Crimetime - Der Zeuge im Golfclub - Carola Käpernick - E-Book

Crimetime - Der Zeuge im Golfclub E-Book

Carola Käpernick

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1,99 €

  • Herausgeber: epubli
  • Kategorie: Krimi
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2021
Beschreibung

Speck-Eff und sein Team geraten in die Kreise der Pferdefreunde. Eine Stute soll von einem Unbekannten mit Sperma befruchtet worden sein, das von einem Hengst mit einem schwerwiegenden Gendefekt stammt. Gloria Lindegaard und Igor Drabinski, die Züchter und Halter der Elterntiere, erstatten Anzeige. Die Emmenburgstedter Polizei bleibt ihrer Linie treu, tappt zuerst ziemlich im Dunklen, um dann Unglaubliches zu enthüllen...

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Seitenzahl: 63

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Der Zeuge im Golfclub

Carola Käpernick

Crime 2021

Eine Aktion des Autorenkalenders der Textgemeinschaft

Februar 2021

Impressum

Texte: Carola Käpernick

Umschlaggestaltung: Carola Käpernick

Korrektur: C. C. Brüchert

Bildquelle Pixabay Gerd Altmann

Verlag: Selbstverlag über Epubli

Druck: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Berlin

Das Werk darf – auch teilweise – nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Autorin wiedergegeben werden.

Sämtliche Orte, Personen und Ereignisse dieses Werks sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.

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Pferdeverstand ist das, was Pferde davon abhält, auf künftiges Verhalten der Menschen zu wetten.

Oscar Wilde

„Unrechtmäßige Spermagabe?“

Kriminaloberkommissar Bernhard Speck-Faltberg schaute sich suchend um. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass der Besuch der beiden Herrschaften, die aufgebracht vor ihm saßen, etwas mit der Fernsehsendung „Verstehen Sie Spaß?“, zu tun hatte. Leider war dies nicht der Fall. Denn Speck-Eff hätte zu gern seinen Gesichtsausdruck gesehen, den er in dem Moment zur Schau trug. Es muss eine Mischung aus: „Wollt ihr mich verarschen?“ und „Das glaub ich nicht!“, gewesen sein.

Igor Drabinski wiederholte noch einmal, dass sowohl er, wie auch seine Begleitung, Frau Gloria Lindegaard, Anzeige gegen Unbekannt erstatten wollten. Jenem Unbekannten legten sie zur Last, dass er die Stute Inata mit genetisch verunreinigtem Sperma begattet habe. Vor nunmehr 14 Monaten hätten die beiden Pferdebesitzer sich zum Deckakt ihrer Tiere im Emmenburgstedter Pferdehotel getroffen. Der Deckakt habe stattgefunden und Inata keinen weiteren Sexualkontakt gehabt. Sowohl Inata, wie auch Minko seien genetisch im allerbesten Zustand und frei von Gendefekten. Einen solchen hatte aber das Fohlen, das die 13. Lebenswoche bedauerlicherweise nicht mehr erlebt hat.

Es dauerte eine ganze Weile, bis Speck-Eff den vollen Sachverhalt erfasst hatte. Verstanden hatte er nach wie vor nur Bahnhof, aber die Aussagen der beiden Anzeigenden wurden aufgenommen und in der Schreibstube des Reviers transkribiert. Bernhard konnte nur hoffen, dass mehrmaliges Lesen des Textes zumindest zu einem ansatzweisen Verstehen führen würde. Wenn nicht, blieb ihm nur darauf zu hoffen, dass Kerkhoff sich für dies Thema begeistern konnte.

Er rief Hermann Kerkhoff dazu und bat ihn, die Anzeige vollständig zu erfassen. Ihm traute Bernhard am ehesten zu, noch ein paar sinnvolle Fragen zum Sachverhalt zu stellen. Von Drabinski und Lindegaard wollte er selbst nur noch wissen, wie lange sie in der Gegend verweilen und wie sie erreichbar wären. Dann ging Bernhard Speck-Faltberg in die Mittagspause. Eile war in diesem Fall schließlich nicht mehr geboten. Spuren, die seit 14 Monaten nicht gesucht wurden, wären auch heute nicht zu finden. Daher konnte er wie verabredet, mit seinem Kollegen Richard Nitz, zum Qualitätstest in die neue Pizzeria im Gewerbekomplex Wiesenstraße einkehren. Sie hatten gern Abwechslung auf ihrem Speiseplan, lebten aber die meiste Zeit von Fastfood oder Lieferdiensten. Da kam ihnen das neu eröffnete „Casanova“ gerade recht.

Nach dem Mittag trafen sich Kerkhoff, Nitz und Bernhard im kleinen Büro. Sie hatten ihrem Kollegen ein Tiramisu mitgebracht und saßen bei einem Espresso und ihren Desserts zusammen. Kerkhoff hatte die Lage schnell überblickt und fasste für alle zusammen, wie sich der neue Fall gestaltete, wenn es denn ein Fall wurde: „Schwierig!“, sagte er und löffelte seine italienische Süßspeise.

