Verlag: Ullstein Ebooks in Ullstein Buchverlage Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2012

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E-Book-Beschreibung Das gläserne Paradies - Petra Durst-Benning

Das erlebt die junge Wanda am eigenen Leib, als sie 1911 zu ihrer Glasbläserfamilie in den Thüringer Wald zurückkehrt: Das gläserne Paradies ist in Gefahr, denn eine der wichtigsten Glashütten soll verkauft werden. Wanda versucht, mit allen Mitteln zu helfen. Doch was als vielversprechende Rettungsaktion gedacht war, endet fast in einer Katastrophe ...

Das erlebt die junge Wanda am eigenen Leib, als sie 1911 zu ihrer Glasbläserfamilie in den Thüringer Wald zurückkehrt: Das gläserne Paradies ist in Gefahr, denn eine der wichtigsten Glashütten soll verkauft werden. Wanda versucht, mit allen Mitteln zu helfen. Doch was als vielversprechende Rettungsaktion gedacht war, endet fast in einer Katastrophe ...

Meinungen über das E-Book Das gläserne Paradies - Petra Durst-Benning

E-Book-Leseprobe Das gläserne Paradies - Petra Durst-Benning

Schöne Lesestundenwünscht herzlichst

Petra Durst-Benning

Das Buch

Lauscha im Thüringer Wald, 1911. Johanna, die älteste der drei Steinmann-Schwestern, führt schon seit Jahren die Glasbläserei der Familie weiter, die durch die künstlerische Begabung von Marie, der jüngsten Schwester, zu unerwartetem Ruhm gelangt ist: Die farbenfrohen, fein verzierten Christbaumkugeln werden in der ganzen Welt geschätzt. Doch nun ist »das gläserne Paradies« in Gefahr, denn eine der wichtigsten Glashütten der Gegend soll verkauft werden. Den Lauschaer Glasbläsern droht eine Übernahme durch die reichen Großhändler. Johannas Nichte Wanda, frisch aus Amerika zurückgekehrt, ist fest entschlossen, die Glashütte zu retten. Mit Hilfe des jungen Bankangestellten David Wagner gründet sie eine Genossenschaft und investiert das mühselig zusammengekratzte Kapital der Lauschaer in ein vielversprechendes, aber auch riskantes Börsengeschäft. Doch Glück und Glas sind zerbrechlich: Was als rauschhaftes Abenteuer beginnt, endet in einer Katastrophe. Vom gläsernen Paradies bleibt nur ein Scherbenhaufen, Wanda und die Glasbläser scheinen alles verloren zu haben …

Mit Das gläserne Paradies präsentiert Petra Durst-Benning den dritten Band ihrer großen historischen Saga um die drei Steinmann-Schwestern.

Die Autorin

Petra Durst-Benning, 1965 in Baden-Württemberg geboren, ist Autorin, Übersetzerin und Dolmetscherin. Sie lebt südlich von Stuttgart auf dem Land. Die Gesamtauflage ihrer Bücher liegt inzwischen bei zwei Millionen. Mehr über Petra Durst-Benning und ihre Romane erfahren Sie unter www.durst-benning.de.

Von Petra Durst-Benning sind in unserem Hause bereits erschienen:

Die Glasbläserin · Die Amerikanerin · Das gläserne Paradies ·

Die Samenhändlerin · Floras Traum (Das Blumenorakel) ·

Die Zuckerbäckerin · Die Zarentochter · Die russische Herzogin ·

Solange die Welt noch schläft · Die Champagnerkönigin · Bella Clara ·

Die Silberdistel · Die Liebe des Kartographen · Die Salzbaronin ·

Antonias Wille · Winterwind · Mein Findelhund

Petra Durst-Benning

Das gläserne Paradies

Roman

List Taschenbuch

Besuchen Sie uns im Internet:www.ullstein-taschenbuch.de

Alle Rechte vorbehalten. Unbefugte Nutzungen,

wie etwa Vervielfältigung, Verbreitung,

Speicherung oder Übertragung

können zivil- oder strafrechtlich verfolgt werden.

Neuausgabe

Ungekürzte Ausgabe im List Taschenbuch

List ist ein Verlag der Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin.

Juni 2017

© Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2006/Ullstein Verlag

Umschlaggestaltung: bürosüd° GmbH, München

Titelabbildung: living4media / © Sarah Hogan

Satz: Dörlemann Satz, Lemförde

eBook-Konvertierung: CPI – Ebner & Spiegel, Ulm

eBook ISBN 978-3-8437-0408-3

IN MEMORIAMAlfi

»Die Menschen, die am hellen Tag träumen,

lernen Dinge, die denen entgehen müssen,

die nur nachts träumen.«

Dante Gabriel Rosetti

PROLOG

18. September 1911

Mit steifem Rücken und versteinerter Miene ging Wanda in Richtung Bahnhof. Wie immer um diese Tageszeit herrschte dort reger Betrieb: Glasbläser aus dem nahen Lauscha, die ihre Waren bei einem Sonneberger Verleger ablieferten, Hausfrauen aus Steinach und anderen umliegenden Gemeinden, die es nach ihren Einkäufen in der großen Stadt nun eilig hatten, wieder nach Hause zu kommen, Geschäftsleute, die mit wichtiger Miene wichtige Aktenkoffer mit sich trugen. Viele der Wartenden streckten ihre Gesichter der Sonne entgegen, um die letzten wärmenden Strahlen zu genießen.

