Das Eisenbahnunglück - Thomas Mann - E-Book

Das Eisenbahnunglück E-Book

Thomas Mann

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Beschreibung

Thomas Manns Erzählung "Das Eisenbahnunglück" führt den Leser mitten hinein in die scheinbar banale Routine einer Zugfahrt, die jäh durch ein dramatisches Unglück unterbrochen wird. Ein Schriftsteller, unterwegs zu einem Vortrag, beobachtet seine Mitreisenden mit scharfem Blick und ironischer Distanz, bevor die Katastrophe hereinbricht. Der Zug entgleist, Panik und Chaos brechen aus, und die Reisenden offenbaren in ihren Reaktionen die ganze Bandbreite menschlicher Natur: Angst, Selbstbeherrschung, Hysterie und groteske Gelassenheit. Mann nutzt das Unglück nicht als bloße Sensation, sondern als Spiegel für die Zerbrechlichkeit gesellschaftlicher Ordnung und die Enthüllung verborgener Charakterzüge im Ausnahmezustand. Die Erzählung verbindet packende Dramatik mit psychologischer Tiefe und macht deutlich, wie schnell Sicherheit und Routine ins Chaos kippen können – ein literarisches Meisterstück über Menschen im Angesicht des Unvorhersehbaren.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 17

Veröffentlichungsjahr: 2026

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DAS EISENBAHNUNGLÜCK

THOMAS MANN

INHALT

Das Eisenbahnunglück

Etwas erzählen? Aber ich weiß nichts. Gut, also ich werde etwas erzählen.

Einmal, es ist schon zwei Jahre her, habe ich ein Eisenbahnunglück mitgemacht – alle Einzelheiten stehen mir klar vor Augen.

Es war keines vom ersten Range, keine allgemeine Harmonika mit »unkenntlichen Massen« und so weiter, das nicht. Aber es war doch ein ganz richtiges Eisenbahnunglück mit Zubehör und obendrein zu nächtlicher Stunde. Nicht jeder hat das erlebt, und darum will ich es zum besten geben.

Ich fuhr damals nach Dresden, eingeladen von Förderern der Literatur. Eine Kunst- und Virtuosenfahrt also, wie ich sie von Zeit zu Zeit nicht ungern unternehme. Man repräsentiert, man tritt auf, man zeigt sich der jauchzenden Menge; man ist nicht umsonst ein Untertan Wilhelms II. Auch ist Dresden ja schön (besonders der Zwinger), und nachher wollte ich auch zehn, vierzehn Tage zum »Weißen Hirsch« hinauf, um mich ein wenig zu pflegen und wenn, vermöge der »Applikationen«, der Geist über mich käme, auch wohl zu arbeiten. Zu diesem Behufe hatte ich mein Manuskript zuunterst in meinen Koffer gelegt, zusammen mit dem Notizenmaterial, ein stattliches Konvolut, in braunes Packpapier geschlagen und mit starkem Spagat in den bayrischen Farben umwunden.