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Gesund statt krank! Erkrankungen vorbeugen - Gesundheit erhalten: Hier werden Sie fit für den Paradigmenwechsel - hilfreiche Tipps und Informationen zum Aufbau sinnvoller Check-Up-Angebote in der eigenen Praxis - alle wichtigen Risiko-Scores und Testverfahren - zahlreiche Fallbeispiele - umfangreiche Tabellen zu Kosten und Abrechnung Querschnitt durch alle Fachgebiete der Medizin: - übersichtliche Gliederung nach Organsystemen und speziellen Check-Up-Themen - vom Herz-Kreislauf-Check-Up für jedermann bis zur Leistungsdiagnostik beim Leistungssportler - komplettes Spektrum durch Kapitel zu Themen wie "Potenziale der Genomik", "Komplementäre Medizin" und "Salutogenese und Lifestyle Coaching" Auf dem neuesten Stand: - moderne bildgebende Verfahren (CT-Kolonografie, Lowdose CT, MRT-Angiografie etc.) - aktuelle Leitlinien übersichtlich in Leitlinienboxen zusammengestellt - Kapitel "Telemedizin und elektronische Gesundheits-Akte"
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Seitenzahl: 980
Veröffentlichungsjahr: 2009
Prävention von Krankheiten – Evidenzbasierte Empfehlungen für die Praxis
Herausgegeben von
Uwe Nixdorff
Mit Beiträgen von
D. Abeck | C. M. Bamberger | M. W. Beckmann | H. Binder | W. Blank | P. Cullen | B. Dannewitz | H. C. Diener | D. Domagk | H. Drexler | P. Eickholz | A. Ernst | J. H. Ficker | T. H. Fink | C. Gawrilow | R. Gerzer | E. Gramenz | H. J. Greten | L. S. Griffith | D. H. W. Grönemeyer | M. Halle | M. Hensel | T. Hinrichs | G. Jacobi | W. Jilg | F. Kiefer | W. Kindermann | G. Kluge | F.-M. Köhn | W. J. Kox | K. Kraft | B. Madea | Y. K. Maratos | G. Mehlhorn | B. Meurer | G. Michelson | M. Möhrenschlager | H. Mück | M.Mück-Weymann | F. Mußhoff | C.-M. Muth | J. Mutschler | U. Nixdorff | M. Oeff | J. Pantel | P. Platen | K. Riemann | H. Rübben | S. Schirp | G. Schulz | R. Schulz-Wendtland | S. Schwarz | P. Sefrin | J. Siegrist | E. Stapelfeldt | E. Stockmann | V. Tesky | K. Tetzlaff | S. Wärntges | F. Wagner | J. Wessling | N. Worm
88 Abbildungen 83 Tabellen
Georg Thieme VerlagStuttgart New York
Bibliografische Information
der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internetüber http://dnb.d-nb.de abrufbar.
© 2009 Georg Thieme Verlag KG
Rüdigerstraße 14
70469 Stuttgart
Deutschland
Telefon: +49/(0)711/89 31-0
Unsere Homepage: www.thieme.de
Zeichnungen: Thomas Heinemann, Mannheim
Umschlaggestaltung: Thieme Verlagsgruppe
Umschlagfotos: www.getty-images.com und MEV-Verlag, Augsburg
eISBN: 978-3-13-168691-6
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Wichtiger Hinweis: Wie jede Wissenschaft ist die Medizin ständigen Entwicklungen unterworfen. Forschung und klinische Erfahrung erweitern unsere Erkenntnisse, insbesondere was Behandlung und medikamentöse Therapie anbelangt. Soweit in diesem Werk eine Dosierung oder eine Applikation erwähnt wird, darf der Leser zwar darauf vertrauen, dass Autoren, Herausgeber und Verlag große Sorgfalt darauf verwandt haben, dass diese Angabe dem Wissensstand bei Fertigstellung des Werkes entspricht.
Für Angaben über Dosierungsanweisungen und Applikationsformen kann vom Verlag jedoch keine Gewähr übernommen werden. Jeder Benutzer ist angehalten, durch sorgfältige Prüfung der Beipackzettel der verwendeten Präparate und gegebenenfalls nach Konsultation eines Spezialisten festzustellen, ob die dort gegebene Empfehlung für Dosierungen oder die Beachtung von Kontraindikationen gegenüber der Angabe in diesem Buch abweicht. Eine solche Prüfung ist besonders wichtig bei selten verwendeten Präparaten oder solchen, die neu auf den Markt gebracht worden sind. Jede Dosierung oder Applikation erfolgt auf eigene Gefahr des Benutzers. Autoren und Verlag appellieren an jeden Benutzer, ihm etwa auffallende Ungenauigkeiten dem Verlag mitzuteilen.
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Das Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Prävention und Gesundheitsförderung verbessern Gesundheit, Lebensqualität, Mobilität und Leistungsfähigkeit der Menschen.
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und steigender Kosten im Gesundheitswesen gewinnt die Gesundheit und damit das Thema Prävention, insbesondere die Check-Up-Medizin, für die Menschen zunehmend an Bedeutung. Verstärkt durch das Internet wird der Arzt infolgedessen heutzutage mehr und mehr von seinen mündigen Patienten gefordert.
Mit dem Buch verfolgt der Herausgeber insbesondere das Ziel, dem Arzt einen systematischen Überblick über die Check-Up-Medizin zu geben. Ein Schwerpunkt wird dabei gelegt auf die Sekundärprävention, d. h. die Identifikation von asymptomatischen Risikopersonen für bestimmte Krankheiten. In der Herz-Kreislauf-Medizin wurde z. B. in der PROCAM-Studie eindrucksvoll gezeigt, dass etwa ein Drittel aller Personen, die einen plötzlichen Herztod oder akuten Herzinfarkt erlitten haben, bis dahin völlig beschwerdefrei, also asymptomatisch waren. So plötzlich das Auftreten eines Herzinfarktes auch erscheinen mag, ist er dennoch auf eine meist mehrere Lebensdekaden umfassende Entwicklung einer Atherosklerose zurück zu führen.
Dieses Beispiel verdeutlicht, wie wichtig die Verbesserung der Präventivmedizin und deren breite Etablierung über alle Versorgungsebenen hinweg sind.
Der Inhalt des Buches gliedert sich in 7 Abschnitte.
Einleitend werden die Vorsorgeuntersuchungen in der hausärztlichen Praxis beschrieben und die Rolle des Hausarztes als primärer Ansprechpartner in Gesundheitsfragen anschaulich herausgestellt.
Im Folgenden gehen die Autoren auf die organbezogene Check-Up-Medizin ein. Der Leser erhält nicht nur einen detaillierten Überblick über die Check-Up-Medizin, sondern auch Detailinformationen über die epidemiologische Bedeutung der kardiovaskulären Erkrankungen und der Krebserkrankungen insgesamt.
Im Abschnitt spezielle Check-Up-Medizin widmen sich die Autoren den klassischen Themen wie Schutzimpfungen oder Arbeitsmedizin und binden überdies beispielsweise aufgrund steigender Inzidenz und Prävalenz psychischer Erkrankungen einen psychosozialen Check-Up als einen wichtigen Bestandteil in die Präventivmedizin mit ein.
Darüber hinaus erhält der Leser profunden Einblick in neue Technologien wie dem Telemonitoring und der elektronischen Gesundheitsakte im Kontext der Präventivmedizin. Nicht nur durch dieses Kapitel, sondern u. a. auch durch die Abhandlung zu den Potenzialen der Genomik, zeichnet sich dieses Buch als eine innovative und zukunftsweisende Arbeit aus.
Um dem Anspruch eines Standardwerkes gerecht zu werden, setzt sich der Herausgeber auch kritisch mit ausgesuchten Bereichen der komplementären Medizin auseinander und fordert, dass sich diese ebenso wie die klassischen medizinischen Fächer dem empirischen Nachweis ihrer präventiven und gesundheitsfördernden Kompetenz stellen.
Ich beglückwünsche den Herausgeber und alle Mitwirkenden zu ihrer hervorragenden Arbeit und begleite dieses Buch mit meinen besten Wünschen.
Februar 2009
Professor Dr. med. Gerd Assmann, FRCP
Das vorliegende Buch gibt eine Übersicht über die aktuellen medizinischen Methoden der Diagnostik zur Früherkennung von Krankheiten im oft noch asymptomatischen Stadium oder deren Disposition aufgrund von Risikokonstellationen im Sinne der sogenannten Check-Up-Medizin, die ursprünglich zum ersten Mal von der Mayo Clinic in Rochester/USA inauguriert worden ist.Weiterhin werden die daraus erwachsenden Konsequenzen – in der Regel im Bereich der Lebensstilmodifikation und präventiven Pharmakotherapie – dargestellt. Dabei wurden von den Autoren Evidenzen herausgearbeitet, auf die diese noch ungewohnte, neue „Medizin des Gesunden“ zurückgreifen kann (Leitlinenboxen). Eine übliche, symptombezogene Diagnostik und Therapie versagt und von daher werden holistischere pathophysiologische Sichtweisen benötigt. Eine Fokussierung der Angina pectoris auf die kardiologische Untersuchung des Herzens tritt zugunsten der Erkenntnis der zwar asymmetrischen, aber systemischen Ausbreitung der Atherosklerose zurück. Eine interventionelle oder operative Behandlung einer Koronarstenose tritt zugunsten der Prävention selbiger durch Lebensstilveränderungen im Bereich von Raucherentwöhnung als auch Bewegung, Ernährung und Entspannung, ggf. präventiver Medikation mit Acetylsalicylsäure und Statinen zurück, wenn erste atherosklerotische Veränderungen festgestellt werden. Dies betrifft in ähnlicher Form andere Krankheitsentitäten wie etwa das große Spektrum bösartiger Neubildungen, die meistens im symptomatischen Stadium keiner kurativen Therapie mehr zugänglich sind, sehr wohl aber im asymptomatischen Stadium. Der Mensch wird damit nicht mehr zum Patienten und der kurativ agierende Arzt wird zum Präventivmediziner. Dieser Paradigmenwechsel ist aufgrund der medizinischen und medizintechnischen als auch paramedizinischen Kompetenzen (Personal Trainer, Ökotrophologen, Psychologen etc.) im Sinne einer professionellen Check-Up-Medizin möglich geworden, aber noch nicht umfänglich auf wissenschaftlich gefestigte Beine gestellt. Präventivmedizinische Algorithmen, die Modelle der Risiko(faktoren)stratifikation, der Differenzialindikation und Durchführung präklinischer Diagnostik, wechselseitiger Ergänzung von morphologischen und funktionellen Befunden, enger interdisziplinärer Kooperation als auch die konsekutiven präventiven Maßnahmen im Bereich von Lebensstilmodifikation und Frühtherapie integrieren, liegen bisher kaum vor. Noch zaghaft wird im Curriculum des humanmedizinischen Studiums der Präventivmedizin Rechnung gezollt (Querschnitt 10 „Prävention, Gesundheitsförderung“ der neuen Approbationsordnung vom 3. 7. 2002) und es gibt keinen Facharzt für Präventivmedizin. Auch die Literaturrecherche entbehrt einer holistischen, Evidenz-basierten Übersicht der Check-Up-Medizin, die sich über die Grenzen einzelner medizinischer und paramedizinischer Fachgebiete hinweg definieren muss. Obwohl in vielen Bereichen des Themas noch tragbarer Outcome-Research fehlt, will das vorliegende Buch aufgrund der bereits bestehenden und zunehmenden Potentiale die Herausforderung annehmen, die derzeit praktische Rationale einer Check-Up-Medizin zu definieren. Neben einigen wenigen Leitlinien aus verschiedenen Bezügen der Präventivmedizin müssen zum großen Teil Evidenzen aus Teilbereichen der konventionellen „Krankheits“medizin für die Zwecke der „Gesundheits“medizin entlehnt werden, sodass keine einheitliche Struktur von Evidenzgraden in diesem Buch vorgehalten werden kann. Die übergeordnete präventivmedizinische Studienlage der Check-Up-Medizin ist nicht ausreichend, um etwa nach den Qualitätskriterien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) fachgemäße Leitlinien einer Check-Up-Medizin kurzfristig aufzustellen. Dies bringt es weiter mit sich, dass dieses Buch noch nicht den Anspruch der Repräsentation eines neuen Lehrfachs (Lehrbuchs) erheben kann. Andererseits existiert bisher nach bestem Wissen des Herausgebers kein vergleichbares Buch.
