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Eleftheria kennt die Liebe nur in leisen Formen – in Wärme, die kurz bleibt, und Blicken, die sich nicht trauen, zu lange zu verweilen. Doch in einer Nacht, in der der Mond wie Silber über der Welt hängt, begegnet sie einem Mann, der wirkt, als sei er aus einem alten Traum gefallen: Graf Rasvan. Seine Nähe ist kalt und doch tröstlich, als könnte seine Dunkelheit etwas in ihr beruhigen, das sie selbst nie benennen konnte. Von diesem Moment an fühlt sich alles anders an. Als würde die Luft ihren Atem anhalten, sobald er in der Nähe ist. Als würde ihr Herz in einem Rhythmus schlagen, der nicht ganz ihr gehört. Rasvan spricht wenig – aber jedes Wort klingt wie ein Versprechen, das er nicht geben dürfte. Und jedes Schweigen zwischen ihnen ist voller unausgesprochener Sehnsucht. Eleftherias Großvater warnt sie. Er spricht von Regeln, von Dingen, die man nicht herausfordert, und von Türen, die man geschlossen hält, wenn man klug ist. Aber Eleftheria spürt: Manchmal ist Klugheit nur ein anderes Wort für Feigheit. Und manchmal ist das, was dich am meisten erschreckt, genau das, wonach du dich am tiefsten sehnst. Rasvans Welt ist schön – auf eine gefährliche Art. Eine Welt aus Schatten und Eleganz, aus Stimmen, die höflich klingen und doch schneiden können. Menschen, die zu lange lächeln. Augen, die zu viel wissen. Und ein Gesetz, das nicht fragt, ob zwei Seelen zueinander gehören – sondern nur, ob sie es dürfen. Je näher Eleftheria Rasvan kommt, desto stärker wird das Gefühl, dass ihre Begegnung kein Zufall war. Dass etwas sie beide aufeinander zugeschoben hat, als hätte das Schicksal beschlossen, sich einzumischen. Doch Rasvan trägt ein Geheimnis, das größer ist als seine Stille – und in seinem Blick liegt eine Warnung, die sich wie Zärtlichkeit tarnt: Komm mir nicht zu nah… weil ich dich vielleicht nicht mehr gehen lasse. Als die Nacht beginnt, ihre Spuren zu hinterlassen, steht Eleftheria zwischen Vernunft und Verlangen. Zwischen Angst und dem Wunsch, endlich gesehen zu werden – wirklich gesehen. Und sie muss entscheiden, ob sie vor der Dunkelheit flieht… oder ob sie sich in ihr verlieren will, wenn dort seine Arme auf sie warten. Denn manche Liebe ist nicht hell. Manche Liebe ist ein Fluch. Und manche Liebe ist genau deshalb wahr.
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Veröffentlichungsjahr: 2026
Frederica Hartmann
Kurzroman
Dark Romance Fantasy
Ein Lächeln umspielte die Lippen des Grafen Rasvans. Er strich mit seinen langen Fingern die Haare der Frau vom Nacken weg.
Wie süß war der Geruch von Blut, der ihm in die Nase stieg.
„Es wird nicht wehtun.“ Flüsterte er.
Die braunhaarige Frau neigte ihren Kopf. Sie wusste nicht, mit wem oder was sie es zu tun hatte.
Ein lauter Schrei, als Graf Rasvan seine Zähne in ihren Hals grub.
„Opa bitte.“ Stöhnte Eleftheria.
Sie setzte sich auf die Couch hin, während er sie anmusterte.
„Wenn du raus willst musst du eine Knoblauchkette tragen. Vor allem in dieser Tageszeit! Es ist Nacht und Vollmond!“ rief er und suchte in den Kisten.
Eleftheria rollte ihre Augen.
„Es gibt keine Vampire.“ Flüsterte sie.
Sofort versteifte sich der Rücken von George. Er drehte sich um und hielt in der Hand die Kette.
Sie verzog ihre Nase, als er es ihr in die Hand drückte.
„Ich habe dir was anderes gelehrt. Meine junge Dame, ich bin verstört.“ Sagte er.
Sie stand auf und ging zur Tür.
„Danke für dein ähh.. Knoblauch.“ Sagte sie und huschte raus in die Dunkelheit.
Sie war Dankbar für die kühle Luft, die ihr entgegen stieß. Ihr blaues Kleid wehte in dem Wind.
