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Sie wollen nicht nur ein Haus bauen, sondern ein Familienhaus, also bedarfsgerecht für die Familie und auch für jeden einzelnen Bewohner. Dann geben Ihnen die Inhalte wertvolle Tipps, um Wohnqualität und damit Lebensqualität zu schaffen. Dabei werden die Bedürfnisse von Kindern in allen Lebensphasen genauso berücksichtigt, wie die der Eltern oder Bedürfnisse in späteren Lebensphasen. Wohnpsychologisch fundierte Arbeitsblätter und Anleitungen helfen, wirklich individuell zu planen. Dieses Buch beschreibt, wie Planung von bedürfnisorientierten Wohnhäusern vor sich gehen kann, und ist daher nicht nur für Baufamilien eine wertvolle Hilfe, sondern auch für die planenden Fachleute, seien es Architekten oder Baumeister.
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Seitenzahl: 139
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Einleitung
Psychologie des Wohnens
Planen ist Ordnen
Sieben Module für familiengerechte Raumkonzepte
MODUL 1 - Individuelle Bedürfnisanalyse
MODUL 2 - Partnerschaftliche Bedürfnisanalyse
MODUL 3 - Wohnbedürfnisse von Kindern
MODUL 4 - Familien im Lebenszyklus
MODUL 5 - Gemeinschaftsbereiche des Wohnens
MODUL 6 - das persönliche Wohnen
MODUL 7 - Raumkonzepte als Planungsgrundlage
MODUL 1 – Individuelle Bedürfnisanalyse
Ohne Achtsamkeit geht es nicht
Leise und versteckte Bedürfnisse
Übung - Der inneren Stimme lauschen
Träume Dich selbst
Übung - Das persönliche Traumzimmer
Persönliche Wohnerfahrungen
Übung - Persönliche Wohngeschichte
Bauen mit allen Sinnen
Übung - Die Sprache der Seele ist das Bild
Begreifen womit man baut
Übung - Materialqualitäten
Worum es wirklich geht
Übung - Warum Bauen
Lebensstil
Übung - Hobbys und Lebensstil
Welche Farben? – ein wenig Farbpsychologie
Planungsrelevante Fragen
Zusammenfassung
Übung – Zusammenfassung der persönlichen Wohnbedürfnisse
MODUL 2 – Partnerschaftliche Bedürfnisanaylse
Hausbauen als partnerschaftliches Projekt
Bauen ist Männersache, Wohnen ist Frauensache
Bedürfnisanalyse für Paare
Eine gemeinsame Linie
Muster für ein gemeinsames Plakat
Gemeinsame Bedürfnisse
Gemeinsame Entscheidungen
MODUL 3 – Wohnbedürfnisse von Kindern
Kindergerechte Wohnumwelt
Entwicklungsbedürfnisse von Kindern
Sicherheit und Schutz
Geborgenheit
Anregung zum Spiel
Funktionen des Spiels für die kindliche Entwicklung
Erforschen der Umwelt
Kontakt mit anderen Kindern
Entwicklung von Fähigkeiten
Bewegung
Rückzug und persönlicher Raum
Kinder in die Planung einbeziehen
Empfehlungen für kindgerechtes Bauen
Der kindliche Maßstab
Licht, Farben und Beleuchtung
Raumform und Raumhöhe
Raumgliederung
Einrichtung und Ausstattung
Kindgerechte Außenräume
Zusammenfassung
MODUL 4 – Familien im Lebenszyklus
Auszug aus dem Elternhaus
Leben als Paar
Familie mit Säugling und Kleinkind bis 2 Jahre
Entwicklungsaufgaben im Kleinkindalter
Wohnfunktionen im Kleinkindalter
Familie mit Kindern im Vorschulalter – 2 bis 6 Jahre
Entwicklungsaufgaben im Vorschulalter
Wohnfunktionen im Vorschulalter
Vermeidung von Nutzungskonflikten
Familie mit Schulkindern bis 12 Jahre
Entwicklungsaufgaben für Kinder im Schulalter
Wohnfunktionen für Kinder im Schulalter
Familie mit Jugendlichen ab 12 Jahren
Entwicklungsaufgaben für Jugendliche
Wohnfunktionen für Jugendliche
Familie nach Auszug der Kinder
Leben im Alter
Wohnen und Fernsehen
MODUL 5 - Gemeinschaftsbereiche des Wohnens
Funktionen des Wohnens
Übung – Kochen, Essen, Wohnen ....