Doch Wanda spürte weder die Sonne, die für Mitte September noch ungewöhnlich warm war, noch bemerkte sie den verführerischen Geruch, der aus einer nahen Wurstbraterei herüberwehte.

Als sie endlich auf dem Bahnsteig stand, erschlaffte ihre angespannte Miene.

Aus. Vorbei. Sie brauchte keine Contenance mehr zu zeigen. Niemanden würde es mehr kümmern, ob sie heulte oder tobte oder ob ihr der Rotz aus der Nase lief wie bei einem kleinen Kind.

Aber sie heulte nicht. Und sie tobte nicht.

Sie spürte nicht einmal mehr ihre Traurigkeit, nicht die Angst und nicht die Sorge.

Denn sie hatte alles verloren.

Sie hatte die Menschen, die ihr am nächsten standen, enttäuscht, war eine Versagerin auf der ganzen Linie.

Hatte sie das nicht schon immer gewußt?

Ihr Blick heftete sich auf die Schienen. Oh, wie vertraut war ihr der Weg, den die Bahn von Sonneberg nach Lauscha nahm! In- und auswendig kannte sie diese Strecke. Kannte jede der Kurven, in denen es einen auf den harten Bänken zur Seite drückte, kannte das Stück, wo die Lokomotive zu schnaufen anfing und immer langsamer wurde. Sie wußte, wann die schattigen Stellen entlang der steilen Berghänge kamen, wo es in den Abteilen urplötzlich düster wurde.

Wie romantisch hatte sie diese Bahnstrecke stets empfunden! Genauso romantisch wie ihr Lauscha am Ende der Strecke. Eingebettet in das hochgelegene Tal, mitten im gläsernen Paradies …

Wanda stöhnte auf. Bei dem Gedanken daran, wie viele Menschen dort am Bahnhof auf sie warteten, verkrampfte sich ihr Magen. Bestimmt stand schon jetzt ein Empfangskomitee bereit, womöglich mit Wein und Gesang – warum sonst hatten die anderen darauf bestanden, ausgerechnet heute in Lauscha zu bleiben, statt sie an diesem großen Tag nach Sonneberg zu begleiten? Und diesen treuen, lieben Seelen, die ihr vertraut hatten und die nun mit ihr feiern wollten, sollte sie entgegentreten und ins Gesicht sagen, daß –

Nein, niemals! Nie mehr würde sie die Bahnstrecke entlangfahren, nie mehr würde sie in Lauscha ankommen. Für sie gab es keine Einkäufe mehr zu tätigen oder wichtige Unterlagen in wichtig aussehenden Aktenkoffern zu transportieren.

Sie war am Ende ihrer Reise angelangt. Was für ein seltsames Gefühl.

Wieviel anders hatte sich gestern noch alles angefühlt, während des feierlichen Gottesdienstes zur Einweihung der neuen Kirche in Lauscha!

In ihrem Rücken hörte sie die Geräusche des nahenden Zuges. Schon lag ein Hauch von verbrannter Kohle in der Luft. Je näher der Zug kam, desto rußgeschwängerter würde die Luft werden, und die Menschen auf dem Bahnsteig, die gerade noch so genießerisch in die Sonne schauten, würden anfangen zu prusten, und ihre Nasen würden sich kräuseln.

Erst im letzten Winter hatte sich eine junge Frau vor einen herannahenden Zug gestürzt. Ihr schrecklicher Tod hatte in allen Zeitungen Schlagzeilen gemacht. Wanda hatte sich damals nicht vorstellen können, welche Verzweiflung einen Menschen zu solch einer Tat treiben konnte. Dem Leben auf diese Art ein Ende zu setzen wäre feige, hatte sie behauptet. Sie erinnerte sich noch genau an das Gespräch mit Eva, das über diesem Thema zum Streit ausgewachsen war. Eva hatte die Selbstmörderin und ihre Verzweiflung verstanden. Als feige hätte sie einen solchen Menschen nie bezeichnet. Von den Schienen zermalmt zu werden war schließlich kein gnädiger Tod, die Gliedmaßen wurden durch tonnenschwere Lasten abgetrennt, Gedärme entblößt, der ganze Körper zermalmt … Wanda hatte davon nichts hören wollen.

