Das Gastmahl: Gespräch über Liebe und Erotik - Platon - E-Book

Das Gastmahl: Gespräch über Liebe und Erotik E-Book

Platón

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Beschreibung

Dieses eBook: "Das Gastmahl: Gespräch über Liebe und Erotik" ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Das Gastmahl ist ein in Dialogform verfasstes Werk des griechischen Philosophen Platon. Darin berichtet ein Erzähler vom Verlauf eines Gastmahls, das schon mehr als ein Jahrzehnt zurückliegt. An jenem denkwürdigen Tag hielten die Teilnehmer der Reihe nach Reden über die Erotik. Sie hatten sich die Aufgabe gestellt, das Wirken des Gottes Eros zu würdigen. Dabei trugen sie von unterschiedlichen Ansätzen aus teils gegensätzliche Theorien vor. Jeder beleuchtete das Thema unter einem besonderen Aspekt. Es handelt sich nicht um einen Bericht über ein historisches Ereignis, sondern um einen fiktionalen, literarisch gestalteten Text. Das Eros-Konzept der Diotima entspricht Platons eigenem Verständnis der Erotik, für das sich seit der Renaissance die Bezeichnung "platonische Liebe" eingebürgert hat. Es beinhaltet einen philosophischen Erkenntnisweg, einen Aufstieg, der vom Besonderen zum Allgemeinen, vom Vereinzelten zum Umfassenden führt. Der Liebende richtet den erotischen Drang im Lauf seines gestuften Erkenntnisprozesses auf immer umfassendere, allgemeinere, höherrangige und daher lohnendere Objekte. Der Weg beginnt mit der spontanen Begierde nach einem einzelnen schönen Körper und endet mit dem würdigsten Ziel, der Wahrnehmung des nur geistig erfassbaren "Schönen an sich". Mit dieser "Schau" des absolut Schönen erreicht die Sehnsucht des Erotikers ihre Erfüllung. Platon (428/427 v. Chr.-348/347 v. Chr.) war ein antiker griechischer Philosoph. Er war Schüler des Sokrates, dessen Denken und Methode er in vielen seiner Werke schilderte. Die Vielseitigkeit seiner Begabungen und die Originalität seiner wegweisenden Leistungen als Denker und Schriftsteller machten Platon zu einer der bekanntesten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Geistesgeschichte.

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Platon

Das Gastmahl: Gespräch über Liebe und Erotik

Das Symposion - Dialog über den Eros
e-artnow, 2018 Contact: [email protected]

Inhaltsverzeichnis

Cover
Titelblatt
Text

Apollodor.