das offene Wohnen
das konventionelle Wohnen
das funktionale Wohnen
Das Familienzentrum
Zur Geschichte des Familienzentrums
Die Vorteile des Familienzentrums
Planungshinweise für das aktive Familienzentrum
Die Planung Ihres aktiven Familienzentrums
Ein Familienzentrum für alle Lebensphasen
Das ruhige Wohnzimmer
Vorteile des ruhigen Wohnzimmers
Planungshinweise für das ruhige Wohnzimmer
Die Planung für Ihr ruhiges Wohnzimmer
Der kommunikative Eingangsbereich
Der integrierte Außenbereich
Zusammenfassung
MODUL 6 – das persönliche Wohnen
Ein eigener Raum – auch für die Eltern?
Das Kinderzimmer und seine Anforderungen
Die bedürfnisgerechte Gestaltung des Kinderzimmers
Die Ausstattung von Kinderzimmern
Die richtige Lage von Zimmer im Wohnungsverbund
Nutzungsvarianten in den Lebenszyklen
Persönliche Gestaltung
Raumpsychologie
Symbole beim Bauen und Wohnen
Das Dach
Die Wände
Die Türen
Die Fenster
Der Außenraum
Zäune
Farbpsychologie
Physiologische Wirkung von Farben
Psychologische Wirkung von Farben
Symbolische Wirkung von Farben
Farben für die Funktion und Nutzung von Räumen
Farbwirkung im Raum
Farbgestaltung in bestehenden Räumen
Wahrnehmungsstress
Vermeidung von Wahrnehmungsstress beim Bauen
MODUL 7 – familiengerechte Raumkonzepte
Familiengerechte Raumkonzepte in der Planung
Planungsgrundsätze für familiengerechtes Wohnen
Raumkonzept als Synthese
Darstellung eines Raumkonzeptes
Muster – Raumkonzept
Raumblatt mit Angaben zur Funktion und Nutzung
Literaturempfehlungen
Mehr denn je ist es für uns Menschen wichtig, einen Ort zu haben, an dem wir emotional auftanken können, der mit positiven Gefühlen, mit angenehmen Erinnerungen und mit Behaglichkeit besetzt ist. Der Wunsch nach einem Eigenheim verdeutlicht diesen Umstand. Dieser Wunsch ist gleichzusetzen mit dem Wunsch nach Heimat, Stabilität, Familienleben und nach einer stressfreien Zone. Die positiven Gefühle, die damit einhergehen, sind ein psychischer Anker in einer Welt des stetigen Wandels und der Unbeständigkeit. Positive Gefühle unterstützen den Aufbau und die Pflege von sozialen Beziehungen, sie erleichtern das Lernen, fördern Kreativität, wirken sich positiv auf unsere Gesundheit aus, indem sie Stressreaktionen abbauen und verbessern unsere psychischen Fähigkeiten, wie Widerstandsfähigkeit, Zielgerichtetheit und Optimismus.