Du und deine selbstherrliche Arroganz! tönte es schrill in ihren Ohren. Immer hast du geglaubt, alles allein meistern zu können. Hast dir eingebildet, besser zu sein als andere. Mehr zu können, mehr zu wissen und zu wagen.

Das Schrillen in ihren Ohren wurde lauter und lauter. Wanda drehte sich um, sah den dampfenden, schwarzen Koloß näher und näher kommen.

Aus. Vorbei. Alles verloren.

Sie machte einen Schritt nach vorn.

1. KAPITEL

Ende Mai 1911

»Entschuldigen Sie, gnädige Frau, daß ich nochmals frage, aber soll ich wirklich ›Vater unbekannt‹ eintragen?«

Mit gezückter Feder und erhobenen Brauen beugte sich der Beamte über den Tisch, schob die Geburtsurkunde dabei fast angewidert von sich. Die Sonnenstrahlen, die durch das Fenster hinter ihm fielen, verliehen seinem Haupt eine Art Heiligenschein, der so gar nicht zu der Art paßte, wie er das »gnädige Frau« aussprach.

Weder Wanda noch Johanna war sein anmaßender Ton entgangen, doch keine der beiden Frauen reagierte darauf. Was hätten sie auch sagen sollen?

Als Wanda nicht gleich antwortete, setzte der Mann noch hinzu: »Den Makel, in Schande geboren worden zu sein, verliert ein Mensch sein Leben lang nicht mehr, das ist Ihnen doch sicher bewußt? Wollen Sie das Ihrer Tochter wirklich antun?« Er machte sich keine Mühe, sein Mißfallen zu verbergen.

Wanda blinzelte.

Noch nie in ihrem Leben war sie so müde gewesen.

Ihr Blick fiel auf den Säugling auf ihrem Arm, der selig schlief – nachdem er die ganze Nacht hindurch gekräht hatte. Wie jede Nacht seit ihrer Rückkehr nach Lauscha vor fünf Tagen …

»Ja«, sagte sie mit bemüht fester Stimme.

Der Beamte seufzte. »Ich muß schon sagen, das ist eine ziemlich abenteuerliche Geschichte. Eine Amerikanerin besucht ihre Verwandtschaft in Lauscha, weilt jedoch zur Niederkunft ihres Kindes in Italien …« Abwartend, fast lauernd, starrte er über seinen Schreibtisch, auf dem kleine Staubflusen im Sonnenlicht tanzten.

Ein müdes Lächeln huschte über Wandas Gesicht.

Abenteuerlich? Was würde der Mann erst sagen, wenn er die Wahrheit wüßte? Bestimmt würde ihm der Bleistift, den er gerade so hingebungsvoll spitzte, vor Schreck aus der Hand fallen.

Die Wahrheit lautete nämlich, daß das Kind auf ihrem Arm gar nicht ihr eigenes war, sondern das ihrer Tante Marie.

Marie, der sie, Wanda, nicht mehr hatte helfen können. Die jämmerlich verreckt war.

Marie, die ihrer großen Liebe Franco nach Genua gefolgt war und dort hatte feststellen müssen, daß ihr Mann nicht nur ein Lügner, sondern auch ein Mörder war.

Marie, die aufgrund dieses Wissens von Francos Familie eingesperrt worden war wie ein Tier. Oh, der Käfig war ein goldener gewesen, das schon! Aber das hatte nichts an der Tatsache geändert, daß sie die letzten Wochen ihrer Schwangerschaft hatte allein überstehen müssen, den Kopf voller Sorgen und Ängste, das Herz schwer ob des Betrugs, dem sie aufgesessen war. Weder Maries Schwestern noch Wanda hatten etwas von dieser schrecklichen Entwicklung gewußt – Marie war jeglicher Kontakt mit der Außenwelt verboten worden. Ihr Ehemann Franco war zu jener Zeit längst von der New Yorker Polizei in Haft genommen worden, nachdem Ermittlungen ergeben hatten, daß die Familie de Lucca Menschenhandel im großen Stil von Italien nach Amerika durchführte. Menschenhandel, bei dem es Tote gegeben hatte. Ihr Mann ein Mörder – allein dieses Wissen mußte Marie fast umgebracht haben.

Wanda schauderte. Reiß dich zusammen, sieh zu, daß du die Sache mit der Geburtsurkunde erledigt bekommst, sagte eine drängende Stimme in ihr, doch die Erinnerung an die schrecklichen Erlebnisse in Genua war stärker.

Wanda hatte ihre Tante nur besuchen wollen und war auf nichts Böses gefaßt gewesen. Die Hölle, in die sie dann geriet, hätte sie sich nicht in ihren schlimmsten Alpträumen vorstellen können.

Sie schaute hoch zu dem Beamten, der gerade einen zweiten Bleistift zu spitzen begann.

Noch einmal Luft holen, ein bißchen wacher werden, die Erinnerung wegschieben – dann würde sie dem Mann all die Antworten liefern, die er haben wollte. Damit sie bekam, was sie dringend haben mußte: eine rechtmäßige Geburtsurkunde für Sylvie.

