Cecilia (Zusammengefasste Ausgabe) - Frances Burney - E-Book

Cecilia (Zusammengefasste Ausgabe) E-Book

Frances Burney

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Beschreibung

Cecilia (1782) erzählt die Geschichte der Erbin Cecilia Beverley, deren Vermögen daran gebunden ist, dass ihr künftiger Ehemann ihren Namen annimmt. Zwischen verschwenderischen und pedantischen Vormündern und den Londoner Salons verhandelt der Roman Ökonomie des Heiratshandels, Prestigedenken und die Prekarität weiblicher Selbstbestimmung. Burney verbindet satirische Gesellschaftspanoramen mit empfindsamer Innerlichkeit und psychologischer Genauigkeit: eine Übergangsform zwischen Sentimentalroman und aufkommendem Realismus, die spätere Autorinnen, nicht zuletzt Jane Austen, sichtbar beeinflusste. Frances Burney, Tochter des Musikgelehrten Charles Burney und Autorin des anonymen Erfolgs Evelina (1778), schrieb Cecilia im Spannungsfeld von geselliger Prominenz und weiblicher Autorschaft. Ihre Nähe zu Johnsons Kreis, genaue Beobachtungen in Theater und Aristokratie sowie das Bewusstsein für die rechtliche Unmündigkeit von Frauen prägen Dramaturgie und Konfliktökonomie des Romans. Burneys Sinn für Dialog und Szene, geschult an Bühne und Salon, stützt die moralpsychologische Feinzeichnung. Für Leserinnen und Leser, die eine klarsichtige, dabei zutiefst bewegende Darstellung der Sittenkultur des späten 18. Jahrhunderts suchen, bietet Cecilia eine mustergültige Mischung aus Spannung, Witz und gesellschaftskritischer Analyse. Wer die Welt Jane Austens, Edgeworths oder Gaskells schätzt, findet hier deren Voraussetzungen und ein selbstständiges Meisterwerk. Empfohlen sowohl für literaturwissenschaftliche Lektüren zu Geschlecht und Eigentum als auch für anspruchsvolle Unterhaltung. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar – destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.

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Veröffentlichungsjahr: 2026

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Frances Burney

Cecilia (Zusammengefasste Ausgabe)

Bereicherte Ausgabe. Erbtochter zwischen Heiratsmarkt und Namenskonflikt: Gesellschaftssatire aus dem georgianischen London über weibliche Autonomie und Erbschaftsauflage.
Einführung, Studien, Kommentare und Zusammenfassung von Daniel Richter
Bearbeitet und veröffentlicht von Quickie Classics, 2026
EAN 8596547885924
Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar – destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.

Inhaltsverzeichnis

Einführung
Synopsis
Historischer Kontext
Cecilia
Analyse
Reflexion
Notizen

Einführung

Inhaltsverzeichnis

Im Spannungsfeld zwischen eigenem Willen, gesellschaftlichem Ansehen und der Macht des Namens entfaltet sich die Geschichte einer jungen Erbin, die lernt, dass Reichtum ebenso Bindung wie Verheißung ist, denn in den Salons und Straßen einer glänzenden Hauptstadt werden Gefühle in Berechnungen verwandelt, Freundschaft mit Erwartungen belegt und Wohltätigkeit von Eitelkeit begleitet, während jeder Schritt auf dem Parkett der Etikette zugleich die Möglichkeit eröffnet, sich zu behaupten oder sich zu verlieren, sodass die Frage, wie man mit Vermögen, Pflicht und Verlangen umgeht, zur Prüfung der Identität und zur leisen, aber beharrlichen Quelle der Spannung wird und ob Integrität im Widerhall vielstimmiger Meinungen bestehen kann.

Cecilia von Frances Burney ist ein umfangreicher Gesellschaftsroman des späten 18. Jahrhunderts und erschien 1782. Verortet im England der Georgianischen Ära, entfaltet das Werk sein Panorama vor allem in London und in repräsentativen Landsitzen, wo Rang, Rituale und Begegnungen das soziale Gefüge sichtbar machen. Burney beobachtet die Sitten einer Zeit, in der Heiratsstrategien, Vermögen und Reputation die Lebenswege lenken, und richtet ihren Blick auf die Mechanismen, mit denen eine Metropole Aufstieg verspricht und Abhängigkeiten erzeugt. Dieses historische Umfeld bildet nicht nur Kulisse, sondern Prüfstand: Es zwingt Figuren wie Leserinnen und Leser, Motive und Konsequenzen genau abzuwägen.

Im Zentrum steht eine junge Erbin, deren Vormundschaft und Vermögensverwaltung unter mehreren Autoritäten aufgeteilt ist und deren Zukunft durch eine testamentarische Bedingung zusätzlich geregelt wird. Der Beginn führt sie nach London, wo sie erstmals das volle Gewicht gesellschaftlicher Erwartungen spürt: Einladungen, Bälle, Besuche, Wohltätigkeitsanliegen und die Kunst, im richtigen Moment das rechte Wort zu finden. Dabei ist sie entschlossen, Großzügigkeit und Besonnenheit miteinander zu versöhnen, ohne ihre Unabhängigkeit zu vernachlässigen. Aus dieser Ausgangslage erwächst eine Spannung, die weniger in spektakulären Wendungen als in der stillen Arbeit des Urteils und der Selbstbehauptung liegt.

Erzählerisch bedient sich Burney einer souveränen dritten Person, die zugleich ironische Distanz und empathische Nähe ermöglicht. Ihr Stil verbindet lebhafte Dialoge, klar gegliederte Szenen und präzise Beobachtungen gesellschaftlicher Rituale. Der Ton schwankt produktiv zwischen Witz und moralischer Ernsthaftigkeit: Komische Situationen beleuchten die Absurditäten des guten Tons, während leise, eindringliche Passagen die inneren Prüfungen der Figuren sichtbar machen. So entsteht ein Leseerlebnis, das unterhält, ohne zu verharmlosen, und das moralische Komplexität nicht als Predigt, sondern als Einladung zum Mitdenken anbietet, getragen von rhythmischer Prosa und sorgfältig austariertem Taktgefühl.

