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Coolcation ist der aktuelle Reisetrend: Eine bewusste Entscheidung für hitzefreie Urlaubsziele. Denn, wenn der Sommer immer heißer wird, bieten wir die Lösung: 45 ausgewählte Reiseideen in Europa zum Abkühlen und Runterkommen. »Coolcation Europa« hilft Ihnen, dem Hitzestress zu entkommen und den Sommer entspannt mit angenehmen Temperaturen zu genießen – ideal für alle, die lieber entspannen als schwitzen!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 185
Veröffentlichungsjahr: 2025
Lisa Bahnmüller · Regine Heue
Erfrischende Reiseziele für heiße Sommer – kühle Orte für unvergessliche Erlebnisse
Nachhaltigkeitskodex
Übersichtskarte
Vorwort
Am Wasser
1
Bezaubernde Lofoten-Inseln
Wo die Berge aus dem Meer wachsen
2
Schwedens Westküste
Göteborg und sein Schärengarten
3
Unberührtes Lettland
Ein Land im Lied
4
Dänemarks Westküste
Wattenmeer, Weite und Wellen – immer Wind
5
Deutschlands Ostseeküste
Zwischen Boddenlandschaft und Jasmund
6
Rund um das IJsselmeer
Gegenwind ist garantiert
7
Am Littoral de la Normandie
Küste, Camembert und Coolcation
8
Im Salzkammergut
Sieben Tage, siebzig Seen
9
Baskenland
Der kühle Teil Spaniens
10
Unvergessliches Madeira
Ein Paradies in Grün
Besondere Übernachtungen
In den Bergen
11
Das Erzgebirge entdecken
Wo Hügel und Handwerkskunst aufeinandertreffen
12
Ursprüngliches Garmisch-Partenkirchen
Am Fuße der Zugspitze
13
Südtirols Vinschgau
Das Tal ohne Regen
14
Sloweniens kühlste Ecke
Die Julischen Alpen
15
Unbekanntes Aostatal
Von Burgen, Bergen und gutem Cappuccino
16
Ab in den Nationalpark Abruzzen
Italiens Joker
17
Im Nationalpark Pyrenäen
Fast am Ende der Welt
Legendäre Roadtrips
Städte
18
Zauberhaftes Tromsø
Nicht von dieser Welt
19
Von Lappland bis Helsinki
Vom Weihnachtsmärchen in die Designmetropole
20
Ein Fluss – drei Städte
Danzig, Warschau, Krakau
21
Extravagantes Rotterdam
Vielfalt in Grün
22
Historisches Paris
Cool – mal anders
23
Waidhofen an der Ybbs
Vom Mostviertel zum Kältepol Österreichs
Von Vacations zu Coolcations
Landpartie
24
Digitalisiertes Estland
Wälder, Seen und unendliche Weiten
25
Unterschätztes Litauen
Juwel im Baltikum
26
Überwältigende Landschaft
Isle of Skye – Insel des Nebels
27
Idylle pur in Cotswolds
Englands schönste Landschaften
28
Einsame Verenaschlucht
Mystischer Kraftort bei Solothurn
29
Im Schwarzwald
Urlaub zwischen Tannen, Tälern und Torten
30
Im Tölzer Land
Isar, Vorberge und das Karwendel im Blick
31
Bayerischer Wald
Ein Naturparadies mit dichten Wäldern
32
Bezauberndes Berchtesgaden
Hoch, wild, schön mit Königsblick
Heilklimaorte
Register
Bildnachweis
Impressum
Die Welt birgt viele Wunder, Abenteuer und spektakuläre Aussichten, die wir gerne erkunden möchten. Doch sie ist auch leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Hier ein paar Tipps, wie wir unsere Welt nachhaltig entdecken können:
Die Hauptsaison meiden: Wenn wir nicht gerade auf die Ferienzeiten angewiesen sind, können wir der Umwelt einen großen Gefallen tun, indem wir in der Nebensaison verreisen. Damit tragen wir zu einer gleichmäßigeren Auslastung der Umwelt und der Infrastruktur bei und der Urlaub wird dazu auch noch wesentlich entspannter.
