Das Fröschlein der Prinzessin - June T. Michael - E-Book

Das Fröschlein der Prinzessin E-Book

June T. Michael

0,0
1,49 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Maie hat ihre Dienstjahre bei der Winterherrin erfolgreich absolviert, fühlt sich jedoch nach dem Ende ihres Dienstes alleingelassen und von den Veränderungen in der Außenwelt überwältigt. Als ein Fluch sie auch noch in einen Frosch verwandelt, sitzt sie in einem Brunnen im Nirgendwo fest. Prinzessin Orla muss ebenso wie ihre Brüder einen Pfeil schießen, um ihre Zukünftige ausfindig zu machen. Als ihr magischer Pfeil in einen Brunnen fällt, hält sie die Mission für gescheitert - bis sie einen missmutigen Frosch aus dem Brunnen rettet. Können die zwei beieinander finden, wonach sie sich sehnlichst verzehren? "Das Fröschlein der Prinzessin" ist das erste Märchen aus Arl-Sere, gesammelt und aufbereitet von der Sorlyser Forscherin Eiris Elsett.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2023

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Das Fröschlein der Prinzessin

 

 

Märchen

June T. Michael

 

Alle Rechte bei June T. Michael

 

Copyright © 2023

c/o Autorenservice Patchwork

Schlossweg 6, A-9020 Klagenfurt

https://fantasyundfantasien.wordpress.com

Coverdesign: June T. Michael

 

9783757959500

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eiris' Widmung:

 

Für Tante Camelia und für mein Elter Rhaise, in tiefster Dankbarkeit.

 

Junes Widmung:

 

Für alle, die gerade den Trost eines süßen Märchens gebrauchen können.

Inhalt

 

1. Maie

2. Orla

3. Maie

4. Orla

5. Maie

6. Orla

7. Maie

8. Orla

Nachwort von Eiris Elsett

Danksagung

Weitere Geschichten aus Arl-Sere

Content Notes

1. Maie

Maie fühl­te sich ver­lo­ren. Ihr Haar und Leib von Gold be­stäubt, der Beu­tel schwer von noch mehr Gold, aber am schwers­ten war ihr Herz. Drei Jah­re war sie im Dienst der Win­ter­her­rin ge­blie­ben und es wa­ren ih­re glück­lichs­ten Jah­re. Vol­ler Hin­ga­be und Her­aus­for­de­run­gen.

Doch die Win­ter­her­rin hat­te ihr von An­fang an ge­sagt, dass ihr Dienst nicht von Dau­er sein wür­de und es war Mai­es Selbst­ver­leug­nung, die sie die­se Tat­sa­che ver­drän­gen ließ. Bis es zu spät war.

Nun aber hat­te sich das Hof­tor der Win­ter­her­rin zum zwei­ten und letz­ten Mal für sie ge­öff­net. Kaum war Maie hin­durch­ge­tre­ten und stand im Wald na­he ih­res eins­ti­gen Zu­hau­ses, ver­schwand es und ließ nur noch ei­ne Wand aus nackt ge­schüt­tel­ten Herbst­bäu­men hin­ter Maie zu­rück.

Es gab nur einen Weg und der führ­te vom Wald weg. Zu­rück zum Hof, auf dem al­les be­gon­nen hat­te.

Sie blieb erst ste­hen, als sie wie­der den Brun­nen er­reich­te, mit dem ihr Dienst be­gon­nen hat­te. Vi­el­leicht, wenn sie sich er­neut an der Spin­del stach und die To­re mit ih­rem Blut öff­ne­te … Nein. Die Her­rin hat­te deut­lich ge­nug ge­sagt, dass Maie nicht zu­rück­keh­ren konn­te. An die­sem Brun­nen hat­te sie nichts mehr zu hof­fen und das zu­ge­hö­ri­ge Ge­höft war zer­stört. Als wä­re sie nicht drei, son­dern drei­ßig Jah­re fort­ge­we­sen.

Auch hier gab es für Maie nichts mehr zu fin­den. Wi­der bes­se­ren Wis­sens schau­te sie sich den­noch um. »Mut­ter?« Sie hass­te es, die Stief­mut­ter so zu nen­nen. Aber auf der an­de­ren Sei­te hat­te sie durch sie das Dul­den ge­lernt, das ihr so viel Freu­de be­rei­tet hat­te. Da­für konn­te sie ihr auch de­ren Wunsch er­fül­len, sie ›Mut­ter‹ zu nen­nen.

Doch das einst leb­haf­te Haus lag still, das Dach in Tei­len ein­ge­fal­len und in dem ge­wei­ßel­ten Ofen leb­te ei­ne al­te Nat­ter.

Maie be­merk­te selt­sa­me, gelb-gräu­li­che Fle­cken über­all. Auf dem Bo­den, den Bän­ken. In den halb ver­rot­te­ten Über­res­ten ei­nes Wasch­zu­bers. Ih­re Spur führ­te sie in den Ver­schlag, in dem frü­her die Fa­mi­li­enkuh ge­lebt hat­te. Doch nun lag zwi­schen fau­li­gem Stroh le­dig­lich das Ske­lett ei­nes Men­schen, die Fin­ger­knö­chel mit der selt­sa­men Mas­se ver­klebt.

Maie stell­ten sich die Här­chen im Na­cken so sehr auf, dass die ver­än­der­te Haut­span­nung phy­sisch schmerz­te. Sie ging in die Ho­cke, streif­te den Är­mel über ih­re Hand und be­rühr­te die Kno­chen.

Ein dunk­ler Ne­bel stieg von dem Ge­bein auf und durch­drang mü­he­los den dich­ten Woll­stoff, be­rühr­te heiß ih­re Fin­ger und für einen Au­gen­blick hör­te sie das La­chen ih­rer Stief­schwes­ter Rei­ja.

Maie schüt­tel­te den Kopf. Ihr Ver­stand spiel­te ihr wohl Strei­che. Vi­el­leicht war es die er­drücken­de At­mo­sphä­re des zer­stör­ten Ge­bäu­des, samt Ske­lett und Brun­nen. Sie mach­te sich nicht ein­mal die Mü­he, die Rui­ne noch nach Ver­wert­ba­rem zu durch­su­chen. An­ge­sichts des Gol­des, das sie bei sich trug, war das oh­ne­hin un­nö­tig. Sinn­vol­ler war es, sich zur nächs­ten Ort­schaft zu be­ge­ben. Vi­el­leicht konn­te sie dort einen Wa­gen mie­ten oder ein Pferd kau­fen.

---ENDE DER LESEPROBE---