Das kleine Buch vom Dobermann - A. Ketschau - E-Book

Das kleine Buch vom Dobermann E-Book

Ketschau A.

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Beschreibung

Der Dobermann ist ein freundlicher, agiler Begleiter. Im 19. Jahrhundert ursprünglich als Schutz- und Wachhund gezüchtet, können wir heute seine Vielseitigkeit bewundern. Nicht nur als Schutz- und Wachhund, auch als Dienst-, Sport-, Begleit- und Familienhund ist er beliebt, ebenso als Therapie- oder Behindertenbegleithund. Der Dobermann ist kein Allerweltshund. Aber wer sein Herz einmal erobert hat, kann kaum einen treueren Freund finden. Das Buch vermittelt viel Wissenswertes über Geschichte, Standard, Charakter, Vereine, Genetik, Fütterung, Ausbildung und Gesundheit. Die vorliegende, dritte Auflage wurde überarbeitet und aktualisiert. Einige S/W- und Farbzeichnungen runden das Buch ab.

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Seitenzahl: 150

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INHALT

Die Geschichte des Dobermanns

Erscheinung und Charakter

Der FCI-Rassestandard

Rassenproblematik

Vereine

Genetik

Fütterung

Gesundheit und Pflege

Der wohlerzogene Hausgenosse

Ausbildung, Sport und Beschäftigung

Literatur

Die Geschichte des Dobermanns

Der Dobermann entstand im 19. Jahrhundert. Er ist benannt nach seinem ersten Züchter Friedrich Louis Dobermann. Im Übrigen wird gerne behauptet, der Dobermann sei die einzige Rasse, die den Namen ihres Schöpfers im Rassenamen trägt. Das ist schlichtweg falsch. Denken wir nur an den Saarlooswolfhond (benannt nach seinem Schöpfer Leendert Saarloos), den Parson und Jack Russell Terrier (benannt nach ihrem Schöpfer Parson (Pfarrer) John (Jack) Russell), oder den English Setter, der nach seinem ersten Züchter auch Laverack Setter genannt wird. Allerdings ist der Dobermann wohl tatsächlich die einzige DEUT-SCHE Rasse, die den Namen ihres ersten Züchters trägt.

