Das Familienhaus - Herbert Reichl - E-Book

Das Familienhaus E-Book

Herbert Reichl

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Beschreibung

Sie wollen nicht nur ein Haus bauen, sondern ein Familienhaus, also bedarfsgerecht für die Familie und auch für jeden einzelnen Bewohner. Dann geben Ihnen die Inhalte wertvolle Tipps, um Wohnqualität und damit Lebensqualität zu schaffen. Dabei werden die Bedürfnisse von Kindern in allen Lebensphasen genauso berücksichtigt, wie die der Eltern oder Bedürfnisse in späteren Lebensphasen. Wohnpsychologisch fundierte Arbeitsblätter und Anleitungen helfen, wirklich individuell zu planen. Dieses Buch beschreibt, wie Planung von bedürfnisorientierten Wohnhäusern vor sich gehen kann, und ist daher nicht nur für Baufamilien eine wertvolle Hilfe, sondern auch für die planenden Fachleute, seien es Architekten oder Baumeister.

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Seitenzahl: 139

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Psychologie des Wohnens

Planen ist Ordnen

Sieben Module für familiengerechte Raumkonzepte

MODUL 1 - Individuelle Bedürfnisanalyse

MODUL 2 - Partnerschaftliche Bedürfnisanalyse

MODUL 3 - Wohnbedürfnisse von Kindern

MODUL 4 - Familien im Lebenszyklus

MODUL 5 - Gemeinschaftsbereiche des Wohnens

MODUL 6 - das persönliche Wohnen

MODUL 7 - Raumkonzepte als Planungsgrundlage

MODUL 1 – Individuelle Bedürfnisanalyse

Ohne Achtsamkeit geht es nicht

Leise und versteckte Bedürfnisse

Übung - Der inneren Stimme lauschen

Träume Dich selbst

Übung - Das persönliche Traumzimmer

Persönliche Wohnerfahrungen

Übung - Persönliche Wohngeschichte

Bauen mit allen Sinnen

Übung - Die Sprache der Seele ist das Bild

Begreifen womit man baut

Übung - Materialqualitäten

Worum es wirklich geht

Übung - Warum Bauen

Lebensstil

Übung - Hobbys und Lebensstil

Welche Farben? – ein wenig Farbpsychologie

Planungsrelevante Fragen

Zusammenfassung

Übung – Zusammenfassung der persönlichen Wohnbedürfnisse

MODUL 2 – Partnerschaftliche Bedürfnisanaylse

Hausbauen als partnerschaftliches Projekt

Bauen ist Männersache, Wohnen ist Frauensache

Bedürfnisanalyse für Paare

Eine gemeinsame Linie

Muster für ein gemeinsames Plakat

Gemeinsame Bedürfnisse

Gemeinsame Entscheidungen

MODUL 3 – Wohnbedürfnisse von Kindern

Kindergerechte Wohnumwelt

Entwicklungsbedürfnisse von Kindern

Sicherheit und Schutz

Geborgenheit

Anregung zum Spiel

Funktionen des Spiels für die kindliche Entwicklung

Erforschen der Umwelt

Kontakt mit anderen Kindern

Entwicklung von Fähigkeiten

Bewegung

Rückzug und persönlicher Raum

Kinder in die Planung einbeziehen

Empfehlungen für kindgerechtes Bauen

Der kindliche Maßstab

Licht, Farben und Beleuchtung

Raumform und Raumhöhe

Raumgliederung

Einrichtung und Ausstattung

Kindgerechte Außenräume

Zusammenfassung

MODUL 4 – Familien im Lebenszyklus

Auszug aus dem Elternhaus

Leben als Paar

Familie mit Säugling und Kleinkind bis 2 Jahre

Entwicklungsaufgaben im Kleinkindalter

Wohnfunktionen im Kleinkindalter

Familie mit Kindern im Vorschulalter – 2 bis 6 Jahre

Entwicklungsaufgaben im Vorschulalter

Wohnfunktionen im Vorschulalter

Vermeidung von Nutzungskonflikten

Familie mit Schulkindern bis 12 Jahre

Entwicklungsaufgaben für Kinder im Schulalter

Wohnfunktionen für Kinder im Schulalter

Familie mit Jugendlichen ab 12 Jahren

Entwicklungsaufgaben für Jugendliche

Wohnfunktionen für Jugendliche

Familie nach Auszug der Kinder

Leben im Alter

Wohnen und Fernsehen

MODUL 5 - Gemeinschaftsbereiche des Wohnens

Funktionen des Wohnens

Übung – Kochen, Essen, Wohnen ....

