Das Goldene Schwert - Martina Kirchhofer - E-Book

Das Goldene Schwert E-Book

Martina Kirchhofer

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Beschreibung

Elf Daltar, Dieb Hulinor, Prinzessin Luna und Wolfkriegerin Rio finden sich zusammen, um das Goldene Schwert zu suchen, welches die magische Kraft besitzt, den vier Königreichen ewigen Frieden zu schenken. Unter grössten Gefahren machen sie sich auf den Weg, durch Wiesen, Wälder und Gebirge, um ihre Aufgabe zu erfüllen...

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Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhaltsverzeichnis

Das Goldene Schwert

Autorin

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Weitere Publikationen des MALIX-Verlags

Das Goldene Schwert

Martina Kirchhofer

Autorin

Martina Kirchhofer wurde 1992 im Kanton Zürich geboren, wo sie heute lebt und arbeitet. Sie mag die Natur und grosse Bäume, liebt Tiere und träumt von einem eigenen, wilden Garten. Ihren ersten Roman Lussie – die Piratenbraut schrieb sie mit 13 Jahren, welcher 2009 erfolgreich veröffentlicht wurde. Seither lässt sie sich nicht mehr von ihrem Weg abbringen, als Schriftstellerin tätig zu sein. Zwei Jahre nach dem Erstlingswerk entstand Das Goldene Schwert.

Originalausgabe 2022

1. ePub Auflage 2023

Alle Rechte vorbehalten

Copyright © by MALIX-Verlag

Einband: Autorin

Korrektor: F. F. Vogel

Print-Ausgabe ISBN 978-3-9523584-2-9

eBook ISBN 978-3-9523584-3-6 (epub)

Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist nur mit Zustimmung des Verlags zulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Ausführliche Informationen über unsere Autoren und Bücher finden Sie auf unserer Website

www.malix-verlag.ch

Kapitel 1

Der eisige Schneesturm tobte um die Holzhütten des Dorfes am Rande des Bunten Waldes. In der warmen Stube der Wirtschaft ‹Zum Hirschen› hatte sich das halbe Dorf versammelt, um Schaumbier zu trinken. Doch wie immer blieb es nicht nur bei einer Mass. Die Laune stieg. Die blonden Wirtstöchter tänzelten elegant um die Holztische, sammelten die leeren Krüge ein und ersetzten sie durch neue. Einer der lautesten Burschen hiess Daltar. Sein aschblondes Haar reichte ihm bis über die Schultern. Unter dem Hemd sah man seine muskulöse Brust. Niemand wusste weshalb, aber er zog Frauen magisch an. Seine Schwäche war, dass er diesen selbst hilflos ausgeliefert und schon mehrmals von ihnen ausgenutzt worden war. Am linken, spitzen Ohr glänzte ein kleiner, goldener Ring. Er war ein Elf. Seine Herkunft behielt er jedoch für sich, genauso wie sein wahres Alter. Er sah nämlich aus wie zwanzig.

Eine der Wirtstöchter schlenderte an ihm vorbei und zeigte ihm ein verführerisches Lächeln. Daltar pfiff entzückt. Darauf hatte sie aber nur gewartet. Schwungvoll setzte sie sich auf die Tischkante und säuselte: „Du hast mich gerufen? Möchtest du mir etwas sagen, Liebster?“

Dabei fuhr ihm die Blondine liebevoll durchs dichte Haar.

„Du bist eines der schönsten Mädchen, das ich je gesehen habe, meine Teuerste.“

Lächelnd streichelte Daltar über ihren nackten Arm. Sie beugte sich vor und fuhr ihm mit den Fingern über die Brust. Ihr Grinsen wurde breiter.

„Und du bist unwiderstehlich“, schmeichelte sie.

„Rosa! Komm sofort her, du Teufelsgöre, und hilf deiner Schwester! Das befehle ich dir, so wahr ich deine Mutter bin“, rief die dicke Wirtsfrau wütend.

Die Angesprochene liess sich vom Tisch gleiten.

„Ich muss arbeiten, Liebster“, sagte sie und verschwand in der dunklen Küche.

Die jüngere Schwester zischte ihr zu: „Lass deine Finger von ihm! Er gehört mir!“

Daltar stützte sich auf den Nebentisch und blickte den nicht mehr ganz nüchternen Wirt an.

„Kann ich heute hier übernachten?“, fragte er ihn. „Ich brauche nicht viel, nur etwas Stroh oder einen warmen Platz am Kamin.“

„Du musst mein Weib fragen, sie ist der Herr im Hause“, lallte der Wirt.