Bernhard las vor, was stichpunktartig vorlag und ergänzte aus seiner Erinnerung.

Seit geraumer Zeit schrieben sich die Anwälte des russischen Zuchtmeisters Igor Drabinski und der Stutenbesitzerin Gloria Lindegaard wohnhaft am Niederrhein, gebürtig aus den Niederlanden. Sie hatten sich vor einiger Zeit im Pferdehotel getroffen und Minko, der schwarze Hengst von edlem Blute, stieg auf Inata, ebenfalls von tiefstem Schwarz. Beides Araber, das heißt Reitpferde von Hochadel mit überragender Aura. Optisch ein Hingucker. Das konkave Kopfprofil mit der gewölbten Stirn zeugt von Stolz. Inata ist im Dressursport eine nationale Größe und Minko hat sogar schon internationale Rennen bestritten. Er zählt zum breiten Mittelfeld mit Potential, hatte allerdings in den letzten drei Jahren mehrmals mit Verletzungen zu tun.

Der Charakter von Arabern ist durch Härte, Intelligenz und Genügsamkeit bestimmt. Die gerade Kruppe mit dem hoch angesetzten Schweif gibt den Tieren eine adelige Anmut, aber auch Arroganz. Sie sollen besonders vererbungsstark sein. Sowohl Inata, wie auch Minko sollen aus einer geraden und zu hundert Prozent nachvollziehbaren genetischen Linie abstammen. Das Familienstammbuch ist also ein geschlossenes Zuchtbuch. Es wurde sehr viel Aufwand betrieben, um beide Pferde zu verpaaren und dann das: Das Kind ist krank zur Welt gekommen. Ein Gendefekt, den keines der angeblichen Elterntiere hat und der auch in der ganzen Zuchtlinie nicht vorgekommen ist bisher. Glycogen Branching Enzym-Defizienz – eine Erkrankung, die dazu geführt hat, dass das Fohlen nur wenige Wochen alt wurde. Nun beteuern sowohl Igor Drabinski, wie auch Gloria Lindegaard, nichts mit anderen gehabt zu haben. Also was die Tiere angeht. Das bedeutet, dass entweder eines der Eltern nicht so genetisch rein ist, wie gesagt oder aber, dass unbekannte Dritte sich Zugang zur Gebärmutter von Inata verschafft und sie begattet hatten. Das hatte was von Boris Beckers Samenraub und war vermutlich ebenso teuer, gemessen an dem Wert der Pferde.

Sowohl Igor wie auch Gloria gingen davon aus, dass Inata hier in Emmenburgstedt begattet wurde. Es war zwischen den beiden Pferden zwar zur Annäherung gekommen, aber ob die von Erfolg war, konnte mit bloßem Auge natürlich nicht erfasst werden. Fest stand, dass das Fohlen ein Kuckucksei war und es blieb zu klären, wie es dazu kommen konnte. Da Gloria Lindegaard weitere Stuten besaß, wollte sie ihren Ruf in der Branche schützen und entschied mit Igor zusammen, Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten und die Sache erst einmal so geheim wie möglich zu halten. Wenn sie rechtlich gleich gegen Drabinski vorgehen würde, hätte sie keine Chance, je wieder einen Samenspender für eines ihrer Pferde zu bekommen. Jedenfalls nicht, wenn das die Runde machte. Die Anwälte hatten vorgeschlagen, die Anzeige am Tatort, also in Emmenburgstedt, zu erstatten, daher waren wir die Auserwählten, die der gewollten ungewollten Schwangerschaft eines Zuchtpferdes auf den Grund gehen mussten.

Sowohl Nitz, als auch Kerkhoff verdrehten die Augen, als Speck-Eff mit seiner theatralischen Zusammenfassung fertig war. Aber nach der erst kürzlich abgeschlossenen ziemlich blutigbrutalen Mordermittlung beim Toten im Finanzamt, waren sie froh, mit so einer recht harmlosen Problematik befasst zu sein.

***

„Also: Wie gehen wir vor?“ Erwartungsvoll schaute Speck-Eff von Richard zu Hermann. Wo sollten sie denn ansetzen, wenn man davon ausgehen muss, dass die Besamung, auf welche Art auch immer, mindestens 14 Monate her sein soll. Die Trächtigkeit eines Pferdes dauerte schon 11 Monate und ein paar Wochen, hatte das Fohlen auch gelebt. Gloria Lindegaard hatte sehr anschaulich beschrieben, wie das Jungtier seit der Geburt gelitten hatte und dass es eine Erlösung für das Fohlen gewesen war, als es eingeschläfert wurde. Inatas Ruf sei ruiniert, wenn dies bekannt werde, Minkos ebenso und der ihrer Halter gleich mit. Sie wollen Aufklärung! Bernhard konnte dieses Pochen auf der Schreibtischplatte, als Drabinski seinen Finger im Takt seiner Worte, darauf nieder drosch, immer noch hören.