Das Buch für alle - Silke Nordfjäll - E-Book

Das Buch für alle E-Book

Silke Nordfjäll

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Beschreibung

Wir "modernen" Menschen sehnen uns nach Gleichgewicht. Im Innen wie im Aussen. Unser Lebensenergiekonto ist meist kräftig überzogen, was Ungleichgewicht auf vielen anderen Ebenen und um uns herum verursacht, ohne dass uns dies bewusst ist. Wir alle sind auf der Suche nach etwas, von dem wir oft nicht richtig wissen, was es eigentlich ist. Dieses Buch befasst sich mit den elementaren Kernbereichen des modernen (menschlichen) Seins. Es beleuchtet die Bereiche Arbeit und Geld, das Erwachsensein, Kindheit, Jugend und Schulsystem, Altsein, Tierhaltung, Natur, Umwelt und "Energiesystem", Gesellschaft und Gemeinschaft, Liebe und Beziehung, Gesundheit und Ernährung, Religion und Spiritualität. Es ist ein Buch, das jeden Menschen in seinem jeweiligen Lebensabschnitt begleiten kann. Es ist ein Buch, das Mut macht, unser Leben aus der Tiefe zu leben. Wir ganz alleine sind die Schöpfer und Gestalter unseres eigenen Lebens, immer und jederzeit!

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EPUB
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Seitenzahl: 175

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Silke Nordfjäll

Das Buch für alle

Leben aus der Tiefe für Mensch und Tier

Silke Nordfjäll:

Das Buch für alle. Leben aus der Tiefe für Mensch und Tier

1. Auflage 2018

tredition Verlag , Hamburg

www.tredition.de

Umschlaggestaltung: Silke Nordfjäll

ISBN 978-3-7469-1553-1 (Paperback)

ISBN 978-3-7469-1554-8 (Hardcover)

ISBN 978-3-7469-1555-5 (e-Book)

Das Werk, einschliesslich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Inhalt

Vorwort

Einführung

Arbeit und Geld

Der erwachsene Mensch

Kinder, Jugendliche und Schule

Alte Menschen

Tiere

Natur, Umwelt und „Energiesystem“

Gemeinschaft und Gesellschaft

Liebe und Beziehung

Gesundheit und Ernährung

Religion und Spiritualität

Schluss

Danksagung

DIE ZWEI WÖLFE

Eines Abends erzählte ein alter Cherokee-Indianer seinem Enkelsohn von einem Kampf, der in jedem Menschen tobt.

Er sagte: „Mein Sohn, der Kampf wird von zwei Wölfen ausgefochten, die in jedem von uns wohnen.

Einer ist böse.

Er ist der Zorn, der Neid, die Eifersucht, die Sorgen, der Schmerz, die Gier, die Arroganz, das Selbstmitleid, die Schuld, die Vorurteile, die Minderwertigkeitsgefühle, die Lügen, der falsche Stolz und das Ego.

Der andere ist gut.

Er ist die Freude, der Friede, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Demut, die Güte, das Wohlwollen, die Zuneigung, die Grosszügigkeit, die Aufrichtigkeit, das Mitgefühl und der Glaube. „

Der Enkel dachte einige Zeit über die Worte seines Grossvaters nach und fragte dann: „Welcher der beiden Wölfe gewinnt?“