Das war es, was Marie gewollt hatte.

Marie …

Wenn sie nicht aufpaßte, würde der Gedanke an die Tante ihre Tränen zum Fließen bringen, und sie würde nicht mehr aufhören können zu weinen.

Nur das nicht. Nicht in dieser stickigen Amtsstube auf dem Sonneberger Rathaus, wo zwischen staubigen Aktenmappen Tod und Leben festgehalten wurden.

Als Marie nach der Geburt starkes Fieber bekam, hatte ihnen lediglich der Arzt der Familie de Lucca zur Seite gestanden. Der Mann sprach weder Deutsch noch Englisch, so daß Wanda keine Möglichkeit hatte, sich mit ihm zu verständigen. Mehrmals hatte sie Francos Mutter, die Contessa, angefleht, man möge Marie doch in ein Krankenhaus bringen, weil es dort vielleicht bessere Mittel und Wege gab, die eitrige Entzündung und das Fieber, das daraus entstanden war, zu behandeln. Doch die Contessa hatte vehement abgelehnt und darauf bestanden, daß ausschließlich der Familienarzt Zutritt zum Krankenzimmer bekam.

Wanda schluckte. Hätte sie in diesem Punkt beharrlicher sein sollen? Hätte sie Marie nicht eigenhändig aus dem Palazzo befreien und in ein Krankenhaus schleppen können? Wäre sie dann noch am Leben? Aber wie hätte sie das bewerkstelligen sollen? Wo sie selbst es nicht einmal gewagt hatte, den Palazzo zu verlassen, aus lauter Angst, keinen Einlaß mehr zu bekommen.

Sie hatte Francos Eltern nicht getraut, genausowenig, wie sie Franco traute.

Franco … Allein der Gedanke an ihn ließ Wanda frösteln.

War er noch in Amerika? Oder war der Einfluß der Familie de Lucca groß genug, um den Sohn aus einem amerikanischen Gefängnis herauszuholen? Wußte Franco inzwischen, daß er eine Tochter hatte und daß sie, Wanda, dieses Kind von seinen schrecklichen Eltern freigekauft hatte?

Marie hatte Tagebuch geführt, und diese Aufzeichnungen durften den Palazzo nach Meinung der Familie de Lucca unter keinen Umständen verlassen. Sylvie im Austausch gegen Maries Wissen um die Schandtaten der Familie: Das war der Handel gewesen, auf den Wanda eingegangen war. Denn hätte sie Maries Tochter etwa in Italien zurücklassen sollen?

»Du mußt Sylvie nach Lauscha bringen!« hatte Marie sie angefleht. »Meine Tochter soll unter Glasbläsern aufwachsen und nicht unter Mördern!« Ihre Augen hatten zu jener Zeit schon einen seltsamen Glanz gehabt. Einen Glanz, der Wanda erschreckte. Als ob Marie von innen her glühen würde. Kurze Zeit später hatte sie die Augen für immer geschlossen.

Wanda handelte also nach Maries Letztem Willen. Aber was war mit dem Kindsvater? Wenn Franco von der Sache erfuhr, würde er nicht zulassen, daß sein Kind woanders als im elterlichen Palazzo aufwuchs, soviel war sicher.

Wanda gab sich einen Ruck. Sie verlagerte Sylvie auf ihren linken Arm, dann zog sie ein zerknittertes Papier aus ihrer Tasche.

»Das hier ist die italienische Geburtsurkunde meiner Tochter.«

Stirnrunzelnd nahm der Beamte das Dokument entgegen. »Warum haben Sie mir die nicht gleich gegeben? Nicht, daß Ihnen ausländische Papiere bei uns viel nutzen würden … Aber wenn ein solches Dokument schon von den italienischen Behörden ausgestellt wurde, erleichtert das meine Arbeit natürlich erheblich. Also, was steht denn da … Geboren am 21. Mai …« Er warf erst dem Kind einen Blick zu, dann nahm er erneut Wandas Reisepaß in die Hand und blätterte ihn durch. Man konnte förmlich sehen, wie es hinter seiner Stirn ratterte.

Johanna räusperte sich. »Sie vermuten richtig«, sagte sie mit belegter Stimme. »Meine Nichte war schon – guter Hoffnung, als sie im vergangenen Oktober bei uns eingetroffen ist. Meine Schwester Ruth hielt es für sinnvoll, ihre Tochter für unbestimmte Zeit in unsere Obhut zu geben. Wäre sie in New York geblieben, hätte dies nur für unnötiges Gerede gesorgt, Sie verstehen? Ich hab zu ihr gesagt: ›Ruth, so was kommt in den besten Familien vor, mach dir keine Sorgen!‹« Sie lachte gekünstelt.