Das Buch versteht sich neben dem wissenschaftlichen Anspruch vorliegender Evidenzen praktisch, indem dem interessierten Arzt der zweckmäßige Zu- und Umgang des aktuellen Wissens textalisch, tabellarisch und mittels vieler farbiger Abbildungen, aber auch mittels Weblink-Boxen, Kasuistiken, Leitlinienboxen, praktischer Fragen-Antworten-Listen als auch wichtigster Referenzen vorgelegt wird. Zur schnellen Orientierung dient zu Beginn eines jeden einzelnen Kapitels die Rubrik „Das Wichtigste in Kürze“. Die Qualität der Einzelbeiträge wird durch die renommierten Autoren verbürgt, die nicht nur in ihrem Fach reputiert sind, sondern sich auch besonders der Zukunftsperspektiven einer präventivmedizinischen Ausrichtung Ihres Faches aktiv stellen.
Der holistische Zusammenhang wird durch 7 übergeordnete Abschnitte repräsentiert. Die I „Vorbemerkungen“ leiten zunächst ins Thema ein, indem epidemiologische Entwicklungen und terminologische Definitionen gegeben werden, aber auch Zukunftsperspektiven der Check-Up-Medizin antizipiert werden. Dies wird von den Vorsorgeuntersuchungen in der hausärztlichen Praxis gefolgt, da dem Hausarzt mit bisherigen, bescheideneren Mitteln traditionell eine wichtige primäre Funktion der Vorsorge zukam und auch weiter zukommt, aber zusätzlich i.R. der mit den in diesem Buch dargestellten, aktuellen Möglichkeiten eine integrative Bedeutung zukommen wird. Die darauf folgenden, großen zwei Abschnitte teilen sich in die II „Organbezogene und allgemeine Check-Up-Medizin“ und die III „Spezielle Check-Up-Medizin“ auf. Organbezogen wird Vorsorge-relevant abgehoben auf den Herz-Kreislauf, den Schlaganfall und die Demenzen, die Augen (insbesondere im prädiktiven Hinblick internistischer Erkrankungen), die Lunge (insbesondere den Lungenkrebs bei Rauchern), den Darm (mit den etablierten Verfahren der Darmkrebsvorsorge), die Haut, den Bewegungsapparat (dessen Degeneration nahezu keinem alternden Menschen erspart bleibt), die Hals-Nasen-Ohren-Organe, den Zahnstatus und Parodont. Letzteres repräsentiert die bevölkerungsweit etablierteste Vorsorgemedizin, mehr oder weniger regelmäßig besuchen die meisten Menschen auch ohne Zahnschmerzen den Zahnarzt zum Check-Up. Schließlich wird unter Allgemein die etablierte und differenzierte Vorsorge von Frauen, Männern und Kindern dargestellt. Die Anti-Aging-Medizin (die semantisch ggf. richtiger Well- oder Good-Aging-Medizin heißen müsste) bemüht sich seit einiger Zeit im Rahmen neuer themenspezifischer, nationaler und internationaler Fachgesellschaften um Evidenz-Basierung. Unter III „Spezielle Check-Up-Medizin“ versteht sich der psychosoziale Check-Up (mit dem zunehmenden Problem des sogenannten Burn-Outs), Sportler-Check-Up für die Gesundheitsuntersuchung, aber auch Leistungsdiagnostik des Amateur- oder Profisportlers. Schutzimpfungen stellen eine hocheffektive und -effiziente Prävention dar. Auch das gesundheitliche Risiko der drastisch zunehmenden Reiseaktivität im Rahmen der Globalisierung kann durch Vorsorge erheblich reduziert werden. Sehr speziell sind die Eignungsund Vorsorgetests im Rahmen des professionellen und privaten aktiven Fliegens, Tauchens, Teilnahme am öffentlichen Verkehr. Eine spezielle Institutionalisierung vorsorglicher Medizin kommt der präklinischen Notfallmedizin, dem Arbeitsschutz und den derzeitigen und zukünftigen Möglichkeiten des Telemonitorings und der elektronischen Gesundheitsakte zu. Letztes wird zunehmend in AAL (Ambient Assisted Living)-Programmen eine vorsorgliche Lebensweise des alternden Menschen in häuslicher Umgebung gewährleisten können. Die IV „Potenziale der Genomik“ liegen in der Gen-Chip-Technologie, der Pharmakogenetik und Nutrigenomik und sind nicht ohne Grund als Potenziale benannt, da sich die verheißungsvollen Möglichkeiten noch im Forschungsstadium befinden und erst langsam ihren Weg in die Anwendung nehmen. Die o. g. Holistik darf trotz Evidenzanspruch nicht die empirischen Erfolge der V „Komplementären Medizin“ außer Acht lassen. Zudem haben neben Ayurveda und TCM die Naturheilverfahren in mehreren deutschen Universitätsklinika den Weg wissenschaftlicher Studien angetreten und werden ggf. in Zukunft Evidenzen vorlegen können. Der o. g. Umsetzung von Lebensstilmodifikationen zum Zwecke der Krankheitsprävention ist der Abschnitt VI „Salutogenese und Lifestyle Coaching“ eingeräumt. Der Begriff der Salutogenese bedeutet hierbei „Gesundheitsentstehung“ oder „Ursprung von Gesundheit“. Der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky hat Salutogenese als Gegenbegriff zur Pathogenese entwickelt, Gesundheit ist kein Zustand, sondern muss als Prozess verstanden werden. Dieser wird durch das Kohärenzgefühl bestimmt, das eine globale Orientierung ausdrückt, in welchem Ausmaß man ein durchdringendes, dynamisches Gefühl des Vertrauens hat, das die inneren und äußeren Stimuli strukturiert, vorhersehbar und erklärbar macht. Da nicht nur das Kohärenzgefühl, sondern auch häufig die allgemeine Awareness zu sich selbst und seinem Körper fehlt, soll der medizinische Check-Up eine Bestandsaufnahme sein, auf der die Hinwendung zur eigenen Gesundheit effektiver gelingt. Da dies mit einer Lebensstilberatung i.R. des Check-Ups oft nicht ausreicht, sollte der Check-Up in ein Lifestyle-Coaching münden, wie es bereits im Fitness- und Sportbereich (Personal Trainer) oder Management üblich ist. Der professionelle Check-Up geht über die Negation der Ausschlussdiagnostik hinaus und bestimmt positiv die Maßnahmen zur Erhöhung von Lebenserwartung und -qualität. Damit wird die Definition von Gesundheit durch die World Health Organization (WHO) gewürdigt („Gesundheit ist ein Zustand vollkommen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheiten oder Gebrechen“). Der Abschnitt stellt nach belegter, absteigender prognostischer Bedeutung die drei „Lebensstilsäulen“: 1. Bewegung (Fitness, Bewegung und Sport), 2. Ernährung und 3. Entspannung (psychosoziale Balance) dar. Die gesundheitsgefährdende Sucht des inhalativen Nikotinabusus (noch höhere prognostische Bedeutung als die o. g. „Lebensstilsäulen“) als auch des Alkohols folgen. Alkohol, insbesondere im Kontext mit Resveratrol und Tanninen von im Fass ausgebauter Rotweine, wirkt allerdings in Maßen und regelmäßig konsumiert Atherosklerose-prophylaktisch. Dies hat aber durch die noch fehlende, abschließende Definition der präventiven Dosis als auch die Diskussion um ConfoundingFactors noch nicht den Weg in die Leitlinien der medizinischen und ökotrophologischen Fachgesellschaften gefunden. Ein wichtiges Kapitel in diesem Abschnitt ist das der Motivationspsychologie, da entgegen der zur Allgemeinbildung gehörenden Kenntnis des gesunden Lebens die tatsächliche Umsetzung oft hohe psychologische Barrieren mit sich bringt. In VII „Wo und Wie – Nützliche Hinweise für die Check-Up-Medizin“ soll der o. g. praktische Anspruch des Buches eingelöst werden, in dem der interessierte Leser wichtige Adressen und Weblinks findet und zwar von Internet-Checks, Beratungsinstitutionen zu Vor- und Nachteilen von Test zur Früherkennung, derzeit bestehenden Check-Up-Zentren mit entsprechenden Dienstleistungsangeboten als auch Vorsorge-relevanten Organisationen und medizinischen Fachgesellschaften. Auch die Dienstleistungsangebote zu den o. g. drei „Lebensstilsäulen“, i. e. Fitnesszentren und Personal Trainer, Ökotrophologen und Psychologen fehlen nicht. Abgeschlossen wird die Kontaktliste mit Medizin- und Gesundheitsportalen für Laien. Hier muss um Verständnis gebeten werden, dass eine Vollständigkeit der Adressenlisten nicht garantiert werden kann. Ein abschließendes Kapitel gibt eine Übersicht zu den Kosten von Check-Up-Programmen, die in einem definierten Rahmen von den Krankenkostenträgern als „gesetzlich vorgeschriebene Früherkennungs- und Präventionsleistungen“ getragen werden. Ein großer Teil der Kosten von Gesundheitsleistungen i.R. der professionellen Check-Up-Medizin wird allerdings als sogenannte „Verlangensleistung“ nicht oder nur teilweise aus Kulanzgründen von Krankenkassen übernommen. Die in Eigenverantwortung wahrgenommenen Check-Up-Leistungen müssen sich umso mehr hohen Qualitätserwartungen des Endkunden stellen, deren nachhaltige Befriedigung das Konzept eines so weit wie möglich Evidenz-basierten Angebots erforderlich macht. Das vorliegende Buch will dem ärztlichen Dienstleister hierbei eine Hilfestellung geben.