Der alte Cherokee antwortete: „Der, den du fütterst.“

Vorwort

Das Leben fasziniert mich jeden Tag immer wieder aufs Neue. Mit seinen scheinbaren Vorherbestimmungen, von denen wir selbst oft nicht den Hauch einer Ahnung haben. Nachdem mein erstes Buch mehr oder weniger „zufällig“ entstand dachte ich währenddessen nicht im Traum daran, dass ein weiteres folgen sollte. Aber es wollte scheinbar genauso heraus aus mir wie bereits das Erste, ohne dass ich das selbst wusste. Seit ich in der Schule schreiben gelernt habe, war Schreiben eine Leidenschaft, von der mir nur nie klar war, dass sie mal zu eigenen Büchern führen würde. Ich habe immer schon gerne seitenweise Briefe und Tagebücher geschrieben, hatte als Kind und auch später unzählige Brieffreundschaften und schreibe heute noch gerne lange Briefe und mails. Und ich habe immer schon ebensogerne gelesen, Bücher und Literatur sind ein nicht wegzudenkender Teil meines Lebens. Ich habe immer schon das Leben intensiv u.a. auch beim Schreiben verarbeitet. In der Stille des Schreibens werden mir Dinge oft besonders gut klar.

Ich liebe das Leben, diesen faszinierenden Fluss aus Lernen, Wachsen und Verbundenheit. Und ich liebe die gesamte Schöpfung, Natur, Menschen und Tiere. Ich sehne mich nach einer Welt, in der es uns allen gut geht, Menschen, Tieren und Mutter Erde. Ich sehne mich danach, dass wir alle im Einklang miteinander leben, dass die Bedürfnisse von allen berücksichtigt werden und jeder seinen unverwechselbaren und wichtigen Platz im grossen Ganzen haben darf. Jeder einzelne von uns, jedes Lebewesen, jeder Grashalm hat seine Bestimmung und Aufgabe. Alles gehört zusammen und alle sind wir untrennbar miteinander verbunden.

Ich wünsche mir eine Welt, in der wir Menschen wieder verstehen, dass wir alle aus der gleichen, göttlichen Quelle stammen und in der wir Verantwortung übernehmen für die gesamte Schöpfung. Ich wünsche mir, dass wir vor allem persönliche Verantwortung für uns selbst und unser eigenes Tun übernehmen. In diesem Buch gehe ich auf alle für mich elementaren Bereiche des Lebens und Menschseins ein, auf Mensch und Tier genauso wie die Umwelt. Deswegen habe ich es „Das Buch für alle genannt“. Kinder und alte Menschen werden sich hier genauso wiederfinden wie Eltern, Jugendliche, Tierhalter und Tierschützer, Sinnsucher und Ernährungsbewusste, Revolutionäre und Liebessuchende. Ich zeichne nicht nur ein Bild der Welt und des Lebens wie ich sie bzw. es wahrnehme, sondern ich werde dich vor allem auch an all meinen Visionen und Träumen teilhaben lassen. Jeder einzelne von uns kann ein Leben für sich selbst und andere erschaffen, nach dem wir uns alle sehnen. Lasst uns gemeinsam anfangen bzw. weitermachen, mit dem viele von uns bereits begonnen haben! Mein persönliches Vorbild und mein Leitstern sind dabei vor allem die Naturvölker und sozialen Gemeinschaften von Herdentieren.

Einführung

In diesem Buch werde ich immer wieder auf zwei zentrale Aspekte zurückkommen, die ich deshalb direkt zu Anfang darstellen will. Bei dem einen Aspekt handelt es sich um unser aller Referenzrahmen, bei dem anderen um Energie, aus der alles besteht.

Jeder Mensch hat seinen eigenen, ganz persönlichen Referenzrahmen oder anders ausgedrückt ein Fundament im Leben, von dem wir in allem ausgehen. Dieser Referenzrahmen ist unsere „Wahrheit“, er ist das, was zugrunde liegt, wie wir die Welt sehen. Dieser Referenzrahmen bildet sich aus allen unseren ganz persönlichen Erfahrungen, Erlebnissen, Gefühlen, Wissen und Informationen, die wir machen und bekommen im Laufe unseres Lebens. Er wird ganz entscheidend geprägt von unseren Eltern bzw. den Menschen, die uns grossziehen. Von ihnen übernehmen wir den grössten Teil an Wertvorstellungen, Einstellungen, Verhaltensweisen und vieles mehr, die uns unser ganzes Leben prägen werden. Dieser Referenzrahmen lässt sich mit den Steinen eines Hauses vergleichen. Das Haus ist unser Leben, an dem wir ewig bauen.