Wanda warf ihrer Tante einen schrägen Blick zu. Ob Johanna nicht ein bißchen zu dick auftrug?

Die Mundwinkel des Mannes kräuselten sich mißbilligend.

»Und Ihre Obhut bestand also darin, ein minderjähriges, lediges Mädchen in guter Hoffnung mutterseelenallein nach Italien reisen zu lassen? Ich habe ja schon einiges gehört, aber …« Geradezu fassungslos schaute der Beamte Johanna an.

Die starrte wütend aus dem Fenster.

Wanda schmunzelte heimlich. Somit wäre also nicht nur ihr Ruf ruiniert …

»Amerika – damit hat sich die Frage nach dem Kindsvater wohl endgültig geklärt«, murmelte der Beamte und kritzelte etwas in das vor ihm liegende Formular.

Wanda seufzte erleichtert auf. Gleich würden sie es geschafft haben. Ob sie den Herrn wohl bitten konnte, das Fenster ein wenig zu öffnen? Etwas Luft täte ihr gut und –

»Und Ihre Mutter? Wo ist die eigentlich?«

Verwirrt und auch eine Spur ängstlich schaute Wanda den Beamten an. Sylvies Mutter? Glaubte der Mann immer noch nicht, daß sie Sylvies Mutter war?

Johanna räusperte sich. »Wir erwarten Wandas Mutter in den kommenden Wochen. Sie kann es kaum erwarten, ihre Tochter wieder in die Arme zu schließen. Auf ihr Enkelkind freut sie sich natürlich auch – eine große Versöhnung steht uns also ins Haus, Sie verstehen?«

Der Mann beugte sich erneut über die Geburtsurkunde und murmelte dabei etwas von »liederlichen Verhältnissen«. Im nächsten Moment schob er das Dokument über den Tisch.

»Sylvie Miles, geboren am 21. Mai 1911 in Genua, Mutter Wanda Miles, Vater unbekannt – das macht drei Mark vierzig, zahlbar gleich im Zimmer nebenan, dort bekommen Sie auch eine Quittung über diesen Betrag.«

2. KAPITEL

Nachdem sich ihr Aufenthalt im Sonneberger Rathaus so lange hingezogen hatte, war der Zug, der die drei nach Lauscha hätte bringen sollen, längst abgefahren. Bis der nächste Zug fuhr, blieb ihnen noch eine gute Stunde Zeit. Johanna schlug vor, in eine nahe gelegene Wirtschaft zu gehen. Wanda hätte lieber auf dem Bahnsteig gewartet, willigte aber schließlich ein. Es war zwar ein sonniger Tag, doch der Wind kam aus Osten und war frisch – zu frisch, um sich mit einem Säugling über eine Stunde lang auf einem zugigen Bahnsteig die Beine in den Bauch zu stehen.

»Puh, das wäre geschafft!« Johanna umklammerte ihre Kaffeetasse, als befände sich darin das kostbarste Lebenselixier.

»Was für ein schrecklicher Mensch!« sagte sie zwischen zwei Schlucken. »Dieser unverschämte Ton – unter anderen Umständen hätte der etwas von mir zu hören bekommen! Nun ja, was soll’s …« Sie machte eine wegwerfende Handbewegung. »Jedenfalls haben wir erreicht, was wir wollten. Du bist Mutter, und ich weiß nicht, ob ich dir dazu gratulieren soll! Herr im Himmel, wo du noch nicht einmal volljährig bist …« Ein tiefer Seufzer folgte.

»Aber in einem Jahr bin ich’s!« sagte Wanda. Nachdem sie sich versichert hatte, daß Sylvie noch immer selig in ihrem Kinderwagen schlief, trank auch sie in Ruhe ihren Kaffee. Früher hatte sie das schwarze Gebräu nicht ausstehen können, aber in den Monaten, in denen sie bei Johanna und ihrer Familie gelebt hatte, änderte sie ihre Meinung. Eine Tasse Kaffee war für sie nun nicht mehr ein etwas bitteres Heißgetränk, sondern bedeutete ein bißchen Luxus in einem sonst nicht gerade luxuriösen Haushalt. Wanda schloß für einen Moment die Augen. Als sie die Lider wieder hob, sah sie, daß Johanna leise weinte.

»Wenn Marie nur nicht mit diesem schrecklichen Mann auf und davon gegangen wäre!« brach es unvermittelt aus ihr hervor. Sie preßte eine Hand vor den Mund und blinzelte heftig.

»Ach, Tante …«, sagte Wanda hilflos. Sie vermißte Marie so sehr, daß es weh tat, und hätte manchmal vor Wut über ihr Schicksal toben können. Warum ausgerechnet sie?

Marie, die Glasbläserin, deren Gesicht stets mit einem Hauch Glitzerstaub überzogen war. Marie, mit ihrer Gier nach Leben! Verscharrt in einer Steinwand auf einem Friedhof in Genua.