Vorsichtig schlüpfte Daltar ins Hinterzimmer, das kaum genutzt wurde. Die Wirtin hantierte eifrig vor dem Kachelofen. Daltar erblickte eine wunderschöne, zierliche, junge Frau. Sie trug ein teures, mit Bändern, Borden, Perlen, Diamanten und Goldfäden verziertes, hellblaues Kleid. Ihr langes Haar war so blond, dass es beinahe silbern schien, ihre hellblauen Augen starrten zur Decke. Sie ruhte reglos auf der Bank vor dem Kachelofen und ihr Unterleib war in einen Quilt gewickelt.

„Wer ist sie?“, fragte Daltar, ohne die Augen von der Fremden abzuwenden.

„Wenn ich es wüsste, würde ich es dir sagen“, brummte die Wirtsfrau. „Vor fünf Tagen haben wir sie im Wald gefunden. Als wir Holz sammelten, kam plötzlich eine weisse Katze aus dem Dunkeln und maunzte. Rosa wollte sie auf den Arm nehmen, du weisst ja wie sehr sie Tiere liebt. Doch das zerzauste Tier lief zurück in den Wald. Also folgten wir ihm und fanden dieses schöne Mädchen auf einer Waldlichtung liegend. Sie war schon von einer Schneeschicht bedeckt und hatte blaue Hände und Lippen.“

„Katze, welche Katze?“, fragte Daltar.

In diesem Moment tappte ein wuscheliges, schneeweisses Exemplar mit blauen Augen maunzend um die Ofenecke.

Die Wirtin schüttelte den Kopf und meinte: „Diese Katze ist unglaublich. Sie liegt immer auf dem Bauch der Fremden und wenn sich jemand zu sehr nähert, faucht sie wie eine Verrückte. Essen und Trinken tut sie auch nicht.“

Daltar riss seinen Blick los und fragte die Wirtsfrau nach einem Schlafplatz, während er ihr half, weitere Decken zu holen.

Plötzlich wurde die Tür der Wirtschaft aufgerissen. Eine in einen schwarzen Mantel gehüllte Gestalt trat ein. Mit ihr wirbelte Schnee herein. Eilig schritt sie auf die Wirtin zu, die mitten in der Gaststube stand. Daltar blickte auf die Stiefel des neuen Gastes. Den aus dunklem Wildleder bestehenden Schuhen nach zu beurteilen, kam die Person aus dem hohen Norden.

„Bringt mir eine Mass heisses Wasser“, sagte die Person leise.

Dieses Mal verschlug es selbst der dicken Wirtin die Sprache.

„Natürlich“, stotterte sie.

Der Gast hängte seinen Mantel an die Stuhllehne und setzte sich an den freien Tisch.

Sie hatte rehbraunes Haar und grünbraune Augen. Der Körper war eher klein, aber erstaunlich muskulös.

Die Wirtin stellte den dampfenden Krug vor die Fremde hin und fragte: „Sagt, wer seid Ihr? Ich habe Euch hier noch nie gesehen.“

Der Gast nickte leicht.

„Ich bin Rio, die Kriegerin der Wölfe, die Tochter des Kriegerhäuptlings Koda und dessen Weib Rebka, der Heilerin.“

Für ein Mädchen hatte sie eine erstaunlich tiefe Stimme. Daltar unterdrückte ein lautes Lachen und Rio funkelte ihn böse an.

„Was ist?“, grollte sie.

Leicht hämisch fragte Daltar: „Seit wann sind Weiber Krieger?“

„Seit es mir mein Vater erlaubt hat“, zischte Rio.

Daltar setzte sich an ihren Tisch und starrte sie an. Seelenruhig löste die Kriegerin nun ein Ledersäcklein vom Gürtel, öffnete es und streute getrocknete Kräuter in den Krug. Die Wirtsfrau nahm Daltar die Decken ab und trug sie ins Hinterzimmer, dabei raunte sie ihren Töchtern zu: „Ihr Zustand ist nicht besser. Mehr Wärme schadet ihr sicher nicht.“

Doch Rio schien Luchsohren zu haben, denn sie fragte Daltar: „Wen meint sie?“

Gleichgültig zuckte der Elf mit den Schultern.

„Ach, sie meint irgendein Mädchen, das sie vor fünf Tagen im Wald gefunden haben.“

„Ist sie krank?“, bohrte Rio weiter.

„Was weiss ich“, war die Antwort.

Rio sprang auf.

„Ich helfe ihr.“

Daltar riss sie am Ärmel ihres Kettenhemdes zurück. „Das kannst du nicht. Du bist zu jung, zu unerfahren!“

Rio funkelte ihn an und flüsterte: „Ich bin zu mehr fähig als Ihr glaubt.“

„Es ist seltsam. Es erscheint mir, als wäre sie hier, aber trotzdem nicht da“, meinte Rio, als sie in die weit aufgerissenen Augen der Fremden starrte.