Im Februar 2009
Uwe Nixdorff
Prof. Dr. med. Dietrich Abeck Renatastr. 72 80639 München
Prof. Dr. med. Christoph M.Bamberger
Universitätsklinikum Eppendorf
Med. Präventions Centrum Hamburg (MPCH)
Falkenried 88
20251 Hamburg
Prof. Dr. med. Matthias W. Beckmann
Universitätsklinikum Erlangen
Frauenklinik
Universitätsstr. 21–23
91054 Erlangen
PD Dr. med. Helge Binder
Universitätsklinikum Erlangen
Frauenklinik
Universitätsstr. 21–23
91054 Erlangen
Dr. med. Wolfgang Blank
Ferdinand-Neumaier-Str. 6
94259 Kirchberg
Prof. Dr. med. Paul Cullen
Gemeinschaftspraxis Dr. Löer, Dr. Treder und Kollegen
Hafenweg 11
48155 Münster
Dr. med. dent. Bettina Dannewitz
Universitätsklinikum Heidelberg
Poliklinik für Zahnerhaltungskunde
Sektion Parodontologie
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg
Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener
Universität Duisburg-Essen
Universistätsklinikum Essen
Klinik für Neurologie
Hufelandstr. 55
45147 Essen
PD Dr. med. Dirk Domagk
Universitätsklinikum Münster
Medizinische Klinik und Poliklinik B
Albert-Schweitzer-Str. 33
48149 Münster
Prof. Dr. med. Hans Drexler
Friedrich-Alexander-Universität
Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin
Schillerstr. 25 u. 29
91054 Erlangen
Prof. Dr. Peter Eickholz
Johann Wolfgang Goethe-Universität
Zentrum der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
(Carolinum)
Poliklinik für Parodontologie
Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt a. M.
Prof. Dr. med. Arne Ernst
Unfallkrankenhaus Berlin
HNO-Klinik
Warener Str. 7
12683 Berlin
Prof. Dr. med. Joachim H. Ficker
Klinikum Nürnberg
Medizinische Klinik 3
Pneumologie, Allergologie, Schlafmedizin
Prof.-Ernst-Nathan-Str. 1
90419 Nürnberg
Dr. med. Thomas Fink
Rangauklinik Ansbach
Strüth 24
91522 Ansbach
Dr. rer. nat. Caterina Gawrilow
Universität Hamburg
Fak. Erziehungswissenschaft, Psychologie
u. Bewegungswissenschaft
Fachbereich Psychologie
Von-Melle-Park 5
20146 Hamburg
Prof. Dr. med. Rupert Gerzer
Universitätsklinikum Aachen
Zentrum für Medizin u. Mobilität
Institut für Flugmedizin
Kullenhofstr. 52
52074 Aachen
Elke Gramenz
Dipl.-Oecotrophologin
Assmann-Stiftung für Prävention
Johann-Krane-Weg 23
48149 Münster
Prof. Dr. med. Henry Johannes Greten
Deutsche Gesellschaft für Traditionelle
Chinesische Medizin
Karlsruher Str. 12
69126 Heidelberg
Dr. Lee S. Griffith
Awenydd GmbH
Nattermannallee 1
50829 Köln
Prof. Dr. med. Dietrich H.W. Grönemeyer
Universität Witten-Herdecke
Grönemeyer Institut für Mikrotherapie
Lehrstuhl für Radiologie und Mikrotherapie
Universitätsstr. 142
44799 Bochum
Prof. Dr. med. Martin Halle
Technische Universität München
Lehrstuhl und Poliklinik für Präventive und
Rehabilitative Sportmedizin
Connollystr. 32
80809 München
PD Dr. med. Mario Hensel
Park-Klinik Weissensee
Anästhesiologie – Intensivmedizin
Schönstr. 80
13086 Berlin
Dr. med. Timo Hinrichs
Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Sportwissenschaft
Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung
Overbergstr. 19
44801 Bochum
Univ.-Prof. Dr. med. Günther Jacobi
Duisburger Fachärztegemeinschaft Urologie
Kometenplatz 29–33
47179 Duisburg
Prof. Dr. med. Wolfgang Jilg
Universität Regensburg
Institut für Medizinische Mikrobiologie
und Hygiene
Franz-Josef-Strauß-Allee 11
93053 Regensburg
Prof. Dr. med. Falk Kiefer
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Klinik für Abhängiges Verhalten
und Suchtmedizin
J 5
68159 Mannheim
Prof. Dr. med. Wilfried Kindermann
Universität des Saarlandes
Institut für Sport- und Präventivmedizin
Postfach 15 11 50
66041 Saarbrücken
Goetz Kluge
DLR
Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin
Linder Höhe
51170 Köln
Prof. Dr. med. Frank-Michael Köhn
Andrologicum München
Burgstr. 7
80331 München
Prof. Dr. med. Dr. Wolfgang J. Kox
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Institut für Krankenhausmanagement
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Prof. Dr. med. habil. Karin Kraft
