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Die kleine Buchreihe zur Entstehung der Ringkirche Wiesbaden wird mit diesem zweiten Quellenband (Q2) zum Ausdruck der Vielfalt von Aufgaben und Gewerken, kurz vor der Baufertigstellung im Oktober 1894 . Wir sehen dem zweiten "Bauführer", Friedrich Grün über die Schulter, lesen die Anweisungen des Architekten, Johannes Otzen aus Berlin und erleben das Scheitern eines großen Beleuchtungsexperimentes, das 12 Tage vor dem Einweihungstermin zu hektischen Umbauten führt. Ein bunter Widerschein von Händlern, Handwerkern, Spezialisten und Bauprofis, als der Historismus noch in Blüte stand.
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Seitenzahl: 141
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Der Herausgeber, Ralf-Andreas Gmelin, (*1958) hat in Tübingen, Frankfurt am Main, Marburg und Mainz evangelische Theologie, Sozialwissenschaften und Germanistik studiert.
Er wirkt seit 2001 an der Wiesbadener Ringkirche als Pfarrer.
Baustelle Ringkirche
Band I, der Textband, Ein monumentales Bau-Unternehmen, von Ralf-Andreas Gmelin erscheint in gleicher Ausstattung im BoD-Verlag.
Band 2: Correspondenzen zum Bau der Ringkirche, Quellenband I
Band 3: Correspondenzen zum Ausbau der Ringkirche, Quellenband 2
Ein Personenverzeichnis
mit kurzen Charakterisierungen der für den Bau wichtigsten Personen befindet sich am Ende des ersten Bandes.
F. Correspondenzen von Friedrich Grün 1894
XIV Von Eilguttransporten und Abschlagszahlungen Juni, Juli
XV. Posaunenengel und Orgelfarben, August
XVI. Fatalitäten der unglücklichen Ringkirche September
XVII. ... doch es ward nicht Licht Oktober
XVIII. Nur nicht abreisen, bevor alles erledigt ist! November
G. Chronologie dieses Bandes
H. Literatur zum Apparat
I. Abbildungsnachweis
K. Index
Neben den im ersten Quellenband dokumentierten Schreiben, die durch den Architekten der Ringkirche, Johannes Otzen und durch den Bauherrn, den Ersten Pfarrer der Evangelischen Gesamtgemeinde Wiesbaden, Karl Bickel, gesammelt wurden, findet sich im Archiv der Ev. Ringkirchengemeinde ein Ordner, der Schreiben enthält, die durch den zweiten Bauführer auf der Baustelle, Friedrich Grün, gesammelt worden sind. Leider handelt es sich ausschließlich um den Zeitraum kurz vor Ende der Baustelle, Juni bis November 1894. Die Themen der hier wiedergegebenen Dokumente finden z.T. auch Berücksichtigung im ersten Quellenband, aber es findet sich auch eine Menge Sondergut. Insbesondere bekommen wir einen Einblick in die Arbeit des zweiten Bauführers, der auch einmal ein Kompliment von Otzen bekommt! Es geht tatsächlich sehr viel persönlicher und detaillierter zu in dieser Sammlung von Briefen. So erfahren wir, dass Otto Berg mehr ist als ein Ausmaler von Otzenkirchen, sondern auch Vertrauter und Berater. Otzen wird Friedrich Grün gegenüber sehr viel offener schreiben, auch wenn ihn manches auf der Baustelle graust. Obwohl wir hier weniger von den konzeptionellen Fragen des protestantischen Kirchenbaus erfahren, treten uns doch Personen aus dem Dunkel der Geschichte hervor, wie der „arme Teufel“ Wilhelm Haverkamp, von dem Otzen meint, dass er Hunger leidet. Auch die kleinen, distanzierten Briefchen von Ernst Rittweger, dem Bildhauer der Ritter vor dem Ostportal, von dem der Zweite Weltkrieg kaum noch eine Erinnerung zurückgelassen hat, geben ihm wenigstens ein blasses Gesicht. Da sie einen guten Blick erlauben in die hohe Komplexität einer solchen letzten Bauphase, sollen auch diese Archivalien hiermit zugänglich gemacht werden, obschon sie sicherlich weniger originell sind wie die Planungsfragen, die sich im ersten Quellenband finden.
