Wellensittiche: Liebenswerte Flatterbande - Ketschau A. - E-Book

Wellensittiche: Liebenswerte Flatterbande E-Book

Ketschau A.

0,0

Beschreibung

Wellensittiche sind gesellige, muntere Hausgenossen. Das Buch liefert viele wertvolle Informationen über ihre Herkunft, gibt Tips zu Haltung, Ernährung und Anschaffung und informiert auch ausführlich über Themen wie Genetik, Beschäftigung und Gesundheit. Um Wellensittiche artgrecht zu halten, ist auch einiges Wissen über ihre natürliche Lebensweise notwendig. Dieses Buch geht ausführlich auf das Leben der Wellensittiche in der Natur ein und soll dem Halter von Wellensittichen immer eine kleine Informationsquelle und Hilfe sein.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 135

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0



Für Bonny und Lucy, die die Herausgabe dieses Buchs nicht mehr erleben durften.

INHALT

Wellensittiche in freier Natur

So wurde der Wellensittich zum Haustier

Verschiedene Schläge von Wellensittichen

Genetik

Anatomie und Sinne

Verhalten

Vorüberlegungen, Wellensittichkauf und Eingewöhnung

Artgemäße Wellensittichhaltung im Haus

Hinweise zur Haltung im Freien

Artgerechte Fütterung

Urlaub

Gesundheit

Alter & Abschied

Literatur

Oben: Die Hennen Klärchen und Lucy. Unten: links die Hennen Lucy und Trixy, rechts die Hähne Timmy und Larry.

Oben: verschieden dickes Astwerk ist vorteilhaft für die Füßchen der Wellis und bietet außerdem Beschäftigung und Schnabelarbeit. Unten: wären die Wellis nur zu dritt in der Voliere, hätte der Dritte viel zu wenig Sozialkontakte. Außerdem kann ein unausgewogenes Geschlechterverhältnis zu Konflikten führen.

Oben: Perle hat die Schaukel erklommen. Unten: neugierig betrachtet Larry den Fotografen.

Wellensittiche in freier Natur

Unsere Hauswellensittiche stammen von den wilden Wellensittichen in Australien ab. Sie leben dort in unwirtlichen Wüstengebieten und Trockensavannen im Inneren des Landes. Die Bedürfnisse und Lebensweise des Hauswellensittichs unterscheiden sich kaum von denen der Wildwellensittiche. Wilde Wellensittiche sind Nomadenvögel und ziehen ständig umher. Aus diesem Grund finden entflogene Hauswellensittiche nur selten nach Hause zurück.

Wellensittiche haben sich an das Leben in Wüsten- und Steppengebieten angepasst. Sie ernähren sich überwiegend von einer Vielzahl Grassamen. Das Land ist karg und heiß, Regen fällt nur selten und in manchen Jahren gar nicht. Das Land ist unfruchtbar und dauernd von Dürren heimgesucht. Pflanzen in diesem kargen Lebensraum sind Eukalyptusbäume, kleine Büsche und Stachelkopfgräser. Die Wasserläufe trocknen von Zeit zu Zeit aus. Die Lebensbedingungen sind für die Wellensittiche nicht gerade die besten. Das Nahrungsangebot hängt von den Regenfällen ab. Regen gibt es im Inneren Australiens selten, aber wenn es regnet, dann ordentlich! In der Regenzeit verwandelt sich das karge Land in ein reiches Blütenmeer. Die Wellensittiche finden in dieser Zeit viele unterschiedliche Samen. Mit dem Ende der Regenzeit sinkt auch die Samenvielfalt, und die Wellensittiche suchen sich neue, ergiebigere und feuchtere Gebiete. Offene Küstenlandschaften und allzu dichte Wälder werden dabei meist gemieden. Wahrscheinlich gibt es dort nicht genügend Samen. Der Lebensraum der Wellis erstreckt sich von den subtropischen Breitengraden im Norden bis zu den gemäßigten Klimazonen im Süden. Das Klima variiert von sehr heiß am Tag bis zu Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in der Nacht. Trockene Grassteppen umgeben die Wüsten, mildere Küstengebiete schließen sich an. Während der kühleren Jahreszeit verlassen die Wellensittiche die gemäßigten Bereiche des australischen Südens. Im nächsten Frühling kehren sie aber dahin zurück.

Timmy’s Farbschlag ist der Grünreihe und den Hellflügeln zuzuordnen. Der Farbschlag heißt Gelbflügel Grünreihe Hellgrün. Die Farben sind aufgehellt und die Wellenzeichnung leicht verwaschen.

