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"Ich bin nicht sicher, ob ich mit Worten beschreiben kann, wie wichtig meine Oma Reinicke für mich war", beginnt eine Geschichte in diesem Buch. So wie Brigitta Wöstefeld erzählen auch die meisten anderen der hier versammelten 24 Autorinnen und Autoren von ihren tiefen Bindungen zu den Großeltern. Oft schwingt große Dankbarkeit mit, etwa bei Anne-Liese Peters, die sich als Kind mit der schwangeren Mutter und drei Geschwistern nach beschwerlicher Flucht "Geborgen bei Oma und Opa" fühlen konnte und dort trotz schwerer Zeiten eine fröhliche Kindheit verbrachte. Für Nora Kaube war "Großma" der gute Geist ihrer frühen Jahre im estnischen Dorpat zwischen 1920 und 1939. Und bei Hans Werner Krafft vertrat die Oma sogar Mutterstelle. Ganz und gar heiter geht es bei Romano C. Failuttis "Camping mit dem tollen Hecht" zu. Der muntere Alte, voll jugendlichem Elan und verrückter Ideen, beschert seinen beiden Enkeln unvergessliche Ferien. Über die deutsch-deutsche Grenze hinweg schreibt ein Mädchen aus der DDR "Zauberformeln", Briefe an ihren fernen Opa in der Bundesrepublik. Dieses Buch ist eine Hommage der Enkel an ihre Großeltern. Bei der Lektüre wird so manche Leserin und mancher Leser versonnen vom Buch aufblicken und in Dankbarkeit, Liebe, Bewunderung, Anerkennung oder Ehrfurcht der eigenen Oma oder des Opas gedenken.
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Seitenzahl: 189
Veröffentlichungsjahr: 2011
Orginalausgabe
Damals bei Oma und Opa
Band 1
Zeitzeugen erinnern sich
an ihre Großeltern
1910–1984
Herausgegeben von Jürgen Kleindienst& Ingrid Hantke
Zeitgut Verlag
Umschlagbild: „Großmutter hört zu“, Unna, 1930er Jahre, bpk, Fotograf: Friedrich Seidensticker. Die im Buch veröffentlichten Abbildungen und Dokumente stammen aus dem Privatbesitz der Verfasserinnen und Verfasser sowie aus folgenden Quellen: DIZ München; Kolonialwarenmuseum Maul, 97464 Niederwerrn; Maria’s Handarbeits-Stüberl, Maria und Josef Stock, Hainzenberg, Österreich; Sammlung Ernst Schroeder (Heimatkreis Kolberg und Stadt Kolberg), Waal.
Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.
© 2010 by Zeitgut Verlag GmbH, Berlin Zeitgut Verlag GmbH Klausenpaß 14, 12107 Berlin Telefon 030 - 70 20 93 0, Telefax 030 - 70 20 93 22 E-Mail: [email protected] Herausgeber: Jürgen Kleindienst & Ingrid Hantke Gesamtredaktion und Zusammenstellung: Ingrid Hantke Textauswahl: Barbara Jacob, Ingrid Hantke Lektorat: Ingrid Hantke, Barbara Jacob, Helga Miesch E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, PößneckISBN 978-3-86614-181-0
www.zeitgut.de
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Z
Zeitz Zirndorf
Wie traulich ist’s im stillen Zimmer,
die Uhr tickt heimlich auf dem Schrank,
um Blumen spielt der Sonne Schimmer
und Tisch und Bank sind spiegelblank.
Im weichen Lehnstuhl sitzt das alte,
schier achtzigjährige Mütterlein,
auf welker Stirne Falt’ an Falte,
doch in den Augen Sonnenschein!
Vertraulich schmiegt sich ihrem Schoße
ein blühend Kinderpärchen an,
dem sie das Bilderbuch, das große,
auf vieles Bitten aufgetan.
Nun blühen Märchen aus dem Munde
wie Rosen aus dem Dorn erblüh’n,
die Kleinen lauschen still der Kunde
und ihre vollen Wangen glüh’n.
’s ist nur ein Bild, doch füllt es immer
die Augen mir mit Tränentau,
mir ist, als kennt ich dieses Zimmer,
die Kinder und die alte Frau.
Solange ich zurückdenken kann, warst du bei mir und hast mich begleitet. Bis ich von zu Hause fortging. In deiner Jugend verließest du dein polnisches Vaterland aus Liebe zu einer Frau. Mit deinem Vater wolltest du ohnehin nichts mehr zu tun haben; er trank zuviel Alkohol und trug die Schuld daran, daß die Familie auseinanderbrach.
*) heute Uzdowoin Polen
Du warst fleißig und sparsam, hast dich hochgearbeitet zum Vorarbeiter. Schachtmeister hieß das beim Bahnbau. Und am Wochenende spieltest du mit deiner Fiedel zum Tanz auf. Oder mit dem Bandoneon. Auch den Kontrabaß hast du manchmal gestrichen, wenn ihr als kleine Kapelle auftratet. Die anderen amüsierten sich, du verdientest Geld. So spartest du einen kleinen Schatz von Goldtalern an.
Du lebtest in einer Pension für Arbeiter, die Wirtin sorgte morgens für das Essen der Logiergäste. Eine Witwe mit fünf Kindern war sie, drei Jahre älter als du, fleißig und adrett. Sie mußte noch vor euch aufstehen. Wie sie das wohl machte, jeden Morgen mit einer frischgebügelten weißen Schürze in der Küche zu stehen? Ob sie überhaupt schlief?
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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