Der Dobermann besticht durch seine elegante Erscheinung. Er ist als Gebrauchs-, Sport-, Dienst-, Begleit- und Familienhund beliebt. Der aufgeweckte Dobermann zeigt reges Interesse an seiner Umwelt. Leider gibt es über seinen Ursprung keine Aufzeichnungen aus der damaligen Zeit. Vieles, was heute über ihn bekannt ist, beruht auf mündlichen Überlieferungen. Erst Ende des 19. Jahrhunderts beginnen die Aufzeichnungen, und anhand von alten Zuchtbüchern kann man die Entstehung rekonstruieren. Friedrich Louis Dobermann hatte damals schon den Grundstein der Zucht gelegt. Friedrich Louis Dobermann wurde am 2. April 1834 in Apolda geboren. Dort lebte und arbeitete er auch als Steuereintreiber, Hundefänger, Nachtpolizist und Abdecker. Apolda war zu dieser Zeit eine bedeutende Stadt mit rund 20.000 Einwohnern. Handel, Industrie und Handwerk hatten Hochkonjunktur. Jedes Jahr wurden zeitgleich ein Vieh- und ein Jahrmarkt abgehalten. Es gab Umzüge, Musikkapellen, Hausrat und Bekleidung wurden verkauft. Außerdem konnte man Vieh – Hühner, Schweine, Rinder, Schafe und dergleichen – kaufen. Neben diesen wurden aber auch verschiedene Schläge und Rassen von Hunden angeboten. Wahrscheinlich bildeten solche Hunde das Ausgangsmaterial für Dobermanns Zucht. Dobermann war Steuereintreiber, Abdeckereiverwalter und Nachtpolizist. Da er häufig eine größere Menge Bargeld mit sich führte, züchtete er scharfe Hunde zu seinem Schutz. Da er auch als Hundefänger tätig war, durfte er sämtliche freilaufenden Hunde einfangen. Er durfte sie nach drei Tagen töten, sollten sie nicht gegen eine Gebühr von 1,50 Mark ausgelöst werden. Der Verkauf von Hundefleisch stellte eine ständige Einkommensquelle dar. Dobermann brachte jedoch nicht alle Hunde um. Er war auch großer Hundefreund und verpaarte einige Hunde, um einen geeigneten Hund zu seinem Schutz zu züchten. Er machte keine Aufzeichnungen über seine Zucht, so dass man heute nicht genau weiß, welche Rassen er züchtete. Wahrscheinlich waren es Rottweiler oder rottweilerähnliche Hunde, Pinscher und Doggen. Diese wenig attraktiven Erzeugnisse verbesserte nach ihm Otto Göller, der Greyhound, Manchester Terrier und Weimaraner einkreuzte. 1910 wurde ein schwarz-roter Dobermann auf einer Ausstellung in Wien gezeigt. Der Hund hatte einen langen Kopf und einen langen, dolchartigen Fang, was für die frühen Dobermänner eher ungewöhnlich war. Philip Grünig, früher Kenner der Rasse, erwähnte eine Verpaarung von 1908, bei der ein schwarzer Greyhound und ein schwarzer Dobermann gekreuzt wurden. Aus einer Rückkreuzung des Dobermanns mit einem schwarzen Greyhound entstanden die Hündin Sybille von Langen und der Rüde Roland von der Heide. Roland zeugte wenig attraktive, tiefbrüstige Nachkommen, während Sybille schönere Hunde tieferem Brustkorb und schönen, schmalen Köpfen hervorbrachte. Dobermanns erste Zuchthündin war die mausgraue Schnuppe. Sie wurde mit verschiedenen Rüden gekreuzt, die ihrerseits auf Pinscher, Metzgerhunde (Vorläufer des Rottweilers), Jagd- und Hütehunde zurückgingen. Zwischen 1870 und 1880 setzte Dobermann die schwarzrote Hündin Bisart zur Zucht ein. Pinko, eine ihrer Töchter, besaß einen angeborenen Stummelschwanz. Man versuchte, dieses hässliche, unnatürliche Merkmal züchterisch zu festigen, zum Glück ohne Erfolg. Auch bei den Metzgerhunden gab es mitunter stummelschwänzige Hunde, und wahrscheinlich fielen aus diesem Grund oft Dobermannwelpen mit Stummelschwanz. Pinko warf die ersten blauen Welpen. Die Metzgerhunde hatten schwarzes Fell und rote Abzeichen, eine Farbe, die heute noch typisch für den Dobermann ist. Früher kamen häufig auch weiße Abzeichen an etwa Hals und Brust vor. Heute findet man solche Abzeichen bei Dobermännern nur noch selten, und wenn sie vorkommen, führen sie zum Zuchtausschluss. Die Welpen, die Dobermann abgab, waren alle an Ruten und Ohren verstümmelt („kupiert“), da Dobermann es schöner fand. Nachvollziehbar ist diese unsägliche Verstümmelung des Hundes nicht, traf aber wohl den Geschmack der Zeit. Dobermann konnte den Siegeszug seiner Hunde nicht mehr miterleben. Er starb 1884 im Alter von 60 Jahren. Erst nach Dobermanns Tod erlebte die Rasse ihren Siegeszug. Otto Göller, der ebenfalls aus Apolda stammte, befasste sich intensiv mit der Dobermannzucht. Schon damals kamen die Dobermänner bis nach Amerika. Göller züchtete unter dem Zwingernamen „von Thüringen“ und machte die Rasse u.a. durch seine eigenen Tiere und Publikationen bekannt. Goswin Tischler, ebenfalls aus Apolda stammend, züchtete unter dem Zwingernamen „von Grönland“. Graf Belling von Grönland und Gerhilde wurden mit als erste Dobermänner in das Zuchtbuch eingetragen. In den Anfangsjahren der Hundezucht wurden Hunde oft umbenannt, wenn sie an einen anderen Zwinger verkauft wurden. Sie bekamen dann den Zwingernamen der Zuchtstätte, in der sie fortan lebten. So ist es mitunter schwer, die Abstammung einzelner Linien nachzuverfolgen. Am 27.08.1899 wurde der Verein Nationaler Dobermannpinscher Klub Apolda gegründet. Im Jahr 1900 wurde der Verein Nationaler Dobermannpinscher-Klub für Deutschland e.V., Sitz Apolda genannt. Hunde des Dobermanntyps wurden von der DC (Delegierten Commission), einem Gründungsmitglied der FCI, zugelassen.1900 wurden die ersten Dobermänner in das Deutsche Hundestammbuch eingetragen. Die erste Hundeausstellung fand 1863 in Hamburg statt. Viele Hundezüchter aus dem In- und Ausland nahmen an dieser Zuchtschau teil. Dabei sollten viele Hunderassen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Otto Göller soll erste Dobermänner auf der großen internationalen Ausstellung im Sommer 1897 in Erfurt gesehen haben. Dobis waren 1899 in Berlin-Pankow, 1900 in Dresden-Tollkewitz und 1901 in Rotterdam auf Zuchtschauen vertreten. Der Rüde Graf Belling war für seine stimmige Erscheinung und sein gutes Wesen bekannt und soll dieses an viele seiner Nachkommen weiter gegeben haben. Damals gab es Dobermänner in den Farben blau, schwarz, falb und braun mit roten Abzeichen. Falb und blau sind heute beim Dobermann nicht mehr zugelassen, da diese Hunde häufig unter mit der Fellfarben gekoppelten schweren Fell- und Hautproblemen leiden. Der Dobermann sollte von Anfang an als Gebrauchs- und Rassehund etabliert werden. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es rund 1000 Dobermannbesitzer und nur knapp doppelt so viele Schäferhundebesitzer. Während der Deutsche Schäferhund von Max von Stephanitz zu einem „Welthund“ gemacht wurde, fehlte dem Dobermann ein solcher Gönner. Seine Entwicklung hat darunter gelitten. Zudem bekam der Dobermann fälschlicherweise einen schlechten Ruf, der ihm bis heute anhängt. Durch konsequente Zuchtwahl entwickelte sich ein stock- und schussfester Hund, der Haus und Hof bewacht und seine Menschen bis aufs Blut verteidigt, dabei aber lieb zu Kindern ist und Haustiere der Familie beschützt. Der Dobermann ist als Wach-, Schutz- und Diensthund ebenso geeignet wie als Begleit-, Familien- und Sporthund. Sogar als Therapiebegleit-, Behindertenbegleit-, Hüte-, Rettungs- und Jagdhund wird er erfolgreich eingesetzt.