Wellensittiche sind nicht an bestimmte Brutgebiete gebunden. Sie brüten da, wo die Bedingungen günstig sind, also da, wo sie Nistmöglichkeiten, Futter und Wasser finden. Wellensittiche suchen bestimmte Gegenden manchmal jahrelang nicht auf, um dann plötzlich wieder dort aufzutauchen. Durch Dürren können Schwärme stark dezimiert werden, aber bei günstigen Bedingungen erholen sich die Zahlen wieder. Bisher scheint ihr Bestand in Australien nicht gefährdet. Wellensittichschwärme können riesige Dimensionen annehmen. Manchmal kreisen Wellensittiche tagelang über ihrem Brutgebiet, um dann weiterzuziehen. Manchmal wird dabei die Brut im Stich gelassen. Wahrscheinlich ist solchen Wellensittichen der Brutplatz zu unsicher geworden. Sie fühlen sich schlicht stark gestört. Wellensittiche bilden Schwärme, um bessere Nahrungs- und Wasserquellen zu finden. Auch schließen sich manchmal mehrere Schwärme zusammen. Der Schwarm bietet Sicherheit. Bei guten Lebensbedingungen gibt es auch kleinere Schwärme mit rund 10-15 Tieren. Die wilden Wellis sind überwiegend grün gefärbt. So werden sie von Beutegreifern und auch menschlichen Beobachtern oft übersehen. Außerdem können Beutegreifer in einem Schwarm aus grünen, „gewellten“ Vögeln weniger leicht einen einzelnen Vogel als Beute ausmachen, denn die Vögel verschwimmen optisch zu einem „Klecks“. Vor allem in Dürreperioden kommen sehr große Wellensittichschwärme vor. In den äußeren Verbreitungsgebieten zählen die Schwärme dagegen meist nicht mehr als 100 Tiere. Am Boden Nahrung suchende Wellensittiche locken meist andere Wellensittiche an. Die riesigen Schwärme von manchmal mehr als 100 Vögeln suchen gemeinsam Wasser und Nahrung, zerfallen aber meist später wieder in kleinere Schwärme. Wellensittiche fliegen schnell und können plötzlich die Richtung ändern. Das funktioniert auch im Schwarm einwandfrei. Ändert ein Vogel die Richtung, folgen alle anderen sofort. Fühlen sie sich sicher, fliegen Wellensittiche langsamer und machen auch weniger Wendungen.

