Chroniken von Navadia: Der große Krieg - Thorsten E. Meier - E-Book

Chroniken von Navadia: Der große Krieg E-Book

Thorsten E. Meier

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Beschreibung

Einst war die Welt voller Licht und Hoffnung – bis der Große Krieg alles in Dunkelheit stürzte. Entfacht durch grenzenlose Machtgier, brach ein beispielloses Chaos aus, das die Menschheit an den Rand ihrer Existenz brachte. Städte fielen, die Erde selbst schien zu brechen, und das, was einst sicher und vertraut war, wurde zu Asche und Ruinen. Überlebende kämpfen in dieser zerstörten Welt ums nackte Dasein, getrieben von dem Verlangen, das Verlorene wiederzufinden. Doch als die Hoffnung fast erloschen ist, erhebt sich aus den Trümmern eine neue Vision: Navadia – eine Stadt, die für eine Zukunft steht, die mehr ist als bloßes Überleben. Eine letzte Chance, eine neue Zivilisation zu gründen, in der die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden. Die „Chroniken von Navadia: Der Große Krieg“ ist die Geschichte vom Fall einer alten Welt, die ihre Zukunft neu gestalten muss – oder für immer verloren ist.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Chroniken von Navadia

Der Grosse Krieg - Der Weg in die Dunkelheit

Thorsten Meier (Hrsg.)

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Impressum

Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Besuchen Sie uns im Internet - www.papierfresserchen.eu

© 2025 – Herzsprung-Verlag GbR

c/o Papierfresserchens MTM-Verlag

Mühlstr. 10, 88085 Langenargen

Alle Rechte vorbehalten. Taschenbuchauflage erschienen 2025.

Die Cover-Illustration wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) Midjourney erstellt.

Die Beschreibungen und Konzepte für die Bilder stammen vom Herausgeber.

ISBN: 978-3-99051-371-2 - Taschenbuch

ISBN: 978-3-99051-372-9 - E-Book

*

Inhalt

Licht in den Wolken

Navadia: Auferstehung aus Ruinen

Der Puls der Erde

Die letzte Dämmerung

Menschheitsdunkel

Waffenstillstand

Unter dem Beton

Blaues Leuchte-Scherzo

LORE

Gibt es noch Hoffnung?

Vitalparamete

Magnum Bellum – Überleben in der Finsternis

Änderung des Schreckens

Wenn Sterne fallen

Die Pein des Todgeweihten

Die Namen der Götter

Pünktlich um vier

An der Front

Endloser Krieg?

Heimat erleben - Geschichten erzählen

*

Autorinnen + Autoren

Alyssa Westensee

Andreas Haider

Barbara Korp

Christian Rau

Dominique Goreßen

Doreen Pitzler

Flores Night

Florian Geiger

Gerald Marten

Juliane Barth

Lena Obscuritas

Luna Day

Oliver Fahn

Pamela Murtas

Paul Busch

Roswitha Böhm

Volker Liebelt

Wolfgang Rödig

Xena Blayze

*

Licht in den Wolken

Wie ein gespenstisches, rußgeschwärztes Monster, jeden Moment bereit, Feuer zu speien oder mit seinem mächtigen, Stachel bewehrten Schwanz, von Vernichtungslust getrieben, wild um sich zu schlagen, standen die Ruinen von Navadia in der nebelverhangenen, wie verkohlt brachliegenden Landschaft. Ab und an bebte die Erde noch in leichten, zittrigen Vibrationen, als wollte sie warnend demonstrieren, dass noch Leben in ihr pulsierte. Das marode Alte war gegangen, nicht freiwillig, sondern sterbend und ausblutend vom Alltag des Großen Krieges. Der Tyrannomaulus Lex, einst Alleinherrscher in Navadia, hauste nun in der Belanglosigkeit seiner zertrümmerten Stadtburg im Zentrum Navadias und brüllte kein einziges Wort mehr hinaus in seine Welt des Terrors.