Es ist ein Bau, der nie wirklich komplett fertig wird. Von diesem Haus, also unserem Leben, werden wir immer wieder Steine austauschen, einen Teil von Mauern einreissen und wieder aufbauen. Das Fundament ist relativ solide und es gehört mehr Kraft und Einsatz dazu, es niederzureissen oder Teile davon auszutauschen. Aber es ist immer möglich. Das Fundament wird durch unsere Eltern gelegt und ist das, was uns in unserem Leben trägt und auch leitet. Also die Grundausstattung an Werten, Einstellungen und Verhaltensweisen, die wir von unserer Familie mitbekommen. Dieser Referenzrahmen ist für jeden Menschen völlig anders und absolut individuell, da jeder Mensch anders geprägt wird. Nicht nur von seiner allernächsten Umgebung, sprich Familie, sondern auch durch alle anderen Erlebnisse und Erfahrungen im Laufe des Lebens. Jeder Mensch nimmt anderes Wissen und andere Information in sich auf, insofern gibt es keinen solchen Rahmen, der einem anderen gleicht, auch wenn sich gewisse Elemente davon bei manchen Menschen ähneln mögen. Es gibt so viele unterschiedliche Referenzrahmen, wie es Menschen auf dieser Welt gibt. Um den Referenzrahmen noch ein wenig anschaulicher zu machen, will ich das Bild eines Strandes wählen. Der Strand ist das Sinnbild für das Leben und diese Welt.