Nur eine Handvoll Menschen hatte der Beerdigung beigewohnt. Alles war eiligst in die Wege geleitet worden, das sähen die italienischen Gesetze so vor, hatte die Contessa Wanda erklärt. Doch sicher hatte die Eile eher damit zu tun gehabt, daß Francos Familie zusammen mit Marie auch alle unangenehmen Fragen seitens der örtlichen Behörden begraben wollte.

»Und dann diese Geschichte heute! Jetzt gibt es kein Zurück mehr, das ist dir doch wohl klar?« platzte Johanna in Wandas Gedanken und wischte sich die Tränen fort. »Mir wäre ehrlich gesagt wohler gewesen, wenn wir mit dem Gang aufs Amt gewartet hätten, bis deine Mutter da ist. Ich meine, eigentlich hätte sie ja in dieser Angelegenheit auch noch ein Wörtchen mitzureden gehabt, oder?« Sie verdrehte die Augen. »Herrje, Ruth wird mir die Hölle heiß machen, das weiß ich jetzt schon.«

»Das wird sie nicht«, erwiderte Wanda müde. Sie tippte neben sich auf die gepolsterte Bank, wo ihre Handtasche stand. »Diese Geburtsurkunde schützt Sylvie vor Franco und seiner Familie, jetzt kann niemand mehr daherkommen und uns das Kind wegnehmen. Genau das hat Marie gewollt. Mutter wird also verstehen, daß ich gar keine andere Wahl hatte.«

Johanna schüttelte den Kopf. »Es gibt immer mehr als eine Möglichkeit. Auch Peter und ich hätten die Kleine aufnehmen können, ich meine, immerhin bin ich ihre Tante!« Bei ihren letzten Worten zitterte ihre Unterlippe schon wieder verdächtig.

Wanda legte eine Hand auf ihren Arm. »Sylvie braucht uns alle, wir alle werden uns um die Kleine kümmern! Aber ich habe doch tagsüber viel mehr Zeit für sie als du. Und wenn Richard und ich erst einmal verheiratet sind, hat Sylvie eine richtige kleine Familie.«

Johanna schnaubte. »Das ist auch so eine Sache! Du weißt, daß ich Richard sehr schätze, er ist ein ausgezeichneter Glasbläser! Aber ob er auch einen ausgezeichneten Ehemann abgeben wird? Ich weiß es nicht …« Sie brach ab, als die Serviererin zwei Teller mit Apfelkuchen brachte. Kaum war die Frau wieder in der Küche verschwunden, fuhr Johanna fort, noch ehe Wanda etwas sagen konnte: »Richard ist so … versessen! Ich meine, wir haben auch tagein, tagaus mit Glas zu tun, wir leben damit, und manchmal habe ich das Gefühl, wir brauchen es zum Atmen so wie andere Menschen die Luft.« Sie schüttelte den Kopf. »Aber Richard … Bei ihm steht die Liebe zum Glas tatsächlich an oberster Stelle. Ob da noch genug Zeit und Gefühl für eine Frau oder gar eine Familie sein wird?«

Wanda hob konsterniert die Augenbrauen. »Natürlich! Was redest du denn da? Richard ist der liebenswürdigste Mann, den ich kenne! Du müßtest mal erleben, wie besorgt er um Sylvie und mich ist! Und was seine Arbeit angeht – wäre es dir lieber, ich hätte mir einen Faulpelz ausgesucht? Er ist eben sehr zielstrebig! Und ehrgeizig. Was ist daran falsch?«

Johanna winkte ab. »Nichts ist daran falsch. Trotzdem – ich glaube kaum, daß deine Mutter begeistert sein wird, wenn sie erfährt, daß ihr noch in diesem Sommer heiraten wollt. Ihr kennt euch doch gerade einmal ein halbes Jahr! Es heißt nicht umsonst: Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Schau dir doch nur Marie an …«

»Also, das kannst du nun wirklich nicht vergleichen!« erwiderte Wanda heftig. »Richard ist ein Ehrenmann, er wird immer für Sylvie und mich dasein. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte ich ihn als Vater angeben sollen – so weit geht sein Verantwortungsgefühl uns gegenüber. Er war beinahe eingeschnappt, als ich seinen Vorschlag ablehnte.«

Johanna murmelte etwas, was einer Entschuldigung glich, und stocherte dabei in ihrem Apfelkuchen herum.

Wanda nahm einen weiteren Schluck Kaffee, um gegen die erneut aufsteigende Erschöpfung anzukämpfen. Vielleicht war es ganz gut, daß sie so müde war – sonst hätte sie sich bestimmt ernsthaft mit Johanna angelegt. Statt dessen kaute sie auf ihrem Apfelkuchen herum, ohne wirklich etwas zu schmecken.

»Und dann die Tatsache, daß du bei deinem Vater wohnst und nicht bei uns …« Johanna schaute von ihrem Kuchenstück auf.