Sie ging zu einem Park, setzte sich dort auf eine Bank und klappte ihr Buch auf.
„Eleftheria.“
Sie schaute vom Buch auf.
„Hallo?“
Sie war sich sicher, dass sie sich diese schöne Stimme, die ihren Namen gerufen hatte, nicht eingebildet hatte. Doch im leichten Lampenschein, konnte sie nicht viel sehen.
Sie spürte einen Hauch und stand auf.
„Wer ist da?“ rief sie.
Eine schlanke Gestalt stand plötzlich neben der Laterne. Sie erschrak.
„Wer sind sie?“
Ihre Stimme zitterte. Sie erkannte nur schwach sein Gesicht.
Er hatte ein langgestrecktes sehr bleiches Gesicht, eine fliehende hohe Stirn und ein langes Kinn. Seine Konturen und seine Gesichtszüge waren gezielt und sehr geschickt.
Er sah etwas gespenstisch aus, doch er war hübsch, stellte Eleftheria fest.
„Was machen Sie, junge Lady so spät noch hier?“ fragte er.
Sie schloss ihre Augen. Seine Stimme.
Seine Stimme klang wie ein Wind, der durch einen einsamen Wald wehte. Doch sie hatte etwas bestimmtes Festes an sich.
Er trat weiter an ihr ran, als sie nichts sagte. Seine schwarzen Augen funkelten durch die Nacht.
Er fuhr sich mit einer Hand durch sein schwarzes langes Haar. „Pass auf Vampire auf.“ erinnerte sie sich an Georges Worte. Sofort schüttelte sie den Gedanken ab.
Vampire gab es nicht. Sie musterte ihn an.
„Ich bin alt genug.“ Meinte sie und blickte in seine Augen.
Etwas band sie in seine. Etwas Starkes zog sie an.
„Hier sind viele böse Menschen unterwegs. Räuber, Mörder … Vampire.“
Er lächelte leicht. Eleftheria hob ihre Augenbrauen.
„Vampire gibt es nicht.“ Sagte sie.
„Nein?“
Er lief mit eleganten Schritten zu ihr hin.
„Wer sind sie? Und woher kennen sie meinen Namen?“ fragte sie.
Er zuckte leicht.
„Deinen Namen kenn ich nicht meine Schönheit, doch wenn sie es mir verraten wollen, dann wäre ich bereit meinen zu nennen.“
Sprach er. Sie schauderte leicht.
„Sie haben doch meinen Namen…“
Sie ließ den Satz offen und sprach nicht weiter.
„Ich bin Graf Rasvan.“
Er streckte ihr seine Hand entgegen. Sie zögerte.
Doch sie nahm sie an. Sie bemerkte, dass seine Hand eisigkalt war.
Graf.
„Adels Namen? Ist deine Familie..“
Sie hörte auf zu reden, als sich sein Gesicht verzog.
„Mein Name ist Eleftheria.“ Er nickte und schaute über seine Schulter.
Er wirkte unruhig.
„Was haben sie Rasvan?“ fragte sie.
Er schaute wieder zu ihr. Seine schwarzen Augen verbargen etwas, das wusste Eleftheria.
„Verzeihen sie.“ Sagte er.
Er lief geschmeidig zum Tor. Eleftheria blickte zu Boden und als sie auf sah, war er verschwunden.
Einfach so, als ob er nie hier war. Wer ist Graf Rasvan?
Sie lebte hier schon so lange und noch nie hatte sie ihn gesehen. Sie lief zum Ausgang und schaute auf die dunkle Straße.
Graf Rasvan stand in einer Straßenecke und schaute von der Ferne zu Eleftheria. Er überlegte sich, was das gerade eben war.
Sie war nicht gewöhnlich. Sie glaubte nicht an Vampire.
Doch sie trug eine Knoblauch Kmit sich. Und ihr süßes Blut zog ihn mehr an, als jede andere Frau.
Wieso konnte er es nicht? Wieso ist er gegangen?
Lauter Fragen tauchten in ihm auf. Er hatte es noch nie erlebt, dass er eine Frau laufen ließ.
Eleftheria kam in seine Richtung. Er tauchte in die Gasse ein und verfolgte sie mit seinen Augen.
Als sie eine Straße abbog folgte er ihr. Sein Körper hatte eine Gier nach Blut.