Wohnung als Ort der positiven Gefühle
Diese Wirkungen der positiven Gefühle sind durch neuere Forschungen der Psychologie bestätigt. Allein der Einfluss unserer Umgebung, unserer Wohnungen, unserer Wohnumwelt auf diese Gefühle wurde bisher wenig thematisiert, liegt jedoch auf der Hand. Wohnpsychologie wurde bisher im Grunde nur von außerpsychologischen Fachrichtungen betrieben. Feng Shui, als alte chinesische Lehre, hat diese Thematik und die damit verbundenen Bedürfnisse aufgegriffen und im Westen umgesetzt. Hier spricht man von Energie, wo der psychologische Terminus Aufmerksamkeit wesentlich korrekter ist. Wird unsere Aufmerksamkeit nach außen gelenkt, können wir nicht zentriert bleiben, sind nicht bei uns und daher nicht stabil. Ein Raum, der die Aufmerksamkeit eines Menschen nicht bündeln kann, der ihn nicht unterstützt zu sich selbst zu kommen, trägt wenig zur psychischen Gesundheit bei. Wir sind in ständigem Austausch mit unserer Umwelt und sollten diese Umwelt daher so gestalten, dass diese positiv auf uns zurück wirkt.
Die Wohnpsychologie hat noch keine lange Tradition und daher noch kein klares Profil. Die Beziehung des Menschen zu seiner räumlichen Umwelt ist jedoch ein psychologisches Thema und wird in dieser Schriftenreihe auch so behandelt. Es werden also psychologische Erkenntnisse und Methoden verwendet um das Ziel, ein familiengerechtes Eigenheim, zu erreichen.
Diese Module geben den einzelnen Menschen und der Familie als Gruppe Unterstützung bei der Schaffung einer bedürfnisgerechten Wohnumgebung, als eine Voraussetzung für das Erleben von positiven Gefühlen.
Sehr schnell kann das Zuhause anstatt zu einem Ort des Wohlbehagens zu einem Ort des Konfliktes, des Ärgers und von Stress werden. Nicht selten hat das mit Fehlplanungen zu tun, die vorerst kaum ins Auge fallen aber im Familienalltag gravierende Folgen haben. Diese kritischen Punkte werden in den sieben MODULEN von „das Familienhaus“ behandelt. Auf der Grundlage wohnpsychologischer Erkenntnisse werden Sie Raumkonzepte und Planungsgrundsätze kennen lernen, die eine nachhaltige Zufriedenheit mit Ihrem Heim sichern.
Das Ziel jeden Bauens ist es, für das Leben und Wohnen optimale Voraussetzungen zu schaffen. Für Familien bedeutet dies vor allem, so zu bauen, dass sich die Kinder optimal entfalten können und das Zusammenleben der Familie harmoniert. Dazu sind entsprechende räumliche Voraussetzungen notwendig. Diese MODULE werden den Weg dahin aufzeigen. Die Bauwirtschaft vermittelt oft den Eindruck: „Bauen ist eine rein technische Angelegenheit, und wie Wohnungen gestaltet sein sollten, ist sonnenklar.“ Doch die Ergebnisse lassen uns daran zweifeln. Es gibt immer wieder Wohnungen, die zu ständigen Nutzungskonflikten, vor allem zwischen Eltern und Kindern, führen. Häufig werden diese Konflikte jedoch anderen Umständen zugeschrieben. Das Kind, das aus Platzmangel in der Küche nicht bei der Mutter spielen kann und daher „lästig“ wird, oder der Jugendliche, der sich kontrolliert fühlt und daher auf inneren Rückzug geht, sind Beispiele für die Folgen unpassender Wohnungsgrundrisse. Was Familien wirklich brauchen um harmonisch zusammen leben zu können, ergibt sich aus den Entwicklungsphasen der Kinder und aus den damit zusammen hängenden Lebensphasen der Familie.
Problemzonen werden nicht erkannt
Der Weg zur familiengerechten Wohn- und Raumkonzeption gliedert sich in sieben Schritte. Weil es keine Einheitslösungen gibt und jede Familie den eigenen Weg finden muss, werden Ihnen zunächst Methoden vorgestellt, sich mit persönlichen Wohnbedürfnissen auseinander zu setzen. Für den/die Planer/in ist es wichtig, die Menschen zu kennen, für die er/sie plant bzw. baut.