Die Aufenthaltsdauer dem Reiseziel anpassen: Je weiter das Reiseziel ist, desto länger sollte der Aufenthalt sein. Dadurch lernen wir die Region nicht nur intensiver kennen, sondern stärken sie ganz nebenbei noch durch unsere Ausgaben vor Ort. Anfahrtsintensive Tagesausflüge sollten besser vermieden werden, das bedeutet nur Stress, sowohl für die Umwelt als auch für uns selbst.
Auf umweltschonende Verkehrsmittel setzen: Wo es möglich ist, reisen wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Das reduziert nicht nur die Luftverschmutzung, sondern schont auch unsere Nerven. Falls das nicht geht, helfen verschiedenste Plattformen dabei, den CO2-Ausstoß auszugleichen, vor allem, wenn das gewünschte Reiseziel nur mit dem Flugzeug zu erreichen ist.
Nur dort parken und campen, wo es erlaubt ist: Selbst, wenn wir uns noch so vorbildlich verhalten und unseren Aufenthaltsort so hinterlassen, wie wir ihn vorgefunden haben, stören wir den Lebensraum von Wildtieren und hinterlassen Spuren und Gerüche. Auch Lagerfeuer entzünden wir ausschließlich an den dafür vorgesehenen Stellen und achten dabei auf Waldbrandstufen und Naturschutzgebiete.
Ressourcen gewissenhaft nutzen: Manche Umweltressourcen sind bereits knapp, endlich sind auf jeden Fall alle. Um sie zu schonen, sollten wir sparsam mit ihnen umgehen, gerade in Gegenden, in denen zum Beispiel Wasser oder Strom nicht im Überfluss vorhanden sind.
Ein guter Gast sein: Nachhaltig unsere Umgebung zu erkunden bedeutet auch, der hiesigen Flora und Fauna mit Respekt zu begegnen. Pflanzen sollten auf keinen Fall gepflückt werden, aber sie stehen uns bestimmt gerne Modell für das eine oder andere Foto. Das Gleiche gilt für wilde Tiere: Wir füttern sie nicht, halten Abstand und beobachten sie aus der Ferne.
Auf den Wegen bleiben: Wer die vorgegebenen Wege verlässt, dringt nicht nur in die Rückzugsräume heimischer Arten ein, sondern trägt auch dazu bei, dass sich neue Wege bilden, was zur Erosion des Bodens führt.
Abfall wieder mitnehmen: Plastikverpackungen jeglicher Art, Dosen, Flaschen und Papiertaschentücher (es dauert Jahre, bis sich ein einzelnes Taschentuch vollständig abgebaut hat!) gehören nicht in die Natur, sondern artgerecht entsorgt. Am besten gleich eine wiederverwendbare Brotdose oder Trinkflasche mitnehmen. Dazu zählen natürlich auch Toilettenpapier und der Inhalt von (Chemie-)Toiletten. Entsprechende Entsorgungsstationen finden sich überall.
Lokal kaufen: Dadurch lernen wir Land und Leute besser kennen und unterstützen die regionale Wirtschaft, außerdem sind regionale Produkte meist auch preisgünstiger und qualitativ hochwertiger.
Nachhaltig draußen unterwegs zu sein, bedeutet auch ein respektvolles Miteinander – das sollte stets ein Motto in der Natur sein. Es tut nicht weh, sich gegenseitig zu grüßen und sich entgegenkommend zu verhalten. So haben Wanderer auf schmalen Wegen stets Vorrang, bei Gegenverkehr gilt in steilem Gelände immer: Wer absteigt, hält an. So lässt sich die Schönheit und Vielfalt der Natur gemeinsam genießen.
Eintrittsgelder unterstützen den Erhalt von Kunst und Kultur: Prunktreppe im Schloss Rundales in Lettland.
Deutschlands Kreidefelsen auf der Insel Rügen sind ein beeindruckendes Naturwahrzeichen.
Reisen ist für uns mehr als »nur« ein Urlaub. Es bedeutet, neue Orte zu entdecken und nach jenen Momenten Ausschau zu halten, die lange nachklingen. Während viele im heißen Süden Urlaub machen, wendet sich dieses Buch jenen Zielen zu, die mit frischer Luft, sanfter Kühle und wohltuender Ruhe locken.
