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Angesichts der Märchen und Fakenews, die zum Thema Corona Impfung im Umlauf sind, fällt es vielen Fachleuten schwer, die Contenance zu wahren. Eine zusammenfassende Darstellung zum Thema erscheint deshalb dringend erforderlich. Von einer ausreichend hohen Impfquote wird es maßgeblich abhängen, ob und wann wir wieder zu einem einigermaßen normalen Alltag zurückkehren können. Voraussetzung für eine fundierte Entscheidung pro oder contra Impfung sollte aber sachliche Information sein - nicht wirre Thesen von Querdenkern.
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Seitenzahl: 29
Veröffentlichungsjahr: 2020
CORONA-IMPFUNG
Chance oder unkalkulierbares Risiko?
Dipl.-Biol. Univ. Dietmar Schäffer
Dieses Buch behandelt ein Gesundheitsthema. Es dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose und/oder Therapie durch einen Arzt.
Aktuelle Informationen und Ergänzungen zum Buch finden Sie auf:
www.covid19-pandemie.org
Bildquellen
Impfung Spritze: Pixabay – 5768628 Gerd Altmann
Virus SARS-CoV-2: Flickr – National Institute of Allergy and Infectious Diseases
Virus 3D-Schnitt: Wikimedia Commons – Manu5
Impressum
1. Auflage – Dezember 2020
Verlag und Druck:
tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
Herausgeber: Dipl.-Biol. Univ. Dietmar Schäffer
Grafik und Layout: Peter Hülsberg | 3pix.de
ISBN 978-3-347-21037-0 (Paperback)
ISBN 978-3-347-21038-7 (e-Book)
© 2020 Dipl.-Biol. Univ. Dietmar Schäffer
Inhaltsverzeichnis
1 Impfungen – ein historischer Rückblick
2 SARS-CoV-2 – Entdeckung und Morphologie
3 SARS-CoV-2 – Vermehrungszyklus
4 Impfstofftypen
5 Phasen der Impfstoffentwicklung
6 mRNA-Impfstoffe – FAQ
7 Biontech Impfstoff BNT162b2
8 Chance oder unkalkulierbares Risiko?
Endnoten
1 Impfungen – ein historischer Rückblick
Werfen wir zunächst einen Blick in die Vergangenheit und versuchen zu klären, seit wann Impfungen und Immunisierung genutzt werden, um Menschen vor Erkrankungen zu schützen.
Die Praxis der Immunisierung reicht mehrere hundert Jahre zurück. In China nutze man bereits im 17. Jahrhundert die sogenannte Variolation. Mit einer Lanzette wurde Material aus einer Pockenpustel von Erkrankten entnommen, die eine Pockeninfektion überstanden hatten. Zur Impfung wurde das Material über kleine Wunden unter die Haut der Impflinge eingebracht. Auf diese Art wurde ein abgeschwächter (attenuierter) Erreger als Lebendimpfstoff appliziert. Manche Quellen gehen sogar davon aus, dass ähnliche Techniken in China schon vor rund 3.000 Jahren verwendet wurden1.
Der britische Landarzt Edward Jenner gilt als Erfinder von Impfungen im Westen2. Seine Entdeckung beruhte auf Beobachtungen und genauer Kenntnis der Verhältnisse in ländlichen Regionen. Er hatte seit 1770 wiederholt Milchmägde gesehen, die sich mit Kuhpocken infiziert hatten. Vor allem an ihren Händen und Armen bildeten sich die typischen Pusteln. Eine Infektion mit Kuhpocken führte aber nicht zu einer schweren Erkrankung. Außerdem hatte Jenner beobachtet, dass mit Kuhpocken infizierte Mägde nicht an den echten Pocken erkrankten. Für ihn lag der Rückschluss nahe, dass eine Infektion mit Kuhpocken vor einer Infektion mit den echten Pocken schützt. Im Jahr 1796 führte er ein erstes Experiment durch und impfte einen 8-jährigen Jungen mit Kuhpocken. Abweichend von der in China praktizierten Methode wurde die Impfung also nicht mit einem abgeschwächten Erreger der echten Pocken aus einer Pustel eines Menschen durchgeführt. Etwa 6 Wochen nach der Impfung versuchte Jenner, den Jungen mit Pocken infizieren. Der Proband zeigte keine Symptome und war offensichtlich immun gegen Pocken. In weiteren Versuchen konnte Edward Jenner die Wirksamkeit seiner Methode nachweisen. Nur zwei Jahre später wurde auf Grundlage seiner Erkenntnisse der erste Pockenimpfstoff entwickelt.
In den folgenden Jahrzehnten machte die Medizin gewaltige Fortschritte. Forscher wie Louis Pasteur und Robert Koch entdecken eine Vielzahl bakterieller Krankheitserreger. Aufbauend auf den Erfahrungen mit der Pockenimpfung begann nach der Entdeckung bakterieller Erreger die Suche nach Impfstoffen gegen Cholera, Typhus und Milzbrand. Sie wurden ab Anfang des 20. Jahrhunderts eingesetzt.
Im Jahr 1923 fand Alexander Glenny eine Methode zur Inaktivierung von Tetanustoxin mit Formaldehyd und konnte einen neuen Impfstoff gegen Wundstarrkrampf entwickeln. Nur drei Jahre später führte die gleiche Methode auch zu einem Erfolg bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Diphtherie. Beide Impfstoffe gehörten somit zu einer ganz neuen Klasse von Totimpfstoffen, da sie ein abgeschwächtes Toxin des jeweiligen Erregers enthielten.