Daltar fröstelte. Solch eine Beschreibung hatte er noch nie zuvor gehört. Rio umfasste das Handgelenk und nickte zufrieden. Sie horchte an der Brust. Ihre von Wind und Wetter rauen Hände prüften die Hüfte der Patientin. Da sprang die weisse Katze vom Ofen und knurrte böse. Rio hielt inne, hob langsam den Blick und starrte die aufgeregte Katze an. Diese fauchte, machte einen Buckel und sprang auf den Ofen zurück, von dem sie böse hinunteräugte.

„Was war das denn?“, fragte die Wirtin erstaunt.

Rio zuckte leicht mit den Achseln.

„So reagieren alle Katzen auf mich.“

Sie fuhr mit einer Hand unter das Kleid und stutzte. Die Katze knurrte leise. Rio zog die Hand zurück, darin hielt sie einen Stoffbeutel. Mit einer schnellen Bewegung öffnete Rio ihn und staunte.

„Was ist?“, fragte Daltar ungeduldig.

Stumm hielt Rio ein goldenes Diadem in die Höhe. „Dieses Mädchen ist nicht nur adelig, sie ist eine Prinzessin!“, murmelte sie.

Daltar und die Wirtin blickten sie mit grossen Augen an. Eifrig band Rio den Beutel wieder an seinen Platz. Nun betupfte sie die Stirn der Prinzessin mit einer Flüssigkeit, zerrieb Blätter zwischen den Fingern und murmelte beschwörende Worte, während die Blätter die feuchte Stirn berührten. Da blinzelte die Prinzessin und setzte sich mühsam auf.

„Wo bin ich?“, fragte sie mit ängstlicher, hoher Stimme.

„In Sicherheit“, beschwichtigte Rio.

„Wer seid Ihr?“, wollte Daltar wissen.

„Mein Name ist Prinzessin Luna aus dem Mondsicheltal.“

„Eine richtige Prinzessin“, wisperte die Wirtsfrau ehrfürchtig, doch niemand schenkte ihr Beachtung.

Nach diesem aufregenden Tag kroch Daltar müde ins Heu, das im Stall des Wirtshauses gelagert wurde. Er hatte die Erlaubnis, dort zu übernachten. Die grosszügige Wirtsfrau schenkte ihm sogar einen Stoffbeutel mit nahrhaftem Essen. Als Daltar sich ausstreckte und gähnte, hörte er unten das Holztor knirschen. Auf der wackeligen Leiter erschien Rio.

„Jetzt kommst du auch noch“, knurrte Daltar genervt.

„Seid still!“, schnauzte Rio.

Sie hängte eine Öllampe an einen rostigen Nagel und rutschte ins Heu. Daltar stützte grinsend den Kopf in eine Hand. „Schön, schön. Wir sind ganz allein, das kann lustig werden, nur wir zwei.“

Rio hob den Zeigefinger.

„Ich warne Euch, wenn Ihr näherkommt oder mein Essen stehlt, passiert das mit Euch!“

Sie zerdrückte den Apfel mit einer Hand. So wie es aussah, bereitete es ihr keinerlei Mühe. Daltar schluckte.

Noch nie zuvor war er einem so starken Mädchen begegnet. Nie in den 100 Jahren, in denen er schon auf dieser Welt lebte.

Er legte sich nieder und horchte, wie der Schneesturm heftig um die Hütten blies.

Kapitel 2

Am nächsten Morgen gähnte und streckte sich Rio ausgiebig und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Kaum war sie richtig wach, tastete sie nach dem Stoffbeutel mit dem Essen, doch ihr Griff ging ins Leere.

„Suchst du was?“

Grinsend schwenkte Daltar die zwei Beutel in der Hand. Er stand lässig da und grinste übers ganze Gesicht.

„Das ist mein Essen!“, fauchte Rio.

Daltar dachte, sie würde einen Schreikrampf bekommen oder in Tränen ausbrechen, doch er hatte sich getäuscht. Rios Augen funkelten gefährlich. Sie schoss wie ein Blitz aus dem Heu, sprang Daltar an und knurrte wie ein wildes Tier. Darauf war er nicht gefasst. Er fiel rückwärts zu Boden und blickte erschrocken in ihre Augen. Das Knurren kam tief aus ihrer Kehle und sie klang wie ein Wolf.

„Gebt es mir zurück!“

Rio rammte ihm das spitze Knie in den Magen, sodass er laut stöhnte und den Beutel fallenliess. Geschickt schnappte sich Rio diesen und rollte zur Seite.

---ENDE DER LESEPROBE---