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Es gab mal eine Zeit, als wir Menschen noch unter uns waren. Als die Erde noch friedlich war und keine Kriege die Erde beherrschten: Doch diese Zeit ist nun vorbei. Wir Menschen sind nicht mehr länger allein. Denn unter uns weilen nun Kreaturen, die aus der Hölle herab auf unsere Erde gestiegen sind. Und nur ein paar Menschen können sie aufhalten und bezwingen. Man nennt diese Menschen Dämonenjäger.
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Seitenzahl: 104
Veröffentlichungsjahr: 2023
Sabine Schmucker
Das Kind eines Dämons
Prolog
Es gab mal eine Zeit, als wir Menschen noch unter uns waren. Als die Erde noch friedlich war und keine Kriege die Erde beherrschten: Doch diese Zeit ist nun vorbei. Wir Menschen sind nicht mehr länger allein. Denn unter uns weilen nun Kreaturen, die aus der Hölle herab auf unsere Erde gestiegen sind. Und nur ein paar Menschen können sie aufhalten und bezwingen. Man nennt diese Menschen Dämonenjäger.
Kapitel 1
Seit vielen Jahren wandeln Dämonen schon auf unserer Erde. Viele Menschen berichten davon, dass sie Zeuge waren, wie ein Dämon Besitz von meinem Menschen nahm. Andere behaupten, sie haben es bereits am eigenen Leib erfahren. Doch bis jetzt konnte das keiner beweisen. Man sagt: Dämonen seien schlimme Kreaturen. Sie unterscheiden nicht, wenn sie jagen oder der sich ihnen in den Weg stellt. Für sie macht es auch keinen Unterschied, ob der Mensch unschuldig oder gar schuldig ist.Es gab unzählige Bücher über Dämonen. Jedes Buch erzählte wiederum eine andere Geschichte über diese grausamen Kreaturen. Ein uraltes Buch, mit dickem Staub bedeckt und mit uralten zerbrechlichen Seiten, erzählt eine Geschichte über einen Dämon namens Zero. Zero war ein kaltblütiger Dämon, er herrschte über die Hölle und befehligte eine Armee von Tausenden Dämonen. Zero richtet auf der Erde ein grausames Blutbad an. Viele Menschen erlitten durch ihn einen grausamen Tod.Rote, lackierte Fingernägel strichen vorsichtig über die empfindlichen Seiten des Buches. Die bemalten Finger gehörten zu einer jungen Frau namens Serena Uchida. Ihr Nachname klang sehr japanisch. Das lag daran, dass ihr Vater Japaner ist. Ihre Mutter war dagegen Amerikanerin. Sie verlor ihre Mutter bei einem schlimmen Vorfall.Seit diesem Vorfall fand die junge Frau keine Ruhe mehr. Der plötzliche Tod ihrer Mutter gab für sie alles keinen Sinn. Seit etwa drei Jahren durchsuchte Serena alle uralten Bücher. Doch wonach sie suchte, fand die junge Frau nicht. So saß sie oft Nächte lang da und erhoffte sich, jede Nacht das Gesuchte zu finden, was sie suchte.
»Willst du nicht mal eine Pause machen?«, wurde sie angesprochen.
Verwundert hob Serena ihren Kopf und blickte in die grauen Augen ihres Vaters. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass er schon zurück ist.
»Vater, bist du schon zurück? Ich kann noch keine Pause machen.Ich kann erst ruhen, wenn ich das gefunden habe, wonach ich suche.«
Seufzend zog er einen Stuhl vom Tisch zurück und setzte sich erst mal. Nachdenklich fuhr er sich über sein Gesicht. Er machte sich große Sorgen um seine Tochter. Seit dem Tod ihrer Mutter setzte Serena alles daran, diese Kreatur zu finden, wo ihre Mutter getötet hat. Doch sie aß zu wenig und schlief nicht mal acht Stunden. Und das bereitet ihm große Sorgen.
»Hast du schon etwas gegessen? «, fragte er sie mit ernst gemeinter Stimme.