Wiesbaden, 2021, Ralf-Andreas Gmelin
an Bauführer Friedrich Grün
Dresden, 4. Juni 1894
Anbei sende ich Ihnen das gewünschte Verzeichniß der Modelle zu dem Orgelprospect. Die Modelle der mit Blei angezeichneten Teile sind vor längerer Zeit an Walcker und Co., Ludwigsburg abgesand. Die übrigen erst heute, da dieselben durch das lange Liegen erst wieder nachgearbeitet werden mußten.
Die Zahlung des Restes meiner Hauptrechnung sowie der letzten Rechnung über Schlußsteinmodelle sehe ich noch immer entgegen und wäre es mir lieb, wenn ich diese Beträge in diesen Tagen, womöglich bis Freitag erhalten könnte, ich habe bestimmt darauf gerechnet.
Würde es nützen, wenn ich mich an den Cassirer wende?
Hochachtungsvoll ergebenst,
H, Hasenohr
N.S. Kann ich Rechnung für Holzmodelle an Ihre Adresse senden?
Fritsche,1 Architekt
an HerrnRegierungsbauführer Grün
Postkarte aus Berlin, 15. Juni 1894
Geehrter Herr!
Ich erinnere Sie an die Rücksendung des gestempelten Vertrages mit Berg. Außerdem muss ich bitten, Herrn Haverkamp2 für seine Figuren3 das genaue Maaß zwischen Baldachin und Capitälplatte zu senden, damit er das Hilfsmodell im richtigen Verhältnis ausführen kann. (1/2 d. nat. Größe p. Adresse Bildhauer Haverkamp <Berlin>S.W. Hagelberger Str. 12.
Besten Gruß, Fritsche, Architect4
W. Winter, Architekt und Steinlieferant
an die Bauleitung der III. ref. Kirche
zu Händen des Herrn Regierungsbaumeister Grün
Wiesbaden, 2. Juli 1894
Andurch erlaube ich mir ergebenst um eine Abschlagszahlung auf gelieferte Basalt- Lava-Steine zur Terrassen-Anlage im Betrage von 1.500 Μ. zu bitten.
Hochachtungsvollst, W. Winter
P.S. vom 10.-20. d.M. bin ich zu einer Übung nach Mainz einberufen
W. Winter, Architekt
an Regierungsbaumeister Grün
Wiesbaden, 3. Juli 1894
In höflicher Beantwortung Ihrer werthen Karte theile ich Ihnen mit, daß ich vorgestern geschrieben und heute morgen telegrafirt habe um Angabe, bis wann wieder Steine kämen. Sofort nach Empfang Ihrer Karte habe ich dieselbe nebst einer nochmaligen dringenden Aufforderung um rascheste Lieferung und Mittheilung der zu erwartenden Steine an meinen Lieferanten, Herrn Jos. Ohlig in Andernach gesandt.
Sobald Antwort eintrifft, werde ich Ihnen dieselbe persönlich überbringen.
Die Steine kommen aus den 4 Brüchen des p. Ohlig, welche sich zwischen Gottenheim-Niedermendig5 und Mayen befinden. Ich meine, Sie sollten noch die Antwort auf Ihre von mir an Ohlig gesandte Karte abwarten.
Mit bekannter Hochachtung, Ihr W. Winter
P. S. von Andernach fährt man nach Gottenheim
A.Graff & Co.
an den Königl.Regierungsbauführer, Herrn F. Grün
Postkarte aus Londorf, 4. Juli 1894
Im Besitze Ihrer werten Karte vom 3. Juli theilen Ihnen ergebenst mit, daß wir gestern den avisirten Waggon abgesandt haben. Die 7 schrägen Eckquader werden wir als Stückgut senden. Sollte noch etwas fehlen, bitten um gefl. Mit-theilung, damit wir alles zusammen verladen können.
Hochachtend A. Graff & Co.
Maschinenfabrik W. Philippi,
an Regierungsbauführer Grün
Wiesbaden-Dambachtal, 5. Juli 1894
Hierdurch theile ich Ihnen höflichst mit, daß nunmehr die gesammte Heizungsanlage zum Betriebe fertig gestellt ist. Sie wollen gefälligst dafür sorgen, daß die Thüren und Fenster zum Heizraum in aller Kürze angebracht werden, da morgen meine Monteure den Bau verlassen und ich dann keine Verantwortung für die Bewachung der Anlage übernehmen kann.