Es herrschte nach dem großen Diktator jetzt die Diktatur der vielen kleinen Tyrannen, welche sich in Schlachtparteien organisiert hatten, keinerlei staatlicher Ordnung oder Justiz unterworfen. Jeder dieser Clans betrachtete sich als eigener Staat im Chaos des Raubens und Mordens.

Sicher gab es viele gerechte Menschen, längst überdrüssig dieser hemmungslosen Gewalt des Terrors, die von einer besseren, friedvollen Zukunft träumten. Doch sie lebten verstreut, wer sollte sie sammeln und einigen und führen aus dem Alltag der Ängste, der Hoffnungslosigkeit und des Todes?

Freko und Freya lebten gemeinsam mit anderen aus Navadia Geflohenen auf einem Bauernhof abseits der Stadt, wo sie sich in aller Bescheidenheit eine friedliche Existenz aufgebaut hatten und für die Schlachtparteien wohl kein lohnenswertes gefundenes Fressen darstellten, man ließ sie in Ruhe.

Eines grauen Tages, und war nicht jeder Tag grau auf dem geschundenen Planeten, machten sich Freko und Freya mit ihrem Lastenvehikel auf nach Navadia, dort auf dem Zentralmarkt Waren zu tauschen und ihre Vorräte wieder aufzufüllen, da sie auf ihrem Bauernhof nicht alles Lebensnotwendige und auch jene Dinge, welche den Alltag verschönerten und erträglicher machten, selber herstellen oder anbauen konnten.

Ihre Fahrt ging durch das verbrannte Land, bis in die dunkelste Schwärze ragten die Reste eines Waldes vom alles vernichtenden Feuer des Krieges verkohlt in die stickige, graue Luft, das tote Land lag offen und niemand da, es zu beerdigen. Der schwarze Asphalt der Landstraße frei geräumt, Zerstörung und Tod freie Fahrt zu garantieren.

„Dort im Wald sind wir oft spazieren gegangen, die Rapsfelder blühten gelb“, blickte Freya traumversunken aus dem Beifahrerfenster.

„Hast du die Tauschliste eingesteckt?“, fragte Freko wie beiläufig.

„Ja doch“, antwortete Freya knapp und ließ ihren Blick weiter über die verbrannte Landschaft schweifen.

Häuserruinen säumten zunehmend die Straße, niedergebrannte Dörfer lagen in Trümmern, Gestalten dazwischen – irgendetwas zu retten, aufzubauen oder zu betrauern. In der Ferne war das dumpfe Grollen abgefeuerter Kanonen zu hören, von ins lebendige Fleisch sägendem Maschinengewehrfeuer aufschreiend begleitet, als galt es, die Sinfonie des Krieges zu komponieren.

„Ist im Moment ja ganz ruhig draußen“, sagte Freko.

„Hauptsache, in Navadia ist es ruhig, zumindest solange wir dort sind“, kommentierte Freya zynisch. Was anderes als Zynismus konnte diese Welt denn auch hervorbringen.

Freko sondierte derweil die Umgebung, hielt Ausschau nach Gefahren wie den umhermarodierenden Panzerpiraten oder anderen Raub- und Mörderbanden.

„Da hinten, ich kann die Stadt schon sehen“, zeigte Freya zum Frontfenster hinaus auf jenes aus Stein, Stahl, Marmor und Glas gebaute Monster, welches sich in die Schleier grauer Nebelschwaden drückte, dort ein Versteck zu finden oder einen Hinterhalt zu planen. Navadia war ohne Vororte, welche auf die Großstadt vorbereiteten. Die Stadt begann gleich am Rande mit mächtigen, teils nur noch als Ruinen zu bezeichnenden Gebäuden des Wohnens, Arbeitens und der Freizeit, jetzt allerdings nur noch wie von Gespenstern bewohnte Behausungen, in den eigenen, zertrümmerten Gedärmen stehend.