Doch er suchte sich kein Opfer aus. Langsam und leise folgte er ihr und schaute sie an.
Ihre dunklen blonden Haare wehten in dem Wind. Er sah die freie Stelle am Hals und biss sich auf die Lippe.
Der Duft stieg ihn in seine Nase. Als Eleftheria sich umdrehte verschwand er.
Er lief zu einer Bar und wartete davor. Lauter Männer in dunkler Kleidung kamen raus.
Er wusste, dass auch manche Frauen sich in diesen Orten befanden. Auch wenn es gar nicht ihren Stil entsprechend war.
Eine Brünette lachte. Sie hing in den Armen ihrer Freundin.
Beide kamen aus der Bar und schlugen den Heimweg an.
„Soll ich ihnen helfen?“ fragte Graf Rasvan.
Ihre Freundin blieb starr stehen.
„Nein.“ Sagte sie und musterte ihn an.
Die Brünette kicherte.
„Er sieht gut aus.“
Wütend schaute ihre Freundin sie an und lief mit ihr weiter.
„Ich bin mir sicher, ihr wollt nicht laufen.“
Hackte er nach. Wieder einmal blieb die Freundin stehen.
„Sag mal, kümmern sie sich um ihren eigene Sachen.“
Graf Rasvan zuckte nicht. Er blieb stehen und sah, wie die beiden in einer Straße verschwanden.
Langsam folgte er. Die Freundin kreischte auf, als er plötzlich vor ihnen stand.
„Was wollen sie von uns!“ schrie sie und wollte an ihm vorbei.
Als sie mit ihrer Hand versuchte ihn zu schlagen, griff er ihr Handgelenk und drehte es um, bis es knackte. Die Freundin heulte auf.
„Sie sind stark.“
Gluckste die Brünette und legte ihren Hand auf seine Schulter. Langsam sah er zu ihr.
„Könnten Sie mir einen Gefallen tun?“
„Jede.“
„Gehen Sie bitte in die Bar und holen Sie jemanden für Hilfe.“ Sagte er.
Sie nickte und strebte wieder zu Bar hin.
„Was soll das!“ zischte die Freundin.
Er trat zu ihr und strich ihre Haare zur Seite.
„Sie sind nicht glücklich nicht wahr?“ fragte er.
Sie sah überrascht auf.
„Jungs und Freunde Probleme.“ Nickte sie zustimmend.
Er nickte leicht und lächelte. Er schaute ihr tief in die Augen und lies sie nach seinen Fäden tanzen.
„Wissen Sie…“
„psst.. Sagen sie nichts.“
Sprach er und küsste sie auf die Lippen. Die Freundin wurde locker.
Er strich ihr den Hals hinunter und küsste auch ihren Hals. Als sie sich zur Seite lehnte, biss er.
Ein Schrei, der jedoch gleich verstummte. Der leblose Körper sackte zusammen.
In gewisse Art und Weise taten ihm die Frauen leid. Dachte er, als er den Körper dort liegen ließ und weg ging.
Graf Rasvan betrat seine Galerie.
„Guten Abend, Graf Rasvan. Was schlägt sie zu solch später Stunde hier her?“ fragte ein blonder Mann und reichte ihm die Hand hin.
Er setzte sich auf einem Hocker an der Theke.
„Ungewöhnliche Nacht.“
Sprach er. Der Blonde nickte zustimmend.
„Es ist Vollmond.“ Sagte er.
Graf Rasvan schaute sich das eine Bild an. Er selber hatte es gemalt.
Und ihm gehörte die Galerie. Jetzt war sie geschlossen und er konnte allein sein.
„Wollen sie etwas trinken?“ fragte der Blonde.
„Ein Weiswein bitte. Danke Vendoni.“
Vendoni schob ihm ein Glas hin. Graf Rasvan nahm seine Tabletten aus seiner Tasche, die Vendoni schon kannte.
„Wie lange müssen sie diese Vitamine zu sich nehmen?“ fragte er und hantierte an einer Maschine rum.
„Ich weiß es nicht.“ Sagte er und lies die Tablette in seinem Weinglas auflösen.
Der Wein verfärbte sich Blutrot. Er nippte an seinem Glas.
Bluttabletten waren nie etwas, was Graf Rasvan mochte, doch anders ging es nicht. Er stand auf und ging durch die Gänge.