Universität Rostock
Medizinische Fakultät
Lehrstuhl für Naturheilkunde
Ernst-Heydemann-Str. 6
18057 Rostock
Prof. Dr. med. Burkhard Madea
Universität Bonn
Institut für Rechtsmedizin
Stiftsplatz 12
53111 Bonn
Dr. med. Yvonne K. Maratos
Universität Witten-Herdecke
Grönemeyer Institut für Mikrotherapie
Lehrstuhl für Radiologie und Mikrotherapie
Universitätsstr. 142
44799 Bochum
Dr. med. Grit Mehlhorn
Universitätsklinikum Erlangen
Frauenklinik
Universitätsstr. 21–23
91054 Erlangen
Dr. med. Britta Meurer
Hôpitaux Universitaires de Genève
Departement de Gynécologie et d’Obstétrique Maternité
Bd de la Cluse 30
1211 Genève 14
Schweiz
Prof. Dr. med. Georg Michelson
Universität Erlangen-Nürnberg
Augenklinik mit Poliklinik
Schwabachanlage 6
91054 Erlangen
Dr. med. Matthias Möhrenschlager
Dermatologie
Hochgebirgsklinik
Herman-Burchard-Str. 1
7265 Davos-Wolfgang
Schweiz
Dr. Dr. Herbert Mück
Pattscheider Weg 29
51061 Köln
Prof. Dr. Dr. med. Michael Mück-Weymann
Klinik Neustadt/Aisch
Psychosomatik und Verhaltensmedizin
Paracelsusstr. 30
91413 Neustadt a. d. Aisch
Prof. Dr. rer. nat. Frank Mußhoff
Universität Bonn
Institut für Rechtsmedizin
Stiftsplatz 12
53111 Bonn
PD Dr. med. Claus-Martin Muth
Universitätsklinik Ulm
Klinik für Anästhesiologie
Sektion für Spezielle Anästhesie
Prittwitzstr. 43
89073 Ulm
Dr. med. Jochen Mutschler
Universität Heidelberg
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin
J 5
68159 Mannheim
Prof. Dr. med. Uwe Nixdorff
EPC GmbH – European Prevention Center
Ruhrorter Str. 195
47119 Duisburg
Prof. Dr. med. Michael Oeff
Städt. Klinikum Brandenburg GmbH
Klinik für Innere Medizin I
Hochstr. 29
14770 Brandenburg
Univ.-Prof. Dr. med. Johannes Pantel
Universität Frankfurt
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Heinrich-Hoffmann-Str. 10
60528 Frankfurt a. M.
Prof. Dr. Petra Platen
Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Sportwissenschaften
Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung
Overbergstr. 19
44801 Bochum
Dr. rer. nat. Kathrin Riemann
Universität Duisburg-Essen
Universitätsklinikum Essen
Institut für Pharmakogenetik
Hufelandstr. 55
45122 Essen
Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Rübben
Universität Duisburg-Essen
Universitätsklinikum Essen
Urologische Klinik und Poliklinik
Hufelandstr. 55
45122 Essen
Sven Schirp
Universität Witten-Herdecke
Grönemeyer Institut für Mikrotherapie
Lehrstuhl für Radiologie und Mikrotherapie
Universitätsstr. 142
44799 Bochum
Gabriele Schulz
Dipl.-Gesundheitsökonomin
SVA Sana Sphere GmbH
Berliner Allee 47
40212 Düsseldorf
Prof. Dr. med. Rüdiger Schulz-Wendtland
Universitätsklinikum Erlangen
Radiologisches Institut
Abt. Gynäkologische Radiologie
Universitätsstr. 21–23
91054 Erlangen
Dr. med. Silja Schwarz
Technische Universität München
Poliklinik für Präventive und
Rehabilitative Sportmedizin
Connollystr. 32
80809 München
Prof. Dr. med. Peter Sefrin
Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie
Zentrum Operative Medizin
ehem. Leiter der Sektion für
präklinische Notfallmedizin
Oberdürrbacher Str. 6
97080 Würzburg
Univ.-Prof. Dr. phil. Johannes Siegrist
Heinrich Heine-Universität Düsseldorf
Institut für Medizinische Soziologie
Universitätsstr. 1
40225 Düsseldorf
Elmar Stapelfeldt
Ayurveda Naturheilpraxis
Europäische Akademie für Ayurveda
Forsthausstr. 6
63633 Birstein
Dr. med. Eberhard Stockmann
Betriebsärztlicher Dienst der Siemens AG
Sieboldstr. 16
91052 Erlangen
Valentina Tesky
Dipl.-Psychologin
Universität Frankfurt
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik
und Psychotherapie
Heinrich-Hoffmann-Str. 10
60528 Frankfurt a. M.
PD Dr. med. Kay Tetzlaff
Universitätsklinikum Tübingen
Medizinische Klinik und Poliklinik
Abteilung Sportmedizin
Silcherstr. 5
72076 Tübingen
Dr. med. Simone Wärntges
Universität Erlangen-Nürnberg
Augenklinik mit Poliklinik
Schwabachanlage 6
91054 Erlangen
Dr. med. Friederike Wagner
Unfallkrankenhaus Berlin
HNO-Klinik
Warener Str. 7
12683 Berlin
PD Dr. med. Johannes Wessling
Universitätsklinikum Münster
Institut für Klinische Radiologie
Albert-Schweitzer-Str. 33
48149 Münster
Dr. Nicolai Worm
Geibelstr. 9
81679 München
I Vorbemerkungen
1 Einleitung
U. Nixdorff
2 Vorsorgeuntersuchungen in der hausärztlichen Praxis
W. Blank
2.1 Gesundenberatung: Prävention und Therapie
2.1.1 Problematik der Präventivmedizin in der Hausarztpraxis:Die „Gesundenuntersuchung“
2.1.2 Arbeit des Hausarztes
2.1.3 Einleiten einer präventiven Maßnahme
2.1.4 Bewertung des generellen und individuellen Nutzens durch Arzt und Patienten
2.1.5 Nutzen und Risiken einer Früherkennungsuntersuchung
2.1.6 Abschließende Betrachtung
2.2 Einzelne Präventionsmaßnahmen in der Hausarztpraxis
2.2.1 Der Gesundheits-Check-Up
2.2.2 Untersuchungen bei Kindern und Jugendlichen
2.2.3 Krebsfrüherkennungsmaßnahmen
2.2.4 Schutzimpfungen
2.2.5 IGeL-Prävention
II Organbezogene und allgemeine Check-Up-Medizin
3 Herz-Kreislauf-Check-Up
U. Nixdorff
3.1 Ziele des Check-Ups: Verhinderung bzw. Stabilisierung der Atherosklerose und Vermeidung kardiovaskulärer Ereignisse
3.2 Epidemiologie der koronaren Herzkrankheit und des Myokardinfarkts
3.3 Pathophysiologie der Atherosklerose und deren Folgen
3.4 Kardiovaskuläre Risikofaktoren/-marker, Risiko-Scores
3.5 Präklinische Diagnostik der Atherosklerose
3.5.1 Klinische Untersuchung inklusive Anthropometrie
3.5.2 Labordiagnostik und Genanalysen
3.5.3 Bildgebende Diagnostik der Atherosklerose
3.5.4 Funktionelle Untersuchungen
3.5.5 Einbindung der Diagnostik in präventivmedizinische Algorithmen
3.5.6 Indikationen, Interpretationen und rechtliche Fragen
3.6 Präventive Maßnahmen
3.6.1 Gezielte Reduktion kardiovaskulärer Risikofaktoren
3.6.2 Lebensstilmodifkationen, Lifestyle-Coaching
3.6.3 Präventive Pharmakotherapie
4 Prävention des Schlaganfalls
H. C. Diener
4.1 Definitionen
4.2 Epidemiologie
4.3 Pathophysiologie
4.4 Anamnese und Klinik
4.4.1 Anamnese
4.4.2 Klinik
4.5 Diagnostische Optionen und instrumentelle Untersuchungen
4.5.1 Labordiagnostik
4.5.2 Bildgebende Verfahren
4.5.3 Ultraschallmethoden
4.5.4 Elektrokardiografie (EKG)
4.5.5 Fitness-Assessment
4.5.6 Indikation zur Diagnostik
4.6 Präventive Maßnahmen
4.6.1 Zerebrale Ischämie
4.6.2 Sekundärprävention des Schlaganfalls
4.6.3 Zerebrale Blutung
4.6.4 Unrupturierte intrakranielle Aneurysmen
4.6.5 Subkortikale atherosklerotische Enzephalopathie
5 Prävention der Demenzen
V. Tesky, J. Pantel
5.1 Stellenwert der Demenz-Prävention
5.2 Epidemiologie
5.3 Pathologie
5.4 Risikofaktoren der Demenz
5.5 Diagnostik
5.6 Präventive Maßnahmen
5.6.1 Kognitive Aktivierung
5.6.2 Körperliche Aktivität
5.6.3 Soziale Interaktion
5.6.4 Gesunde Ernährung
5.6.5 Behandlung bzw. Vermeidung von bekannten Risikofaktoren
5.6.6 Das AKTIVA-Projekt
5.6.7 Präventive Pharmakotherapie
6 Prävention in der Augenheilkunde
G. Michelson, S.Wärntges
6.1 Vorsorgeuntersuchungen am Auge zur Prävention von Systemerkrankungen
6.1.1 Netzhautgefäße sind Indikatorgefäße des Körpers
6.1.2 Entwicklung des Bluthochdrucks
6.1.3 Therapiemonitoring
6.1.4 Erste telemedizinische Anwendungen in Deutschland „TalkingEyes“
6.1.5 Zusammenfassung
6.2 Vorsorgeuntersuchungen am Auge zur Prävention von Augenkrankheiten
6.2.1 Makuladegeneration
6.2.2 Glaukom
6.2.3 Diabetische Retinopathie
7 Lungenkrebsvorsorge bei Rauchern
J. H. Ficker, T. H. Fink
7.1 Grundlagen und Hintergründe
7.1.1 Epidemiologie des Rauchens und des Lungenkarzinoms
7.1.2 Das Lungenkarzinom
7.2 Risikofaktoren
7.2.1 Rauchen
7.2.2 Passivrauchen
7.2.3 Umweltfaktoren, berufliche Expositionen
7.2.4 Genetisches Risiko „Raucherfamilien“
7.3 Medikamentöse Tumorprophylaxe
7.4 Früherkennung
7.4.1 Bildgebende Verfahren
7.4.2 Sputumzytologie
7.4.3 Bronchoskopische Diagnostik
7.4.4 Tumormarkerdiagnostik
7.5 Raucher-Check-Up
8 Darmkrebsvorsorge
J. Wessling, D. Domagk
8.1 Definition des kolorektalen Karzinoms
8.2 Epidemiologie des kolorektalen Karzinoms
8.3 Pathophysiologie: Adenom-Karzinom-Sequenz, De-novo-Entstehung, genetische Prädisposition
8.4 Bedeutung der Frühvorsorge
8.5 Risikofaktoren und Risikostratifizierung
8.5.1 Sporadische Faktoren
8.5.2 Hereditäre Faktoren
8.5.3 Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
8.6 Maßnahmen zur kolorektalen Karzinomfrüherkennung
8.6.1 Fäkale okkulte Bluttestung (FOBT)
8.6.2 Immunologische Tests
8.6.3 Molekulare Screening-Verfahren
8.6.4 Sigmoidoskopie
8.6.5 Koloskopie
8.6.6 Virtuelle Kolonografie
8.7 Früherkennungsalgorithmen in der asymptomatischen Bevölkerung
8.8 Maßnahmen der individuellen Prävention
8.8.1 Allgemeine Ernährungsempfehlungen
8.8.2 Medikamentöse Prävention zur Risikoreduktion eines kolorektalen Karzinoms
9 Hautkrebs: Früherkennung und Prävention
M. Möhrenschlager, F.-M. Köhn
9.1 Definition präinvasiver und invasiver maligner Hautveränderungen
9.2 Epidemiologie der malignen Hautveränderungen
9.2.1 Syndrome mit erhöhtem Hautkrebsrisiko
9.3 Pathophysiologie
9.4 Anamnese und Klinik
9.4.1 Basalzellkarzinom
9.4.2 Plattenepithelkarzinom
9.4.3 Malignes Melanom
9.4.4 Melanoma in situ: Lentigo maligna
9.4.5 Atypischer Nävuszellnävus
9.5 Diagnostik
9.5.1 Dermatoskopie
9.5.2 Histologischer Befund
9.5.3 Fluoreszenzdiagnostik
9.5.4 Tumormarker
9.6 Präventionsmaßnahmen
9.6.1 Alimentäre Faktoren
9.6.2 Tabakrauch
9.6.3 Lichtschutz
9.6.4 Besonderheiten bei der Prävention von epithelialen Karzinomen im Genitalbereich
9.6.5 Medikamentöse Maßnahmen
9.6.6 Topische und chirurgische Maßnahmen
9.7 Nachsorge
10 Muskuloskelettaler Funktionserhalt und Osteoporose
D.H.W. Grönemeyer, Y. K. Maratos, S. Schirp, T. Hinrichs, P. Platen
10.1 Erhaltung der muskuloskelettalen Funktion
10.2 Epidemiologie der Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen sowie der Osteoporose
10.3 Pathogenese der Rückenschmerzen, Gelenksarthrose und Osteoporose
10.3.1 Rückenschmerzen
10.3.2 Arthrose
10.3.3 Osteoporose
10.4 Muskuloskelettale Diagnostik in der Prävention
10.4.1 Klinische Untersuchung in der Prävention
10.4.2 Bildgebende Diagnostik
10.4.3 Osteoporosediagnostik
10.5 Präventive Maßnahmen
10.5.1 Wirbelsäule
10.5.2 Gelenke
10.5.3 Osteoporose
10.5.4 Check-Ups
11 Hörtests in der HNO-Heilkunde: Prävention von Hörschäden
F. Wagner, A. Ernst
11.1 Einleitung
11.2 Entstehung akuter und chronischer Hörschäden
11.3 Erkennen von Hörschäden
11.4 Individualprävention von Hörschäden
11.5 Prävention von Hörschäden als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
12 Zahnerhalt und Parodontitisprophylaxe
B. Dannewitz, P. Eickholz
12.1 Definition der Parodontitis
12.2 Epidemiologie der Parodontitis
12.3 Pathophysiologie und Risikofaktoren für Parodontitis
12.3.1 Mikrobielle Plaque
12.3.2 Körpereigene Abwehrmechanismen
12.3.3 Endogene und exogene Risikofaktoren
12.4 Parodontitis als Risikofaktor für die allgemeine Gesundheit
12.4.1 Parodontitis und kardio-/zerebrovaskuläre Erkrankungen
12.4.2 Parodontitis und Schwangerschaftskomplikationen
12.4.3 Parodontitis und Diabetes mellitus
12.5 Anamnese und Klinik
12.6 Diagnostik und instrumentelle Untersuchung in der Parodontologie
12.6.1 Parodontaler Screening Index (PSI)
12.6.2 Parodontalstatus
12.6.3 Röntgenbilder zur Beurteilung des Knochenabbaus
12.6.4 Nachweis von parodontalpathogenen Mikroorganismen
12.6.5 Bestimmung von genetischen Polymorphismen
12.6.6 Enzyme und Entzündungsmediatoren in der Sulkusflüssigkeit
12.7 Präventive Maßnahmen
13 Vorsorge für Frauen