Doch die Rothaarige schüttelte nur mit dem Kopf. Sie hatte bisher noch keinen Hunger verspürt. Die junge Frau fuhr sich erschöpft durch ihre langen roten Haare. Für einen kurzen Moment lehnte sie sich etwas zurück und schloss ihre Augen.
»Du musst etwas essen. Ich mache dir einen Vorschlag. Du ruhst dich jetzt etwas aus und ich mache uns eine Nudelsuppe, was hältst du davon?«, schlug Takeshi seiner Tochter vor.
»Klingt ausnahmsweise mal gut. Aber ich werde noch etwas weiter suchen.«
»Serena…. Was erhoffst du dir, in all diesen Büchern zu lesen? Wonach du suchst, steht nicht in diesen Büchern… «, begann er zu reden.
»Und wo dann? Etwa dort draußen in der großen, weiten Welt? Ich versuche wenigstens, den Mörder meiner Mutter zu finden! Aber dich lässt das alles völlig kalt!«, schrie sie ihren Vater nun an.
Trauer und Wut, die sich so lange im Verborgenen gehalten haben, kamen nun zum Vorschein. Für die junge Frau war das nicht einfach. Von heute auf morgen hatte man ihr die Mutter genommen. Auf einen Schlag war alles nicht mehr so, wie es war. Und wofür? Nur für ein reines Blutbad. Leise floss eine Träne ihrer Wange herab. Takeshi konnte den Schmerz sehen, der tief in seiner Tochter verborgen ist.
»Es tut mir leid. Ich hätte dich damals nicht mitnehmen sollen. Du warst einfach nicht dafür bereit.«
Die junge Frau wischte sich die Träne mit ihrem Zeigefinger aus dem Gesicht. Was wusste ihr Vater schon von bereit sein? Sie war vielleicht damals nicht so weit, aber nun war sie mehr als bereit. Und sie würde diese widerliche Kreatur finden.
»Vielleicht war ich damals nicht bereit, aber inzwischen bin ich es Vater. Und ich werde ihn finden«, sagte sie selbstsicher.
»Nein, du bist nach wie vor nicht bereit. Serena, du handelst aus Rache und so etwas tun wir nicht. Wir Dämonenjäger jagen Dämonen, um unschuldige Menschen zu helfen. Aber niemals handeln wir aus Rache. Und solange du so denkst, bist du nicht bereit.
Du wirst morgen früh wieder zur Akademie gehen. Dort wird man dir alles weitere lehren.« Und somit erhob er sich von seinem Platz.
»Ich soll wieder zur Akademie? Dort lerne ich aber nichts. Wieso kannst du mich nicht unterrichten?«
»Weil ich mich jeden Tag in Gefahr begebe. Und ich möchte nicht, dass dir was passiert. Mäuschen, du bist alles, was ich habe. In der Akademie bist du sicher. Dort lernst du, wie man gegen Dämonen ankommt, auch ohne dass du dich in Gefahr begibst. Ich werde uns jetzt die Nudelsuppe zubereiten. Denk bitte noch mal darüber nach«, bat er seine Tochter und verließ die Bibliothek.
Für einen kurzen Moment ließ sich Serena das Gesagte durch den Kopf gehen. Schon nach kurzer Zeit widmete sie sich wieder dem Buch zu. Vorsicht blätterte sie darin herum. In diesem Buch wurde viel beschrieben.Dämonen zeigten auf der Erde niemals ihr wahres Gesicht. Sie suchten sich ein Gefäß, in dem sie auf der Erde herumwanderten. Dämonen suchten sich schwache Menschen aus, die negative Gedanken oder Probleme haben. Jedoch musste das Gefäß äußerlich sehr stark sein, um den Dämon tragen zu können. Sie waren einfach abscheuliche, hasserfüllte Kreaturen. Deswegen sollte man einem Dämon nie einen Grund geben, einem Schaden zuzufügen.Behutsam blätterte Serena auf die nächste Seite um. Auf dieser Seite war etwas anderes. Dort war eine Seite, die nicht zum Buch gehörte. Was dort geschrieben stand, konnte sie nicht lesen. Diese Schrift konnte man kaum lesen. Außerdem war das Geschriebene nicht in einer Sprache, wo sie mächtig war. Aber was war das für eine Sprache? Sie wusste es nicht. Schnell erhob sie sich von ihrem Platz, nahm das alte Buch in die Hand, und ging Richtung Küche. In der Küche sah sie, wie ihr Vater gerade die Nudelsuppe kochte. Schnell ging sie an seine rechte Seite und sprach ihn an.