An diesen Strand kommen unzählige Menschen. Sie kommen dorthin im Sommer bei Wärme und Sonnenschein und bei eisigen Winden und klirrender Kälte im Winter, die sie frieren lässt. Sie erleben den Strand bei Sonnenaufgang, bei Nebel, bei Sturm. Sie sind dort ganz alleine, oder zusammen mit Menschen, die sie lieben und in deren Gegenwart sie sich wohl fühlen. Sie erleben den Strand zusammen mit sehr lauten, rücksichtslosen und unangenehmen Menschen, sie erleben den Strand wunderschön und sauber oder verwüstet. Manche der Menschen haben ihre Brille vergessen und können den Strand deshalb nur unscharf sehen, andere wiederum sehen ihn gestochen scharf. Jeder einzelne von den Menschen, der an diesem Strand war, wird ihn jeweils völlig unterschiedlich warhnehmen und empfinden, abhängig davon, wie z.B. die Temperaturen und das Wetter beim Besuch waren, in welcher Gesellschaft der Mensch dort war usw. Diese Menschen werden auch davon beeinflusst in ihrer Wahrnehmung, was ihnen Familie, Freunde oder andere Menschen vorher von diesem speziellen Strand oder Stränden allgemein erzählen. Wenn z.B. die Mutter eines Menschen ihn davor gewarnt hat, barfuss am Strand zu laufen, weil es dort Feuerquellen oder Glassplitter geben kann, so prägt das auch mit die Gefühle und die Wahrnehmung dieses Menschen, wenn er sich an dem Strand befindet. Wenn man alle diese Menschen diesen Strand beschreiben lassen würde, würde man so viele unterschiedliche Beschreibungen bzw. Bilder erhalten, wie Menschen ihn besucht haben. Alle diese Beschreibungen und Bilder sind „richtig“, da sie ja alle den gleichen Strand beschreiben. Sie sind nur jeweils gefärbt von den jeweiligen persönlichen Empfindungen und Erlebnissen. Wenn nun zwei Menschen über diesen Strand sprechen, die völlig gegensätzliche Erlebnisse dort hatten, wird es vielleicht zu Unverständnis oder sogar Diskussionen kommen, da sich keiner jeweils in den anderen hineinversetzen kann. Der eine Mensch hat z.B. den Strand bei eisiger Kälte erlebt, grau und abweisend, er hat dort bitterlich gefroren und war dazu auch noch mit einer Horde grölender anderer Menschen dort, die sich rücksichtslos benommen haben. Dieser Mensch will nicht mehr an diesen Strand zurückkehren und hat ihn als für ihn unangenehmen Ort erlebt. Der andere Mensch war am Strand bei Sonnenaufgang an einem warmen Sommertag, alleine und in paradiesischer Stille. Er liebt den Strand und schwärmt dem anderen Menschen davon vor. Der erste Mensch kann die Gefühle des zweiten Menschen überhaupt nicht nachvollziehen, da er ganz andere erlebt hat bei seinem Besuch des Strandes. Und der zweite Mensch versteht den ersten überhaupt nicht, er kann nicht nachvollziehen, wie man diesen traumhaften Strand als so unangenehm empfinden kann. Der Vergleich mit dem Strand und unserem Leben hinkt vielleicht ein wenig, da der Strand ja nur einmal besucht wurde und die Menschen dort nicht leben. Und doch hoffe ich, dass du verstehst, was ich damit ausdrücken will. Unsere Sicht auf unser Leben wird genauso wie die Sicht auf den Strand davon gesprägt, unter welchen Umständen wir jeweils dort sind. Ein Mensch, der bereits von klein auf viel Liebe in seinem Leben erfahren hat, wird die Welt als einen positiven Ort wahrnehmen, an dem es überall Liebe und liebevolle Menschen zu entdecken gibt. Ein anderer hingegen, der missachtet und lieblos behandelt wurde nimmt dies als sein Fundament, seinen Referenzrahmen mit in sein Leben, auf dem dann alles weitere auch aufbauen wird. Diese Referenzrahmen bilden unsere persönliche „Wahrheit“, sie werden bereichert durch individuelles Lernen, Wissen und Informationen. Wir gehen in allem immer von diesem unseren persönlichen Referenzrahmen aus, ohne dass uns dies bewusst ist. Wir glauben, dass das was wir fühlen, erleben, wissen, denken uws. die „Wahrheit“ ist. Dass wir das glauben, ist nicht dumm, sondern eine logische Konsequenz. Wir können nicht in die Herzen und Gehirne anderer Menschen hineinschauen, wir fühlen und vernehmen nur ganz alleine unsere eigenen Gefühle und Gedanken. Und die sind Grundlage für alles, dem wir uns nähern, was wir bewerten, aufnehmen. Dass wir in allem immer von unserem eigenen Referenzrahmen und unserer eigenen, subjektiven Wahrheit ausgehen und uns dies oft nicht bewusst ist, verursacht viel Unverständnis und Probleme unter uns Menschen. Es sorgt dafür, dass wir uns über andere aufregen, die unsere Meinung nicht teilen und dass wir sie verurteilen. Es sorgt dafür, dass es Streit und Meinungsverschiedenheiten unter uns Menschen gibt. Und es macht, dass wir immer wieder versuchen, anderen Menschen unsere Sicht der Dinge aufzuzwingen, weil wir davon überzeugt sind, dass es die absolute „Wahrheit“ ist. Unterschiedliche Referenzrahmen sorgen dafür, dass wir von unterschiedlichen Religionen überzeugt sind und Kriege führen. Die absolute Wahrheit ist, um bei meinem Bild zu bleiben, der eben beschriebenene Strand. Er IST und er ist für alle Menschen. Aber er wird auf unzählige Arten wahrgenommen und empfunden.

