Carl Augustin Bürger - Jörg Titze - E-Book

Carl Augustin Bürger E-Book

Jörg Titze

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Beschreibung

1836 und 1837 schrieb der in Torgau am 26.07.1786 geborene und damit zur Zeit der Verfassung 50 bzw. 51jährige Carl Augustin Bürger den ersten Teil seiner Erinnerungen nieder. Mit diesen Erinnerungen hinterließ B. unter dem Titel ''Mein Kochbuch im Felde'' auch eine Sammlung über Speisen, welche er als Sousleutnant im Regiment Prinz Friedrich August in den Feldzügen von 1812 und 1813 gegessen und zubereitet hat.

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Seitenzahl: 60

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Beiträge zur sächsischen Militärgeschichte zwischen 1793 und 1815

Heft 78

Abb.

01 Faksimile des Rezepts für Hahnbuttensuppe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Einige Worte an meine Schwestern und Tochter

Mein Kochbuch im Felde

Itens: Von Suppen

1) Suppe von braunem Mehl oder angebrannte Suppe

2) Kartoffelsuppe, von schon zuvor gekochten Kartoffeln

3) Dieselbe Suppe von rohen Kartoffeln

4) So genannte Zerfahrne-Suppe

5) Suppe mit eingesetzten Eiern

6) Bauernschokoladen Suppe

7) Suppe mit Semmelnklößchen

8) Eiergräupchensuppe, weiß

9) Eiergräupchensuppe, braun

10) Erbsensuppe

11) Linsen-Suppe

12) Bier- und Milch-Suppe

13) Bettelmann-Suppe

14) Milch-Suppe

15) Reis-Suppe

16) Grütz-Suppe

17) Hahnbutten-Suppe

18) Fliederbeer-Suppe

19) Bouillon-Suppe

20) Wasser-Suppe

21) Grüne Kräuter-Suppe

22) Nudel-Suppe

IItens: Von Gemüsen verschiedener Art zu gekochtem Fleisch

1) Kartoffeln zum Rindfleisch

2) Kartoffeln mit der Schale durch Dampf

3) Kartoffel-Brei

4) Kartoffeln gebratene

5) Möhren oder Wurzeln

6) Petersilie

7) Weiße Rüben

8) Weiß-Kraut

9) Zwiebeln

10) Meerre$ch

11) Erbsen

12) Linsen

13) Weiße Bohnen

14) Reis

15) Nudeln

16) Grütze

IIItens: Von verschiedenen Fleisch-Arten

A) Rind-Fleisch-Speisen

1) Vom Rindfleische

2) Sauce von braunem Mehl mit Rosinen

3) Beef-Steaks

4) Rouladen

5) Rinder-Braten

6) Rinds-Leber gebraten

7) Rinds-Herz

8) Rinds-Zunge

B) Kalbfleisch-Speisen

9) Kalbskeule gebraten

10) Kalbs-Koteletten

11) Kalbsleber gedämpft

12) Kalbsleber gebraten

13) Kalbs-Kopf

14) Lungen-Mus

15) Kalbs-Gekröse

C) Von Schöpsen-Fleisch

16) Schöpsen-Keule gebraten

17) Schöps-Koteletten

18) Schöpsen-Fleisch gekocht mit Gemüsen

D) Von Schweine-Fleisch

19) Schweine-Fleisch gekocht mit Gemüsen

20) Schweins-Keule gebraten

21) Rückenstück gebraten

22) Schweine-Koteletten

23) Schweine-Knöchelchen

24) Bratwürste

E) Von noch einigen Fleisch-Speisen

25) Kuheuter

26) Fleisch-Klöße

27) Farce

F) Von verschiedenen Federvieh

28) Altes Huhn

29) Taube alte

30) Ente

31) Truthahn gebraten

32) Kramets-Vögel /: Sperlinge :/

33) Rebhuhn gebraten

G) Von Wildpret

34) Hasen gebraten

35) Hasenklein

36) Ragout

H) Von Fischen

37) Karpfen

38) Schleien

39) Barben

Vtens: Von Mehl- und Milch-Speisen