das offene Wohnen

das konventionelle Wohnen

das funktionale Wohnen

Das Familienzentrum

Zur Geschichte des Familienzentrums

Die Vorteile des Familienzentrums

Planungshinweise für das aktive Familienzentrum

Die Planung Ihres aktiven Familienzentrums

Ein Familienzentrum für alle Lebensphasen

Das ruhige Wohnzimmer

Vorteile des ruhigen Wohnzimmers

Planungshinweise für das ruhige Wohnzimmer

Die Planung für Ihr ruhiges Wohnzimmer

Der kommunikative Eingangsbereich

Der integrierte Außenbereich

Zusammenfassung

MODUL 6 – das persönliche Wohnen

Ein eigener Raum – auch für die Eltern?

Das Kinderzimmer und seine Anforderungen

Die bedürfnisgerechte Gestaltung des Kinderzimmers

Die Ausstattung von Kinderzimmern

Die richtige Lage von Zimmer im Wohnungsverbund

Nutzungsvarianten in den Lebenszyklen

Persönliche Gestaltung

Raumpsychologie

Symbole beim Bauen und Wohnen

Das Dach

Die Wände

Die Türen

Die Fenster

Der Außenraum

Zäune

Farbpsychologie

Physiologische Wirkung von Farben

Psychologische Wirkung von Farben

Symbolische Wirkung von Farben

Farben für die Funktion und Nutzung von Räumen

Farbwirkung im Raum

Farbgestaltung in bestehenden Räumen

Wahrnehmungsstress

Vermeidung von Wahrnehmungsstress beim Bauen

MODUL 7 – familiengerechte Raumkonzepte

Familiengerechte Raumkonzepte in der Planung

Planungsgrundsätze für familiengerechtes Wohnen

Raumkonzept als Synthese

Darstellung eines Raumkonzeptes

Muster – Raumkonzept

Raumblatt mit Angaben zur Funktion und Nutzung

Literaturempfehlungen

Einleitung

Psychologie des Wohnens

Mehr denn je ist es für uns Menschen wichtig, einen Ort zu haben, an dem wir emotional auftanken können, der mit positiven Gefühlen, mit angenehmen Erinnerungen und mit Behaglichkeit besetzt ist. Der Wunsch nach einem Eigenheim verdeutlicht diesen Umstand. Dieser Wunsch ist gleichzusetzen mit dem Wunsch nach Heimat, Stabilität, Familienleben und nach einer stressfreien Zone. Die positiven Gefühle, die damit einhergehen, sind ein psychischer Anker in einer Welt des stetigen Wandels und der Unbeständigkeit. Positive Gefühle unterstützen den Aufbau und die Pflege von sozialen Beziehungen, sie erleichtern das Lernen, fördern Kreativität, wirken sich positiv auf unsere Gesundheit aus, indem sie Stressreaktionen abbauen und verbessern unsere psychischen Fähigkeiten, wie Widerstandsfähigkeit, Zielgerichtetheit und Optimismus.

Wohnung als Ort der positiven Gefühle

Diese Wirkungen der positiven Gefühle sind durch neuere Forschungen der Psychologie bestätigt. Allein der Einfluss unserer Umgebung, unserer Wohnungen, unserer Wohnumwelt auf diese Gefühle wurde bisher wenig thematisiert, liegt jedoch auf der Hand. Wohnpsychologie wurde bisher im Grunde nur von außerpsychologischen Fachrichtungen betrieben. Feng Shui, als alte chinesische Lehre, hat diese Thematik und die damit verbundenen Bedürfnisse aufgegriffen und im Westen umgesetzt. Hier spricht man von Energie, wo der psychologische Terminus Aufmerksamkeit wesentlich korrekter ist. Wird unsere Aufmerksamkeit nach außen gelenkt, können wir nicht zentriert bleiben, sind nicht bei uns und daher nicht stabil. Ein Raum, der die Aufmerksamkeit eines Menschen nicht bündeln kann, der ihn nicht unterstützt zu sich selbst zu kommen, trägt wenig zur psychischen Gesundheit bei. Wir sind in ständigem Austausch mit unserer Umwelt und sollten diese Umwelt daher so gestalten, dass diese positiv auf uns zurück wirkt.