Nun diesmal, Freunde, wäre’ ich ja wohl der Mann dazu, eure Neugierde zu befriedigen! Und damit ihr seht, daß ich die Geschichte noch ganz auswendig weiß, so hört nur! Gestern gehe ich von Phaleron, wo ich zu Hause bin, nach der Stadt. Unterwegs bekömmt mich einer von meinen Bekannten von hintenzu zu sehen, und ruft mir von ferne in spaßhafter Laune nach: „He da, gestrenger Herr Apollodorus, Bürger und Zünfter von Phaleron1, so nehmen Sie doch einen andern auch mit!“ Ich stand also still, bis er nachkam. – „Wie erwünscht,“ sagt er, „Apollodor, daß ich dich treffe. Ich habe dich schon aufgesucht, und wollte dich bitten, mir doch die Gespräche über die Liebe mitzutheilen, die neulich bey Agathons großem Schmause zwischen ihm, dem Sokrates, Alcibiades und andern Gästen vorgefallen sind. Es hat mir zwar schon ein anderer etwas davon gesagt, der es von Phönix, des Philippus Sohn, gehört hatte, das war mir aber nicht deutlich, und nicht umständlich genug. Und du sollst ja auch davon wissen. Also erzähle mir doch. Du hast gewiß vor andern Beruf, deines Freundes Reden und Grundsätze weiter zu verbreiten. Aber vor allen Dingen sage mir doch, warst du etwa selbst von der Gesellschaft?“ – Ja nun sehe ich wohl, daß dein Erzähler weder deutlich noch umständlich gewesen ist, da du dir einbildest, die Zusammenkunft, von der die Rede ist, wäre so ganz von neulich her, daß ich selbst hätte dabey seyn können. – „Nun ja, das dacht ich doch.“ – Wie wäre das aber möglich, lieber Glaukon? Weißt du denn nicht, daß schon seit vielen Jahren Agathon nicht mehr hieher gekommen ist. Und noch ist es nicht drey Jahre her, daß ich mit dem Sokrates umgehe, und daß mich alles, was er spricht und thut, so sehr interessirt. Vorher war ich dir wirklich ein unstäter Landstreicher, und so viel ich mir auch auf meine Thätigkeit einbildete, ein recht erbärmlicher Mensch! Nicht um ein Haar besser daran, als du alleweile; denn Philosophie ist doch auch in deinen Augen das Letzte, was man treiben muß. – „Nu, den Stich will ich mir verbitten! Aber sag mir doch, wenn war denn also der berühmte Schmauß?“ – Ach, damals waren wir noch Kinder. Agathon hatte seinen ersten Preis im Trauerspiel gewonnen. Diesem Sieg zu Ehren gab er seinen Schauspielern ein großes Fest, und den Tag darauf bat er auch einige gute Freunde zusammen. – „Das ist also schon eine sehr alte Geschichte, wie ich merke! aber, wer hat es denn dir erzählt? Etwa Sokrates selbst?“ – Nein, ich habe mit dem Phönix einerley Referenten. Es war ein gewisser Aristodemus, ein kleines Männchen, das immer baarfuß gieng; der war mit bey der Gesellschaft gewesen. Auch war er, meines Wissens, damals einer von Sokrates wärmsten Freunden. Doch hab’ ich nachher über verschiedne Punkte den Sokrates selbst befragt, und er hat mir versichert, es wäre alles so richtig, wie es mir jener erzählt hätte. – „Nun denn, du erzählst es mir doch auch? Wir können ja auf dem Wege nach der Stadt nichts bessers thun, als plaudern!“ – – So schlenderten wir mit einander fort, und sprachen von der Geschichte. Also könnt ihr denken, wie ich schon gesagt, daß ich sie ganz auswendig weiß. Soll ich sie etwa euch auch erzählen, so muß ich ja wohl. Ohnedem macht es mir, den Nutzen abgerechnet, allemal ein ausnehmendes Vergnügen, wenn ich über Philosophie sprechen oder andre hören kann. Wenn ich aber so andere Gespräche mit anhören muß, zumal wie sie in der Gesellschaft solcher reichen Negocianten und Kapitalisten, wie ihr seyd, vorfallen, so möchte ich sterben vor Langerweile, und bedaure euch als meine guten Freunde zugleich, daß ihr eine so nichtswürdige Beschäftigung für wahre Thätigkeit haltet. Freylich werdet ihr, umgekehrt, mich auch für einen armen Stümper halten, und ich glaube selbst, daß ihr den wahren Glauben habt; was ich aber von euch denke, das ist nicht bloßer Glaube, das ist Wissenschaft.

Ein Freund des Apollodor.

Du bleibst dir doch immer gleich, Apollodorus; immer der ewige Strafprediger gegen dich selbst und uns andere; und im Ernste, glaub’ ich, außer dem Sokrates hältst du alle Menschen, dich selbst an der Spitze, für erbärmliche Leute. Nun weiß ich zwar nicht, wie du zu dem Ehrentitel kömmst, daß dich die Leute einen Phantasten nennen; aber in Gesellschaften, gestehe ich, bist du wirklich nichts anders, denn immer ereiferst du dich gegen dich selbst und die ganze Welt, nur den Sokrates ausgenommen.