Zu den zentralen Themen zählen der Umgang mit Geld und die Frage, wie finanzielle Mittel Charakter, Beziehungen und Entscheidungen formen. Ebenso prägend sind Ruhm und Ruf, das unablässige Beobachten und Beurteilen im öffentlichen Raum sowie die Spielregeln, mit denen Zugehörigkeit gewährt oder verweigert wird. Burney verhandelt die Möglichkeiten weiblicher Handlungsfreiheit, wenn Gesetz, Sitte und Erwartungen vorausgreifend Grenzen ziehen. Hinzu treten die Ambivalenzen von Wohltätigkeit, Höflichkeit und Stolz, in denen moralische Motive sich mit Eitelkeit mischen können. Die Macht des Namens — als Symbol für Herkunft, Besitz und Anerkennung — rahmt diese Konflikte unübersehbar.

Die anhaltende Relevanz des Romans zeigt sich darin, wie präzise er soziale Rollen, performative Selbstentwürfe und den Druck permanenter Sichtbarkeit erfasst. Wer heute über öffentliche Meinungsbildung, Statussignale und die Ökonomie der Aufmerksamkeit nachdenkt, erkennt in Burneys Welt vertraute Mechanismen wieder. Fragen nach finanzieller Verantwortung, nach Bedingungen fairer Partnerschaften und nach der Balance zwischen Selbstbestimmung und sozialer Verpflichtung behalten ihr Gewicht. Auch die rechtlichen und symbolischen Zuschreibungen, die Identität stiften oder einschränken, sprechen in Zeiten intensiver Debatten über Namen, Zugehörigkeit und Machtstrukturen unmittelbar an.

Cecilia bleibt damit nicht nur ein Dokument seiner Epoche, sondern ein lebendiges Werk, das Leserinnen und Leser durch seine Genauigkeit, seinen Humor und seine moralische Feinfühligkeit gewinnt. Es führt in eine Gesellschaft, die an ihren eigenen Regeln gemessen werden will, und zeigt eine Heldin, die sich mit Urteilskraft behauptet. Wer die Tradition des englischen Gesellschaftsromans kennenlernen oder vertiefen möchte, findet hier einen prägenden Text, der zwischen Beobachtung und Empathie, Analyse und Erzählfreude vermittelt und die Fragen nach Verantwortung, Freiheit und Anerkennung so stellt, dass sie weit über seine Entstehungszeit hinaus nachhallen.

Synopsis

Inhaltsverzeichnis

Cecilia, or Memoirs of an Heiress erschien 1782 und festigte Frances Burneys Rang als Wegbereiterin des englischen Gesellschaftsromans. Die junge Cecilia Beverley ist als Waise reich erbberechtigt, doch an ihre Selbstbestimmung knüpfen sich Auflagen: Drei sehr unterschiedliche Vormünder sollen sie leiten, und ein Testament bestimmt, dass ein künftiger Ehemann ihren Namen annehmen muss. Zu Beginn kommt sie nach London in den Haushalt der Harrels, um in die Welt eingeführt zu werden. Hier setzt der Roman seine Fragen: Wie bewahrt eine wohlhabende, beobachtete Frau Urteilskraft, wenn Anstand, Ruhm und Geld aus allen Richtungen ihren Willen besetzen?

Der Aufenthalt bei Mr. und Mrs. Harrel öffnet ihr die Türen zur Modegesellschaft mit Bällen, Theatern und kostspieligen Launen. Rasch zeigt sich die Leere hinter dem Glanz: Mr. Harrels Verschwendung und Spielerei erzeugen Schuldenlöcher, die Cecilia mit Bitten um Darlehen konfrontieren. Gleichzeitig wird ihr der barocke, selbstzufriedene Sir Robert Floyer als passende Partie nahegelegt, obwohl sie seine Rücksichtslosigkeit abstößt. Burney zeichnet diese Kreise zugleich witzig und kritisch, indem sie die Verwechslung von Großzügigkeit und Geltungssucht vorführt. Ein exzentrischer Moralprediger wie Mr. Albany spiegelt von außen, wie verschwenderische Sitten und öffentliche Meinung Mitgefühl korrumpieren können.

Inmitten dieser Kulissen begegnet Cecilia der Familie Delvile, die auf Rang und Reinheit des Namens stolz ist. Der Vater verteidigt Ahnentafeln wie Prinzipien, die Mutter verbindet Würde mit Herzensbildung, und der Sohn Mortimer wirkt zunächst kühl, erweist sich jedoch als umsichtig und gerecht. Zwischen Cecilia und Mortimer wächst stille Wertschätzung, genährt von Taktgefühl und gemeinsamen moralischen Maßstäben. Gleichzeitig hält sich Mr. Monckton als älterer Vertrauter in ihrer Nähe; seine guten Ratschläge tragen verborgene Eigeninteressen. Gesellschaftliche Besuche, Landaufenthalte und strenge Etikette schärfen die Kontraste: Selbstbestimmung hat ihren Preis, und Reputation wird zur gemeinsamen Währung.

Neben höfischen Kreisen zeigt Burney urbane Ränder: Cecilia begegnet talentierten, aber prekären Existenzen wie dem gebildeten Mr. Belfield, dessen ehrgeizige Pläne mehrfach scheitern. Verletzung und Krankheit bringen ihn an den Rand, und Cecilia versucht Hilfe zu leisten, ohne seinen Stolz zu verletzen. Aus gutem Willen erwachsen Missverständnisse, Gerüchte und neue Verpflichtungen. Diese Episoden kontrastieren Luxus mit bürgerlicher Verwundbarkeit und fragen, wie Wohltätigkeit gelingen kann, wenn Eitelkeit, Ehrgefühl und soziale Distanz dazwischen treten. So verknüpft der Roman persönliche Tugendproben mit einer breiteren Skizze ökonomischer Unsicherheit. Auch Freundschaften mit Frauen aus anderen Schichten – etwa stillen, fleißigen jungen Damen – erweitern Cecilias Blick auf Anerkennung und Abhängigkeit.