Gleichzeitig theile ich Ihnen höflich mit, daß ich morgen beide Feuerungen anheizen lasse und Sie um gefl. Abnahme bitte.
Nach erfolgter Probeheizung wollen Sie mir gefl. den Rest meines Guthabens oder eine Abschlagszahlung in annähernder Größe des Restes zur Zahlung anweisen.
Indem ich noch die restirende Rechnung nebst einem Contoauszug beilege, zeichne ich
Hochachtungsvoll W. Philippi
Die Visitenkarte von Friedrich Grün.
Auf der Rückseite hat er sich Auslagen notiert: „Depesche Walcker 28/10 Wann kommt Spieltischmantel 50 Pfg.
Kiste für Modelle 2 Μ.
Dienstmann Brodt 20 Pfg.
J. Otzen, Architekt
an Regierungsbauführer Grün
Postkarte aus Heiligendamm, 4. Juli 1894
Ich werde wahrscheinlich am 13. 14. 15. dort sein und werde versuchen, die Düsseldorfer Maler dorthin zu bringen.
Habe Berg beauftragt, mehrere Gurtleibungsstriche anzusetzen. Genauen Termin meines Kommens kann ich erst am 9ten angeben, von welchem Tage an ich wieder zu Hause bin. Bitte alles möglichst umsichtig vorbereiten.
Gruß, Otzen
Robert Cauer, Bildhauer6
an das Baubüro der neuen ev. Kirche
Kreuznach, 4. Juli 1894
Einer Aufforderung des Herrn Pfarrers Veesenmeyer folgend, erlaube ich mir, Ihnen 2 Skizzen, darstellend Gustav Adolf und Wilhelm von Oranien, zu der auf den 7ten Juli festgesetzten Submission zu schicken und erkläre mich bereit, beide Figuren je 1m 80 cm hoch in Kreppacher Sandstein für 2000 Mark auszufuhren und an Ort und Stelle zu liefern.
Hochachtungsvollst,
Robert Cauer, Bildhauer
AG Schäffer & Walcker7
an Herrn Regierungsbauführer Grün
Postkarte aus Berlin, 7. Juli 1894
Wir sandten Ihnen heute durch die Bahn auf Veranlassung des Professor Otzen, Hier,
1 Taufbecken,8
worüber unsere Rechnung nachfolgt.
Hochachtend
Actien-Gesellschaft Schäffer & Walcker.
Glasmalerei Victor von der Forst
an Herrn Regierungsbauführer Grün
Münster i. Westf., 9. Juli 1894
Ich beehre mich, Ihnen ergebenst mitzutheilen, daß heute Eilgut express V.v.d. F. 2327, 1 Kiste mit... an Ihre Adresse abgeschickt ist und wollen Sie die Scheiben gefl. einsetzen lassen.-
Die Absendung mußte sich leider verzögern, da eine Veränderung einzelner Theile nach persönlicher Rücksprache mit Herrn Architect Fritsche9 in Berlin nothwendig wurde - ich bitte dies dem Herrn Geheimrath gefl. mitzutheilen.
Mit Hochachtung
Glasmalerei-Anstalt Victor von der Forst (Stempel)
Johannes Otzen
an Herrn Glasmaler Katz und Zentner
Kunstgewerbliche Anstalt, Wiesbaden
Postkarte aus Berlin, 10. Juli 1894
Theile ergebenst mit, daß ich Ende dieser oder Anfang der folgenden Woche die vertragsmäßigen Proben in der neuen Kirche zur Abnahme vorfinden muß.
Ich ersuche Sie, sich rechtzeitig über deren Anbringung mit Herrn Reg. Bauführer Grün ins Vernehmen zu setzen. Umgebung etwas verdunkeln (?)
Hochachtungsvoll, Otzen
Glasmalerei Victor von der Forst
an Herrn Regierungsbauführer Grün
Münster i. Westf., 11. Juli 1894
Mein Ergebenes vom 9. und Kiste in Ihrem Besitz schätzend, empfange ich ... Mittheilung von Herrn Geh. Rath Otzen, daß die Probefelder vom 16. ct. ab zur Besichtigung eingesetzt sein sollen! -
Ich darf Sie wohl bitten, die Scheiben durch einen geeigneten Mann anbringen zu lassen und bin gerne erböthig, eventuelle Auslagen hierfür sofort zu vergüten.