Das MODUL 1 ist daher Ihren persönlichen Bedürfnissen gewidmet, die im MODUL 2 im Sinne einer partnerschaftlichen Bedürfnisanalyse zu einer gemeinsamen Synthese gebracht werden.
In der Folge werden im MODUL 3 die Bedürfnisse von Kindern betrachtet, die sich aus den Entwicklungserfordernissen ergeben. Die Lebensphasen der Kinder verlangen unterschiedliche Wohnvoraussetzungen bzw. Nutzungsmöglichkeiten. Daher werden im MODUL 4 die Veränderungen von Familien im gesamten Lebenszyklus und deren Auswirkungen auf das Wohnen besprochen.
Wohnen mit kleinen Kindern ist eine Herausforderung
Das Wohnen als Paar ist ganz unterschiedlich im Vergleich zum Wohnen mit kleinen Kindern, und wiederum ganz anders ist das Wohnen mit größeren Kindern oder Jugendlichen. Häufig komplett unberücksichtigt bleibt das Wohnen im Alter.
Im MODUL 5 erhalten Sie Vorschläge für eine familien- und kindergerechte Gestaltung der Gemeinschaftsbereiche und im MODUL 6 werden Ihnen wohnpsychologische Ansätze für die Gestaltung der persönlichen Bereiche des Wohnens vorgestellt.
Die individuelle und partnerschaftliche Bedürfnisanalyse, die Wohnbedürfnisse von Kindern im Lebenszyklus von Familien und deren Auswirkungen auf die Gemeinschafts- und Individualbereiche sind die Basis für familiengerechte Raumkonzepte, die in MODUL 7 vorgestellt werden.
Diese Raumkonzepte sollten unbedingt bereits vor der Phase der Planung von Häusern und Wohnungen erstellt werden.
Vorweg eine kurze Erläuterung der sieben MODULE, die im weiteren Text genauer beschrieben werden.
In diesem MODUL möchte ich Sie motivieren, sich mit Ihren persönlichen Wünschen und Bedürfnissen zu beschäftigen und empfehle Ihnen die Durchführung einiger Übungen, wie z.B.:
die persönlichen Wohnbedürfnisse - eine Reise nach Innen
meine persönliche Wohngeschichte
mein persönliches Traumzimmer
wieso möchte ich ein Haus bauen
Collage der persönlichen Bilder
Fragenkatalog zur Bedürfnisanalyse
Anhand dieser Übungen werden Sie erkennen, dass es Bedürfnisse gibt, die sich sehr leise ausdrücken und Ihnen kaum bewusst sind. In der Hektik unseres Alltags verlieren wir immer öfter das Gefühl dafür, was uns wirklich gut täte. Damit das Haus zu einer Oase Ihres persönlichen Wohlbefindens wird und der Ort Ihres Zuhauseseins, wo Sie ankommen können, sollten Sie auf diese leisen, sehr persönlichen Bedürfnisse achten. Es ist wichtig, gerade diese Bedürfnisse in eine Sprache zu kleiden, damit sie nicht verloren gehen, dann mit dem Partner diskutiert und in die Planung eingebaut werden können.
Durch die Übungen der ersten Phase, wird Ihnen deutlich werden, wie unterschiedlich wir Menschen in unserer Geschichte und unseren Bedürfnissen sind. Allein wenn man bedenkt, dass viele Menschen Behaglichkeit und Wohlbefinden erleben, wenn sie gewisse Dinge ihrer Kindheit wieder erleben dürfen. Die Geborgenheit von damals ist unwiederbringlich, kann aber wieder rekonstruiert werden. Es kann sein, dass Sie durch einen bestimmten Stoff an den Schaukelstuhl des Großvaters erinnert werden und Sie sich dadurch die guten Gefühle von damals wieder zurückholen; oder die Aussicht auf einen Berg stellt die Brücke zu Erinnerungen dar, die Ihnen sehr wertvoll sind.
eine gemeinsame Ordnung schaffen
Gehen Sie auf diese Entdeckungsreise und Sie werden merken, es ist ganz unmöglich, dass sich zwei Menschen in all ihren Bedürfnissen decken. Bereits vor der Planung eines Hauses ist es wichtig, die Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu vergleichen und die Planung daraus abzustimmen.