Apollodor.

Nun freylich, daraus siehst du ja eben, lieber Freund, da ich so von mir und euch denke, daß ich nichts anders bin als ein Phantast und ein verrückter Schwärmer!

Der Freund.

Nun darüber wollen wir nun alleweile nicht mit einander hadern; thu’ uns lieber jetzt den Gefallen, und erzähle uns die bewußte Unterredung.

Apollodor.

Ich kam zu Sokrates, sagte mir Aristodem, und fand ihn gebadet, und, was man sehr selten bey ihm sieht, mit Schuhen an den Füßen. „Wohin so geputzt, Sokrates?“ fragte ich ihn. Zu einem Gastmahl bey Agathon. Gestern da er sein Siegesfest feyerte, war mirs zu laut bey ihm; darum hab ichs ihm auf heute zugesagt. Und nun siehst du mich aufs beste herausgepuzt, damit ich dem schönen Mann keine Schande mache. Wo werde ich aber dich jetzt hinthun, Aristodem? hättest du etwa Lust, als ungebetener Gast die Gesellschaft zu vermehren? –

„Was du mit mir machen willst, Sokrates.“ – Laß uns also gehen. Wir wollen einmal dem Sprichwort eine kleine Gewalt anthun2 und uns einbilden, als hieße es:

Bey dem Edeln bittet der Edle sich selber zu Gaste.

Hat es doch Vater Homer sogar umgekehrt, da er den weichlichen Menelaus ungeladen zu des tapfern Agamemnons Opfermahl kommen läßt, den Schlechtern zu dem weit Edlern. – „Und mit Homer werd ich es wohl auch halten müssen, da ich mich als ein Mann von gemeinem Schlage bey einem Philosophen zu Gaste bitte. Wie wirst du es aber verantworten, Sokrates, daß du mich mitbringst? denn mache dich immer darauf gefaßt, daß ich mich auf deine Einladung berufe.“ Dazu wird sich auf dem Wege schon Rath finden. Komm nur.

So giengen wir also fort. Sokrates, der seinen Gedanken nachhieng, blieb bald zurück, und hieß mich, da ich auf ihn warten wollte, vorangehen. Es machte sich aber seltsam genug. Die Thüre an Agathons Hause fand ich offen und ein Sklave, der mir entgegen kam, führte mich gleich in den Saal, wo die andern schon an der Tafel waren und eben zulangen wollten. Du kommst eben recht, Aristodem, rief mir Agathon entgegen, wenn du unser Gast seyn willst; führt dich aber etwas anders hieher, so laß es immer auf einandermal anstehen. Ich habe dich gestern lange gesucht, um dich zu mir zu bitten, aber du warst nirgends zu finden. Warum bringst du uns aber den Sokrates nicht mit? – Jetzt erst sah ich mich um, und bemerkte, daß er mir nicht nachgekommen war. „Mit Sokrates komm’ ich eben her, sagte ich, und er ists, der mich zu dir eingeladen hat.

Das hast du gut gemacht, Aristodem. Aber wo hast du denn deinen Mann gelassen? „Er war eben noch hinter mir, und ich begreife nicht, wo er mag hingekommen seyn.“ Geschwind such ihn auf, sagte Agathon zu einem Sklaven und führe ihn herein –. Und du, Aristodem, magst inzwischen neben Eryximachus Platz nehmen. Laß dir von jenem Sklaven die Füße waschen, damit du dich alsdenn niederlassen kannst.

Unterdessen kam der vorige Sklav mit der Nachricht zurück: „Sokrates stehe im Vorhof eines Nachbar-Hauses; und kein Bitten habe ihn vermögen können, herein zu kommen.“ Das ist ja ein sonderbarer Einfall von ihm, rief Agathon. Geh noch einmal hin und ruhe nicht, bis du ihn mitbringst.