Mein Buch, das du hier jetzt in deinen Händen hälst und liest, beruht auf MEINEM persönlichen Referenzrahmen. Es ist meine ganz persönliche „Wahrheit“, die ich diesem Buch zugrunde lege. Und diese Wahrheit beruht darauf, was ich bisher in meinem Leben an persönlichen Erfahrungen gemacht habe, welche Erlebnisse ich hatte, womit ich umgeben war und bin, was ich gelesen und gelernt habe usw. Ich gehe also davon aus, dass es unzählige, weitere Wahrheiten gibt und Möglichkeiten, die Welt und das Leben zu sehen. Ich weiss um deinen persönlichen Referenzrahmen und deine „Wahrheit“ und lasse sie dir. Unser persönlicher Referenzrahmen ist flexibel, etwas Lebendes und sich Entwickelndes im Laufe unseres Lebens. Er verändert sich immer wieder, erweitert sich fortlaufend und bleibt niemals fest. Es kann nur wie schon gesagt sein, dass gewisse Bausteine des Fundamentes schwerer auszutauschen sind als andere, aber austauschbar sind theoretisch alle. Wie leicht oder schwer sie austauschbar sind, hängt auch von unserer jeweiligen Bereitschaft ab, sie austauschen zu wollen. Wenn wir direkt aufgeben, wenn wir mal kurz an einem Fundamentstein wackeln und nichts rührt sich, dann kann natürlich auch kein Austausch erfolgen.

Der zweite Grundpfeiler meines Buches ist es, davon auszugehen, dass alles Energie ist. Alle belebte und unbelebte Materie, alle unsere Gedanken und Gefühle, alle unsere Handlungen sind Energie. Und alles hängt miteinander zusammen. Was wir selbst denken und fühlen, geht als eine bestimmte Energieform in einen riesigen, unendlichen Energiepool ein. Nichts davon geht verloren. Wie wir vielleicht aus der Physik wissen, verschwindet Energie niemals, sie kann sich nur verändern bzw. umgewandelt werden. Wasser wird zu Dampf oder Eis, verbranntes Holz wird zu Asche. Mit unserer persönlichen Einstellung, unseren Gefühlen, mit unserem Verhalten tragen wir also mit dazu bei, dass die Welt ist, wie sie ist. Und wir können die Verantwortung dafür nicht abgeben, so gerne wir dies manchmal auch wollen. Es ist so viel einfacher, immer irgendjemand anderem die Schuld für etwas zu geben, als an sich selbst zu arbeiten. Es ist einfacher, andere Menschen oder Gott dafür verantwortlich zu machen, was ist. Dabei tragen wir selbst, jeder Einzelne von uns, mit dazu bei, dass es ist, wie es ist und dass es zu dem gekommen ist, was ist. Nur wenn wir dies erkennen, kann Veränderung geschehen.

Arbeit und Geld

Das Leben des „modernen“ Menschen ist von Arbeit und Gelderwerb bestimmt, wir definieren uns vor allem über die Arbeit. Wir leben, um zu arbeiten und nicht umgekehrt. Selbst in unserer Freizeit, in der wir uns eigentlich erholen wollen, lassen wir das permanente Tun und Funktionieren nicht sein. Wir drehen uns unermüdlich in unserem selbsterschaffenen Hamsterrad, scheinbar arbeiten und arbeiten und arbeiten zu müssen.

In früheren Zeiten haben Menschen gearbeitet, um zu leben. Als Jäger und Sammler haben wir z.B. „gearbeitet“ bzw. gejagt und Essbares gesammelt, um zu überleben. Wir haben das gejagt und gesammelt, was wir für den heutigen Tag zum Überleben brauchten. Am nächsten Tag haben wir wieder gejagt und gesammelt, was wir für den Tag brauchten. Vor dem Winter haben wir Vorräte angelegt, die uns über den Winter bringen sollten. Heute arbeiten wir weit über das hinaus, was wir zum Leben brauchen. Und wir jagen auch Geld weit über das hinaus, was wir eigentlich bräuchten. Wir arbeiten uns bis zur körperlichen und psychischen Ausgebranntheit. Es reicht uns nicht, jeden Tag genug Essen auf dem Tisch zu haben, ein warmes Heim und Kleider auf dem Leib.