„Hey, da spielen Kinder drin“, rief Freya beinahe erschrocken aus. Als wäre nie etwas anderes da gewesen als diese Trümmerlandschaft, so spielten die Kinder ihre Abenteuer.

Zwischen den in den grauen Himmel ragenden Ruinen waren die Straßen ebenfalls frei geräumt. Einige vermummte Gestalten huschten von hier nach dort wie suchend, war es Schutz, war es Beute, verschwanden hinter dem nächsten Schuttberg, als hätten sie dort das Gesuchte gefunden. Angeschossene Vehikel jagten wie auf der Flucht vorbei oder befanden sich selbst auf der Jagd nach menschlicher Beute. Schüsse hallten. Gegen wen? War denn nicht längst alles zerschossen?

Dann hatten Freya und Freko das Zentrum von Navadia unversehrt erreicht, erledigten ihre Geschäfte, als der Gefechtslärm wie auf ein Kommando plötzlich anschwoll – in der Stadt, in der Ferne, überall schoss und explodierte es in einem ohrenbetäubenden Inferno.

„Verdammt noch mal! Hört das denn nie auf! Diese A...!“, fluchte Freya, stürzte aus dem Lastenvehikel und rannte in den nächsten Hauseingang, in gebückter Haltung folgte Freko, nachdem er das Fahrzeug nach ohnehin langsamer Fahrt zum Stehen gebracht hatte.

Wieder huschten, rannten, schlichen Gestalten attackierend, flüchtend, es war nicht zu unterscheiden. Eine Granate schlug gegenüber ein, als hätte die zertrümmerte Ruine nicht schon genug gelitten, als sollte sie zur Gänze zu Staub zermahlen werden, das Schlachtfeld fruchtbar zu düngen. Doch plötzlich trat abrupt Stille ein, ebenso abrupt wie die Häuserschlacht begonnen hatte, Stille, wie man sie nur an glücklichen Tagen auf dem heimischen Bauernhof erleben durfte.

„Was ist jetzt los und was ist das da oben? Siehst du es?“, zeigte Freko an den Ruinen entlang in die Höhe, bis die Augen den schmalen Spalt zwischen den zertrümmerten Häusern und dem grauen Himmel erreicht hatten.

„Ja, ich sehe es. Ist das Licht? Sieht jedenfalls danach aus“, spähte nun auch Freya in die luftige Höhe empor.

Im trist grauen, wolkenbeschwerten Himmel flimmerte, flirrte und flackerte es ungezügelt wie wild durcheinander, vorher nie gekannte Farben zuckten wie Blitze, wie Wetterleuchten, doch nichts von alledem war es. Tanzte der Farbenwirbel im Wolkenhimmel real oder tanzte er im Kosmos der unbändigen Sehnsüchte und Hoffnungen auf eine friedvolle Welt? Und schon gleich darauf traten Menschen aus den Ruinen hervor, entledigten sich ihrer Waffen, begannen, miteinander zu plaudern, zu scherzen, als hätte es nie Krieg, Terror und Gewalt in Navadia gegeben.

Das Raumschiff LUMENIER kreiste auf fester Bahn bedächtig um die Erde. Expeditionsleiterin Junifee und der Astroneur Quasarius standen am großen Panoramafenster und blickten nachdenklich auf den einst blauen Planeten, dem Ziel ihrer Reise.

QUASARIUS: „Es war dringende Zeit, die Menschheit vom Debakel ihres wirren Geisteszustandes zu befreien.“

JUNIFEE: „Man stelle sich einmal vor, diese Rasse dort wäre eines Tages imstande, in den Weltraum vorzustoßen.“

QUASARIUS: „Wir mussten es tun, es war höchste Zeit. Seit wir die Menschheit auf ihrem Planeten beobachten, wütet sie gegen ihre Heimstatt und sich selbst und tut dieses wohl schon seit Anbeginn ihrer Existenz.“

JUNIFEE: „Nur durch die allumfassende und ausnahmslos notwendige Gen-OP können wir der Menschheit eine friedvolle Zukunft eröffnen.“