Die Wohnpsychologie hat noch keine lange Tradition und daher noch kein klares Profil. Die Beziehung des Menschen zu seiner räumlichen Umwelt ist jedoch ein psychologisches Thema und wird in dieser Schriftenreihe auch so behandelt. Es werden also psychologische Erkenntnisse und Methoden verwendet um das Ziel, ein familiengerechtes Eigenheim, zu erreichen.

Diese Module geben den einzelnen Menschen und der Familie als Gruppe Unterstützung bei der Schaffung einer bedürfnisgerechten Wohnumgebung, als eine Voraussetzung für das Erleben von positiven Gefühlen.

Sehr schnell kann das Zuhause anstatt zu einem Ort des Wohlbehagens zu einem Ort des Konfliktes, des Ärgers und von Stress werden. Nicht selten hat das mit Fehlplanungen zu tun, die vorerst kaum ins Auge fallen aber im Familienalltag gravierende Folgen haben. Diese kritischen Punkte werden in den sieben MODULEN von „das Familienhaus“ behandelt. Auf der Grundlage wohnpsychologischer Erkenntnisse werden Sie Raumkonzepte und Planungsgrundsätze kennen lernen, die eine nachhaltige Zufriedenheit mit Ihrem Heim sichern.

Planen ist Ordnen

Das Ziel jeden Bauens ist es, für das Leben und Wohnen optimale Voraussetzungen zu schaffen. Für Familien bedeutet dies vor allem, so zu bauen, dass sich die Kinder optimal entfalten können und das Zusammenleben der Familie harmoniert. Dazu sind entsprechende räumliche Voraussetzungen notwendig. Diese MODULE werden den Weg dahin aufzeigen. Die Bauwirtschaft vermittelt oft den Eindruck: „Bauen ist eine rein technische Angelegenheit, und wie Wohnungen gestaltet sein sollten, ist sonnenklar.“ Doch die Ergebnisse lassen uns daran zweifeln. Es gibt immer wieder Wohnungen, die zu ständigen Nutzungskonflikten, vor allem zwischen Eltern und Kindern, führen. Häufig werden diese Konflikte jedoch anderen Umständen zugeschrieben. Das Kind, das aus Platzmangel in der Küche nicht bei der Mutter spielen kann und daher „lästig“ wird, oder der Jugendliche, der sich kontrolliert fühlt und daher auf inneren Rückzug geht, sind Beispiele für die Folgen unpassender Wohnungsgrundrisse. Was Familien wirklich brauchen um harmonisch zusammen leben zu können, ergibt sich aus den Entwicklungsphasen der Kinder und aus den damit zusammen hängenden Lebensphasen der Familie.

Problemzonen werden nicht erkannt

Der Weg zur familiengerechten Wohn- und Raumkonzeption gliedert sich in sieben Schritte. Weil es keine Einheitslösungen gibt und jede Familie den eigenen Weg finden muss, werden Ihnen zunächst Methoden vorgestellt, sich mit persönlichen Wohnbedürfnissen auseinander zu setzen. Für den/die Planer/in ist es wichtig, die Menschen zu kennen, für die er/sie plant bzw. baut.

Das MODUL 1 ist daher Ihren persönlichen Bedürfnissen gewidmet, die im MODUL 2 im Sinne einer partnerschaftlichen Bedürfnisanalyse zu einer gemeinsamen Synthese gebracht werden.