Erscheinung und Charakter

Der Dobermann ist ein Arbeitshund. Bei guter Erziehung, Sozialisierung, Haltung und Auslastung ist er auch ein kinderlieber Familien- und Begleithund. Der Dobermann besitzt einen furchtlosen Charakter. Er ist stets aufmerksam, entschlossen, sollte weder scheu, ängstlich noch aggressiv sein. Der Dobermann ist eine stolze Erscheinung. Der elegante Hund hat nicht mehr viel mit seinen groben und aggressiven Vorfahren gemein. Die meisten Dobermänner entsprechen mehr oder weniger dem Rassestandard. Hier und da weichen auch Hunde vom Standard ab. Solange Fehler das Wesen und die Gesundheit nicht negativ beeinflussen, kann man sie bis zu einem gewissen Grad hinnehmen. Solche Hunde sollten aber nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen in die Zucht. Fehler, die das Wesen, die Gesundheit und auch das Aussehen grob negativ beeinflussen, sollten aber immer zum Zuchtausschluss führen. Unter bestimmten Bedingungen können Hunde mit Fehlern aber immer noch gute Familien- und Begleithunde sein, vorausgesetzt, sie haben ein gutes Wesen. Wer später mit seinem Hund züchten bzw auf Ausstellungen gehen möchte, wird seinen Hund entsprechend auswählen. Wer aber „nur“ einen Familien- und Begleithund sucht, kann auch mit einem Dobermann glücklich werden, der vielleicht 5 cm zu groß ist, einen weißen Fleck hat oder dessen Ohren nicht ganz korrekt sind. Solche Fehler stören den Hund auch nicht bei der Arbeit. Für Ausstellungen und vor allem die Zucht muss der Dobermann aber möglichst so aussehen, wie es der FCI-Standard verlangt. Ursprünglich war der Dobermann ein mittelgroßer Hund, durch den Wunsch nach einem guten Schutz- und Gebrauchshund entstand ein übermittelgroßer bis großer Hund. Der Dobermann soll eine Widerristhöhe zwischen 63 und 72 cm aufweisen bei einem Gewicht zwischen 32 und 45 kg. Rüden sind oft – nicht grundsätzlich – etwas kräftiger und größer als Hündinnen. Die frühen Dobermänner waren etwas kleiner. Die Eignung als Diensthund forderte eine größere Schulterhöhe. Je größer Hunde werden, umso mehr neigen sie leider mitunter zu Organ- und Skelettproblemen. Dobermänner besitzen lange, geschmeidige Ruten und jagdhundähnliche Hängeohren, die längst nicht mehr kupiert werden dürfen. Beim Dobermann kommen leider verschiedene Erkrankungen vor, die teilweise genetisch bedingt und damit zuchthygienisch relevant sind. Mehr dazu in den Kapiteln Gesundheit und Genetik. An den Vorder- und teilweise auch an den Hinterläufen kommen fünfte Krallen vor. Diese werden After-, Wolfs- oder Daumenkrallen genannt. Sie neigen leider zum Ein- und Abreißen, was zu schweren Blutungen und starken Schmerzen führen kann. Aus diesem Grund werden die Wolfskrallen zumindest an den Hinterläufen meistens schon beim Welpen vom Tierarzt entfernt. Der Dobermann darf schwarz oder braun, je mit roten Abzeichen sein. Früher wurden auch blaue und falbe Dobermänner zugelassen. Doch diese leiden meistens an schweren Haut- und Fellproblemen. Siehe Gesundheits- und Genetikkapitel. Ich habe auch schon weiße Dobermänner gesehen. Allerdings besitzen diese rosa Haut und blaue Augen, entstammen also einem schweren Pigmentmangel. Sie werden zur Zucht nicht zugelassen. Leider konnte ich in der Literatur keine genauen Angaben zu diesen weißen Dobermännern finden. Es scheinen auch nur selten solche weißen Welpen zu fallen.

