Das himmlische Licht: Gedichte - Ludwig Rubiner - E-Book
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Das himmlische Licht: Gedichte E-Book

Ludwig Rubiner

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Beschreibung

In "Das himmlische Licht: Gedichte" entfaltet Ludwig Rubiner ein poetisches Universum, das die schmalen Grenzen zwischen Alltag und Transzendenz meistert. Rubiner nutzt eine Vielzahl von stilistischen Mitteln, von eindringlichen Metaphern bis hin zu musikalischen Rhythmen, um die Erfahrungen des Menschseins in ihrer höchsten Form zu reflektieren. Die Gedichte entführen den Leser in eine sphärische Welt der Emotionen, in der Licht nicht nur als physikalisches Phänomen, sondern als Sinnbild für Erkenntnis und göttliche Inspiration fungiert. Diese Sammlung ist nicht nur eine Hommage an die Schönheit der Natur, sondern auch ein tiefgreifender Kommentar zu den existenziellen Fragen des Lebens. Ludwig Rubiner (1880-1920), ein bedeutender Vertreter der Expressionistischen Literatur, verknüpfte in seinem Werk persönliche Empfindungen mit gesellschaftlichen Strömungen seiner Zeit. Seine Biografie, geprägt von wandernden Seelen und kulturellen Einflüssen, ließ ihn die Facetten des Lebens mit einer einzigartigen Intensität erfassen. Rubiner, dessen Werk oft im Schatten bekannterer Zeitgenossen steht, erforschte zeitlebens die Übergänge zwischen Emotion und Intellekt und hinterließ mit "Das himmlische Licht" ein Zeugnis seiner kreativen Suche nach dem Unaussprechlichen. Dieser Gedichtband ist für Liebhaber literarischer Kunst und tiefgründiger Reflexionen von großer Bedeutung. Rubiner lädt den Leser ein, sich in eine Welt des Staunens und der Selbstentdeckung zu begeben, in der jeder Vers eine neue Perspektive eröffnet. Wenn Sie das Streben nach erhöhter Bewusstheit und die Schönheit improvisierter Sprache schätzen, werden Sie in "Das himmlische Licht" eine Quelle der Inspiration finden, die weit über die Seiten hinausstrahlt.

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Veröffentlichungsjahr: 2020

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Ludwig Rubiner

Das himmlische Licht: Gedichte

Veröffentlicht im Good Press Verlag, 2020
EAN 4064066115432

Inhaltsverzeichnis

DAS HIMMLISCHE LICHT
DAS HIMMLISCHE LICHT
GEBURT
DAS LICHT
DIESER NACHMITTAG
DIE FEINDLICHE ERDE
SIEG DER TRÄGHEIT
DER MENSCH
DIE STIMME
DIE FRÜHEN
DIE ANKUNFT

DAS HIMMLISCHE LICHT

Inhaltsverzeichnis

DAS HIMMLISCHE LICHT

Inhaltsverzeichnis

Kamerad, Sie sitzen in Ihrem Zimmer allein, unter Menschen schweigen Sie still.

Aber ich weiß meine stummen Kameraden hunderttausend auf der Welt, zu denen ich reden will.

Wir waren noch klein, da erhob zu uns die Erde ihr bergiges Schmerzensgesicht,

In unsre Zehen bebte fernes Geländ, von Sturz und Strudel ums Licht.

Die Menschen in schlaffer Geilheit und träg liebten die Erde nicht mehr,

Aber die Erde schrie, wir hörten sie nicht, und sie donnerte Zeichen her.

O mein Freund, glauben Sie nicht, was ich Ihnen sagen werde, sei neu oder interessant.

Alles, was ich Ihnen zurufe, wissen Sie selbst, aber Sie haben es nie aus rundem Mund laut bekannt.

Sie haben es zugedeckt. Ich will Sie erinnern. Ich will Sie aufrufen.

Denn Gott rief die Erde für uns alle auf. Seine Stimme hauchte aus dem Untermeer Vulkan, der in der Südsee in die Luft flog.

Die kleine Kraterinsel Krakatao stieß den brennenden Atem Gottes aus der Erde.

