Dackelpost -  - E-Book
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Dackelpost E-Book

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Beschreibung

Rauhaardackel Pepe ist umgezogen: Von München nach Regensburg. Von der Isar an die Donau. Neugierig erkundet er sein Revier und zeigt dabei, wie viel Bodenarbeit nötig ist, um sich an einem neuen Ort heimisch zu fühlen. In den zweiten 25 Briefen erzählt der kleine Dackel von besonderen Plätzen wie der berühmten Steinernen Brücke, der historischen Wurstkuchl oder dem neu eröffneten Haus für Bayrische Geschichte in Regensburg, sowie unterhaltsame Anekdoten aus seinem Alltag. Band 2 der Dackelpost zeigt: Dieser Hund ist wahrlich ein Dackel von Welt! Eine herzerfrischende Lektüre für Groß und Klein. Ideal zum Vorlesen.

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25 Briefe

Bodenarbeit

Pipipipeline

Goldiger Kerl

Läufig

Römerreste

Rennplatz

Pfeffer und Salz

Anhänglich

Wechseljahr

Auf dem Teppich

Zitterpappel

Tür zu!

Dackel digital

Longseller

Coole Socke

Donau-Dackel

Dackel im Amt

Flusskrokodil

Freeze

Flohzirkus

Platz!

Saubazi

Schlittenhund

Hund und Katz

Postbote

Mitten im Leben

Nachwort der Herausgeberein

Bodenarbeit

Wir sind umgezogen, mein Frauchen und ich. Von München nach Regensburg. Von Oberbayern in die Oberpfalz. Von der Isar an die Donau. So ein Umzug ist schwerste Bodenarbeit, stelle ich fest. An der einen Stelle wird etwas abgebaut – unzählige Schrank- und Regalbretter zum Beispiel – und an der anderen Stelle wird es wieder aufgebaut. Brett für Brett. Schraube für Schraube. Alles wechselt seinen Platz. Auch mein Hundekörbchen, mein Fressnapf und die Box mit meinem Lieblingsspielzeug.

Zum Glück kann ich mich in der Fremde gut orientieren und es mir an neuen Plätzen schnell gemütlich machen. Das liegt daran, dass ich schon als junger Hund mit meinem Frauchen viel in der Welt unterwegs war. Zum Beispiel auf Berghütten, am Meeresstrand, auf dem Campingplatz oder in einem netten Hotel am Wegesrand. Hier und Dort. In Nord, Süd, Ost und West. Bei jeder Reise packt mein Frauchen extra ein kleines doggy-bag für mich, mit allem Wichtigen zum Wohlfühlen. Gut versorgt bin ich flexibel, neugierig und liebe das Abenteuer. Ortswechsel machen das Leben bunt. Aber es ist doch etwas anderes, bis sich ein neuer Heimatboden unter den Pfoten stabil und vertraut anfühlt. Das ist mehr Bodenarbeit als ein Urlaub. Das braucht seine Zeit.

Die Böden in meinem neuen Zuhause sind sehr angenehm. Da gibt es ein Stück grüne Wiese mit Erde zum Graben und einem eigenen Pieselbaum. Es gibt alte Holzplanken, die zwar etwas an den Pfoten pieksen, in der Sonne aber schön heiß werden, und auf denen man herrlich faulenzen kann. Innen gibt es warme Holzböden und kühle Fliesen. Und natürlich gibt es auch verschiedene Teppiche zum Kuscheln, Wälzen, Spielen, Dehnen, Strecken und Herumliegen. Meine Lieblingsteppiche sind mit umgezogen. Sie riechen nach Vergangenheit, nach Vertrautem und Vertrauen. Sobald ich einen meiner Teppiche unter mir spüre, ist alles gut!

Mein neuer Hundeplatz ist im Wohnzimmer im Regal. Ganz unten, unter dem untersten Brett, direkt neben dem großen Weltatlas. Das ist ein schöner Platz! Von dort aus habe ich alles prima im Blick. Und aus dem Atlas strömt der Geruch der großen weiten Welt. Mit diesem Duft in der Nase spüre ich umso mehr, wie wichtig ein stabiler Heimatboden ist. Nur von dort aus kann man sich nämlich frisch, fröhlich und frei ins Unbekannte hinauswagen. Und wohin sollte man denn auch sonst schwanzwedelnd von seinen Ausflügen zurückkehren, wenn nicht ins sichere Heim?

Sobald ich nach einem Spaziergang in den kleinen Weg zu unserem neuen Zuhause einbiege, schnappe ich mir die Leine und renne mit dieser im Maul in großen Sprüngen bis zur Haustür. Dann weiß mein Frauchen, dass ich mich freue, in Regensburg zu sein, und dass der schwerste Teil der Bodenarbeit geschafft ist. Und selbst wenn in den nächsten Wochen noch das ein oder andere Regalbrett hin- und hergeschoben wird, so kann ich doch frohgemut vermelden: Wir sind bereits ganz gut angekommen!

Es grüßt

bodennah und bodenständig

Pipipipeline

Abends vor dem Schlafengehen mache ich Pipi im Garten. Das ist praktisch und einfacher als früher in der Etagenwohnung in München. Hier muss sich mein Frauchen nicht noch mal extra die Schuhe anziehen und mit mir auf die Straße raus. Ich tappe einfach hinaus und piesle an die Hainbuchenhecke. Dann drehe ich den Pipischlauch über Nacht zu. Ich kann mein Pipi lange speichern. Bis zum Gassigang am nächsten Morgen. Und bei Bedarf kann ich viel davon abgeben. Das Pipi geht mir nie aus.