Seine Bilder absolvierte er ein und fühlte jeder seine Gefühle wieder erleben, als er sich daran erinnerte. Die Schatten und die Dunkelheit in seinen Bildern gaben seine Qualen, seine Begierde nach etwas anderem wieder.
Nach Freiheit. Ewiges Leid musste er ertragen.
Er erinnerte sich daran wie es früher war. 17. Jahrhundert, die Barockzeit.
Wie er noch lebte. Als leiblicher Mann.
Doch dann verlor er alles. Er ging ein Packt ein, den er nie hätte eingehen sollen.
Jetzt ist es 1901. 176 Jahre war er ein Vampir. Er war 35, als er ein Vampir wurde.
Er schüttelte seinen Kopf und dachte an Eleftheria. Seine Hand umklammerte das Glas.
„Ich gehe.“
Meldete sich Vendoni. Graf Rasvan drehte sich zu ihm um und vertrieb alle Leid, den er noch verspürte.
„Gehen Sie nur. Ich bleibe eine Weile.“ Sagte er und fuhr sich durch sein schwarzes langes Haar.
Vendoni nickte und ging. Graf Rasvan hörte die Tür zu gehen und strich über einer seiner Bilder.
Er wusste sofort, dass Eleftheria einer seiner Bilder sein würde. Ein Bild.
Auch wenn er an einem Leben hält, verlor er es trotzdem. Nur die Bilder begleiteten ihn.
Fotos, Gemälde doch kein Leben.
***
Am nächsten Morgen.
Wer war dieser Graf Rasvan? Eleftheria bürstete ihr Haar und schaute aus ihrem Fenster.
Die Sonnenstrahlen kitzelten ihre Nase. Sollte sie ihm vertrauen?
Wird sie ihn wiedersehen? Sie legte die Bürste auf ihren Tisch und seufzte.
Sie stand auf und ging zum Fenster.
„Eleftheria!“ rief George.
Sie blickte weiterhin raus.
„Eleftheria!“ rief er wieder.
„Ich komme.“ Antwortete sie und riss sich von dem Fenster los.
Seit dem sie ihn getroffen hatte schwebte sie in eine Melodie. Eine bekannte Melodie, die ihr jedoch fremd vorkam.
Dachte sie. Doch sie ließ sich führen.
„Ich möchte, dass du für mich etwas erledigst.“ Sagte er und drückte ihr einen Zettel hin.
„Kaufe mir bitte dieses Buch.“ Sie nickte und steckte es ein.
„Meine Dame du möchtest doch nicht wirklich raus, ohne eine Knoblauchkette!“ rief er und stürmte in Küche.
„Opa, wirklich ich brauche keine!“
„Na dann nehme ich sie. Ich gehe heute auf Entdeckungstur!“ sagte er und stellte sich stolz vor ihr.
Sie schüttelte ihren Kopf und lachte.
„Pass auf dich auf.“
Sprach sie und küsste ihn auf die Stirn.
„Ja, ja.“
Widersprach er und öffnete für sie die Tür.
Sie ging in die Buchhandlung. Eine Glocke klang, als sie die Tür aufmachte.
„Guten Tag.“ Sagte jemand.
Ein Mann stand vor der Theke. Mister John kam von einer Ecke und nickte ihr zu.
Sie lächelte. Die Figur des Mannes.
Es konnte doch nicht er sein oder? Er drehte sich um, als sie
„Guten Tag.“ Sagte.
Sie stockte. Die schwarzen geheimnisvollen Augen von Graf Rasvan starrten in ihre.
Ein Lächeln huschte über sein Gesicht.
„Guten Tag Eleftheria.“ Sagte er.
Er trat zur Seite, damit sie zur Theke konnte. Sie ging an ihm vorbei und gab den Zettel Mister John.
Aus dem Augenwinkel sah sie, wie Graf Rasvan zu den Regalen hinging und ein Buch zur Hand nahm.
„Warten sie. Ich muss schauen ob wir das Buch besitzen.“ Sagte John und schaute auf dem Zettel in seiner Hand.
„Wie geht es mit ihrer Galerie?“
Eleftheria schaute irritiert auf. Graf Rasvan schaute vom Buch auf.
„Sehr gut.“ Sagte er.
Sie blickte ihn an.
„Sie haben eine Galerie?“ fragte sie.
Er nickte, klappte das Buch zu und kam zur Theke.