Beim Fliegen im Schwarm fühlen sich Wellensittiche sicher und geben auch Lautäußerungen von sich. Befinden sich Wellensittiche dagegen am Boden, etwa zur Nahrungsaufnahme, machen sie weit weniger auf sich aufmerksam, denn ein Beutegreifer könnte in der Nähe sein. Einzelne Wellensittiche halten immer wieder Ausschau nach möglichen Feinden. Wellensittiche sind nie alleine: sie fliegen, schlafen und fressen zusammen, putzen gegenseitig ihr Gefieder, halten gemeinsam nach Feinden, Wasser, Nahrung und Ruheplätzen Ausschau. Deshalb darf man auch nie einen Wellensittich einzeln halten. Wellensittiche picken reife Samen vom Boden auf, ernähren sich aber auch von halbreifen Samen, die sich noch in den Pflanzen befinden. Sie können gut klettern und halten sich auch an Pflanzen fest. Zwei Zehen sind nach vor und zwei nach hinten gerichtet, sodass der Vogel sich gut festhalten und fortbewegen kann. Wilde Wellensittiche ernähren sich überwiegend von einer Vielzahl Pflanzensamen, hier und da wird aber auch an Früchten genascht. Möglicherweise werden hier und da kleine Insekten mit aufgepickt, aber vorwiegend sind Wellensittiche spezialisierte Samenfresser. Durch das Aufnehmen kleiner Sandkörnchen wird die Nahrung im Magen zerrieben. Zu einem geringen Anteil wurde auch Obst in den Mägen wilder Wellensittiche nachgewiesen. Wellensittiche brüten in den Astlöchern von Eukalyptusbäumen. Die Hennen bauen solche Höhlen mit ihren kräftigen Schnäbeln oft noch aus. Die Kronen der Eukalyptusbäume spenden den Wellensittichen Schatten, wenn sie sich in ihren Ruhephasen dort aufhalten. Die Wellensittiche knabbern auch an Rinde und Blättern der Eukalyptusbäume, eventuell wirken diese wie natürliche Antibiotika. Morgens und abends suchen die Wellensittiche an heißen Tagen Futter. Ist das Wetter gemäßigter, fressen die Vögel auch tagsüber. Nahrung finden die Vögel auch einige Kilometer vom Schlafplatz entfernt, weshalb die Vögel in kleinen Gruppen dorthin und auch wieder zurück fliegen. Diese Flüge sind kräftezehrend. Wellensittiche besitzen einen Kropf (sackförmige Erweiterung der Speiseröhre), in dem sie größere Mengen Futter „speichern“ können. So können sie größere Flugstrecken zurücklegen, ohne dauernd fressen zu müssen. Sie können so auch größere Mengen Futter aufnehmen und zu ihren Küken bringen. Der Kropfinhalt entleert sich zuerst in den leeren Magen. Ist auch dieser leer, muss der Vogel spätestens wieder fressen, da sich sonst Körperfett abbaut. Über Nacht fressen die Vögel sehr wenig oder gar nichts, sodass die benötigte Energie dafür aufgenommen werden muss, ohne dass der Vogel an Körperfett verliert. Wilde Wellensittiche werden kaum fett, auch nicht bei reichhaltigem Nahrungsangebot. Ein fetter Wellensittich kann nur noch schwer mit dem Schwarm mithalten und wird zudem schneller ein Opfer von Beutegreifern. Bei unseren Hauswellensittichen müssen wir als Halter darauf achten, dass unsere Tiere nicht verfetten. Sie brauchen genügend Bewegung (und das ist bei vielen Hauswellensittichen ein Problem), und ihre Nahrung sollte entsprechend gestaltet werden (kein Honig, kein Zucker, keine oder wenig Ölsaaten (z.B. Sonnenblumenkerne), eine reichhaltige Körnermischung (viele verschiedene Saaten), wenig Obst, vermehrt Kräuter und Gemüse, eventuell einen kleinen Teil des Körnerfutters durch Knaulgras strecken, das kaum Nährwert besitzt, aber satt macht). Haben die Vögel eine ausreichend große Voliere bzw ausreichend Freiflug im Zimmer, können sie ausreichend klettern und fliegen, beachtet man eine gesunde Ernährung, sollte Übergewicht keine Rolle spielen. Zuckerhaltige Leckereien (z.B. Cracker) sollte man vermeiden. Man sollte die Vögel zu Bewegung anregen, alleine durch die Anwesenheit anderer Vögel werden Vögel zum Fliegen animiert. Im Käfig/ in der Voliere sollte man (bei gesunden, bewegungsfähigen Vögeln) alles so anbringen, dass die Vögel sich durch Klettern oder Fliegen dorthin begeben müssen. Sie sollten ein paar Flügelschläge machen oder etwas klettern müssen, um zum Wasser- und Futternapf, zum Kalkstein, zum Spielzeug ect zu kommen. Man kann auch z.B. Hirsekolben oder Petersiliensträußchen freischwingend am Käfigdach aufhängen, so dass die Vögel dorthin klettern oder sie anfliegen müssen. Bei alten oder gehandicapten Vögeln sollte man aber alles so arrangieren, dass die Vögel es ohne große Mühen erreichen können. Man kann auch Körner im Sand verstreuen, sodass die Vögel sie aus dem Sand herauspicken müssen. Der Fachhandel bietet auch Intelligenzspielzeuge für Vögel an, wo z.B. Futter aus einer Schublade entnommen werden muss, oder der Vogel muss mit dem Fuß oder Schnabel einen Deckel anheben, um an den begehrten Leckerbissen zu kommen. Das fördert Geist und Körper! Übergewichtige und gelangweilte Vögel sind anfälliger für Krankheiten und fühlen sich unglücklich! Aber auch Naturäste im Käfig dienen der Beschäftigung, denn sie werden nach Herzenslust beknabbert.

Man darf allerdings keinen Vogel hungern lassen, um ihn so beispielsweise zu zwingen, aus der Hand zu fressen. Durch seinen schnellen Stoffwechsel würde das auf Dauer zu schweren Schäden führen. Ob sich desweiteren daraus eine „echte Partnerschaft“ entwickeln würde, wage ich zu bezweifeln.