Das Hausbauen wird nur dann von Erfolg gekrönt sein, wenn die Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu einer Synthese gebrach worden sind.
MODUL 2 stellt Ihnen dazu u.a. folgende Methoden vor:
Ergebnisse der Übungen darstellen und diskutieren
Auswertung des Fragenkatalogs mit Planungshinweisen
gemeinsame Collage der persönlichen Bilder
Wenn Wohnbedürfnisse für Erwachsene bereits sehr wichtig sind, ist eine familiengerechte Wohnung für Kinder umso bedeutsamer. Kinder sind auf ihre Umgebung angewiesen und benötigen eine liebende, beschützende aber auch eine anregende Umwelt. Das Wichtigste sind natürlich liebende Eltern, aber auch die räumliche Umwelt spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle für die Entwicklung unserer Kinder.
Die Wohnbedürfnisse von Kindern werden im MODUL 3 aus den notwendigen Entwicklungsschritten abgeleitet. Jede Phase der Entwicklung erfordert andere Wohnbedingungen. Ein Kleinkind braucht Nähe, ein Jugendlicher Distanz. Doch wie kann das im Wohnen realisiert werden?
Wohnbedürfnisse von Kindern sind Entwicklungsbedürfnisse
Die wesentlichen Bedürfnisse von Kindern werden in diesem MODUL 3 beschrieben, und daraus abgeleitete Empfehlungen für das Wohnen und Planen gegeben.
Diese Bedürfnisse sind:
Sicherheit und Schutz
Geborgenheit
Anregung zum Spiel
Erforschen der Umwelt
Kontakt mit Gleichaltrigen
Entwicklung von Fähigkeiten
Rückzug und persönlicher Raum
Diese Planungsrichtlinien sind von ganz besonderer Bedeutung, wenn ein junges Paar vor der Planung des Eigenheimes steht und noch alle Phasen einer Familienentwicklung vor sich hat.
Die Bedürfnisse von Familien ändern sich. Vom Leben als junges Paar bis zum Leben nach dem Auszug der Kinder, ergeben sich sieben Phasen, die im MODUL 4 beschrieben werden.
eine Familie ist in stetem Wandel
Die Sieben Phasen im Lebenszyklus einer Familie:
Leben als Paar
Familie mit Kleinkind
Familie mit Vorschulkind
Familie mit Schulkind
Familie mit Jugendlichen
Auszug der Kinder
Leben im Alter
Die Lebensbedingungen dieser Phasen ergeben verschiedene Erfordernisse, die sich im Wohnen nieder schlagen sollen. Hausgrundrisse und Wohnungen sollten so flexibel sein, dass sie sich diesen Phasen anpassen können und nicht umgekehrt, sich die Menschen den Bedingungen anpassen müssen.
Die Gestaltung der Gemeinschaftsbereiche ist wesentlich für die Harmonie des Familienlebens. Entstehen durch die Raumaufteilung zu viele Nutzungskonflikte, kann dies eine negative Wirkung auf das Zusammenleben haben.
Die Qualität von Raumkonzepten hängt also stark davon ab, inwieweit die Gemeinschaftszonen den Anforderungen des sich wandelnden Familienlebens und den Entwicklungsbedingungen der Kinder gerecht werden. Durch eine Gliederung in Nutzungszonen werden Nutzungskonflikte vermieden und variables Wohnen, also verschiedene Tätigkeiten zur selben Zeit, möglich. Der Kernpunkt eines familiengerechten Raumkonzeptes ist das Familienzentrum als Zentrum des aktiven Lebens. Als Gegenpol ist jedoch auch ein ruhiger Bereich erforderlich. Häufig wird die Anordnung für die Funktionen Kochen, Essen, Wohnen zu wenig auf die wirklichen Bedürfnisse von Familien abgestimmt. Im MODUL 5 lernen Sie Wohnmodelle kennen, die für das Zusammenleben von Familien in unterschiedlichen Konstellationen geeignet sind.