Da die Einsetzung nur eine provisorische ist, so genügt ja eine einfache Befestigung.
Mit aller Hochachtung,
Glasmalerei-Anstalt Victor von der Forst (Stempel)
Emil Veesenmeyer
an Herrn Reg. Bauführer Grün, dahier
Wiesbaden., 11. Juli 1894
Angeschloßen übermittle ich Ihnen zu weiterer Veranlaßung (Stempelung, Übersendung an die Interessenten die Verträge mit:
1. Katz & Zentner, hier.
2. Victor von der Forst, Münster i. W.
3. Auerbach Co., Berlin
Wobei ich noch besonders darauf aufmerksam mache, daß nach unseren Verwaltungsvorschriften jeweils der Unternehmer die Stempelkosten zu tragen hat.
Der Vorsitzende der Baucommission
E. Veesenmeyer
CH.. Böhles, Maurermeister
an Herrn Regierungsbauführer Grün
Wiesbaden, 12. Juli 1894
Anbei offerire Ihnen das Betonieren des Fußbodens vom Glockenstuhl à m 2,50 Mk.
Hochachtend,
H. Böhles
Johannes Otzen, Architekt
an Regierungsbauführer Grün
Postkarte aus Wannsee, 13. Juli 1894
Geehrter Herr College, ich treffe Sonntag Vormittag zur Proben Correctur10 auf dem Bau ein und fahre Nachmittags weiter. Komme aber Mittwoch auf 1-2 Tage zurück - bitte alles vorbereiten,
Otzen
Ich habe von der Forst und Auerbach veranlaßt, ebenso Katz die Fensterproben einzusetzen. Bitte dafür zu sorgen.
Originalvorlage aus der Hand Otzens, Tusche auf Transparentpapier, hier zur Gestaltung des Oberlichts vom Februar 1894.
Julius und Adolph Hartmann
an Herrn Regierungsbauführer Grün
Wiesbaden, 13. Juli 1894
Es wäre uns angenehm, wenn Sie nach Beendigung der Zusammenstellung über die Nacharbeiten der Vergoldungen an der Ringkirche uns eine Abschrift Ihrer Aufstellung ausfertigen lassen wollten oder uns Abschrift nehmen zu lassen zur gleichlautenden Buchung.
Unsere Aufstellungen ergaben
I.
Oelvergoldungen nach Vertrag und Abzug der Änderungen.
Mk. 1368, 06
II.
Die Nacharbeiten, Änderungen, Ausbesserungen Betragen
Mk. 1096, 80
III.
Verpackungen mit Watten etc. der einzelnen Theile
Mk. 72,31
Gesammtbetrag:
Mk. 2537, 17
Wir erhielten an Zahlungen:
Am 13. December 1893 gegen Quittung I
Mk. 900,00
Am 23. April 1894 gegen Quittung II
Mk. 600,00
zusammen
Mk. 1.500,00
bleibt uns gut
Mk. 1037,17
Haben Sie die Güte, uns circa Mk. 600 anweisen zu wollen.
Hochachtungsvoll
Julius & Adolph Hartmann
Glasmalerei Victor von der Forst
an Herrn Regierungsbauführer Grün
Münster i. Westf., 13. Juli 1894
Antwortlich Ihrer geehrten Zuschrift vom 17. Will ich die Stempelkosten übernehmen und bitte um gefl. Einsendung des Vertrages.
Ich danke Ihnen für Einsetzung der Probefelder und theile Ihnen noch mit, daß 1 Kiste ... von Mulheim Rhn. an Ihre Adresse beordert ist, welche zum späteren Einsetzen Verwendung finden soll.
Mit Hochachtung
Glasmalerei-Anstalt Victor von der Forst (Stempel)
Münchener Glasmalerei Auerbach
an Herrn Baumeister Grün
Postkarte aus Berlin., 16. Juli 1894
Mit dem Behalt Ihres vor. Schreibens erklären wir uns völlig eiverstanden. Heute früh empfingen das Telegramm von Herrn Prof. Otzen. Die Felder werden bereits Sonnabends der Bahn übergeben, wir reclamierten heute früh dieselben und sandten dieselben per Eilgut mit versicherter Lieferfrist bis Mittwoch 18. an Sie ab.