Der zentrale Konflikt schärft sich, als die Zuneigung zwischen Cecilia und Mortimer Delvile unverkennbar wird. Die Klausel im Testament, wonach ein Gatte den Namen Beverley annehmen muss, prallt auf die Delvilesche Ehrvorstellung, den eigenen Namen um jeden Preis zu bewahren. Eltern, Vormünder und Bekannte diskutieren Ehre, Recht und Vermögenssicherung, während Cecilia in widersprüchliche Loyalitäten gerät. Harrels Verschwendung wahrt den äußeren Glanz, steigert jedoch Abhängigkeiten; Briggs’ Geiz liefert kalte Rechnungen, Delviles Stolz moralische Maximen. Die Gesellschaft beobachtet und urteilt fortwährend, und ein Geflecht kleiner Krisen stellt Cecilias Urteil, Klugheit und Standhaftigkeit auf immer neue Proben.

Unter dem Druck widersprechender Erwartungen häufen sich Anträge, Indiskretionen und Versuchungen zu übereilten Schritten. Sir Robert beharrt, Freunde raten, Gegner intrigieren; Mr. Moncktons Berechnung bleibt hinter vermeintlicher Fürsorge verborgen. Dabei zeigt Burney, wie weibliche Handlungsfähigkeit durch Besitzverhältnisse, Aufsicht und die Logik des Rufes eingeschränkt wird. Finanzielle Bitten, gesellschaftliche Verpflichtungen und moralische Skrupel verflechten sich, bis vernünftige Entscheidungen kaum mehr von impulsiven Reaktionen zu trennen sind. Cecilia versucht, Mitleid und Klugheit auszubalancieren, ohne ihre Integrität preiszugeben. Wohin diese Entwicklung führt, bleibt hier unausgeführt; entscheidend ist, wie eng Moral und sozialer Zwang ineinandergreifen.

Als Roman der Sitten untersucht Cecilia dauerhaft die Macht von Namen, Rang und Geld über Identität und Zuneigung. Burney verbindet Komik, Dialogschärfe und Beobachtungsgabe mit ernstem Nachdenken über Pflicht, Wohltätigkeit und weibliche Selbstbestimmung. Die Erzählung machte Burney zu einer Leitfigur des späten 18. Jahrhunderts und bereitete das Feld für spätere Autorinnen des häuslichen Realismus; Motive von Stolz, Vorurteil, Ruf und ökonomischer Vernunft wirken weit über das Werk hinaus. Ohne das Ende vorwegzunehmen, bleibt der Eindruck einer klugen, vielstimmigen Kritik an Strukturen, die Gefühle reglementieren – und einer Heldin, die trotz Druck Maß und Würde sucht.

Historischer Kontext

Inhaltsverzeichnis

Frances Burneys Cecilia, or Memoirs of an Heiress erschien 1782 in London und spielt überwiegend im spätgeorgianischen England unter Georg III. Das Werk verortet sich in einer Hauptstadt, deren gesellschaftliches Leben von höfischen und kirchlichen Institutionen, Clubs und Salons geprägt war. Literarische Zirkel um Samuel Johnson, Hester Thrale und Joshua Reynolds bildeten eine maßgebliche Öffentlichkeit, in der Burney verkehrte. Opernhaus, Pantheon, Ranelagh und Vauxhall Gardens standen für die neuen Räume geselliger Repräsentation. Parallel dazu bestimmten Gerichte wie die Court of Chancery, das Common Law zu Ehe und Eigentum sowie die anglikanische Establishment-Kultur die Handlungsmöglichkeiten von Erben und Erbinnen.

Der Roman entstand in einer Phase, in der der englische Gesellschaftsroman und die empfindsame Literatur breite Leserschaften erreichten. Cecilia erschien in drei Bänden bei den Londoner Verlegern T. Payne und T. Cadell und wurde zeitgenössisch positiv besprochen, unter anderem in der Monthly Review und der Critical Review. Circulating Libraries trugen zur Verbreitung bei, sodass sowohl höfische als auch bürgerliche Leserinnen und Leser Zugang fanden. Burney knüpft an die Erfolgslinie von Evelina (1778) an, erweitert aber Reichweite und Ernst ihrer sozialen Satire. Bekannt ist Cecilia außerdem für die wiederholte Formulierung „pride and prejudice“, die später Jane Austens Romantitel inspirierte.

Ökonomisch spiegeln Schauplätze und Figuren die britische Konsum- und Kreditökonomie der 1770er und frühen 1780er Jahre. London erlebte eine Ausweitung von Luxusgütern, Läden und Mode, finanziert durch Wechsel, Anleihen und persönliche Kreditwürdigkeit. Gesellschaftlicher Ruf fungierte als Währung; Zahlungsunfähigkeit führte zu „sponging-houses“ und im Extrem zu Schuldgefängnissen wie der Fleet oder dem King’s Bench. Spiel und Spekulation, Lotterien und riskante Anlageformen prägten die urbane Freizeit. Cecilia problematisiert diese Kultur, indem sie Mechanismen des Ansehens, ruinöser Ausgaben und drängender Gläubiger nachvollziehbar macht, ohne die Ereignisse auf Sensationslust zu reduzieren. So wird die moralische Ökonomie des späten 18. Jahrhunderts literarisch transparent.

Zentral ist der rechtshistorische Rahmen des Ehe- und Erbrechts. Das Prinzip der Coverture übertrug im Eheschluss Vermögenskontrolle in der Regel auf den Ehemann; Schutz boten nur sorgfältig ausgehandelte Marriage Settlements und Treuhandkonstruktionen vor dem Chancery-Gericht. Für reiche Erbinnen bestimmten Testamente häufig Auflagen, Wächter und Namensklauseln. In Cecilia ist—ohne den Verlauf zu verraten—die testamentarische Bedingung maßgeblich, dass ein künftiger Ehemann den Namen der Erbin annimmt. Diese Konstellation war im 18. Jahrhundert rechtlich möglich und sozial umstritten, weil sie patriarchale Namens- und Besitznormen berührte und familiäre Ehre, Standesbewusstsein und Vermögensbewahrung miteinander verknüpfte.

Die Stadtkultur, die Burney zeichnet, umfasst Opern- und Theatersäle, Assemblies, Bälle, Maskeraden und Vergnügungsgärten. Diese Öffentlichkeit verband Vergnügen mit Selbstdarstellung durch Kleidung, Konversation und Patronage. Zugleich entwickelte sich eine ausgeprägte Philanthropiepraxis über Subskriptionen, etwa für Hospitäler wie das Foundling Hospital oder das Magdalen Hospital. In diesem Umfeld verhandelt der Roman die Normen der Sensibilität: Mitgefühl und Verfeinerung galten als Tugenden, konnten jedoch zu moralischer Blindheit gegenüber Verschwendung und Eitelkeit führen. Burney zeigt, wie Etikette, Mode und Wohltätigkeit soziale Kapitalbildung ermöglichen, aber auch Schuldverhältnisse, Abhängigkeiten und öffentliche Bloßstellung erzeugen, in der Metropole London.