M.W. Beckmann, G. Mehlhorn, H. Binder, R. Schulz-Wendtland, B. Meurer
13.1 Einführung
13.2 Gesetzliches Krebsfrüherkennungsprogramm (GKFP)
13.3 Schwangerenvorsorge
13.4 Allgemeine Gesundheitsuntersuchungen (AGU) und die Hormontherapie
13.5 Ausblick
14 Präventive Männermedizin: Prostatakrebs und Aging-Male-Syndrom
G. Jacobi, H. Rübben
14.1 Einführung: Männergesundheit – Männermedizin
14.2 Prävention beim Prostatakrebs
14.2.1 Die Prostata – das männliche Krebsproblem Nummer 1: Epidemiologie und Ätiologie
14.2.2 Symptome, Befunde, Verlauf
14.2.3 Prostatakrebsrisiken
14.2.4 Primäre Prävention
14.3 Gutartige Prostatavergrößerung – benigne Prostatahyperplasie (BPH)
14.3.1 Klinik, Nomenklatur, Diagnostik
14.3.2 Risikofaktoren, Pathophysiologie
14.3.3 Primäre und sekundäre Prävention der BPH
14.3.4 Tertiäre Prävention der BPH
14.4 Wenn Männer in die Jahre kommen: Prävention des Aging-Male-Syndroms
14.4.1 Ausgangssituation
14.4.2 Der betroffene Mann als Klient und Patient
14.4.3 Prävention des Aging-Male-Syndroms
14.5 Schlusswort
15 Vorsorge atopischer Erkrankungen im Kindesalter
D. Abeck
15.1 Allergien und Atopie
15.2 Epidemiologie der atopischen Erkrankungen
15.3 Die genetische Grundlage der atopischen Trias
15.4 Pathophysiologie der allergischen Erkrankungen
15.5 Atopisches Ekzem
15.5.1 Diagnostik
15.5.2 Behandlung des atopischen Ekzems
15.5.3 Provokationsfakoren
15.6 Asthma
15.6.1 Diagnostik
15.6.2 Behandlung des allergischen Asthmas
15.7 Allergische Rhinokonjunktivitis
15.7.1 Diagnostik
15.7.2 Behandlung der allergischen Rhinokonjunktivitis
15.8 Maßnahmen zur primären Prävention allergischer Erkrankungen
15.8.1 Stillen
15.8.2 Vermeidung von Aktiv- und Passivrauchen
15.8.3 Gabe von Probiotika
15.8.4 Hausstaubmilbenreduzierende Maßnahmen
15.8.5 Allergenspezifische Immuntherapie
15.8.6 Haustierhaltung
16 Anti-Aging-Medizin
C.M. Bamberger
16.1 Anti-Aging: Versuch einer Definition
16.2 Präventive Maßnahmen mit Anti-Aging-Wirkung
16.2.1 Bewegung
16.2.2 Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel
16.2.3 „Weiser“ Genussmittelkonsum
16.3 Hormonsubstitution versus Hormontherapie: Was ist gesichert?
16.3.1 Östrogentherapie der postmenopausalen Frau
16.3.2 Testosteron – eine adäquate Therapie des altersbedingten Androgenmangels
16.3.3 DHEA: Nur ein Prohormon oder Wunderwaffe gegen das Altern?
16.3.4 Melatonin: Mehr als ein schwaches Schlafmittel?
16.3.5 Wachstumshormon: Gibt es eine Indikation in der Anti-Aging-Medizin?
III Spezielle Check-Up-Medizin
17 Psychosozialer Check-Up als multimodaler Bestandteil der Präventivmedizin
H. Mück, M. Mück-Weymann
17.1 Vorbemerkung
17.2 Epidemiologie und Definition („Stresskrankheiten“)
17.3 Patho-psycho-sozio-Physiologie
17.4 Klinik
17.5 Diagnostische Optionen und ihre Indikation
17.6 Präventive Maßnahmen
18 Sportler-Check-Up: Gesundheitsuntersuchung und Leistungsdiagnostik
W. Kindermann, S. Schwarz, M. Halle
18.1 Gesundheitsuntersuchung
18.1.1 Ziele
18.1.2 Krankheits- und Sportanamnese
18.1.3 Körperliche Untersuchung
18.1.4 Technische Diagnostikverfahren
18.1.5 Belastungs-EKG
18.2 Leistungsdiagnostik
18.2.1 Aktuelle Leistungsfähigkeit, Leistungsprognose und Trainingssteuerung
18.2.2 Geeignete Ergometrieformen
18.2.3 Feldtests
18.3 Sportmedizinische Empfehlungen
19 Impfstatus und Schutzimpfungen
W. Jilg
19.1 Warum Schutzimpfungen?
19.2 Grundlagen der Immunprophylaxe
19.2.1 Durchführung von Schutzimpfungen
19.2.2 Nebenwirkungen und Komplikationen
19.2.3 Impfungen in bestimmten Personengruppen bzw. Situationen
19.2.4 Aufklärung vor Impfungen
19.3 Impfungen und Impfstoffe
19.3.1 Standardimpfungen für Kinder und Jugendliche
19.3.2 Standardimpfungen für Erwachsene
19.3.3 Indikationsimpfungen
20 Reise-Arbeitsmedizin unter dem Einfluss des globalen Business
E. Stockmann
20.1 Einleitung
20.2 Ärztliche Vorsorge und Vorbereitung für berufliche Langzeitaufenthalte im Ausland
20.3 Welche Aufgaben obliegen dem Arzt bei der Betreuung global tätiger Firmenangehöriger?
20.4 Gesundheitsrisiken im internationalen Business
20.4.1 Klima
20.4.2 Ernährung
20.4.3 Hygiene
20.4.4 Landesspezifische Erkrankungen, Tropenkrankheiten
20.5 Impfvorschriften und -empfehlungen
20.6 Resümee
21 Eignungstests in der Flugmedizin
G. Kluge, R. Gerzer
21.1 Gesetzliche Grundlagen
21.1.1 Gesetzliche Anforderungen an den Flugmedizinischen Sachverständigen
21.2 Tauglichkeitsuntersuchung
21.2.1 Ziel der Tauglichkeitsuntersuchung: Statuserhebung
21.2.2 Epidemiologie und besondere Einflussfaktoren auf die Gesundheit von Piloten
21.2.3 Mindestanforderung und Grenzen für die Flugtauglichkeit
21.2.4 Vorgehen bei der fliegerärztlichen ganzheitlichen Statuserhebung
21.2.5 Eignungstests im Rahmen der Tauglichkeitsuntersuchung
22 Tauchtauglichkeit
C.-M. Muth, K. Tetzlaff
22.1 Definition
22.2 Wichtige physikalische und physiologische Grundlagen
22.3 Art und Umfang der Untersuchung
22.4 Tauchtauglichkeitskriterien nach Organsystemen
23 Verkehrsmedizin und Fahreignung
B. Madea, F. Mußhoff
23.1 Einleitung
23.2 Epidemiologie
23.3 Allgemeine rechtliche Grundlagen
23.4 Beurteilung der Fahreignung
23.4.1 Fragestellungen für den behandelnden Arzt
24 Präklinische Notfallmedizin
P. Sefrin
24.1 Notfallmedizin – Was ist das?
24.2 Diagnostik der vitalen Funktionsstörung
24.3 Konsequenzen aus der Prüfung der Vitalfunktionen
24.3.1 Bewusstlosigkeit bei erhaltener Atmung und Kreislauf
24.3.2 Bewusstlosigkeit mit erhaltenem Kreislauf ohne Atmung
24.3.3 Bewusstlosigkeit ohne Atmung und ohne Kreislauf
24.3.4 Bewusstsein erhalten, Kreislauf insuffizient
24.3.5 Bewusstsein erhalten, Atmung insuffizient
24.4 Erweiterte Reanimation
24.4.1 Kammerflimmern, pulslose ventrikuläre Tachykardie
24.4.2 Nichtkammerflimmern
24.5 Beendigung der Reanimation
24.6 Notfallmedizin – evidenzbasierte Sichtweise
25 Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
H. Drexler
25.1 Definition der Arbeitsmedizin und Epidemiologie arbeitsbedingter Erkrankungen
25.2 Instrumente des Arbeitsschutzes und der Arbeitsmedizin
25.2.1 Gesetzlicher Arbeitsschutz in Deutschland
25.2.2 Primärprävention (technischer Arbeitsschutz)
25.2.3 Sekundärprävention (medizinischer Arbeitsschutz)
25.2.4 Tertiärprävention
25.2.5 Qualitätssicherung und Wirksamkeitsnachweis
26 Telemonitoring und elektronische Gesundheitskarte
M. Oeff
26.1 Definition
26.2 Anwendungsbereiche und Indikationen
26.2.1 Telemonitoring bei chronischer Herzinsuffizienz
26.2.2 Telemonitoring bei Herzrhythmusstörungen
26.2.3 Tele-EKG-Analyse beim akuten Koronarsyndrom
26.2.4 Telemonitoring bei anderen Erkrankungen
26.3 Die elektronische Gesundheitskarte
IV Potenziale der Genomik
27 Gen-Chip-Technologie
P. Cullen
27.1 Einleitung
27.2 Rolle von genetischen Faktoren bei der Atherogenese
27.2.1 Assoziationsstudien
27.2.2 Kopplungsanalysen
27.2.3 Rasterfahndung im Genom: Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen
27.2.4 Unterschiede in der Genkopienzahl: eine weitere Ebene der genetischen Variabilität
27.2.5 Epigenetik: Das Genom ist nicht alles
27.3 Was ist ein Genchip?
27.3.1 Wie funktioniert ein Genchip?
27.3.2 Vorteile der Genchip-Analytik
27.3.3 Probleme bei der Genchip-Analyse des Atheroskleroserisikos
27.3.4 Kriterien zur Verwendung von genetischen Markern zur Risikobestimmung in der Praxis
27.4 Bedeutung der genetischen Risikofaktoren bei der Abschätzung des Atheroskleroserisikos
27.4.1 Genetische Polymorphismen und koronares Risiko
28 Pharmakogenetik in der Check-Up-Medizin
L.S. Griffith
28.1 Fachbegriff Pharmakogenetik
28.1.1 Entstehung der Pharmakogenetik
28.1.2 Zentrale Fragestellung der Pharmakogenetik
28.1.3 Aussagekraft der Pharmakogenetik
28.1.4 Pharmakokinetik
28.1.5 Metabolisierungstypen
28.2 Nutzen der pharmakogenetischen Genotypisierung
28.3 Wie kann Pharmakogenetik in der Check-Up-Medizin genutzt werden?
29 Nutrigenomik
K. Riemann
29.1 Definition
29.2 Nutrigenomik
29.2.1 Nutriepigenomik
29.2.2 Nutritranskriptomik
29.2.3 Weiterführende Interaktionen von Nahrungskomponenten
29.3 Nutrigenetik
29.3.1 Nahrungsmittelunverträglichkeiten
29.4 Zukunftsperspektiven
V Komplementäre Medizin
30 Ayurveda
E. Stapelfeldt
30.1 Einführung
30.2 Grundelemente der Physiologie und Pathophysiologie
30.3 Diagnostik
30.4 Praxis der ayurvedischen Prävention
30.4.1 Ursachenvermeidung
30.4.2 Ernährung
30.4.3 Lebensstil
30.4.4 Phytotherapie
30.4.5 Ausleitung
30.4.6 Manualtherapie
30.4.7 Entspannung und psycho-emotionale Harmonisierung
31 Traditionelle Chinesische Medizin in der Check-Up-Medizin
H. J. Greten
31.1 Definition
31.2 Epidemiologie
31.3 Pathophysiologie
31.4 Symptome, Befunde, Verlauf
31.5 Diagnostische Optionen
31.6 Präventive Maßnahmen
32 Prävention und Naturheilverfahren
K. Kraft
32.1 Einführung und Definition
32.2 Leistungserbringer
32.3 Diagnostische Optionen
32.4 In der Prävention einsetzbare naturheilkundliche Verfahren
32.4.1 Allgemeine Hinweise
32.4.2 Hydrotherapie
32.4.3 Ordnungstherapie
32.4.4 Ernährungstherapie
32.4.5 Bewegungstherapie
32.4.6 Weitere Verfahren
32.5 Naturheilkundliche Präventionsstrategien bei verschiedenen Erkrankungen
VI Salutogenese und Lifestyle Coaching
33 Fitness, Bewegung und Sport
S. Schwarz, M. Halle
33.1 Gesundheitsuntersuchung und „Training auf Rezept“
33.2 Trainingsplanung
33.3 Praktische Durchführung
33.4 Nach dem Training
34 Ernährung
N. Worm
34.1 Ernährung und Evolution
34.2 Ernährungswissenschaft und Ernährungsmedizin
34.2.1 Ernährungsabhängige Zivilisationskrankheiten
34.2.2 Etablierte Ernährungsempfehlungen
35 Psychosoziale Balance
J. Siegrist
35.1 Definition und medizinische Bedeutung
35.2 Fördernde Bedingungen psychosozialer Balance (psychosoziale Schutzfaktoren)
35.2.1 Sozialer Status
35.2.2 Soziales Netzwerk
35.2.3 Soziale Reziprozität
35.2.4 Zusammenfassung
35.3 Hemmende Bedingungen psychosozialer Balance: Dauerstress und kritische Lebensereignisse
35.3.1 Gewalt und Armut
35.3.2 Begrenzte Kontrolle in zentralen sozialen Rollen
35.3.3 Begrenzte Belohnung in zentralen sozialen Rollen
35.3.4 Zusammenfassung
35.4 Indikatoren gestörter psychosozialer Balance
35.4.1 Sozialanamnestische Hinweise im ärztlichen Gespräch
35.4.2 Symptomatik von Dauerstress
35.4.3 Psychobiologische Indikatoren gestörter psychosozialer Balance
35.4.4 Zusammenfassung
35.5 Stärkung psychosozialer Balance: Was können Ärzte beitragen?
35.5.1 Drei ärztliche Aufgaben
35.5.2 Unspezifische und spezifische Maßnahmen der Stressbewältigung
35.5.3 Weiterführende Maßnahmen
36 Raucherentwöhnung
W. J. Kox, M. Hensel
36.1 Epidemiologie des Nikotinabusus
36.2 Mechanismen der Nikotinabhängigkeit
36.2.1 Pathophysiologie der atherosklerotischen Effekte
36.2.2 Pathophysiologie der Nikotinabhängigkeit
36.2.3 Definition der Tabakabhängigkeit
36.3 Methoden zur Raucherentwöhnung
36.3.1 Zielgruppen und Therapieziel
36.3.2 Stadien und Beratungsstrategie der Raucherentwöhnung
36.3.3 Verhaltenstherapeutische Methoden
36.3.4 Medikamentöse Methoden
36.3.5 Sonstige Methoden
36.3.6 Multimodale Behandlungskonzepte am Beispiel der Detox-N-Methode
37 Alkohol und Alkoholismus
F. Kiefer, J. Mutschler
37.1 Ziel des Check-Ups: Vorbeugung eines gesundheitsschädlichen Alkoholgebrauchs und einer Sucht
37.1.1 Schädlicher Konsum, Missbrauch, Abhängigkeit
37.1.2 Gibt es einen gesundheitsförderlichen Konsum?
37.2 Alkoholassoziierte Erkrankungen
37.2.1 Epidemiologie
37.2.2 Ätiopathogenese süchtigen Verhaltens: Was macht Alkohol zum Suchtmittel?
