem Besitz ergreift, und seinem wirren Haar sah er jünger aus als vorher. Nicht, dass es eine Rolle gespielt hätte.

Er gähnte, und natürlich konnte ich nichts dagegen tun, dass ich ebenfalls gähnen musste. Dann küsste er meine nackte Schulter und rollte sich wieder auf den Rücken. Die Hände unter dem Kissen verborgen, starrte er gegen die Decke.

„Ich wusste, dass der Glückskeks recht hatte“, stellte er fest, ohne mich anzusehen. „Auf dem Zettel stand, dass ich jemand Neues kennenlernen werde.“

„Mein letzter Glückskeks hat behauptet, ich würde Geld finden“, erwiderte ich. „Bis jetzt ist keins in Sicht.“

Sam wandte mir den Blick zu, ohne seinen Kopf zu bewegen. „Du hast Zeit. Ich glaube nicht, dass es ein Zeitlimit für Glücksvorhersagen gibt.“

Ich rollte mit den Augen. „Ich wünschte trotzdem, das Glück würde sich ein bisschen beeilen. Ich könnte etwas Geld gebrauchen.“

Sams Gesichtsausdruck veränderte sich fast unmerklich, während wir einander anstarrten. Mein Handy läutete erneut, dieses Mal mit dem weniger tollen Klingelton, der mir signalisierte, dass eine Nachricht vorlag. Das konnte ich nicht ignorieren, weil die Mitteilung wahrscheinlich von meinem Antwortdienst kam. Jemand musste gestorben sein.

„Ich muss drangehen“, sagte ich, ohne mich zu bewegen.

„Okay.“ Sam lächelte.

Ich beugte mich über ihn, um ihn rasch zu küssen, auf die Wange. Während ich meine überall verstreuten Kleider und meine Handtasche zusammensuchte und auf die Tür zum Bad zuging, spürte ich seinen Blick auf meinem Körper. Im Bad hackte ich die Nummer des Antwortservice in die Tastatur und stieg gleichzeitig in mein Höschen. Beim Zuhaken des BHs klemmte ich mir das Handy unter das Kinn. Die Strapse und die Strümpfe steckte ich in die Tasche, damit wollte ich mich nicht aufhalten, da ich nun ohnehin nach Hause gehen würde.

Ich erledigte meinen Anruf und zog mich fertig an, dann klatschte ich mir kaltes Wasser ins Gesicht. Sams Bad wirkte benutzt. Auf dem Fußboden vor der Dusche lag ein zerknülltes Handtuch, und auf dem Rand des Waschbeckens stand eine kleine Tasche mit seinen Toilettenartikeln. Er benutzte einen elektrischen Rasierapparat und eine andere Zahnpastamarke als ich, aber dieser flüchtige Blick auf sein Privatleben erschien mir aufdringlich und viel zu persönlich, und ich hörte auf, mir seine Sachen anzusehen. Stattdessen nahm ich mir einige zusätzliche Minuten Zeit, mein Make-up aufzufrischen und mein Haar zurückzubinden.

Als ich aus dem Bad zurückkehrte, hatte Sam seine Boxershorts wieder angezogen. Die Fernbedienung lag neben ihm auf dem Bett, aber er hatte den Fernseher nicht eingeschaltet. Als ich mich näherte, setzte er sich auf.

„Hey“, sagte er.

Mein Handy piepste wieder, weil eine weitere Nachricht eingegangen war. Jemand hatte versucht, mich zu erreichen, während ich eben im Bad telefoniert hatte. Ich holte das Telefon aus meiner Handtasche, klappte es aber nicht auf. „Es war toll, aber ich muss jetzt gehen.“

Er stand auf und überragte mich wieder um mehr als einen Kopf, obwohl ich schon meine hochhackigen Schuhe angezogen hatte. „Ich begleite dich zu deinem Auto.“

Ich schüttelte den Kopf. „Nein. Das ist nicht nötig. Ich komme klar.“

„Trotzdem sollte ich es tun.“

Ich sah zu ihm auf. „Es ist wirklich in Ordnung, Sam.“

Wir lächelten einander an. Er brachte mich zur Tür, wo er sich zu mir herunterbeugte und mich um einiges linkischer küsste, als er es vorher getan hatte.

„Gute Nacht“, sagte ich, nachdem ich durch die Tür getreten war. „Vielen Dank.“

Er blinzelte. „Gern geschehen.“ Das kam zögernd und ohne ein Lächeln.

Wirklich süß.

Ich hob die Hand und tätschelte seine Wange. „Es war wirklich toll.“

Wieder blinzelte Sam und zog dabei die dunklen Brauen zusammen. „Okay.“

Ich winkte und ging zum Aufzug. Er schloss die Tür hinter mir, und fast sofort hörte ich den Ton des Fernsehers losplärren.

Als ich in meinem Wagen saß, fiel mir ein, dass ich meine Sprachnachrichten nicht abgehört hatte. Hinter dem Steuer sitzend, schnallte ich mich an, hackte mein Passwort in die Tastatur und lauschte. Ich erwartete, die Stimme meiner Schwester zu hören. Vielleicht auch die meiner besten Freundin Mo.

„Also, hallo“, sagte eine Stimme, die ich nicht erkannte. „Hier ist Jack. Ich rufe wegen, äh … Miss Underfire an. Wir hatten für heute Abend eine Verabredung?“

Er klang unsicher; mir war plötzlich schlecht. Miss Underfire war der Name, den ich bei der Agentur benutzte, der Name, den ich benutzte, um die Diskretion zu wahren.

„Aber ich bin hier im Fishtank, und … nun ja … du bist nicht hier. Äh, ruf mich zurück, wenn du einen neuen Termin vereinbaren möchtest.“

Ich lauschte einer sehr langen Pause, während ich darauf wartete, dass die Verbindung unterbrochen wurde, aber das geschah nicht.

„Wie auch immer, es tut mir leid“, fuhr Jack schließlich fort. „Ich nehme an, da ist etwas durcheinandergeraten.“

Ein Klicken, und er war fort, und die pseudoweibliche Computerstimme der Voicemail erklärte mir, wie ich die Nachricht löschen konnte.

Ich klappte mein Handy zu und schob es sorgfältig wieder in meine Handtasche. Mit beiden Händen umklammerte ich fest das Steuer. Ich wartete, ob ich nun schreien oder lachen oder weinen würde, aber schließlich drehte ich einfach nur den Schlüssel im Zündschloss um und fuhr nach Hause.

Ich hatte mit einem Fremden schlafen wollen, und genau das hatte ich auch getan.

2. KAPITEL

„Erde an Grace.“ Jared schnippte mit den Fingern vor meinem Gesicht. „Handschuhe?“

Ich blinzelte und schüttelte leicht den Kopf, während ich meinen Mangel an Konzentration mit einem Lachen überspielte. Jared Shanholtz, mein Praktikant, hielt den leeren Karton mit Latexhandschuhen hoch, der auch schon bessere Tage gesehen hatte. „Tut mir leid. In der Waschküche sind welche. Im Regal an der Wand.“

Er warf die zerknautschte Schachtel in den Abfalleimer und deutete mit einer Kopfbewegung auf die Leiche, die auf dem Tisch vor uns lag. „Soll ich sonst noch etwas mitbringen?“

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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