„Ich nehme dieses Buch.“
Wand er sich zu John. John nickte.
„Ihr Buch für George können sie morgen Abend abholen.“ Sagte er.
Sie nickte und wand sich zu gehen.
„Eleftheria.“ Sagte Graf Rasvan.
Ihr Herz blieb stehen und sie schaute zu ihm.
„Schlafen sie gut heute Abend.“ Sie nickte und wollte was erwidern, doch dann wand er sich wieder von ihr ab.
Sie senkte ihren Kopf. Graf Rasvan nahm jede ihre Bewegung war.
Er wusste nicht wie er sich bei ihr Verhalten sollte. So was hatte er nur einmal gehabt, bei… Er ließ den Gedanken los und weigerte sich daran zu denken.
Er hörte das Klingen und erst dann schaute er zu ihr. Sie ging zu einem Café und setzte sich auf einem freien Platz.
Sie schaute auf und ihre Augen trafen sich. Sie lächelte scheu und schlug ihr Buch auf.
„Sie scheinen Eleftheria gut zu kennen.“
Sprach Graf Rasvan. Mister John nickte.
„Sie kommt sehr oft hier her. Seit ihre Eltern tot sind.“
Graf Rasvan runzelte seine Stirn.
„Das tut mir Leid für sie. Wissen Sie was vorgefallen war?“
John blickte auf seine Hände.
„Ich selber war gut mit ihren Vater befreundet. Vor vielen Jahren fand man sie beide in einem Wald tot auf. Beide hatten diese ähnlichen Art Bisswunden am Hals, wie andere Vorfälle. Sicherlich ein Wolf oder etwas das hier rumstreunte. Eleftheria war völlig am Boden zerstört. Doch sie ließ es keinen ansehen. Sie kam hier her, weil es ihr Zufluchtsort ist und auch, weil sie immer hier mit ihrer Mutter war.“
Graf Rasvan hörte zu und strich sich seine Haare aus dem Gesicht. Er schaute über seine Schulter zu Eleftheria.
„Ich.. entschuldigen sie mich.“ Sagte Rasvan und drehte sich um.
„Graf Rasvan, bitte passen sie auf.“ Rasvan wusste was er meinte und nickte.
Elegant wie er war, lief er aus dem Geschäft, gerade wegs auf Eleftheria zu. Sie schaute auf, als sie die schwarzen Schuhe sah.
Sie sah einen schwarzen Anzug und wusste sofort, es war er. Dann blickte sie in seinen schwarzen Augen.
Er blieb dort wie angewurzelt stehen.
„Setzten sie sich ruhig.“ Sagte sie und lächelte.
Er sah, sie hatte Angst. Doch es war keine gewöhnliche Angst.
Im Gegenteil. Es war eine unbeschreibliche Angst, die in ihm etwas außergewöhnliches Erweckten.
Er zögerte und schob dann den Stuhl nach hinten. Sie schaute seine Finger an.
Er hatte lange Finger. Pianisten Finger.
Dachte sie sich.
„Wieso tragen sie eigentlich immer einen schwarzen Anzug? Und zugleich noch so einen außergewöhnlichen?“ fragte sie.
Ihr war die Frage einfach so rausgerutscht. Sofort schämte sie sich.
Er schaute etwas irritiert.
„Bleibt nicht jeder Herr über sich selbst?“ antwortete er.
Sie schaute auf. Irritiert auf seine Antwort.
„Ich wollte doch nicht…“
„Schon gut. Ich.. Es ist mein Alltagsanzug. Beruhen wir es auf das.“ Sie nickte langsam.
Sie bemerkte ein weiteres Mal, dass seine Haut so blass schien. Als wär er Tagelang im Haus eingesperrt.
Er legte seinen Kopf schief.
„Ich bin nicht viel draußen, wissen sie.“
Beantwortete er ihre unausgesprochene Frage. Sie hob ihre Augenbrauen.
Kann er Gedanken lesen?! Sie schüttelte den Gedanken ab.
Tatsächlich konnte er es. Er konnte, wenn er denjenigen tief in die Augen blickte, erkennen, was sie gerade dachten.
Doch es ging nicht so leicht. Er musste feststellen, dass es bei ihr nicht so gut klappte, als bei anderen.
„Was möchten sie?“ fragte ein Kellner.