In der Praxis stellen weniger das meist eher knappe Nahrungsangebot und die Hitze eine Herausforderung für Wellensittiche dar, sondern der Wassermangel. Wellensittiche sind daran aber gut angepasst. In der allergrößten Not kommen sie mit sehr wenig Wasser aus, und das obwohl sie sich überwiegend von trockenen Samen ernähren. Dennoch halten sie sich bevorzugt in Wassernähe auf. Zur Futtersuche werden jedoch auch größere Strecken zurückgelegt. Vereinzelt decken Wellensittiche ihren Wasserbedarf durch Morgentau, wenn es in der Nähe gar kein Wasser gibt. Um mit ihrem Wasserhaushalt klarzukommen, bleiben die Wellensittiche bei großer Hitze in der Nähe ihrer Ruhebäume (Eukalyptus) und befinden sich somit im Schatten. Sie bewegen sich dabei so wenig wie möglich, denn jede Bewegung kostet Energie und Flüssigkeit. Bei jedem Atemzug verflüchtigt sich Wasser durch Verdunstung. In der Nacht kühlt die Körpertemperatur leicht ab. Dadurch sinkt der Stoffwechsel und wahrscheinlich auch der Wasserverbrauch. Wasser wird für die Vorgänge in den Zellen gebraucht, aber auch bei Überhitzung zur Kühlung. Bei Hitze hecheln Wellensittiche und spreizen die Flügel ab. Auch hierbei wird der Körper abgekühlt. Die Vögel sollten dann bald wieder Wasser aufnehmen können. Da das Wasser in heißen Gebieten schneller verdunstet, reichern sich Salze im verbleibenden Wasser an. Wellensittiche sind durch Salzdrüsen in der Lage, das mit dem salzigen Wasser aufgenommene überschüssige Salz auszuscheiden. Wellensittiche nutzen jede Wasserstelle, die sie finden können, auch beispielsweise Viehtränken. Da sich hier meist auch Greifvögel aufhalten, müssen die Wellis auf der Hut sein. Bevor der Schwarm sich an einer Wasserstelle niederlässt, kreist er eine Weile darüber, um sich anschließend in einem Baum niederzulassen. Der Platz wird genau in Augenschein genommen. Die Wellensittiche fliegen dann in kleinen Gruppen zum Wasser, um hastig zu trinken und sich sofort wieder in den sicheren Baum zurückzuziehen. Dann folgt die nächste Gruppe und so fort. Wilde Wellensittiche baden meist nicht in offenen Gewässern, sondern benetzen ihr Gefieder eher durch Tau oder nasse Pflanzen. Ich selbst hatte schon Wellensittiche, die gerne in einem kleinen Wasserschüsselchen badeten, während mein jetziger Kleinschwarm von 4 Vögeln das Gefieder gerne in einem nassen Petersiliensträußchen benetzt.