Zeitgenössische Anstands- und Erziehungsdiskurse rahmen die Figurengestaltung. Weit rezipierte Texte wie James Fordyces Sermons to Young Women (1766), John Gregorys A Father’s Legacy to his Daughters (1774) und Schriften von Hannah More empfahlen Bescheidenheit, Gehorsam und Vorsicht als weibliche Leitwerte. Burney kannte die literarische Debatte aus nächster Nähe: Ihre Tagebücher dokumentieren Gespräche im Johnson‑Kreis und Kontakte zu den Bluestockings, die weibliche Bildung verteidigten. Cecilia spiegelt diesen Diskurs, indem er Entscheidungen von Erziehern, Vormündern und jungen Frauen als Prüfsteine sittlicher Urteilsfähigkeit präsentiert und die Grenzen zwischen wohlmeinender Aufsicht und bevormundender Kontrolle sichtbar macht.

Das Romangeschehen ist in eine städtische Infrastruktur eingebettet, die neue Kontroll- und Schutzmechanismen entwickelte. Die Bow Street Runners als frühe, von den Fielding‑Brüdern aufgebaute Polizeitruppe operierten seit der Mitte des Jahrhunderts in London; gleichzeitig galten die Gerichte der Equity‑Jurisdiktion, voran die Court of Chancery, als langsam und kostenintensiv. Öffentlichkeit und Druckerpresse verstärkten Reputationswirkungen, etwa durch Anzeigen, Theaterkritik und Gesellschaftsberichte. Reformdebatten reichten von Armenfürsorge unter dem alten Poor Law bis zur Aufsicht privater Heilanstalten (Madhouse Act 1774). Solche Kontexte schärfen das Verständnis von Cecilias wiederkehrenden Themen: Schutz, Vormundschaft, Ruf und das Ringen um Rechtssicherheit.

Cecilia fungiert als Kommentar zur georgianischen Epoche, indem der Roman Standesehrgeiz, Kreditökonomie und Geschlechterordnung zugleich satirisch und ernst analysiert. Burney verbindet Beobachtung des Londoner Gesellschaftslebens mit einer Darstellung rechtlicher und wirtschaftlicher Zwänge, denen eine Erbin ausgesetzt sein konnte. Die zeitgenössische Resonanz, mehrere Auflagen und die nachweisbare Prägung späterer Autorinnen wie Jane Austen belegen seine Wirkung. Ohne sensationelle Enthüllungen zu benötigen, zeigt das Buch die Kosten sozialer Selbsterhaltung und die Fragilität von Ruf und Gefühl. So bildet Cecilia eine Brücke zwischen empfindsamer Tradition und dem realistischen Gesellschaftsroman des frühen 19. Jahrhunderts.

Cecilia (Zusammengefasste Ausgabe)

Hauptinhaltsverzeichnis
BUCH 1
KAPITEL 1 EINE REISE
KAPITEL 2 EIN ARGUMENT
KAPITEL 3 ANKUNFT
KAPITEL 4 EINE SKIZZE DES GEHOBENEN LEBENS
KAPITEL 5 EINE MONTAGE
KAPITEL 6 EIN FRÜHSTÜCK
KAPITEL 7 EIN PROJEKT
KAPITEL 8 EINE OPERNPROBE
KAPITEL 9 EIN BITTGESUCH
KAPITEL 10 EINE PROVOKATION
KAPITEL 11 ERZÄHLUNG
BUCH 2
KAPITEL 1 EIN MANN DES REICHTUMS
KAPITEL 2 EIN MANN DER FAMILIE
KAPITEL 3 EINE MASKERADE
KAPITEL 4 EIN ZWISCHENFALL
KAPITEL 5 EIN MODISCHER FREUND
KAPITEL 6 FAMILIENFEIER
KAPITEL 7 UNTERSUCHUNG
KAPITEL 8 A TETE A TETE
BUCH 3
KAPITEL 1 ANWENDUNG
KAPITEL 2 EINE PERPLEXITÄT
KAPITEL 3 EINE ERMAHNUNG
KAPITEL 4 EIN AUSWANDERUNG
KAPITEL 5 EIN ABENTEUER
KAPITEL 6 EIN GENIALER MANN
KAPITEL 7 EIN ZWINGENDES
KAPITEL 8 EINE ERMUTIGUNG
KAPITEL 9 EIN SIEG
BUCH 4
KAPITEL 1 EINE BESCHWERDE
KAPITEL 2 SYMPATHIE
KAPITEL 3 EIN KONFLIKT
KAPITEL 4 EINE ERWARTUNG
KAPITEL 5 EINE AGITATION
KAPITEL 6 EIN MANN VON DER TONNE
KAPITEL 7 EIN NACHWEIS
KAPITEL 8 EIN FEHLER
KAPITEL 9 ERKLÄRUNG
KAPITEL 10 EIN MURMELN
BUCH 5
KAPITEL 1 EIN WEG
KAPITEL 2 EIN BREITER HINWEIS
KAPITEL 3 EINE UNTERKUNFT
KAPITEL 4 EINE ERKENNTNIS
KAPITEL 5 EIN SARKASMUS
KAPITEL 6 EINE VERSCHWÖRUNG
KAPITEL 7 EIN KÜHNER SCHLAGANFALL
KAPITEL 8 DAS HAUS DES GEIZIGEN
KAPITEL 9 EINE ERKLÄRUNG
KAPITEL 10 DAS GEWISSEN EINES ZOCKERS
KAPITEL 11 EINE VERFOLGUNG
KAPITEL 12 EIN MANN DER GESCHÄFTE
KAPITEL 13 EINE LÖSUNG
BUCH 6
KAPITEL 1 EINE DEBATTE
KAPITEL 2 EIN GELÄNDE
KAPITEL 3 EIN ANTIKES HERRENHAUS
KAPITEL 4 EIN RATTER
KAPITEL 5 EIN STURM
KAPITEL 6 EIN RÄTSEL
KAPITEL 7 EINE ANEKDOTE
KAPITEL 8 EINE KONFERENZ
KAPITEL 9 EIN ANGRIFF
KAPITEL 10 EIN RÜCKZUG
KAPITEL 11 EINE SORGE
BUCH 7
KAPITEL 1 EINE RENOVIERUNG
KAPITEL 2 EIN BESUCH
KAPITEL 3 EIN VORFALL
KAPITEL 4 EIN VORSCHLAG
KAPITEL 5 EIN BRIEF
KAPITEL 6 EINE DISKUSSION
KAPITEL 7 EIN RÜCKBLICK
KAPITEL 8 EINE PEINLICHE SITUATION
KAPITEL 9 EINE QUÄLUNG
BUCH 8
KAPITEL 1 EINE UNTERBRECHUNG
KAPITEL 2 EIN EREIGNIS
KAPITEL 3 EINE KONSTERNATION
KAPITEL 4 EINE PERTURBATION
KAPITEL 5 EIN HÜTTENHAUS
KAPITEL 6 EIN WETTBEWERB
KAPITEL 7 EINE BEMERKUNG
KAPITEL 8 EIN ABSCHIED
KAPITEL 9 EIN MÄRCHEN
KAPITEL 10 EIN SCHOCK
BUCH 9
KAPITEL 1 EINE NACHDENKUNG
KAPITEL 2 EIN ÜBERRASCHUNG
KAPITEL 3 EINE KONFABULATION
KAPITEL 4 EIN RINGELN
KAPITEL 5 EIN VERDÄCHTNIS
KAPITEL 6 EINE STÖRUNG
KAPITEL 7 EINE RUHE
KAPITEL 8 EIN ALARM
KAPITEL 9 EIN SPANNUNGSSPIEL
KAPITEL 10 EIN VERHÄLTNIS
KAPITEL 11 EIN UNTERNEHMEN
BUCH 10
KAPITEL 1 EINE ENTSCHEIDUNG
KAPITEL 2 EIN INTERVIEW
KAPITEL 3 ZUSAMMENFASSUNG
KAPITEL 4 EINE DELIBERATION
KAPITEL 5 EINE ENTSCHEIDUNG
KAPITEL 6 EIN PRATING
KAPITEL 7 VERFOLGUNG
KAPITEL 8 BEGEGNUNG
KAPITEL 9 EIN TRIBUTE
KAPITEL 10 KÜNDIGUNG