„Ein Weißwein für die Dame.“ Sagte er und legte seine Hände auf dem Tisch.
Dabei blickte er ihr fest in die Augen. Sie regte sich nicht.
Als der Kellner mit dem Glas kam, stand er auf.
„War mir ein Vergnügen.“
Er verbeugte sich und ging aus dem Café.
„Aber.“ rief Eleftheria ihm hinterher.
Doch da war er schon fort. Woher wusste er, dass sie Weißwein am liebsten trank?
Ein Schauer huschte ihr den Rücken hinunter. Langsam führte sie das Glas zu ihrem Mund.
Ihre Hand zitterte. Wer war Graf Rasvan?!
Bevor ihre Lippen das Glas berührten, ließ sie es wieder sinken und stand auf.
„Graf Rasvan!“ rief sie und eilte aus dem Café.
Doch er war verschwunden. Sie stand eine Weile da und schaute auf zu den Sternen.
Sie hatte ein flaues Gefühl im Magen. Dieses Gefühl hatte etwas Befreiendes.
Langsam drehte sie sich um und ging zu ihrem Platz. Sie nahm einen Schluck ihres Weins und war tief in Gedanken versunken.
Sie biss sich auf die Lippen.
„Geben Sie mir die Ehre und tanzen Sie mit mir!“ sagte Graf Rasvan.
Ich lächelte und schüttelte meinen Kopf. Er trat zu mir und küsste meine Stirn.
Ich schloss meine Augen und spürte, wie seine Hände meine Tailje umschlossen. Langsam legte ich meine um seinen Hals.
Wir wiegten uns in dem Takt. Er sang diese Melodie.
Unsere Melodie. Diese bekannte und doch zu gleich entfremdete Melodie.
Er wirbelte mich herum und schwang mich in die Lüfte. Ich ließ meinen Kopf in den Nacken fallen und lachte hell auf.
Was war das für ein Gefühl des Glückes. Als ich meine Augen öffnete, verlangsamte er die Schritte und blickte mir tief in die Augen.
Es fühlte sich so an, als ob er jeglichen Leben aus mir saugte. Seine Augen blitzten auf.
Ich schaute zu ihm. Er lächelte schief.
Ich wich erschrocken zurück, als ich seine Reißzähne sah. Ein Vampir!
Er hielt mich fest an sich.
Eleftheria schreckte auf. Was träumte sie da nur!
Hastig kippte sie den Rest Wein in sich. Sie stellte überrascht fest, dass Graf Rasvan schon bezahlt hatte.
Wann und Wie! Sie hatte ihn gar nicht bezahlen sehen.
Sie schob den Stuhl nach hinten und stand auf. Ihre Beine wackelten.
Es muss ihr Opa sein und sein ewige Nerverei über Vampiren. Nein, es musste einen anderen Grund geben.
Sie lief zum Strand. Sollte sie die Galerie ausfindig machen?
Nein, das käme unverantwortlich und dumm rüber. Sie rieb sich die Stirn und zog sich ihre Schuhe aus.
Der warme Sand fühlte sich schön auf ihre Haut an. Sie ging zum Wasser.
Das Wasser war kühl um ihre Beine. Sie raffte ihr Kleid in beide Hände und schaute auf zu dem Himmel.
Sie musste lächeln, als sie sich an früher erinnerte. So stand sie da.
Ihr Kleid hochgerafft und das Wasser bis zu ihren Knien. Ihre Eltern standen am Strand und riefen zu ihr:
„Eine feine Dame tut sowas nicht.“
Ertönte Graf Rasvans Stimme. Sie lächelte breit und drehte sich um.
„Meine Mutter sagte das immer.“ Erwiderte sie und ihr Lächeln erlosch.
Er stand barfuß im Wasser und lächelte ein wenig.
„Und ihre Antwort waren?“
„Ich bin keine feine Dame.“ Erwiderte sie und kam zu ihm.
„Wieso habe ich sie eigentlich nie gesehen in diesen Jahren? Sie leben schließlich hier.“
Graf Rasvan schaute sie liebevoll an. Er verschränkte seine Finger ineinander.
„Richtig erkannt, Eleftheria. Ich habe sehr oft die Öffentlichkeit vermieden. Ich war immer bei mir zu Hause, am Strand oder in meiner Galerie.“
Sprach er und fuhr sich durchs Haar. Ein Schatten legte sich auf ihn.