Wollen Sie uns auch noch Empfang umgehend mitteilen, ob dieselben gut gepaßt haben, da sie bereits nach den neuen Schablonen angefertigt wurden.
Hochachtungsvoll
Münchener Glasmalerei M. Auerbach
Bildhauer Ernst Rittweger11
an Herrn Regierungs-Bauführer Grün
Frankfurt am Main, ohne Datum, vermutlich Juli 1894
Sehr geehrter Herr!
Ich erlaube mir, nur an Sie die Bitte zu richten, mir die Maße der Postamente, oder was noch zweckdienlicher wäre, eine Zeichnung (Pause) der Postamente mit Maßangabe zukommen zu laßen, da ich die Größe meiner ... darnach zu richten habe. Die Figuren sind angefangen und es wäre der Sache sehr förderlich, wenn ich möglichst bald in den Besitz der Maße kommen könnte; es ist immer unangenehm und mißlich, wenn bei fortgeschrittener Arbeit eines derartigen Punktes wegen, Änderungen vorzunehmen wären.
Hochachtungsvoll
Ernst Rittweger
Maschinenfabrik W. Philippi, Herrn Regierungsbauführer Grün Wiesbaden-Dambachtal, 16. Juli 1894, Einschreiben!
Höflichst Bezug nehmend auf mein Ergebenes vom 5. ds. nebst Faktura, möchte ich Sie höflichst bitten, doch gefl. veranlassen zu wollen, daß mir in den nächsten Tagen eine größere Abschlagszahlung angewiesen wird.
Indem ich hoffe, daß Sie meinem Wunsche entsprechen werden, zeichne ich
Hochachtungsvoll!
W. Philippi
Albert Laurk12
an Herrn Reg. Bauführer Grün
Berlin, 5. Juli 1894
In der Anlage beehre ich mich Ihnen eine Rechnung zu überreichen, zu welcher ich das Nachstehende bemerke:
Die Verträge betreffend Malerei und Glasmalerei habe ich in Verbindung mit dem Sergeanten Düring abgeschrieben; es entfallen dabei
auf den Vertrag
Auerbach
36
9 Bg.
13
auf den Vertrag
v.d. Forst
40
10 Bg.
auf den Vertrag
Katz & Zentner
40
10 Bg.
auf den Vertrag
Berg
32
8 Bg.
37 Bg.
Davon hat H. Düring laut Rechnung 21 Bg. geschrieben:
Es ließ sich leider nicht so machen, daß einer bestimmte Verträge schrieb, sondern es mußte der Schnelligkeit wegen gemeinschaftlich gearbeitet werden.
Der Einfachheit wegen habe ich die Rechnung gleich quittiert und erbitte Übersendung des Betrages per Post.
Hochachtungsvoll,
Albert Laurk
Zimmer- und Baugeschäft Wilh. Gail Wwe.
an Regierungs Baumeister Grün
Wiesbaden, 17. Juli 1894
Anbei erhalten Sie den gewünschten Musterbaken14 der Kirchenbänke und möchte Sie hierdurch höflich bitten, daß baldgefälligst Ihre Entschließung, bezüglich des Beizens der Bänke zu treffen. Es ist bereits alles so weit fertig gestellt und müßte ich um den Ablieferungstermin einhalten zu können, umgehend dießbezüglich Bescheid haben.
Hochachtungsvoll!
W. Gail Wwe.
Albert Laurk
an Herrn Reg. Bauführer Grün
Berlin, 23. Juli 1894
Sie empfangen anbei:
Ein Schreiben an die Bau Commission und den Vertrag mit Herrn Berg und wollen Sie bitte nachdem Herr Berg15 den neu angehefteten Verdingungs Auftrag unterzeichnet hat, beide Schriftstücke an die Bau Commission gelangen lassen.
Hochachtungsvoll, i.A. Alb. Laurk
Glasmalerei Victor von der Forst
an Herrn Regierungsbauführer Grün
Münster i. Westf., 13. Juli 1894
Im Besitz Ihrer geehrten Zuschrift vom 20. c. sowie avisierte Kiste, nehme ich die Arbeiten sofort in Angriff mit vorgeschriebener Abänderung und werde ich die Fertigstellung so beschleunigen, daß Ihrem Wunsch gemäß am 15. Aug. c. mit Einsetzen begonnen werden kann, mein Gehilfe beginnt am 1. Aug in Ludwigshafen und kann von da aus gleich Ihre Kirche mit erledigen.