Nicht doch, sagte ich, laßt ihm immer seine Freiheit. Ihr kennt ja schon seine Weise, allein und in sich selbst versenkt, bald da bald dort stehen zu bleiben. Seid unbesorgt. Er kommt ganz gewiß von selbst, wenn ihr ihn jetzt in Ruhe lasset.

Agathon.

Wie du meinst Aristodem. – Unterdessen könnt ihr uns aufwarten, Sklaven! Sezet uns vor, was ihr wollt, heute sollt ihr einmal keinen Herrn haben. Bildet euch ein, ich sey auch eurer Gäste einer, und bewirthet uns so, daß wir euch loben können.

Wir fingen an zu speisen und Sokrates kam noch immer nicht. Agathon wollte mehrmalen nach ihm schicken, wenn ichs zugelassen hätte. Endlich kam er, und früher als er es sonst in solchen Fällen zu halten pflegt; doch hatten wir schon zur Hälfte abgespeiset. „Komm hieher, Sokrates, sagte Agathon, der unten an der Tafel allein saß3, „setze dich neben mich, vielleicht theilt sich mir durch die Berührung auch etwas von der Weisheit mit, die dir im Vorhofe erschienen ist; denn entdeckt hast du gewiß etwas, sonst dürften wir dich schwerlich schon haben.

Sokrates, (indem er sich niederläßt,)

Ich wäre es ganz wohl zufrieden, wenn es mit der Weisheit wäre wie mit dem Wasser, das aus dem vollen Krug durch das wollene Tuch in die leeren Becher tröpfelt. Dann würde mir der Platz neben Agathon noch einmal so werth seyn. Meine Weisheit, die sich wohl überhaupt noch bezweyfeln ließe, und die vielleicht nicht viel mehr ist als ein Traum, würde sich gar nicht übel in der Nachbarschaft der deinigen befinden, die dir kürzlich in so jungen Jahren vor einer glänzenden Versammlung von mehr als 30,000 Griechen soviel Ehre und Beyfall erworben.

Agathon.

Spotte nur Sokrates! Welcher von uns der größte Meister in der Weisheit sey, wollen wir nachher ausmachen. Bacchus soll nachher Schiedsmann seyn! Inzwischen laß dir jezt nur das Essen wol schmecken.

Sobald die Mahlzeit geendiget war, wurde die Libation4 verrichtet. Die Gäste sangen ein Loblied und verrichteten die übrigen Cerimonien; und nun wurden Anstalten zum Trinkgelage gemacht. – „Ich dächte“ fieng jetzt Pausanias an, „es würde nicht übel gethan seyn, heute jedem seine freye Wahl beym Trinken zu lassen. Ich wenigstens darf mir nicht viel zumuthen, mir ist der Kopf vom gestrigen Rausche noch schwer, und ich sollte meinen, euch nicht weniger; ihr habt euch wenigstens gestern auch wacker genug gehalten. Es wird euch also wohl auch recht seyn, wenn wir heute lieber jeden trinken lassen, soviel er will.“

Aristophanes.

Ein sehr vernünftiger Einfall von dir, Pausanias! Ich muß gestehen, ich bin auch einer von denen, die sich gestern zuviel zugemuthet haben

Eryximachus.

Topp! ich bins auch zufrieden. Aber was wird der große Trinker Agathon dazu sagen?

Agathon.

Meinetwegen könnt ihr beschließen, was ihr wollt. Der gestrige Tag könnte übrigens auch einem größern Trinker den Rest gegeben haben.

Eryximachus.