Die Sehnsucht nach solchen Orten ist keineswegs neu: Schon früher zog es Menschen im Sommer in die »Sommerfrische«. Die Bozener fanden Erholung auf dem Hochplateau des Ritten, die Venezianer in den Dolomiten, und die Stadtbürger Englands und Deutschlands suchten Abkühlung in mondänen Seebädern.
Dieses Buch möchte inspirieren, bewusst zu reisen, innezuhalten und die Schönheit jener Orte zu entdecken, die nicht durch sengende Sonne, sondern durch Atmosphäre und angenehme Temperaturen bezaubern. Zwischen Kultur, Natur und kulinarischen Erlebnissen eröffnen sich auch in der Kühle neue Perspektiven auf Europa – manchmal überraschend nah, immer faszinierend. Unsere »Coolcations« sind eine ganz persönliche Reiseauswahl, die sich nicht allein auf nördliche Gefilde beschränkt. Vielmehr haben wir bekannte Klassiker wie Island bewusst ausgeklammert, um weniger offensichtlichen Regionen mehr Raum zu geben.
Natürlich gibt es weit mehr solch wunderbarer Orte, an denen Wälder Schatten spenden, Flüsse erfrischen und alte Städte ihre Geschichten im sanften Sommerlicht erzählen. Dieses Buch versteht sich deshalb nicht als vollständige Sammlung, sondern als persönliche Einladung: zu Reisen, die nicht nur klimatisch kühl, sondern auch für Geist und Seele erfrischend sind.
Lisa Bahnmüller und Regine Heue
So stellt man sich Schwedens Schärenlandschaft vor: sanfte Felsbuckel im weiten Wasser und dazu rote Holzhäuser.
Wo die Berge aus dem Meer wachsen
Die Lofoten-Inseln sind bekannt für ihre malerischen Fischerdörfer, die sich wie Farbtupfer an die steilen Berghänge schmiegen. Man taucht ein in eine Welt aus Kultur, rauer Natur und unvergesslichen Momenten.
Die Lofoten, diese unvergleichliche Inselkette im Norden Norwegens, sind weit mehr als nur ein Reiseziel. Sie sind der Stoff, aus dem Träume gemacht sind – ein Ort, an dem die ungezähmte, raue Natur auf reiche Geschichte, tiefe nordische Gelassenheit und stille Schönheit trifft.
Hier, nördlich des Polarkreises, verschmelzen majestätische Berge mit dem tiefen Blau des europäischen Nordmeers und den satten Grüntönen der Wiesen zu einer Landschaft von atemberaubender Schönheit. Wer die Inseln betritt, merkt sofort: Die Natur spielt hier die Hauptrolle und zieht einen mit jeder Welle, jedem Bergmassiv und jedem Windhauch in ihren Bann. Man taucht ein in ein Geflecht aus zerklüfteten Felsen, idyllischen Fjorden und den charakteristischen, leuchtend roten Fischerhütten – sogenannte Rorbuer, die sich wunderbar in die dramatische Kulisse fügen.
Von den Felsen stürzen schmale Wasserfälle in die Tiefe.
Auf den Lofoten erlebt man die Extreme der Arktis hautnah. Von Ende Mai bis Mitte Juli, wenn die Sonne nicht mehr untergeht, taucht die Mitternachtssonne die Landschaft in ein nie endendes goldenes Licht. Man kann bis tief in die Nacht wandern, angeln oder einfach nur staunen, wie sich die Natur Stunde für Stunde verändert. Die Energie dieses ewigen Tages ist absolut berauschend, vor allem für diejenigen, die es noch nie erlebt haben.
Die Berge der Lofoten sind oft in Nebel gehüllt – mythisch!
Im Winter hingegen verzaubert das faszinierende Ballett der Nordlichter. In sternenklaren Nächten tanzen grüne, violette und rote Lichtschleier über den dunklen Himmel und erzeugen ein unvergessliches, fast mystisches Erlebnis. Dieses Spektakel der Natur, das so viel Ehrfurcht einflößt, macht jeden kühlen Tag zu einem unvergesslichen Abenteuer und beweist, dass wahre Schönheit keine Hitze braucht.