»Auch das wird böses Blut geben. Wie soll ich deiner Mutter erklären, daß du mit Sylvie nicht wieder zu uns gezogen bist?«

Wanda spürte, wie sich Ärger in ihre Müdigkeit mischte. Dieses ewige Diskutieren … Sie wußte doch auch nicht, was richtig oder falsch war, sie handelte nach Gefühl und bestem Wissen und Gewissen – war das denn ein Verbrechen? Es gab eben kein Handbuch, in dem sie hätte nachschlagen können! Sie war auch in Genua allein auf sich gestellt gewesen. Niemand hatte ihre Entscheidungen angezweifelt, alle hatten bei ihrer Heimkehr gesagt – Johanna, ihr Vater und ihre Mutter am Telefon, Richard –, sie habe richtig gehandelt. Erwachsen und besonnen. Alle hatten sie gelobt ob ihrer Tapferkeit. Aber seit sie vor fünf Tagen nach Lauscha zurückgekehrt war, hatte jeder unzählige Ratschläge für sie parat. Am liebsten hätte sie Johanna deshalb barsch abgefertigt.

»Daß ich bei Vater wohne, ist für alle die beste Lösung«, sagte sie in bemüht ruhigem Ton. »Eva tut nichts lieber, als nach Sylvie zu schauen, sie ist mir eine große Hilfe. Und Platz ist auch genügend, Vater will mir das ganze zweite Stockwerk überlassen. Und er hat sogar wieder zu heizen begonnen.« Sie lachte.

Auch Johanna schmunzelte. Thomas Heimer war noch nie ein Mann großer Worte gewesen, aber die Tatsache, daß er Ende Mai teures Brennholz verfeuerte, um seiner Tochter ein warmes Zuhause zu bieten, zeigte, wie sehr er Wanda liebte.

»Wir hätten auch noch ein Plätzchen für euch gefunden, zum Beispiel in Maries altem Zimmer«, insistierte Johanna dennoch. »Ich hätte Magnus rauswerfen können – warum der noch bei uns wohnt, ist mir sowieso schleierhaft. Als er und Marie noch zusammenwaren, war das ja keine Frage, aber er kann doch nicht ewig in Maries Kammer hausen!«

Ihre Stirn legte sich in Falten.

Auch Wanda verzog das Gesicht. Sie kannte ihre Tante gut genug, um zu wissen, daß Magnus’ Tage im Haushalt Steinmann-Maienbaum von nun an gezählt sein würden.

Trotzdem sagte sie: »Laß doch den armen Kerl in Ruhe. Er hatte genug damit zu kämpfen, daß Marie ihn wegen Franco verlassen hat. Und nun kommt noch die Trauer um sie dazu … In seiner derzeitigen Verfassung wäre er doch gar nicht in der Lage, sich eine neue Unterkunft zu suchen!«

Johanna schnaubte. »Ach, vielleicht hast du ja recht. Hör einfach nicht auf deine alte Tante! Vielleicht meckere ich heute nur, damit ich nicht dauernd anfange zu weinen. Jedenfalls …« – sie setzte sich aufrechter hin, als wolle sie ihren Worten dadurch Gewicht verleihen – »jedenfalls bist du jetzt Mutter, und ich wünsche dir alles, alles Gute!« Und schon folgte der nächste Seufzer. »Wenn nur nicht –«

Wanda unterbrach sie lachend. »Ach, Tante …«

Kurze Zeit später machten sie sich auf den Weg zum Bahnhof. Von den Kastanienbäumen, die zu beiden Seiten die Straße säumten, rieselten immer wieder kleine Blättchen der verblühenden Kerzen auf sie herab. Als Wanda Johanna ein paar Blütenblätter aus dem Haar zupfen wollte, blieb diese abrupt stehen. Sie nahm Wandas Hand.

»Fast auf den Tag genau vor sieben Monaten war ich auch auf dem Weg zum Bahnhof. Damals habe ich dich abgeholt.« Sie lachte. »Ich weiß noch alles so genau, als ob es gestern gewesen wäre. Es war eisig kalt, dein Zug hatte Verspätung, und ich habe mich auch in eine Wirtschaft gesetzt. Dabei konnte ich es nicht erwarten, dich endlich in die Arme zu schließen! Nach so vielen Jahren …«

Auch Wanda lächelte. »Sieben Monate … Mir kommt es eher vor, als wären seitdem sieben Jahre vergangen!«

War das wirklich sie gewesen? Dieses naive Kind, das im Oktober des vergangenen Jahres aus Amerika mit Unmengen von Gepäck hier eingetroffen war? Den Kopf voller Illusionen, das Herz voller Sehnsucht, endlich den leiblichen Vater kennenzulernen. Sie wollte ernst genommen werden, wollte dazugehören – wozu genau, hätte sie gar nicht sagen können. Sie wollte »wichtig« sein und nicht nur die hübsche, aber nichtsnutzige Tochter von Ruth und Steven Miles.