Das ist ja ein wahres unverhofftes Glück für mich und für Aristodem und für Phädrus, und für die andern, daß euch Meistern vom Stuhle die Lust zum Zechen heute auch vergangen ist. Wir andern sind ohnehin immer schwache Helden; den Sokrates ausgenommen, versteht sich, denn der ist immer auf beide Fälle gefaßt! Ihm wird es aber gewiß auch am gleichgültigsten seyn, was beschlossen wird. – So viel ich also sehen kann, wird heute hier nicht gezecht werden, und so wird mirs also die ehrsame Gesellschaft um so weniger übel deuten, wenn ich mir die Freyheit nehme, aus meiner Diätetik zu versichern, daß es auch sehr schädlich wäre. Die Entdeckung ist eben nicht sehr neu, aber sie ist wichtig genug für mich, daß ich mich in acht nehme; und wer gern einem guten Rath folgt, der wird sich auch von mir warnen lassen, zumal wenn er noch von gestern her einen Hieb hat.

Phädrus.

Was mich betrift, Eryximachus, ich bin bekanntlich immer sehr folgsam gegen deine Lehren gewesen, und du weißt, daß ich besonders vor deinen medicinischen Kenntnissen großen Respekt habe. Dein Rath scheint aber diesmal auch bey den andern ein günstiges Gehör zu finden.

Die Versammlung beschloß nun für heute mit Einwilligung aller, die dabey Sitz und Stimme hatten, eine allgemeine Trinkfreyheit; keiner sollte den andern mit Zutrinken inkommodiren, sondern jeder seiner freyen Wahl überlassen werden.

Eryximachus.

Dieses Zwanges wären wir also für heute loß. Nun möchte ich wohl der Gesellschaft noch einen zweiten Vorschlag thun. Ich sehe eben die Flötenspielerin kommen. Lasset uns diese auch wegschicken! Sie mag sich selbst eins vorblasen, wenn sie Lust hat, oder den Frauenzimmern im Hause. Wir wollen uns diesmal bloß mit Gesprächen unterhalten. Darf ich etwa auch einen Gegenstand vorschlagen, über den wir sprechen wollen?“

Alle waren es zufrieden, und er fuhr also fort:

Meinen Vortrag muß ich anheben, wie Menalippe beym Euripides:5“

Nicht von mir ist, was ich euch sage – dem Phädrus gehört es.

„Ist es nicht ärgerlich, Eryximachus,“ spricht er öfters ganz im Eifer zu mir; „So unzählige Hymnen und Loblieder haben sie gemacht, alle Götter haben sie besungen, hundert tausend Dichter sind in der Welt, und noch nicht ein einziger von ihnen hat den vernünftigen Einfall gehabt, den Amor zu besingen. Ich wüßte doch warlich keinen belohnenderen Gegenstand für einen Dichter, als diese alte und mächtige Gottheit. Und siehst du, zum größten Aerger haben auch unsre Prosaiker eben so wenig daran gedacht! Sieh nur die Schriften unsrer Sophisten an – ja, auf Herkules und dergleichen kannst du wohl Lobreden finden, wie z. B. beim Prodikus, der noch einer der besten unter ihnen ist. – Doch das möchte alles noch hingehen! Aber dieser Tagen fiel mir ein Buch in die Hand, worin ein tiefgelehrter Mann den weisen Gedanken ausführt, dem Salz eine lange Lobrede zu halten – Nein, es ist in der That nicht auszuhalten! Solche Dinge lobpreißt man, mit solchen Dingen gibt man sich soviel Mühe, und dem Amor allein will niemand ein Loblied gönnen?“ – Mich dünkt, Phädrus hat nicht so ganz Unrecht, und es wäre wohl Zeit, diesen Fehler gut zu machen. Wie wär es nun, wenn wir das Lob dieser Gottheit zum Gegenstand unsrer jetzigen Unterhaltung machten. Dürftig wenigstens ist dieser Stoff nicht, und unwürdig gewiß noch weniger! Mein Vorschlag ist also: jeder von uns hält, der Reihe nach, dem Amor eine Lobrede, versteht sich, so gut ers kann! Phädrus muß den Anfang machen, weil er oben ansitzt, und die Veranlassung zu diesem Vorschlag gegebenhat.

Sokrates.