Colorierte (?) Anschlüsse habe ich absichtlich an den Probefeldern fehlen lassen wegen der großen Zerbrechlichkeit; genaue Schablonen besitze ich. -
Mit Hochachtung,
Victor von der Forst
Philipp Holzmann
an Herrn Regierungsbauführer Grün
Frankfurt am Main, 18. Juli 1894
Beifolgend übersenden wir Ihnen gewünschte Altarzeichnung,
Hochachtend
Steinmetzabteilung (Unterschrift)
Glasmalerei Victor von der Forst
Postkarte an Herrn Bauführer Grün
Münster i. Westf., 20. Juli 1894
Für gefl. Übersendung des Vertrags bestens dankend, frage ich ergebenst an,
ob eingesandte ...felder genehmigt sind, in welchem Falle ich um deren Rücksendung... bitte, damit die Arbeiten in Angriff genommen werden können.
Gefälliger Antwort gewärtig zeichnet mit Hochachtung
Glasmalerei-Anstalt
Victor von der Forst (Stempel)
Die drei Glasmaler-Unternehmen, Auerbach, von der Forst und Katz und Zentner bekamen solche Entwürfe und sollten sie in Folge umsetzen. Die Proben wurden am 15. Juli provisorisch eingebaut und von Otzen abgenommen - oder korrigiert.
C. Theodor Wagner, Elektrotechnische Fabrik (Uhren)
an Herrn Regierungs-Baumeister Grün
Wiesbaden, 21. Juli 1894
Mit höflicher Bezugnahme auf die mündliche Rücksprache betr. das Zifferblatt für die Thurmuhr auf der Ringkirche theile ich Ihnen nachfolgend die gewünschten Preise ergebenst mit:
Für das von anderer Seite und Schieferplatten zu liefernde Zifferblatt, die Ziffern, den Minutenkranz und die Zeiger aus Kupfer echt vergoldet, sowie das Stunden- & Minutenwerk zu liefern und an dem Zifferblatt anzubringen einschließlich Bohren der Löcher & Beihülfe bei dem Einsetzen des Zifferblatts jedoch ausschließlich der Rüstungen:
M 320,-
Ein Zifferblatt von ca. 2,15 m Durchmesser aus Kupferblech mit vergoldeten Ziffern, Minutenkranz & vergoldeten Zeigern nebst Stunden- & Minutenkranz zu liefern & anzubringen ausschließlich der Rüstungen
Μ. 335,-
Die Ziffern und der Minutenkranz für das Zifferblatt aus Schieferplatten könnten auch anstatt aus Kupferblech ohne Änderung des Preises aus stärkerem Messingguß hergestellt werden. Diese Ausführung möchte noch mehr zu empfehlen sein, weil sich die Ziffern & die Minutenstriche besser von der Schieferplatte abheben & ebenso dauerhaft sind als solche aus Kupferblech.
Hochachtungsvoll + ergebenst
p. Carl Wagner
Umseitige Bemerkung von Friedrich Grün:
Zur Ausfolgung gewählt ist wegen seiner absoluten Dauerhaftigkeit ein Zifferblatt aus Schiefertafeln
Zu den vorseitig auf
Μ. 320,-
veranschlagten Kosten für Ziffern, Zeiger, Stunden- und Minutenwerk wird kommen ca. 3,5 qm des Zifferblatts aus 3 cm starken Schieferplatten Anzuliefern à 12 M
Μ. 12,-
Für Anbringen eines Gerüstes und Befestigen der Schieferplatten mit bronzenen Bolzen
Μ. 80,-
Wiesbaden, 23. Juli 1894,
F. Grün, Reg. Bfhr.
E. F. Walcker & Cie., Orgelbau,
an Herrn F. Grün
Ludwigsburg, 23. Juli 1894
Antwortlich Ihres Geehrten vom 20. ct. übersenden wir Ihnen die gewünschten Zeichnungen & teilen Ihnen mit, daß die Modelle heute per Eilgut an Sie abgegangen sind.
Hochachtend
O. Hailer
Münchener Glasmalerei Auerbach
an Herrn Baumeister Grün
Berlin., 24. Juli 1894
Den Vertrag haben wir erhalten, jedoch unsere