BUCH 1

Inhaltsangabe

KAPITEL 1 EINE REISE

Inhaltsverzeichnis

"Möge die Zeit, während sie ihre zerbrechlichen Überreste zu Staub formt, die Aufzeichnung ihrer Güte der Tradition überantworten; und oh, möge ihre verwaiste Nachfahrin durch das Leben hindurch von der Erinnerung an ihre Reinheit beeinflusst werden und im Tod getröstet werden, dass er durch sie unbefleckt war!" So lautete Cecilias stilles Gebet, als Tränen den Abschied von Bury verschleierten. Einundzwanzig Jahre alt, Tochter eines kultivierten Landedelmanns und einer verstorbenen Mutter, erbte sie zuerst zehntausend Pfund, dann nach dem Tod des Dekans, ihres Onkels, ein Einkommen von dreitausend Pfund jährlich, nur an die Verpflichtung geknüpft, bei Heirat ihren Namen mit Hand und Vermögen gemeinsam zu verleihen.

Anmutiger Wuchs, veränderliches Antlitz und ein großzügiges Herz machten sie noch reicher als ihr Besitz. Während ihrer Minderjährigkeit hatte der Dekan drei Vormünder eingesetzt und ihr freigestellt, wo sie wohnen wolle; sie wählte das stille Landhaus der betagten Mrs Charlton, die sie wie eine Tochter liebte. Doch die Vormünder beschlossen anders. Schweren Herzens verließ sie Freundin, Gräber und Gefährten, stieg mit Mr Harrel, zwei Dienern und wenigen Habseligkeiten in die Kutsche nach London. Harrel, jung, heiter und prächtig, tat alles, um ihre Schwermut zu zerstreuen, und Cecilia, zugleich sanft und standhaft, belohnte seine Mühe mit gefasster Zuversicht.

Sieben Meilen vor der Stadt lag das Herrenhaus von Mr Monckton, bei dem Reisende zum Frühstück einkehrten. Der jüngere Sohn eines Adelsgeschlechts war reich, klug und weltgewandt, doch seit zehn Jahren an eine siebenundsechzigjährige Witwe gebunden, deren Vermögen er begehrte und deren Launen er erduldete. Höflich im Umgang, hemmungslos im Vergnügen, verschleierte er Ehrgeiz mit Zuvorkommenheit. Cecilia kannte ihn seit Kindertagen, hatte in seinem Salon erstes Gesellschaftslicht gesehen und lauschte gern seiner geistreichen Rede; er wiederum betrachtete sie als künftiges Eigentum, vereinte in ihr Jugend, Schönheit und Unabhängigkeit und schwor, trotz drohender Londoner Rivalen, ihren Besitz zu erringen.

KAPITEL 2 EIN ARGUMENT

Inhaltsverzeichnis

Monckton eilt zur Kutsche, begrüßt die melancholische Cecilia und führt sie in den Saal. Lady Margaret starrt kühl, Miss Bennet schleicht geschmeidig, Aresby glänzt in Rot, Morrice strahlt Selbstvertrauen, ein alter Herr runzelt die Stirn, Belfield leuchtet vor Geist. Monckton erklärt: "Ich bringe Ihnen ... Kummers." Belfield bewundert: "Wenn der Kummer ... Gestalt hat ..." Der Kapitän ruft: "Sie ist ... göttlich schön." Cecilia setzt sich, Morrice nimmt dreist Platz, Monckton wartet verärgert. Er fragt: "Kommen Sie ... Bewegung?" Morrice lacht: "Ausgerechnet das gefällt mir." Monckton schiebt sich vor: "Das würde ich auch tun." Sogleich.