In der Folge werden im MODUL 3 die Bedürfnisse von Kindern betrachtet, die sich aus den Entwicklungserfordernissen ergeben. Die Lebensphasen der Kinder verlangen unterschiedliche Wohnvoraussetzungen bzw. Nutzungsmöglichkeiten. Daher werden im MODUL 4 die Veränderungen von Familien im gesamten Lebenszyklus und deren Auswirkungen auf das Wohnen besprochen.

Wohnen mit kleinen Kindern ist eine Herausforderung

Das Wohnen als Paar ist ganz unterschiedlich im Vergleich zum Wohnen mit kleinen Kindern, und wiederum ganz anders ist das Wohnen mit größeren Kindern oder Jugendlichen. Häufig komplett unberücksichtigt bleibt das Wohnen im Alter.

Im MODUL 5 erhalten Sie Vorschläge für eine familien- und kindergerechte Gestaltung der Gemeinschaftsbereiche und im MODUL 6 werden Ihnen wohnpsychologische Ansätze für die Gestaltung der persönlichen Bereiche des Wohnens vorgestellt.

Die individuelle und partnerschaftliche Bedürfnisanalyse, die Wohnbedürfnisse von Kindern im Lebenszyklus von Familien und deren Auswirkungen auf die Gemeinschafts- und Individualbereiche sind die Basis für familiengerechte Raumkonzepte, die in MODUL 7 vorgestellt werden.

Diese Raumkonzepte sollten unbedingt bereits vor der Phase der Planung von Häusern und Wohnungen erstellt werden.

Sieben Module für familiengerechte Raumkonzepte

MODUL 1 - Individuelle BedürfnisanalyseMODUL 2 - Partnerschaftliche BedürfnisanalyseMODUL 3 - Wohnbedürfnisse von KindernMODUL 4 - Familien im LebenszyklusMODUL 5 - Gemeinschaftsbereiche des WohnensMODUL 6 - Das persönliche WohnenMODUL 7 - Familiengerechte Raumkonzepte

Vorweg eine kurze Erläuterung der sieben MODULE, die im weiteren Text genauer beschrieben werden.

MODUL 1 - Individuelle Bedürfnisanalyse

In diesem MODUL möchte ich Sie motivieren, sich mit Ihren persönlichen Wünschen und Bedürfnissen zu beschäftigen und empfehle Ihnen die Durchführung einiger Übungen, wie z.B.:

die persönlichen Wohnbedürfnisse - eine Reise nach Innen

meine persönliche Wohngeschichte

mein persönliches Traumzimmer

wieso möchte ich ein Haus bauen

Collage der persönlichen Bilder

Fragenkatalog zur Bedürfnisanalyse

Anhand dieser Übungen werden Sie erkennen, dass es Bedürfnisse gibt, die sich sehr leise ausdrücken und Ihnen kaum bewusst sind. In der Hektik unseres Alltags verlieren wir immer öfter das Gefühl dafür, was uns wirklich gut täte. Damit das Haus zu einer Oase Ihres persönlichen Wohlbefindens wird und der Ort Ihres Zuhauseseins, wo Sie ankommen können, sollten Sie auf diese leisen, sehr persönlichen Bedürfnisse achten. Es ist wichtig, gerade diese Bedürfnisse in eine Sprache zu kleiden, damit sie nicht verloren gehen, dann mit dem Partner diskutiert und in die Planung eingebaut werden können.

MODUL 2 - Partnerschaftliche Bedürfnisanalyse

Durch die Übungen der ersten Phase, wird Ihnen deutlich werden, wie unterschiedlich wir Menschen in unserer Geschichte und unseren Bedürfnissen sind. Allein wenn man bedenkt, dass viele Menschen Behaglichkeit und Wohlbefinden erleben, wenn sie gewisse Dinge ihrer Kindheit wieder erleben dürfen. Die Geborgenheit von damals ist unwiederbringlich, kann aber wieder rekonstruiert werden. Es kann sein, dass Sie durch einen bestimmten Stoff an den Schaukelstuhl des Großvaters erinnert werden und Sie sich dadurch die guten Gefühle von damals wieder zurückholen; oder die Aussicht auf einen Berg stellt die Brücke zu Erinnerungen dar, die Ihnen sehr wertvoll sind.

eine gemeinsame Ordnung schaffen

Gehen Sie auf diese Entdeckungsreise und Sie werden merken, es ist ganz unmöglich, dass sich zwei Menschen in all ihren Bedürfnissen decken. Bereits vor der Planung eines Hauses ist es wichtig, die Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu vergleichen und die Planung daraus abzustimmen.