Explosion. Der Ozean spritzte über die Erde, unvergessen in dreißig Menschenjahren.

Neues Menschengeschlecht, und das Jahrhundert war lang zu Ende.

Aber aus dem Pacific brannte der Feuerwind des Krakatao in unsere Herzen.

GEBURT

Inhaltsverzeichnis

Vor unsrer Geburt, in der grünen Südsee platzte die Erde und das Wasser,

Tausend Menschen saßen wie Schnecken auf großen Blättern in Hütten und versanken keuchend.

Vor Marseille fielen die roten Schiffe um, das Meer schlug vom Mond herab.

Die Dampfer schnurrten in den Abgrund, lächerliche Insekten.

Als wir geboren wurden, zog Feuer durch die Luft.

Die Schwärme des Feuers flogen um die Erde.

Wehe, wer nicht sehen wollte!

Tausend Menschen, stillhockende Schnecken, waren zu Staub zerplatzt.

Die Tage erblichen für die glühenden Abende.

Die Nächte schwangen rote Palmblattflammen über Berlin,

Die Abende waren gelbe Tiere über der Friedrichstraße.

Berlin, aus spitzen Plätzen, grauen Nebenstraßen, quoll das Blau der Vulkane.

Die Frauen waren alle allein, die Männer reckten sich auf,

Die Schenkel liefen durch Berlin, heiße Haarberge bogen hoch.

Die Sonne ging immer unter. Die Abendstrahlen, heiß, quollen aus den Männern.

Die Häuser waren kalkig und bleich. Durch dunkle Zimmer wankte die Stadt, die Blinde.

Wir wurden geboren, Strahlenlicht kreiste abends über unseren Mündern,

Grüne Südsafthügel hingen vom Mond über uns;

Wir rissen unsere Augen von unserem Blut auf.

Der Himmel flog über alle Straßen der Stadt.

In der Vorstraße aus Zaun und Stein wartete die grauhaarige Mauerdirne auf die Soldaten.

Wir wußten, daß es andere Länder gibt.

In möblierten Zimmern sannen russische Stirnen über Bombenattentaten.

In den Variétés wurden die fünf englischen Puppenmädchen geliebt.

Die Menschen sitzen in schwarzen Röcken, essen und werden alt.

Am grünen Kanalufer schleppt man Leichen auf den Asphalt.

Die hohlen Häuserwände waren lose und grau.

Kamerad, Sie liefen die Straße auf und nieder, Sie waren blaß vor dem heiligen Panoptikumsbau.

Aus dem müßigen Durchhaus der ganz Erwachsenen schoben frisch geschminkt weiße Weiber mit dicken Bäuchen.

Reisende in alten Bärten bebten betäubt vor Büchern und verklebten Photographien.

Drüben: starre Inseln in Sonne, Bäume auf gelbem Kies, Bänke, selige Hotels.

Unter den Linden gingen die verschleierten Ausländerinnen mit den frierenden kleinen Hunden.

Kamerad, Sie liefen bleich tauchend bis zum Durchhaus, weihevoll.

Die Friedrichstraße fiel zu Boden. Abendherzen im Strahl schwebten auf Nebengassen.

Die Luft stand mit Sternen in Ihnen, der Tag war noch hell.

Die Menschen waren dick und rauchten Zigarren. Niemand sah Sie an.

Die Stadt schwebte, es war still im Abendbrand, die Häuser zerfielen unten.

Die Menschen gingen schwer.

Kamerad, Sie waren allein. Niemand hatte das Licht gesehen.

Um die Erde sprühte der südliche Schweiß des Vulkans.

Niemand sah. Berlin schmatzte rollend.

Es war nicht mehr Licht durch buntes Abendglas,

Nicht mehr Fackelwogen hinter Spielpapier:

Flammenschirme vom Himmel bogen um unseren Kopf.

Die Luft schmolz im langen Lichtwind übers Feld,

Drunten lag der harte Sand rötlich wie getretener Mob.

Wir heulten ins Grüne übers Tempelhofer Feld.

Vor schwarzen Fensterschwärmen der schweißigen Hinterhauswände