Am Tisch beginnt Monckton das Gespräch: "Wir werden Sie verlieren ...", prophezeit er. Cecilia entgegnet: "Wenn Sie so denken ...", worauf Lady Margaret knurrt: "Ja, ja, und um so besser!" – "Es tut mir leid ...", sagt Cecilia ruhig. Monckton fährt fort: "Sie werden feststellen ...", erklärt die Mode, alte Bande zu lösen. Cecilia lächelt: "Dann ist es ... Glück." Belfield lehnt sich vor: "Sie beabsichtigen also ...", fragt er neugierig. Die Gesellschaft beobachtet das Wortgefecht, Tee dampft, Porzellan klirrt, doch Morrice schwärmt bereits von neuen Vergnügungen, Aresby streicht Schnurrbart, während der mürrische Alte noch immer schweigt.

Monckton mahnt besonnen: "Und das ... Absicht eines jeden." Belfield widerspricht heftig: "Aber nicht ... wenn er Verstand hat", zitiert Verse. Aus der Ecke grollt der Alte: "Eine verderbliche Maxime!" Unbeirrt fährt Monckton fort: "Abweichungen ... sehr selten vorgebracht." Belfield glüht: "Und warum selten ...", ruft er, idealisiert ungehemmtes Genie. Monckton bleibt kühl: "All dies ... Phantasie." Belfield kontert: "Und warum ... Konformität", klagt er, dass Bildung den Mut erdrücke. Monckton schließt: "Ich bin bereit zuzugeben ... Freiheit gewähren?" Die Diskussion verhallt; Cecilia schweigt, Lady Margaret grollt, während Kerzenflammen in winterlicher Stille flimmern sanft weiter.

Belfield erklärt: "Ich möchte, dass alle Menschen selbst handeln; Unternehmungsgeist auf, Nachahmung fort, Genie spürt Überlegenheit, Torheit ihre Nichtigkeit, und die öde Gleichförmigkeit verschwindet." Der Hauptmann flüstert Morrice: "Versteinernd langweilig, mon ami, de grâce, neues Spiel!" Morrice springt: "Ein Hase! ein Hase!" Sofort schallt es: "Wo? wo? wohin?", und alle stürzen zu den Fenstern, nur der Gastgeber bleibt, dem die Beute ohnehin nahe ist. Morrice hetzt von Scheibe zu Scheibe, verfolgt imaginäre Spuren, bemerkt Lady Margarets Ärger, bricht die Farce ab, nimmt Platz neben ihr und bietet eifrig "Kuchen, Schokolade, was immer Sie wünschen" an; daraufhin verstummt das Frühstück.

Monckton fasst Cecilias Hand: "Darf ein alter Freund Sie in London sehen?" – "Warum das, Sir?" fragt sie. Belfield lacht: "Menschenkenner gönnen keinem reinen Plan Gnade." Monckton warnt: "Neue Szenen bedeuten Versuchung." Belfield kontert: "Sie nimmt ihren Verstand mit!" Monckton beharrt: "Jugend und Schönheit verlassen die ländliche Ruhe." Belfield: "Wo Natur und Zufall segnen, ist Sorge fehl am Platz." Monckton knurrt: "Spitzel und Glücksjäger lauern." Harrel ruft: "Auf, mein Mündel fort!" Der Hauptmann seufzt zu Cecilia: "War solch Schönheit eingemauert? Ah, quelle honte!" Sie verbeugt sich, fragt Lady Margaret: "Treffe ich Sie im Winter in London?" – "Vielleicht, vielleicht nicht", kommt die knappe Antwort.

Monckton warnt: "Seien Sie wachsam, wählen Sie Freunde langsam; Änderungen bergen mehr Gefahr als Nutzen." Belfield spottet: "Was wurde aus deinem Konformitätsdogma?" – "Ich sprach von der Masse, nicht von ihr", entgegnet er. Cecilia lächelt: "Schmeichelei verdirbt mich nicht." Harrel fragt: "Fahren wir, oder hat Monckton Sie entmutigt?" – "Nur der Abschied von Freunden zögert mich", sagt sie. "Brava!", ruft Belfield. Ein Greis seufzt: "Ach, das arme Ding." Der Kapitän tritt vor, doch Morrice schnappt Cecilias Hand. Monckton knurrt: "Mein Privileg!" – "Ein Abgeordneter darf darauf bestehen", lacht Morrice. Monckton bringt sie zur Kutsche, erbittet Besuche; Harrel bekräftigt, sie verspricht Vertrauen, der Wagen fährt ab.

KAPITEL 3 ANKUNFT

Inhaltsverzeichnis

Kaum war das Haus verschwunden, staunte Cecilia über den schweigsamen Greis in der Ecke; Harrel konnte nur berichten, dass er ihn selten gesehen und ebenso befremdlich gefunden habe. Dann pries Cecilia »den unermüdlichen Herrn Monckton«, dankte für seine lebenslange Sorge und hoffte auf seinen Rat, während beide sein trübes Heimleben und Lady Margarets Abneigung bedauerten. Als die Postkutsche London näherkam, verdrängte Vorfreude ihre Unruhe: Sie würde ihre Jugendfreundin wiedersehen. Mrs Harrel, einst Spiel- und Schulkameradin, fehlte der Witz Cecilias, besaß jedoch milde Gewogenheit. Seit drei Jahren getrennt, trafen sie sich nun im Stadthaus und umarmten sich tränenreich.

Nach freundlichen Fragen bat Mrs Harrel sie, »komm in den Salon, dort warten ein paar Freunde, die dich unbedingt kennenlernen wollen«. Cecilia seufzte: »Ich hätte mir gewünscht, diesen ersten Abend allein mit dir verbringen zu können.« Die Antwort kam heiter: »Sie wollten dich unbedingt sehen; ich fürchtete, deine Abreise aus Bury habe dich verstimmt.« Ohne weiter zu klagen folgte Cecilia – doch die Flügeltür öffnete sich auf einen hellen, prunkvollen Saal, halb gefüllt mit farbenfrohen Gästen. Hastig vorgestellt, spürte sie Verlegenheit, gewann aber Würde zurück, entschuldigte ihr Reisegewand und lauschte dem unbeschwerten Gespräch, das Rang wie Förmlichkeit vergaß.