Wir gehen arbeiten, um in grossen Wohnungen und Häusern zu leben, wo alle unsere Kinder ihre eigenen Zimmer haben und alles nach dem neusten Stil eingerichtet und tapeziert ist. Wir gehen arbeiten, damit es in allen diesen grossen Wohnungen und Häusern in jedem Raum gleichmässig 22 Grad warm sind und überall Licht brennen kann. Wir gehen arbeiten, um immer das neuste Auto zu fahren, die letzten Fashion-Klamotten zu tragen und dreimal in Jahr in Urlaub fahren zu können. Wir gehen arbeiten, um uns immer mehr Maschinen und Geräte anschaffen zu können, die uns Zeit sparen helfen sollen und Arbeit abnehmen sollen. Anstatt aber Zeit einzusparen, um sie dann für uns selbst oder zu unserer Erholung zu haben, wird unsere Zeit immer nur weniger. Wir gehen arbeiten, um uns immer mehr Geräte und Dinge anschaffen zu können, die uns Freude machen sollen, uns entspannen und etwas in uns auffüllen sollen, was leer ist. Und für Arbeit verlassen wir Heimat und Menschen, die uns viel bedeuten.

Je mehr wir arbeiten, desto mehr Urlaub brauchen wir und umso mehr sehnen wir uns ständig nach dem Zustand des nichtarbeitens. Viele von uns Menschen scheinen mehr oder weniger von Urlaub zu Urlaub zu leben. Nur im Urlaub können wir scheinbar noch sein, wie wir sein wollen. Der Urlaub soll konzentriert und komprimiert in wenigen Tagen alles enthalten und erfüllen, was wir uns im Rest des Jahres selbst nicht geben können und wollen. Er soll die ultimative Entspannung am ultimativ besten Urlaubsort mit dem besten Essen bringen, bei permanent phantastischem Wetter, mit dem ultimativ besten Service, den ultimativ besten Erlebnissen und den ultimativ besten gemeinsamen Stunden mit unseren Liebsten. Diese Erwartungen können bei realistischer und ehrlicher Betrachtung nur enttäuscht werden und trotzdem gehen wir immer wieder mit den gleichgearteten Erwartungen in diese unsere Urlaube.

Die meisten von uns „modernen“ Menschen sind in einem System gross geworden, das vom Vollzeit arbeitenden Menschen ausgeht. Harte und viele Arbeit hat das Leben unserer Eltern und auch schon Grosseltern geprägt. Dies ist unser Referenzrahmen, der unser Fundament in diesem Leben ist, dies ist unsere „Wahrheit“. Alle haben viel und hart zu arbeiten, also auch wir selbst. Wir machen, was alle um uns herum tun, wohl spürend, dass es uns nicht gut tut.

Zu viel Arbeit mit zu wenig Ausgleich bzw. mit zu wenig Erholungsmöglichkeiten, in Kombination mit falscher Ernährung und anderweitig falschen Lebensgewohnheiten, auf das ich alles an späterer Stelle noch eingehen werde, machen uns krank und lassen immer mehr von uns Menschen ausbrennen. Unser Gesellschaftssytem, das auf Arbeit basiert, hat sich an die Wand gefahren. Die Heerscharen an kranken, ausgebrannten Menschen sind von den Sozialsystemen nicht mehr zu bezahlen und die Konsequenzen daraus treiben beschämende Blüten. Selbst in reichen und "demokratischen" Ländern wie Schweden, wo ich seit 2009 lebe, erklärt man Menschen für gesund, die Lichtjahre davon entfernt sind. Man versucht, (noch) kranke Menschen so bald als möglich wieder in das Arbeitssystem zurückzupressen, da man die Situation anders nicht zu lösen vermag bzw. die Kosten für all die Kranken und Arbeitsunfähigen nicht mehr finanzieren kann.