»Vater, weißt du zufällig, was das für eine Sprache ist?« Ihr Vater war gerade dabei, Lauchzwiebeln zu schneiden. Er legte das Messer beiseite und sah sich das genauer an. Auf einmal weiten sich seine Augen. Jedoch fing er sich schnell wieder.
»Du weißt, was das für eine Sprache ist, oder?«
»Ja, es ist eine uralte und verbotene Sprache«, gab er ihr darauf eine Antwort.
»Verboten? Aber wieso verboten?«, hackte Serena nach.
»Weil es die Sprache der Dämonen ist! Uralte Dämonenjäger erklärten damals diese Sprache als verboten. Sie meinten damals: Es sei ein schlechtes Zeichen, wenn Menschen diese Sprache sprechen würden.«
Für die junge Frau klang das natürlich interessant. Sie wollte so gern wissen, was dort geschrieben stand. Aber wie es scheint, würde sie es wohl kaum heute erfahren.
»Bitte leg endlich dieses Buch weg. Es tut dir nicht gut. Du sollst endlich anfangen zu leben und nicht deinen Rachegelüsten nachgehen. Außerdem gibt es gleich Essen.«
Als Antwort nickte sie nur. Und somit klappte sie das Buch zusammen und legte es zur Seite. Die Rothaarige setzte sich derweil an den Esstisch und wartete auf das Essen.
»Sag mal, kennst du einen Dämon namens Zero?«
Ihr Vater brachte zwei volle Schüsseln mit einer heißen Nudelsuppe auf den Tisch. Er stellte die eine Schüssel vor Serena hin. Die andere Schüssel stellte er vor sich hin, wo er Platz nehmen würde.
»Serena, wir haben das besprochen. Ich will nur einmal…«
»Bitte nur dieses Mal!«, flehte sie ihn an.
Takeshi begann laut ein- und auszuatmen, bevor er seiner Tochter darauf eine Antwort gab.
»Zero war ein grausamer Dämon. Er machte sich die Schwächen der Menschen und der Dämonen zunutze. Er kannte kein Erbarmen. Zero entführte unschuldige Menschen in die Hölle und folterte sie grausam. Es spielte keine Rolle, ob Kinder, Frauen, oder Männer. Man erzählte sich, dass Zero viele unschuldige Frauen vergewaltigte. Keiner hat überlebt«, endete er mit seinen Erzählungen.
Die junge Frau hatte ihrem Vater genau zugehört. Seine Erzählungen machten sie etwas nachdenklich. Nachdenklich spielte sie mit ihren Essstäbchen.
»Ich wusste gar nicht, dass Dämonen versuchen, Sex mit menschlichen Frauen zu haben. Wo befindet sich eigentlich Zero?«
»Dämonen machen das nicht, weil sie das müssen. Nein, sie machen es, weil sie Frauen damit Schaden zufügen können. Deswegen werden Dämonen auch nicht geboren, sie werden erschaffen. Bisher habe ich nur seine Anhänger bekämpft. Seit er deine Mutter getötet hat, habe ich ihn nie wieder gesehen.«
Unbewusst ballte die junge Frau eine Hand zu einer Faust. Sie grub ihre schönen roten, lackierten Fingernägel fest in ihre Handfläche. Sie bemerkte zu spät, dass dunkelrotes Blut an ihrer Hand herab floss. Schockiert ließ sie die Essstäbchen auf den Tisch fallen und begutachte ihre blutige Hand. So schnell wie sie konnte, sprang Serena auf und verließ die Küche. Takeshi sah seiner Tochter verwundert nach. Er konnte sich im Moment nicht erklären, wieso seine Tochter so schnell die Küche verließ. Aber dann erfasste sein Auge die Blutspritzer auf dem Tisch. Und Takeshi verstand plötzlich, was Serena getan hatte.