Das Hausbauen wird nur dann von Erfolg gekrönt sein, wenn die Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu einer Synthese gebrach worden sind.

MODUL 2 stellt Ihnen dazu u.a. folgende Methoden vor:

Ergebnisse der Übungen darstellen und diskutieren

Auswertung des Fragenkatalogs mit Planungshinweisen

gemeinsame Collage der persönlichen Bilder

MODUL 3 - Wohnbedürfnisse von Kindern

Wenn Wohnbedürfnisse für Erwachsene bereits sehr wichtig sind, ist eine familiengerechte Wohnung für Kinder umso bedeutsamer. Kinder sind auf ihre Umgebung angewiesen und benötigen eine liebende, beschützende aber auch eine anregende Umwelt. Das Wichtigste sind natürlich liebende Eltern, aber auch die räumliche Umwelt spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle für die Entwicklung unserer Kinder.

Die Wohnbedürfnisse von Kindern werden im MODUL 3 aus den notwendigen Entwicklungsschritten abgeleitet. Jede Phase der Entwicklung erfordert andere Wohnbedingungen. Ein Kleinkind braucht Nähe, ein Jugendlicher Distanz. Doch wie kann das im Wohnen realisiert werden?

Wohnbedürfnisse von Kindern sind Entwicklungsbedürfnisse

Die wesentlichen Bedürfnisse von Kindern werden in diesem MODUL 3 beschrieben, und daraus abgeleitete Empfehlungen für das Wohnen und Planen gegeben.

Diese Bedürfnisse sind:

Sicherheit und Schutz

Geborgenheit

Anregung zum Spiel

Erforschen der Umwelt

Kontakt mit Gleichaltrigen

Entwicklung von Fähigkeiten

Rückzug und persönlicher Raum

Diese Planungsrichtlinien sind von ganz besonderer Bedeutung, wenn ein junges Paar vor der Planung des Eigenheimes steht und noch alle Phasen einer Familienentwicklung vor sich hat.

MODUL 4 - Familien im Lebenszyklus

Die Bedürfnisse von Familien ändern sich. Vom Leben als junges Paar bis zum Leben nach dem Auszug der Kinder, ergeben sich sieben Phasen, die im MODUL 4 beschrieben werden.

eine Familie ist in stetem Wandel

Die Sieben Phasen im Lebenszyklus einer Familie:

Leben als Paar

Familie mit Kleinkind

Familie mit Vorschulkind

Familie mit Schulkind

Familie mit Jugendlichen

Auszug der Kinder

Leben im Alter

Die Lebensbedingungen dieser Phasen ergeben verschiedene Erfordernisse, die sich im Wohnen nieder schlagen sollen. Hausgrundrisse und Wohnungen sollten so flexibel sein, dass sie sich diesen Phasen anpassen können und nicht umgekehrt, sich die Menschen den Bedingungen anpassen müssen.

MODUL 5 - Gemeinschaftsbereiche des Wohnens

Die Gestaltung der Gemeinschaftsbereiche ist wesentlich für die Harmonie des Familienlebens. Entstehen durch die Raumaufteilung zu viele Nutzungskonflikte, kann dies eine negative Wirkung auf das Zusammenleben haben.

Die Qualität von Raumkonzepten hängt also stark davon ab, inwieweit die Gemeinschaftszonen den Anforderungen des sich wandelnden Familienlebens und den Entwicklungsbedingungen der Kinder gerecht werden. Durch eine Gliederung in Nutzungszonen werden Nutzungskonflikte vermieden und variables Wohnen, also verschiedene Tätigkeiten zur selben Zeit, möglich. Der Kernpunkt eines familiengerechten Raumkonzeptes ist das Familienzentrum als Zentrum des aktiven Lebens. Als Gegenpol ist jedoch auch ein ruhiger Bereich erforderlich. Häufig wird die Anordnung für die Funktionen Kochen, Essen, Wohnen zu wenig auf die wirklichen Bedürfnisse von Familien abgestimmt. Im MODUL 5 lernen Sie Wohnmodelle kennen, die für das Zusammenleben von Familien in unterschiedlichen Konstellationen geeignet sind.