Als der Gesprächspartner ging, rief Miss Larolles: »Wie seltsam Herr Meadows ist!« Dann zu Cecilia: »Sie werden dabei sein, oder?« – »Nein, Ma'am, ich habe nicht die Ehre, Lady Nyland zu kennen.« – »Oh, das macht nichts, eine Karte kommt schon.« Cecilia fragte: »Eine Fahrkarte?« – »Oh, mein Gott! So nennen wir Visitenkarten.« Auf die Reisestrecke antwortete Cecilia »dreiundsiebzig«, worauf die andere klagte, sie sei »am zwanzigsten März« zur Maskerade gekommen, von ihrer Magd frisiert und habe geweint. Cecilia sagte: »Für Sie sehr!« Da trat Mrs Harrel herzu: »Mein Bruder klagt, niemand stellt ihn vor.« Herr Arnott verbeugte sich: »Ich würde Fräulein Beverley überall erkennen.

"Erstaunlich, Gesicht ist gewöhnlich!", ruft ein Herr. Cecilia: "Als Sie Suffolk verließen, verlor ich meinen besten Freund." Arnott: "Möglich?" – "Sie waren mein Anwalt, Gefährte, Helfer." Der Mann: "Dann mögen Sie mich, ich werde alle drei." Cecilia: "Mir fehlt kein Verteidiger." – "Arnott übernimmt." – "Er müsste Kind sein." Arnott: "Das waren die glücklichsten Tage!" Freund: "Lassen Sie ihn zurückgehen, um Sie wiederzusehen." Larolles flieht, Gosport folgt: "Ich helfe, bin Meister im 'Q in der Ecke'." Cecilia: "Die Gesellschaft würde staunen." Gosport: "Witz schlägt Klatsch oder Schweigen." Er tadelt Runden, wünscht Spiel. Gruppe zerfällt, Gosport geht, Cecilia plaudert mit Mrs Harrel und geht spät, ungern.

KAPITEL 4 EINE SKIZZE DES GEHOBENEN LEBENS

Inhaltsangabe

Cecilia steht im Morgengrauen auf, flieht die kalte Frühstücksstube, kehrt um zehn zurück und wird von Mr. Arnott aufgehalten. Er ruft: "Sie so früh!", dann entzückt er sich endlos an gemeinsamen Kinderstücken, bis Mrs Harrel erscheint. Beim Frühstück stürzt Miss Larolles heran, drückt Cecilia die Hand: "Ich MUSS Sie zu meiner Hutmacherin bringen – süßeste Mützen, göttliche Bänder!" Cecilia kühl: "Wenn sie ruinös ist, meide ich sie." – "Oh, unmöglich!" Arnott begleitet die Damen zu Hut- und Kleiderläden; Larolles seufzt über alles Unerreichbare. Heimgekehrt ruft Mrs Harrel: "Heute Abend nur fünfzehn oder zwanzig Gäste." – "So klein?" lacht Cecilia.

Am Abend sitzt Cecilia zwischen Miss Leeson und Arnott; dieser kreist um alte Kinderspiele, lässt sich nicht ablenken. Nach dem Rückzug fragt sie: "Ich sah Ihren Mann heute gar nicht." – "Oh, wundern Sie sich nicht", sagt Mrs Harrel, "außer beim Essen sehe ich ihn kaum." – "Wie füllt er seine Zeit?" – "Wie andere Leute, nehme ich an." Arnott flüstert: "Sie sollen der Welt ein Beispiel geben." Sie trennen sich. Morgens ordnet Cecilia Bücher, doch Miss Larolles platzt herein: "Schnell zur Belgrade-Auktion, alle Welt wird dort sein!" – "Was wird verkauft?" – "Alles!" – "Kaufen Sie etwas?" – "Mein Gott, nein.

Cecilia entschuldigt sich: sie wolle den Tag daheim verbringen. Mrs Harrel lacht: "Zu Hause, meine Liebe? Wir sind bei Mrs Mears engagiert, morgen bei Mrs Elton." Sie zeigt ein Notizbuch voller Termine bis nach dem Geburtstag; Miss Larolles bewundert die Liste, Cecilia staunt. Die beiden eilen zur Auktion, während sie heimkehrt, enttäuscht von der rastlosen Jagd nach Kleidung, Vergnügungen und Menschenmengen. Sie erkennt, dass ihre Freundin, einst zufriedene Landbewohnerin, nun Freundschaft vernachlässigt und an Ausgaben Gefallen findet. Doch Cecilia beschließt, keine Vorwürfe zu machen. Sie sinnt über eine junge Frau, plötzlich reich verheiratet, vom glänzenden Londoner Kreis in sorglose Verschwendung getrieben.

The Dekan ernannte Mr Harrel nur, um seiner Nichte das Leben im Haus der Freundin zu erlauben; er kannte ihn kaum, verließ sich aber auf Familie, Vermögen und Verbindungen. Umsichtiger wählte er die anderen Vormünder: den ehrenwerten Mr Delvile, hochgeboren und gewissenhaft, und Mr Briggs, einen geschäftstüchtigen Millionär. Von Delvile erwartete er Wachsamkeit, von Briggs strenge Finanzkontrolle und sicherte so Vergnügen, Sicherheit und Vorteil der Erbin. – Mrs Harrel kam heim, kleidete sich; beim Dinner stellte Harrel Cecilia Sir Robert Floyer vor, dreißig, gewöhnliches Äußeres, doch starre Selbstsicherheit. Er musterte sie wie Ware und sprach von Rennen, Spielverlusten, Schönheiten, Bankrotten, Scheidungen; sie fröstelte.

Da seine Themen sie langweilten, sehnte sie das Aufbrechen herbei, doch Mrs Harrel, gut unterhalten, zögerte; erst der Termin bei Mrs Mears ließ beide aufstehen. Im Vis-à-vis platzte Cecilia heraus: „Ich ertrage ihn nicht.“ – „Es tut mir leid, dass du ihn nicht magst, denn er ist fast immer bei uns“, erwiderte ihre Freundin. „Magst du ihn denn selbst?“ – „Überaus; er ist sehr unterhaltsam, klug und kennt die Welt.“ Cecilia lachte: „Was für ein nüchternes Lob! Wie lange müsstest du überlegen, um noch ein Wort hinzuzufügen?“ Mrs Harrel wechselte vergnügt das Thema, während Cecilia besorgt über ihre Nachsicht schwieg.