Kapitel 2
Ein heißer und schauriger Ort, zu dem keiner gern hingehen möchte. Laute verzweifelte Schreie, die nach Gnade flehten. Überall, wo man hinsah, sah man Menschen, die bestraft wurden. Menschen, die verzweifelt ihre Arme aus den Gitterstäben hinausragen. Doch leider würde ihnen niemand zu Hilfe eilen. Diesen Ort würde keiner freiwillig betreten. Die Sterblichen fürchten diesen Ort. Nur Untote liebten ihn. Schwarze, schwere Lederstiefel gingen durch die Gänge, wo verzweifelt nach Gnade gerufen wurde. Diese schwarzen Lederstiefel gehörten zu einem großen weißhaarigen Mann. Er hatte dunkelrote Augen und trug dazu einen schwarzen Ledermantel. Er genoss die verzweifelten Schreie der armen Seelen. Menschen waren für ihn nur schwächliche Gestalten, die voller Fehler waren.Zero war eine Art von Dämon, der es liebte, Menschenseelen qualvoll zu quälen. So konnte er seinen Hass auf die Menschheit befriedigen. Langsam schritt er durch den schaurigen Ort, den die Menschen Hölle nannten. Die Hölle war kein angenehmer Ort für die Menschenseelen. Hier war es heiß und grauenvoll.Wenn eine Menschenseele stirbt und hier unten landet, wartet hier nicht der Tod, sondern Bestrafung auf einen. Hier unten haben die Dämonen das sagen.
»Meister! Mein Meister, man erwarte euch im Thronsaal«, riss Zero eine unterwürfige Stimme aus den Gedanken.
Der weißhaarige Dämon drehte sich um und sah einen schwarzhaarigen Dämon auf seinen Knien kniend. Seinen Kopf hatte er fast zu Boden gesenkt. Dem weißhaarigen Dämon gefiel es, wenn andere Dämonen unterwürfig waren.
»Erhebe dich!«, befahl Zero ihm.
Der schwarzhaarige Dämon erhob sich. Mit vollem Stolz stellte er sich aufrichtig vor seinen Meister hin. Für ihn war es das Größte, dass er einem Dämon wie Zero dienen dürfte.
»Sag ihnen, ich bin gleich dort.«
Der schwarzhaarige Dämon verneigte sich vor Zero und ließ ihn so stehen. Mit einem fiesen Lächeln begab sich der weißhaarige Dämon in den Thronsaal.
Der rotäugige Dämon öffnete die großen schwarzen Türen des Thronsaals und trat ein. Als er den Saal betrat, fielen alle auf die Knie. Der Thronsaal war an sich nicht groß, aber es passten locker 40 Dämonen hinein. 40 Dämonen, die sich Zero unterwarfen. Zero bahnte sich seinen Weg durch die ganzen Dämonen bis zu seinem Thron. Der Weißhaarige setzte sich auf den Thron, der aus Knochen bestand. Elegant nahm er eine Halterung auf seinen Thron an. Somit zeigte er jedem Dämonen, dass er das „Sagen“ hier hatte.
»Erhebt euch!«, alle im Raum standen auf.
»Warum wollte ihr mit mir sprechen?«, wollte er nun wissen.
Ein Dämon mit braunen Haaren trat soeben vor den Thron. Dieser Dämon war groß und hatte einige Muskeln. Er hörte auf den Namen Tyler. Er war einer von vielen Dämonen, die für Zeros Sicherheit zuständig waren.
»Meister, ich habe für euch schlechte und gute Neuigkeiten…«, fing Tyler an.
»Ja, ich höre«, sagte er mit einer genervten Stimme.