Die Entdeckungsreise führt uns idealerweise in den Süden, auf die Insel Moskenesøya. Hier wartet das Dorf Reine, das nicht umsonst als das schönste Fischerdorf Norwegens gilt und selbst erfahrene Reisende sprachlos macht. Die ikonischen roten Rorbuer spiegeln sich im ruhigen Wasser des Fjords, umgeben von einer eindrucksvollen Kulisse aus gezackten Berggipfeln. Es ist ein Anblick, bei dem man glaubt, am Ende der Welt angekommen zu sein – ein Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint.
Von hier aus kann man den berühmten Reinebringen erwandern. Der Aufstieg ist zwar steil und erfordert eine gute Kondition, doch die Anstrengung wird mit einem der atemberaubendsten Panoramablicke Europas belohnt: über Reine und den Reinefjord – wie ein perfekt inszeniertes Postkartenmotiv. Es ist ein Weitblick, der das Herz höherschlagen und die immense Kraft dieser Landschaft spüren lässt.
Tipp
Die Lofoten sind ein Paradies für Feinschmecker, die das Meer lieben. Die Küche ist geprägt von der jahrhundertealten Fischertradition der Region, und so dreht sich fast alles um frischen Fisch. Eine besondere Spezialität ist der Skrei, ein Winterkabeljau, der jedes Jahr zur Laichzeit von der Barentssee an die Küste der Lofoten wandert. Das feste, zarte Fleisch gilt als wahre Delikatesse. Ein weiteres kulinarisches Highlight ist der Tørrfisk (Stockfisch), der aus getrocknetem Skrei hergestellt wird.
Traditionelle rote Fischerhäuser auf den Lofoten, sogenannte Rorbuer
»Wenn uns der Frost durchdringt – sterben alle Gefühle.«
Klaus Ender
Nördlich von Moskenesøya, auf der Insel Flakstadøya, gibt es weitere perfekte Fotomotive zu entdecken: die weltbekannten weißen Sandstrände von Ramberg oder Skagsanden. Diese Strände bilden einen surrealen Kontrast zu den schroffen, dunklen Bergen und dem oft stürmischen Meer – ein Paradies für Fotografen und Surfer gleichermaßen. Das Spiel der Gezeiten und das wechselnde Licht schaffen immer wieder neue, faszinierende Anblicke.
Auf der Nachbarinsel Vestvågøya wartet eine beeindruckende Mischung aus sanften Hügeln und majestätischen Bergen. Hier liegt das charmante Fischerdorf Henningsvær, auch als das »Venedig des Nordens« bezeichnet. Es erstreckt sich über mehrere kleine Inseln, die durch Brücken miteinander verbunden sind. Die Ortschaft hat eine lange Geschichte als Künstlerkolonie, und diese kreative Energie ist überall spürbar: in kleinen Galerien in alten Fischerhäusern oder in gemütlich eingerichteten Cafés. Wer Zeit hat, sollte etwas länger bleiben.
Die Lofoten-Kathedrale (Vågan Church) in Kabelvåg
Neben der atemberaubenden Kulisse der Berge bieten die Lofoten auch unvergessliche Erlebnisse an und auf dem Wasser. Die Sandstrände Hauklandstranda und Uttakleiv auf Vestvågøya eignen sich nicht nur ideal für entspannte Spaziergänge, sondern sind auch perfekte Orte, um die Mitternachtssonne im Sommer oder die Nordlichter im Winter zu beobachten. Sie gehören zu den meistfotografierten Stränden der Welt, und es ist leicht zu verstehen, warum: Das Zusammenspiel von karibisch anmutendem Sand und arktischer Bergwelt ist einfach einmalig. Auch Adrenalinjunkies kommen hier voll auf ihre Kosten. Orte wie Unstad Beach sind berühmt für ihre Wellen und ziehen Surfer aus aller Welt an. In dicken Neoprenanzügen stürzen sie sich in die kalten Atlantikfluten und beweisen, dass die Lofoten eine faszinierende Spielwiese für viele unterschiedliche Abenteuer sind.