Kurz zuvor hatte Marie, die bei Schwester und Nichte in Amerika zu Besuch weilte, beschlossen, nicht mehr nach Lauscha zurückzukehren, sondern mit Franco nach Italien zu reisen. Zur selben Zeit hatte Wandas Cousine Anna, Johannas Tochter, sich den Knöchel verstaucht. Hierin hatte Wanda ihre Chance gewittert: Wenn sie nach Lauscha führe, könne sie Johanna helfen, hatte sie gegenüber ihrer Mutter argumentiert. Ruth war nämlich gegen diese Reise gewesen und hätte ihre Tochter lieber bei sich in New York behalten. Sie übernehme gern die Pflicht, Johanna aufzumuntern, auch für alle anderen wolle sie stets ein gutes Wort bereit haben, hatte Wanda hinzugefügt.

Wanda, die Retterin – ha!

Statt dessen war sie erst einmal fürchterlich krank geworden und Johannas Familie nur zur Last gefallen …

Wanda schüttelte sich unwillig. Was war heute nur mit ihr los? Dieses ewige Zurückschauen … Als ob es kein Morgen gäbe.

Sie war nach Lauscha gekommen, um ihren Vater kennenzulernen. Sie war gekommen, um ihren Platz im Leben zu finden. Den Platz, den sie in New York vergeblich gesucht hatte.

»Jeder Mensch hat eine Aufgabe im Leben …« Urplötzlich fielen ihr Maries Worte wieder ein. Es war ihr Abschiedsgespräch gewesen, kurz bevor sie mit Franco Richtung Europa aufgebrochen war. Wie unzählige Male zuvor hatten sie zusammen auf dem Dach des Hochhauses gehockt, in dem das Apartment der Familie Miles lag. Wie wahrhaftig Marie damals geklungen hatte!

Ihr Blick fiel in den Kinderwagen. Sylvie hatte die Augen weit aufgerissen und gab kleine quietschende Geräusche von sich.

Jetzt hatte sie, Wanda, in der Tat eine Aufgabe – durch Marie. War das nicht eine grausame Ironie des Schicksals?

Der Gedanke, künftig an Maries Stelle Mutterpflichten zu erfüllen, machte ihr ziemlich angst, auch wenn sie das Johanna gegenüber nie zugegeben hätte.

Aber sie hatte Richard an ihrer Seite, der immer für sie dasein würde, dessen Liebe sie stark und unverwundbar machte.

Wanda holte noch einmal tief Luft. Dann war es Zeit, den Zug zu besteigen, der sie nach Hause bringen würde.

Nach Lauscha.

3.KAPITEL

Es war Nachmittag, als Wanda die Tür zum Haus ihres Vaters aufstieß. Aus der Küche waren Stimmen zu hören: ihr Vater, Richard, Michel, ihr Onkel. Waren die Männer für heute schon mit ihrer Arbeit fertig? Um so besser, dachte Wanda erfreut.

Mit letzter Kraft bugsierte sie den sperrigen Kinderwagen in den Flur. Ihr Rücken war schweißnaß, das Kleid klebte unter ihren Achseln fest, verschwitzte Strähnen hingen ihr in die Stirn. Leise seufzend hob Wanda Sylvie aus dem Wagen.

In diesem Gefährt habe schon Wanda selbst gelegen, hatte Vater ihr erzählt, als er den verstaubten Wagen aus dem Lagerschuppen holte. Und daß es damals, vor zwanzig Jahren, noch höchst ungewöhnlich gewesen sei, daß eine Frau ihr Kind im Kinderwagen durch die Gegend fuhr. Aber daß für Ruth ja immer nur die neuesten Moden gut genug gewesen wären. Und daß sie schon damals ihren Kopf durchgesetzt hätte.

Ach, Mutter, hast du dich auf der steilen Hauptstraße vom Bahnhof bis hier oben auch so geplagt?

Wanda wechselte zuerst Sylvies Windeln, dann machte sie sich selbst ein wenig frisch. Sehnsüchtig schaute sie auf ihr Bett. Jetzt ein Stündchen hinlegen, die Augen schließen, nichts denken müssen, keine Fragen beantworten…

Aber unten in der Küche saß Richard, der bestimmt wissen wollte, wie es auf dem Amt gelaufen war. Richard… Der Gedanke an ihn ließ Wanda ihre Müdigkeit vergessen, und mit raschen Schritten lief sie die Treppe hinunter.

»Wanda! Gerade haben wir von dir gesprochen!« rief Thomas Heimer, als sie mit Sylvie im Arm in der Tür erschien.

Außer Richard saß auch Michel, ihr Onkel, mit am Tisch, der mit Zeichnungen übersät war. Die Sonne, die durchs Fenster ins Zimmer fiel, warf gelbe Streifen auf die Papiere.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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