37.2.3 Diagnostik von „schädlichem Konsum“, Missbrauch und Abhängigkeit
37.3 Alkoholentzug
37.3.1 Indikationen und rechtliche Fragen zum qualifizierten Entzug
37.3.2 Präventive und therapeutische Maßnahmen
37.3.3 Grundlagen und Motivationsbehandlung
37.3.4 Therapie der Alkoholabhängigkeit
37.3.5 Rehabilitation (Rückfallprophylaxe)
37.4 Evidenzbasierte Medizin und Alkoholabhängigkeit
38 Motivationspsychologie
C. Gawrilow
38.1 Einleitung
38.1.1 Definitionen
38.1.2 Ansätze zur Veränderung von Verhalten
38.2 Selbstregulationsansätze
38.2.1 Theorie der Phantasierealisierung: mentales Kontrastieren
38.2.2 Vorsätze: „Wenn-dann“-Pläne
38.3 Mental Contrasting und Implementation Intentions (MCII) als Interventionsmethode
38.4 Zusammenfassung
VII Wo und Wie – Nützliche Hinweise für die Check-Up-Medizin
39 Wichtige Adressen und Weblinks
E. Gramenz
39.1 Informationen rund um die Check-Up-Medizin
39.1.1 Spezifische Checks im Internet
39.1.2 Hilfe zur Entscheidungsfindung, Vor- und Nachteile von Tests zur Früherkennung
39.1.3 Check-Up-Zentren
39.2 Institutionen und Organisationen
39.2.1 Allgemein
39.2.2 Leitlinien
39.2.3 Medizinische Fachgesellschaften
39.2.4 Fitnesszentren und Personal Trainer
39.2.5 Ökotrophologen
39.2.6 Psychologen
39.2.7 Beratungsinstitutionen
39.3 Medizin- und Gesundheitsportale
39.3.1 Allgemeine medizinische Information
39.3.2 Portale: Selbsthilfegruppen
40 Kosten von Check-Up-Programmen und Gesundheitsmaßnahmen
G. Schulz
40.1 Gesetzlich vorgesehene Vorsorgeleistungen nach EBM
40.1.1 Einleitung
40.1.2 Vorsorgeleistungen nach EBM
40.1.3 Leistungen im Bereich der Primärprävention und Gesundheitsförderung
40.2 Honorare verschiedener Check-Up-Leistungen nach GOÄ
40.3 Lebensstilberatung und Coaching
Sachverzeichnis
U. Nixdorff
It is easier to maintain good health through proper exercise, diet, and emotional balance than to regain it once it is lost.
Kenneth H. Cooper, M. D., M. P. H.
Die moderne, individuelle präklinische Diagnostik wird auch als Check-Up-Medizin bezeichnet. Die Mayo-Klinik in Rochester (USA) hat vor mehr als 30 Jahren die neuen medizintechnischen Möglichkeiten aus der kurativen in die präventive Medizin transportiert, indem sie als eine der ersten Kliniken ein sog. „Executive Health Program“ aufgelegt hat. Neueste Daten der Mayo Clinic zeigen im Rahmen der durchgeführten Check-Up-Programme bei asymptomatischen Individuen die Feststellung eines Anteils von 4,9 % potenziell lebensbedrohlicher Erkrankungen, bei 34,4 % von zuvor nicht bekannten schwerwiegenden Erkrankungen und in 47,6 % zeigten sich Risikofaktoren ernsthafter Erkrankungen (Web1). Seit Kurzem liegen medikoökonomische Daten dieser Check-Ups vor, die ein „Return on investment“ (ROI) im Verhältnis von 2,3 : 1 aufweisen (vermiedene Arbeitsunfähigkeit, Frühverrentung, Pflegebedürftigkeit als auch bei Führungskräften werthaltiger Ausfall von Projekt- und/oder Vertriebsarbeit, [5]).
Weblinks
Web1: http://www.mayoclinic.org/executive-healthWeb2: http://www.cooperaerobics.com/clinicWeb3: http://www.cdc.gov/nchsFür den Ausschluss oder die präklinische Erkennung von Erkrankungen ist die Kenntnis der relativen Prävalenzen wichtig. Das „Center of Disease Control and Prevention" (Web3) hat eine aktuelle, nach Mortalitätsraten geordnete Liste von Erkrankungen aufgestellt, wie sie in den USA gilt, aber auch in ähnlicher Weise für Europa anwendbar sein dürfte:
Herzkrankheiten
Krebs
Schlaganfall
chronische Erkrankungen der unteren Atemwege
unfallbedingte Verletzungen
Diabetes
Morbus Alzheimer
Influenza und Lungenentzündung
Nierenerkrankungen
Blutvergiftung
Dies bedeutet, dass die wichtigste präventivmedizinische Aktivität im Bereich kardiovaskulärer Erkrankungen liegt. Hier hat sich diese ganz besonders auf die Pathogenetik der Atherosklerose mit den Folgen des Myokardinfarktes und Schlaganfalls zu fokussieren. Gefolgt wird dies von der Bedeutung der Krebsvorsorge, die in der Bevölkerung bereits eine breitbasigere Etablierung gefunden hat.
Die Definition der Präventivmedizin stellt die Check-Up-Medizin in den Zusammenhang der sog. Sekundärprävention. Sie bezieht sich auf die Entdeckung eines eindeutigen (oft asymptomatischen) Frühstadiums einer Krankheit und deren erfolgreiche Frühtherapie. Demgegenüber definiert sich Primärprävention über eine generelle Vermeidung auslösender oder vorhandener Teilursachen (wie z. B. Risikofaktoren) bestimmter Erkrankungen. Sie setzt vor Eintritt einer fassbaren biologischen Schädigung ein. Gesundheitspolitisches Ziel ist die Senkung der Inzidenzrate oder der Eintrittswahrscheinlichkeit bei einem Individuum oder einer (Teil-) Population. Häufig ist Primärprävention auf die Lebenswelten und den Setting-Ansatz abgestellt (z. B. zahnärztliche Prophylaxe-Aktionen in den Schulen). Die Tertiärprävention kann im weiteren Sinne als wirksame Behandlung einer symptomatisch gewordenen Erkrankung mit dem Ziel verstanden werden, ihre Verschlimmerung oder Rezidivierung zu verhüten oder zu verzögern (z. B. Einstellung kardiovaskulärer Risikofaktoren zur Vermeidung eines Reinfarktes und/oder Progression einer postinfarziellen Herzinsuffizienz). Das vorliegende Buch hält an dieser Differenzierung dieser Termini technici fest, wenn auch andere klinische Autoren lediglich von Primär- und Sekundärprävention sprechen oder sogar ein komplettes Verlassen dieser Unterteilung aus pathophysiologischen Überlegungen vorgeschlagen haben. Man hatte das pathophysiologische Kontinuum des Krankheitsgeschehens ins Auge gefasst, das eine Graduierung in Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention entbehrlich mache. Allerdings unterscheiden sich die präventivmedizinischen oder/und therapeutischen Maßnahmen nach evidenzbasierten Kriterien derart, dass pragmatische Gründe für die Beibehaltung sprechen.
Was berechtigt zu einem Buch, das zum ersten Mal den Bogen über sämtliche medizinischen Fachgebiete spannt, die anhand von vorliegenden Evidenzen oder zumindest reproduzierbaren Erfahrungen ihren Beitrag zu einer holistischen Check-Up-Medizin beitragen können? Gibt es eine Rationale für diese innovative Medizin des vermeintlich Gesunden, die derzeit höchstens ansatzweise in der gesetzlichen Regelversorgung berücksichtigt wird?
Nach einer perspektivischen Studie des Unternehmensberaters Roland Berger steigen die privaten Gesundheitsausgaben seit dem Jahr 2000 durchschnittlich um 6 % [7]. Sie belaufen sich inzwischen auf ca. 900 € für jeden erwachsenen Deutschen – zusätzlich zu den Beiträgen zur Krankenversicherung. Dieser privat finanzierte, sog. sekundäre Gesundheitsmarkt umfasst mittlerweile ein Volumen von ca. 60 Milliarden € pro Jahr. Die Marktforschung von Roland Berger erbrachte, dass die Menschen bereit sind, künftig noch durchschnittlich 27 % mehr Geld für ihre Gesundheit auszugeben. Das Wachstumspotenzial beträgt demnach weitere 16 Milliarden EUR. Die Bereitschaft ist vorhanden, noch fehlen aber die passenden Angebote, um tatsächlich mehr für die Gesundheit auszugeben [7].
Es geht schließlich um einen Paradigmenwechsel im generellen Gesundheitswesen. Prävention betrifft alle. Das kurative „Reparaturangebot“ des bestehenden Gesundheitswesens wird durch präventive Medizin ergänzt [9]. Ein Großteil der vorhandenen Vorsorgeangebote wird derzeit von Experten noch als stark verbesserungswürdig, ferner die Teilnahmeraten durchgehend als zu gering bewertet. Von den ca. 10 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP), die für Gesundheit aufgewendet werden, entfällt derzeit lediglich ein Anteil von ca. 1 % auf Prävention. Dies kontrastiert mit einer Allensbach-Umfrage aus dem Jahre 2006, in der prinzipiell 86 % der Menschen Vorsorgeuntersuchungen als sehr wichtig ansehen [10]. Gründe liegen zum einen an der individuellen Einstellung gegenüber medizinischen Dienstleistungen, die historisch seit der Sozialgesetzgebung durch Otto von Bismarck im ausgehenden 19. Jahrhundert von einem passiven Versorgungsdenken geprägt sind. Nach dem aktuellen Sozialgesetzbuch § 20 (Prävention und Selbsthilfe) sind allerdings nur einige wenige, elementare Leistungen von der gesetzlichen Kostenübernahme gedeckt (Ausnahme sind im internationalen Vergleich die als „gut“ bis „sehr gut“ bewertete Schwangerschaftsvorsorge und die Vorsorgeuntersuchungen im Kindesalter [9]). Die deutsche versorgungsorientierte Einstellung ist in anderen Ländern wie der Schweiz oder den USA nicht in dieser Form bekannt, wo immer schon die Eigenverantwortung gegenüber der Gesundheit einen größeren Stellenwert hatte. Andererseits besteht noch eine eingeschränkte Kenntnis und Kommunikation der modernen und professionellen Check-Up-Angebote und deren Möglichkeiten. Die Vermittlung solcher Informationen, zunächst im ärztlichen Bereich, ist Ziel des vorliegenden Buches. Darüber hinaus besteht aber in den nächsten Jahren noch dringender Bedarf einer ausreichenden Qualitäts- und Erfolgskontrolle sowie von Kosten-Nutzen-Analysen. Wünschenswert wäre zudem die zukünftig stärkere Berücksichtigung der Vorsorgemedizin im Curriculum der medizinischen Studiengänge, wenn auch in der neuen Approbationsordnung vom 3.7.2002 Einzelleistungsnachweise im Querschnittsbereich 10 „Prävention, Gesundheitsförderung“ abverlangt werden, die aber andererseits noch von den Studienordnungen der einzelnen Universitäten unterschiedlich gestaltet werden.