Kajak- oder Bootsausflüge eröffnen die Möglichkeit, einsame Buchten und nur vom Meer aus zugängliche Strände zu entdecken. Auf diese Weise erlebt man die Inseln aus einer völlig neuen Perspektive und fühlt sich der ursprünglichen Kraft der Landschaft ganz nah.
Die Lofoten sind nicht nur ein Ort der wilden Natur, sondern auch eine Region mit einer reichen und lebendigen Kultur, die eng mit der Seefahrt und den Wikingern verbunden ist. Auf Vestvågøya vermittelt das Wikingermuseum Lofotr in Borg in interaktiven Ausstellungen einen authentischen Eindruck vom Leben der Wikinger. Man erfährt, wie die alten Nordmänner einst in dieser rauen Umgebung lebten, Handel trieben und sich den Herausforderungen des Nordmeers stellten – eine faszinierende Reise in die Vergangenheit.
Auch die Küche auf den Lofoten ist vom Meer geprägt: In der ehemaligen Kaviarfabrik in Henningsvær wird man Zeuge, wie die alte Tradition der Fischverarbeitung in moderne Kunst verwandelt wird. Die KaviarFactory dient heute als zeitgenössisches Kunstmuseum und präsentiert internationale Werke in einem wirklich außergewöhnlichen Ambiente. Der Kontrast zwischen roher, industrieller Architektur und feinen, oft provokanten Kunstwerken ist einzigartig und spiegelt den kreativen Geist der Lofoten wider. Egal, ob man Gipfel erklimmt, an den Stränden entspannt oder in die Geschichte eintaucht: Die Lofoten fesseln mit ihrer Einzigartigkeit und ihrem ungezähmten Charme. Sie sind der perfekte Ort für alle, die das Abenteuer suchen und die Schönheit der kühlen, wilden Natur in ihrer reinsten Form erleben möchten. Sie zeigen, dass Kälte und raues Wetter nicht im Widerspruch zu einem erfüllenden Urlaub stehen, sondern vielmehr die Grundlage für unvergessliche Erlebnisse sind.
Das Wikingermuseum, etwa 15 km nördlich von Leknes entfernt
Unstad Beach auf den Lofoten – ein Paradies für Surfer
Info
Anreise: Die Anreise auf die Lofoten ist selbst schon ein kleines Abenteuer. Von Deutschland aus fliegt man am besten nach Oslo und von dort weiter nach Bodø. Vom Flughafen Bodø aus sind es etwa 30 Minuten zu Fuß zum Hafen, wo die Fähren nach Moskenes im Süden oder nach Svolvær im Norden der Inselgruppe ablegen. Alternativ gibt es auch Direktflüge nach Leknes (LKN) oder Svolvær (SVJ).
Fortbewegung: Die Hauptinseln der Lofoten sind durch Tunnel und Brücken entlang der E10 miteinander verbunden, was das Autofahren zur einfachsten Art der Fortbewegung macht. Es gibt auch öffentliche Busverbindungen (oft auf die Fährpläne abgestimmt), die die wichtigsten Orte wie Å, Reine, Leknes und Svolvær miteinander verbinden.
Göteborg und sein Schärengarten
Unzählige kleine Felseninseln, die wie gestrandete Buckelwale aus Stein im Meer liegen. Getupft mit roten Holzhäuschen, die aus einem Astrid-Lindgren-Buch entsprungen sein könnten. Dazu eine frische Brise Salzluft in der Nase – und schon fühlt man sich willkommen in den Schären vor Göteborg.
Die zweitgrößte Stadt Schwedens ist der perfekte Ausgangspunkt für eine Reise entlang der Westküste. Hier wirkt alles vertraut und zugleich aufregend neu. Die Stimmung ist entspannt, fast heimisch, und weckt sofort Urlaubsgefühle. Nur das Wetter bleibt nordisch launisch: An einem einzigen Tag kann man alle vier Jahreszeiten erleben. Die stete Meeresbrise macht selbst heiße Sommertage angenehm – denn ja, auch die gibt es in Schweden: strahlende Hochsommertage mit viel Sonnenschein, die schier endlos in die Nacht reichen.