QUASARIUS: „Diese OP an der gesamten Menschheit war ein Akt der Notwehr. Diese zutiefst aggressive und unberechenbare Rasse und ihre Historie ist Beweis genug, stellte eine Gefahr für das gesamte Universum dar. Sie scheint von Natur aus nicht zum Frieden fähig oder willig. Hätten wir sie denn ewig belehren müssen, ohne dass die Mahnung am Ende auch nur eine Frucht getragen hätte?“

JUNIFEE: „Das Gen der Gewalt musste aus ihren Köpfen entfernt werden, wir hatten keine Wahl.“

QUASARIUS: „Und das Wichtigste. Sie werden unseren kleinen Eingriff nicht einmal bemerken, halten ihr neues, besseres, friedvolles Wesen für naturgegeben und schon immer ihnen zu eigen.“

JUNIFEE: „Wir können nur hoffen, sie nutzen ihre Chance, sonst werden sie sich selbst vertilgen wie nimmersatte Aasgeier. Eine zweite Chance bekommen sie nicht.“

QUASARIUS: „Der Mensch muss lernen, Verantwortung für sich selbst zu tragen, darf nicht halsstarrig auf irgendwelche höheren Mächte hoffen. Und wird nicht gerade im Namen höherer Mächte Krieg und Terror verbrochen, Mächte, dem menschlichen Gelüste nach Verantwortungslosigkeit und Rechtfertigung wahllos entsprungen?

JUNIFEE: „Wir müssen weiter, es liegt noch viel Arbeit vor uns, andere Planeten warten, ob sie wollen oder nicht, auf unser Licht der Erkenntnis. Sie hatten die freie Wahl, wir geben ihnen eine letzte Chance.“

Gerald Marten,geboren 1955, lebt in Oldenburg in Holstein. Veröffentlicht seit 2001 Kurzgeschichten, Kurzprosa, Gedichte und Aphorismen verschiedenster Inhalte, von Mystery bis Politik, von Satire bis Lyrik, in Anthologien, Zeitschriften und Online-Magazinen. Zudem erschien 2002 ein satirischer Roman, 2024 sein Buch „martenart - Autobiografisches in Phantastik und Wirklichkeit“ (ohne ISBN im Selfpublishing). Zwei literarische Auszeichnungen, 2005 und 2024.

*

Navadia: Auferstehung aus Ruinen

Die Sonne versank im schalen Glanz,

bald Nacht den Tag in Finsternis verbarg.

Vor langer Zeit, die Herzen weit,

war Navadia ein Paradies in Einigkeit.

Der Himmel erblühte, das Meer sang Lieder,

Land der Träume, kehrst du endlich wieder?

Ein Funke nur, mit einem Wort fing es an,

der Zorn erhob sich und der Krieg begann.

Die Erde erbebte, das Land wurde schwer,

Städte ausgerottet, Menschen gab es kaum mehr.

Staubkörner tanzten durch dieses Dunkel,

ganze Viertel entzündet wie blanke Furunkel.

Der Große Krieg überrannte im Sturm

Navadia gleich einem schmarotzenden Wurm.

Die Wurzeln der Welt zerstört,

die Hoffnung von einst unerhört.

Was blieb, waren lauter Ruinen,

die Erde als Hort voller Abgesangsbühnen.

Die Kämpfer, gefangen in Schuld,

Waffen gestreckt in glühender Ungeduld.

Wo einstmalig Eintracht regierte,

sich der Mensch zu schlachten nicht länger genierte.

Vom Himmelszelt verschwanden die Sterne,

unendliche Finsternis auch droben in der Ferne.

Wer sucht das Licht in Dunkelheit,

wird es mit Courage finden, hell und breit.

Ein neuer Anfang keimt, mein Kind,

das Werk wird vollbracht mit stürmischem Wind.

Aus Chaos und Ruinen heraus,

wächst neues Leben empor, ohne Graus.

---ENDE DER LESEPROBE---