Der Dobermann ist voll Energie, wachsam, furchtlos, treu, gehorsam, niemals scheu, aggressiv oder ängstlich. Er ist anpassungsfähig, aufgeweckt und menschenfreundlich. Seine Loyalität, Anpassungsfähigkeit, Wachsamkeit und Gehorsam machen den Dobermann zu einem idealen Arbeitshund. Bei guter Erziehung und genügend körperlicher und mentaler Auslastung ist der Dobermann auch ein kinderlieber Familien- und Begleithund. Dobermänner gehören zu ihren Menschen ins Haus. Dobermänner gehören nicht in eine Außenhaltung, vielleicht noch im Zwinger oder an der Kette! Ein Dobermann kann in einer Stadtwohnung gehalten werden, wenn man genügend Möglichkeiten für Auslauf und Beschäftigung in der Natur hat. Ein Häuschen mit Garten am Wald- oder Stadtrand oder in ländlicher Umgebung wäre natürlich vorzuziehen. Der Dobermann will bei seinen Menschen leben. Er ist leicht erziehbar und ein angenehmer Kamerad, wenn man die nötige Konsequenz walten lässt und mit ihm umzugehen weiß. Ob ein Hund schüchtern oder unberechenbar ist, hängt mit seiner Genetik, aber auch mit seinen Erfahrungen zusammen. Es hängt vom Wesen der Elterntiere ab, von der Sozialisierung, von der Haltung und Erziehung. Die frühen Dobermänner waren aggressive Hunde. Sie sollten schützen und wachen und wurden demnach als scharfe Wach- und Schutzhunde gezüchtet. Liebe, folgsame Haus- und Familienhunde sollten sie damals noch nicht sein. Zwischen den frühen und den heutigen Dobermännern scheinen Welten zu liegen. Die heutigen Dobermänner haben mit ihren Vorfahren wenig gemein. Dobermänner werden häufig ein Fall für Hundetrainer und Verhaltenstherapeuten. Allerdings nicht wegen ihrer Schärfe und Aggressivität, sondern wegen eines neurotischen Zwangsverhaltens. Normalerweise sind Dobermänner weder aggressiv noch neurotisch, wenn sie aus guter Zucht stammen, ordnungsgemäß erzogen und sozialisiert wurden und artgerecht gehalten werden. Ein Dobermann aus guter Zucht und Aufzucht sollte seinen Platz in der Familie finden, er sollte keine Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Jeder Dobermann muss ordnungsgemäß sozialisiert und erzogen werden. Ob man eine Hundeschule besucht oder den Dobermann ohne fachmännische Hilfe erzieht, hängt davon ab, inwieweit man sich die Erziehung alleine zutraut (natürlich sollte man sich durch einige gute Bücher zum Thema Erziehung, Ausbildung, Beschäftigung und Verhalten lesen). Es ist aber keine Schande, einen guten Hundeplatz aufzusuchen. Auch die Dobermannzuchtvereine können weiterhelfen. Der Dobermann braucht als agiler Hund viel Auslauf und Beschäftigung. Nasenarbeit lastet extrem aus, aber es gibt noch viele weitere Möglichkeiten. Auch hier kann eventuell ein Verein oder eine Hundeschule weiterhelfen. Der Dobermann will an den Aktivitäten seiner Menschen teilhaben. Man sollte soviel Zeit wie möglich mit ihm verbringen, natürlich sollte man ihn nach Möglichkeit auch mit in den Urlaub nehmen. Ca. 5-6 Stunden sollte der Dobermann täglich alleine bleiben können (Welpen anfangs noch nicht ganz so lange). Müsste der Dobermann länger alleine bleiben, sollte man sich nach einer Alternative umsehen, wie z.B. einem privaten Hundesitter oder einer guten Hundetagesstätte.