MODUL 6 – das persönliche Wohnen

So wie die Gemeinschaftsbereiche zum Gelingen des Familienlebens beitragen, benötigt jede Person einen privaten Bereich, den er/sie ganz nach den individuellen Vorlieben gestalten kann. Privatheit ist ein wesentlicher Teil des menschlichen Lebens. Daher sollte für alle Familienmitglieder die Regelung der eigenen Privatheit möglich sein. Um den wechselnden Anforderungen der Familie gerecht zu werden, ist auch hier eine Nutzungsoffenheit von Vorteil. Die Zimmer sollten also austauschbar sein.

persönlichen Raum schaffen

Einige Aspekte, die im MODUL 6 behandelt werden, sind:

richtige Lage der Zimmer im Wohnungsverbund

persönliche Gestaltung durch Symbolik

Farbpsychologie und Raumpsychologie

MODUL 7 - Familiengerechte Raumkonzepte

Die Informationen aus den ersten sechs Phasen fließen in Ihrem individuellen Raumkonzept zusammen. Aus der Fülle von Informationen, die sich durch die Ergebnisse der Übungen und aus den Überlegungen zu den Entwicklungsphasen von Kindern und von Familien ergeben haben, können Sie mit den vorgeschlagenen Methoden ein Raumkonzept erstellen, das die Grundlage für eine solide Planung darstellt. Dazu ist eine Darstellungsform notwendig, die Veränderungen und Korrekturen auf einfache Weise zulässt. Ich habe die schematische Darstellung der Räume mit Zuordnungen in Form von Kreisen und Ellipsen gewählt. Die Aufgabe der Planung ist es dann, diese Zuordnungen in konkrete Räume zu formen.

Voraussetzungen für eine solide Planung

Dem Planer können Sie als Grundlage für seine Arbeit folgende Informationen weiter geben:

schematisches Raumkonzept mit Raumgrößen, Raumfunktionen, Raumzuordnungen und Nutzungsvarianten;

einzelne Raumblätter mit Angaben zur Funktion dieser Räume;

nach Bedarf weitere Ergebnisse Ihrer Übungen;

Mit der Bearbeitung dieser sieben MODULE haben Sie sich dafür entschieden, die Planung Ihres Traumhauses klar und geordnet vorzubereiten. Damit steht die weitere Planung auf soliden Füssen, weil die Bedürfnisse aller Familienmitglieder, die Entwicklungsphasen der Kinder und spätere Lebensphasen berücksichtigt wurden.

MODUL 1 – Individuelle Bedürfnisanalyse

Um in der Planung Ordnung herstellen zu können ist die inner Ordnung der Baufamilie und jedes Einzelnen eine wichtige Voraussetzung.

Um familiengerechte und bedürfnisorientierte Raumkonzepte erstellen zu können, ist der erste Schritt also die innere Ordnung der Personen, die im geplanten Haus wohnen wollen, zu ergründen und entsprechend festzuhalten. Die Bauwirtschaft hat die Tendenz, diese innere Ordnung der Menschen, die durchaus sehr unterschiedlich sein kann, zu ignorieren bzw. sehr vereinfacht darzustellen. Dadurch entstehen jedoch vielfältige Probleme. Im Extremfall erkennt eine Baufamilie nach dem Einzug in ihr neues Haus, dass es in vielen Punkten nicht zu ihren Bedürfnissen passt. Weiters kann sich die Lebenssituation von Familien sehr rasch ändern und die gegebene Raumstruktur dann nicht mehr passen. Dies kann vermieden werden, wenn von vornherein die Anforderungen der verschiedenen Lebensphasen von Familien in das Raumkonzept einfließen.

äußere Ordnung verlangt nach einer inneren Ordnung

In diesem MODUL 1