KAPITEL 5 EINE MONTAGE

Inhaltsverzeichnis

Mrs. Mears begrüßt sie korrekt. Mrs. Harrel besetzt den Kartentisch, Cecilia, die nicht spielt, sitzt neben Miss Leeson, die nickt und abwendet. Schweigen herrscht, bis Sir Robert Floyer, Mr. Harrel und Mr. Arnott eintreten und sich um Cecilia scharen. "Was, wollen Sie nicht spielen, Fräulein Beverley?" ruft Harrel. Arnott lächelt: "Ich fühle mich geschmeichelt …". Cecilia: "In der Tat sehr selten." Harrel: "Oh, Sie müssen ein paar Stunden nehmen." Sir Robert nickt: "Gewiss." Cecilia: "Mir fehlen Fleiß und Lust." Harrel lacht: "In drei Monaten sehen wir den Unterschied." Arnott: "Ich hoffe nicht!" Harrel geht; Arnott bleibt hinter ihrem Stuhl, Sir Robert starrt, ihre Verlegenheit wächst.

Um Sir Roberts Blick zu entgehen, spricht Cecilia Miss Leeson an. "Haben Sie Miss Larolles gesehen?" – "Nein, Ma'am." "Erwartet Frau Mears sie heute?" – "Ich weiß es nicht, Ma'am." "Kam ein neues Stück heraus?" – "Das kann ich in der Tat nicht sagen." "Sind Sie Abonnentin bei Almack[1]?" – "Ja, Ma'am." "Besuchen Sie es oft?" – "Nein, Ma'am." "Welcher Ort ist modisch?" – "Das weiß ich in der Tat nicht." Beschämt schweigt Cecilia, sammelt Mut und fragt: "Gibt es in der Literatur etwas Neues, das Sie empfehlen?" Miss Leeson schaut erstaunt auf, entgegnet: "In der Tat, ich weiß nichts von der Sache." Cecilia resigniert.

Sir Robert, vom Glotzen müde, will gehen; Gosport hält ihn. "Sie spielen also nicht, Sir Robert?" – "Was, hier? Nein, Brookes." "Wie gefällt Ihnen Harrels Station?" – "Weiß nicht, hübsch, doch kein Leben." "Haben Sie mit ihr gesprochen?" – "Ich nicht!" "Welche Methode dann?" – "Keine; Frauen bemühen sich jetzt selbst." Er hakt sich bei Harrel ein und verschwindet. Gosport tritt zu Cecilia: "Ich fürchtete, Ihre Nachbarin erschöpfte Sie." Cecilia: "Sie spotten über meine Geschwätzigkeit." Er erklärt: "SUPERCILIOUS schweigen, VOLUBLE plaudern, beide jagen Bewunderung." Cecilia lacht: "Dann war ich wohl VOLUBLE." Gosport lächelt: "Gegen Schweigen helfen drei Themen: Kleidung, öffentliche Plätze, Liebe." Cecilia staunt.

"Ich gebe viel auf sie", bemerkt er, doch Bescheidenheit rechtfertige stures Schweigen nicht. "Sie müssen deutlicher werden." – "Nun gut, drei Ursachen, drei Heilmittel. Erst der Kummer." Schweigen aus Gram gehe mit Geistesabwesenheit einher; öffentliche Orte oder neue Kleider könnten helfen, "aber die Liebe –" – "Sind Sie sicher, daß Kummer nur diese Quelle hat?" – "Keineswegs: Papa, Mama, ein falscher Pompon, eine kranke Anstandsdame…" Cecilia lacht über die „bitteren Themen“. Er erklärt, daß Klagen über Eltern, Hüte oder Gesellschaft den Schmerz lindern, doch „Liebe ist unfehlbar“. „Ich danke Ihnen im Namen des Geschlechts.“ – „Sie, gnädige Frau, sind glückliche Ausnahme.

"Das Schweigen der Affektiertheit", fährt er fort, erkenne man am suchenden Blick, erzwungenem Ernst, posierenden Haltungen; es stamme aus kindlicher Eitelkeit. Hier versagten Kleider und Publikum, „doch Liebe siegt: schon der Name entstellt das Gesicht, die Pose stürzt“. – „So viel zum Kummer und zur Affektiertheit; jetzt die Dummheit“, verlangt Cecilia. „Schwere Arbeit, der Weg klar. Liebe wirkt nicht, Kleider bewirken Leere, aber an ‚öffentlichen Plätzen‘ ist Erfolg sicher; Geister brauchen Spektakel.“ Cecilia gesteht, sie habe Plätze vergeblich versucht, kenne keine Modewörter; er tröstet: „Verzweifeln Sie nicht, ein drittes Thema bleibt.“ – „Das überlasse ich Ihnen.“ – „Liebe macht euch redselig, bei Männern schweigt ihr.

Miss Larolles stürzt herbei: „Herr, wie freue ich mich! Sie waren nicht bei der Auktion – ein ungeheurer Verlust! Lady Belgrads Garderobe, all ihr Schmuck, süßeste Dinge, fast umsonst. Ich war den ganzen Vormittag wie in Todesangst.“ – „Dann habe ich wohl Glück gehabt“, erwidert Cecilia; Geduld ohne Juwelen sei demütigend. Gosport meint, in dieser Stadt tausche man Geduld ständig gegen Kränkung. Larolles plappert weiter: „Wo ist Frau Mears? Sehen Sie dieses alte rote Kleid? Sie trägt es immer – monströs!“ Dann fährt sie aufgeregt fort, ihre größte Qual zu schildern.

„Stellen Sie sich vor: Meine Freundin Miss Moffat kaufte mir in Paris eine Garnitur, das süßeste Stück! Heute sehe ich sie – dieselbe Zierde auf einem Kleid, bereits schmutzig! Ich hätte vor Verzweiflung weinen können; bald trägt sie die halbe Stadt, und ich bin ruiniert.“ – „Wenn ihr Saum schmutzig ist, sieht deiner umso zarter aus“, sagt Cecilia. „Doch er macht sie alt!“ Larolles wünscht, der Zoll hätte die Koffer eingezogen, huscht zu Frau Mears. Cecilia murmelt: „Larolles neben Leeson – eine schweigt nie, die andere immer.“ Gosport meint, beide seien gleich unwissend. Mrs Harrel verabschiedet sich, Arnott geleitet Cecilia.