I) Milch-Speisen

40) Milch-Reis

41) Milch-Hirsen

42) Milch-Grützen

K) Milchspeisen gebacken

43) Reis gebacken

44) Hirsen gebacken

45) Grützen gebacken

46) Nudeln gebacken

47) Eierkuchen

L) Von Klößen

48) Kartoffel-Klöße

49) Hirse-Klöße

50) Fleisch-Klöße

51) Semmel-Klöße

52) Mehl-Klöße

VItens: Von warmen Getränken

53) Warmbier mit Milch

54) Warmbier auf Juden-Manier

55) Chokolate

VIItens: Von Salaten

56) Kartoffel-Salat

57) Kartoffel-Salat mit Fleisch und Hering

58) Sellerie-Salat

59) Kraut-Salat warm

60) Äpfel-Salat

61) Weiße Bohnen Salat

62) Erbsen-Salat

63) Salat von Murmel-Tier-Fleisch

Noch einige Worte zum Schluss des Kochbuchs

1. Einleitung

1836 und 1837 schrieb der in Torgau am 26.07.1786 geborene und damit zur Zeit der Verfassung 50 bzw. 51 jährige Carl Augus’n Bürger1 den ersten Teil seiner Erinnerungen2 nieder. Mit diesen Erinnerungen hinterließ B. unter dem Titel „Mein Kochbuch im Felde“ auch eine Sammlung über Speisen, welche er in den Feldzügen von 1812 und 1813 gegessen und wie er diese zubereitet hat.

Wenn man die Umstände bedenkt („Outdoor-Küche“ mit offenem Feuer, beschränkte Auswahl an Kochutensilien, Vorgabe der Mahlzeit durch die gelieferten Viktualien; eingeschränkter Zugang zu sons’gen Zutaten und Gewürzen etc. pp.), erscheint es erstaunlich (für den Reenactor aber durchaus nachvollziehbar) mit welchem Aufwand und welcher Hingabe das Geschäft des Kochens betrieben wurde.

Dieses „Kochbuch im Felde“ wird im Nachfolgenden wiedergegeben, allerdings der Lesbarkeit wegen in der Rechtschreibung - soweit nö’g - angepasst. Der größte Teil der Anpassung ist die Korrektur der im Sächsischen so leicht verwechselten Vokale (d und t, b und p, g und k), vereinzelt aber auch von sonst nicht verständlichen Schreibweisen (z.B. dück statt dick, Zwiefel statt Zwiebel oder drogen statt trocken).

B. trat im November 1808 in die Armee ein und avancierte am 23.10.1811 zum Sousleutnant im Infanterie-Regiment Prinz Friedrich August. Am Ende des Feldzuges von 1812 gehörte B. zu dem Teil des Regimentes Prinz Friedrich August, welcher als Garnison in die polnische Festung Moblin gelegt wurde.

1815 im sächsischen Dienst verbleibend, wurde B. am 01.04.1822 zum Premierleutnant befördert, diente 1825 in der Garnisons-Division der Festung Königstein und wurde am 01.01.1828 mit Pension und der Erlaubnis, die Armeeuniform zu tragen, aus dem Militärdienst entlassen.

Dem geneigten Leser wünsche ich eine interessante Lektüren und eine, wenn vielleicht auch für den heu’gen Geschmack teilweise gewöhnungsbedür,ige, kulinarische Zeitreise.

Eilenburg im Juni 2025

Jörg Titze

1 Vater: Gotthold Augus’n Carl Bürger (Sohn eines Landgeistlichen in Neiden bei Torgau; geboren 24.03.1757 in Belzig bei Wittenberg; Gerichtsschreiben beim Stadtgericht Torgau); Mutter:??? Dahme, älteste Tochter des Amts-Inspektors und Inhabers des Gasthofes „Zum goldenen Löwen“ in Torgau Dahme, wo sie die Wirtschaft führte).