Prinzipiell erkennt die (Gesundheits- und Wirtschafts-) Politik die Notwendigkeit eines Strukturwandels im Gesundheitswesen, da die steigenden Kosten des medizinischen Qualitätszuwachses und der demografische Wandel eine konventionell hergebrachte Versorgung im Sinne einer umlagenfinanzierten Sozialgesetzgebung nicht mehr darstellen kann. Ein Eckpunkteprogramm zur Stärkung der Prävention und Gesundheitsförderung (als 4. Säule neben Heilung, Pflege und Rehabilitation) wurde im September 2004 von Bund und Ländern vorgelegt (Präventionsgesetz), wurde aber im März 2005 vom Bundesrat als überarbeitungsbedürftig abgelehnt. Seither steht trotz Einbindung des Vermittlungsausschusses und erheblicher parteipolitischer Diskrepanzen der Regierungsentwurf aus. Unabhängig davon sind die Inhalte des Präventionsgesetzes unter vorwiegender Einbindung der Sozialversicherungsträger auf die Lebenswelten und den Setting-Ansatz abgestellt (Primärprävention) und weniger auf die in diesem Buch dargestellte individuelle Check-Up-Medizin (Sekundärprävention). Daher geht die Vision gesundheitsvorsorgender, medizinischer Dienstleistungen auf der Basis der Check-Up-Medizin zumindest kurz- und mittelfristig zu ganz neuen und innovativen Ansätzen, wie z. B. hin zum Ausbau heutiger Urlaubsclubs und Wellnesshotels zu echten Gesundheitsressorts, in denen das klassische Freizeit- und Unterhaltungsangebot um verschiedenste Angebote der Gesundheitsberatung bis hin zu hochqualifizierter Gesundheitsdiagnostik ergänzt wird. Große Universitätskliniken und Präventivzentren denken über die Einrichtung von Wellnessbereichen und Spas nach, die gehobenes Ambiente mit medizinischen Diagnostik- und Versorgungsleistungen verbinden (Präventionsprogramme).
Andererseits wird die Eigenverantwortung mehr und mehr steigen. So wie man regelmäßig seinen PKW ohne vorliegende Funktionsdefekte vorsorglich zur Kfz-Inspektion bringt und den Status im Checkheft dokumentieren lässt, so wächst derzeit das Bewusstsein, auch seinen eigenen Körper einer regelmäßigen Check-Up-Untersuchung zu unterziehen. Essenziell kommt mit zunehmender beruflicher Herausforderung als auch zunehmender Lebenserwartung zu Bewusstsein, dass Gesundheit zwar nicht alles ist, aber ohne Gesundheit alles nichts ist. Der steigende Anteil neuer diagnostischer und therapeutischer Methoden insbesondere im Zusammenhang der Check-Up-Medizin wird zwar zunehmend, aber nicht nur von kostentragenden Dritten (Privat-, Ersatz- und gesetzlichen Krankenkassen, Arbeitgebern, öffentlich-rechtlichen Institutionen) übernommen, sondern auch privat bezahlt werden (individuelle Einkommen und private Ersparnisse). Aufwendungen für Gesundheit werden zu einer Konsumausgabe, die andere Konsumgüter wie Urlaub, Haus und (zweites und drittes) Auto verdrängen. Weite Teile der Bevölkerung sind finanziell durchaus in der Lage, ihre Konsumausgaben entsprechend zu verschieben [8]. So wenig solidarisch dies zunächst erscheinen mag, so gilt es Folgendes zu bedenken: Die privat bezahlenden Erstnutzer ermöglichen die Finanzierung der Innovation. Nach einigen Jahren treten die bei jeder industriellen Produktion bekannten Lern- und Skaleneffekte auf, die Preise sinken und die Innovation wird für jedermann erschwinglich – wie das Beispiel des Airbags zeigte.
Umfragestudie zu Aspekten des Lebensglücks durch das Meinungsforschungsinstitut Gewis im Auftrag der Frauenzeitschrift „Für Sie“ (2004).
Bevölkerung Deutschlands bis 2050. Statistisches Bundesamt, verfügbar unter
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Heigl A. Gesundheitsmarkt 2013. München: Hypovereinsbank; 2003.
Klotz T, Haisch J, Hurrelmann K. Ziel ist anhaltend hohe Lebensqualität. Nur mit der Umsetzung präventiver Strategien können die sozialen und ökonomischen Herausforderungen des veränderten Krankheitsspektrums bewältigt werden. Dtsch Ärztebl 2006; 103:B519B521.
Burton WN, Chen CY, Conti DJ et al. The value of the periodic executive health examination: experience at Blank One and summary of the literature. J Occup Environ Med 2002; 44 : 737-44.
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Kirig A, Rauch C, Wenzel E. Zielgruppe LOHAS. Wie der grüne Lifestyle die Märkte erobert. Kelkheim: Zukunftsinstitut GmbH; 2007.
W. Blank
Das Wichtigste in Kürze
Als Ansprechpartner in Gesundheitsfragen integriert der Hausarzt neben der kurativen und rehabilitativen Funktion die Prävention in seinem Betreuungs- und Versorgungskonzept.Von Vorsorge- und Screening-Untersuchungen profitieren insbesondere Menschen mit Risikofaktoren. Ziel des Arztes ist es, diese Patientengruppen zur Vorsorge zu motivieren.Die vielen Gesunden nicht unnötig als krank und die wenigen Kranken nicht fälschlicherweise als gesund zu benennen, ist der Anspruch an den Arzt.Präventionsmaßnahmen müssen deshalb von Arzt und Patient streng nach individuellem Nutzen/Risiko-Verhältnis betrachtet werden.Die Beratung zu lebensverändernden Maßnahmen nimmt einen zentralen Stellenwert ein, weitere spezialistische Untersuchungen oder medikamentöse Interventionen können darüber hinaus erwogen werden.Aufgabe des Hausarztes und seines Teams ist es, den Patienten im Rahmen seiner Veränderungsbereitschaft kompetent zu beraten und langfristig in seinem veränderten Gesundheitsverhalten zu unterstützen.Die Evidenz für viele präventive Maßnahmen ist umstritten. Dennoch kann der Hausarzt durch die Anwendung ausgesuchter Verfahren bei Risikogruppen erhebliche Erfolge erzielen.
Der Hausarzt muss im Rahmen der symptomorientierten Beratung in der täglichen Praxis auf hohem Niveau effizient und kompetent arbeiten. Dies macht eine Konzentration auf medizinisch sinnvolle und gesellschaftlich geboten erscheinende Präventionsmaßnahmen notwendig, damit möglichst viele der von ihm betreuten Patienten einen nachweisbaren Nutzen haben (Tab. 2.1).
Tabelle 2.1 Prävention aus Sicht des Gemeinsamen Bundesausschusses [1].
Mit Früherkennungs- bzw. Screening-Untersuchungen sollen Krankheiten in einem Vor- oder asymptomatischen Stadium entdeckt werden, wenn sich Teilnehmer noch als gesund betrachten. Durch die zeitlich vorverlagerte Diagnose sollen eine erfolgreichere Therapie ermöglicht und eventuelle Komplikationen vermieden werden. Ziel von Früherkennungsuntersuchungen ist die Reduzierung der bevölkerungsbezogenen Mortalität und Morbidität der entsprechenden Krankheit und die Erhöhung der Lebensqualität. Der Nutzen von Früherkennungsprogrammen wird in der internationalen Literatur in der Regel an der Erreichung dieser Ziele in der Bevölkerung gemessen.
Bei der Prävention
soll es sich um Krankheiten handeln, die wirksam behandelt werden können,
soll das Vor- oder Frühstadium dieser Krankheiten durch diagnostische Maßnahmen erfassbar sein,
sollen die Krankheitszeichen medizinisch technisch genügend eindeutig erfassbar sein,
sollen genügend Ärzte vorhanden sein, die die Verdachtsfälle untersuchen und behandeln können.
Nach § 20 VerfO (Verfahrensordnung) muss in jedem individuellen Fall eine Nutzen-Schaden-Abwägung erfolgen.
Die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen in der Hausarztpraxis muss unter der Prämisse erfolgen, dass es sich bei den zu Untersuchenden um in ihrer überwiegenden Zahl gesunde, und nur zu einem geringen Anteil um kranke, jedoch gesund scheinende Menschen handelt. Letztere profitieren möglicherweise vom Screening, Erstere haben davon keinen Vorteil. Bei falsch positiven Befunden werden Gesunde sogar fälschlich für einen unbestimmten Zeitraum als krank bezeichnet – mit der daraus folgenden psychischen Verunsicherung – und nebenwirkungsbehafteten Untersuchungen oder Therapien zugeführt. Hier liegt das nicht zu unterschätzende gesundheitliche Risiko der primär ungefährlichen Screening-Untersuchungen. Die Notwendigkeit, die Gruppe der Untersuchten auf mögliche Risikopatienten einzugrenzen, macht die Intervention komplex und vielschichtig.
Gelingt es, mögliche Risikogruppen zu erreichen, steigert dies nicht nur die Effektivität der eingesetzten Präventionsmaßnahmen für den Patienten, sondern führt zu einem effektiven Nutzen der in der Hausarztpraxis knappen Ressource „Zeit“. Unabdingbar ist es auch, aus den erhobenen Befunden Konsequenzen zu ziehen, die das bestehende Risiko bzw. die entdeckte Erkrankung konsequent und effektiv behandeln helfen. Gefordert sind hier oftmals langfristige Beratungs- und Behandlungsstrategien des gesamten Praxisteams.
Prophylaxe, kurative Betreuung, Nachsorge und Rehabilitation sind in der Allgemeinmedizin besonders augenfällig verschmolzen. Darin kommt ihre integrative Funktion zum Ausdruck [2].
Der Hausarzt überblickt neben der individuellen Krankengeschichte den biopsychosozialen Hintergrund des Patienten und seiner Familie – oft über verschiedene Lebensabschnitte hinweg. Diese Kennerschaft ermöglicht es ihm, individuelle Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. Die daraus folgende medizinische Beurteilung und Beratung bislang asymptomatischer Menschen mit dem Ziel, modifizierbare Risikofaktoren für eine Erkrankung zu minimieren und/oder therapierbare Krankheiten in einem latenten, d. h. klinisch nicht manifesten Stadium zu erfassen, stellt eine Herausforderung an die Kompetenz des Arztes dar [3].