Geld ist untrennbar an Arbeit gekoppelt, normalerweise kommen wir nicht an Geld, ohne dass wir es uns erarbeiten. Geld ist in gewisser Weise auch eine Art von Energie, da wir für es im Austausch Dinge erwerben können, die uns "Kraft", also Energie, zuführen. Wir können von Geld Essen kaufen, unsere Wohnungen wärmen und Urlaube bezahlen, in denen wir uns erholen. Geld gibt uns Sicherheit, da es unsere Exisstenz sichert und wir es sparen können. Geld ist in unseren "modernen" Gesellschaften unabdingbar geworden, um vor allem die für uns Menschen beiden wichtigsten Bedürfnisse "Physiologische Grundbedürfnisse" und "Sicherheitsbedürfnis" abdecken zu können (siehe dazu die "Bedürfnispyramide nach Maslow"). Bei der scheinbar unersättlichen Gier nach Geld geht es oftmals nicht um die Abdeckung der für uns lebensnotwendingen Dinge, die in den reichen Industrieländern für uns alle gegeben sind. Sowohl in Deutschland als auch Schweden, wo ich jetzt lebe, sorgt die soziale Absicherung dafür, dass alle Menschen genug zu essen haben und ein Dach über dem Kopf. Geld steht für etwas anderes, es steht für die "Kraft", die ich eben bereits erwähnte und die wir verzweifelt versuchen, uns selbst wieder zuzuführen. Wir leben uns selbst so sehr ins Minus unserer eigenen Kräfte und Ressourcen, dass Geld uns als der (unbewusste) Ausweg erscheint, dieses Defizit auf unserem Lebenskonto wieder auszugleichen.

Unser Lebens- und Kraftkonto ist im totalen Ungleichgewicht. Wir arbeiten zu viel, erholen uns zu wenig und verbringen zu wenig Zeit mit Dingen, die uns guttun und somit wieder Kräfte auftanken lassen. Und wir nehmen falsche Nahrung zu uns, die uns nicht ausreichend mit Kraft versorgt bzw. uns krank macht (auch auf all diese Aspekte gehe ich später noch ein).

Wesen gieren selten nach etwas rein aus Langeweile, zumindest niemals in der Natur. Gier ist normalerweise immer Ausdruck dafür, dass etwas verzweifelt benötigt wird. Wozu auch immer es benötigt wird. Wir gieren nach Geld, weil wir verzweifelt nach Ausgleich streben. Die meisten von uns haben sicher irgendwann einmal kopfschüttelnd auf die Gehaltsdiskussionen um die Spitzengehälter von Managern reagiert. Die "Gier" dieser hochbezahlten Menschen kennt augenscheinlich keine Grenzen. Sie ist der verzweifelte Ausdruck dafür, dass diese Menschen ihr Kraft- und Lebenskonto einfach nicht mehr in einen Ausgleich bekommen. Dies geht nicht nur den Spitzenmanagern so, sondern uns "normalen" Menschen in niedrigeren Positionen auch. Wir alle versuchen, so viel Geld als nur möglich als Lohn zu bekommen, wir alle nehmen alle nur denkbaren Möglichkeiten wahr, um Geld zu sparen, zu vermehren, zu gewinnen oder wie sonst auch immer daran zu gelangen. Wir brauchen Geld als Ausgleich weit über das hinaus, womit wir unsere grundlegenden Bedürfnisse abdecken. Spitzenmananager sind in der Regel Menschen, die all ihre (Arbeits) Kraft in ihre berufliche Position investieren. Es sind Menschen, die keinerlei Freizeit und Privatleben haben und die beständig im Minus ihres Kraft- und Lebenskontos leben. Für all die Kraft bzw. Energie, die sie für ihre Jobs geben, wollen sie natürlich entsprechend kompensiert werden. Und da sie soviel mehr, so viel übermenschlich mehr als die meisten anderen von uns Menschen von dieser ihrer Kraft geben, fordern sie natürlich auch eine für die meisten von uns als übermenschlich hoch empfundenen Ausgleich.