Leider erreichen die meisten Dobermänner nur ein Alter zwischen 8 und 13 Jahren.

Der FCI-Rassestandard

Historie

Die Dobermannrasse führt als einzige deutsche Rasse den Name Ihres ersten bekannten Züchters Friedrich Louis Dobermann (2.1.1834 – 9.6.1894). Nach der Überlieferung war er Steuereintreiber, und nebenbei städtischer Hundefänger, mit dem gesetzlichen Recht alle freiumherlaufenden Hunde einzufangen. Zur Zucht paarte er aus diesem Reservoir besonders scharfe Hunde.

Die bedeutendste Rolle bei der Bildung der Dobermannrasse spielten sicherlich die sogenannten “Fleischerhunde” die unter den damaligen Verhältnissen schon als eine relativ durchgezüchtete “Rasse” angesehen werden konnten. Diese Hunde waren eine Art Vorläufer der heutigen Rottweiler vermischt mit einer Art Schäferhund, der in Thüringen in schwarz mit rostroten Abzeichen vorhanden war. Mit der hier aufgezählten Mischung von Hunden hat Dobermann in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts gezüchtet.

Er erhielt dadurch “seine Rasse”, d.h. Gebrauchshunde, die nicht allein wachsam sondern auch “mannfeste Hof- und Haushunde” waren. Sie wurden viel als Hüte- und Polizeihunde eingesetzt. Die zahlreiche Verwendung Im PoIizeidienst führte damals zu dem Beinamen Gendarmenhunde”.

Bei der Jagd, wurden sie überlegend zur Bekämpfung des Raubwildes benutzt. Unter den hier geschilderten Voraussetzungen war es fast zwangsläufig, daß der Dobermann schon zu Beginn dieses Jahrhunderts als Polizeihund offiziell anerkannt Abdeckereiverwalter wurde. Die Dobermannzucht erstrebt einen mittelgroßen, kräftigen und muskulös gebauten Hund, der trotz aller Substanz In der Linienführung des Körpers Eleganz und Adel erkennen läßt. Er soll sich als Begleit-, Schutz- und Gebrauchshund sowie als Familienhund in besonderem Maße eignen.

Rassekennzeichen

FEDERATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE

SECRETARIAT GENERAL: 14, rue Leopard II, 6530 THUIN (Belgique)

FCI Standard Nr. 143 / 17.12.2015/D

(GÜLTIG AB DEM 01.08.2016)

DOBERMANN

URSPRUNG: Deutschland.

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN OFFIZIELLEN STAN-

DARDS: 13.11.2015

VERWENDUNG: Begleit-, Schutz- und Gebrauchshund.

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde

Sektion 1 : Pinscher und Schnauzer

Mit Arbeitsprüfung.

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS: Die Dobermannrasse führt als einzige deutsche Rasse den Namen ihres ersten bekannten Züchters Friedrich Louis Dobermann (2.1.1834 – 9.6.1894). Nach der Überlieferung war er Steuereintreiber, Abdeckereiverwalter und nebenbei städtischer Hundefänger, mit dem gesetzlichen Recht alle freiumherlaufenden Hunde einzufangen. Zur Zucht paarte er aus diesem Reservoir besonders scharfe Hunde. Die bedeutendste Rolle bei der Bildung der Dobermannrasse spielten sicherlich die sogenannten „Fleischerhunde“ die unter den damaligen Verhältnissen schon als eine relativ durchgezüchtete „Rasse“ angesehen werden konnten. Diese Hunde waren eine Art Vorläufer der heutigen Rottweiler vermischt mit einer Art Schäferhund, der in Thüringen in schwarz mit rostroten Abzeichen vorhanden war. Mit der hier aufgezählten Mischung von Hunden hat Dobermann in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts gezüchtet.