Das Leben wilder Wellis ist hart. Viele fallen dem unwirtlichen Leben oder Beutegreifern zum Opfer. Das Land wird von Dürren überzogen, Regen gibt es nur selten und in manchen Jahren gar nicht. Manchmal werden ganze Schwärme dahingerafft. Oder die stärksten von ihnen ziehen in fruchtbarere Gebiete. Dabei bleiben aber immer noch viele Vögel auf der Strecke. Finden die Wellensittiche günstigere Bedingungen, gleichen sich die Verluste aber durch hohe Brutzahlen wieder aus. Wellensittiche sind äußerst fruchtbar! Um erfolgreich zu brüten, brauchen Wellensittiche gute Lebensbedingungen. Sie brauchen Wasser (Regenfälle), Nahrung, Nistmöglichkeiten und natürlich einen passenden Partner. Da diese Bedingungen recht bald von der nächsten Dürreperiode abgelöst werden können, müssen Wellis flexibel sein und bei günstigen Bedingungen gleich anfangen können zu brüten. Sobald die Regenfälle einsetzen, balzen die Vögel, paaren sich und jede mögliche Nisthöhle wird beansprucht. Die ersten Eier liegen innerhalb weniger Tage in der Bruthöhle. Die Brutbedingungen beeinflussen die Brutlust. Wellensittiche sind nur fruchtbar, wenn die Umstände stimmen. So haben die Hähne kleinere Hoden, die keine reifen Spermien produzieren, wenn sich keine geeigneten Bruthöhlen finden lassen oder sonstige Gegebenheiten nicht stimmen. Bei Hennen sind die Eierstöcke ebenfalls inaktiv. Durch Balz- und Nistverhalten animieren sich die Wellensittiche gegenseitig zur Paarung und Brut. Die meisten Hauswellensittiche brüten nur, wenn Nahrung und Unterbringung stimmen und den Wellensittichen eine Nistmöglichkeit angeboten wird (z.B. eine ausgehöhlte Kokosnuss, ein Nistkasten). Allerdings schritten auch schon Wellensittiche ohne solche Nistmaterialien erfolgreich zur Brut. Die Eier wurden einfach auf den kargen Volieren-/ Käfigboden gelegt. Dabei bleiben die Eier meist leer, aber manchmal wurden dabei schon Küken aufgezogen. Die meisten Wellensittiche brüten in Gefangenschaft nur, wenn ausreichend Nistkästen, energiereiches Futter und andere balzende bzw brütende Pärchen vorhanden sind. Aber wie gesagt, es gibt auch Ausnahmen. Bei Hauswellensittichen wird das Brut- und Balzverhalten durch den Hör- und Sichtkontakt zu anderen balzenden/ brütenden Wellensittichen verstärkt. Bei guten Brutbedingungen ziehen Wellensittiche auch mehrere Bruten nacheinander groß, man sollte aber verhindern, dass die Henne sich zu sehr verausgabt und beispielsweise nach einer erfolgreichen Brut den Nistkasten aus der Voliere entfernen. Wer sich für die Wellensittichzucht interessiert, findet im Fachhandel einige gute Bücher und sollte sich auch mit einem Vogelzuchtverein in Verbindung setzen. Dort erhält der Neuling Information und Unterstützung in Bezug auf die Zucht. Die Zucht ist ein verantwortungsvolles Unterfangen, und man sollte Wellensittiche nicht einfach einmal „so zum Spaß brüten lassen.“ Man braucht eine geeignete Voliere, Kenntnisse in Genetik, Aufzucht, die Vögel müssen gesund sein. Was ist mit Abnehmern für die süßen Küken? Von schwerwiegenden Seuchen oder Legenot bei Hennen möchte ich hier gar nicht reden. Stirbt die Henne während der Aufzucht, braucht man eine Ammenhenne oder muss versuchen, die Küken von Hand aufzuziehen. Früher brauchte man eine Genehmigung zum Züchten (aufgrund der Psittakoseverordnung; Papageienkrankheit, die auch beim Menschen zu Erkrankungen führen kann), inzwischen wurden diese Bestimmungen etwas gelockert. Dennoch sollte man sich der Verantwortung und des Aufwands bewusst sein. Wenn alle Punkte bedacht und geklärt wurden, kann die Wellensittichzucht aber ein schönes Hobby sein.

Wellensittiche brüten bevorzugt in Baum- und Astlöchern, in der Regel auf älteren oder toten Eukalyptusbäumen. Als Bruthöhle kann jede geeignete Höhlung dienen, z.B. ein Loch in einem Ast. Dabei brüten die Vögel überwiegend oben im Baum, um sich dem Zugriff vor Beutegreifern zu entziehen. Wellensittiche meiden allerdings auch optimale Bruthöhlen, wenn dadurch der Abstand zu den Schwarmmitgliedern zu groß wäre. Wellensittiche – bevorzugt die Hennen – nagen die Höhle entsprechend nach ihren Vorstellungen zurecht und befördern alles hinaus, was sie stört. Sie tragen auch nicht wie andere Vögel Nistmaterial hinein. Im Abstand von je zwei Tagen werden ca. 2-6 kleine, weiße Eier gelegt. Die Henne beginnt ab dem Tag mit dem Brüten, da sie das erste Ei abgelegt hat und verlässt die Bruthöhle kaum noch. Der Hahn füttert die Henne regelmäßig am Eingang der Nisthöhle, indem er seinen Kropfinhalt hochwürgt. Für das Brüten selbst ist die Henne aber alleine verantwortlich. Wellensittiche sind partnertreu, aber mitunter wurden schon Hähne beobachtet, die fremde Hennen fütterten oder anbalzten. In der Natur ist der Zusammenhalt der Paare wichtig, um die Brut durchzubringen. Bei menschlicher Fürsorge entfällt die Sorge um Futter, Beutegreifer und sonstige Gefahren, sodass eine Wellidame notfalls ihre Küken alleine durchbringen kann. Das erste Küken schlüpft nach etwa 18-21 Tagen, die anderen Küken folgen in der Reihenfolge der Eiablage. Die Küken machen einige Zeit vor dem Schlupf durch Laute aus dem Ei auf sich aufmerksam, die Henne hilft den Küken beim Schlupf. Sie betastet die