Die Kernaufgaben des präventiv arbeitenden Arztes sind (s. a. Tab. 2.2):
Fokussierung auf die Patientengruppen, die von Prophylaxe profitieren können
Durchführen von Untersuchungen, die individuell erfolgversprechend scheinen
Ziehen von Konsequenzen aus den erhobenen Befunden
langfristiges Begleiten des Patienten im Rahmen der indizierten prophylaktischen und therapeutischen Maßnahmen
Tabelle 2.2 Präventivmedizinische Ansätze in der Allgemeinmedizin [4].
primäre Prävention:
Maßnahmen zur Verhütung des Auftretens von Krankheiten:
Impfungen
Unterstützung gesundheitsfördernder Verhaltensweisen (Bewegung, Sport, Ernährung, Stressverarbeitung)
Vermeidung krankheitsauslösender Faktoren (Rauchen, Drogen, Alkohol, Übergewicht, Mangelernährung)
sekundäre Prävention:
Früherkennung bereits bestehender Erkrankungen → Screening-Untersuchungen:
Check-Up
Krebsfrüherkennung
Kindervorsorgen
tertiäre Prävention:
Maßnahmen zur Verhinderung des Fortschreitens von Erkrankungen:
Rehabilitationsmaßnahmen
Koronarsportgruppen, Diabetikersport
Wiederherstellen des weitgehenden Wohlbefindens nach Erkrankung
Die Leistung des Hausarztes besteht darin, einerseits im routinemäßigen, aus kurativem Anlass begonnenen Patienten-Arzt-Kontakt mögliche Risikofaktoren zu erheben, andererseits Patientengruppen mit Risikofaktoren gezielt zu effektiven Vorsorgemaßnahmen zu motivieren.
Das Patienten-Arzt-Gespräch besitzt eine zentrale Bedeutung. Lebensgewohnheiten, Einstellung und Haltung des Patienten zu Gesundheit und Krankheit sowie Hinweise auf bestehende Risikofaktoren können bereits im Rahmen der Anamnese erhoben werden. Damit ist eine individuelle, schwerpunktorientierte Beratung zur gesundheitsfördernden Gestaltung der Lebensbedingungen möglich. Das Gespräch kann das Verständnis für prophylaktische und therapeutische Maßnahmen fördern und regt den Patienten zur Mitarbeit an. Prophylaxe umfasst in diesem Rahmen die aktive Gestaltung gesundheitsrelevanter Mensch-Umwelt-Beziehungen [2].
Ebenso sollten gezielt Patienten und Patientengruppen angesprochen werden, die von präventiven Maßnahmen profitieren. Das Erinnern aller Diabetiker an die Grippeimpfung oder das Erstellen eines kardiovaskulären Risikoprofils bei Rauchern stellt eine derartige Fokussierung dar.
Der Nutzen von Screening- und Früherkennungsuntersuchungen ist für jeden Patienten individuell zu betrachten. Die Untersuchung des sich als gesund empfindenden Menschen erfordert vom behandelnden Arzt ein höchstes Maß an Rücksichtsnahme, um aus ihm nicht fälschlicherweise einen kranken Menschen zu machen. Unnötige oder unwirksame Interventionen müssen vermieden werden. Andererseits erwarten tatsächlich Erkrankte oder Risikopatienten, dass eine Vorsorgemaßnahme ihnen greifbare Vorteile hinsichtlich Lebensqualität und Lebenszeit bringen wird.
Prävention birgt somit nicht unerhebliche Risiken für den Patienten. Die Nutzen-/Schaden-Relation der am Gesunden durchgeführten Maßnahme muss zwischen Patient und Arzt intensiv diskutiert werden.
Anhaltspunkte hierfür sind:
Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer Erkrankung
Wahrscheinlichkeit, diese Erkrankung zu entdecken
Wahrscheinlichkeit, trotz auffälligem Testergebnis doch gesund zu sein
Möglichkeiten der Behandlungen der festgestellten Erkrankung
Auswirkungen auf die Lebensqualität und Lebenserwartung durch eine frühzeitige Diagnose
Ein Nutzen regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen kann in wissenschaftlichen Untersuchungen evaluiert werden. Die Bewertung mit wissenschaftlichen Daten allein darf allerdings nicht genügen. Sie ist einerseits durch eine gesellschaftspolitische Diskussion und anderseits im Einzelfall durch das Gespräch zwischen Patientin und Arzt zu ergänzen [3].
Die Beratung darf nicht euphorisch und unreflektiert, sondern muss kritisch erfolgen. Der Arzt kann gerade hier den Grad seiner geistigen Entwicklung und seines anerzogenen Denkvermögens unter Beweis stellen, wenn er eine wissenschaftlich fundierte, selbstständig und kritisch denkende Individualität zeigt [5].
Patienten müssen aktiv in die Entscheidung einbezogen werden. Nach Abwägen aller Vor- und Nachteile einer Intervention kann sich zeigen, dass Früherkennung nicht von vornherein besser ist als Zuwarten, wenn auch mögliche Vorteile einer „Späterkennung“ in Betracht gezogen werden. Ein individueller Entscheid gegen Früherkennung oder ein Risikofaktoren-Screening kann dann angesichts des oft fraglichen Gesamtnutzens auch als vernünftig gelten [6].
Nutzen entsteht erst, wenn erwünschte Wirkungen die unerwünschten Wirkungen überwiegen [6]. Der Nutzen einer Vorsorgeuntersuchung scheint naheliegend: Eine Erkrankung wird in einem Frühstadium erkannt, adäquat behandelt und erfolgreich therapiert. Es wird erwartet, dass der Patient durch eine bessere Lebensqualität und/oder eine längere Lebenszeit profitiert.
Deutschland hat international eines der ältesten und umfangreichsten Früherkennungsprogramme. Dennoch gibt es zu vielen, seitdem durchgeführten Maßnahmen nur unzureichende oder widersprüchliche Evidenz. Der gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen fordert deshalb einen soliden Nachweis dafür, dass die Vorteile der Früherkennungsuntersuchung so hoch sind, dass gesundheitliche Nachteile und Risiken, die der Versicherte nach individueller Abwägung mit der Teilnahme akzeptiert, demgegenüber deutlich zurücktreten. Für jede Untersuchung sollte objektiv eine positive Nutzen-Schaden-Bilanz möglich sein [7].
Das Abwägen für oder wider eine Präventionsmaßnahme sollte folgende Stichpunkte umfassen:
gesundheitspolitisch
[7]:
Mortalitätsreduktion:
Kann die Erkrankungshäufigkeit dahingehend beeinflusst werden, dass eine verbesserte Prognose bei einem relevanten Anteil der erkrankten Personen zu erwarten ist – auch bei der Entdeckung von noch ungefährlichen potenziellen Vorstufen der Erkrankung?
Number needed to screen (NNS):
Wie viele Personen müssen über einen gewissen Zeitraum an der Früherkennungsmaßnahme teilnehmen, damit ein einziger durch die Zielerkrankung bedingter Todesfall verhindert wird? Bei seltenen Erkrankungen ist dieser Personenkreis wesentlich größer als bei häufigen Erkrankungen.
individuell
[6, 7]:
Risiken des Testverfahrens:
Wie gefährlich ist das Screening-Verfahren an sich und die nicht angebrachte weitere Diagnostik bei fälschlich als krank erfassten Personen?
längere Morbiditätsphase
mit unveränderter Prognose: Es ist als Nachteil zu verstehen, wenn die Vorverlegung der Diagnosestellung ohne Beeinflussung der Mortalität bleibt. Der Patient weiß lediglich länger, dass er erkrankt ist, ohne auf die Krankheit Einfluss nehmen zu können („Gnade der späten Diagnose“).
unnötige Behandlung
einer vorliegenden Erkrankung, an der der Patient nicht sterben wird: Dem Postulat der Früherkennung einerseits muss in anderen Fällen das Postulat der „Späterkennung“ gegenübergestellt werden. Eine nützliche und subtile Medizin besteht in der Kunst, möglichst viele Patienten mit okkultem Krebs eine Diagnose mit entsprechender Therapie zu ersparen, wenn die Chance groß ist, dass sie an anderen Erkrankungen sterben werden.
Überdiagnostik und -behandlung fraglicher Befunde:
Beim Screening werden unweigerlich viele „verdächtige“ Personen herausgefiltert, bei denen die gesuchte Krankheit gar nicht vorliegt oder im weiteren Verlauf nicht symptomatisch geworden wäre. Trotzdem werden sie einer weiteren Diagnostik (mit deren eigenen Risiken) unnötigerweise zugeführt. Diese Unterscheidung in therapiebedürftig oder nicht ist für Arzt und Patienten oft nicht ohne Weiteres möglich, sodass es zur Therapie mit allen damit verbundenen Komplikationsmöglichkeiten und Risiken kommt.
fälschliche Vermittlung von Sicherheit
für Teilnehmer mit falsch negativem Befund: Keine Früherkennungsmaßnahme kann sicher alle Erkrankten als krank und alle Gesunden als gesund identifizieren. Es resultieren zwei Gruppen: Eine sehr große Gruppe mit einer sehr kleinen Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen der Zielkrankheit und eine sehr kleine Gruppe mit einer relativ großen Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen der Erkrankung.
Der Anteil der falsch Negativen kann nur bis zu einem bestimmten Wert reduziert werden. Hinsichtlich der Wertigkeit der diagnostischen Ergebnisse haben die im Folgenden beschriebenen statistischen Begriffe ihre Bedeutung.
Sensitivität. Maß für die Fähigkeit eines Tests, Kranke tatsächlich als krank zu identifizieren bzw. den Anteil der erkrankten Menschen zu bestimmen, die aus der Gesamtzahl aller Erkrankten als krank erkannt werden.
Spezifität. Maß für die Fähigkeit eines Tests, Gesunde tatsächlich als gesund zu identifizieren. Anteil der gesunden Menschen, die aus der Gesamtzahl aller Gesunden als gesund erkannt werden.
Prätest-Wahrscheinlichkeit. Die geschätzte Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient an einer gewissen Krankheit leidet, bevor Zusatzinformationen aus einem diagnostischen Test vorliegen. Die Prätest-Wahrscheinlichkeit wird geschätzt aus der Prävalenz der Erkrankung für die betreffende Altersgruppe, anamnestischen Daten (z. B. Risikofaktoren) sowie aus den Befunden der klinischen Untersuchung.
Ist beim Patienten die vorliegende Erkrankung nicht gefunden worden, wiegt er sich fälschlicherweise in Sicherheit und wird womöglich bei ersten Anzeichen einer Veränderung des Gesundheitszustandes diese Signale bagatellisieren. „Ich war ja erst bei der Vorsorgeuntersuchung, da war alles in Ordnung, es wird schon nichts Gefährliches sein, was ich da spüre“ [5].
Generell abgefasste Screening-Empfehlungen werden dem Patienten oft nicht gerecht. Mit dieser Einsicht gerät die Früherkennungsmedizin in ein kompliziertes und für den Hausarzt interessantes Spannungsfeld [6].
Screening-Maßnahmen müssen verschiedenen objektiven Nutzen-/Schaden-Kriterien entsprechen. Unreflektiertes Untersuchen bringt weder dem Individuum noch der Gemeinschaft einen Vorteil.