2 Hauptstaatsarchiv Dresden, Bestand 11372 Militärgeschichtliche Sammlung No. 437 „Erinnerungen meines Lebens“ Autobiographie. Diese wird - voraussichtlich - in drei Bänden (No: 93, 94 und 95) in dieser Reihe erscheinen.

Einige Worte an meine Schwestern und Tochter

In der Voraussetzung, daß es Euch, Ihr guten lieben Schwestern, und ich Dir, wenn Du erwachsen bist, meine gute Tochter, Spaß machen könne, zu erfahren, wie ich die Speisen, welche ich sowohl für mich, als auch für andere meiner Kameraden, während der Feldzüge 1812, 1813, 1815 zubereitet habe, so will ich mein Gedächtnis auf hierin prüfen, und Euch das Verfahren, Elches ich dabei beobachtete, in folgendem Geschriebsel zwischen dem Feldleben im Kriege 1812 und dem, in der Festung Modlin, mitteilen, bitte aber recht sehr, mich nicht gar zu streng zur Bank zu laufen sondern mich lieber recht herzlich auszulachen, auch immer dabei zu berücksich’gen, wo, für wen und zu welcher Zeit ich gekocht, auch welche Hilfsmittel, Geschirre und auch, was mir im Laufe eines Feldzuges, auf Märschen und auch in Lägern an Zutaten zu Gebote stehen konnten, wo man oft nichts als Wasser, Brot und Salz hatte. Ja oft gebrach es selbst an der Zeit, auch nur die einfachsten Speisen zuzubereiten. Wenn Ihr beim Durchlesen, dabei an das alte Sprichwort denkt: Hunger ist der beste Koch! so werdet Ihr es Euch auch als möglich denken können, daß uns Eines oder das andere Gericht, doch recht gut geschmeckt haben können, obgleich sie nicht nach einem Lehmannschen Kochbuche gefer’gt worden. Darum nehmt vorlieb, Ihr lieben Gäste, mit dem sich Euch auftischen werde. Auch will ich Euch erlauben, wenn Jemand fragen sollte, wie es geschmeckt: „Wir waren schon bevor wir anfingen zu essen, bis obenran sa!.“ Gebe Euch auch noch den gut gemeinten Rat, daß Ihr, nachdem Ihr aufgestanden seid, um Euch zu erholen und zu stärken, zur Frau Amts-Inspektor Bürger, Madame Schnabel, Fräulein Emilie Bürger, und andern guten geprüften Köchinnen geht, und Euch von diesen etwas vorsetzen laßet. Seid Ihr damit zufrieden? So will ich an’s Werk gehen, und Euch mein Kochbuch, aus der zeit gesammelt, wo ich noch mit dem Zottelkopfe, unserer guten Mutterchen, oder der Mutter Bierichen auch aber seltener, dem Koch Eichhof, in Torgau durch die Küche liefen, und froh waren, wenn es nichts setzte außer ein „Wollt Ihr raus aus der Küche, Ihr Jungens, mir euren Zoddelköpfen!“.

Mein Kochbuch im Felde

oder

Die Art und Weise wie ich im Felde, die von mir gefer-"gten Speisen zubereitet habe.

Im Voraus muss ich Euch vor Allem anderen sagen, dass ich, soviel es mir immer möglich war, immer einen kleinen Vorrat an Gewürzen als Pfeffer, Ingwer, Zimt, Neuwürze3, Lorbeerblättern und Kümmel zu besitzen suchte. Desgleichen machte ich mir immer etwas Weizen Mehl trocken braun, so auch geriebene Semmel, um von Allem, im Fall ich eines brauchte, bei der Hand zu haben.

Itens: Von Suppen

1