Die Skulptur ANNA ist das Wahrzeichen des Skulpturenparks i Pilane.
Vom Zentrum Göteborgs bis nach Saltholmen braucht man keine halbe Stunde, und schon legt die Fähre ab in die Welt der Schären. Die Boote sind Teil des öffentlichen Nahverkehrs – einfach ein Ticket ziehen und los geht es. Die Inseln selbst? Ein einziges Labyrinth aus Granit. Einige sind winzig klein, sodass nicht einmal ein Boot anlegen kann. Andere wiederum, wie Styrsö, Donsö und Vrångö, sind größer: Hier dockt die Fähre an. Doch alle haben eines gemeinsam: Sie bestehen aus glattgeschliffenem Felsen, blanker Granit, der in allen erdenklichen Grautönen schimmert. Dazwischen stehen kleine Häuschen mit malerischen Blumengärten und weißen Zäunen – ein Postkartenidyll. Ein wahres Eldorado für Fotografen, aber auch für Wassersportler! Im Sommer paddelt man mit dem Kajak von Insel zu Insel, springt ins kühle Nass und wärmt sich danach auf den sonnenheißen Granitbuckeln. Es gibt aber auch kleine Sandstrände und Buchten, die zum Sonnenbaden einladen. Sogar wandern kann man auf den Inseln. Von der Insel Styrsö Bratten spaziert man gemütlich am Wasser entlang bis nach Donsö. Die beiden Inseln sind durch eine Brücke miteinander verbunden. Auf Brännö Rödsten kann man einmal quer über die Insel laufen und von der südwestlichen Seite ab Husvik mit der Fähre wieder zurück nach Saltholmen fahren, falls man nicht direkt vor Ort auf den Inseln übernachten möchte.
Bunte Holzhäuser in Smögen
Göteborg eignet sich hervorragend als Ausgangsbasis für Erkundungen. Die Stadt liegt etwas im Landesinneren am Flussarm des Göta älv, der sie mit dem Meer verbindet. Mit mehr als einer halben Million Einwohner ist sie die zweitgrößte Stadt Schwedens und besitzt sogar einen eigenen Flughafen. Doch trotz seiner Größe ist Göteborg nicht turbulent, die Altstadt sogar überschaubar klein. Gerade richtig, um maritime Tradition mit jungem, urbanem Flair zu vereinen. Die Stadt ist bekannt für ihre gemütlichen Kanäle und die weitläufigen Parks wie Slottsskogen. Für ausreichend Grünflächen ist also gesorgt. In Haga, dem charmanten Altstadtviertel, locken Kopfsteinpflastergassen sowie unzählige Straßencafés und Restaurants. Göteborg gilt als Schwedens kulinarische Hauptstadt: mit frischem Fisch, Austern und innovativer Küche – und natürlich jeder Menge zuckeriger Zimtschnecken. Die Markthalle Saluhallen ist ein Muss, dort sollte man unbedingt Räksmörgås (Krabbenbrot) probieren.
Tipp
Zwischen Göteborg und Smögen liegt der Kulturpark Skulptur i Pilane unter freiem Himmel auf der Insel Tjörn, jedes Jahr vom Pilane Heritage Museum organisiert. Er zeigt Skulpturen renommierter Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt. Ein Besuch des weitläufigen Geländes ist absolut lohnenswert. Es gibt unglaublich viel zu sehen – am besten in Kombination mit einem netten Spaziergang.
»Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.«
Astrid Lindgren
Göteborg gilt als Feinschmecker-Eldorado: Café an den Saluhallen.
Nach so viel Stadt und Inselhüpfen lohnt sich eine Fahrt nach Norden, in das rund 120 Kilometer von Göteborg entfernte Smögen, eine kleine Fischerinsel in der Provinz Bohuslän. Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis für sich: Küste, Fjorde, Segelboote und immer wieder das tiefblaue Meer.