So wie die Gemeinschaftsbereiche zum Gelingen des Familienlebens beitragen, benötigt jede Person einen privaten Bereich, den er/sie ganz nach den individuellen Vorlieben gestalten kann. Privatheit ist ein wesentlicher Teil des menschlichen Lebens. Daher sollte für alle Familienmitglieder die Regelung der eigenen Privatheit möglich sein. Um den wechselnden Anforderungen der Familie gerecht zu werden, ist auch hier eine Nutzungsoffenheit von Vorteil. Die Zimmer sollten also austauschbar sein.
persönlichen Raum schaffen
Einige Aspekte, die im MODUL 6 behandelt werden, sind:
richtige Lage der Zimmer im Wohnungsverbund
persönliche Gestaltung durch Symbolik
Farbpsychologie und Raumpsychologie
Die Informationen aus den ersten sechs Phasen fließen in Ihrem individuellen Raumkonzept zusammen. Aus der Fülle von Informationen, die sich durch die Ergebnisse der Übungen und aus den Überlegungen zu den Entwicklungsphasen von Kindern und von Familien ergeben haben, können Sie mit den vorgeschlagenen Methoden ein Raumkonzept erstellen, das die Grundlage für eine solide Planung darstellt. Dazu ist eine Darstellungsform notwendig, die Veränderungen und Korrekturen auf einfache Weise zulässt. Ich habe die schematische Darstellung der Räume mit Zuordnungen in Form von Kreisen und Ellipsen gewählt. Die Aufgabe der Planung ist es dann, diese Zuordnungen in konkrete Räume zu formen.
Voraussetzungen für eine solide Planung
Dem Planer können Sie als Grundlage für seine Arbeit folgende Informationen weiter geben:
schematisches Raumkonzept mit Raumgrößen, Raumfunktionen, Raumzuordnungen und Nutzungsvarianten;
einzelne Raumblätter mit Angaben zur Funktion dieser Räume;
nach Bedarf weitere Ergebnisse Ihrer Übungen;
Mit der Bearbeitung dieser sieben MODULE haben Sie sich dafür entschieden, die Planung Ihres Traumhauses klar und geordnet vorzubereiten. Damit steht die weitere Planung auf soliden Füssen, weil die Bedürfnisse aller Familienmitglieder, die Entwicklungsphasen der Kinder und spätere Lebensphasen berücksichtigt wurden.
Um in der Planung Ordnung herstellen zu können ist die inner Ordnung der Baufamilie und jedes Einzelnen eine wichtige Voraussetzung.
Um familiengerechte und bedürfnisorientierte Raumkonzepte erstellen zu können, ist der erste Schritt also die innere Ordnung der Personen, die im geplanten Haus wohnen wollen, zu ergründen und entsprechend festzuhalten. Die Bauwirtschaft hat die Tendenz, diese innere Ordnung der Menschen, die durchaus sehr unterschiedlich sein kann, zu ignorieren bzw. sehr vereinfacht darzustellen. Dadurch entstehen jedoch vielfältige Probleme. Im Extremfall erkennt eine Baufamilie nach dem Einzug in ihr neues Haus, dass es in vielen Punkten nicht zu ihren Bedürfnissen passt. Weiters kann sich die Lebenssituation von Familien sehr rasch ändern und die gegebene Raumstruktur dann nicht mehr passen. Dies kann vermieden werden, wenn von vornherein die Anforderungen der verschiedenen Lebensphasen von Familien in das Raumkonzept einfließen.
äußere Ordnung verlangt nach einer inneren Ordnung
In diesem MODUL 1