Wundert ihr euch etwa, wie so viel Pipi in einen kleinen Dackel passt? Ich kann das erklären: Ein Dackel bedarf einer gewissen Körperlänge, um seine Pipipipeline darin unterzubringen. Stellt euch einfach einen Gartenschlauch vor, der in Schleifen und Windungen in meinem Körper liegt. Und wenn ich dann unterwegs etwas Wichtiges markieren will, lasse ich unten etwas rausfließen. Manchmal nur ein paar Tröpfchen, manchmal einen dichten Strahl. Je nach Bedeutsamkeit der Nachricht.

Natürlich muss ich gelegentlich auftanken. Dafür nutze ich meinen Wassernapf, eine Pfütze am Wegesrand und auch gerne einen Fluss oder See. In München war die Isar meine liebste Tankstelle. Ein bisschen Wasser geschlabbert und schon ist meine Pipeline wieder voll.

Das Pipi eines Hundes ist etwas Besonderes. Es ist sehr individuell und erzählt allerhand Geschichten. Trinkwasser fließt in mich hinein, wandert durch mich durch und landet schließlich in meiner Pipeline. Dort ist es dann kein neutrales Wasser mehr, sondern getränkt mit Informationen aus meinem ganz persönlichen Dackel(er)leben.

Pipispuren setzt man am besten hoch an. Das macht mehr Eindruck auf die Artgenossen. Die Nachrichten selbst allerdings liest man von unten nach oben, und wenn man so klein ist wie ich, dann muss man sich manchmal ganz schön strecken, um die ganze Botschaft zu erschnüffeln.

Zurzeit benötige ich besonders viel Pipi. Ich muss schließlich eine neue Stadt markieren. Und auch wenn es sich um eine Kleinstadt wie Regensburg handelt, ist es doch recht viel Arbeit. Zum Glück fließt die Donau durchs Städtchen, da kann ich unterwegs prima nachfüllen.

Herausfordernd wird es für mich, wenn mein Frauchen einen ihrer vielen Ausflüge plant. So wie neulich ins Dackelmuseum nach Passau. Wir sind mit dem Zug hingefahren. Vom Bahnhof bis zum Museum war ich durchgängig mit Markieren beschäftigt. Direkt vor dem Eingang zur Dackelausstellung natürlich besonders intensiv. Jede Menge Botschaften von Dackel zu Dackel. Im Museum hab ich nicht gepieselt, ich weiß ja, was sich gehört. Außerdem ist dort sowieso alles hinter Glas. Aber anschließend war ich froh, dass mein Frauchen mit mir direkt zum Drei-Flüsse-Punkt gewandert ist. Dort konnte ich ausgiebig nachfüllen. Ich hatte die Auswahl zwischen drei Wasserläufen, die dort zusammenfließen: Donau, Inn und Ilz. Drei ganz unterschiedliche Flüsse – in Geschmack und Farbe. Die Donau leuchtet blau, der Inn grün und die Ilz fast schwarz. Und genauso schmecken sie auch.

In Passau gibt es oft Hochwasser, sagt mein Frauchen. Klar, bei so viel Wasser rundherum. Da spült es schnell mal einen Dackel weg. Vermutlich ist man auch in einer Vitrine im Dackelmuseum nicht ganz sicher. Also ich muss sagen: Ein Fluss in der Stadt reicht mir.

Mein Frauchen markiert übrigens neuerdings auch manchmal. Draußen im Garten. Dann spritzt sie mit dem Gartenschlauch herum und schreibt ganze Romane in die Erde. Aber sie ist ja sowieso die Chefin und hat deswegen immer das erste und letzte Wort.

Die Hauptsache ist, alles fließt. Panta rhei, wie Alexis, der griechische Straßenköter aus der Nachbarschaft, gerne sagt. Also, Freunde, lasst es fließen: das Pipi, die Geschichten und das Leben.

Es grüßt

im Fluss des Lebens

Goldiger Kerl

„Mei, is der goldig!“, sagt die Frau, die vor uns an der Wurstkuchl in der Schlange steht. Sie beugt sich tief hinunter und streichelt mir über den Kopf. „Dackel sind einfach das Größte!“

Ich wedle freundlich mit dem Schwanz, wundere mich aber auch ein bisschen: Schließlich bin ich weder groß noch aus Gold. Frisch gebürstet und bei Sonnenschein schimmern meine Pfoten, mein Bart und meine Augenbrauen goldbraun. Ansonsten bin ich saufarben.

„Pepe, mein Goldschatz“, sagt mein Frauchen gern und küsst mich dabei liebevoll auf die Schnauze. Also habe ich vielleicht doch eine goldene Nase? Gold leuchtet. Gold strahlt. Gold hat Gewicht. Vielleicht schaffe ich es ja eines Tages noch ins bayrische Staatswappen?! So wie der Löwe. Warum allerdings ausgerechnet der das Wappentier der Bayern geworden ist, weiß ich auch nicht. Klar, er ist der König der Tiere und hat viel Kraft. Aber in Bayern gibt es eindeutig mehr lebende Milchkühe, Bräurösser und Dackel als Löwen. Die Löwen sind alle aus Stein, aus Bronze oder Pappmaschee. So wie der berühmte Löwe, der genussvoll einen Bierkrug leert und dabei Löwenbräu brüllt. Fast 70 Jahre lang stand er auf dem Oktoberfest vor dem Bierzelt und hat seinem Bruder bei der Bavaria zugeprostet. Und jetzt – stellt euch vor – ist er umgezogen. Und zwar nach Regensburg!