Smögen selbst ist ein kleiner Fischerort – aber einer, der es in sich hat. Am Hafen reihen sich bunte Holzhäuser aneinander, davor liegen Boote, die jederzeit bereit sind, raus aufs Skagerrak zu segeln. Und mittendrin die berühmte Smögenbryggan: ein fast ein Kilometer langer Holzsteg direkt am Wasser. Unzählige Restaurants säumen das Ufer, und fangfrischer Fisch ist Pflichtprogramm. Ob Hummer, Muscheln oder einfach ein Fischbrötchen auf die Hand – so schmeckt die Westküste. Wer Lust auf Aussicht hat, spaziert hoch zum Kleven. Von dort schaut man über eine Inselwelt, die sich fast endlos in die Ferne zieht.
Sommertage und frische Luft gibt es genug auf den Schären.
Und wer baden will, geht zum Vallevik Badeplatz auf der Westseite der Insel. Klar, die Nordsee ist frisch, richtig eisig sogar, aber genau das macht den Sprung ins Wasser unvergesslich. Danach einfach auf den warmen Felsen legen, salzige Haut, Sonne im Gesicht – mehr Schweden-Feeling geht kaum.
Info
visitsweden.com
Anreise: Göteborg ist von allen größeren Städten aus gut mit dem Flugzeug zu erreichen. Von dort geht es weiter mit dem Leihauto oder mit dem öffentlichen Nahverkehr, auf dem Landweg oder über das Wasser.
Wissenswertes: Schwedens Schärengarten, eine Welt aus kleinen Inseln, entstand in der letzten Eiszeit. Vor 12.000 Jahren waren die Felsen dort noch mit einer bis zu einem Kilometer dicken Eisschicht bedeckt. Durch das gewaltige Gewicht des Eises wurden die Gesteinsformationen geglättet und abgeschliffen, was den typischen rundgeschliffenen Granit hervorbrachte. Nach dem Abschmelzen hob sich das Land langsam wieder an – ein Prozess, der bis heute andauert und die Landschaft ständig verändert.
Ein Land im Lied
Lettland ist ein Land, das seinen eigenen leisen Zauber versprüht und mit seiner einzigartigen Mischung aus unberührter Natur, reicher Geschichte und entspanntem, modernem Lebensgefühl überrascht.
Als mittleres der drei baltischen Länder gibt es in Lettland keine imposanten barocken Schlösser wie in Litauen (siehe Kapitel 25) oder tiefe mystische Wälder wie in Estland (siehe Kapitel 24) zu entdecken. Dafür punktet das Land mit subtileren Schönheiten. Lettland muss man mit allen Sinnen erleben: Man lauscht dem Rauschen der Kiefern an der Küste, spürt die Ruhe in den endlosen Wäldern und schmeckt die herzhafte Küche. Ein Land, dessen Leben im Einklang mit den Jahreszeiten steht.
Das Abenteuer Lettland beginnt in seiner Hauptstadt Riga. In der Altstadt (Vecriga), UNESCO-Weltkulturerbe, findet man ein Labyrinth aus kopfsteingepflasterten Gassen, die von prächtigen Kaufmannshäusern, historischen Kirchen und versteckten Innenhöfen gesäumt sind. Auf dem belebten Rathausplatz entdeckt man das berühmte Schwarzhäupterhaus mit seiner aufwendig gestalteten Fassade, das wie aus einer anderen Welt erscheint. Wer auf den Turm der Petrikirche steigt, wird von oben mit einem atemberaubenden Blick über die roten Dächer der Stadt und den Fluss Daugava belohnt.
Doch Riga ist weit mehr als seine Altstadt. Die Stadt ist auch bekannt für ihre atemberaubende Art-nouveau-Architektur. Im Viertel Centrs, besonders in den Straßen Elizabetes iela und Alberta iela, findet man einige der schönsten Jugendstilgebäude Europas. Auch hier staunt man über die verspielten Fassaden, die mit fantasievollen Skulpturen, Tiermotiven und floralen Ornamenten verziert sind. Jedes Haus scheint seine eigene kleine Geschichte zu erzählen.
Ein weiterer Höhepunkt ist der Rigaer Zentralmarkt, der in den riesigen alten Zeppelinhallen untergebracht ist. Hier ist die Luft erfüllt vom Duft geräucherten Fischs, frischen Brots, lokalen Käses und der berühmten lettischen Graupen.