Er erhielt dadurch „seine Rasse“, d.h. Gebrauchshunde, die nicht allein wachsam sondern auch „mannfeste Hof- und Haushunde“ waren. Sie wurden viel als Hüte- und Polizeihunde eingesetzt. Die zahlreiche Verwendung im Polizeidienst führte damals zu dem Beinamen „Gendarmenhunde“. Bei der Jagd wurden sie überwiegend zur Bekämpfung des Raubwildes benutzt. Unter den hier geschilderten Voraussetzungen war es fast zwangsläufig, dass der Dobermann schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Polizeihund offiziell anerkannt wurde.

Die Dobermannzucht erstrebt einen mittelgroßen, kräftigen und muskulös gebauten Hund, der trotz aller Substanz in der Linienführung des Körpers Eleganz und Adel erkennen lässt. Er soll sich als Begleit-, Schutz- und Gebrauchshund sowie als Familienhund in besonderem Maße eignen.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Der Dobermann ist mittelgroß, kräftig und muskulös gebaut. Durch die elegante Linienführung seines Körpers, die stolze Haltung, das temperamentvolle Wesen und den Ausdruck von Entschlossenheit, entspricht er dem Idealbild eines Hundes.

WICHTIGE PROPORTIONEN: Das Gebäude des Dobermanns erscheint fast quadratisch, dies gilt besonders für die Rüden. Die Rumpflänge (Brustbein bis Sitzbeinhöcker) soll die Widerristhöhe bei Rüden um nicht mehr als 5% und bei den Hündinnen um nicht mehr als 10% überschreiten.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): Die Grundstimmung des Dobermanns ist freundlich friedlich, in der Familie sehr anhänglich. Gefordert werden ein mittleres Temperament und eine mittlere Schärfe. Weiterhin wird eine mittlere Reizschwelle gefordert. Bei einer guten Führigkeit und Arbeitsfreude des Dobermanns ist auf Leistungsfähigkeit, Mut und Härte zu achten. Bei angepasster Aufmerksamkeit gegenüber der Umwelt ist auf Selbstsicherheit und Unerschrockenheit besonders Wert zu legen.

KOPF

OBERKOPF: Kräftig, zum Gebäude passend. Von oben gesehen entspricht der Kopf einem stumpfen Keil. Die Querlinie des Scheitels soll von vorne gesehen annähernd waagrecht verlaufen, also nicht zu den Ohren abfallen. Die fast gerade in Fortsetzung zum Nasenrücken verlaufende Scheitelbeinlinie fällt zum Nacken in leichter Rundung ab. Die Augenbrauenbögen sind gut entwickelt, ohne hervorzutreten. Die Stirnfurche ist noch sichtbar. Das Hinterhauptbein soll nicht auffällig sein. Von vorn und oben betrachtet dürfen die Seitenflächen des Kopfes nicht ausladend (backig) wirken.

Die seitliche leichte Wölbung des Oberkiefers und der Jochbeine müssen in Harmonie zur Gesamtlänge des Kopfes stehen. Die Muskeln des Kopfes sind kräftig entwickelt. Stopp: Der Stirnabsatz ist gering, aber deutlich erkennbar ausgebildet.

GESICHTSSCHÄDEL:

Nasenschwamm: Nasenkuppe gut ausgebildet, mehr breit als rund und mit großen Öffnungen, ohne insgesamt hervorzutreten. Bei schwarzen Hunden ist sie schwarz, bei braunen entsprechend mit einer helleren Tönung angepasst.

Fang: Der Fang muss im richtigen Verhältnis zum Oberkopf stehen und kräftig entwickelt sein. Der Fang ist tief, die Mundspalte soll weit bis zu den Molaren reichen. Eine gute Fangbreite muss auch im Bereich der oberen und unteren Schneidezähne vorhanden sein.

Lefzen: Sie sollen fest und glatt an den Kiefern liegen und einen straffen Verschluss der Mundspalte gewährleisten. Dunkle Pigmentierung, bei braun etwas hellere Tönung.

Kiefer/Zähne: Kräftiger, breiter Ober- und Unterkiefer. Scherengebiss, 42 Zähne entsprechend dem Zahnschema, normale Größe.

Augen: Sie sind mittelgroß, oval und von dunkler Farbe. Bei braunen Hunden ist eine etwas hellere Tönung erlaubt. Gut anliegende Augenlider. Lidrand behaart.

Ohren: Die naturbelassenen Ohren haben eine angemessene Größe; an der höchsten Stelle des Oberkopfes seitlich angesetzt, liegen sie im Idealfall an den Wangen an.

HALS: